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„Experiment Zukunft“ – Art & Science-Ausstellung zum 600. Rostocker Universitätsjubiläum

Mehr als eine „Ausstellung“– das „Experiment Zukunft“ startet am Sonnabend in Rostock

Art & Science-Ausstellung zum 600. Rostocker Universitätsjubiläum als öffentlicher Impulsraum

Das „Experiment Zukunft“ gilt als eines der ambitioniertesten Projekte zum 600. Jubiläum der Universität Rostock. Mit 18 Kunstprojekten, einem AStA-Zukunftscampus sowie einem umfangreichen Workshop-, Performance- und Diskursprogramm ist „Experiment Zukunft“ die erste große Art & Science-Ausstellung in Norddeutschland. Die Schau wird am Sonnabend, dem 23. März 2019, um 18:00 Uhr im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Mathias Brodkorb eröffnet und läuft bis zum 5. Mai. „Experiment Zukunft“ bringt Künstler, Wissenschaftler, Studierende sowie Bürger zusammen, um gemeinsam in wahrscheinliche, mögliche und fiktionale Zukünfte zu blicken. „Wir freuen uns, dass unser erstes großes Projekt zum Universitätsjubiläum nach langer und intensiver Vorbereitungszeit startet und sind sehr gespannt auf die Reaktionen“, sagte Universitätsrektor Professor Wolfgang Schareck. „In der Ausstellung werden die Besucherinnen und Besucher ermuntert, sich kontrovers und interaktiv mit den elementaren Zukunftsfragen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Wer sich darauf einlässt, kann spannende Diskussionen erleben und viel Neues erfahren. Der Kuratorin Dr. Susanne Jaschko ist in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle eine bislang einzigartige Verknüpfung von Wissenschaft, Kunst und Zukunftsräumen gelungen, die die Zuschauer herausfordern und hoffentlich auch begeistern wird“, so der Rektor.

Die Zukunft als Experiment?

Kochen wir zuhause demnächst mit solarem Wasserstoff? Stichwort Genetic Engineering – werden wir künftig Daten nicht digital, sondern im Erbgut von Organismen speichern? Wie wäre es, wenn wir in Zukunft neue Freunde und Partner nur über ihren Körperduft und gemeinsame Duftpräferenzen fänden? Welche Sinnesorgane könnten Meerestiere entwickeln, um den Klimawandel und die Meeresverschmutzung zu überleben? Werden wir in ferner Zukunft von einer künstlichen Intelligenz regiert? Dies sind nur einige der Fragen, die die ausgestellten Projekte aufwerfen und damit ethische und gesellschaftliche Normen sowie ökologische Modelle auf den Prüfstand stellen. „Wir assoziieren mit dem Wort Experiment einen offenen Ausgang – etwas nur bedingt in seinem Resultat Bestimmbares, vielleicht auch etwas Spannendes, neugierig Machendes. Doch wollen wir tatsächlich, dass die Zukunft ein Experiment ist?“, fragt die Kuratorin Dr. Susanne Jaschko, eine international erfahrene Expertin für zeitgenössische Kunst, digitale Kultur und Art & Science. „Die Ausstellung richtet diese Frage an seine Besucher in der Form von künstlerischen Projekten, die mithilfe von wissenschaftlichen Methoden, in Referenz zu wissenschaftlicher Erkenntnis oder in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entstanden sind oder während der Ausstellung weitergeführt werden. So unterschiedlich beide Disziplinen Kunst und Wissenschaft auf den ersten Blick sind, so vereint sie das Experimentieren, Beobachten und Erkunden sowie ein originäres Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Welt im Großen und im Kleinen“, so Jaschko.

In diesem Sinne ist „Experiment Zukunft“ mehr als nur eine Ausstellung. Das ambitionierte Projekt lädt alle ein, gemeinsam zu denken, zu reden, zu riechen, zu fühlen, zu hören, zu experimentieren und zu gestalten. Jedes der 18 Wissenschaftskunstprojekte eröffnet einen Ein- und Ausblick in ein eigenes Universum, das unsere Zukunft entscheidend beeinflusst. Besucher können in interdisziplinären Workshops Zukunftstechniken wie Digitales Calligraffiti oder die Heimanalyse von Mikroplastik in Lebensmitteln erlernen. Im Rahmen des Diskursprogramms können Bürger an Themenabenden wie „Die Zukunft des Alterns“, „Energien für die Zukunft“ oder „Hybride Zukunft – Hybrider Mensch“ Forscher der Universität Rostock und Künstler nach ihren Untersuchungen, Prognosen und Vorstellungen von der Zukunft befragen und mit ihnen diskutieren. Im Ganzen kann so ein vielschichtiges, erweitertes und komplexes Bild von dem, was wir wissen und dem, was sein könnte, entstehen.

Wie werden wir in Zukunft studieren?

Im AStA-Zukunftscampus haben sich zudem Studierende mit der Fragestellung auseinandergesetzt, wie junge Menschen in 50 oder 100 Jahren studieren werden. Dafür hat der wissenschaftliche Nachwuchs mit drei Schiffscontainern an das „Experiment Zukunft“ angedockt. „Mehr als 13.000 junge Frauen und Männer studieren und leben in Rostock. Sie sind identitätsstiftend für eine weltoffene, tolerante und spannende Stadt. Da geht es auch um die Frage, wie können wir unsere Stadt als Studienort noch attraktiver und fit für die Herausforderungen der Zukunft machen“, betonte Kunsthallenleiter Jörg-Uwe Neumann, der das Projekt gemeinsam mit dem AStA initiiert hat. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) als Vertretung der Studierendenschaft hat Vorstellungen und auch explizite Fragestellungen entwickelt, wie das studentische Leben in einigen Jahrzehnten in Rostock aussehen könnte und zum Mitmachen aufgerufen. „Wir wollen in mehreren Gedankenspielen einer ungefähren Vision, vielleicht Utopie, auf den Grund gehen“, so die beiden AStA-Projektleiter Johanna Treppmann und David Willer. „Was passiert, wenn die Mietpreise immer weiter ansteigen? Wie kann das Wohnheim der Zukunft aussehen? Wie wird sich die Uni verändern? Werden Räume in der Lehre bald überflüssig, weil per Videokonferenz und Lehre-on-Demand studiert wird? Und was passiert außerhalb der Hörsäle? Was isst der Studierende der Zukunft in der Mensa oder Molekularküche? Wie könnte das städtische Kulturangebot aussehen, das sich Studierende für die Zukunft wünschen?“

Studierende haben in kreativen Einsendungen die Uni, den Campus und die Mensa neu gedacht und entworfen. Diese Überlegungen sollen bis zum 27. April im Containeranbau vor der Kunsthalle präsentiert und diskutiert werden. Unterstützt wird der AStA-Zukunftscampus von der Landeskampagne „Studieren mit Meerwert“ und vom Jubiläumsbüro der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. „Experiment Zukunft“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Rostock mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und der Kunsthalle Rostock im Rahmen des Doppeljubiläums. Im vergangenen Jahr hat Rostock das 800. Stadtjubiläum gefeiert. In diesen Jubiläumsreigen fügt sich auch die Kunsthalle ein, die vor 50 Jahren eröffnet worden ist. Die Ausstellung läuft bis zum 5. Mai. Auf der Internetseite experimentzukunft.de wird ausführlich über die Ausstellung, die einzelnen Projekte, Veranstaltungen und Workshops informiert.

Bildunterschriften: Stellten heute das Ausstellungsprojekt vor: Fritz Beise (v.li.) von der Kunsthalle, David Willer und Johanna Treppmann vom AStA, Kuratorin Dr. Susanne Jaschko, Rektor Prof. Wolfgang Schareck und Kunsthallenleiter Dr. Jörg-Uwe Neumann. Anschließend führte Kuratorin Dr. Susanne Jaschko das erste Mal durch die Ausstellung, die auf 2.000 Quadratmetern im ganzen Haus zu sehen ist und am Sonnabend eröffnet wird. Die Wippe ist ein zentrales Element in der 1. Etage, die für eine besondere Form der Kommunikation ausprobiert werden kann. Miteinander diskutiert werden soll auch im AStA-Zukunftscampus, hier mit David Willer (v. li.), Anne-Victoria Hofacker und Johanna Treppmann vom AStA. Fotograf: Joachim Kloock

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Zum 120. Zoo-Geburtstag in Rostock – Studierende gestalten zwei spannende Zooausstellungen

Erstmalig gestalten Studierende der Universität Rostock gleich zwei Ausstellungen in Kooperation mit dem Zoo Rostock. „Das ist unser Geschenk an den Zoo Rostock zum 120. Geburtstag und auch ein Dank für die langjährige gute Zusammenarbeit“, sagte der Kustos der Zoologischen Sammlung an der Universität Rostock, PD Dr. Andreas Bick. „Dabei wollten wir uns nicht nur auf historische Aspekte beschränken, sondern viele spannende und Zoo relevante Themen in Zusammenhang mit ‚Rostocks Tierwesen‘ beleuchten.“

Zoo-Uni-Ausstellung_Foto_Joachim_Kloock_03Heute gewährten die Studierenden einen Blick hinter die Kulissen im Zoologischen Institut in ihr Blockpraktikum, in dem die Exponate aufbereitet werden. Zookuratorin Antje Zimmermann zeigte sich begeistert vom Stand der Vorbereitungen. „Die Studierenden erarbeiten mit viel Liebe zum Detail und wissenschaftlicher Kenntnis interessante Hintergründe zur Tierwelt und Entwicklung des Zoos. Wir freuen uns schon sehr auf die Eröffnung der Ausstellungen.“ Die beiden Expositionen sind auch Teil der gemeinsamen Aktivitäten im Doppeljubiläum 2018/19 der Stadt Rostock und der Universität mit dem Zoo. Während Rostock im vergangenen Jahr auf eine 800 Jahre alte Stadtgeschichte zurückblicken konnte, begeht die Rostocker Universität in diesem Jahr ihr 600. Jubiläum und der Rostocker Zoo feiert seinen 120. Geburtstag. Die Konzeption und Umsetzung eines zoologischen Themas in einer Sonderausstellung ist traditioneller Bestandteil des Wahlpflichtmoduls „Arbeit an naturkundlichen Museen“ im Masterstudiengang „Integrative Zoologie“ für Biologiestudierende. Zusätzlich zur Sonderschau zum Zoogeburtstag „Rostocks Tierwesen“ im Zoologischen Institut wird aktuell unter Hochdruck an einer zweiten Ausstellung unter dem Titel „Durchschaut – die Fortbewegung der Wirbeltiere“ für den Spiegelsaal des Darwineums gearbeitet. Seit Oktober vergangenen Jahres laufen die konzeptionellen Vorbereitungen für beide Ausstellungen. Seit dem 18. Februar erstellen und arrangieren die 13 Studierenden mit tatkräftiger Unterstützung des Zoos die Exponate für die beiden Ausstellungen.

14 Vitrinen mit Hintergründen zu ‚Rostocks Tierwesen‘

Für den Ausstellungsraum im Zoologischen Institut werden aktuell für die Sonderausstellung zu „Rostocks Tierwesen“ insgesamt 14 Schauvitrinen zu Zoothemen eingerichtet. Drei Glasschränke, „Im Wandel der Zeit“, „Gemeinsam statt einsam“ und  „Wir packen‘s an“ befassen sich mit der Zoohistorie. Es wird unter anderem ein Modell von der historischen Huftieranlage zu sehen sein. Ein vergleichendes Modell von der modernisierten Huftieranlage stellt die deutlichen Veränderungen in der Gehegegestaltung und die zeitgemäßen Auffassungen zur Tierhaltung durch das Zusammenleben von mehreren Tierarten heraus.  „Bei Tieren lernen“ zeigt die „lebendige“ Bildungsarbeit einer der ältesten Zooschulen. Die Rostocker Zooschule wurde vor 52 Jahren gegründet. In der Vitrine „Raritäten mit Ansprüchen“ geht es um Tiere, die sehr schwer im Zoo zu halten sind, so beispielsweise der Schnabeligel, bei dem der Rostocker Zoo sogar ein weltweit beachteter Zuchterfolg gelungen ist.

Hinter dem Themenkomplex „Nicht zu halten“ stecken Tierarten, die kaum in Zoos zu sehen sind, unter anderem antarktische Pinguinarten und Europäische Feldhasen. Bei „Füttern  à la carte“ dreht sich alles um die Ernährung der Zootiere, und bei „Auf den Zahn gefühlt“ werden unterschiedliche Tiergebisse dargestellt. Im Zoo gibt es auch „Tierische Besucher“, sozusagen gelegentliche „Untermieter“ wie  Eichhörnchen, Fuchs und Fledermaus, die durch die weitläufige Parklandschaft angezogen werden. Seltene und extrem stark vom Aussterben bedrohte Arten und deren Schutz stehen im Mittelpunkt der Vitrine „Noch zu retten!“. Das betrifft beispielsweise den Eulenpapagei Kakapo, von dem schätzungsweise nur noch 150 Exemplare auf Neuseeland leben.

„Weil‘s zusammen schöner ist“ zeigt die Vergesellschaftung vieler Arten in der Seevogelvoliere und „Natur-nah erleben“ Reviere, die möglichst dem Original in der Natur sehr ähnlich sind wie bei den Eurasischen Fischottern. In den Vitrinen „Zoosammen“ wird über die vielfältigen Kooperationen des Zoo mit der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock informiert und in „Wir übernehmen Verantwortung“ über Zuchtbücher und Artenschutzprogramme des Rostocker Zoos. Mit der Eröffnung der einjährigen Sonderausstellung im Zoologischen Institut am Universitätsplatz ist ab dem 3. April auch ein Besuch des Großtierpräparationssaales wieder möglich. Dort hat Knut Weidemann, ein Tierpräparator aus Greifswald, in mehrmonatiger akribischer Kleinarbeit das Skelett  von Rostocks legendärer Elefantendame Sara zusammengesetzt. Der Publikumsliebling im Rostocker Zoo starb 2013 im stattlichen Alter von 51 Jahren. 

Was im Zoo nicht zu sehen ist

„Wer in den Zoo geht, möchte die Tiere in ihrem Umfeld beobachten. Aber wie ist die Anatomie der Tiere? Welcher Skelettaufbau ermöglicht die hohen Geschwindigkeiten, die unglaubliche Sprungkraft oder herausragenden Klettereigenschaften? Die zweite Ausstellung der Studierenden „Durchschaut – die Fortbewegung der Wirbeltiere“, die am 21. März im Spiegelsaal des Darwineums eröffnet wird, wird anhand von verschiedenen Skeletten aus dem Anatomischen Institut der Universität Rostock Antworten auf diese Fragen geben.In Kürze ziehen dafür Dromedar, Flusspferd, Nashorn, Schweinswal, Schneeleopard, Faultier und Rhesusaffe in Form von präparierten Skeletten als Teil der Ausstellung ins Darwineum um. Darüber hinaus sind Röntgenbilder und Videos von der Universität Jena von bewegten Tieren zu sehen, die die Grundlagen der tierischen Fortbewegung verdeutlichen. Auch das Deutsche Meereskundemuseum Stralsund steuert Exponate für die Ausstellung im Darwineum bei. „Übrigens, da das Anatomische Institut in der Gertrudenstrasse dringend Platz braucht, werden alle tierischen Präparate künftig in der Zoologischen Sammlung untergebracht“, informierte Kustos Dr. Andreas Bick. „Einige kleinere Ausstellungsstücke sind schon umgelagert, die Großskelette werden nach der Ausstellung im Zoo in unsere Sammlung aufgenommen.“

Bildunterschrift: Florian Wlocka zeigt einen Eulenpapagei Kakapo. Er ist für den Schaukasten „Noch zu retten!“ verantwortlich. Foto: Joachim Kloock

Weitere 22 Mio. Euro aus Hochschulpakt in MV für Hochschulen freigegeben

Lehrerbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stehen im Vordergrund

Universität Rostock, Außenansicht, Foto: Martina Wichor

Universität Rostock, Foto: Martina Wichor

16.6.2016 – Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten weitere 22 Mio. Euro aus dem Hochschulpakt des Bundes. Das Land hat die entsprechenden Mittel freigegeben. Grund hierfür ist, dass die Entwicklung der Studierenden positiver ausfällt, als vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und den Hochschulen in einem gemeinsamen Planungskorridor angenommen. Von den zusätzlichen Mitteln profitieren alle Hochschulstandorte. „Bei den zusätzlichen Mitteln sollen die Bereiche Lehrerbildung mit bis zu 12 Mio. Euro und Karriereprogramme für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Umfang von 8 Mio. Euro zur Stärkung des Instrumentes der Juniorprofessur die Schwerpunkte bilden. Über die konkrete Ausgestaltung werden wir mit jeder Hochschule eine entsprechende Vereinbarung abschließen“, sagte Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb. Insbesondere im Bereich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gibt es deutlichen Veränderungsbedarf. Zwar stehen den Hochschulen zahlreiche W1-Stellen für Juniorprofessuren zur Verfügung, allerdings werden diese von den Hochschulen kaum mit Juniorprofessorinnen und -professoren besetzt. „Mit der Juniorprofessur im so genannten tenure track-Verfahren haben exzellente Nachwuchskräfte die Chance, nach einer sechsjährigen Bewährungszeit direkt auf einen ordentlichen Lehrstuhl zu wechseln. Dies erhöht die Karrierechancen deutlich und bietet nicht zuletzt Frauen eine gute Perspektive, auf wissenschaftliche Spitzenpositionen zu rücken“, so Brodkorb.

Universität Greifswald (einschl. Medizin): 6.845.724 Euro
Universität Rostock (einschließlich Medizin): 9.005.512 Euro
Hochschule für Musik und Theater: 830.569 Euro
Hochschule Neubrandenburg: 1.238.136 Euro
Fachhochschule Stralsund: 1.415.261 Euro
Hochschule Wismar: 2.784.919 Euro
Summe: 22.120.121 Euro

Thema im Landtag in MV – Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sichern

Stärkung und Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung – Durchlässigkeit braucht die Anerkennung gleichwertiger Abschlüsse

26.9.2015 – Am Freitag ist die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in der Landtagssitzung  in Schwerin diskutiert worden. „Obwohl das Image der deutschen Berufsausbildung in der Welt noch nie so gut war, stellen wir in Deutschland ein abnehmendes Interesse der Schulabgänger an einer dualen Berufsausbildung fest. Wir müssen heute früher bei den Schülern ansetzen, um sie aktiv für eine Ausbildung zu gewinnen. Wichtig ist, dass die Attraktivität der dualen Ausbildung bereits in der Schule im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung vermittelt wird“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns. Im Ausbildungssystem bleiben immer mehr Ausbildungsstellen unbesetzt. Einerseits stehen Jugendlichen mit höheren Schulabschlüssen mehr Alternativen zur Verfügung, andererseits sind Betriebe nur begrenzt bereit, Jugendliche mit niedrigeren Schulabschlüssen auszubilden. „Die Stärkung und Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung ist vor diesem Hintergrund eine wichtige Zielsetzung. Dabei gewinnen Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit im Bildungswesen zunehmend an Bedeutung. Durchlässigkeit braucht die Anerkennung gleichwertiger Abschlüsse. Es kommt auch darauf an, für die unterschiedlichen Zielgruppen Wege in die duale Berufsausbildung aufzuzeigen. Neue Potentiale müssen erschlossen werden“, so Glawe weiter. Als Beispiel nannte der Wirtschaftsminister Abiturienten, Studienabbrecher oder auch leistungsschwächere Bewerber. Die Hochschule Wismar und ihr Verbundpartner RegioVision GmbH Schwerin machen es sich mit dem Projekt „ask for change“ zur Aufgabe, Unternehmen für wechselwillige Studierende zu sensibilisieren, attraktive Ausbildungsangebote zu finden und die wechselwilligen Studierenden auf dem Weg in die Ausbildung zu begleiten. „Über die enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sollen die Unternehmen der Region die Gruppe der wechselwilligen Studierenden stärker als bisher als potenzielle Fachkräfte wahrnehmen“, sagte Glawe. Die Hochschule Wismar spricht mit dem Projekt „ask for change“ schon Studierende in den ersten Studiensemestern an, um ihnen Alternativen aufzuzeigen.

Wismarer Designstudenten arbeiten am POLARIUM für den Zoo Rostock mit

Eine Ausstellung zeigt erste Projektskizzen

Eine außergewöhnliche Ausstellung wurde heute im Zoo Rostock eröffnet. Im Atelier Natur werden Projektskizzen von Wismarer Designstudenten gezeigt, die sich ein Semester lang sehr intensiv mit dem neuen POLARIUM und den Lichtverhältnissen auf dem Zoogelände auseinandergesetzt haben. Im Vorfeld haben die Studenten der Hochschule Wismar Besucher und Mitarbeiter gefragt, was ihnen am Zoo gefällt und was nicht, um daraus innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Gleichzeitig wurde heute am Rande der Ausstellungseröffnung eine Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule Wismar über die weitere Zusammenarbeit unterschrieben. Die Ausstellung „Studieren im Grünen – Projektskizzen von Studenten der Hochschule Wismar für den Zoo Rostock“  kann bis zum 22. Juni 2015 besucht werden. „Studierende sehen den Zoo mit einem anderen Blick. Sie haben uns mit ihrem Engagement und mit frischen Ideen überrascht. Auch wenn bei weitem nicht alles umgesetzt werden kann, es sind aber viele wertvolle Anregungen dabei. Die Ausstellung ist ein Dank an die Studierenden und eine Einladung, in unserem ‚Grünen Studierzimmer‘ zu forschen und zu experimentieren“, sagte heute Zoodirektor Udo Nagel. „Schon beim DARWINEUM haben wir sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Hochschulen gemacht“, betonte Nagel, „so unter anderem mit der Universität Rostock und der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Das möchten wir gern anhand konkreter Projekte und insbesondere für das geplante POLARIUM ausbauen.“ Der Prorektor für besondere Aufgaben an der Hochschule Wismar, Prof. Dr. Anton Hahne, begrüßte die Kooperation, von der beide Seiten profitieren. „Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit sind ja schon vorhanden, wie die Projektskizzen des Masterstudiengangs Architectural Lighting Design und die Entwürfe aus dem Diplomstudiengang Kommunikationsdesign und Medien zeigen. Die Hochschule trifft sich hier sozusagen mit der Erlebniswelt vieler Rostocker und Besucher. Wir teilen mit dem Zoo einen pädagogischen Auftrag, aber auch den Auftrag, Wissenschaft und Forschung voranzubringen. Vor allem ist uns gemeinsam daran gelegen, die Lebensverhältnisse von  Mensch und Tier nachhaltig zu bewahren und zu verbessern.“

Studenten der Fachrichtung Kommunikationsdesign und Medien an der Hochschule Wismar haben an inhaltlichen Projekten zum Thema „Leben an den Polen“ gearbeitet, die sich gut im künftigen POLARIUM umsetzen ließen. Dafür entwickelten sie Spiele, die sowohl von Kindern als auch generationenübergreifend genutzt werden können. Themen wie Farben unter Wasser, Nahrungsketten, Leben in der Tiefsee, Verschmutzung der Meere, Wissenswertes zu Pinguinen und Eisbären wurden in leicht verständlichen Tafeln aufgearbeitet. Außerdem hat eine Studentengruppe des internationalen Masterstudienganges Lichtdesign (Architectural Lighting Design) Ideen entwickelt, wie der Zoo ins beste Licht gerückt werden kann. Die Ausstellung zeigt Beispiele zur Beleuchtung von Wegen und Plätzen, zur Betonung  besonderer Gebäude, Kunstwerke oder seltener Gewächse wie dem Mammutbaum sowie zur Lichtgestaltung der Eingänge und einiger Gehege. Dabei geht es nicht nur um funktionales Licht, sondern auch darum, eine stimmungsvolle Atmosphäre bei Abendveranstaltungen oder in der einsetzenden Dämmerung während der dunklen Jahreszeit zu schaffen. Die Arbeiten wurden bereits verteidigt. Insgesamt fünf Gruppen mit  Studenten aus mehreren Ländern hatten sich beteiligt. „Ich freue mich besonders darüber, dass es nicht nur Anerkennung gab für die vielen gut durchdachten Ideen und die Hingabe, mit der diese umgesetzt wurden, sondern auch für die wissenschaftliche Korrektheit der gesamten inhaltlichen Bearbeitung. Als Lehrende bin ich stolz auf meine Studierenden“, sagte die Dekanin der Fakultät Gestaltung, Professorin Hanka Polkehn auf der Ausstellungseröffnung.

Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb präsentiert neuen Animationsfilm über MINT-Fächer an den Hochschulen

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach einem Studium in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik

Screenshot_MINT-Animationsfilm, Quelle: BM M-V12.6.2014 – Im Mathematik-Studium lernen Studierende den windbeständigsten Standort für Windkraftanlagen zu berechnen. Am Nachmittag können sie sich am Ostseestrand eine steife Brise um die Nase wehen lassen. Auch an Land sind Technikkenntnisse gefragt, beispielsweise bei den vielen Open-Air-Festivals. Dies und vieles mehr zeigt ein neuer Animationsfilm, der Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe Lust auf ein Studium in Mecklenburg-Vorpommern machen will. Seinen Schwerpunkt bilden Studienfächer in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Der eigens für die Kampagne konzipierte Animationsfilm wird gezielt online verbreitet und holt die Jugendlichen somit genau dort ab, wo sie sich in ihrer Freizeit und zur Informationssuche aufhalten. „Mit dem Film wollen wir Schülerinnen und Schüler ermuntern, ein Studium in den sogenannten MINT-Fächern zu ergreifen“, sagte Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb. „Diese Fächer bieten die Aussicht auf eine Arbeit, die Spaß macht und mit der es sich gut leben lässt“, so der Minister. Junge Männer und Frauen, die ein naturwissenschaftlich-technisches Studium absolvierten, hätten später sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb wird den neuen Animationsfilm am Freitag, den 13. Juni 2014 am bundesweiten Tag der Technik in der Fachhochschule Stralsund erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Dort findet in diesem Jahr auch die zentrale Landesveranstaltung statt. Den „Tag der Technik“ veranstalten Vereine und Verbände gemeinsam mit Unternehmen und Hochschulen. Ziel ist, Schülerinnen und Schüler für Technik zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie vielfältig die Berufe in diesen Bereichen sind.

Der Animationsfilm ist Teil der weiterentwickelten Hochschulmarketingkampagne „Studieren mit Meerwert“ des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur und des Landesmarketings Mecklenburg-Vorpommern. Produziert wurde der Clip von der Hamburger Filmproduktionsfirma INFECTED, die sich auf visuelle Konzepte, Kampagnen und Animationsfilme spezialisiert hat. Mit der Weiterentwicklung und Durchführung der Kampagne, Schwerpunkt MINT, ist federführend die Kommunikationsagentur ORCA van Loon Communications betraut. Mit Oliver Rohrbeck, dem Sprecher des Justus Jonas aus der national bekannten Hörspielreihe „Die Drei ???“, ist es der Hamburger Agentur gelungen, einen prominenten Fürsprecher für den Hochschulstandort MV zu gewinnen. „Mit dem Animationsfilm wird das Versprechen ‚Studieren mit Meerwert‛ visuell eingelöst“, sagt Timo Lommatzsch, Geschäftsführer von ORCA van Loon. „Wir geben darin einen frischen Blick auf das breite Anwendungsspektrum der MINT-Fächer – und das vor der einmaligen Kulisse Mecklenburg-Vorpommerns.“ Außerdem werden an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern derzeit vier weitere Kurzfilme produziert, in denen Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den MINT-Bereichen zu Wort kommen. Herzstück der weiterentwickelten Kampagne ist das MINT-Blog, in dem Studierende regelmäßig authentische Erfahrungsberichte aus ihrem Studium und Studentenleben liefern. Dort finden sich neben Informationen zu naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern auch Tipps und Tricks rund um die Wohnungssuche, die Studienfinanzierung oder die Freizeitgestaltung an den Hochschulstandorten – von Konzerten bis hin zum Segeln am Strelasund. Im September dieses Jahres zieht außerdem wieder eine MINT-Road-Show über Schulhöfe in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Schülerinnen und Schülern werden dann viele konkrete Projekte aus den MINT-Bereichen vorgestellt. So haben sie die Gelegenheit, die Funktionsweise innovativer Implantate für das Herz-Kreislauf-System kennenzulernen, zu erfahren, wo nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden oder sie nehmen in einem originalen Rennwagen der „Formula Student“ platz. Der Film und das MINT-Blog unter: http://mint.studieren-mit-meerwert.de

 

Für Meisterkurse an Hochschulen stehen in diesem Jahr 25.000 Euro zur Verfügung

Minister Brodkorb: Angebot wird geisteswissenschaftliches Studium bereichern

Foto: © Diego Cervo/shutterstock.com19.1.2014 – Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb will den Diskurs zwischen Studierenden an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern und national sowie international ausgewiesenen Persönlichkeiten der Geisteswissenschaften verstärken. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat in diesem Jahr die Förderung von geistes- und buchwissenschaftlichen Meisterkursen ausgeschrieben. „Für Studierende ist es eine Bereicherung des Hochschulalltags, wenn sie neben ihren Hochschullehrerinnen und -lehrern auch andere renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erleben und direkt mit ihnen ins Gespräch kommen“, sagte Minister Brodkorb. Ziel ist, dass mindestens eine hochschulöffentliche Vorlesung sowie eine geisteswissenschaftliche Seminarveranstaltung mit besonders begabten Studierenden und/ oder Promovenden und den eingeladenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an mindestens einer Hochschule des Landes Mecklenburg-Vorpommern angeboten werden. Für die geistes- und buchwissenschaftlichen Meisterkurse stehen im Jahr 2014 25.000 Euro zur Verfügung. Finanziert werden können mit diesen Mitteln Honorare, Reisekosten, ein dem Format der Veranstaltung angemessener Rahmen, Kosten für Publikationen und weitere Druckosten.

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