Archiv für das Schlagwort ‘Wohnungsbau

Partner im Bündnis für Wohnen unterzeichnen Vereinbarung

DSC_4565

Partner im Bündnis für Wohnen unterzeichnen Vereinbarung, Foto: Joachim Kloock

16.3.2019 – Vertreterinnen und Vertreter der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, von zahlreichen Unternehmen der Rostocker Wohnungswirtschaft, von Fachverbänden und – vereinen, Kammern, städtischen Unternehmen und derPolitik haben am Donnerstag eine „Vereinbarung zur aktiven, sozialverträglichen und nachfragegerechten Weiterentwicklung des Rostocker Wohnungsmarktes für die Jahre 2018 bis 2023“ unterzeichnet. „Damit wurden die Ziele unseres gemeinsamen `Bündnisses für Wohnen´verbindlich zwischen den Partnern vereinbart“, unterstreicht Oberbürgermeister Roland Methling. „Das Thema Wohnungsbau ist ein wichtiger Schwerpunkt für die Entwicklung Rostocks in den kommenden Jahren. Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, die mit dem Wachstum unserer Stadt verbundenen Chancen auch nutzen zu können.“ Die Hanse- und Universitätsstadt wächst. Die 200.000er Marke hatte Rostock bereits im Jahr 2010 überschritten und dieser Aufwärtstrend wird sich fortsetzen. Dem gegenüber ist seit 2005 eine sinkende Leerstandsquote zu verzeichnen. Die wohnwirtschaftlich gebotene Fluktuationsreserve von vier Prozent wird bereits seit 2010 unterschritten. Sie ist Ausdruck dafür, dass ein Mangel an Wohnraum in der Stadt vorhanden ist und Handlungsbedarf besteht. Daher startete 2015 in der Hanse- und Universitätsstadt die Wohnungsbauoffensive.

Durch die Bürgerschaft wurde im September 2017 die Bildung des „Bündnis für Wohnen in der Hansestadt Rostock“ beschlossen und der Oberbürgermeister mit der Umsetzung beauftragt. In einer Auftaktveranstaltung im Januar 2018 verständigten sich die Beteiligten und Mitwirkenden dazu, sechs Themen näher zu erörtern. Dazu zählen die Umsetzung der Wohnungsbauoffensive, das Bereitstellen von Grundstücken, die Schaffung und Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum, die Gewährleistung einer integrativen Wohnungspolitik, das Sichern von Energieeffizienz sowie das Monitoring und die weitere Zusammenarbeit. Besonderes Augenmerk wird auf den Neubau von Wohnungen gerichtet. Bis 2035 sollen 26.000 Wohnungen gebaut werden, darunter zwischen 2018 und 2023 9.600 Wohnungen nach dem derzeit noch geltenden Flächennutzungsplan. Dies umzusetzen und somit die Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, verlangt von allen Beteiligten ein hohes Engagement. Geschaffen und erhalten werden soll bezahlbarer Wohnraum in sozial stabilen Wohnquartieren. Dabei sollen auch Aspekte des geförderten Mietwohnungsbaus,  des barrierearmen und altersgerechten Bauens und einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung Beachtung finden.  Architektur in hoher Qualität und energieeffizientes Bauen sind ebenfalls Anspruch der Bündnispartner. Trotz breitem Spektrum der Themen und durchaus unterschiedlichen Interessenlagen ist es gelungen, auch bei einigen streitigen Themen Kompromisse zu finden. Die Bündnispartner haben sich darauf verständigt, die Vereinbarung als Arbeitspapier und Kommunikationsplattform zu verstehen. Es wird für alle eine Herausforderung, die Vereinbarung mit Leben zu erfüllen.

Werbeanzeigen

Landesprogramm MV Wohnraumförderung 2016

Zukunftsfähige Sanierungen, barrierearmer Umbau und sozialer Wohnungsbau sind Förderschwerpunkte

Wohnungen in Rostock - Groß Klein, Foto: Joachim Kloock

Wohnungen in Rostock – Groß Klein, Foto: Joachim Kloock

Das Wohnraumförderprogramm Mecklenburg-Vorpommern 2016 ist in Kraft getreten. „Wir wollen insbesondere für Familien mit Kindern, für die wachsende Zahl älterer Menschen und für benachteiligte Haushalte den Wohnungsbestand im Land nachfragegerecht gestalten. Mit dem neuen Landesprogramm führen wir die bewährten Schwerpunktsetzungen zu zukunftsfähigen Sanierungen fort. Gleichzeitig greifen wir neue, wichtige Aspekte auf, wie beispielsweise die Unterstützung des Neubaus von sozialen Mietwohnungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe.

Mehr als 29 Millionen Euro für Sanierungen, barrierearmen Umbau und sozialen Wohnungsneubau in Mecklenburg-Vorpommern

Veranschlagt ist 2016 ein Programmvolumen in Höhe von 29,572 Millionen Euro. Insgesamt können fünf Millionen Euro als Förderdarlehen und 24,572 Millionen Euro als Zuschüsse bereitgestellt werden, davon vier Millionen Euro für das Aufzugsprogramm und 20,572 Millionen Euro zusätzliche Kompensationsmittel des Bundes für das Wohnraumertüchtigungs- und Neubauprogramm. Antragsstellung ist ab sofort möglich „Es bedarf vielerorts weiterer Modernisierungen und energetischer Verbesserungen, um den Wohnungsbestand zukunftsfähig zu machen. Das Wohnraumförderprogramm bietet umfassende Unterstützungsmöglichkeiten für unterschiedliche bauliche Erfordernisse, beispielsweise wenn die gewohnten vier Wände neuen Bedürfnissen angepasst werden müssen, etwa bei Familienzuwachs oder Mobilitätseinschränkungen“, sagte Glawe.

Vier Förderschwerpunkte im Landesprogramm Wohnraumförderung 2016

Neu ist ein Sonderprogramm zur Gewährung von Zuschüssen für den sozialen Wohnungsneubau. Ziel ist es, in Ober-, Mittel- und Grundzentren, welche Wohnungsleerstände unter vier Prozent aufweisen, die Entwicklung angespannter Wohnungsmärkte zu vermeiden. Um belegungsgebundene Wohnungen mit tragbaren Wohnkosten für Haushalte zu schaffen, die sich auf dem Markt nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können, stehen 12,572 Millionen Euro bereit. Einen weiteren Förderschwerpunkt bildet das gemeinsam mit den Vertretern der „Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern“ und dem Wirtschafts- und Bauministerium entwickelte Programm zur Ertüchtigung von Wohnraum für benachteiligte Haushalte. Gefördert wird die Instandsetzung von leer stehenden Miet- und Genossenschaftswohnungen, um diese zur Sicherung der Wohnraumversorgung nutzbar zu machen. Hierfür und für Maßnahmen der sozialen Wohnraumförderung stehen acht Millionen Euro Zuschüsse zur Verfügung. Im Landesprogramm „Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen“ stehen insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden 3,6 Millionen Euro zur Förderung der Nachrüstung von Personenaufzügen und Liften an Gebäuden mit Miet- und Genossenschaftswohnungen eingesetzt. Weitere 0,4 Millionen Euro Zuschüsse können für die Umsetzung barrierearmer Wohnraumanpassungen im selbst genutzten Wohneigentum eingesetzt werden. Als vierter Schwerpunkt wird die laufende Modernisierungs- und Instandsetzungsförderung mit insgesamt fünf Millionen Euro zinsgünstiger Förderdarlehen fortgesetzt. Die Förderung zielt insbesondere auf die qualitative Verbesserung des Bestandes insbesondere in innerstädtischen Altbauquartieren und in Stadtumbaugebieten sowie auf barrierefreie und barrierearme Bestandsanpassungen. „Wir fördern ein breites Spektrum an Maßnahmen, die privaten Wohneigentümern und Wohnungsgesellschaften zur Verfügung stehen. Die langjährige Wohnraumförderung hat zu einer stabilien Basis für attraktives Leben und Wohnen in Mecklenburg-Vorpommern geführt“, sagte Glawe.

Weiterführende Informationen im Internet

Das Landesprogramm Wohnraumförderung steht zum Download auf den Internetseiten des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus unter www.wm.mv-regierung.de (Homepage – Punkt: „Themen“ – „Bau“- „Wohnraumförderung“). Weitere Informationen, Beratung und Antragsunterlagen sind beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI) erhältlich. Kontakt: Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 160255, 19092 Schwerin, info@lfi-mv.de; www.lfi-mv.de.

Neue Ausstellung im Kulturhistorischen Museum: Endlich eine Neubauwohnung – Ideal wohnen in Rostock

22.1.2014 – Das Kulturhistorische Museum Rostock präsentiert vom 24. Januar bis zum 25. Mai 2014 diese neue Sonderausstellung. Mit der Exposition widmet sich das Museum einem Thema der jüngeren Geschichte der Stadt Rostock: der stadträumlichen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt Rostock in den Jahren zwischen 1953 und 1990. Anhand historischer Fotografien und Dokumente gibt die Präsentation einem Einblick in die Entstehung und das Aussehen der neuen Stadtviertel von Reutershagen über die Südstadt, Lütten Klein, Evershagen, Schmarl, Groß Klein, Lichtenhagen bis zu Dierkow und Toitenwinkel. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Rostock in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnell zu einer bedeutenden Hafen- und Industriestadt im Norden der DDR und spielte als Hauptstadt des Bezirkes Rostock auch im Städte- und Wohnungsbau ein besondere Rolle. Die damit verbundenen Veränderungen stellten die Stadtplaner Rostocks vor enorme Herausforderungen. Die schnell wachsende Bevölkerung erforderte Wohnungsbauprojekte in großen Dimensionen. Dazu dienten standardisierte Großblock- und Plattenbausysteme. Mit ihnen wurden vor allem an Industriestandorten neue Stadtteile und Großsiedlungen gebaut.

Kinderkrippen und -gärten, Schulen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen ergänzten als Zweckbauten die Wohnkomplexe. Die Ergebnisse dieser Bemühungen, die großen Wohnsiedlungen, prägen heute in weiten Teilen das Bild der Hansestadt. Sie sind fester Bestandteil ihrer Geschichte geworden. Architekten, Stadtplaner und Politiker diskutierten seit den 1950er Jahren über die Gestalt der sozialistischen Stadt. Nach sowjetischen Vorgaben sollte zunächst ein nationaler sozialistischer Baustil entwickelt werden. Zunehmend traten jedoch ästhetische Überlegungen mit der Zeit in den Hintergrund. Vorrangig musste der Wohnungsmangel beseitigt werden. Der Andrang auf die entstandenen Neubauwohnungen war groß, verfügten sie doch über Zentralheizung, Warmwasser und Badezimmer. Die Nachteile der Großsiedlungen: Anonymität, Monotonie der Wohnblöcke, lange Wege zu Arbeit, nahmen die Bewohner für diese Wohnqualität gerne in Kauf.