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Neue grenzüberschreitende Projekte befürwortet – deutsch-polnische Zusammenarbeit wird weiter intensiviert

Vorhaben schaffen bessere Lebensperspektiven für Bewohner in grenznahen Regionen – Erfolgsgeschichte des Programms muss fortgeschrieben werden

Otto Lilienthal, Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst, Berlin 1889, Abbildung gemeinfrei.

Otto Lilienthal, Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst, Berlin 1889, Abbildung gemeinfrei.

Für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und die Republik Polen sind neue europäische Projekte im Rahmen des Interreg-Programms V A (Informationen zum Programm, Seite 4) bewilligt worden. „Die Vorhaben vertiefen die kulturelle, touristische, ökologische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Partnern. Über die einzelnen Projekte entstehen bessere Lebensperspektiven für die Bewohner der grenznahen Regionen. Das grenzüberschreitende Programm leistet einen bedeutenden Beitrag zur europäischen wirtschaftlichen Stabilität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Insgesamt sieben Projekte sind ausgewählt worden – davon vier mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt sind sieben Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 14,5 Millionen Euro ausgewählt worden, davon vier Projekte mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung für die vier EU-Projekte beläuft sich auf rund 7,55 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Die europäischen Mittel im Interreg-Fördergebiet zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie muss fortgeschrieben werden. Wir benötigen weiterhin die Unterstützung, um die enge Nachbarschaft intensiv leben zu können“, hob Glawe hervor. Der Wirtschaftsminister verwies auf derzeit laufende Überlegungen der Europäischen Union, ab der Förderperiode 2021 Fördermittel zu reduzieren und die Fördergebiete neu zu definieren. „Wir werden uns weiter in Brüssel dafür einsetzen, dass das Interreg-Programm auch künftig für die deutsch-polnische Zusammenarbeit genutzt werden kann.“

Technikgeschichte in Pommern – grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Museen in Anklam und Szczecin

Die Städte Anklam und Szczecin wollen mit dem polnischen Technikmuseum und dem vorpommerschen Otto-Lilienthal-Museum die Technikgeschichte in Pommern besser erlebbar gestalten. Szczecin ist mit seinem Technikmuseum ein Aushängeschild in der technisch-historischen Museumslandschaft der Region. Anklam ist ein Tor zu einer führenden deutschen Tourismusregion an der Grenze zu Polen und verfügt über einen der großen Namen der Welt-Technikgeschichte – Otto Lilienthal. Durch das gemeinsame museale Konzept sollen generationsübergreifend Anwohner und Gäste der deutschen und polnischen Seite angesprochen werden. Ziel ist es, Bildungs- und Weiterbildungsangebote, ein Experimentarium sowie ein Lilienthal-LAB zu entwickeln. Während das Museum für Technik und Kommunikation (MTK) in Szczecin mit dem Experimentarium auf das Thema der individuellen Mobilität und die Verkehrserziehung setzen soll, soll das Otto-Lilienthal-Museum (OLM) das Thema Fliegen im Lilienthal-LAB, dem fliegenden Klassenzimmer, entwickeln. Mit dem Lilienthal-LAB soll das Otto-Lilienthal-Museum in der Nikolaikirche Anklam zum Lernort für alle werden. Baulich soll in Anklam dafür das Kirchenschiff der Nikolaikirche verändert werden – zum Ikareum. „Die oftmals komplexen Themen Technik und Mobilität sollen in den Museen für die Besucher attraktiv gestaltet werden. So kann jeder Interessierte über eigenständiges Forschen, Entdecken und Erfahren ein größeres Technikverständnis entwickeln“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Hansestadt Anklam und die Stadt Szczecin. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp drei Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

„Gestaltung von gewässernahen Räumen in Pasewalk, Pełczyce und Police zur Erweiterung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit“

Ziel des Projektes ist die größere Erlebbarkeit des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes durch die Entwicklung spezieller themenorientierter Bildungs- und Erlebnisangebote. Dazu ist unter anderem vorgesehen, eine neue gemeinsame Marke zu entwickeln, die Gebiete am Fluß Larpe in Police für Sport und Tourismus zu bewirtschaften sowie einen Fahrradweg, Stege für Freizeitangler und eine Aussichtsplattform zu errichten. In Pelczyce sind der Bau einer Brücke in der Jeziorna Straße, die Verbindung von zwei Seen mit einem Kanal und der Bau von touristischen Wegen neben der Brücke geplant. In der Speicherstraße in Pasewalk sollen unter anderem die Ufer der Uecker neu gestaltet, die Feldsteinmauern saniert und ein 50 Meter langer Holzsteg gebaut werden. „In den Regionen sollen neue, attraktive touristische Angebote entstehen für Urlauber, die sich für Geschichte und Sport interessieren. Mit der Umsetzung wird dazu beigetragen, weitere Gäste für einen Erholungsaufenthalt in der beeindruckenden Naturlandschaft zu gewinnen“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Stadt Pasewalk sowie die polnischen Gemeinden Police und Pelczyce. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,5 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro.

„Steigerung der Attraktivität des regionalen, grenzübergreifenden Natur- und Kulturerbes durch die Verbindung touristischer Infrastruktur, gemeinsame Werbung und Steigerung der Kenntnisse des Tourismusangebotes“

Das Projekthauptziel ist die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes der Region. Dies soll durch die Modernisierung der Tourismusinfrastruktur der Region und durch wechselseitige Verflechtung touristischer Infrastruktur sowie gemeinsame Förderung des Kurparks in Świnoujście (Swinemünde), des Tierparks Greifswald e. V. und der Feldherren-Akademie e. V. erreicht werden. Unter anderem ist vorgesehen, das gemeinsame touristische Angebot der Region zu erweitern, indem thematische Aktivitäten und Busfahrten organisiert werden. „Über das gemeinsame Projekt entsteht eine touristisch interessante Route von Greifswald über Wolgast bis nach Świnoujście. Der Kurpark in Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. werden dann grenzübergreifend und kombiniert attraktive Angebote für die Besucher initiieren“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Stadt Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. mit Sitz in Greifswald. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,4 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

„Schutz der Trockenrasen im deutsch-polnischen Grenzgebiet“

Die Projektpartner verfolgen das Ziel, den in den Grenzgebieten beheimateten Trockenrasen zu erhalten. Trockenrasen sind Lebensräume, die zu sehr wertvollen und gleichzeitig stark gefährdeten Elementen der natürlichen Umwelt Europas gehören. Die Biotope bilden sich an trockenen, nährstoffarmen Standorten und dienen als Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Trockenrasenpflanzengemeinschaften dienen als wertvolle Quelle der sogenannten Tracht (Blütenstaub und Nektar für Insekten). Die Schutzmaßnahmen sollen die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung (Mahd und Beweidung) sowie die Beseitigung von Sträuchern und Baumanflug umfassen. Das Projekt wird in den Landkreisen Vorpommern Greifswald und Uckermark sowie in den Gemeinden Kolbaskowo und Chojna umgesetzt. „In Kombination mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit soll den Anwohnern und Besuchern die ökologische Bedeutung von Trockenrasen eindrucksvoll vermittelt werden“, sagte Glawe. Projektpartner sind der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide e. V. (Brandenburg) und der Verband der Grünen GAJA (Polen). Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 1,1 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 900.000 Euro.

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Mecklenburg-Vorpommern und die Region Kreta wollen enger kooperieren – Vereinbarung auf ITB Berlin unterschrieben

Engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Tourismus vorantreiben

Nikolaos

Agios Nikolaos, Goto: gemeinfrei

Mecklenburg-Vorpommern und die Region Kreta wollen enger kooperieren. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat das gemeinsame Vorhaben gestern (Mittwoch, 06.03.2019) auf der ITB Berlin unter großer Aufmerksamkeit vorgestellt. Am Donnerstag (07.03.2019) ist eine entsprechende Vereinbarung auf der weltgrößten Reisemesse unterzeichnet worden. „Mit der Vereinbarung wollen wir einen gemeinsamen Handlungsrahmen für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Tourismus vorantreiben. Wir stehen vor den gleichen Herausforderungen. Tourismus und Infrastruktur müssen zueinander passen, Arbeitsplätze müssen sicherer sein und unsere Umwelt muss bewahrt werden. Wir brauchen einen Tourismus, der die Infrastruktur stärkt, Arbeitsplätze sichert und die Umwelt bewahrt. Eine Partnerschaft mit der Destination Kreta kann uns wichtige Impulse geben. Kreta entwickelt wie wir Konzepte, die die Saison verlängern und weiter hochwertigen Tourismus etablieren. Hier können wir Erfahrungen austauschen und beidseitig profitieren“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Donnerstag.

Unterzeichnet wurde die Kooperationsvereinbarung im Rahmen der ITB Berlin von dem Präsidenten des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Waldmüller, sowie dem Vize-Gouverneur und Beauftragten für Tourismus der Region Kreta, Michalis Vamiedakis. Darüber hinaus waren bei der Unterzeichnung die Ministerin für Tourismus der Hellenischen Republik Elena Kountoura und der DGV-Beauftragte Norbert Barthle sowie der EOT-Generalsekretär Konstantinos Tsegas anwesend. Das DGV-Netzwerk setzt sich dafür ein, durch Vermittlung von Partnerschaften zwischen Kommunen, lokaler Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland auszubauen. Die Partnerschaft zwischen Kreta und Mecklenburg-Vorpommern ist aus dem DGV-Netzwerk entstanden.

Deutsch-griechischen Austausch auf mehreren Ebenen ausbauen

Unter anderem soll es zu mehr Begegnungen von Jugendlichen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Region Kreta kommen, zum Beispiel durch Schüleraustausche. Das bereits etablierte deutsch-griechische Kochfestival symbolisiert einen gelungenen kulturellen Austausch unter Partnern. „Es ist angedacht, die Kooperation in diesem Bereich zu erweitern. Das Kochfestival soll in beiden Regionen durchgeführt werden. Ziel soll es sein, die traditionellen gastronomischen Küchen beider Partner kreativ miteinander zu verzahnen“, so Rudolph weiter. Unter dem Motto „Von Insel zu Insel – Rügen trifft Kreta“ fand Ende 2017 erstmals ein deutsch-griechisches Kochfestival in Binz (Insel Rügen) statt. Bestandteile der Veranstaltung waren eine Präsentation regionaler Produkte, Wettbewerbe von Auszubildenden, deutschen und griechischen Köchen und von Laienköchen aus Familienunternehmen der Region Rügen. Weitere Themen der Erklärung sind unter anderem der Informationsaustausch zum Thema Digitalisierung in der Tourismuswirtschaft sowie die Umsetzung der Erhaltung und Pflege eines Wanderwegenetzes.

Bereits erste Aktivitäten geplant – Kochfestival auf Kreta und Schüleraustausch

Vom 16. bis 17. März 2019 findet in Heraklion (Kreta) in der Kochschule „Kappa studies“ das alljährliche kretische Kochfestival statt. Seit drei Jahren gibt es das Festival mit deutscher Beteiligung. Vier Köche (drei Köche vom Braugasthaus Störtebeker in Stralsund sowie ein Koch vom IFA Hotel in Binz) aus Mecklenburg-Vorpommern messen sich im Wettstreit mit griechischen Köchen um die schmackhaftesten Gerichte. Der Fokus des Festivals liegt auf der Verwendung lokaler Produkte und neuer gemeinsamer Kreationen. Darüber hinaus werden vom 24. bis 29. März 2019 jeweils fünf Jugendliche des Europagymnasiums Bergen und der Regionalschule Binz zum Jugendaustausch nach Hersonissos aufbrechen. Vom 29. April bis 05. Mai 2019 wird ein Gegenbesuch auf der Insel Rügen stattfinden. „Im gegenseitigen Austausch können wir voneinander lernen. Wir wollen die Zusammenarbeit auch auf regionaler Ebene intensivieren. Deshalb ist es gut, dass wir mit der Erklärung den Grundstein für eine langfristige touristische und wirtschaftliche Zusammenarbeit gelegt haben, die nun weiter mit Leben gefüllt werden muss“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend.

Wirtschaftsminister M-V stellt Landestourismuskonzeption vor

Zentrale Stellschrauben für die touristische Entwicklung benannt – Konzeption ist der Startschuss für einen gemeinsamen Prozess der touristischen Weiterentwicklung

Camping-Touristikmesse, Foto Joachim Kloock

Camping, Foto Joachim Kloock

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Dienstag die neue Landestourismuskonzeption „Branche mit Zukunft gestalten“ im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) vorgestellt. „Mit der Konzeption werden die zentralen Stellschrauben für die touristische Entwicklung in den kommenden Jahren benannt, die eine auch künftig erfolgreiche touristische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern möglich machen. Die Ansprüche und Bedürfnisse der Reisenden, der Beschäftigten und der Bevölkerung verändern sich, neue Qualitätsdefinitionen etablieren sich im Markt. Deshalb ist es wichtig, noch flexibler auf diese Herausforderungen zu reagieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die Landestourismuskonzeption ist im Kabinett verabschiedet worden.

Strategische Ausrichtung der Konzeption

Die neue Landestourismuskonzeption setzt die Leitplanken. Sie verfolgt mit der Ermittlung und Beschreibung der Strategie- und Zukunftsfelder einen übergreifenden problemlösenden Ansatz. Die strategischen Felder sind Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Internationalisierung. „Hier ist mit dem erfolgreichen Auftritt als Partnerland auf der diesjährigen ITB schon ein Zeichen gesetzt worden“, sagte Glawe. Mit den Feldern „Touristischer Arbeitsmarkt“, „Organisation und Finanzierung“, „Tourismusbewusstsein und Akzeptanz“, „Infrastruktur und Mobilität“, „Innovation und Qualität“ werden die Arbeitsschwerpunkte benannt. „Diese klare Fokussierung setzt die Klammer um alle Aktivitäten. Die verantwortliche – auch finanzielle – Beteiligung der Branche an der weiteren touristischen Entwicklung bildet einen weiteren Schwerpunkt. Die Verabschiedung ist zugleich Startschuss für einen Prozess der Umsetzung. Diese muss als Daueraufgabe verstanden werden mit der Notwendigkeit, jederzeit neue Entwicklungen wahrzunehmen und auf diese flexibel zu reagieren“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. „Die Konzeption verfolgt neue Ansätze bei der Infrastrukturfinanzierung (Investitionspauschale), einen Paradigmenwechsel bei der Förderung (hin zu mehr Unterstützung der Aktiven), diskutiert gemeindeübergreifende Gebietskulissen, will Akzeptanz und regionale Entwicklung fördern. Diese Ansätze bleiben Themen für die Umsetzungsphase der Konzeption. Hierfür ist ein sehr intensiver Diskussionsprozess aller Beteiligten erforderlich“, sagte Glawe.

Zentrale Neuerung – erstmals Einrichtung eines Umsetzungsmanagements

„Die Einrichtung eines Umsetzungsmanagements für die kommenden Jahre ist eine zentrale Neuerung. Es übernimmt die Koordination übergeordneter Aufgaben bei der Umsetzung der Schlüsselmaßnahmen und bezieht die Branche, Dienstleister und Anbieter aktiv mit ein“, erläuterte Glawe. Für die Aufgaben des Umsetzungsmanagements – Fachforen, Veranstaltungen, Online-Portal, Monitoring, Evaluation – sowie die Einrichtung von zwei Stellen sind für eine Laufzeit von zunächst drei Jahren insgesamt 660.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt worden. Ein Steuerungsgremium soll das Umsetzungscontrolling übernehmen. Den Vorsitz hat das Wirtschaftsministerium. Auf Seiten der Landesregierung gehören die Staatskanzlei, das Energieministerium und das Innenministerium dem Gremium an. Darüber hinaus sind der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern sowie regionale Interessenvertreter für Küste und Binnenland und Vertreter der Branche dabei.

Konzeption ist der Startschuss für einen gemeinsamen Prozess der touristischen Weiterentwicklung

Die Landestourismuskonzeption gilt für das gesamte Urlaubsland, sie akzeptiert und berücksichtigt aber die regionalen Unterschiede, insbesondere zwischen dem Küstengebiet und den ländlichen Regionen, aber auch auf Ortsebene. „Das verantwortliche Miteinander der touristischen Akteure im Land stärken und Kooperationen weiter auszubauen ist ein Ziel bei der Umsetzung dieser Konzeption für eine Branche mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern. Wichtig ist dabei: Diese Landestourismuskonzeption Mecklenburg-Vorpommern ist kein statisches Ergebnis mit einer Gültigkeitsdauer von x Jahren. Sie ist vielmehr als Startschuss für einen gemeinsamen Prozess der touristischen Weiterentwicklung zu verstehen“, forderte Glawe. Dazu gehöre es auch, die Analyseergebnisse immer wieder zu hinterfragen, die gesetzten Schwerpunkte bei Bedarf anzupassen und die abgeleiteten Maßnahmen gegebenenfalls neu zu priorisieren oder zu ergänzen. Die Politik – Land, Landkreise, Gemeinden – verbessert dafür die Rahmenbedingungen. Ihre Aufgabe ist in Zeiten wachsender Vernetzungen und von Wechselwirkungen insbesondere ein Mehr an fachübergreifender Koordination. Die Tourismusbranche wiederum – Tourismusorganisationen, Verbände und Betriebe – muss ihre Wettbewerbsfähigkeit stetig verbessern. „Die strategischen Überlegungen und die konkreten Maßnahmen können nur dann ihre optimale Wirkung entfalten, wenn alle Beteiligten im Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern an einem Strang ziehen“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Große Beteiligung bei der Entstehung

Die Landestourismuskonzeption ersetzt die bisherige Fortschreibung der Landestourismuskonzeption 2010. Die Konzeption ist unter großer Beteiligung im gesamten Land und einem breit angelegten Diskussionsprozess zur Ausrichtung der Konzeption, Finanzierung touristischer Investitionen und Strukturen sowie zum geplanten Umsetzungsmanagement entwickelt worden. Insgesamt sind bei der Verbandsanhörung 30 Stellungnahmen eingegangen. Hierzu zählen Tourismusverbände auf Landes- und regionaler Ebene, Fachverbände wie Landurlaub und Bäderverband, Kammern und Unternehmensverbände, DJH, Gewerkschaften und Naturschutzorganisationen, Kreise und große Städte, Architektenkammer und BioCon Valley. 

Wirtschaftsfaktor Tourismus im Überblick

Touristen, Besucher und Tagesgäste tragen in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem Konsum und den Ausgaben entscheidend zum Bestand und dem Wachstum anderer Branchen wie dem Einzelhandel bei. Die Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns wird zu einem großen Teil (12 Prozent) durch den Tourismus erbracht. Zwei Drittel der touristischen Ausgaben in Höhe von 7,75 Milliarden Euro (2014) kommen mit den Besuchern, Gästen und Touristen aus den anderen Bundesländern nach MV. 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also 131.254 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Unternehmen. Das ist jeder sechste Beschäftigte in MV. Die Tourismusintensität erreichte 2017 in MV einen Wert von 18.514, das bedeutet 18.514 gewerbliche Übernachtungen (incl. Camping) bezogen auf 1.000 Einwohner (2010: 16.760), der mit Abstand höchste Wert in Deutschland (unter 5.000) und auch im europäischen Maßstab ein Spitzenwert.

Touristische Zahlen von Januar bis August 2018

Von Januar bis August konnten in Mecklenburg-Vorpommern 5,59 Millionen Ankünfte (+3,8 Prozent) und 22,62 Millionen Übernachtungen (+3,6 Prozent) vom Statistischen Amt registriert werden. Die Campingplätze haben ebenso in den ersten acht Monaten des Jahres zugelegt. Mit einem Plus von 12,4 Prozent bei den Ankünften (über 953.300 Gäste) und 8,5 Prozent bei den Übernachtungen (über 4,30 Millionen Übernachtungen) ist das nochmal ein ordentlicher Schwung im Bereich Camping.Im Zeitraum Januar bis August 2018 verbrachten nach Angaben des Statistischen Amtes über 304.000 ausländische Gäste (+6,3 Prozent) 817.800 Übernachtungen (+7,5 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landestourismuskonzeption kann auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern heruntergeladen werden, Download unter www.wm.mv-regierung.de.

Erste Höhepunkte im Tourismusjahr 2019 in Mecklenburg-Vorpommern

Segel setzen, losradeln, zuhören: Der Veranstaltungskalender für das Jahr 2019 zeigt sich so vielfältig wie das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern selbst. Etablierte Klassiker wie die Hanse Sail in Rostock, die um weitere Erlebnismöglichkeiten verfeinert werden soll, oder die „Mecklenburger Seen Runde“, das Radretro-Event für Fahrradenthusiasten, locken tausende Besucher in den Nordosten. Ein Höhepunkt wird zweifelsohne das Internationale Bachfest sein, das vom 10. bis 19. März in Rostock veranstaltet wird. Im Folgenden finden unter anderem Kultur-, Natur- und Sportinteressierte eine Auswahl an Erlebbarem zwischen Ostseeküste und Seenplatte. Weitere sind unter www.auf-nach-mv.de zu finden.

März: „Baltic Lights – Deutschlands nördlichstes Schlittenhunderennen“

Unter dem Titel „Baltic Lights“ werden vom 8. bis zum 10. März 2019 Schlittenhunderennen auf der Insel Usedom ausgetragen. Internationale Schlittenhundeführer – sogenannte Musher – treten dabei mit ihren Huskys gegeneinander an. Namensgebend für die Veranstaltung sind die zahlreichen Lagerfeuer, die die Strände der Kaiserbäder Ahlbeck und Heringsdorf am Samstagabend hell erleuchten. Ein Höhepunkt ist das Wohltätigkeitsrennen, bei dem sämtliche Erlöse der Organisation Welthungerhilfe gespendet werden. Zudem können sich Besucher im Musherdorf über nordische Hunderassen informieren, Trainingsläufe beobachten oder sich an Glühweinständen aufwärmen. Weitere Informationen: www.kaiserbaeder-auf-usedom.dewww.balticlights.de

März: Wismarer Heringstage

Vom Kutter in die Pfanne: Der „Hanseatische Köcheclub Wismarbucht“ veranstaltet vom 16. bis zum 31. März 2019 die Wismarer Heringstage. Bereits zum 17. Mal verwöhnen zahlreiche Restaurants der UNESCO-Welterbestadt Wismar und Umgebung Gäste mit Heringsvariationen, angefangen beim gebratenen Hering über Rollmops bis hin zu eingelegtem Matjes. Wenn der erste Kutter am Alten Hafen anlegt, Mitglieder des Köcheclubs das „Silber des Meeres“ auf hölzerne Karren laden und diese von Bläsern begleitet durch die historische Altstadt auf den Marktplatz fahren, gilt das Fest traditionell als eröffnet. Anschließend werden die Fische frisch zubereitet zur Verkostung angeboten – frischer geht´s nicht. Weitere Informationen: www.heringstage-wismar.dewww.wismar.de

März: Neubrandenburger Jazzfrühling

Vom 20. bis zum 24. März 2019 wird es laut in der Vier-Tore-Stadt: Dann verabschieden nationale und internationale Künstler die kalte Jahreszeit mit dem Neubrandenburger Jazzfrühling. Eröffnet wird das Festival mit der Komposition „The Big Wig“ von Andreas Schaerer in der Konzertkirche, begleitet von der Neubrandenburger Philharmonie sowie der schweizerischen Jazz-Formation „Hildegard lernt fliegen“. Weitere Spielorte sind unter anderem das Schauspielhaus Neubrandenburg, der Güterbahnhof und das Haus der Kultur und Bildung. Weitere Informationen: www.jazzfruehling-nb.de

April: Aktiv werden beim Wanderfrühling auf Rügen

Der Rügener Wanderfrühling vom 5. bis zum 14. April 2019 bietet Interessierten rund 60 Wander- und Aktivangebote – zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Mit im Programm sind fachkundige Führungen durch die Natur- und Kulturlandschaften der Ostseeinsel samt Hiddensee, Nordic-Walking-Touren, Ausflüge nach Jasmund und in die Granitz, Ortsrundgänge durch die Seebäder sowie Exkursionen zum Kap Arkona. Zahlreiche Veranstaltungen sind kostenlos. Weitere Informationen: www.ruegen.de

Ab April: Ansommern in der Mecklenburgischen Seenplatte

Angrillen, Anradeln, Anbaden: Unter dem Titel „Ansommern“ wird es vom Fleesensee bis hin zur Feldberger Seenlandschaft von April bis Juni 2019 zahlreiche Veranstaltungen vor dem offiziellen Sommerstart geben. Vom Bad im ruhigen Waldsee über eine entspannte Hausboot-Partie bis hin zu einer geführten Tour durch den Müritz-Nationalpark warten zahlreiche Entdeckungen auf Besucher. Mit dem 48-Stunden Ticket haben Gäste außerdem die Möglichkeit, rund 15 Orte mit einer Fahrkarte anzusteuern. Weitere Informationen: www.1000seen.de

Ab April: Märchenhafte Momente beim Kultur- und Gartensommer in Schwerin

Von April bis September 2019 lockt Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin mit feiner Kultur und fabelhafter Unterhaltung. Im Rahmen des Schweriner Kultur- und Gartensommers wird Besuchern ein abwechslungsreiches Programm – sowohl im Schlossgarten als auch in der Altstadt oder im Freilichtmuseum Mueß – geboten. Den Auftakt macht traditionell die Veranstaltung „FrühjahrsErwachen“ am 27. April. In den Sommermonaten wird es neben Konzerten auch Ausstellungen und kulinarische Veranstaltungen geben. Mit dem „Windros Festival“ vom 6. bis zum 8. September 2019 im Mueßer Freilichtmuseum endet die Kulturreihe. Weitere Informationen in Kürze: www.schwerin.com

Mai: Müritz Sail in Waren

Vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2019 wird die Müritz Sail im Warener Hafen in der Mecklenburgischen Seenplatte – dem größten zusammenhängenden Wassersportrevier Europas – veranstaltet. Jung und Alt können Segelwettkämpfe, Wasserskivorführungen, eine Flottenparade, ein Höhenfeuerwerk oder einen Festumzug bestaunen, auf der Bummel- und Erlebnismeile flanieren oder beim Tauziehen auf dem Wasser, dem so genannten Fischerstechen, selbst aktiv werden. Weitere Informationen: www.mueritzsail.net

Mai: 94. Internationales Bachfest: Mehr als 20.000 Besucher erwartet

Unter dem Titel „Kontrapunkte“ wird im Rahmen des Doppeljubiläums „800 Jahre Hansestadt Rostock 2018“ und „600 Jahre Universität Rostock 2019“ vom 10. bis 19. Mai 2019 das 94. Internationale Bachfest der Neuen Bachgesellschaft zu Ehren von Johann Sebastian Bach (1685-1750) in der Hansestadt veranstaltet. Rund 100 Veranstaltungen an mehr als 20 Orten mit Bach-Interpreten von Weltrang, darunter Konzerte mit der Sopranistin Dorothee Mields, den beiden Preisträgern der Bach-Medaille Reinhard Goebel und Peter Kooij, den Organisten Ton Koopman und Christoph Schoener, den aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehenden Berliner Barock Solisten, der „lautten compagney BERLIN”, stehen auf dem Programm. Die künstlerische Leitung des Bachfestes übernimmt der Kantor der örtlichen St.-Johannis-Kirche, KMD Prof. Dr. h.c. Markus Johannes Langer. Ein breitgefächertes Rahmenprogramm bestehend aus Andachten, Abendliedersingen, Lesungen, Vorträgen sowie Familienangeboten machen das Fest zu einem der Höhepunkte 2019 für Musikliebhaber. Die Organisation des Bachfestes hat der Bachverein Rostock übernommen. Weitere Informationen: www.bachfest-rostock.de

August 2018 sorgt für kräftiges Plus im touristischen Gesamtjahr in M-V

Hauptsaison zieht viele Gäste an – Alleinstellungsmerkmale weiter nötig – Ein heißer Sommer allein macht noch keine Rekorde 

Der Sommermonat August hat in Mecklenburg-Vorpommern für einen kräftigen Zuwachs in der Tourismusbranche gesorgt. „In diesem Monat kam alles zusammen: Tolles Wetter, kaum freie Betten und volle Strände. Das besondere im August war, dass alle Bundesländer Sommerferien hatten – in einigen Ländern hatten sie gerade angefangen, in anderen zu Ende gegangen. Auch das machte sich bemerkbar. Gleichzeitig haben sich auch Kurzentschlossene für Mecklenburg-Vorpommern entschieden. Das Wetter darf nur ein Anreiz von vielen sein, um unser Land zu besuchen. Wir brauchen weiter Alleinstellungsmerkmale um uns deutlich von den Mitbewerbern zu unterscheiden. Hier sind weitere Investitionen notwendig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag in Schwerin. Allein im August konnte M-V nach Angaben des Statistischen Amtes bei den Ankünften ein Plus von 11,0 Prozent (1,14 Millionen Ankünfte) und bei den Übernachtungen einen Zuwachs von 9,7 Prozent (5,42 Millionen Übernachtungen) gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen.

Deutlicher Zuwachs im Jahresverlauf

Von Januar bis August konnten in Mecklenburg-Vorpommern 5,59 Millionen Ankünfte (+3,8 Prozent) und 22,62 Millionen Übernachtungen (+3,6 Prozent) vom Statistischen Amt registriert werden. Die Campingplätze haben ebenso in den ersten acht Monaten des Jahres zugelegt. Mit einem Plus von 12,4  Prozent bei den Ankünften (über 953.300 Gäste) und 8,5 Prozent bei den Übernachtungen (über 4,30 Millionen Übernachtungen) ist das nochmal ein ordentlicher Schwung in diesem Jahr. „Die Hauptsaison zieht viele Gäste an. Wir haben einen insgesamt guten Jahresverlauf. Dennoch: Die Wetter-Extreme erschweren künftig auch die Planbarkeit der Touristiker im gesamten Land. Ein heißer Sommer allein macht noch keine Rekorde. Der Blick muss stärker auf das Gesamtjahr gerichtet werden. Wir müssen vor allem auch in der Vor- und Nachsaison noch attraktiver werden. Herausforderungen sind die Erreichbarkeit, Fachkräftesicherung und Qualität im Tourismus“, mahnte Glawe. 

Reisegebiete mit deutlichem Zuwachs – Ergebnis zeigt: Branche hat sich erfolgreich auf Widrigkeiten eingestellt

„Es ist trotz größerer und kleinerer Baustellen im Land gelungen mehr Menschen als im Vorjahr für unser Land zu begeistern. Das ist auch ein Erfolg der Branche, die sich mit verschiedenen Aktionen auf ihre Gäste eingestellt hat“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Der Minister dankte allen Beteiligten, die zum Erfolg beigetragen haben. So verzeichnet Fischland-Darß-Zingst bei Ankünften (+9,5 Prozent) und Übernachtungen (+8,1 Prozent) den kräftigsten Zuwachs aller Reisegebiete. Auch die Mecklenburgische Ostseeküste (+6,0 Prozent bei Ankünften /+5,0 Prozent bei Übernachtungen) legte deutlich zu. Die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+5,8 Prozent bei Ankünften /+5,1 Prozent bei Übernachtungen) ist ebenso deutlich im Plus. Westmecklenburg (+5,1 Prozent bei Ankünften /+4,8 Prozent bei Übernachtungen) konnte in den Monaten Januar bis August gut zulegen. Die Reiseregion Vorpommern wächst weiter (+2,9 Prozent bei Ankünften /+3,5 Prozent bei Übernachtungen). Das Gebiet Rügen/Hiddensee (-0,5 Prozent bei Ankünften /+0,6 Prozent bei Übernachtungen) und die Insel Usedom (0,0 Prozent bei Ankünften /+1,1 Prozent bei Übernachtungen) liegen bei den Ankünften und Übernachtungen nahezu auf Vorjahresniveau. Die Hansestadt Rostock verzeichnete in den ersten acht Monaten des Jahres ein Plus von 6,0 Prozent bei den Übernachtungen, Schwerinliegt bei 0,8 Prozent, Greifswald bei +15,8 Prozent und Wismar bei 6,8 Prozent.

Wachstum bei ausländischen Gästen

Im Zeitraum Januar bis August 2018 verbrachten nach Angaben des Statistischen Amtes über 304.000 ausländische Gäste (+6,3 Prozent) 817.800 Übernachtungen (+7,5 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Zuwächse kamen vor allem von Gästen aus den Niederlanden, sowie der Schweiz und Österreich. Ziel ist es, in den Quellmärkten weiter intensiv zu werben. Unser Land muss international noch bekannter werden, um mehr Gäste aus dem Ausland für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe ab-schließend.

Sommermonat Juli 2018 sorgt für deutliches Plus im touristischen Gesamtjahr in MV

Binnenland legt kräftig zu – Mehr ausländische Gäste entdecken unser Land – Herausforderungen gemeinsam meistern

Campingplatz Quetzin am Plauer See, Foto: Bildarchiv TMV

Campingplatz, Foto: Archiv TMV

Der Start in die Sommermonate ist in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gelungen. „Besonders der Juli sticht hervor. Von der Ostsee bis ins Landesinnere gab es fast überall Zuwächse. Profitiert hat vor allem auch das Binnenland. Touristisches Zugpferd ist der Campingtourismus. Was mich besonders freut, dass auch mehr ausländische Gäste unser Land entdecken. Kernaufgabe ist die Entwicklung von noch mehr Saisonunabhängigkeit. Das zeigt sich immer wieder angesichts eines wechselhaften und vor allem kühlen Jahresbeginns und eines heißen Sommers. Wir setzen auf qualitativem vor quantitativem Wachstum“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch. Allein im Juli konnte M-V nach Angaben des Statistischen Amtes bei den Übernachtungen ein Plus von 4,8 Prozent (5,4 Millionen Übernachtungen) und bei den Ankünften einen Zuwachs von 4,1 Prozent (1,2 Millionen Ankünfte) gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen.

Jahresverlauf mit deutlichem Plus – tolles Wetter und schöne Natur reichen zum Erfolg nicht aus

Von Januar bis Juli konnten in Mecklenburg-Vorpommern 4,4 Millionen Ankünfte (+2,0 Prozent) und 17,2 Millionen Übernachtungen (+1,7 Prozent) vom Statistischen Amt registriert werden. Die Campingplätze Mecklenburg-Vorpommerns konnten im selben Zeitraum mit deutlichen Steigerungen abschließen. Sie erzielten ein Plus von 15,1 Prozent bei den Ankünften (über 688.800 Gäste) und 13,3 Prozent bei den Übernachtungen (über 3 Millionen Übernachtungen). „Das tolle Wetter und eine schöne Natur reichen allerdings nicht mehr aus, um mehr Gäste in ein Land zu locken. Das haben andere Regionen auch. Vielmehr muss der Gesamtrahmen durch ein abwechslungsreiches Angebot von Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen stimmen. Hier müssen wir intensiv weiter arbeiten“, forderte Glawe. „Gäste, die wiederkommen, schätzen Kontinuität, aber sie wollen sich auch gern mal überraschen lassen. Mit dem Polarium im Rostocker Zoo ist gerade ein zusätzliches Angebot eröffnet worden“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Auch das Phantechnikum in Wismar, das Agroneum in Alt Schwerin, das Müritzeum in Waren (Müritz) und das Ozeaneum in Stralsund  folgen diesem Ansatz mit neuartigen Ausstellungskonzepten und vielen Erlebnisangeboten neue Möglichkeiten für Gäste anzubieten.

Binnenland legt kräftig zu – Herausforderungen meistern

Das Reisegebiet Westmecklenburg (+5,1 Prozent bei Ankünften /+6,3 Prozent bei Übernachtungen)  hat in den Monaten Januar bis Juli die stärksten Zuwächse zu verzeichnen. Kräftig zugelegt hat auch die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+3,6 Prozent bei Ankünften /+3,1 Prozent bei Übernachtungen). Die Mecklenburgische Ostseeküste (+4,5 Prozent bei Ankünften /+3,4 Prozent bei Übernachtungen) legte deutlich zu. Die Reiseregion Vorpommern wächst weiter (+0,7 Prozent bei Ankünften /+1,1 Prozent bei Übernachtungen). Das Gebiet Rügen/Hiddensee (-2,8 Prozent bei Ankünften /-2,4  Prozent bei Übernachtungen) und die Insel Usedom (-2,0 Prozent bei Ankünften /-0,6 Prozent bei Übernachtungen) haben dagegen bei den Ankünften und Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch  geringe Rückgänge aufzuweisen. Fischland-Darß-Zingst legt bei Ankünften (+4,9  Prozent) und Übernachtungen (+2,1 Prozent) ordentlich zu. Die Hansestadt Rostock verzeichnete in den ersten sieben Monaten des Jahres ein Plus von 3,5 Prozent bei den Ankünften und 5,4 Prozent bei den Übernachtungen. Die Landeshauptstadt Schwerin wuchs um +1,5 Prozent bei den Ankünften und um 1,6 Prozent bei den Übernachtungen. „Trotz der guten Zahlen müssen wir gemeinsam mit der Branche die Herausforderungen meistern. Hierzu zählen die Schärfung des Tourismusbewusstseins, Investitionen in die Infrastruktur und Mobilität sowie die Fachkräftesicherung und mutige Innovationen“, erläuterte Glawe.

Mehr ausländische Gäste entdecken M-V

Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 verbrachten rund 236.000 ausländische Gäste (+5,1 Prozent) 616.000 Nächte (+6,6 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. Zuwächse gab es vor allem aus den Niederlanden, Schweiz, Österreich, Tschechien, UK und USA. „Das wir als erstes deutsches Bundesland bei der Internationalen Tourismus Börse Berlin als Partnerland aktiv waren, hat uns eine große internationale Aufmerksamkeit beschert. Daran arbeiten wir weiter. Unser Land muss vor allem im internationalen Vergleich noch bekannter werden. Wir brauchen mehr Gäste aus dem Ausland“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Asse im Hinterland von Mecklenburg-Vorpommern

In der Schatzkiste von Fischland-Darß-Zingst steckt viel mehr als nur Sommer, Sonne, Strand und See

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Bernsteinschleiferin bei der Arbeit, Foto: TMV/pocha.de

Fischland. Darß. Zingst. Bei diesen Namen schnalzen Ostsee-Kenner mit der Zunge. Wegen der Puderzuckerstrände, die an der Westflanke von Dierhagen über Ahrenshoop bis zum Darßer Leuchtturm und im Norden zwischen Prerow und Zingst nahtlos ineinander übergehen. Wegen des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, der alle Welt fasziniert mit seinen Landschaften, Gewächsen und Getieren. Wegen abertausender Kraniche, die jedes Jahr ausgiebige Zwischenstopps einlegen zum Tanken und Tanzen. Wegen der rostbraun getakelten Zeesboote, die zu Törns um die Halbinsel einladen und auf Regatten um den Sieg segeln. Wegen der Kunst- und Fotoszene, die ihren Ursprung in der Künstlerkolonie Ahrenshoop hatte. Und nicht zuletzt wegen diverser Hotels und Lokale, die auch verwöhnten Schlummerern und Schlemmern ein seliges Lächeln ins Gesicht zaubern. Kurzum: Auf dem schmalen, von Stürmen und Wellen modellierten Streifen Land, der die anbrandende Ostsee vom glitzernden Bodden trennt, findet so ziemlich jeder sein persönliches Urlaubsglück. Ob Baden oder Segeln. Surfen oder Kiten. Radeln oder Wandern. Futtern oder Fasten. Vögel angucken oder Fische fangen. Landschaft knipsen oder Landschaft malen. Seele baumeln oder Körper schwitzen lassen. Mit Familie urlauben oder solo. Mit Hund oder sogar Pferd – auf Fischland-Darß-Zingst kann sich jedermann nach Herzenslust austoben. Bei aller Ostsee-Euphorie wird dabei oft vergessen, dass Fischland-Darß-Zingst auch ein Hinterland hat. Das ist jammerschade. Denn jenseits vom Bodden, nur wenige Minuten weg von Strandtrubel und Badespaß belohnt eine Welt voller kleiner Wunder denjenigen, der sich auf die Suche macht. Ganz und gar malerisch zum Beispiel mäandert die Recknitz durch die romantische Wildnis uralter Torfmoore. Ein vorpommersches Flüsschen, das urwüchsige Natur in frappierender Einsamkeit und Stille offenbart. Ein Paddelrevier, wie man es sich schöner kaum vorstellen kann: mit Weiden und Schilfinseln. Mit Trollblumen und Orchideen. Mit Libellen und Moorfröschen. Mit Fischottern und Molchen.

Seit dem Mittelalter wurde auf dem Grenzfluss zwischen Mecklenburg und Vorpommern Salz transportiert – vor allem aus der Saline in Bad Sülze, die bereits 1243 urkundlich erwähnt wird. Im Salzmuseum der Stadt erfahren Besucher so gut wie alles über unser wichtigstes Gewürz, in den Wellness-Salztürmen von Trinwillershagen die wohltuende Wirkung von salzhaltigem Mikroklima am eigenen Leib. Und auf dem Wirtshausschild vom „Schmugglerkrug“ in Eixen schleppt nicht von ungefähr ein Mann einen schweren Sack über die Grenze – das „weiße Gold“ war die klammheimliche Schufterei seinerzeit offenbar mehr als wert. Auch das „Gold des Nordens“ kann man hier in erstaunlicher Masse und Klasse erleben: Das „Deutsche Bernsteinmuseum“ in Ribnitz-Damgarten präsentiert Europas schönste Bernsteinausstellung mit 1.600 ausgesuchten Exponaten im atmosphärischen Backsteinkloster. Aber auch bei der modernen, künstlerischen Verarbeitung ist Ribnitz-Damgarten Spitze. In der Schaumanufaktur von Ostdeutschlands größtem Schmuckproduzenten wird auf drei Etagen Bernstein bearbeitet und präsentiert – allein die Ringkollektion umfasst 4.500 Exemplare. Und auch hier wurden einzigartige Kunstwerke erschaffen: ein Originalmodell der Bounty etwa, ein Baum mit 29.000 Blättern und drei Meter Kronenumfang oder eine Riesenlampe, deren Elemente mit 50 Kilogramm Bernstein gefüllt sind.

Zoo-Vögel, Foto: Joachim Kloock

Küstenvögel, Foto: Joachim Kloock

Zum regionalen Superstar allerdings hat sich in den letzten 20 Jahren eine Einrichtung gemausert, in der man Papageien begegnet und Steppenadlern, Marabus und Kakadus, Uhus und Pinguinen oder ganz seltenen und unter Artenschutz stehenden Exoten wie der Socorrotaube, dem Geierperlhuhn oder dem Balistar, von dem es weltweit nur noch ganz wenige freilebende Exemplare gibt. Sie alle leben mit hunderten anderen Vögeln und Säugetieren aus allen Kontinenten etwa eine halbe Stunde von der Ostsee entfernt – im fabelhaften Vogelpark Marlow. Und nicht nur das: Hier sind sie häufig auch ganz nah und ohne Gitter zu bewundern – fast wie in freier Wildbahn. Ein Konzept, dem herausragende Vogelpark-Markenzeichen zu verdanken sind wie der einmalige Nachbau des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, in dessen verschiedenen Biotopen sich Rotschenkel, Säbelschnäbler, Krickenten oder Brandgänse wohl fühlen. Oder die ebenfalls begehbare riesige Küstenvogelvoliere: In ihr wurde der Lebensraum Ostseeküste mit Dünen, Strandseen und Spülsaum nachgestaltet – Heimat für Austernfischer, Eiderenten, Kormorane oder Lachmöwen, denen man zur Brutzeit direkt ins Nest schauen kann. Doch auch unter freiem Himmel sind den Vogelpark-Machern außergewöhnliche Anlagen gelungen. Zum Beispiel das Storchenrevier gleich am Eingang. Nicht einer, nicht zwei, nein mehr als 20 Weißstörche und ein paar seltene schwarze Exemplare bilden hier eine stolze Kolonie, klappern majestätisch über die Wiese und bauen ihre voluminösen Nester. Fluchtgefahr besteht keine; die Störche sind samt und sonders Unfallopfer mit so starken Verletzungen, dass Fliegen und damit Leben in freier Natur nicht mehr möglich ist. Von einem Ausguck, der wie ein Nest gestaltet ist, überblickt man aus Sicht eines Adebars die gesamte Anlage. Und nicht zuletzt kann man hier sogar die Nacht verbringen – in Baumpfahlhäusern mit Blick auf Südamerika- und Madagaskaranlage oder sogar mittendrin im Storchenrevier.

Weitere Informationen:

www.fischland-darss-zingst.de
www.vogelparkregion-recknitztal.de
www.auf-nach-mv.de