Archiv für das Schlagwort ‘Telemedizin

Telemedizinische Möglichkeiten auch in M-V nutzen

Aufhebung des Fernbehandlungsverbotes ermöglichen

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Im Schweriner Landtag ist der Einsatz telemedizinischer Möglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert worden. „Dabei werden Ressourcen – wie z.B. fachärztliche, aber auch hausärztliche Expertise – über räumliche Distanzen hinweg verfügbar gemacht und damit effektiver genutzt. Es werden Informationen idealerweise sektorenübergreifend bereit gestellt. Diese können beispielsweise von den an der Versorgung beteiligten Ärzten und Krankenhäusern genutzt werden. Dadurch werden Informationsverluste vermieden und die Versorgung verbessert. Im Kern geht es darum, dass nützliche und notwendige Entwicklungen bei uns im Land ermöglicht werden. Ich begreife die Digitalisierung des Gesundheitswesens dabei als Chance und als einen von vielen Wegen, um die grundlegende medizinische Versorgung sicherzustellen und zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag. Die Rede wurde im Landtag in Vertretung von Minister Glawe durch Innenminister Lorenz Caffier vorgetragen.

Fernbehandlungsverbot ermöglichen

Die Bundesärztekammer hat im vergangenen Jahr die Voraussetzungen für ausschließliche Fernbehandlungen geschaffen. Inzwischen haben die Ärztekammern in fast allen Bundesländern ihre Berufsordnungen entsprechend angepasst. „Es ist wichtig, die Anpassung der Berufsordnung auch in Mecklenburg-Vorpommern zu ermöglichen. Gerade unser Land als ein Flächenland sollte offen für ein Konzept wie die Fernbehandlung sein. Dabei geht es nicht darum, diese Behandlungsform zum Regelfall zu machen, sondern praktikable Lösungen für Einzelfälle zu schaffen“, so Glawe. „Hierzu ist es notwendig, auch die Bedenken auszuräumen, die im Wesentlichen auf ungeklärten Haftungsfragen beruhen.“ Gegenwärtig sind mit der bestehenden Berufsordnung bereits Fernbehandlungen in Einzelfällen möglich. Die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots in der vorliegenden Form bezieht sich auf Erstkontakte zwischen Patient und Arzt, die dann auch per Telemedizin berufsrechtlich in geeigneten Einzelfällen erlaubt wären. „Die Telemedizin bietet bereits jetzt viele Möglichkeiten im Bereich der Diagnostik und des Monitorings, aber auch bei der Behandlung. Diese Entwicklung wird sich rasant fortsetzen. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Ärzteschaft sich an die Spitze dieser Bewegung stellt, die diese Entwicklung aktiv mitgestaltet und Schwerpunkte setzt. Schließlich macht die Fernbehandlung nicht vor unseren Landesgrenzen halt“, machte Glawe deutlich. Bei der Förderung von Projekten im Land wollen wir verstärkt darauf achten, dass die Überführung von geförderten Projekten in die Regelversorgung gelingt. Hierzu werden Regelungen eines einheitlichen Verfahrens, welches auf den Veröffentlichungen zur E-Health-Initiative des Bundesgesundheitsministeriums basiert, genutzt. „Dies kann z. B. durch die frühzeitige Einbindung der Kostenträger in die Projektkonzeption geschehen oder durch die Entwicklung geeigneter Evaluationen, die die Anforderungen zur Überführung in die Regelversorgung erfüllen“, so Glawe.

„Regionale Versorgung“, „HaffNet“ und „Land|Rettung“ – innovative medizinische Projekte werden in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt

Ein Projekt des Gesundheitsministeriums beschäftigt sich mit der regionalen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Projekt wurden drei Versorgungsbereiche identifiziert, die besonders stark vom demografischen Wandel herausgefordert sind: das sind die Pädiatrie, die Geriatrie sowie die Palliativversorgung. Im Bereich der Geriatrie wird zur Unterstützung der regionalen geriatrischen Versorgung in Kooperation mit dem Medizinischen Versorgungsverbund Müritz e.V. eine digitale Fallakte entwickelt und erprobt. Als Beispiel für ein weiteres innovatives Vorhaben nannte Gesundheitsminister Glawe das Projekt „HaffNet“. Das Modell beschäftigt sich mit der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Es ist wesentlicher Motor im Projekt „Vernetzte Versorgung in M-V“. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. In der zweiten Ausbaustufe der Kooperation wird durch die AOK Nordost ein Prototyp der digitalen Patientenakte getestet. Es kann dadurch Vorreiter für ganz Deutschland werden. Mit dem Vorhaben „Land|Rettung“ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen eines dünn besiedelten ländlichen Raumes, verbessert werden. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

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25. Hausärztetag Mecklenburg-Vorpommern

Flächendeckende ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern sichern – Chancen der Telemedizin nutzen

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

In Rostock hat der 25. Hausärztetag stattgefunden. „Die Hausärzte nehmen im Gesundheitswesen eine besonders wichtige Funktion wahr. Sie sind regelmäßig der erste Ansprechpartner der Patienten. Ihnen kommt neben der Behandlung der Patienten die Rolle eines Lotsen zu, der den Patienten durch Überweisungen zu Fachärzten oder Kliniken den aus medizinischer Sicht geeigneten Weg durch das Gesundheitssystem weist. Die klassische Hausarztpraxis ist das Rückgrat der ambulanten ärztlichen Versorgung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Der Minister danke den Ärztinnen und Ärzten sowie ihren Teams für Ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Patienten bei uns im Land.

Flächendeckende Versorgung im Land sichern

„Uns alle verbindet das Ziel, die flächendeckende ärztliche ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich beispielsweise auch im ländlichen Raum bemerkbar.  Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung des Landes haben den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere Hausärzte für das Land zu gewinnen“, so Glawe. Etwa 240 Hausärzte werden in den kommenden fünf Jahren über 65 Jahre alt sein. (Quelle: Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern gemäß der Beschlussfassung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Mecklenburg-Vorpommern zum Stand der ambulanten Versorgung vom 14. März 2018).

Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten nutzen

Insbesondere für die Aufwertung der Allgemeinmedizin wird viel im Land getan. „Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Lehrstühle an den Universitäten Rostock und Greifswald für Allgemeinmedizin eingerichtet. Es wird ein Stipendienprogramm an Medizinstudierende ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden. Ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und Medizin wurde geschaffen und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Errichtung von Zweigpraxis und Gesundheitshäusern“, so Glawe weiter.

Über 230 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin

„Die Rahmenbedingungen insbesondere für Mediziner, die in der Allgemeinmedizin tätig werden möchten, sind deutlich verbessert worden“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Als Beispiele nannte der Minister auch die Aufhebung der Residenzpflicht sowie der Altersgrenzen für Ärzte bis zur Möglichkeit einer Tätigkeit in einem medizinischen Versorgungszentrum oder in einer Gemeindepraxis. Mittlerweile gibt es über 230 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin.  „Es muss unser Ziel sein, möglichst viele der Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinmedizin dafür zu gewinnen, ihre spätere Tätigkeit das Haus als auch tatsächlich in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen“, forderte Glawe. „Zudem ist es wichtig, insbesondere im ländlichen Raum tätigen Ärzten, Weiterbildungsermächtigungen zu erteilen. „Gerade in den Bereichen, in denen Weiterbildungsermächtigungen vorliegen, gibt es  gute Chancen, die weitergebildeten Ärzte als Nachfolger für die Hausärzte in Praxen zu gewinnen“.  Weiterbildungsassistenten sind Ärzte, die nach Erteilung der Approbation im Rahmen einer Weiterbildung einen Facharzt erwerben.

Telemedizinische Versorgung der Bevölkerung

Die telemedizinische Versorgung der Bevölkerung wird gerade auch in einem Flächenland immer wichtiger werden. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe verwies auf eine Vielzahl von Projekten, die in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Unter anderem wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie beispielsweise der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. Zugleich sprach Glawe sich für einen verstärkten Einsatz von Telemedizin in ländlichen Räumen aus. „Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten“, betonte Glawe. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern 1.166 Hausärzte tätig. Davon sind 744 Fachärzte für Allgemeinmedizin, 296 hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Medizin und 126 Praktische Ärzte.

Norddeutsche Bundesländer diskutieren ländliche Versorgung

Langfristige und praktikable Lösungen für die flächendeckende medizinische Betreuung entwickeln

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Montag in Hamburg bei der Regionalkonferenz Nord mit dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) über Zukunftsfragen der Gesundheitsversorgung diskutiert. Ein Thema war die künftige Gestaltung einer sektorenübergreifende Versorgung im medizinischen Bereich. „Mecklenburg-Vorpommern gilt als Modellregion für die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Alterszusammensetzung der Bevölkerung und die Veränderungen der Morbidität. Aus diesem Grund sind wir bereits dabei, langfristige und praktikable Lösungen zu entwickeln, um vor allem in ländlichen Regionen eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung sicherzustellen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort

Neue Wege in der Gesundheitsversorgung gehen

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe verwies auf eine Vielzahl von Projekten, die in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Unter anderem wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie die Einbindung aller Sektoren und Professionen, der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. Zugleich sprach Glawe sich für einen verstärkten Einsatz von Telemedizin in ländlichen Räumen aus. „Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten“, betonte Glawe.

„HaffNet“ und „Land|Rettung“ – innovative medizinische Projekte werden in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt 

Als Beispiel für ein innovatives Vorhaben nannte Gesundheitsminister Glawe das Projekt `HaffNet´. Das Modell beschäftigt sich mit der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Es ist wesentlicher Motor im Projekt „Vernetzte Versorgung in M-V“. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. In der zweiten Ausbaustufe der Kooperation wird durch die AOK NordOst ein Prototyp der digitalen Patientenakte getestet. Es kann dadurch Vorreiter für ganz Deutschland werden. Die im Gutachten des SVR thematisierten Probleme der sektorenübergreifenden Versorgung werden in diesem Projekt konkret und unter Nutzung der technischen Möglichkeiten angegangen. Die Praxis zeigt, dass der Vorschlag des Gutachtens zur Stärkung von Praxisnetzwerken in die richtige Richtung geht.

Mit dem Vorhaben `Land|Rettung´ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen eines dünn besiedelten ländlichen Raumes, verbessert werden. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. „Die intelligente Vernetzung und Koordination von ambulanter und stationärer Versorgung, unterstützt durch telemedizinische Aspekte, ist ein wichtiger Lösungsansatz für die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern. Auf diesem Weg werden wir die in der Medizin tätigen Akteure mit ihren Patienten unterstützen“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Informationen zum Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR)

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) hatte im Juli 2018 sein Gutachten „Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ vorgelegt. Erstmals werden Gutachteninhalte auch regional in vier Regionalkonferenzen vorgestellt und diskutiert. Die „Regionalkonferenz Nord“ fand unter Beteiligung der Bundesländer BremenHamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit über 300 Teilnehmern statt. Der SVR ist nach eigenen Angaben ein unabhängiges Gremium der Politikberatung, dessen Mitglieder vom Bundesministerium für Gesundheit für die Dauer von vier Jahren berufen werden. Das Gremium ist interdisziplinär besetzt und umfasst sieben Mitglieder, derzeit Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach (Vorsitzender), Prof. Dr. rer. pol. Eberhard Wille (stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. rer. pol. Wolfgang Greiner, Prof. Dr. med. Marion Haubitz, Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer, Prof. Dr. rer. oec. Jonas Schreyögg und Prof. Dr. med. Petra Thürmann.

Gesundheit im Blick in Mecklenburg-Vorpommern – Bilanz 2017 und Ausblick 2018

Verbesserung der medizinischen Versorgung im Flächenland, Investitionsmaßnahmen im Krankenhausbereich intensivieren, Stipendienprogramm für Medizinstudenten auf den Weg gebracht 

Klinikum-süd

Klinikum Südstadt, Foto: Joachim Kloock

29.12.2017 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat kurz vor dem Jahreswechsel auf aktuelle Herausforderungen der Gesundheitspolitik von Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam gemacht. „Im Fokus steht dabei die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in weniger stark besiedelten Regionen. Wir müssen den demografischen Wandel mit einer alternden Bevölkerung, die Veränderung der Morbidität und den zunehmenden Fachkräftebedarf bewältigen. Eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung unseres Landes sicherzustellen, steht dabei im Fokus. Wir werden auch im kommenden Jahr innovative Projekte im Bereich der Gesundheitsversorgung voranbringen. Es wird weiter in die Krankenhäuser investiert. Darüber hinaus wollen wir medizinische Fachkräfte für unser Land gewinnen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung überwinden

„Ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung ist es, die Schnittstellen zwischen der ambulanten und stationären Behandlung zu überwinden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe. Dazu wurde 2017 ein mehrjähriges Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung gestartet, das vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt wird. „Ziel in dem mehrjährigen Projekt ist es, Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen zu entwickeln und sie in Modellregionen zu erproben“, so Glawe weiter. Das Projekt wird sich schwerpunktmäßig mit den Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte beschäftigen. Übergreifende Themen wie die Einbindung aller Sektoren und Professionen, der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. „Während in der ersten Phase zunächst Modelle für bestimmte Fokusregionen entworfen und umgesetzt werden, wird am Ende jeweils geprüft, inwieweit die Lösungen auf andere Regionen übertragbar sind“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Im Rahmen dieses Modellprojektes wird auch die 2017 gestartete Portalpraxisklinik für die kinderärztliche Notfallversorgung am Kreiskrankenhaus Wolgast begleitet. 2018 sollen durch den Projektträger in mehreren Regionen unter Beteiligung der Akteure vor Ort zunächst beispielhafte Versorgungsmodelle und im Weiteren konkrete Umsetzungskonzepte in der Kinder- und der Altersmedizin entwickelt werden. In einem weiteren Schritt ist dies für die Palliativversorgung geplant. „Erkenntnisse, die auf andere Regionen übertragen werden können, sollen im Rahmen einer Evaluation gewonnen werden“, sagte Glawe.

Erneuerungen und Modernisierungen werden umgesetzt

Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als zwei Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen. „Die Krankenhauslandschaft Mecklenburg-Vorpommern ist grundsätzlich sowohl strukturell als auch baulich gut aufgestellt. Es wurden und werden hier Erneuerungen und Modernisierungen der Krankenhausstandorte realisiert, die aufgrund von veränderten medizinischen, technischen und planerischen Anforderungen erforderlich waren und dem demografischen Wandel Rechnung tragen“, so Glawe. Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.047 Betten und 1.339 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Investitionsmaßnahmen im Krankenhausbereich

Im Krankenhausbereich wurden 2017 rund 27 Millionen Euro Fördermittel für neue Investitionsmaßnahmen an Krankenhäusern und rund 23 Millionen Euro Pauschalfördermittel ausgereicht. „Damit geht der stetige und dringend erforderliche Sanierungs- und Erneuerungsprozess in den Krankenhäusern weiter“, betonte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe. In diesem Jahr wurde beispielsweise feierlich das Richtfest für den Erweiterungsneubau der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie an den Helios Kliniken in Schwerin begangen. Der Erweiterungsbau an der BDH-Klinik Greifswald ist fertiggestellt worden. In Karlsburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird die Dialyseabteilung umgebaut, eine Endoskopieabteilung mit zusammenhängenden Räumen entsteht. In Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird eine psychiatrische Tagesklinik neu gebaut. Für 2018 ist geplant, rund 50 Millionen Euro Investitionsmittel an die Krankenhäuser auszureichen. Darüber hinaus wird der Krankenhausplan stetig fortgeschrieben, um aktuellen Bedarfsentwicklungen Rechnung zu tragen. „Der Erhalt unserer leistungsfähigen und flächendeckenden Krankenhauslandschaft ist eine wichtige Aufgabe“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe weiter.

Stipendienprogramm für Medizinstudierende entwickelt – Beitrag zur Fachkräftesicherung

In diesem Jahr hat das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende entwickelt. Wer die finanziellen Hilfen erhält, verpflichtet sich, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztweiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu werden. „Das ist auch ein Beitrag, um gut ausgebildete Fachkräfte im Land zu halten und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. Im kommenden Jahr werden die ersten Stipendien ausgereicht. Es geht uns vorrangig darum, dass für Krankenhäuser und Praxen im ländlichen Raum und im öffentlichen Gesundheitsdienst mehr Mediziner zur Verfügung stehen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter. Das Stipendium beträgt 300 Euro monatlich und kann bis zum Ende des Medizinstudiums (dem Bestehen des Dritten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung), jedoch längstens für vier Jahre und drei Monate, ausgezahlt werden. Es liegen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales 27 Anträge vor, von denen sich 25 auf das Wintersemester 2017/18 beziehen.

Verstärkte sektorenübergreifende Versorgung notwendig

Innovative Ideen gebraucht – regionale Lösungen gemeinsam erarbeiten

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat in Zehna (Landkreis Rostock) für eine verstärkte sektorenübergreifende Versorgung geworben. „Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen ist eine Herausforderung vor allem für ländliche Regionen. Gerade die Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen ist ein Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland. Wir brauchen mutige und innovative Ideen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Fest steht auch, dass es nicht DIE eine Lösung für alle Regionen und Sachverhalte geben wird. Dies sollte uns allen Motivation genug sein, weiter an regionalen Lösungen zu arbeiten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Der Minister hat in Zehna am Serrahner Kreis teilgenommen. Der Kreis ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Unternehmern, Ärzten und Vertretern der Gesundheitswirtschaft und dem Gesundheitswesen. Er fand in diesem Jahr zum 22. Mal statt.

Netzwerke und Kooperationen im ländlichen Raum

Die Versorgung in dünn besiedelten ländlichen Räumen profitiert besonders von Netzwerken, da vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. „Der Übergang von der stationären zur ambulanten Versorgung ist beispielsweise auch in Bezug auf die Medikation eine kritische Situation. Durch Kooperationen können Fehler vermieden und die Behandlung deutlich verbessert werden. Hiervon profitieren insbesondere die Patienten“, so Glawe weiter. Als Beispiel nannte er HaffNet – ein innovatives Modell in der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. Ein weiterer neuer Ansatz ist die Portalpraxisklinik in Wolgast. „Mit den Beteiligten für die Region ist dort ein Konzept erstellt worden, das die Vorteile einer ambulanten Notfallversorgung mit denen der Anbindung an eine stationäre Versorgung verbindet. Auch dieses Projekt hat zum Ziel, die starren Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu überwinden“, betonte Gesundheitsminister Glawe.

Sicherung des Fachkräftebedarfs

Darüber hinaus ging Gesundheitsminister Glawe auf das Thema Sicherung des Fachkräftebedarfs ein. „Vor allem im ländlichen Raum werden Hausärzte gebraucht. Mecklenburg-Vorpommern plant, mittels der im Masterplan Medizinstudium vorgesehenen Landarztquote mehr Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. Ich denke, ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist die Steigerung der Attraktivität der Berufsbilder“, sagte Glawe weiter. Aktuell wird ein Stipendienprogramm erarbeitet, mit dem Medizinstudierenden Zuschüsse gewährt werden. Voraussetzung ist, dass diese bereit sind, im ländlichen Raum oder im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen

Ein weiterer wichtiger Lösungsansatz für die Gesundheitsversorgung der Zukunft gerade in ländlichen Räumen ist der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. „Insbesondere mit Unterstützung der Telemedizin kann durch den Zugriff auf eine ortsferne medizinische Fachkompetenz dazu beigetragen werden, die ortsnahe Versorgung zu erhalten oder zu verbessern und Ressourcen besser zu nutzen. Im Hinblick auf die wachsende Zahl von Menschen mit chronischen Erkrankungen ist das Telemonitoring ein bedeutender Baustein“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe. Die Entwicklungen in der Telemedizin werden nach Einschätzung von Gesundheitsminister Glawe der sektorenübergreifenden Versorgung einen entscheidenden Schub geben. „Wenn der Informationsfluss nicht mehr durch verschiedene Systeme geblockt wird und alle Daten zu einem Patienten in einer einheitlichen Patientenakte zusammengeführt sind, können Versorgungspfade in die Regelversorgung einziehen“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Innovatives Telemedizinprojekt vorgestellt

Telemedizinische Anwendung für die Versorgung von Hautkrankheiten im ländlichen Raum

arzt_bild_cartoon_grafik_clipart_20150906_1021958529In Schwerin ist am Dienstag im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) ein innovatives Telemedizinprojekt vorgestellt worden. „Das Ziel des Projektes ist es, die Möglichkeiten von telemedizinischen Anwendungen für die Versorgung von Hauterkrankten im ländlichen Raum zu erproben. Hauterkrankungen eignen sich hier besonders, da sich Hautveränderungen leicht über Bilder vermitteln lassen. So können Hausärzte, Fachärzte sowie Notfallambulanzen an Krankenhäusern mit Hilfe einer App die Symptome gemeinsam ansehen, beraten und entscheiden, wie weiter behandelt werden kann. Der Patient erhält über das System die notwendigen Informationen zur Verfügung. Er spart sich entsprechende Anfahrtswege“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. „Mir ist wichtig, dass die App und das zugrundeliegende telemedizinische Konzept zukünftig auch für andere Fachrichtungen wie beispielsweise der Augenheilkunde genutzt werden kann. Damit wird also keine Insellösung geschaffen, sondern ein übertragbares Konzept. Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform auch auf andere strukturschwache ländliche Regionen übertragen werden.“

Telemedizinische Beratung mittels App

Das Projekt etabliert ein telemedizinisches Konsil zwischen Ärzten und Fachärzten. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dabei eine App, die Veränderungen der Haut abbildet. Anschließend leiten sie die Daten an die Dermatologie der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) oder an kooperierende niedergelassene Dermatologen weiter. Von diesen Experten erhalten sie über die App anschließend eine konsiliarische Empfehlung zur weiteren Behandlung. Sofern Patienten kurzfristig keinen Termin bei Dermatologen erhalten, müssen sie nun nicht zwangsläufig eine Klinik aufsuchen. Sie können sich an ihren bereits behandelnden Hausarzt wenden und werden mittels Telekonsile trotzdem parallel von Spezialisten beraten bzw. behandelt. Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen werden miteinander vernetzt. Darüber hinaus tauschen sich auch zehn Notfallambulanzen mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald via Telekonsile aus. Die Konsortialführerschaft hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Partner des Projektes sind die Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald, die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH aus Neubrandenburg sowie das wissenschaftliche Institut für angewandte Versorgungsforschungs GmbH. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,8 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes gefördert. „Mit Hilfe der wissenschaftlichen Evaluation ist es uns möglich, nach Ablauf des Projektzeitraums eine qualitätsgesicherte App-Anwendung in die Regelversorgung zu implementieren“, betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Telemedizin als Flächenland von Bedeutung

„Die Telemedizin bietet neue Lösungsansätze für eine optimale Betreuung der Menschen. Für die Gesundheitsversorgung gerade in ländlichen Räumen ist die Telemedizin ein wichtiger Lösungsansatz. Sie ist für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern von enormer Bedeutung. Wichtig ist es, die in der Versorgungspraxis bewährte Insellösung in die Regelversorgung zu überführen. Auf diese Weise werden sie für alle nutzbar und zugänglich gemacht“, sagte Gesundheitsminister Glawe. „Die hohe Bedeutung, die der Telemedizin zugewiesen wird, spiegelt sich auch im Koalitionsvertrag wider. „Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in den dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns steht dort im Fokus“, so Gesundheitsminister Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt Ausbau der Telemedizin im Land

Das Wirtschaftsministerium unterstützt mit Mitteln der Förderung der Gesundheitswirtschaft die Etablierung telemedizinischer Projekte beispielsweise im Rahmen des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft. „Damit wird der wachsenden Bedeutung der Telemedizin Rechnung getragen“, sagte Glawe weiter. Auch im Bereich von Forschung, Entwicklung und Innovation werden Projekte im Rahmen der Verbundforschung gefördert. „Wir wollen, dass das Potenzial und bereits vorhandenes Know-how der Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Unternehmen auch im Land bleibt. Wir geben mit unserer Förderung Anreize, Forschung und Entwicklung im Praxisverbund mit kleinen und mittelständischen Firmen in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen.“ Für die Unterstützung von verschiedensten Vorhaben im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 rund 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Wir wollen weiter die medizinische Versorgung der Patienten sichern unter Einbindung vieler Akteure wie z. B. der Hochschulen und der IT-Branche. Das kann in gemeinsamer Projektarbeit gelingen, an dessen Ende ein innovatives Produkt steht“, erläuterte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.  

Statements der Partner

  • Manon Austenat-Wied, Techniker Krankenkasse, Leiterin der Landesvertretung M-V, Konsortialführerin

Der TK in Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Partnern ist es gelungen, Fördergelder aus dem Innovationsfonds ins Land zu holen. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt ‚Teledermatologie‘ gleich in der ersten Förderwelle dabei war“, sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, mit Hilfe der Telemedizin die dermatologische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Die Dermatologie bietet dafür gute Voraussetzungen. Hauterkrankungen sind fotografisch gut abbildbar und können auf digitalem Weg in angemessener Qualität versendet werden. Das Projekt startet mit diesem Monat. Circa bis August wird die App für eine gemeinsame Nutzung optimiert. In dieser Testphase können bereits Anfragen verschickt werden, auch um eventuell noch bestehende technische Unzulänglichkeiten zu beseitigen. Ab September wird der erste Patient über diese App betreut. Austenat-Wied betont, dass eine zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellt. Dabei vernetzen sich unterschiedliche Versorgungsbereiche. „Unser Ziel ist es, Patienten einen schnelleren Zugang ohne lange Wege und Wartezeiten zum Hautarzt zu ermöglichen“, erklärt die Kassenchefin ihr Anliegen.

  • Prof. Dr. Michael Jünger, Universitätsmedizin Greifswald, Direktor Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten

„Im Bereich der professionellen Medizin kann die Telemedizin bestimmte Aufgaben erfüllen, um Patienten besser nachzubetreuen“, erklärt Prof. Dr. Michael Jünger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald. Jeder niedergelassene Kollege sollte die Möglichkeit haben, auf einfachem Weg eine dermatologische Frage zu stellen. Gleichzeitig wird ihm, passend zu seiner Praxissoftware, eine zügige Antwort zugesichert. „Wir wollen dabei unterstützen, dass der behandelnde Arzt eine qualitativ akzeptable Therapieentscheidung treffen kann“, bestätigt Prof. Jünger. Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen werden miteinander vernetzt. Darüber hinaus tauschen sich auch zehn Notfallambulanzen mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald via Telekonsile aus. Aus seiner Erfahrung weiß Jünger, dass sich die Patienten so sicherer und wohler fühlen.

  • Rolf-Dietrich Berndt, Infokom GmbH, Geschäftsführer

Durch Smartphones und Tablets haben sich Apps im Alltag etabliert. Warum also sie nicht auch für die Gesundheit einsetzen, fragten sich die Projektteilnehmer. Eine App ist eine Anwendungssoftware und richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe. Die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH in Neubrandenburg ist der maßgebliche Entwickler der mskin® App, die im Projekt „Teledermatologie“ genutzt wird. Geschäftsführer Rolf-Dietrich Berndt steht für den sicheren Transport der Daten. „Wir bewegen uns im Bereich des Bundesdatenschutzgesetzes. Hier gelten sehr strenge Richtlinien.“ Berndt versichert: „Die Daten werden verschlüsselt übertragen und sind für Außenstehende nicht zugänglich.“ Er und sein Team arbeiten weiter an der Funktionalität der App. Sie soll nutzerfreundlich und selbsterklärend sein.

Gesundheit im Fokus – Ausblick für Mecklenburg-Vorpommern in 2017

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen ist zentrale Zukunftsaufgabe – mehr Hausärzte gebraucht

Zum Ausklang des Jahres ist Gesundheitsminister Harry Glawe auf die Herausforderungen der Gesundheitspolitik in der neuen Legislaturperiode eingegangen. „Wir haben in den kommenden Jahren eine Menge zu tun. Die Sicherstellung einer flächendeckenden hochwertigen medizinischen Versorgung, die Fachkräftegewinnung sowie der Schutz und lebensbegleitende umfassende Förderung der Gesundheit der Menschen zählen zu den Schwerpunkten. Die Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen ist dabei eine zentrale Zukunftsaufgabe“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Sektorübergreifende Versorgungsangebote ausbauen – Situation analysieren

Gesundheitsminister Glawe erläuterte, dass aus krankenhausplanerischer Sicht keine Schließungen geplant sind. „Eine Herausforderung ist es, künftig noch stärker an sektorübergreifenden Versorgungsangeboten zu arbeiten. Wichtig ist es zunächst, die Versorgungssituation im Land zu analysieren und neue Versorgungsmodelle zu entwickeln. Dabei sollen die in der Gesundheitsversorgung engagierten Akteure in Mecklenburg-Vorpommern vor allem vor Ort mit einbezogen werden, damit die Lösungen auch zu den regionalen Bedarfen passen und in den Kommunen Unterstützung finden“, sagte Glawe weiter.

Telemedizin ist wichtiger Ansatz für Gesundheitsversorgung

Für die Gesundheitsversorgung der Zukunft gerade in ländlichen Räumen ist die Telemedizin ein wichtiger Lösungsansatz. „Für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist das sogar eine absolute Notwendigkeit. Dabei kommt es zunehmend darauf an, in der Versorgungspraxis bewährte Insellösungen in die Regelversorgung zu überführen und damit für alle nutzbar zu machen“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Die hohe Bedeutung, die der Telemedizin zugewiesen wird, spiegelt sich auch im Koalitionsvertrag wieder: „Zielstellung ist dabei die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in den dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns“, so Gesundheitsminister Glawe.

Mehr Hausärzte gebraucht

Gesundheitsminister Glawe machte deutlich, dass es wichtig ist, dass mehr junge Mediziner als Hausärzte in unserem Land arbeiten. „Hausärzte und Fachärzte sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Hausärzte sind dabei regelmäßig der erste Ansprechpartner der Patienten, sie stellen die Grundversorgung sicher und lotsen die Patienten durch das Gesundheitssystem. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte könnte zu Problemen bei der hausärztlichen Versorgung in Zukunft führen. Wir brauchen mehr Ärzte, die nachrücken“, sagte Glawe. Das Durchschnittsalter der Hausärzte betrug im vergangenen Jahr (2015) 54,2 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern.

Gesundheitsminister Glawe regt Stipendienprogramm an

Darüber hinaus regte Gesundheitsminister Glawe ein Stipendienprogramm zur ärztlichen Fachkräftegewinnung an. „Hierzu möchte ich gemeinsam mit den universitätsmedizinischen Einrichtungen und der Ärzteschaft besprechen, ob und wie Stipendienprogramme zur ärztlichen Fachkräftegewinnung beitragen können. Ziel ist es, hausärztlich unterversorgte Region zu stärken“, betonte Gesundheitsminister Glawe abschließend.