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Neue grenzüberschreitende Projekte befürwortet – deutsch-polnische Zusammenarbeit wird weiter intensiviert

Vorhaben schaffen bessere Lebensperspektiven für Bewohner in grenznahen Regionen – Erfolgsgeschichte des Programms muss fortgeschrieben werden

Otto Lilienthal, Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst, Berlin 1889, Abbildung gemeinfrei.

Otto Lilienthal, Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst, Berlin 1889, Abbildung gemeinfrei.

Für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und die Republik Polen sind neue europäische Projekte im Rahmen des Interreg-Programms V A (Informationen zum Programm, Seite 4) bewilligt worden. „Die Vorhaben vertiefen die kulturelle, touristische, ökologische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Partnern. Über die einzelnen Projekte entstehen bessere Lebensperspektiven für die Bewohner der grenznahen Regionen. Das grenzüberschreitende Programm leistet einen bedeutenden Beitrag zur europäischen wirtschaftlichen Stabilität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Insgesamt sieben Projekte sind ausgewählt worden – davon vier mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt sind sieben Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 14,5 Millionen Euro ausgewählt worden, davon vier Projekte mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung für die vier EU-Projekte beläuft sich auf rund 7,55 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Die europäischen Mittel im Interreg-Fördergebiet zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie muss fortgeschrieben werden. Wir benötigen weiterhin die Unterstützung, um die enge Nachbarschaft intensiv leben zu können“, hob Glawe hervor. Der Wirtschaftsminister verwies auf derzeit laufende Überlegungen der Europäischen Union, ab der Förderperiode 2021 Fördermittel zu reduzieren und die Fördergebiete neu zu definieren. „Wir werden uns weiter in Brüssel dafür einsetzen, dass das Interreg-Programm auch künftig für die deutsch-polnische Zusammenarbeit genutzt werden kann.“

Technikgeschichte in Pommern – grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Museen in Anklam und Szczecin

Die Städte Anklam und Szczecin wollen mit dem polnischen Technikmuseum und dem vorpommerschen Otto-Lilienthal-Museum die Technikgeschichte in Pommern besser erlebbar gestalten. Szczecin ist mit seinem Technikmuseum ein Aushängeschild in der technisch-historischen Museumslandschaft der Region. Anklam ist ein Tor zu einer führenden deutschen Tourismusregion an der Grenze zu Polen und verfügt über einen der großen Namen der Welt-Technikgeschichte – Otto Lilienthal. Durch das gemeinsame museale Konzept sollen generationsübergreifend Anwohner und Gäste der deutschen und polnischen Seite angesprochen werden. Ziel ist es, Bildungs- und Weiterbildungsangebote, ein Experimentarium sowie ein Lilienthal-LAB zu entwickeln. Während das Museum für Technik und Kommunikation (MTK) in Szczecin mit dem Experimentarium auf das Thema der individuellen Mobilität und die Verkehrserziehung setzen soll, soll das Otto-Lilienthal-Museum (OLM) das Thema Fliegen im Lilienthal-LAB, dem fliegenden Klassenzimmer, entwickeln. Mit dem Lilienthal-LAB soll das Otto-Lilienthal-Museum in der Nikolaikirche Anklam zum Lernort für alle werden. Baulich soll in Anklam dafür das Kirchenschiff der Nikolaikirche verändert werden – zum Ikareum. „Die oftmals komplexen Themen Technik und Mobilität sollen in den Museen für die Besucher attraktiv gestaltet werden. So kann jeder Interessierte über eigenständiges Forschen, Entdecken und Erfahren ein größeres Technikverständnis entwickeln“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Hansestadt Anklam und die Stadt Szczecin. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp drei Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

„Gestaltung von gewässernahen Räumen in Pasewalk, Pełczyce und Police zur Erweiterung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit“

Ziel des Projektes ist die größere Erlebbarkeit des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes durch die Entwicklung spezieller themenorientierter Bildungs- und Erlebnisangebote. Dazu ist unter anderem vorgesehen, eine neue gemeinsame Marke zu entwickeln, die Gebiete am Fluß Larpe in Police für Sport und Tourismus zu bewirtschaften sowie einen Fahrradweg, Stege für Freizeitangler und eine Aussichtsplattform zu errichten. In Pelczyce sind der Bau einer Brücke in der Jeziorna Straße, die Verbindung von zwei Seen mit einem Kanal und der Bau von touristischen Wegen neben der Brücke geplant. In der Speicherstraße in Pasewalk sollen unter anderem die Ufer der Uecker neu gestaltet, die Feldsteinmauern saniert und ein 50 Meter langer Holzsteg gebaut werden. „In den Regionen sollen neue, attraktive touristische Angebote entstehen für Urlauber, die sich für Geschichte und Sport interessieren. Mit der Umsetzung wird dazu beigetragen, weitere Gäste für einen Erholungsaufenthalt in der beeindruckenden Naturlandschaft zu gewinnen“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Stadt Pasewalk sowie die polnischen Gemeinden Police und Pelczyce. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,5 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro.

„Steigerung der Attraktivität des regionalen, grenzübergreifenden Natur- und Kulturerbes durch die Verbindung touristischer Infrastruktur, gemeinsame Werbung und Steigerung der Kenntnisse des Tourismusangebotes“

Das Projekthauptziel ist die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes der Region. Dies soll durch die Modernisierung der Tourismusinfrastruktur der Region und durch wechselseitige Verflechtung touristischer Infrastruktur sowie gemeinsame Förderung des Kurparks in Świnoujście (Swinemünde), des Tierparks Greifswald e. V. und der Feldherren-Akademie e. V. erreicht werden. Unter anderem ist vorgesehen, das gemeinsame touristische Angebot der Region zu erweitern, indem thematische Aktivitäten und Busfahrten organisiert werden. „Über das gemeinsame Projekt entsteht eine touristisch interessante Route von Greifswald über Wolgast bis nach Świnoujście. Der Kurpark in Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. werden dann grenzübergreifend und kombiniert attraktive Angebote für die Besucher initiieren“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Stadt Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. mit Sitz in Greifswald. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,4 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

„Schutz der Trockenrasen im deutsch-polnischen Grenzgebiet“

Die Projektpartner verfolgen das Ziel, den in den Grenzgebieten beheimateten Trockenrasen zu erhalten. Trockenrasen sind Lebensräume, die zu sehr wertvollen und gleichzeitig stark gefährdeten Elementen der natürlichen Umwelt Europas gehören. Die Biotope bilden sich an trockenen, nährstoffarmen Standorten und dienen als Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Trockenrasenpflanzengemeinschaften dienen als wertvolle Quelle der sogenannten Tracht (Blütenstaub und Nektar für Insekten). Die Schutzmaßnahmen sollen die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung (Mahd und Beweidung) sowie die Beseitigung von Sträuchern und Baumanflug umfassen. Das Projekt wird in den Landkreisen Vorpommern Greifswald und Uckermark sowie in den Gemeinden Kolbaskowo und Chojna umgesetzt. „In Kombination mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit soll den Anwohnern und Besuchern die ökologische Bedeutung von Trockenrasen eindrucksvoll vermittelt werden“, sagte Glawe. Projektpartner sind der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide e. V. (Brandenburg) und der Verband der Grünen GAJA (Polen). Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 1,1 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 900.000 Euro.

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Internationaler Museumstag: Mehr als 80 Museen in Mecklenburg-Vorpommern nehmen teil

Technisches Denkmal, Foto/Quelle: www.erdoelmuseum-reinkenhagen.de

Technisches Denkmal, Foto: http://www.erdoelmuseum-reinkenhagen.de

Orgel spielen, Seife herstellen und Schätze entdecken

Unter dem Titel „Netzwerkmuseum: Neue Wege, neue Besucher“ wird am 13. Mai der 41. Internationale Museumtag veranstaltet. Mehr als 80 Museen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich daran mit einem vielfältigen Programm mit zahlreichen kostenlosen Veranstaltungen. Im Folgenden ein paar Tipps für Museumsfans, weitere Informationen finden Interessierte in einem Veranstaltungsflyer unter www.museumsverband-mv.de.

Fische beobachten und Orgel spielen

Das Müritzeum in der Mecklenburgische Seenplatte lockt am Aktionstag mit drei Kurzfilmen, die im Rahmen des europäischen Jugendfilmprojekts „Young European Audience Development“ mit medienpädagogischer Unterstützung der RAAbatz Medienwerkstatt Mecklenburgische Seenplatte entstanden sind. Dabei führen Kinder von Geflüchteten, die nie zuvor ein Museum besucht haben, durch das „Haus der 1000 Seen“. Der Eintritt für die Filmvorführung im Foyer ist frei. Wer mehr über Flora und Fauna der Mecklenburgischen Seenplatte erfahren möchte, der schaut sich im Anschluss in den Räumlichkeiten um und entdeckt unter anderem Deutschlands größtes Süßwasseraquarium, das hunderte Maränen beheimatet. Weitere Informationen: www.mueritzeum.de 

Anlässlich des Internationalen Museumstages 2018 thematisieren die öffentlichen Familienführungen im Stralsunder Ozeaneum zum Beispiel, wie ein Walskelett ins Museum kommt, welche Tiere und Pflanzen in der Ostsee heimisch sind oder welcher Wal der Lauteste auf unserem Planeten ist. Außerdem gibt es die eine oder andere Geschichte rund um den 10. Geburtstag des Erlebnismuseums. Die Wal-Perspektive können Interessierte auch in der Spiele-App „Be the Whale“ einnehmen. Weitere Informationen unter: www.ozeaneum.de 

Wie ein Acker bestellt wird und welche tragende Rolle der Traktor um 1900 in Mecklenburg-Vorpommern übernahm – das erfahren Besucher im Freilichtmuseum Agroneum in Alt Schwerin (www.museum-alt-schwerin.de). Das Haus lockt mit Führungen zu den Themen „Leben und Wohnen auf dem Land“ und „Arbeiten auf dem Land“. Dabei können unter anderem Exponate aus der 500-jährigen Geschichte der mecklenburgischen Landwirtschaft bestaunt werden. Kleine Besucher können in der Mal- und Bastelwerkstatt traditionelles Handwerk erlernen und Farben aus Naturmaterialien herstellen.

Mit Hand und Fuß zu musizieren, ist für Besucher des Mecklenburgischen Orgelmuseums in Malchow möglich. An einem Modell dürfen Interessierte das Tasteninstrument selbst spielen. Die Klosterkirche und das ehemalige Pfarrhaus beherbergen zudem einen Raum mit zehn Orgeln, rund 600 Orgel-Schallplatten und eine Gesangsbuchsammlung. Am Aktionstag findet ab 19.00 Uhr eine Filmvorführung mit Orgelmusik in der Klosterkirche statt. Weitere Informationen: www.orgelmuseum-malchow.de 

Schatzsucher aufgepasst! Das Gold des Nordens, wie der Bernstein auch genannt wird, ist im Deutschen Bernsteinmuseum leicht zu finden. In einer der umfangreichsten Ausstellungen Europas werden 1.600 goldene Natursteine mit spektakulären Einschlüssen als feine Kunstwerke oder Schmuck gezeigt. Glänzende und wertvolle Reliquien aus dem 14. Jahrhundert sind außerdem im angrenzenden Kloster Ribnitz zu entdecken. Weitere Informationen: www.deutsches-bernsteinmuseum.de

Kunst und Kultur bestaunen

Das Staatliche Museum Schwerin öffnet am Aktionstag seine Tore und lädt ein, Schätze von der Antike bis zur Gegenwart zu bewundern. Besucher können sich ab 11.00 Uhr in die Welt der Kunst und Kultur entführen lassen und an thematischen Führungen wie „Neue Wege zu Kunst“ oder „Auf Heller und Pfennig – Führung im Münzkabinett“ teilnehmen. Weitere Informationen: www.museum-schwerin.de

In Ahrenshoop können Museumsbesucher nicht nur rund 800 Gemälde, Grafiken und Skulpturen mit Bezug zur Küstenregion bestaunen, sondern auch die preisgekrönte Architektur des Kunstmuseums. Inspiriert von den rohrgedeckten Häuser, wie vielfach auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu finden sind, entstand ein hochmodernes Gebäudeensemble aus Stahlbeton. Kinder entdecken die Kunstwelt während einer Führung ab 11.30 Uhr oder beim Workshop „Spiel der Wellen“. Weitere Informationen: www.kunstmuseum-ahrenshoop.de

In Greifswald, dem Geburtsort eines der bedeutendsten Maler der Frühromantik, Caspar David Friedrich, öffnet das Caspar-David-Friedrich-Zentrum seine Türen und gibt Einblicke in das Leben und Schaffen des Künstlers. Ergänzt wird die ständige Ausstellung in seinem ehemaligen Elternhaus mit einer Führung zum Thema „Hochzeitsbräuche zu Friedrichs Zeiten“ ab 10.00 Uhr.  Vor 200 Jahren heiratete der in Greifswald geborene Romantiker Caspar David Friedrich (1774-1840) seine Caroline in Dresden und begab sich anschließend mit ihr auf Hochzeitsreise in seine Heimat. Zudem können Besucher in einem zweistündigen Workshop in den Werkstätten des Künstlers Seife selbst herstellen. Weitere Informationen: www.caspar-david-friedrich-greifswald.de

Von Kuriositäten begeistern lassen

Einblicke in die Herstellung des Speisesalzes bis 1906 präsentiert das Salzmuseum in Bad Sülze. Gezeigt werden alte Fotos, Sachzeugen kommen zur Wort und ein nachgebildetes Gradierwerk kann besichtigt werden. Ab 10.00 Uhr wird ein Hoffest mit regionalen Produkten veranstaltet. Weitere Informationen: http://www.salzmuseum-badsuelze.de

Bis in 300 Metern Tiefe kann das U-Boot HMS Otus (www.hms-otus.com) abtauchen, das im Hafen von Sassnitz auf Rügen festgemacht ist. Von 10.00 bis 18.00 Uhr entdecken Museumsbesucher das 90 Meter lange Schiff, ausgestattet mit Abtastsonar, Radar, Funkpeilgerät und Kurzwellensender.

In der Dunkelkammer in Rastow wird die technische Entwicklungen aus 100 Jahren Fotografie präsentiert. Von 10.00 bis 12.00 Uhr können Freizeitfotografen in vier Kellerräumen des Gemeindehauses historische Film- und Fototechniken kennenlernen und in eine begehbare Camera Obscura – dort wird das Prinzip einer Lochkamera nachgestellt – eintreten. Weitere Informationen: www.dunkelkammer-rastow.de

Weihnachtsgeschichten im Frühling: Seit 2007 beherbergt die Heilig-Geist-Kirche in Güstrow eine umfangreiche Sammlung von Weihnachtskrippen. Die Hamburgerin Mechthild Ringguth trug diese über vier Jahrzehnte lang in mehr als 60 Ländern der Welt zusammen. Am Aktionstag sind Besucher des Norddeutschen Krippenmuseums eingeladen, dem Konzert des Ensembles „Spielkreis alte Musik“ Schwerin zu lauschen. Los geht es um 16.00 Uhr. Weitere Informationen: www.norddeutsches-krippenmuseum.de

Das Erdölmuseum im vorpommerschen Sundhagen widmet sich der Erdöl- und Erdgasindustrie in der ehemaligen DDR. Im Museum und auf dem angrenzendem Freigelände erfahren Interessierte viel Wissenswertes über die Geologie der Region sowie über Bohrtechniken. Weitere Informationen: www.erdoelmuseum-reinkenhagen.de

Weitere Informationen: www.museumsverband-mv.de