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Neuer Maritimer Koordinator der Bundesregierung besucht Mecklenburg-Vorpommern

Maritime Industrie kommt voran – gemeinsame Anstrengungen notwendig

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

19.6.2018 – Am Dienstag hat der neue Maritime Koordinator der Bundesregierung Norbert Brackmann die maritimen Unternehmen Neptunwerft, Caterpillar und MV Werften in Rostock besucht. „Bei den hiesigen Werften herrscht eine positive Grundstimmung. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und es wird ordentlich investiert. Die maritime Industrie kommt voran. Auch aufgrund der Unterstützung des Bundes ist in den vergangenen Jahren vieles im maritimen Bereich im Land erst ermöglicht worden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe beim gemeinsamen Unternehmensbesuch bei den MV Werften in Rostock-Warnemünde. An dem heutigen Treffen hat unter anderem auch der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Eckhard Rehberg teilgenommen.

Gemeinsame Anstrengungen notwendig

Wirtschaftsminister Harry Glawe dankte dem Bund für sein bisheriges Engagement in Mecklenburg-Vorpommern. Er machte deutlich, dass es auch wichtig sei, den Bund künftig mit im Boot zu wissen. „Das Land setzt sich weiter dafür ein, die bestmögliche Unterstützung zu bekommen. Hier sind gemeinsame Anstrengungen mit allen Beteiligten notwendig. Jedes neu gebaute Schiff sichert Jobs oder schafft bei Folgeaufträgen weitere Arbeitsplätze in den Unternehmen. Das ist heute eine Situation, die noch vor wenigen Monaten kaum vorstellbar war“, betonte Glawe weiter.

Schiffbau im Wandel – Bund und Land unterstützen Innovationen

Der Schiffbau der vergangenen Jahre ist in MV gekennzeichnet durch technisch hochwertigen, innovativen Spezialschiffbau. „Die maritime Wirtschaft befindet sich in einem ständigen Strukturwandel. Die heimische maritime Wirtschaft hat sich darauf eingestellt. Heute wird mit dem Know-how im Bau von Küstenschutzbooten und Kreuzfahrtschiffen für Meere und Flüsse international gepunktet“, so Glawe weiter. Gleichzeitig wird eine noch stärkere Konzentration auf Forschung, Entwicklung und Innovation nötig. „Die Technologie- und Forschungskapazitäten zu bündeln, zu vernetzen und weiter auszubauen ist eine der wesentlichen Aufgaben, die wir lösen müssen“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Landesregierung leistet zum Teil gemeinsam mit dem Bund umfangreiche Unterstützung für die maritime Industrie. So werden z. B. mit dem vom Bund und den Küstenländern getragenen Innovationsförderprogramm „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ anwendungsbezogene und produktnahe Förderungen unterstützt. Für die anteilige Förderung von 22 schiffbaulichen Innovationen der Werften in Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang Landesmittel in Höhe von rund 7,0 Millionen Euro ausgezahlt bzw. bewilligt. „Die Landesregierung ist entschlossen, durch die Bereitstellung ausreichender Haushaltsmittel auch zukünftig für alle vom Bund geförderten Innovationsprojekte den Kofinanzierungsanteil zu leisten“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern ist die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro ein großer Wirtschaftsfaktor. Zum Schiff- und Bootsbau im Land zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen (MV WERFTEN in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, der NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der TAMSEN MARITIM in Rostock) sind derzeit rund 2.670 Mitarbeiter und weitere 230 Auszubildende beschäftigt (Stand Ende März 2018). „Die Schiffbauindustrie ist für die Landesregierung eine strategische Industrie. Insofern gewährte und gewährt sie ihr bei ihrem Strukturwandel die bestmögliche Unterstützung. Die Werften in unserem Land zählen mit ihrer langen Schiffbautradition mit zu den größten Arbeitgebern und sind von daher von großer beschäftigungspolitischer Bedeutung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

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MV WERFTEN startet Bau des ersten 204.000 BRZ großen Global Class-Kreuzfahrtschiffes

8.3.2018Es wird das größte Passagierschiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde – und dank des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) an Bord gleichzeitig das technologisch fortschrittlichste. Genting Hong Kongs Vorstandsvorsitzender und CEO Tan Sri Lim Kok Thay persönlich läutete mit dem ersten Stahlschnitt die Fertigungsarbeiten am Flaggschiff der Global Class-Serie ein. Begleitet von lautem Schiffshupen starteten heute in Wismar die Fertigungsarbeiten am ersten Schiff der Global Class. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, der Vorstandvorsitzende und CEO von Genting Hong Kong, Tan Sri Lim Kok Thay, und der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe, setzten per Knopfdruck die Brennmaschine zum ersten Stahlschnitt in Gang. Nur wenige Minuten später wurde auch in Rostock der erste Stahl geschnitten. Für den Bau des 204.000 Bruttoraumzahl (BRZ) großen Schiffes werden die Fertigungskapazitäten beider Standorte genutzt: Es wird das größte Passagierschiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde. Die Fertigung findet parallel auf den Werften in Wismar und Rostock statt, die Endmontage in Wismar. Die Ablieferung des Flaggschiffes ist für Ende 2020 geplant. Insgesamt sind rund 600 Firmen am Bau beteiligt.

„Nach drei Jahren Design- und Konstruktionsarbeit an den Schiffen der Global Class und einem über 210 Millionen Euro schweren Investitionsprogramm für MV WERFTEN, um die Anlagen auf den modernsten Stand der Technik zu bringen, freuen wir uns sehr, heute mit dem Bau des ersten Global-Kreuzfahrtschiffes zu beginnen“, sagte Tan Sri Lim Kok Thay. „Diese Passagierschiffe sind nicht nur die größten, die in Deutschland gebaut werden, sie sind auch die technologisch fortschrittlichsten. Sie greifen die Begeisterung der Asiaten für künstliche Intelligenz im Alltag auf, etwa durch Gesichts- und Spracherkennung für die meisten Dienste an Bord. Oder durch Roboter, die Routineaufgaben erledigen, sodass sich die Crew stärker auf andere Dienstleistungen konzentrieren kann“, fügte er hinzu. „Der Baustart ist ein wichtiger Schritt für die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit. „Mit dem Arbeitsauftakt des Global Class-Kreuzfahrtschiffes setzt MV WERFTEN seine Zukunftsstrategie für unser Land weiter um. Das stärkt den Schiffbau mit den heimischen Zulieferern und Dienstleistern. Mit den noch ausstehenden Aufträgen werden wichtige Industriearbeitsplätze bei uns im Land gesichert und geschaffen.“

Die Schiffe der Global Class sind speziell für den rasant wachsenden asiatischen Kreuzfahrtmarkt konzipiert. Sie verfügen über beliebte Einrichtungen wie ein Multiplex-Kino, einen Themenpark, ein Spa, verschiedene authentische asiatische Restaurants sowie Fast-Food-Alternativen, diverse Einkaufsmöglichkeiten und eine Luxus-Shopping-Meile. Die Kreuzfahrtschiffe werden 342 Meter lang und 46,40 Meter breit sein und einen Tiefgang von 9,50 Meter haben. Bei einer Größe von 204.000 BRZ bieten die Megaliner – bei Doppelbelegung – über 5.000 Passagieren in 2.500 Kabinen Platz. Die Kabinen sind speziell für asiatische Familien ausgelegt. Sie bieten Schlafplätze für zwei, drei oder vier Personen mit geteilten (zwei) Badezimmern und gestatten so einen größeren preislichen Spielraum für den asiatischen Markt. Mit Rettungsmitteln für bis zu 9.500 Passagiere können die Schiffe der Global Class auch den extrem hohen Andrang während der Ferienzeiten in Asien bewältigen. Zusätzlich zu 28 großen Fahrstühlen wird die Global Class mit acht Rolltreppenanlagen ausgestattet, die die öffentlichen Bereiche miteinander verbinden – und werden somit die ersten Kreuzfahrtschiffe mit Rolltreppen sein. Dank der Gesichtserkennung wird es nur minimale Warteschlangen beim Ein- und Aussteigen und beim Bezahlen geben, kontextuelles Marketing für eine gleichmäßige Auslastung der Schiffseinrichtungen sowie weitere KI-Systeme.

Jarmo Laakso, CEO von MV WERFTEN, sagte: „Der Bau dieser Schiffe ist eine große Herausforderung, die es nun zu meistern gilt. Wir werden all unser Können einsetzen, um ‚Schiffbau made in MV‘ weltweit als Qualitätsgaranten bekannt zu machen. Schon jetzt danken wir unseren Mitarbeitern und Partnern für ihre hervorragende Arbeit während der Design-, Konstruktions- und Planungsphase. Diese Leistung gilt es nun fortzuführen.“ „Die Werften haben in Mecklenburg-Vorpommern eine lange Tradition. Sie sind wichtige Arbeitgeber bei uns im Land. Der Kreuzfahrtschiffbau ist eine neue Herausforderung und die große Chance, allen zu zeigen, dass Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern Zukunft hat“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. „Heute ist ein wahrhaft historischer Tag“, erklärte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer. „Der Bau des größten Schiffes, das je in Wismar gebaut wurde, beginnt. Wir freuen uns mit der Werft und wünschen gutes Gelingen und einen erfolgreichen und unfallfreien Bauverlauf.“ Bis 2021 wird MV WERFTEN sechs weitere Schiffe abliefern: Die „Crystal Ravel“ wird im April abgeliefert. Seit Januar fertigt das Unternehmen in Stralsund die erste von drei Expeditions-Megayachten, die Ende 2019 abgegeben wird. Das zweite Schiff der Global Class wird ab 2019 gebaut und Ende 2021 abgegeben.

Über MV WERFTEN

Die drei Werften in WismarRostock und Stralsund gehören zu den größten und modernsten Schiffbaubetrieben Europas. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Wismar verfügt an allen Standorten über direkten Ostseezugang, wetterunabhängige Fertigungsanlagen sowie eine effiziente Logistikinfrastruktur – und vereint so innovative High-Tech-Produktion mit umfassender Schiffbau-Expertise. In ihrer jeweils 70-jährigen Geschichte haben die Werften insgesamt rund 2.500 Schiffsneubauten konstruiert, gefertigt und ausgerüstet, darunter Kreuzfahrtschiffe für AIDA, RoPax-Fähren für Stena Line und Flusskreuzfahrtschiffe für Premicon. Heute hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung und den Bau von luxuriösen Kreuzfahrt-, Flusskreuzfahrtschiffen und Megayachten spezialisiert. MV WERFTEN investiert kontinuierlich in neue Technologien, Anlagen und Mitarbeiterqualifizierung, um eine ausgezeichnete Qualität „made in MV“ zu gewährleisten. http://www.mv-werften.com

„Maritime Sicherheit“ – Fachtagung des Maritimen Clusters Norddeutschland e. V. (MCN) in Rostock

MV-Geschäftsstelle des MCN soll internationale Wettbewerbsfähigkeit heimischer maritimer Akteure im Verbund mit den anderen Küstenländern stärken 

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

Am Montag hat in Rostock eine Fachtagung zum Thema „Maritime Sicherheit“ mit rund 150 Teilnehmern stattgefunden. Veranstalter war die Landesgeschäftsstelle Mecklenburg-Vorpommern des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) e.V. „Der maritime Sektor hat für alle norddeutschen Länder eine besondere Bedeutung. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung untereinander. Dabei übernimmt das Maritime Cluster Norddeutschland eine wichtige Funktion an der Schnittstelle von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Mit dem gemeinsamen Verbund der norddeutschen Länder zeigt sich die maritime Wirtschaft wettbewerbsfähig und zukunftsorientiert. Die Landesgeschäftsstelle in Rostock soll Kooperations- und Innovationsprojekte initiieren und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen maritimen Akteure im Verbund mit den anderen Küstenländern stärken. Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort bei der Vorstellung der MV-Geschäftsstelle des MCN. Die regionale MCN-Geschäftsstelle ist bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostockangesiedelt; dort sitzt auch der Maritime Ausschuss der IHK`n aus Mecklenburg-Vorpommern. „So sind kurze Wege, eine enge Kooperation und detaillierte Abstimmung der entscheidenden Akteure untereinander gewährleistet. Ich freue mich sehr darüber, dass das MCN und das landesspezifische Innovationscluster unserer maritimen Zulieferer, MAZA, eng zusammenarbeiten“, sagte Rudolph.

Initiative aus Mecklenburg-Vorpommern: Fachgruppe „Maritime Sicherheit“ für Norddeutschland gegründet

Das MCN unterstützt als in Deutschland einzigartige länder- und sektorenübergreifende Plattform die maritimen Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft. Es ist 2011 zunächst als 3-Länder-Förderprojekt (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen) gestartet; Mecklenburg-Vorpommern und Bremen kamen Anfang 2015 als assoziierte Mitglieder dazu. Seit dem 01.01.2017 führen alle fünf Küstenländer ihre Zusammenarbeit in der maritimen Wirtschaft gemeinsam mit dem Clusterverein MCN e.V. fort. Derzeit hat der Verein 293 Mitglieder, davon neun aus Mecklenburg-Vorpommern. Dort sind zu einzelnen Themen Fachgruppen eingerichtet, wie beispielsweise Maritimes Recht, Personal und Qualifizierung, Schiffseffizienz, Unterwasserkommunikation sowie Yacht- und Bootsbau. Auf Initiative aus Mecklenburg-Vorpommern ist jetzt die Fachgruppe „Maritime Sicherheit“ entstanden. „Das Thema hat einen besonderen Stellenwert. Hier sind neue maritime Sicherheitskonzepte, verbesserte Standards, innovative Produkte und digitale Lösungen in allen Bereichen erforderlich. Das betrifft den Schiffbau, die Zulieferindustrie, Reeder und die Häfen. Nur im Austausch der einzelnen Akteure können neue Technologien und Produkte entwickelt sowie Risiken vermindert werden“, sagte Rudolph.

Fachkräfteoffensive für den Schiffbaustandort Mecklenburg-Vorpommern

„Wir wollen die kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern ermutigen und unterstützen, durch die Entwicklung marktfähiger Produkte ihre Wettbewerbsfähigkeit und Fachkompetenz zu erhalten und weiter auszubauen. Dafür braucht es engagierte Fachkräfte, die sich stetig über Qualifizierungen neues technisches Wissen aneignen. Das bringt die Unternehmen voran“, sagte Rudolph. Das Wirtschaftsministerium hat eine Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) aufgelegt. Wenn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen, können sie mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. Die Höchstförderung kann bis zu 100.000 Euro pro Förderfall betragen. Das Wirtschaftsministerium unterstützt zusätzlich kleine und mittlere Betriebe des verarbeitenden Gewerbes bei der Einstellung von Hochschulabsolventen mit technischem Hochschulabschluss. Damit sollen Unternehmen bei ihrem Fachkräftebedarf im ingenieurtechnischen und im IT-Bereich unterstützt werden. Bei der geförderten Personalstelle muss es sich um ein unbefristetes und zusätzliches – zum bisher schon vorhandenen Personal mit technischem Hochschulabschluss – Beschäftigungsverhältnis handeln, das tarifgleich vergütet wird. Die Lohnkostenförderung für den neuen Mitarbeiter kann nur erfolgen, wenn es sich um eine Ersteinstellung oder um eine Einstellung nicht später als drei Jahre nach Hochschulabschluss handelt. Die Förderungshöchstdauer beträgt 24 Monate. Die Höhe des Zuschusses beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben und wird in den ersten 12 Monaten auf maximal 30.000 Euro und in den folgenden 12 Monaten auf maximal 15.000 Euro je geschaffenem Arbeitsplatz begrenzt. Die Förderung erfolgt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Auch die Förderung durch Bildungsschecks steht Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Gefördert wird die Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten durch Maßnahmen, die es ermöglichen, Kompetenzen und Qualifikationen im Unternehmenskontext zu erhalten, zu erweitern oder zu erwerben. Die Förderung erfolgt in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Informationen zur maritimen Industrie und zum Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigte, die einen jährlichen Umsatz in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Zum Schiff- und Bootsbau zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen – den MV WERFTEN in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock – sind gegenwärtig rund 2.400 Mitarbeiter und rund 270 Auszubildende beschäftigt. Den Schiffbau ergänzen maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren mit etwa 140 Unternehmen und rund 5.000 hochwertigen Arbeitsplätzen. Die Produkte umfassen nicht nur Komponenten für das Finalprodukt Schiff, sondern auch maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik.

Produktionsstart für „Crystal Endeavor“ bei MV WERFTEN

Jedes neu entstehende Schiff ist Zukunftssicherung für die Region – Industriearbeitsplätze entstehen in Vorpommern 

Produktionsstart Crystal Endeavor15.1.2018 – In Stralsund begann mit dem ersten Brennschnitt der Bau der „Crystal Endeavor“, der ersten Expeditionsyacht mit Eisklasse für Crystal Cruises: Mit dem ersten Stahlschnitt startete heute bei MV WERFTEN am Standort Stralsund die Fertigung der Luxus-Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ für Crystal Cruises. Tan Sri Lim Kok Thay, CEO und Vorstandsvorsitzender der Genting-Gruppe, Tom Wolbers, CEO von Crystal Cruises, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe und Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow setzten unter den Augen zahlreicher Mitarbeiter und Gäste per Knopfdruck die Brennmaschine in Gang. „Mit dem ersten Stahlzuschnitt in Stralsund setzt MV WERFTEN den eingeschlagenen Weg in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich fort. Das ist die nächste Etappe des Unternehmens, den Schiffbau im Land weiter auszubauen. Dabei ist jedes neu entstehende Schiff Zukunftssicherung für die Region. Wichtige Industriearbeitsplätze entstehen in Vorpommern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die 164 Meter lange und 23 Meter breite Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ ist für Touren in der Arktis, Antarktis und in den Tropen gebaut.

Weltgrößte und geräumigste Megayacht mit Eisklasse

„Die ‚Crystal Endeavor‘ ist ein wirklich außergewöhnliches Schiff. Wir sind stolz, dieses Projekt umsetzen zu dürfen und freuen uns ganz besonders, heute in Stralsund wieder mit dem Schiffbau loszulegen und somit Hunderte neuer Jobs zu schaffen“, so Jarmo Laakso, CEO von MV WERFTEN. „Die Vorfreude auf diese innovative Expeditionsyacht ist enorm – wie auch unsere Erwartungen an den Standort Stralsund“, sagte Tan Sri Lim Kok Thay, CEO und Vorstandsvorsitzender der Genting-Gruppe. „Wir werden über 20 Millionen Euro in neue Anlagen investieren, sodass hier zukünftig effizient Kreuzfahrtschiffe gebaut werden können.“ Die „Crystal Endeavor“ wird die weltgrößte und geräumigste Megayacht mit Eisklasse sein. Nach ihrer Indienststellung in 2020 wird sie Passagiere bis in die entlegensten Winkel der Welt bringen. Das Luxus-Schiff, das ausschließlich über Suiten verfügt, bietet seinen Reisenden den preisgekrönten Crystal-Cruises-Service, zu dem auch ein persönlicher Butler-Service gehört.

Über Crystal Cruises

Crystal Cruises greift Unternehmensangaben zufolge nach der Krone im Luxusreisemarkt und plant binnen der nächsten Jahre im Rahmen des wohl größten und gleichzeitig hochwertigsten Neubauprogramms zur besten Luxusreisemarke der Welt zu wachsen. Schon jetzt gewinnt Crystal Cruises regelmäßig die international wichtigsten Luxusreisepreise, wie z. B. den „World’s Best Cruise Ship“ im Condé Nast Traveler’s Reader Choice Awards oder „World’s Best Large Ship Cruise Line” von Travel + Leisure. Mit den neuen Luxushochseeschiffen, Privatjets, Expeditionsyachten und Flusskreuzern beginnt für Crystal Cruises und dem deutschen Luxusreisemarkt eine neue Zeitrechnung. Gebaut werden diese Schiffe von MV WERFTEN in Mecklenburg-Vorpommern. „Luxury made in Germany“ für Crystal Cruises und das exklusivste Reisepublikum der Welt. Buchbar natürlich auch in Deutschland in jedem guten Reisebüro.

Über MV WERFTEN

Die drei Werften in WismarRostock und Stralsund gehören nach Angaben des Unternehmens zu den größten und modernsten Schiffbaubetrieben Europas. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Wismar verfügt an allen Standorten über direkten Ostseezugang, wetterunabhängige Fertigungsanlagen sowie eine effiziente Logistikinfrastruktur – und vereint so innovative High-Tech-Produktion mit umfassender Schiffbau-Expertise. In ihrer jeweils 70-jährigen Geschichte haben die Werften insgesamt rund 2.500 Schiffsneubauten konstruiert, gefertigt und ausgerüstet, darunter Kreuzfahrtschiffe für AIDA, RoPax-Fähren für Stena Line und Flusskreuzfahrtschiffe für Premicon. Heute hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung und den Bau von luxuriösen Kreuzfahrt-, Flusskreuzfahrtschiffen und Megayachten spezialisiert. MV WERFTEN investiert kontinuierlich in neue Technologien, Anlagen und Mitarbeiterqualifizierung, um eine ausgezeichnete Qualität „made in MV“ zu gewährleisten. www.mv-werften.com

Bildunterschrift: v.l.n.r. Erster Stahlschnitt für die Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ in Stralsund – Tom Wolber (CEO von Crystal Cruises), Jarmo Laakso (CEO von MV WERFTEN) und Harry Glawe (Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit), Foto: MV WERFTEN.

Qualifizierungsrichtlinie tritt in Kraft

Qualifizierungspaket geschnürt – erstmals unternehmensspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung – Investition braucht Qualifikation

Werft, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

28.11.2017 – Am ersten Dezember tritt die Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) in Kraft. „Die Wirtschaft ist im Wandel. Die Anforderungen wachsen, Spezialisierung und Qualifizierung für Beschäftigte wird gebraucht. Immer mehr Innovationen halten Einzug in die Produktionsabläufe. Gerade auch bei der fortschreitenden Digitalisierung werden mehr und vor allem andere Kompetenzen als bisher notwendig. Hier müssen wir mithalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb wollen wir mit einem neuen Förderprogramm neben den bisher schon bewährten Bildungsschecks erstmals auch Qualifizierungsprojekte von Unternehmen direkt fördern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag. Die Richtlinie ist am Montag (27. November) im Amtsblatt veröffentlicht worden.

Erstmals unternehmensspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung

Wenn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen, können sie mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. Die Höchstförderung kann bis zu 100.000 Euro pro Förderfall betragen. „Mir ist wichtig, den gesamten Prozess der Qualifizierung in den Firmen zu begleiten. Diese Förderung unterstützt die Unternehmen umfassend sowohl bei ihrer individuellen Personal- und Qualifizierungsplanung als auch bei der bedarfsgerecht gestalteten, berufsbegleitenden Weiterbildung ihrer Mitarbeiter“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe weiter. „Denn Fachkräftesicherung heißt nicht nur Arbeitnehmer von außen zu gewinnen, sondern das eigene Stammpersonal genauso im Blick zu haben. Das ist auch ein Beitrag dafür, die Betriebe konsequent beim technischen Wandel zu unterstützen.“

Berufliche Weiterbildung durch Bildungsschecks

Die Förderung durch Bildungsschecks steht auch künftig Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Gefördert wird die Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten durch Maßnahmen, die es ermöglichen, Kompetenzen und Qualifikationen im Unternehmenskontext zu erhalten, zu erweitern oder zu erwerben. „Bei der Qualifizierung von Mitarbeitern wird die Teilnahme sowohl an branchenübergreifenden als auch branchenspezifischen Weiterbildungen unterstützt. Mit dem neuen Förderprogramm können sich Unternehmen noch besser auf den vollziehenden technologischen Wandel einstellen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Die Förderung erfolgt in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben oder in Höhe von bis zu 75 Prozent als De-minimis Förderung. Für Qualifizierungen mit qualifizierter Teilnahmebescheinigung ist die Zuwendung auf höchstens 500 Euro je Bildungsscheck und Qualifizierungsmaßnahme begrenzt. Bei abschlussorientierten Qualifizierungen ist die Zuwendung auf höchstens 3.000 Euro begrenzt.

Investition braucht Qualifikation

Bedarf für Qualifizierung besteht aktuell vor allem im maritimen Bereich. Die als neue Werftengruppe entstandenen „MV Werften“ sollen in den nächsten 10 Jahren hauptsächlich Kreuzfahrtschiffe für die Reedereien der Genting Gruppe bauen. Das Bauprogramm für die nächsten fünf Jahre hat einen Auftragswert von rund 3,5 Milliarden Euro. Hiermit verbunden sind umfangreiche Neuinvestitionen von über 200 Millionen Euro. Neben Genting haben aber auch die anderen Werften im Land gute Auftrags- und Beschäftigungslagen. Auf der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun Werft wird in eine neue Schiffbauhalle für den Bau großer Maschinenraummodule investiert. „Um die anstehenden Investitionen erfolgreich umzusetzen, ist auch Qualifikation gefragt“, so Wirtschaftsminister Glawe. Gesucht werden im Land auch Fachkräfte beispielsweise in Bereichen wie Metallbau, Metallbearbeitung und Schweißtechnik sowie Elektrotechnik. Darüber hinaus steht aber auch das verarbeitende Gewerbe insgesamt unter erheblichem Anpassungsdruck unter anderem im Rahmen der mit Wirtschaft 4.0 beschriebenen Digitalisierung in den Unternehmen.

Anträge einreichen

Die Anträge sind vor Beginn der Maßnahme bei der GSA – Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH, Schulstraße 1 – 3, 19055 Schwerin, einzureichen. Die Antragsunterlagen sind bei der GSA erhältlich oder können im Internet unter www.gsa-schwerin.de abgerufen werden.

Entwicklungschancen der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

Maritime Industrie leistet wesentlichen Beitrag zur Beschäftigungssicherung – Land unterstützt maritime Zulieferer

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

Im Landtag wurden die Entwicklungschancen der maritimen Industrie und die Unterstützung der Branche durch das Land diskutiert. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe machte im Landtag deutlich: „Die maritime Industrie mit ihren Werften und den maritimen Zulieferern und Dienstleistern ist für die Landesregierung nach wie vor ein industrieller Kern und von strategischer Bedeutung. Mir ist wichtig, dass der Industriezweig an seine Leistungsfähigkeit, die er vor der Finanz- und Wirtschaftskrise innehatte, anknüpfen und diese möglicherweise sogar erhöhen kann. Von daher wird die maritime Industrie in den nächsten Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigungssicherung und auch zur Verbesserung der gesamten wirtschaftlichen Lage des Landes leisten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Land unterstützt maritime Zulieferer

Glawe erläuterte, dass die maritime Zulieferindustrie unterstützt wird. Dies ist nach § 9 Nr. 3 Werftenförderungsgesetz MV möglich. „Bürgschaftsanträge können im Interesse von Zulieferern durch Banken oder Versicherungsunternehmen gestellt werden, zu denen auch die Warenkreditversicherer zählen. Auf diese Weise lassen sich Wettbewerbsnachteile hiesiger Zulieferer gegenüber ausländischen Konkurrenten insbesondere bei Zahlungszielen begrenzen“, betonte Glawe. Daneben können maritime Zulieferbetriebe auch gemäß der Richtlinie zur Übernahme von Bürgschaften des Landes MV unterstützt werden. „Das gilt zum Beispiel hinsichtlich der Besicherung von Betriebsmittelkrediten, die für eine Auftragsfinanzierung von wichtiger Bedeutung sein können. Im Interesse des Landes sind grundsätzlich solche Maßnahmen volkswirtschaftlich förderungswürdig, die zur Schaffung und Sicherung nachhaltig wettbewerbsfähiger Strukturen geeignet sind“, sagte Glawe.

Gute Auftragslage an den Werftstandorten

„Trotz einer schwierigen Marktlage im internationalen Schiffbau herrscht bei den hiesigen Werften nahezu eine Aufbruchstimmung. Die Auftragsbücher sind gefüllt und es wird in erheblichem Maße investiert“, sagte Glawe. Die als neue Werftengruppe entstandenen „MV Werften“ sollen in den nächsten 10 Jahren hauptsächlich Kreuzfahrtschiffe für die Reedereien der Genting Gruppe bauen. Das Bauprogramm für die nächsten fünf Jahre hat einen Auftragswert von rund 3,5 Milliarden Euro. Hiermit verbunden sind umfangreiche Neuinvestitionen von über 200 Millionen Euro. „Neben Genting haben aber auch die anderen Werften im Land gute Auftrags- und Beschäftigungslagen. Auch hier werden weitreichende Investitionen getätigt, so z. B. auf der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun Werft in eine neue Schiffbauhalle für den Bau großer Maschinenraummodule“, so Wirtschaftsminister Glawe.

Bund und Land unterstützen Innovationen

Die Landesregierung leistet zum Teil gemeinsam mit dem Bund umfangreiche Unterstützung in der maritimen Wirtschaft. So werden zum Beispiel mit dem vom Bund und den Küstenländern getragenen Innovationsförderprogramm „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ anwendungsbezogene und produktnahe Förderungen unterstützt. Für die anteilige Förderung von 22 schiffbaulichen Innovationen der Werften in Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang Landesmittel in Höhe von rund 7,0 Millionen Euro ausgezahlt bzw. bewilligt. „Wie in der Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, ist die Landesregierung entschlossen, durch die Bereitstellung ausreichender Haushaltsmittel auch zukünftig für alle vom Bund geförderten Innovationsprojekte den Kofinanzierungsanteil zu leisten“, erläuterte Glawe. Das Wirtschaftsministerium hat mit der Qualifizierungsrichtlinie und der Richtlinie zur Förderung der Ersteinstellung von Hochschulabsolventen zwei neue Richtlinien erarbeitet.

Norddeutsche Zusammenarbeit wird ausgebaut

Eine weitere strategische Entscheidung zur Sicherung der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern ist das Engagement im Maritimen Cluster Norddeutschland e.V. (MCN). Über 290 Mitgliedern zählt das Netzwerk. Es bündelt die Kompetenzen der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Zentrale Aufgaben des MCN bestehen darin, auch über Ländergrenzen hinweg Kooperations- und Innovationsprojekte zu initiieren, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der norddeutschen maritimen Akteure zu stärken sowie deren regionale Kompetenzen auszubauen. „Hier wollen wir gemeinsam im Schulterschluss mit den norddeutschen Ländern die Potentiale der maritimen Wirtschaft bündeln und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das länderübergreifende Clustermanagement ist in dieser Form einzigartig in Deutschland und bildet eine regional verankerte Ergänzung zu den etablierten maritimen Wirtschaftsverbänden und lokalen Netzwerken“, so Glawe. Das Wirtschaftsministerium unterstützt darüber hinaus die kleinen und mittleren Unternehmen hier im Land bei der Etablierung eines „Regionalen Innovationsclusters“. „Ziel soll es sein, in Zusammenarbeit der Zulieferer und Dienstleister mit den Werften und den Einrichtungen aus der maritimen Wissenschaft und Forschung insbesondere eine Verbesserung der Energieeffizienz, des Klima- und Umweltschutzes und der Sicherheit bei den Schiffbauprojekten zu erreichen sowie durch die Entwicklung innovativer Fertigungstechnologien und -verfahren die Produktivität der Fertigungsprozesse zu steigern“, so Glawe.

Maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie mit ihren ca. 280 Unternehmen und insgesamt rd. 10.000 Beschäftigten eine Schlüsselstellung ein. Zum Schiff- und Bootsbau in MV zählen ca. 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. Zu den sechs großen Werftstandorten zählen: die MV Werften-Gruppe an den Standorten Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, die Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, die Peene Werft in Wolgast und die Tamsen Maritim in Rostock. „Alle zusammen beschäftigen gegenwärtig rund 2.300 Mitarbeiter und 280 Auszubildende“, so Wirtschaftsminister Glawe abschließend. Zum hiesigen Schiffbau zählen auch die zahlreichen (ca. 140) maritimen Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren. Sie schaffen so ca. 5.000 weitere hochwertige Arbeitsplätze in unserem Bundesland. Die Dienstleister und Zulieferer sind beispielsweise neben dem Schiffbau auch im Bereich maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie Offshore-Technik und in weiteren Bereichen der Meerestechnik tätig.

Auszubildende bei den MV WERFTEN begrüßt – Schiffskabinenproduktion startet

Fachkräftenachwuchs durch Auszubildende gesichert – Kabinenproduktion schafft Jobs in MV

Schiffskabine, Foto: Martina Wichor

Schiffskabine/Fähre, Foto: Martina Wichor

Die MV WERFTEN Gruppe investiert weiter in den eigenen Fachkräftenachwuchs. Heute startet für 90 neue Auszubildende und 12 Studenten, die ein duales Studium absolvieren, das Ausbildungsjahr. „Das ist ein wichtiger Beitrag für die eigene Fachkräftegewinnung und vor allem auch Fachkräftesicherung im Unternehmen. Die Schaffung von Ausbildungsplätzen ist auch ein klares Bekenntnis für die Region und für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe anlässlich des Ausbildungsstarts.

Ausbildung und Duales Studium wird angeboten

Die drei Werftstandorte in Wismar, Stralsund und Rostock sind von den IHKs in MV mehrfach als TOP Ausbildungsbetrieb geehrt worden. Neben den Ausbildungsrichtungen Anlagenmechaniker, Konstruktionsmechaniker, Fertigungsmechaniker, Industrieelektriker für Betriebstechnik und Mechatroniker wird von den MV WERFTEN auch ein Duales Studium Maschinenbau angeboten. „MV WERFTEN bieten eine ganze Palette von Ausbildungsmöglichkeiten an. Gut qualifizierte und motivierte Auszubildende und Mitarbeiter sind das Herz eines jeden Unternehmens. Nur durch diese lassen sich bestehende, wettbewerbsfähige Strukturen erhalten und eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung sicherstellen“, so Glawe weiter.

Unternehmen investiert in die Kabinenfertigung

Darüber hinaus ist in Wismar heute bei der MV WERFTEN Fertigmodule GmbH offiziell der Produktionsstart der Kabinenproduktion für die sogenannte „Global Class“ erfolgt. Insgesamt werden rund 3.400 Kabinen pro Schiff gebaut. Darüber hinaus werden für die Endeavor Class (Megayachten) Crewkabinen, etwa 150 pro Schiff, gefertigt. An der Westtangente in Wismar sollen auf einer Fläche von 9.000 Quadratmeter Kabinen vor allem für große Schiffe gefertigt werden. Die MV WERFTEN Fertigmodule GmbH investiert mehr als 17 Millionen Euro in die Kabinenfertigung. „Bis zu 200 Arbeitsplätze sind hier vor Ort in den kommenden Jahren perspektivisch geplant. Das sind Jobs im verarbeitenden Gewerbe, die unser Land dringend braucht“, betonte Wirtschaftsminister Glawe weiter. Die Global Class und die Endeavor Class werden ab 2018 bei MV WERFTEN in Wismar, Rostock und Stralsund gebaut. Die Kabinen werden als komplett vormontierte Module zu den Werften geliefert und dort installiert.