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Qualifizierungsrichtlinie tritt in Kraft

Qualifizierungspaket geschnürt – erstmals unternehmensspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung – Investition braucht Qualifikation

Werft, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

28.11.2017 – Am ersten Dezember tritt die Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) in Kraft. „Die Wirtschaft ist im Wandel. Die Anforderungen wachsen, Spezialisierung und Qualifizierung für Beschäftigte wird gebraucht. Immer mehr Innovationen halten Einzug in die Produktionsabläufe. Gerade auch bei der fortschreitenden Digitalisierung werden mehr und vor allem andere Kompetenzen als bisher notwendig. Hier müssen wir mithalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb wollen wir mit einem neuen Förderprogramm neben den bisher schon bewährten Bildungsschecks erstmals auch Qualifizierungsprojekte von Unternehmen direkt fördern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag. Die Richtlinie ist am Montag (27. November) im Amtsblatt veröffentlicht worden.

Erstmals unternehmensspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung

Wenn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen, können sie mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. Die Höchstförderung kann bis zu 100.000 Euro pro Förderfall betragen. „Mir ist wichtig, den gesamten Prozess der Qualifizierung in den Firmen zu begleiten. Diese Förderung unterstützt die Unternehmen umfassend sowohl bei ihrer individuellen Personal- und Qualifizierungsplanung als auch bei der bedarfsgerecht gestalteten, berufsbegleitenden Weiterbildung ihrer Mitarbeiter“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe weiter. „Denn Fachkräftesicherung heißt nicht nur Arbeitnehmer von außen zu gewinnen, sondern das eigene Stammpersonal genauso im Blick zu haben. Das ist auch ein Beitrag dafür, die Betriebe konsequent beim technischen Wandel zu unterstützen.“

Berufliche Weiterbildung durch Bildungsschecks

Die Förderung durch Bildungsschecks steht auch künftig Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Gefördert wird die Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten durch Maßnahmen, die es ermöglichen, Kompetenzen und Qualifikationen im Unternehmenskontext zu erhalten, zu erweitern oder zu erwerben. „Bei der Qualifizierung von Mitarbeitern wird die Teilnahme sowohl an branchenübergreifenden als auch branchenspezifischen Weiterbildungen unterstützt. Mit dem neuen Förderprogramm können sich Unternehmen noch besser auf den vollziehenden technologischen Wandel einstellen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Die Förderung erfolgt in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben oder in Höhe von bis zu 75 Prozent als De-minimis Förderung. Für Qualifizierungen mit qualifizierter Teilnahmebescheinigung ist die Zuwendung auf höchstens 500 Euro je Bildungsscheck und Qualifizierungsmaßnahme begrenzt. Bei abschlussorientierten Qualifizierungen ist die Zuwendung auf höchstens 3.000 Euro begrenzt.

Investition braucht Qualifikation

Bedarf für Qualifizierung besteht aktuell vor allem im maritimen Bereich. Die als neue Werftengruppe entstandenen „MV Werften“ sollen in den nächsten 10 Jahren hauptsächlich Kreuzfahrtschiffe für die Reedereien der Genting Gruppe bauen. Das Bauprogramm für die nächsten fünf Jahre hat einen Auftragswert von rund 3,5 Milliarden Euro. Hiermit verbunden sind umfangreiche Neuinvestitionen von über 200 Millionen Euro. Neben Genting haben aber auch die anderen Werften im Land gute Auftrags- und Beschäftigungslagen. Auf der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun Werft wird in eine neue Schiffbauhalle für den Bau großer Maschinenraummodule investiert. „Um die anstehenden Investitionen erfolgreich umzusetzen, ist auch Qualifikation gefragt“, so Wirtschaftsminister Glawe. Gesucht werden im Land auch Fachkräfte beispielsweise in Bereichen wie Metallbau, Metallbearbeitung und Schweißtechnik sowie Elektrotechnik. Darüber hinaus steht aber auch das verarbeitende Gewerbe insgesamt unter erheblichem Anpassungsdruck unter anderem im Rahmen der mit Wirtschaft 4.0 beschriebenen Digitalisierung in den Unternehmen.

Anträge einreichen

Die Anträge sind vor Beginn der Maßnahme bei der GSA – Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH, Schulstraße 1 – 3, 19055 Schwerin, einzureichen. Die Antragsunterlagen sind bei der GSA erhältlich oder können im Internet unter www.gsa-schwerin.de abgerufen werden.

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Kooperationsverbund MAZA initiiert „Regionales Innovationscluster Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau“ in Rostock

Die maritimen Zulieferer stehen vor großen Anstrengungen – Netzwerk soll helfen

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

19.10.2017 – Der Kooperationsverbund MAZA M-V e.V., ein Verbund mittelständischer und kleinerer Ingenieur-, Bildungs- sowie Zuliefer-, Ausrüstungs- und Dienstleistungsunternehmen mit schiffbaurelevanten Industrieleistungen, begleitet seine Mitgliedsunternehmen bei der Bewältigung des Strukturwandels in der maritimen Industrie Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel dabei ist die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Jetzt plant der Verein, seine Aktivitäten inhaltlich neu zu justieren. „Die maritimen Zulieferer stehen vor großen Anstrengungen. Dabei kann die Initiative zur Weiterentwicklung des Kooperationsverbundes MAZA zu einem `Regionalen Innovationscluster Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau´ Hilfe und Unterstützung sein. Für die beteiligten Unternehmen bietet sich die Chance, ihr Innovations- und Leistungspotenzial zu erhöhen. Das wird zu einer weiteren Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und beschäftigungsseitigen Stabilität beitragen. Deshalb unterstützten wir die an aktuelle Erfordernisse angepasste Neuausrichtung von MAZA“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph auf der MAZA-Mitgliederversammlung am Donnerstag in Rostock. Staatssekretär Rudolph übergab vor Ort einen Fördermittelbescheid an das Regionale Innovationscluster.

Forschung, Entwicklung und Innovation ist Schlüsselfunktion der maritimen Industrie

Ziel des Regionalen Innovationsclusters soll es sein, in Zusammenarbeit der Zulieferer und Dienstleister mit den Werften des Landes sowie den Einrichtungen aus der maritimen Wissenschaft und Forschung eine Verbesserung der Energieeffizienz, des Klima- und Umweltschutzes und der Sicherheit bei den Schiffbauprojekten zu erreichen. Zugleich ist vorgesehen, dass durch die Entwicklung innovativer Fertigungstechnologien und -verfahren die Produktivität der Fertigungsprozesse gesteigert wird. „Für die maritime Industrie mit ihren innovativen, hochkomplexen und an den individuellen Wünschen der Kunden ausgerichteten Projekten nehmen maritime Forschung, Entwicklung und Innovation eine Schlüsselfunktion ein. Von großer Bedeutung sind dabei Lösungsansätze im Rahmen zukunftsrelevanter Verbundprojekte. Wenn die Unternehmen stetig in Innovationen investieren, ergeben sich für die maritimen Zulieferer und Dienstleister neue Perspektiven und Möglichkeiten, die auch international wahrgenommen werden“, sagte Rudolph. Verbundforschungsprojekte sind gemeinsame Vorhaben von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die zum Ziel haben, international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. In der europäischen Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovationen (FuEI) in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 168 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das „Regionale Innovationscluster (RIC) Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau“ wird vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für die Jahre 2018 bis 2020 in Höhe von 240.000 Euro unterstützt. Die Gesamtinvestitionen betragen 480.000 Euro.

Informationen zum „Kooperationsverbund MAZA M-V e.V.“

Dem Netzwerk gehören in Mecklenburg-Vorpommern 32 überwiegend schiffbauorientierte Unternehmen und Einrichtungen aus der maritimen Industrie an, die nach eigenen Angaben 1.850 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz in Höhe von rund 350 Millionen Euro (2017) erwirtschafteten.

Maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie mit den Bereichen Schiffs- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro eine Schlüsselstellung ein. Zum Schiffs- und Bootsbau im Land zählen rund 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen, den MV WERFTEN an den Standorten Wismar, Rostock-Warnemünde sowie Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der TAMSEN MARITIM in Rostock, sind gegenwärtig rund 2.300 Mitarbeiter und etwa 280 Auszubildende beschäftigt.

Spatenstich für Neubau einer Schiffbauhalle in Rostock-Warnemünde

Start für umfangreiches Investitionsprogramm – auch Werften-Standorte in Stralsund und Wismar profitieren

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

9.8.2017 – Am Mittwoch ist in Rostock-Warnemünde der erste Spatenstich für den Neubau einer Schiffbauhalle der MV WERFTEN gesetzt worden. „Mit dem Spatenstich setzt MV WERFTEN ein umfangreiches Investitionsprogramm für ihre drei Standorte im Land um. Neben Rostock-Warnemünde werden auch die Standorte in Stralsund und Wismarvon den Erweiterungen profitieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

MV WERFTEN plant Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro am Standort Rostock-Warnemünde

MV WERFTEN plant unter anderem, Flusskreuzfahrtschiffe (die sogenannte „Rhine-Class“ mit einer Länge von 135 Metern) sowie ab dem Jahr 2018 „Global Class“-Kreuzfahrtschiffe (Länge 340 Meter) in Wismar zu fertigen. Für die Megaliner der „Global Class“ sollen am Unternehmensstandort Rostock-Warnemünde die Laserpaneelschweißanlage zur Dünnblechverarbeitung, die Anlagen für den Sektionsbau und die Sektionsausrüstung untergebracht werden. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben insgesamt über 100 Millionen Euro am Standort Rostock, davon rund 80 Millionen Euro für den neuen Hallenkomplex. In dem 21.000 Quadratmeter großen Neubau werden Schweiß- und Fertigungsroboter Stahlteile für die neuen Schiffe fertigen. „Die Produktion soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Sommer nächsten Jahres beginnen. Dann geht es mit Hochdruck an die Fertigung von Großsektionen für die 342 Meter langen ´Global Class´-Schiffe. Das sind gute Aussichten für die gesamte maritime Industrie im Land“, sagte Glawe.

Maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie mit den Bereichen Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro eine Schlüsselstellung ein. Zum Schiffs- und Bootsbau im Land zählen rund 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen, den MV WERFTEN an den Standorten Wismar, Rostock-Warnemünde sowie Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock, sind gegenwärtig rund 2.200 Mitarbeiter und etwa 180 Auszubildende beschäftigt.

Qualifizierungsoffensive im maritimen Bereich: Start eines neuen Förderprogramms für Unternehmen

Kompetenzen und Qualität in den Unternehmen sichern 

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

22.3.2017 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Arbeitgeberverband Nordmetall den Startschuss für eine Qualifizierungsoffensive für Beschäftigte im maritimen Bereich gegeben. Eine Grundlage hierfür bildet die neue Qualifizierungsrichtlinie des Wirtschaftsministeriums. „Fachkräftesicherung und auch Fachkräftegewinnung sind für Unternehmen im Land eine Herausforderung geworden. Die Ansprüche und Anforderungen an die verschiedenen Berufe werden höher. Spezialisierungen sind in vielen Bereichen nötig. Deshalb ist es wichtig, berufliche Kompetenzen und die Qualität weiter auszubauen. Das Wissen und der Erfahrungsschatz der Mitarbeiter sind Goldstaub für unsere Unternehmen. Sie sichern die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und den Fortbestand der Unternehmen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin.

Fachkräfte werden gesucht – Qualifizierung nötig

„Wir starten mit der Qualifizierungsoffensive im maritimen Bereich – also bei den Werften und den Zulieferern, denn hier ist durch die Übernahme der Werftstandorte durch die Genting Group die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal gestiegen“, so Glawe. „Aber uns liegen die Sicherung und Schaffung von industriellen Arbeitsplätzen generell besonders am Herzen. Deshalb wollen wir mit einem neuen Förderprogramm das gesamte verarbeitende Gewerbe und Teile des Handwerks unterstützen“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Gesucht werden Fachkräfte beispielsweise im Bereich der Metallbearbeitung, Metallbau und Schweißtechnik sowie Elektrotechnik.

Berufsbegleitende Qualifizierung auf neue Füße gestellt

Mit dem neuen Förderprogramm zur berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) können erstmalig Qualifizierungsprojekte von Unternehmen mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. „Wir stellen die berufsbegleitende Qualifizierung auf neue Füße und unterstützen den gesamten Prozess der Qualifizierung: Bedarfsfeststellung, Kompetenzanalyse und Qualifizierungsmaßnahmen“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe weiter. Diese Förderung unterstützt die Unternehmen insofern umfassend sowohl bei ihrer individuellen Personal- und Qualifizierungsplanung als auch bei der bedarfsgerecht gestalteten, berufsbegleitenden Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Denn Fachkräftesicherung heißt nicht nur Arbeitnehmer von außen zu gewinnen, sondern das eigene Personal genauso im Blick zu haben. Das ist auch ein Beitrag dafür, die Betriebe konsequent beim technischen Wandel zu unterstützen.“

Vorhandene Förderung wird angepasst

Die bereits bislang erfolgreiche Förderung durch „Bildungsschecks“ steht auch künftig Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Sie hat sich bei der Qualifizierung von Mitarbeitern bewährt und fördert die Teilnahme an branchenübergreifenden und branchenspezifischen Weiterbildungen. Als ein Ergebnis der Gespräche mit den Sozialpartnern wird es künftig möglich sein, den Kreis der förderfähigen Weiterbildungsdienstleister, die von den Unternehmen in Anspruch genommen werden können, erheblich zu erweitern. „Das neue Förderprogramm bietet somit eine effektive Hilfe, sich an den sich vollziehenden Wandel anzupassen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Minister Glawe. Die Förderung soll aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) erfolgen. Bewilligungsbehörde ist die GSA Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung. Das Förderprogramm soll bis zum Sommer in Kraft treten.

Qualifizierungsoffensive im maritimen Bereich

Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch erklärt dazu: „Die positive Entwicklung der MV-Werften bedeutet eine Mega-Chance für unser Land, in der maritimen Branche – aber nicht nur dort – einen großen Schritt nach vorne zu machen. Wir erhoffen uns einen industriellen Schwung, der dauerhaft zu höherem Wohlstand und mehr sozialer Sicherheit führt.“ Qualifizierung sei aber nicht nur ein Thema für die Werften und ihre Zulieferer; auch in anderen Branchen seien Fachkräfte rar. „Wir danken daher dem Wirtschaftsminister, dass er die Richtlinie auf das gesamte verarbeitende Gewerbe und Teile des Handwerks ausgedehnt hat und damit den Startschuss für eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive gibt“, sagte Lambusch, der auch Präsident der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern ist. „Künftig unterstützt das Land Unternehmen und Beschäftigte darin, sich auf neue Produkt- und Prozessanforderungen einzustellen. Das ist ein richtiges Signal zur richtigen Zeit.“

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, unterstrich: „Die Debatte über Konzepte der Fachkräftesicherung in der maritimen Wirtschaft bietet die Chance, das Thema Qualifizierung noch intensiver mit dem Gedanken der Prävention zu verbinden. Unser Programm WeGebAU* ist dabei – im Rahmen einer präventiven Arbeitsmarktpolitik – ein zentraler ‚Baustein‘ für kleine und mittlere Unternehmen der Zuliefererbranche. Denn die Weiterbildung von gering qualifizierten und älteren Beschäftigten schützt diese vor Arbeitslosigkeit und dient gleichzeitig der betrieblichen Fachkräftesicherung.“ Sie betonte darüber hinaus: „Es stehen ausreichend Mittel zur Verfügung. Ich möchte daher an die Betriebe der maritimen Wirtschaft appellieren: Lassen Sie sich von den Beraterinnen und Beratern der gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der regionalen Arbeitsagenturen und Jobcenter informieren. Sie sind gerne bereit, Ihnen die Fördermöglichkeiten zu erläutern.“*(Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen bis 249 Mitarbeiter)

Unterstützung auch bei der Ersteinstellung von Hochschulabsolventen mit technischen Fachrichtungen

Ergänzend wird das Wirtschaftsministerium zudem für kleine und mittlere Betriebe des verarbeitenden Gewerbes eine Unterstützung bei der Einstellung von Hochschulabsolventen mit technischem Hochschulabschluss anbieten. „Die Maßnahme dient dem Ausbau der Kapazitäten im ingenieurtechnischen und IT-Bereich der Unternehmen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Fachkompetenz von kleinen und mittelständischen Betrieben durch die Entwicklung marktfähiger Produkte zu erhalten und weiter auszubauen. Zusätzliche Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationstätigkeiten können in den Unternehmen voran gebracht werden“, betonte Wirtschaftsminister Glawe weiter. Für den zukünftigen Arbeitnehmer muss es sich um eine Ersteinstellung handeln oder der Hochschulabschluss darf nicht länger als drei Jahre zurückliegen. Darüber hinaus muss es sich bei der geförderten Personalstelle um ein zusätzliches (zu dem bereits vorhandenen Personal mit technischem Hochschulabschluss), unbefristetes Beschäftigungsverhältnis handeln, das tarifgleich vergütet wird. Die Höhe des Zuschusses beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Der mögliche Zuschuss wird in den ersten 12 Monaten auf maximal 30.000 Euro und in den folgenden 12 Monaten auf maximal 15.000 Euro je geschaffenem Arbeitsplatz begrenzt. Die Förderhöchstdauer beträgt 24 Monate. Die Förderung erfolgt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Richtlinie soll voraussichtlich ebenfalls im Sommer veröffentlicht werden. Anträge können nach der Veröffentlichung beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern eingereicht werden.

 

Thema im Landtag in MV – Fachkräftemangel

Chancen auf einen Arbeitsplatz intensiv nutzen

26.1.2017 – Das Thema Fachkräftemangel ist am Donnerstag im Landtag debattiert worden. „Mecklenburg-Vorpommern kommt sowohl wirtschaftlich als auch auf dem Arbeitsmarkt weiter voran. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt. Allerdings muss noch mehr in die Köpfe, dass es in unserem Land mehr Chancen auf einen Arbeitsplatz vor Ort gibt. Neben der Gewinnung von Arbeitskräften geht es auch darum, vorhandene Mitarbeiter in Unternehmen zu halten. Hierzu zählen auch attraktive Arbeitsplätze mit fairen Löhnen. Viele Unternehmen haben dies bereits erkannt. Ein weiterer wichtiger Baustein ist dabei, Beschäftigte durch Qualifizierung und Fortbildung an die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen heranzuführen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin.

Qualifizierungsoffensive starten

Wirtschaftsminister Glawe erläuterte, dass er eine Qualifizierungsoffensive starten will. Das gilt beispielsweise für den Bereich der Werften und der maritimen Zulieferindustrie. „Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist im maritimen Bereich groß, darüber hinaus besteht für die vorhandenen Arbeitskräfte ein erheblicher Qualifizierungsbedarf. An einem entsprechenden Programm wird intensiv gearbeitet“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe weiter.

Sicherung und Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze

„Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Als Beispiel nannte er den Bereich der gewerblichen Wirtschaft. Hier gibt es bereits ein Bonus- bzw. Malus-System im Rahmen der Förderung von Unternehmensinvestitionen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Erfolgt bei den geschaffenen oder gesicherten Arbeitsplätzen eine geringere als eine tarifliche Vergütung, wird ein Abzug von fünf Prozentpunkten vom Fördersatz vorgenommen.

Weiche Standortfaktoren betonen

Bei Unternehmensansiedlungen spielt auch die Verfügbarkeit von Arbeits- und Fachkräften eine zunehmende Rolle. „Das kann durch eine verstärkte Werbung für den Arbeits- und Lebensstandort Mecklenburg-Vorpommern wie beispielsweise durch die Fachkräftekampagne ´Durchstarten in MV´ des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern gelingen. Es ist wichtig, frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen“, so Wirtschaftsminister Glawe. Wichtig sei es auch, weiche Standortfaktoren stärker zu betonen. „Das Idealbild eines attraktiven Wirtschaftsstandortes ist geprägt durch eine wirtschaftsfreundliche Infrastruktur. Hierzu gehört auch eine zeitgemäße und qualitativ hochwertige Betreuung aller Kinder sowie eine sehr gute Wohn- und Lebensqualität“, sagte Glawe. „Eine vorhandene Kita und eine Schule sind auch immer Standortwerbung und auch ein Standortvorteil, sich zum Leben und Arbeiten in einer bestimmten Region zu entscheiden.“

Fachkräftesicherung im Handwerk

Das Thema Fachkräftesicherung spielt auch im Handwerk als eine der tragenden Säulen unserer Wirtschaft eine große Rolle. Ein Beitrag ist das im Jahr 2016 vom Wirtschaftsministerium erstmals ausgereichte „Meister-Extra“ und der „Meister-Dank“. Mit dem „Meister-Extra“ soll das persönliche Engagement für die Meisterqualifikation anerkannt werden. Der „Meister-Dank“ würdigt Meister des Handwerks und der Industrie, die herausragende und beispielgebende Leistungen erbracht haben. Das „Meister-Extra“ wird auf 2.000 Euro verdoppelt. Die besten 50 Meister profitieren sogar von einem „Meister-Dank“ in Höhe von 5.000 Euro. Und wenn ein Meister erstmalig eine Existenz durch Übernahme eines Unternehmens gründet, dann kann er auch weiterhin mit der sogenannten Meisterprämie einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro erhalten.

Unterstützung durch das Fachkräftebündnis – Aufgabe: Rahmenbedingungen weiter verbessern

Zusammen mit Kammern und Sozialpartnern wird im Fachkräftebündnis vieles getan, um die Rahmenbedingungen der Fachkräftesicherung weiter zu verbessern. Hierzu zählen unter anderem: ein verbessertes Angebot an Kitas, Vorhaben der Stärkung des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Verbesserung der Qualität der schulischen und berufsschulischen Ausbildung. Das Wirtschaftsministerium unterstützt den Aufbau von wissensbasierten Arbeitsplätzen u.a. durch eine aktive Technologiepolitik. „Die Stärkung des Ausbaus betrieblicher wissensbasierter Arbeitsplätze im Rahmen der Investitions- und Technologie- und Wagniskapitalförderung, die Stärkung der Existenzgründungsberatung und -förderung sowie die Stärkung des Gründergeschehens sind Aufgaben, die wir gemeinsam zu bewältigen haben. Das Wirtschaftsministerium verbessert die dafür notwendigen Rahmenbedingungen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe im Landtag.

MV WERFTEN unterzeichnet Designverträge für „Endeavor”-Schiffe

Neue Ära im Schiffbau wird mit MV WERFTEN eingeläutet

Signing Endeavor (v. l. n. r.): Guido Schulte (MV WERFTEN), Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe, Jarmo Laakso (MV WERFTEN) und Markus Aarnio (Foreship) bei der Vertragsunterzeichnung - © MV WERFTEN26.8.2016 – MV WERFTEN hat heute in Stralsund mit dem Schiffbauengineering-Unternehmen Foreship einen Designvertrag für die Schiffe der „Endeavor“-Klasse unterschrieben. Die Absichtserklärung, der sogenannte „Letter of Intent“, umfasst Teile des Basic Designs sowie verschiedene Projektmanagementleistungen. Die 20.000 BRZ (Bruttoraumzahl) großen Expeditionsyachten werden ab Ende 2017 bei MV WERFTEN in Stralsund gebaut und ab Frühjahr 2019 an die US-amerikanische Luxusreederei Crystal Cruises abgeliefert. „Eine neue Ära im Schiffbau wird mit MV WERFTEN eingeläutet. Das ist ein wichtiger Tag für die Werften im Land. MV WERFTEN legt ein äußerst ambitioniertes und beeindruckendes Investitionsprogramm vor, wofür wir der Genting-Gruppe ausdrücklich danken. Im Ergebnis werden so hunderte Arbeitsplätze gesichert und auch entstehen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe während der Unterzeichnung in Stralsund. „Mit dem wachsenden Engagement der Genting-Gruppe wird der maritime Standort Mecklenburg-Vorpommern deutlich gestärkt und auch ausgebaut. Wir freuen uns über das sich abzeichnende langfristige Engagement bei uns im Land“. „Wir sind stolz, diese Serie weltweit einzigartiger Expeditionsyachten bei MV WERFTEN zu bauen”, sagt Jarmo Laakso, Geschäftsführer von MV WERFTEN. „Wir haben unsere eigenen Mitarbeiter und andere Partner bereits voll in das ‚Endeavor‘-Projekt eingebunden. Foreship hat sich im Design von Kreuzfahrtschiffen bereits mehrfach als kompetenter Partner erwiesen und wird eine gute zusätzliche Unterstützung für unsere eigenen Arbeitskräfte sein.”

Foreship ist eines der weltweit führenden Ingenieur- und Designbüros im Kreuzfahrtschiffbau. Das Unternehmen war u. a. am Design der „Mein Schiff 3“ und „Mein Schiff 4“ für TUI Cruises, der „Quantum of the Seas” für Royal Caribbean und der „Norwegian Breakaway” für Norwegian Cruise Line beteiligt. Mit rund 160 Metern Länge und 23 Metern Breite werden die Schiffe der „Endeavor”-Klasse die größten und geräumigsten Expeditionsyachten der Welt sein. Sie sind mit Eisklasse PC6 ausgestattet und für den Einsatz in der Arktis, Antarktis und in den Tropen konzipiert. Bis zu 200 Passagiere werden in den 100 exklusiven Suiten an Bord untergebracht. Bereits vergangene Woche wurden in Wismar Verträge mit Architekten über die Inneneinrichtung der „Endeavor“-Schiffe geschlossen: Am18. August unterzeichneten Crystal Cruises und die Architekturbüros Tillberg Design, AD Associates und Kudos Dsign Vereinbarungen zum Interior Design der Schiffe. Des Weiteren wurden Designverträge der „Global Class“-Schiffe für Star Cruises mit Tillberg Design, SMC and Kudos Dsign unterschrieben. Die 201,000 GT großen Kreuzfahrtschiffe werden über 340 Meter lang, 45 Meter breit und hinsichtlich der Passagierzahl die größten jemals in Deutschland gebauten Passagierschiffe sein. Baubeginn für das erste Schiff der „Global“-Serie ist Ende 2017, Ablieferung 2020. Im Auftragsbuch von MV WERFTEN stehen für die nächsten fünf Jahre insgesamt zehn Schiffe. Die Werftengruppe verstärkt sich daher weiterhin an allen drei Standorten und stellt vor allem in den Bereichen Projektmanagement, Design, Planung, Einkauf und Fertigung ein.

Über MV Werften

Die drei Werften in Wismar, Rostock und Stralsund gehören zu den größten und modernsten Schiffbaubetrieben Europas. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Wismar verfügt an allen Standorten über direkten Ostseezugang, wetterunabhängige Fertigungsanlagen sowie eine effiziente Logistikinfrastruktur – und vereint so innovative High-Tech-Produktion mit umfassender Schiffbau-Expertise. In ihrer jeweils 70-jährigen Geschichte haben die Werften insgesamt rund 2.500 Schiffsneubauten konstruiert, gefertigt und ausgerüstet, darunter Kreuzfahrtschiffe für AIDA, RoPax-Fähren für Stena Line und Flusskreuzfahrtschiffe für Premicon. Heute hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung und den Bau von luxuriösen Kreuzfahrt-, Flusskreuzfahrtschiffen und Megayachten spezialisiert. MV WERFTEN investiert kontinuierlich in neue Technologien, Anlagen und Mitarbeiterqualifizierung, um eine ausgezeichnete Qualität „made in MV“ zu gewährleisten.

BildunterschriftSigning Endeavor (v. l. n. r.): Guido Schulte (MV WERFTEN), Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe, Jarmo Laakso (MV WERFTEN) und Markus Aarnio (Foreship) bei der Vertragsunterzeichnung – © MV WERFTEN

Sellering und Glawe sehen Stärkung des Schiffbaustandortes MV

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

Ministerpräsident Erwin Sellering und der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe haben die Ankündigungen der Genting-Gruppe zur Zukunft der Werften in Wismar, Rostock und Stralsund begrüßt. „Mit dieser strategischen Entscheidung setzt die Genting-Gruppe voll auf die Werften bei uns im Land und konzentriert hier ihre Kräfte und Investitionen. Das ist eine klare Stärkung des Schiffbaustandortes Mecklenburg-Vorpommern. Heute zeigt sich: Es war richtig, dass die Landesregierung auch in schwierigen Zeiten an der Seite der Werften und ihrer Beschäftigten gestanden hat“, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering am Rande eines Gesprächs zwischen der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder in Berlin. „Wir freuen uns über das Engagement der Genting Hong Kong-Gruppe. Das ist ein deutliches Signal und ein klares Bekenntnis von Genting für den Schiffbaustandort Mecklenburg-Vorpommern und vor allem für die Werftstandorte Wismar, Rostock und Stralsund. Die Ausrichtung auf Mecklenburg-Vorpommern ist eine große Chance und eine große Herausforderung für die Werften, sich auf dem global hart umkämpften Markt des Schiffbaus in den verschiedenen Facetten international zu behaupten. Ein klarer Vorteil ist, dass die Genting Group Aufträge mitbringt, die für Auslastung und Arbeit an den Standorten sorgen sollen. Insofern ist das auch ein wichtiger und schöner Tag für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe in Schwerin.