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Internationaler Tag des Waldes auch in Rostock

Wald

Wald, Foto: Joachim Kloock

Zum Internationalen Tag des Waldes, der seit Ende der 1970er Jahre jährlich am 21. März stattfindet, unterstreicht Umweltsenator Holger Matthäus: „Die Verbindung von modernem und traditionellem Wissen ist der Schlüssel zum Erhalt gesunder Wälder. Dies ist eine Kernbotschaften des Internationalen Tages des Waldes. Bereits 1252 erwarb die heutige Hanse- und Universitätsstadt Rostock das rund 6.000 Hektar umfassende Waldgebiet der Rostocker Heide. Seitdem übernehmen die Rostocker Einwohnerinnen und Einwohner die Verantwortung für ihren Wald, den sie als Erholungsraum sehr schätzen. Zudem werden fast zehn Prozent der Waldfläche ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, wodurch das Gebiet auch für den Naturschutz von großer Bedeutung ist.

Der Wald ist einer der letzten großen zusammenhängenden Küstenwälder Deutschlands und wirkt als großer Kohlenstoffspeicher. Zusammen mit den Mooren im Gebiet ist er eine wichtige Senke für Treibhausgase. Die Rostocker Heide leistet daher einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz – lokal und global.“ Rostock ist Modellregion im Projekt SpeicherWald, einem Verbundprojekt zwischen Klima-Bündnis und dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), das die Bedeutung von Wäldern ohne forstliche Nutzung darstellt.

 

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„Gesundheitspotential Wald“

Natürliche Ressource Wald als Therapeutikum – Ziel: internationale Vernetzung und internationale Standards

Waldsee-zwischen-Buchen_Mecklenburgische-Seenplatte_Foto_TMV_Klaus-Steindorf-Sabath_JPG-310x216„Gesundheitspotential Wald“ – unter diesem Motto findet noch bis Mittwoch der 2. Internationale Kongress für die Tourismus- und Gesundheitswirtschaft im niederösterreichischen Krems statt. „Für Mecklenburg-Vorpommern sind eine gesunde Natur und eine ebenso abwechslungsreiche wie vielseitige Landschaft zum Markenzeichen geworden. Die natürliche Ressource Wald als Therapeutikum spielt dabei eine große Rolle. Unser Ziel ist, die Entwicklung des Waldes für Erholung und Gesundheit, begleitet von wissenschaftlicher und medizinischer Erforschung, weiter vorantreiben. So kann die Waldtherapie stärker zum Wohle der Gesundheit genutzt werden. Die große Resonanz auf den internationalen Kongress zeigt, dass wir gemeinsam den gleichen Weg gehen wollen. Ich ermutige deshalb ausdrücklich zur Gründung und inhaltlichen Ausrichtung eines internationalen Netzwerkes `Wald als Therapeutikum´ und die Verständigung auf internationale Standards“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph zur Eröffnung des Kongresses.

Qualitätskriterien für gesundheitstouristische Nutzung des Waldes entwickeln

Durch die deutschlandweit erstmalige Zertifizierung des Kur- und Heilwaldes in Heringsdorf (Insel Usedom) wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Prototyp für einen Kur- und Heilwald geschaffen. In dem etwa 50 Hektar großen Waldstück entstanden Ruheplätze und Wege sowie Bewegungsstationen, um beispielsweise Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zu lindern. Auf Grundlage des Landeswaldgesetzes können Waldgebiete als Kur- und Heilwälder ausgewiesen werden. „Ein Waldgebiet erfüllt eine Vielzahl von Funktionen. Für Forstbetriebe, Dienstleistungsunternehmen und die nachgelagerte Holzindustrie steht die forstwirtschaftliche Wertschöpfung im Vordergrund. Des Weiteren bieten die Wälder auch Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Nutzung in den Bereichen Tourismus und Gesundheitswirtschaft. Wichtig ist, die verschiedenen Ansätze in eine Systematik zu bringen, Rechtsregularien und Qualitätskriterien zu entwickeln, um den Wald als Apotheke sowie zugleich Kurzentrum zu öffnen und trotzdem zu schützen. Daran arbeiten wir“, sagte Rudolph.

Alleinstellungsmerkmal „Kur- und Heilwald“ für den Gesundheitstourismus in Mecklenburg-Vorpommern stärker vermarkten

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt die weitere Entwicklung der Kur- und Heilwälder im Land unter anderem über das Projekt „Kur- und Heilwald – eine nachhaltige Chance zur Angebotserweiterung“ des Bäderverbandes M-V e.V. Ziel des Projektes ist es, das bisherige Alleinstellungsmerkmal „Kur- und Heilwald“ für den Gesundheitstourismus zu stärken und zu vermarkten. Dafür ist eine weitere wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit des Waldes auf Wohlbefinden und Gesundheit, die Entwicklung wissenschaftlicher Evaluationskriterien im Hinblick auf die Qualitätssicherung und eine Zusammenarbeit bei der Schaffung von Weiterbildungsangeboten für Waldtherapie und Waldmanagement notwendig. Gleichzeitig sollen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg (Arbeitsbereich Sport und Bewegungsmedizin) bedarfs- und zielgruppengerechte Angebote für die verschiedenen Kur- und Heilwälder entwickelt und vermarktet werden. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2021 laufende Vorhaben betragen knapp 255.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 229.000 Euro. „Die in unseren Wäldern vorherrschenden Luftverhältnisse eignen sich in besonderer Weise für verschiedene Therapie- und Erholungsformen, etwa bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Das stärkt den Gesundheitstourismus im Land. So entstehen Chancen, um neue touristische Zielgruppen anzusprechen und saisonverlängernde Geschäftsideen zu generieren“, hob Rudolph hervor.

Ausbildung zum „Waldtherapeuten“ wird derzeit entwickelt

Zudem entwickelt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit Sitz in Güstrow derzeit eine modulare Fortbildungsqualifizierung zum „Waldtherapeuten“, die gemeinsam mit der Universität Rostock umgesetzt werden soll. Vorausgesetzt werden dabei therapeutische Berufe für den „Waldtherapeuten“ sowie forstwirtschaftliche oder ähnliche Berufe für die Weiterbildung zur „Fachkraft für Waldgesundheit“. Die Qualifizierung erstreckt sich über ein Jahr und besteht aus Selbststudium, Präsenzseminaren und Online-Lernprogrammen. Ziel ist die langfristige Etablierung des Weiterbildungsangebotes. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2020 laufende Vorhaben betragen rund 398.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in voller Höhe. „Immer mehr Menschen haben Interesse an ganzheitlichen Gesundheitsmodellen zur Förderung des eigenen Wohlbefindens. Hier gilt es die Potentiale der Wälder als Therapeutikum zu erschließen und zu nutzen“, sagte Rudolph abschließend.

Informationen zu Kur- und Heilwäldern

Die Idee für Kur- und Heilwälder ist auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2012 durch Professor Horst Klinkmann thematisiert worden und mit Unterstützung der BioCon Valley GmbH entwickelt worden. Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat ein umfassendes Konzept für die Nutzung von Kur- und Heilwäldern im Land erarbeitet und setzt dieses im Land unter anderem mit der Landesforstanstalt und weiteren staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten weiter um. Bei Kurwäldern handelt es sich um Waldgebiete, die aufgrund verschiedener Eigenschaften dazu prädestiniert sind, eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung zu entfalten. Heilwälder sind Waldgebiete, die zur therapeutischen Nutzung für Patientinnen und Patienten mit speziellen Indikationen gestaltet sind.

Waldes-Lust in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern punktet mit Welterbe-Buchen und Weltklasse-Eichen, hat aber auch bei neuen Trends rund um den Wald die Nase vorn: Mit Heil- und Klimawäldern zum Beispiel 

Buchenwald (Fagus sylvatica), Fotograf: Darkone, 26. September 2004, Wikipedia

Buchenwald, Foto: Darkone/Wikipedia

Als Ende Juni 2011 fünf deutsche Waldgebiete zum Welterbe der Menschheit erhoben wurden und damit plötzlich den gleichen herausragenden Status genossen wie die Victoria-Fälle oder Darwins Galápagos-Arche, war die Freude in Mecklenburg-Vorpommern doppelt groß. Denn was die UNESCO damals würdigte, gab es gleich zweimal im Lande: Buchenwälder von universellem Wert, „die als Ökosysteme das Erscheinungsbild eines ganzen Kontinents in einzigartiger Weise geprägt haben.

Welterbe: Buchenwälder auf Rügen und an der Müritz

Im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen etwa fasziniert die grandiose Kulisse des Buchenwalds, der sich von den weißen Kliffhängen der Kreideküste spektakulär ins blaugrüne Meer hinabzustürzen scheint. Dass die Buchen hier nicht nur überlebten, sondern auch prächtig gediehen und richtig alt wurden, ist dem Standort zu verdanken – der unzugänglichen Lage wegen wurde der Jasmunder Buchenwald nie forstwirtschaftlich genutzt. Und so wachsen hier unter hohen Buchenwipfeln vollkommen ungestört Riesenschachtelhalm und Zwiebelzahnwurz, blühen seltene Orchideen wie der Frauenschuh, brüten Wanderfalken und Seeadler, siedeln Mehlschwalben in großen Kolonien an den Hängen des Kreidekliffs. Auch der Buchenwald von Serrahn im Müritz-Nationalpark ist ein typischer Tiefland-Buchenwald, wie es ihn nur noch im Nordosten Deutschlands gibt. Eine von der Eiszeit hügelig geformte Waldlandschaft mit hunderten Seen, Mooren und Wiesen, in der sich ebenfalls viele seltene Tier- und Pflanzenspezies ausgesprochen wohl fühlen. Im wasserreichen Biotop leben Kraniche und Rohrdommeln, brüten See- und Fischadler. In alten Baumriesen und abgestorbenen Totholzstämmen wohnen Rote-Liste-Sorgenkinder wie die Mopsfledermaus, Käfer-Notfälle wie der Eremit, Schmarotzer-Pilze wie der Buchen-Schleimrübling und zahllose andere Insekten, Pilze, Flechten und Moose.

Weltklasse: Die Eichen von Ivenack

Sagenhafte 1000 Jahre! Die Eichen von Ivenack bei Stavenhagen keimen, als slawische Siedler ihr Weidevieh in die Wälder treiben. Sie strotzen bereits vor Kraft, als die Zisterzienser-Nonnen des Klosters ab 1252 dasselbe tun. Zur Reformation haben sie schon stattliche 500 Jahresringe auf dem knorrigen Zähler. Und heute, noch einmal 500 Jahre danach, ragt das mächtigste der sechs erhaltenen XXL-Exemplare wie eine gigantische Säule gen Himmel – mit einem Volumen von 180 Kubikmetern Holz das älteste und stärkste Lebewesen in Deutschland.

Zwischen den Wipfeln: Baumkronenpfade auf Rügen und in der Seenplatte

Seit August 2017 können Besucher den tausendjährigen Bäumen übrigens auf Augenhöhe begegnen – auf einem Baumkronenpfad in 20 Meter Höhe. Dessen Höhepunkt ist eine 40 Meter hohe Aussichtsplattform, die per Aufzug erreichbar ist. Der behindertengerecht angelegte Wanderweg durch alle Wachstumszonen der Bäume hat eine Gesamtlänge von 620 Metern und ermöglicht einen perfekten Rundumblick in die Landschaften der Mecklenburgischen Schweiz sowie der Seenplatte.

Die Heilkraft des Waldes: Heringsdorf und Bad Doberan

Wald hat aber noch aus anderen Gründen einen ausgezeichneten Ruf. Umso mehr, wenn er so gesund ist wie in Mecklenburg-Vorpommern, das diesbezüglich mit Brandenburg an der deutschen Spitze steht. Dass gesunder Wald darüber hinaus auch gesund macht, davon sind immer mehr Menschen fest überzeugt. Wald bietet nicht nur Arbeit und Erholung, er ist auch Apotheke und Fitnessstudio. Sein hohes natürliches Potenzial kann perfekt für die gesundheitliche Vorsorge genutzt werden. Seine Atmosphäre – die Stille, das gedämpfte Licht, die frische Luft, die Anwesenheit von Wasser – lassen uns zur Ruhe kommen. Wir erholen uns, wir schlafen besser, der Stresslevel sinkt. Kurzum: Wald entschleunigt und vitalisiert.

Die Waldaktie – Klimawald gegen Klimawandel

Seit 2007 verkauft das Land Mecklenburg-Vorpommern sogenannte Waldaktien, die sich auch elf Jahre nach dem Start großer Beliebtheit erfreuen. Waldaktien sind symbolische Anteilscheine, mit denen Urlauber die Ökobilanz ihrer Ferienreise aufbessern können, indem sie damit Aufforstungen im Bundesland finanzieren. Wie jeder Baum binden auch diese neuen Gewächse Kohlendioxid und entziehen es somit der Atmosphäre. Und zwar auf zehn Quadratmeter Fläche etwa so viel, wie eine vierköpfige Familie in zwei Wochen Urlaub freisetzt.

Weitere Informationen:
www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de
www.nationalpark-jasmund.de
www.mueritz-nationalpark.de
www.mv-baederverband.de
www.waldaktie.de
www.wald-mv.de
www.auf-nach-mv.de

Oberbürgermeister aus Rheinland-Pfalz informiert sich über Kur- und Heilwald auf Usedom

Alleinstellungsmerkmal auf Usedom sorgt für überregionales Interesse 

25.6.2018 – Unter Leitung des Oberbürgermeisters von Lahnstein, Peter Labonte, haben sich am Montag etwa 15 Vertreter der kommunalen Verwaltung sowie aus Gesundheit und Politik der Stadt Lahnstein (Rheinland-Pfalz) über den Kur- und Heilwald in Heringsdorf (Insel Usedom) informiert. „Die Idee des ersten prädikatisierten Kur- und Heilwaldes in Deutschland stößt auf großes Interesse. Wir haben durch die Prädikatisierung des Kur- und Heilwaldes gemeinsam mit der Gemeinde Heringsdorf ein Alleinstellungsmerkmal definiert. Das ist beste Werbung für Mecklenburg-Vorpommern. Gesundheitstourismus und prädikatisierter Wald lassen sich hier vor Ort in wunderbarer Weise miteinander verbinden. Das sucht deutschlandweit Seinesgleichen. Die Stadt Lahnstein in Rheinland-Pfalz und ihr Oberbürgermeister haben das Gesundheits- und Wirtschaftspotential solcher Prädikatisierung erkannt. Wir unterstützen Lahnstein sehr gerne bei der Idee, ebenso erfolgreich zu arbeiten. Innenminister Roger Lewentz (Rheinland-Pfalz) und unser Wirtschaftsminister Harry Glawe haben gerne die Schirmherrschaft dieses partnerschaftlichen Miteinanders übernommen. Deutschland wird so im Wettbewerb mit anderen Gesundheitstourismusdestinationen gestärkt. Wir brauchen mehr solcher innovativen Ideen, die in die Praxis umgesetzt werden. So können wir kontinuierlich neue touristische Zielgruppen auf unser Land aufmerksam machen und im Wettbewerb mit anderen Schritt halten“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Neue Angebote für Aktivurlauber

Auf der Insel Usedom wurde in Heringsdorf im vergangenen Jahr der erste deutsche Kur- und Heilwald ausgewiesen. In dem etwa 50 Hektar großen Waldstück entstanden Ruheplätze und Wege sowie Bewegungsstationen, um beispielsweise Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zu lindern. Der Besuch im Kur- und Heilwald ist wegen seines hohen Sauerstoffgehalts beispielsweise für die Behandlung von Atemwegserkrankungen interessant. „Neben den gesundheitlichen Aspekten zur Prävention und Rehabilitation von Krankheiten schaffen wir mit dem Kur- und Heilwald neue Angebote für Aktivurlauber in unserem Land. Der Wald ist auch ein Beitrag zur Saisonverlängerung in der Region. Der Kur- und Heilwald ist das ganze Jahr über begehbar“, so Rudolph weiter. Die Idee für Kur- und Heilwälder ist auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2012 durch Professor Horst Klinkmann thematisiert worden und mit Unterstützung der BioCon Valley GmbH entwickelt worden. Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat ein umfassendes Konzept für die Nutzung von Kur- und Heilwälder im Land erarbeitet und setzt dieses im Land unter anderem mit der Landesforstanstalt sowie neben Heringsdorf mit weiteren staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten, darunter zum Beispiel Waren (Müritz), Plau am See, Sassnitz, Bad DoberanHeringsdorfGraal-MüritzKrakow am See, Klink und Baabe weiter um.

Tourismus auf Usedom – Vor- und Nachsaison weiter ausbauen

Im Zeitraum Januar bis März 2018 wurden nach Angaben des Statistischen Amtes auf der Insel Usedom 176.036 Ankünfte (+0,6 Prozent) und 711.226 Übernachtungen (3,5 Prozent) verzeichnet. Das Seeheilbad Heringsdorf kann seit 2014 stetig steigende Ankunfts- und Übernachtungszahlen verzeichnen. So stiegen die Ankünfte 2017 um 1,3 Prozent und die Übernachtungen leicht um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Ziel ist es, das die Insel als Ganzes als Lebensort für die Anwohner sowie als Ausflugs- und Urlaubsziel für Gäste noch attraktiver wird. Die Investitionen in die touristische Infrastruktur, der Ausbau des Freizeitangebotes und die Vielfalt an Übernachtungsmöglichkeiten machen sich bemerkbar. Wichtig ist, dass der Tourismus seine stabilisierende Kraft innerhalb der heimischen Wirtschaft vor allen Dingen auch in der Vor- und Nachsaison noch intensiver entfaltet. Das Wirtschaftsministerium unterstützt den Ausbau saisonverlängernder Maßnahmen auch künftig“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend.

Baum des Jahres 2017 – eine Fichte fürs POLARIUM im Zoo Rostock

25.4.2017 – Mit Baumpflanzungen und weiteren Aktionen, organisiert vom Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege, wurde heute in der Hansestadt Rostock an mehreren Standorten der Internationale Tag des Baumes gewürdigt. Seit 11 Uhr ziert nun auch eine neue Fichte aus der Rostocker Heide das Areal vor dem künftigen POLARIUM. Gepflanzt wurde das noch zarte Bäumchen gemeinsam vom Senator für Bau und Umwelt, Holger Matthäus, von der Leiterin des Amtes für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege, Dr. Ute Fischer-Gäde, sowie von Zookuratorin Antje Zimmermann, Zoo-Landschaftsgestalterin Kristin Jacobi und dem Leiter des Rostocker Stadtforstamtes, Jörg Harmut.

Die Fichte (Picea abies), Baum des Jahres 2017, ist die häufigste Baumart Deutschlands und damit für die Forstwirtschaft der bedeutendste Holzlieferant. Ursprünglich ist die Fichte ein Baum der Taiga, natürlich kommt sie in Skandinavien und dem Baltikum bis an den Rand des Ural-Gebirges vor. Eine Zeit lang war die Fichte der beliebteste Weihnachtsbaum, als Maibaum wird sie weiterhin verwendet. Typisch für diese Baumart sind ein gerader Stamm und ein etagenförmiger Astaufbau. Die Fichte wird selten höher als 40 bis 50 Meter, ein Alter um 400 Jahre ist möglich. Die Nadeln sind spitz, stechend und grün, in der Regel vierkantig. Die unscheinbare Blüte erscheint von April bis Mai. Bei den bekannten „Tannenzapfen“, die auf dem Waldboden zu finden sind, handelt es sich um Fichtenzapfen, denn die Tannen werfen ihre Zapfen nie als Ganzes ab. Die Rinde ist anfangs glatt, später grau-braun. Der am 27.November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossene Internationale Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten Julius Sterling Morton zurück. In Deutschland wurde er erstmals am 25. April 1952 begangen. Seitdem feiert man den Tag des Baumes jährlich, um die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Bildunterschrift: Gemeinsam ein Bäumchen pflanzen – Umweltsenator Holger Matthäus, Stadtgrün-Chefin Dr. Ute Fischer-Gäde, Kuratorin Antje Zimmermann, Zoo-Pflanzenexpertin Kristin Jacobi und Forstamtsleiter Jörg Harmut freuen sich über ihr Werk. Die erste Dusche gibt es von Zoo-Landschaftsgestalterin Kristin Jacobi. Fotos: Joachim Kloock

Mein Freund – der Baum

Mit Welterbe-Buchen und Weltklasse-Eichen hat Mecklenburg-Vorpommern auch in puncto Wald die Nase ganz weit vorn

Schäferbuche bei Neu Dobbin, Mecklenburgs größte und älteste Buche, Foto WikipediaSeit 25. Juni 2011 ist es amtlich: Fünf deutsche Waldgebiete gehören zum Welterbe der Menschheit und genießen damit den gleichen herausragenden Status wie der Yellowstone-Nationalpark, die Victoriafälle oder Darwins Galápagos-Arche. Die UNESCO würdigte damit den außergewöhnlichen und universellen Wert der „Alten Buchenwälder Deutschlands“  – als Ökosysteme, „die das Erscheinungsbild eines ganzen Kontinents in weltweit einzigartiger Weise geprägt haben.“ Die Waldflächen liegen in Hessen (Nationalpark Kellerwald-Edersee), Thüringen (Nationalpark Hainich), Brandenburg(Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin) und gleich doppelt in Mecklenburg-Vorpommern: im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen und im Müritz-Nationalpark in der Mecklenburgischen Seenplatte. Die fünf Schutzgebiete bildeten gewissermaßen eine Nachhut – denn sie ergänzten die bereits 2007 zum Welterbe erklärten „Buchenurwälder der Karpaten“ in der Slowakei und der Ukraine. Als vereintes Welterbe bilden sie alle Typen von Buchenwald ab, der einstmals weite Teile Europas bedeckte. Auch heute noch sind Buchenwälder einzigartig. Als Naturräume und Rückzugszonen für Pflanzen, Vögel,  Kleinsäuger und Insekten – die Zahl allein der Käferarten in Buchenwäldern wird auf mehrere hundert geschätzt. Aber auch für den Menschen waren sie stets überlebenswichtig – hier holte er Bau- und Brennholz, sammelte Beeren und Pilze, ging auf die Jagd, weidete das Vieh. Bis heute prägt die Buche auch unsere Kultur: Sie ist nicht wegzudenken aus Märchen und Sagen. Auf sie gehen Worte wie Buch oder Buchstabe zurück. Rund 1.500 Orte in Deutschland tragen die Buche im Namen – von Buchholz bis zur slawischen Form Buckow. Und nicht zuletzt sind Buchenwälder unersetzlich als Erholungsraum. Im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen etwa fasziniert die grandiose Kulisse des Buchenwalds, der sich von den weißen Kliffhängen der Kreideküste spektakulär hinabzustürzen scheint ins blaugrüne Meer. Ein Naturschauspiel, das den Maler Caspar David Friedrich bereits vor fast 200 Jahren immer wieder inspirierte zu fantastischen Gemälden. Dass die Buchen hier nicht nur überlebten, sondern auch prächtig gediehen und richtig alt wurden, ist dem Standort zu verdanken – der unzugänglichen Lage wegen wurde der Jasmunder Buchenwald nie forstwirtschaftlich genutzt. Und so wachsen hier unter hohen Buchenwipfeln vollkommen ungestört Riesenschachtelhalm und Zwiebelzahnwurz, blühen seltene Orchideen wie der Frauenschuh, brüten Wanderfalken und Seeadler, siedeln Mehlschwalben in großen Kolonien an den Hängen des Kreidekliffs. Auch der Buchenwald von Serrahn im Müritz-Nationalpark ist ein typischer Tiefland-Buchenwald, wie es ihn nur noch im Nordosten Deutschlands gibt. Eine von der Eiszeit hügelig geformte Waldlandschaft mit hunderten Seen, Mooren und Wiesen, in der sich ebenfalls viele seltene Tier- und Pflanzenspezies ausgesprochen wohl fühlen. Im wasserreichen Biotop leben Kraniche und Rohrdommeln, brüten See- und Fischadler. In alten Baumriesen und abgestorbenen Totholzstämmen wohnen Rote-Liste-Sorgenkinder wie die Mopsfledermaus, Käfer-Notfälle wie der Eremit, Schmarotzer-Pilze wie der Buchen-Schleimrübling und zahllose andere Insekten, Pilze, Flechten und Moose. Ähnlich wie auf der Insel Rügen gibt es auch in Serrahns Wäldern schon seit sehr langer Zeit keine intensive forstwirtschaftliche Nutzung mehr. Schuld – aus heutiger Sicht ein enormer Segen – war die Jagdleidenschaft der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz, die dieses Revier sogar umzäunten, um es vor Jagdfrevel und Holzdiebstahl zu schützen. Bis 1945 blieb das Gebiet um Serrahn der privilegierten Jagd vorbehalten. 1952 bereits wurden die Wälder zum Naturschutzgebiet erklärt und 1990 schließlich in den neuen Müritz-Nationalpark integriert. Wo die alten Stämme erahnen lassen, wie die einstigen Urwälder in ganz Deutschland einmal ausgesehen haben.

Die 1000-jährigen Eichen von Ivenack

Älteste Ivenacker Eiche, ca. 1.000 Jahre, 35,5 m hoch, 10.96 m Stammumfang, Foto: Rosentod, 20. 4. 2009/WikipediaSagenhafte 1000 Jahre! Die Eichen von Ivenack beginnen zu keimen, als slawische Siedler ihr Weidevieh in die Wälder treiben – da endet gerade das erste Jahrtausend nach Christus. Sie strotzen bereits vor Kraft, als auch die Zisterzienser-Nonnen des Klosters Ivenack ab 1252 ihre Schweine, Schafe und Rinder im Wald weiden lassen. Durch den Tierverbiss wird dieser allmählich immer lichter; die Eichen jedoch wachsen unbeirrt weiter, ihre Früchte sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Tiere. Zur Reformation haben sie schon stattliche 500 Jahresringe auf dem knorrigen Zähler. Und heute, noch einmal 500 Jahre danach, ragt die mächtigste der sechs erhaltenen XXL-Exemplare wie eine gigantische Säule gen Himmel. Mit einem Durchmesser von 3,50 Metern. Einem Umfang von 11 Metern. Einer Höhe von 35,5 Metern. Und einem Volumen von 180 Kubikmetern Holz. Anders gesagt: Es handelt sich um das größte, älteste und stärkste Lebewesen in ganz Deutschland. Kein Wunder, dass sich um diese Methusalems allerlei Mythen und Sagen ranken. Da sollen einst sieben Nonnen ihr Gelübde gebrochen und zur Strafe in Eichen verwandelt worden sein. Erst nach tausend Jahren werde die Erste erlöst, jede weitere Nonne/Eiche jeweils hundert Jahre später. In einer anderen Sage werden die Nonnen im Schlaf von Räubern überrascht und fliehen halbnackt in den Wald. Doch sie schämen sich ihres sündhaften Anblicks und bitten Gott, dass er sie schützen möge wie die Bäume im Wald. Und genau das tut er dann auch, indem er sie in Eichen verwandelt. Weitgehend wahr ist die Geschichte von Herodot, einem berühmten Zuchthengst aus dem Ivenacker Gestüt. 1806 vor französischen Truppen in einer hohlen Eiche versteckt, verriet er sich durch Wiehern, wurde entdeckt und zu Napoleon gebracht, der ihn auch ritt. 1814 brachte Marschall Blücher den Schimmel nach Mecklenburg zurück. Als er dort 1829 starb, wurde er ehrenvoll bestattet – natürlich unter einer Eiche. Ivenack heute – das ist ein einzigartiger Tiergarten, in dem die erwähnte mittelalterliche Landnutzungsform des Hudewaldes (Hütewald) weiterhin gepflegt wird. Auch wenn die Rolle des Weideviehs schon seit langem von eingegattertem Damwild übernommen wurde, bleiben so die natürlichen Bedingungen weitestgehend erhalten, unter denen die Eichen steinalt geworden sind. Verzichtet wird deshalb auch konsequent auf künstliche Stabilisierungsmaßnahmen und Schönheitsoperationen wie Baumchirurgie oder Ausmauern, lediglich einfache Barrieren um die Eichen schützen die empfindlichen Wurzelbereiche. Und so sind und bleiben die Ivenacker Eichen eine kultur- und naturhistorische Besonderheit, die ihresgleichen sucht in Deutschland.

www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de
www.nationalpark-jasmund.de
www.mueritz-nationalpark.de
www.wald-mv.de
www.auf-nach-mv.de

Dr. Till Backhaus gibt Startschuss für 10. Waldolympiade – „mit allen Sinnen lernen“

Buchenwald (Fagus sylvatica), Fotograf: Darkone, 26. September 2004, Wikipedia

Buchenwald, Foto: Darkone

25.4.2016 – „Der Mensch schützt nur, was er kennt und schätzt. Umso wichtiger ist es, dass Kinder schon früh lernen, dass Wälder nicht nur spannende und erholsame Ausflugsziele sind, sondern Lebensraum, Arbeitsstätte und Einnahmequelle gleichermaßen.“ – Mit diesen Worten eröffnete Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz heute die 10. Waldolympiade in Mecklenburg-Vorpommern bei der Auftaktveranstaltung im Forstamt Rothemühl (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Anlässlich des 10. Jubiläumsjahr der Waldolympiade wurden die ursprünglich sechs Stationen zahlenmäßig und inhaltlich erweitert: An elf Anlaufstellen, darunter Sport-, Geschicklichkeits- und Wissensstationen, können Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen ab heute in den Forstämtern im ganzen Land ihre Kenntnisse über den Wald und seine Bewohner unter Beweis stellen und Tätigkeiten echter Waldarbeiter übernehmen. „Herz, Hand und Kopf sollen gleichermaßen angesprochen werden, denn einmal mit allen Sinnen erleben, ist besser als 100 Mal im Unterricht hören“, so der Minister. Das faire Miteinander im Klassenverband stehe dabei seit der ersten Durchführung des Wettbewerbs im Jahr 2007 im Vordergrund und solle auch künftig eine klare Botschaft sein. Im Anfangsjahr beteiligten sich 151 Grundschulklassen an dem Wettstreit. Seither wurden im ganzen Land über 500 Waldolympiaden mit rund 1.800 Klassen und etwa 32.6000 Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Die Waldolympiade ist neben Waldführungen, Walderlebnistagen, Jugendwaldheimaufenthalten, der Mitarbeit von Kindern an Naturschutzprojekten, den Waldkindergärten und Waldpatenschaften ein Teil der Waldpädagogikkonzeption der Landesforstanstalt und wird maßgeblich von der Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ unterstützt. „Der einzelne erfährt durch Bildung für nachhaltige Entwicklung: Mein Handeln hat Konsequenzen, nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern“, sagte der Minister. Ein solches Denken sei dringend notwendig, „um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme wie den Raubbau an der Natur oder die ungleiche Verteilung von Reichtum anzugehen.“ Die besten Klassen wetteifern kurz vor den Sommerferien dann um den Landessieg. Als Preis winkt ein spannender Erlebnistag mit einem Förster. Der Klassenvergleich kann auf www.wald-mv.de eingesehen werden.