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Futtern am Feuer

Outdoor Cooking in Mecklenburg-Vorpommern 

2168_Wild-und-andere-Kräuter-gehören-in-jede-Küche.-Hier-bei-einem-Kräuterseminar-in-Feldberg-Mecklenburgische-Seenplatte_TMV-pocha.de_-310x207Kochen und Essen im Freien als gemeinsamer Akt erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Warum das so ist und wo es im Lande diesbezüglich professionell rangeht an die Bouletten, finden und erfahren Sie hier: Es klingt wahnsinnig trendy, ist eigentlich aber ein ganz alter Hut. Jahrtausende alt, um genau zu sein. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb erfreut sich das so genannte Outdoor Cooking – das Kochen im Freien also – zunehmender Popularität. Ein Zeitgeistphänomen jedenfalls, das in seiner radikalen Rückbesinnung aufs Ursprüngliche immer mehr Menschen fasziniert. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Outdoor Cooking bringt Menschen zum Kochen und Essen zusammen, die sich wie in uralten Zeiten um eine Feuerstelle oder Feuergrube versammeln. Die mit dem Geruch des Rauches, dem Knistern des Holzes und der Hitze der Glut tief verwurzelte Sehnsüchte verbinden. Die mit einfachen Mitteln Fleisch, Fisch oder Gemüse braten oder garen – von der Ente am Strick bis zum Lachs auf dem Brett, von Suppen und Mehlspeisen in Kessel und Pfanne bis zu Gemüse und Kuchen aus Glut und Topf – und die so zubereiteten Speisen als besonders schmackhaft empfinden. Die das Essen an frischer Luft genießen, dabei die Hände zu Hilfe nehmen und sich gern auch die Finger schmutzig machen dürfen – auch das gehört zu dieser Rückbesinnung auf einen ursprünglichen und naturnahen Nahrungsgenuss. In unserer zunehmend urbanisierten Welt, in der Nahrung und ihre Herkunft immer stärker getrennt voneinander existieren, versucht Outdoor Cooking zudem, Mensch und Natur wieder miteinander zu verknüpfen, die Distanz zwischen dem Entstehungsort des Produktes, seiner Zubereitung und seinem Verzehr also maximal zu minimieren. Und nicht zuletzt ist der gesellschaftliche Akt in Form des gemeinschaftlichen Erlebnisses unter freiem Himmel ein dritter Schlüssel zu Glück und Spaß – kaum etwas anderes schweißt ein Team mehr zusammen als gemeinsames Kochen und Essen in der Natur.

Wilde Küche an der Küste

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind immer mehr Menschen buchstäblich Feuer und Flamme für das naturnahe Kochen, das sie ins Freie und eben auch näher zueinander bringt. Einer, der ihnen diesen Wunsch auf seine Weise erfüllt, ist Martin Hagedorn. Der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer hat sich auf „Wilde Küche“ spezialisiert und krönt seine Naturtouren durch MV gern mit geselligen Mahlen am Feuer, bei denen auch schon mal zubereitet wird, was unterwegs an Essbarem gefunden wurde. In seiner Outdoor-Küche verarbeitet Hagedorn zum einen, was die Natur zu bieten hat: Früchte, Pilze, Wildkräuter, Wildbret oder frisch gefangenen Fisch. Zum anderen wartet er mit alten Koch- und Backmethoden auf, die unter freiem Himmel stattfinden können. Gekocht, gebacken und gebraten wird im Dutch Oven am offenen Feuer und gegrillt ganz ohne Grill. Was nicht erhitzt werden muss, wird zu Salaten, Dips, Quark und Desserts verarbeitet, und auch für Getränke stellt die Natur allerbeste Zutaten bereit: Kräuter für Tees, Holunder- oder Veilchenblüten für Sirup, Schlehen für Wein oder Likör etc. Weitere Informationen: www.naturreisen-mv.de/wilde-kraeuter-fruechte

Überleben in der Wildnis

Für Menschen, die sich generell intensiver mit ihrer Umwelt beschäftigen und in ihre Geheimnisse eintauchen wollen, gibt es in der Wildnisschule Seenland ein Team aus Wald-, Wildnis- und Umweltexperten, die sich der Natur zutiefst verbunden fühlen. Die sich auskennen mit Vogelsprache und Wahrnehmungsschulung. Mit Wildkräutern und ihrem Gebrauch. Mit „Naturmentoring“, wie es die Naturvölker dieser Erde praktizieren. Hier lernen insbesondere Kinder- und Jugendgruppen, wie man in der Wildnis lebt. Wie man überlebt in der freien Natur. Welche Pflanzen bei Mückenstichen helfen. Oder wie man ein Feuer ohne Streichhölzer macht. Womit wir wieder beim Thema Gemeinsamkeit beim Kochen und Essen wären und dem Prozess der damit verbundenen Teambildung – denn auch das gehört zum Wildnis-Überlebensprogramm. Weitere Informationen: www.wildnisschule-seenland.de

Räuchermahl am Stettiner Haff

„Ein Räucherfisch ist keine Bockwurst“, sagt Peter Döring und lacht. Recht hat der Mann. Und wer, wenn nicht er, sollte den Unterschied ganz genau kennen; ringt er doch schließlich jeden Tag dem Meer nichts weniger als seinen Lebensunterhalt in Form von Fisch ab. Barsche, Brassen, Aale, Hechte, Zander und sogar Lachse und Welse holt Döring mit seinen Reusen aus dem Flachwasser des Stettiner Haffs, das sich Vorpommern mit Polen teilt. Und damit alle etwas davon haben, feuert er jeden Freitag seinen Räucherofen an und lockt allein schon durch den Duft Einheimische und Urlaubsgäste magisch an. Zum gemeinsamen und fröhlichen Gastmahl am Wasser mit den goldgelben und ofenwarmen Köstlichkeiten. Und wenn Peter Döring dazu dann noch sein Saxophon auspackt – „wäre ich Musiker geworden, hätte ich heute keinen Hexenschuss“ – wird die Räucherbude im Riether Winkel ein paar Stunden lang für viele zum schönsten Ort auf der Welt.

Angeltour mit Abendmahl

Wer mit Enrico Richter und Lars Vormelker vom Hafen Zecherin ausläuft, hat Großes vor. Der hat Bilder im Kopf von riesigen Hechten, Zandern, Dorschen oder Lachsen. Der träumt von unvergesslichen Momenten, in denen er selbst einen solchen Kaventsmann aus den Fluten ziehen und stolz in die Kamera zeigen kann. Und mit den Profis stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht: Ob Hecht angeln im Bodden oder Lachstrolling vor Rügen, ob Zander fangen im Peenestrom oder Barsche im Strelasund, ob Hornfisch aufspüren vor der Insel Ruden oder Dorsche beim Wrackangeln – stets geben die Guides ihr Bestes, um ihre Gäste glücklich zu machen. Und das gilt auch für die Zeit nach den meist ausgedehnten Tagestouren, wenn die gemeinsam gefangene Beute auch gemeinsam zubereitet und selbstredend gemeinsam verspeist wird. Weitere Informationen: www.hafen-mzecherin.de;www.balticfishing.co

Kesselabend beim Förster

Im Waldhof Bruchmühle inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte ist es der Förster und Waldpädagoge Olaf Schwahn, der seinen Urlaubsgästen nicht nur diesen einzigartigen Lebensraum nahe bringt,  sondern sie gern auch zusammenführt: Zum wilden Grillabend mit Stockbrot. Zum Kesselabend am Lagerfeuer. Oder zur Kräuterwanderung mit anschließendem Suppe kochen. Aber auch auf diversen Bauern- oder Reiterhöfen, bei Landurlaub-Anbietern und Landurlaub-Hotels gehören darüber hinaus Outdoor-Cooking-Abende zum regelmäßigen Veranstaltungsprogramm. Weitere Informationen: www.bauerlange.de;www.bernsteinreiter.de; www.waldhof-bruchmuehle.dewww.wasserburg-liepen.de

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Feature: Fährtenlesen ist wie Tanzen

Mecklenburg-Vorpommerns ausgedehnte Wald- und Seenlandschaften sind ideales Terrain für Survival-Training und Naturcamps. Für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen

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Eines der Dinge, die man in der Wildnisschule Seenland lernt: Feuer machen. Foto: Wildnisschule Seenland

Buchfink, Pirol und Mönchgrasmücke statt Wecker. Bei Vater Peter klappt das prima, Sohn Jonas braucht einen Extrastups – er würde gern weiterschlafen, tief eingemummelt in den kuschligen Schlafsack. Doch der Tag startet früh im Vater-Sohn-Wildnis-Camp im Herz der Mecklenburgischen Seenplatte. Noch vor dem Frühstück paddeln sie raus auf den See – der frühe Vogel fängt den Wurm. Und frühe Vögel singen zu hören, ihre Stimmen unterscheiden zu lernen und die gefiederten Sänger im Idealfall sogar zu sehen – das ist eines der Naturerlebnisse für die Kanuten-Doppel aus Männern und ihren Jungs. Später zum Frühstück gibt es Grött – das ist schnöder Haferschleim, aber allemal besser als Würmer oder Fliegen. Jedes Jahr zu Himmelfahrt öffnet Wieland Woesler in seiner „Wildnisschule Seenland“ das Vater-Sohn-Abenteuercamp. Vier Tage gemeinsame Zeit an einem einsamen See, mit Tipi, Zelten und Feuerstelle. Vier Tage einfaches Leben mit Rauchgeruch, dreckigen Fingernägeln und einem Wasserkocher namens Vulkan. Vier Tage, in denen sie Seeadler jagen sehen und Füchse durch den Wald streifen. Vier Tage, in denen Vater und Kind im doppelten Sinn in einem Boot sitzen. Vier Tage Nähe, Austausch, Abenteuer und Spaß. Vier Tage, in denen die Zeit anders tickt. Und genau das soll sie auch: „Wir wollen ein Stück Zeitlosigkeit schaffen“,  betont Woesler. „Kein Telefon, nicht mal Uhren – das ist doch der wahre Luxus heutzutage.“ Für Menschen, die sich intensiver mit ihrer Umwelt beschäftigen und in ihre Geheimnisse eintauchen wollen, haben Woesler und sein Team aus Wald-, Wildnis- und UmweltpädagogInnen aber noch sehr viel mehr in petto. Denn allesamt sind sie Experten, die sich der Natur zutiefst verbunden fühlen. Die sich auskennen mit Vogelsprache und Wahrnehmungsschulung. Mit Wildkräutern und ihrem Gebrauch. Mit „Naturmentoring“, wie es die Naturvölker dieser Erde praktizieren. Zum Beispiel Fährten lesen. Dieses sei wie Tanzen oder ein Gespräch mit dem Großen Gott – so sagen es die Buschleute der Kalahari, immerhin die besten Spurenleser der Welt.

Wie also lebt man in der Wildnis? Wie überlebt man in der freien Natur? Wie kann man im Winter ohne Schlafsack draußen schlafen und es trotzdem warm und bequem haben? Welche Pflanzen helfen bei Mückenstichen und kleinen Schnitten? Welcher Vogel begrüßt als erster den neuen Tag? Was passiert, wenn man sich zeitlos und ohne Zielvorgabe durch die Natur treiben lässt und einfach seiner Intuition folgt? Fragen über Fragen, auf die es in den Camps für Kinder und Schulklassen jede Menge schlaue Antworten, präzise Anleitungen und spannende Aufgaben gibt. In den Bussard-Camps etwa, die zu jeder Jahreszeit in den Schulferien stattfinden, verbringen Kinder eine Woche jeweils von morgens bis abends im Wald. Angeleitet von Wildnispädagogen gehen sie auf die Suche nach Tierspuren, Federn und Abenteuern, töpfern mit Lehm, bauen aus Ästen Wege über Bäche, flechten Seile aus Pflanzen, machen Feuer ohne Streichhölzer. In den Waldkauz-Camps können sie darüber hinaus übernachten, auf Wunsch sogar in ihren selbst gebauten natürlichen Schutzbehausungen. Hier lernen sie in der Gemeinschaft, die Natur mit allen Sinnen zu begreifen. Sie spüren Wärme, Kälte, Regen. Sie laufen barfuß über Waldboden. Sie schleichen wie alte Scouts leise und unsichtbar durchs Unterholz. Sie suchen, erkennen und verfolgen Tierspuren. Sie identifizieren essbare und giftige Pflanzen. Sie finden einen Pfad mit verbundenen Augen. Sie beobachten die Sterne. Sie schlafen im Freien. All das schärft die Sinneswahrnehmung und schult auf natürliche Weise Motorik und Konzentration. In den Camps lernen die Kinder Pflanzen und Tiere mit ihren Eigenarten und Lebensgewohnheiten kennen und sich in andere Wesen einzufühlen. Sie üben sich in alten Handwerkstechniken: Pfeil und Bogen konstruieren. Salben aus Kräutern kochen. Körbe flechten. Feuersteine bearbeiten. Löffel und Schalen mit Glut aus Holz ausbrennen. Und ganz nebenbei lernen sie Teamarbeit, Kommunikation, Dankbarkeit, Geduld sowie Respekt vor anderen und vor der Natur. O-Ton Woesler: „Bei uns sollen und können sie Fähigkeiten erwerben, die ihnen ein Leben lang von Nutzen sind.“

Aber auch das Trainingsprogramm für Erwachsene ist durchaus umfangreich und anspruchsvoll. Weiterbildungskurse in Wildnispädagogik beschäftigen sich unter anderem mit dem Spuren- und Fährtenlesen. Ganz im Sinne der großen Vorbilder aus Afrika, die tief in die Seelen der Tiere eintauchen, die sie verfolgen. Beim Kurs „Respektvolle Jagd“ wiederum wird das uralte Handwerk der Jagd mit allen seinen Facetten gelehrt. Kombiniert mit aktuellen Erkenntnissen aus Wildbiologie, Ökologie und Tierschutz. Die Pilgerreise „Hin und weg“ und die Kanutour „Wassernomaden“, beide in der Seenplatte, sind weitere Spezialangebote der Wildnisschule. Überlebenstechniken gehören auch zu den zentralen Säulen im Programm von TrEWoNa – das steht für „TrainingsErlebnisWochen in der Natur“. Unter diesem Motto verbinden der Rostocker Kung Fu- und Qigong-Lehrer Felix Fechner, der Tanzpädagoge Eric Steinbacher und die Wildnis-Expertinnen Susanne Bartsch und Eva Klinke Kampftechniken und Tanz mit Survival, Erlebnispädagogik und Naturwahrnehmung. Jeweils eine Woche lang für Teilnehmer aller Altersklassen und Fähigkeiten. Ein Konzept, das bestens ankommt: Durch tägliche Übung von Kung Fu-Techniken und Tanzstilen des Hip Hop wie Popping, Locking und Breakdance werden Körperbeherrschung und Rhythmus trainiert, Kreativität und Disziplin gefördert sowie geistige und körperliche Flexibilität gesteigert. Das alles hilft auch im Survival-Training, wo es ums (Über)Leben in und mit der Natur geht: Feuer machen, Nahrung finden, Wasser aufbereiten, Werkzeuge herstellen, Unterschlupf bauen, Anschleichen, Wetterkunde und vieles andere mehr. Großen Wert legt darüber hinaus auch das TrEWoNa-Team auf Erlebnispädagogik – dazu gehören gemeinsame Touren, Geländespiele, Nachtaktionen – und Naturwahrnehmung: Training auf weiten Wiesen, Schleichen durchs Unterholz, Beobachten von Tieren, Sitzen am Lagerfeuer, Schlafen unterm Sternenhimmel. Der gewünschte Effekt: Fernab von Xbox, Computer & Co. macht die bewusste und gezielte Nähe zur Natur Menschen ausgeglichener, entspannter und oft auch richtig glücklich.

Weitere Informationen und Anbieter:

www.wildnisschule-seenland.de
https://trewona.wordpress.com
www.jagdschule-gutgrambow.de/event/survival-basiswissen-fuer-die-ganze-familie/
www.auf-nach-mv.de

Neu: Geführte Pilgerwanderung durch die Mecklenburgische Seenplatte

Wildnisschule Seenland begleitet Gäste auf dem Weg zur inneren Einkehr

Auf dem Mecklenburgischen Pilgerweg, Foto: Wildnisschule Seenland(PM/TMV 26.4.2013) – „Hin und Weg“ heißt das neue Angebot der Wildnisschule Seenland, einem Veranstalter für Naturerlebnisangebote in der Mecklenburgischen Seenplatte. Es richtet sich an Menschen, die schon immer mal pilgern wollten und dieses gern in Begleitung machen würden. Gepilgert wird auf dem Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte, der 2011 eröffnet wurde und auf 250 Kilometern durch das landschaftlich reizvolle Gebiet der Seenplatte führt, vorbei an Seen, Wiesen und Wäldern. Fischadler und Eisvögel sind hier beheimatet und können mit etwas Glück beobachtet werden. Zwei Wildnispädagogen begleiten die Gruppe auf einen Teilabschnitt des Pilgerweges von etwa 80 Kilometern Länge. Die Tagesetappen schwanken zwischen 15 und 20 Kilometern. Übernachtet wird auf Campingplätzen, darunter auf dem Naturcampingplatz C 24 am Labussee oder auf dem „NaturCamping“ am Ellenbogensee. Die Tour startet im brandenburgischen Fürstenberg/Havel und führt dann auf einsamen Wegen über Wustrow und Seewalde bis nach Mirow. „Einen therapeutischen Ansatz verfolgt das Angebot nicht und es sind auch keine sportlichen Höchstleistungen gefragt“, sagt Veranstalter Wieland Woesler. Vielmehr ginge es darum, zu inneren Ruhe zu finden, sich mit Menschen unterhalten zu können, wenn man es denn möchte oder einfach die Gemeinschaft beim abendlichen Kochen am Feuer vor dem Tipi zu genießen. Buchbar ist Angebot „Hin und Weg“, das auch den Gepäcktransport einschließt, vom 31. August bis zum 6. September für 350 Euro pro Person unter der Rufnummer 03 98 27 79 99 80. Hinzu kommen 145 Euro für Übernachtung inklusive Vollpension. Weitere Informationen: www.wildnisschule-seenland, www.mecklenburgische-seenplatte.de