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Neue Hilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern

Unterstützungsmöglichkeiten für mehr Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern ausbauen – Etat um 50 Millionen Euro aufstocken

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Am Mittwoch hat die „Technologiekonferenz MV 2018 – Zukunft für den Mittelstand“ in Rostock stattgefunden. Schwerpunktthema war die Digitalisierung. „Die Unternehmen stehen vor enormen Veränderungen. Was vor einigen Jahren noch unter der Überschrift Utopie gehandelt wurde, ist heute schon vorstellbar geworden oder gar Realität. Am Arbeitsmarkt werden in der Zukunft andere Qualifikationen und Kompetenzen gefragt sein als heute. Wir müssen die Digitalisierung eher als Chance sehen und weniger als Risiko. Das ist eine Herausforderung. Wir unterstützen die Unternehmen dabei diesen Weg zu gehen“, sagte der Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph.

Fördermöglichkeiten werden ausgebaut

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph machte auf neue Unterstützungsmöglichkeiten für mehr Forschung, Entwicklung und Innovation aufmerksam. „Wir bauen den Forschungs- und Entwicklungsbereich bei uns in Mecklenburg-Vorpommern konsequent weiter aus“, sagte Rudolph. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) werden dabei unterstützt, ihre Produktionsprozesse zu analysieren, „digitale“ Lösungsvorschläge (Prozessinnovationen) zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen. Diese Pilotprojekte werden bei KMU mit bis zu 50 Prozent und bei großen Unternehmen mit bis zu 15 Prozent, jedoch max. mit 200.000 Euro gefördert. Zudem können zukünftig auch Analysen und Beratungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Unternehmen (Technikfolgenabschätzung) gefördert werden. „Wir haben den Kreis der möglichen Zuwendungsempfänger erheblich erweitert. Neu ist, dass im Gegensatz zu früher nicht nur das verarbeitende Gewerbe, sondern die gewerbliche Wirtschaft, wie beispielsweise auch Handel, Dienstleistung und Bauunternehmen, antragsberechtigt sind“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph.

Zukünftig soll als neues Instrument im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsrichtlinie des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern auch die Förderung von Investitionen möglich sein, die der Umsetzung von vorher durchgeführten Prozessinnovationen dienen. „Damit gehen wir noch einen Schritt weiter. Die Investitionen in Folge von Prozessinnovationen fördern wir mit 50 Prozent und bis zu 100.000 Euro. Hierzu zählen zum Beispiel Maschinen, Anlagen, Robotik, Automatisierungstechnik wie Sensorik oder Datenübertragungstechnik. Damit sollen Digitalisierungslösungen vom Schreibtisch in die Realität überführt werden“, erläuterte Rudolph. Damit die Unternehmen des Landes durch tatsächliche Beispiellösungen überzeugt werden können, unterstützen wir das Fraunhofer IGP in Rostock bei der Erweiterung der Forschungseinrichtung in einem vierten Bauabschnitt. Für 16,5 Millionen Euro wird dort eine Fabrik der Zukunft, ein Demonstrationszentrum Industrie 4.0., entstehen. „Für die regionale Wirtschaft stehen dann eine moderne Infrastruktur, innovative Methoden und intelligente Köpfe zur Verfügung“, sagte der Wirtschaftsstaatssekretär.

Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation soll aufgestockt werden – Antrag in Brüssel

Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Wir planen, die Forschungs- und Entwicklungsförderung um 50 Millionen Euro aufzustocken. Wir versprechen uns davon eine weitere Stärkung der Innovationskraft der regionalen Wirtschaft und die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze. Der Antrag auf Änderung des Operationellen Programmes liegt dazu in Brüssel. Wir sind guter Hoffnung, dass wir eine Zustimmung erhalten werden“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph. Im Zeitraum von 2014 bis zum August 2018 haben wir im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsförderung Zuschüsse von insgesamt 132,6 Millionen Euro für 388 Vorhaben bewilligt. Allein im Jahr 2017 waren es 50,4 Millionen Euro für 86 Projekte. „Die Möglichkeiten der Forschungs- und Entwicklungsförderung in Mecklenburg-Vorpommern werden von den Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Landes sehr gut angenommen. Ein sehr großer Teil der geplanten 168 Millionen Euro ist daher schon gebunden“, so Rudolph weiterInsgesamt wurden 88,5 Millionen Euro für 199 Verbundforschungsvorhaben, 33,3 Millionen Euro für 63 einzelbetriebliche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie 6,6 Millionen Euro für 87 Durchführbarkeitsstudien bewilligt. Bei der Verteilung der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation sind 39 Prozent der Mittel in die Biotechnologie und Medizintechnik geflossen. Mit 24 Prozent war der Maschinenbau beteiligt, 11 Prozent gingen in den Bereich der Mobilität und ca. 10 Prozent flossen in die Informations- und Kommunikationstechnologie. „Diese Zahlen zeigen, dass es im Bereich Forschung und Entwicklung keinen Stillstand gibt. Es wird gehandelt. Und das ist richtig so“, betonte Rudolph.

Unterstützungsmöglichkeiten nutzen

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph machte auch auf weitere Unterstützungsmöglichkeiten des Wirtschaftsministeriums aufmerksam. „Hierzu zählen die berufsbegleitende Qualifizierung der Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) sowie die kleinen und mittleren Unternehmen bei der Ersteinstellung von Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung (Einstellungsrichtlinie). Mit der Schaffung eines Kompetenzzentrums ´Digitalisierung in der Arbeitswelt MV´ wird eine zentrale Anlaufstelle für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie deren Interessensvertreter gefördert. Das Kompetenzzentrum soll die Informationen zu den Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Arbeit bündeln und weitergeben, übergreifend die neuen rechtlichen Herausforderungen aufbereiten und vermitteln, über vorhandene Unterstützungsangebote informieren und auch eigene Schulungen in Betrieben anbieten“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. Die Technologiekonferenz wurde u.a. vom Wirtschaftsministerium, von der IHK zu Rostock und vom Strategierat Wirtschaft Wissenschaft MV ausgerichtet.

Strategierat Wirtschaft Wissenschaft MV

Die Schaffung attraktiver und wissensbasierter Arbeitsplätze und die Erhöhung des Anteils wertschöpfungsintensiver Wirtschaftszweige an der Wirtschaftsstruktur stehen im Vordergrund der Technologiepolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Hierzu hat das Wirtschaftsministerium einen Strategierat berufen, der insbesondere eine enge Beratung und Begleitung des Landes zur Steigerung der Technologie- und Innovationskompetenz leistet und sich für die Förderung der Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft einsetzt. Mitglieder des Strategierates sind die fünf Wirtschaftskammern des Landes, fünf Hochschulen, fünf anwendungsbezogene außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, der Verbund der Technologiezentren sowie die Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit; Bildung, Wissenschaft und Kultur; Energie, Infrastruktur und Digitalisierung sowie Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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Onkologieexperten treffen sich in Rostock

Kooperationen von ambulanter und stationärer Versorgung wichtig – verlässliche Datenbasis zur Auswertung von Tumortherapien gebraucht

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Die Themen Mammakarzinom (Brustkrebs) und kolorektales Karzinom (Darmkrebs) standen im Mittelpunkt des 16. Ostseesymposiums Onkologie am Sonnabend in Rostock. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier onkologische Zentren. Zwei Zentren befinden sich in Rostock, jeweils ein Zentrum in Greifswald und Schwerin. „Besonders wichtig ist mir, dass diese Zentren sehr gut mit anderen Krankenhäusern und den ambulant tätigen Ärzten kooperieren. So gelingt es, umfangreiche Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Krebspatienten in unserem Flächenland zu leisten. Veranstaltungen wie das Ostseesymposium Onkologie tragen dazu bei, dass Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Pflegekräfte sich fachlich weiterbilden und intensiv auch außerhalb des täglichen Praxisalltags austauschen können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Veranstaltung wurde von der Universitätsmedizin Rostockorganisiert; Gesundheitsminister Glawe hatte die Schirmherrschaft übernommen.

Einrichtung Klinischer Krebsregister – verlässliche Datenbasis zur Auswertung von Tumortherapien notwendig

Die Bundesländer sind verpflichtet, Klinische Krebsregister einzurichten. Zu den erfassten Daten gehören insbesondere Diagnosen, Befunde sowie Angaben über Behandlungen und zum Krankheitsverlauf. „Entscheidend ist, Krebserkrankungen und deren möglichst wirksamste Behandlung zu verstehen. Dafür braucht es neben einem fachlichen, interdisziplinarem Austausch von medizinischem Fachpersonal auch eine verlässliche Datenbasis. Diese Aufgaben übernimmt das Klinische Krebsregister in Mecklenburg-Vorpommern. So kann beispielsweise der Erfolg von Tumortherapien besser ausgewertet werden. Dafür ist die engagierte Mitarbeit der Ärzte gefordert. Von den vollumfänglichen Meldungen werden im Ergebnis alle profitieren können“, forderte Glawe „Die klinische Krebsregistrierung dient der möglichst lückenlosen Erfassung von Krebserkrankungen sowie deren Verlauf und Therapie mit der Zielstellung der Verbesserung der Qualität der ambulanten und stationären onkologischen Versorgung“, so Gesundheitsminister Glawe.

Angaben zu Krebserkrankungen in M-V (Quelle: Gemeinsames Krebsregister)

Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder BerlinBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 53.500 Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs erhielten (Stand 31.12.2015). Krebserkrankungen treten zumeist im höheren Lebensalter auf: Die Hälfte der neuerkrankten Männer im Diagnosejahr 2015 waren 69 Jahre oder älter. Bei den Frauen betrug das mittlere Erkrankungsalter 70 Jahre. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund jeder siebente Mann und jede vierzehnte Frau mit einer in den vergangenen 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung. Im Jahr 2015 sind 747 Männer und 546 Frauen neu an Darmkrebs erkrankt. Bei einer Lokalisation in der Brustdrüse (Brustkrebs) waren es 1.239 Frauen und 16 Männer. Die Daten werden in verschlüsselter Form gespeichert und ausgewertet, um wichtige Informationen über Ursachen, Entwicklung und Vorbereitung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind alle Ärzte zur Meldung verpflichtet. Weitere Informationen unter: www.krebsregister.berlin.de

Ahoi Rostock – eine Stadt feiert die Kreuzfahrt und blickt in die Zukunft

Nachhaltige Entwicklung der maritimen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern im Fokus

ROSTOCK CRUISE FESTIVAL 14.-16.09.2018_1„Wo Schiffe begeistern, geht die Welt an Bord“ ist das ambitionierte Motto zur Premiere des ROSTOCK CRUISE FESTIVAL vom 14. bis 16. September 2018 in Warnemünde auf der Mittelmole. Von Freitag bis Sonntag dreht sich alles um die faszinierende Welt der Kreuzfahrt. Heute stellten in Schwerin Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe und der Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing, Tourismusdirektor Matthias Fromm, die Schwerpunkte und das Programm des dreitägigen maritimen Events vor.

Künftig soll abwechselnd mit den Hamburg Cruise Days das ROSTOCK CRUISE FESTIVAL alle zwei Jahre mit einem maritimen Programm für die ganze Familie zwischen Kaikante und Warnemünder Ostseestrand stattfinden. AIDA Cruises ist Premiumpartner des ersten ROSTOCK CRUISE FESTIVAL. Mit mehr als 40 Anläufen ist AIDA Cruises auch 2018 der stärkste Kreuzfahrtpartner der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. „Mit dem ROSTOCK CRUISE FESTIVAL empfiehlt sich die Hansestadt als attraktiver Tourismus- und Wirtschaftsstandort und lenkt die Aufmerksamkeit auf die gesamte Wertschöpfungskette der Schiffbau- und Kreuzfahrtindustrie in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte der Wirtschaftsminister. „Warnemünde ist längst mit jährlich über 200 Schiffsanläufen zu einem der größten Kreuzfahrthäfen in Deutschland avanciert. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das ROSTOCKCRUISE FESTIVAL vor allem auch deshalb, weil es um eine nachhaltige Entwicklung geht, in der auch Zukunftsaspekte der Kreuzfahrtbranche eine bedeutende Rolle spielen. Die Veranstaltung hat das Potenzial, sich zukünftig als Plattform für die gesamte maritime Wirtschaft zu profilieren und nachhaltige Effekte für die Werften, Kreuzfahrtbranche sowie deren Zulieferer und Dienstleister zu erzielen.“ „Wir freuen uns, im 800. Jubiläumsjahr der Hanse- und Universitätsstadt einen weiteren neuen Höhepunkt für Rostock zu setzen“, hob Tourismusdirektor Matthias Fromm hervor. „Die imagesteigernde Wirkung für ganz Mecklenburg-Vorpommern möchten wir optimal nutzen und bieten damit auch Unternehmen und Institutionen eine interessante Präsentationsmöglichkeit mit hoher medialer Aufmerksamkeit im Spannungsfeld der maritimen Wirtschaft“, so Fromm. „Aber natürlich geht es auch darum, uns als attraktive Urlaubsdestination in dieser einzigartigen wunderschönen Kulisse zu präsentieren.“

Ausbau der touristischen Infrastruktur im Kreuzfahrtbereich

„Der Kreuzfahrttourismus boomt. Er ist ein wichtiges wirtschaftliches und touristisches Segment, das in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren kontinuierlich wächst. Auch aufgrund der positiven Entwicklung unterstützen wir den Ausbau der Infrastruktur für den Kreuzfahrttourismus“, so Wirtschaftsminister Glawe.  Seit den 90er Jahren sind 20,49 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium in den Ausbau der Häfen Rostock-Warnemünde und Wismar im Rahmen des Kreuzfahrttourismus geflossen. Damit konnten Gesamtinvestitionen von rund 29,1 Millionen Euro ausgelöst werden. Die Mittel dafür stammen von der EU, vom Land und vom Bund. Mit den Geldern wurden in Rostock zum Beispiel die Liegeplätze 7 und 8 und die Grauwasserentsorgung im Bereich der Liegeplätze 6 und 8 in Rostock-Warnemünde ausgebaut. In Wismar wurde beispielsweise in die Vorbereitung zur Entwicklung der Infrastruktur für die Kreuzschifffahrt investiert. 

Die Welt zu Gast in Rostock – ein Wochenende mit Party, Pötten und Paraden

Maritime Themenwelten auf der Mittelmole lassen die Gäste das Thema Kreuzfahrt auf verschiedenste Weise erleben. Ein bunt gefächertes Programm bietet für jedermann ein dreitägiges Erlebnis rund um die Kreuzschifffahrt. In drei Themenwelten, die sich in „Erleben“, „Hören“ und „Informieren“ aufteilen, wird die Welt der Kreuzfahrt hautnah an den Gast gebracht. Der Auftakt des Festivalprogramms ist am Freitag um 18:30 Uhr direkt an der Festivalbühne, wo der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe und der Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Roland Methling, das ROSTOCK CRUISE FESTIVAL eröffnen. Von dort wird auch gleich danach die „Viking Sun“ auf die Reise verabschiedet. Hierfür wird, der Tradition von auslaufenden Schiffen folgend, die jeweilige Auslaufhymne der Schiffe gespielt und der Sound großflächig auf die Kaikante und die Mittelmole übertragen. Um 19:00 Uhr startet dann die erste Cruise Night, in dessen Rahmen auch die DJs Kamey und Senay Gueler auflegen. Das zweite Kreuzfahrtschiff, das an diesem Abend den Hafen verlässt, ist um 21:00 Uhr die „Marina“. Absolutes Highlight wird die große Auslaufparade am Samstagabend um 22:00 Uhr, bei der die Kreuzliner „AIDAmar“, „Norwegian Breakaway“ und „Columbus“ direkt hintereinander den Warnemünder Hafen verlassen. Auf diese große Inszenierung ist der beste Blick auf die Ozeanriesen von der Kaikante oder dem Strand garantiert. Mit einem imposanten Feuerwerk werden die drei Schiffe sich hintereinander aufreihen und auf das offene Meer begleitet. Dabei werden ca. 3.400 Effekte von römischen Lichtern und Feuertöpfen bis hin zu Raketen, die hoch über der Küste aufsteigen, gezündet. Die Besucher können sich auf eine spannende und hochemotionale pyrotechnische Show freuen, die die Kreuzfahrtschiffe und den Hafen von Warnemünde perfekt in Szene setzt. Für alle Daheimgebliebenen überträgt das NDR Fernsehen die Auslaufparade live ab 21:45 Uhr.

Umweltsymposium thematisiert Wege zur Schadstoffreduzierung

Am Sonnabend, dem 15. September, findet parallel zum ROSTOCK CRUISE FESTIVAL im nahegelegenen Technologiezentrum Warnemünde ein Symposium zum Thema „Neue Umwelttechnologien zur Schadstoffreduzierung in der Schifffahrt“, das von der Rostocker Hafen- und Entwicklungsgesellschaft ROSTOCK PORT initiiert wird, statt. Damit greift das Festival ein wichtiges Zukunftsthema der maritimen Industrie, insbesondere der Kreuzfahrt auf. Die mit der Kreuzfahrt im Zusammenhang stehenden Anforderungen zur Reduzierung von Lärm- und Schadstoffemissionen werden so ins Blickfeld gerückt und die verfügbaren technologischen Optionen aus Sicht von Vertretern von Reedereien, Werften, Wissenschaft und Technik vorgestellt. Eine Reflexion des Themas erfolgt abschließend im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion.

www.rostock-cruise-festival.de

Asse im Hinterland von Mecklenburg-Vorpommern

In der Schatzkiste von Fischland-Darß-Zingst steckt viel mehr als nur Sommer, Sonne, Strand und See

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Bernsteinschleiferin bei der Arbeit, Foto: TMV/pocha.de

Fischland. Darß. Zingst. Bei diesen Namen schnalzen Ostsee-Kenner mit der Zunge. Wegen der Puderzuckerstrände, die an der Westflanke von Dierhagen über Ahrenshoop bis zum Darßer Leuchtturm und im Norden zwischen Prerow und Zingst nahtlos ineinander übergehen. Wegen des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, der alle Welt fasziniert mit seinen Landschaften, Gewächsen und Getieren. Wegen abertausender Kraniche, die jedes Jahr ausgiebige Zwischenstopps einlegen zum Tanken und Tanzen. Wegen der rostbraun getakelten Zeesboote, die zu Törns um die Halbinsel einladen und auf Regatten um den Sieg segeln. Wegen der Kunst- und Fotoszene, die ihren Ursprung in der Künstlerkolonie Ahrenshoop hatte. Und nicht zuletzt wegen diverser Hotels und Lokale, die auch verwöhnten Schlummerern und Schlemmern ein seliges Lächeln ins Gesicht zaubern. Kurzum: Auf dem schmalen, von Stürmen und Wellen modellierten Streifen Land, der die anbrandende Ostsee vom glitzernden Bodden trennt, findet so ziemlich jeder sein persönliches Urlaubsglück. Ob Baden oder Segeln. Surfen oder Kiten. Radeln oder Wandern. Futtern oder Fasten. Vögel angucken oder Fische fangen. Landschaft knipsen oder Landschaft malen. Seele baumeln oder Körper schwitzen lassen. Mit Familie urlauben oder solo. Mit Hund oder sogar Pferd – auf Fischland-Darß-Zingst kann sich jedermann nach Herzenslust austoben. Bei aller Ostsee-Euphorie wird dabei oft vergessen, dass Fischland-Darß-Zingst auch ein Hinterland hat. Das ist jammerschade. Denn jenseits vom Bodden, nur wenige Minuten weg von Strandtrubel und Badespaß belohnt eine Welt voller kleiner Wunder denjenigen, der sich auf die Suche macht. Ganz und gar malerisch zum Beispiel mäandert die Recknitz durch die romantische Wildnis uralter Torfmoore. Ein vorpommersches Flüsschen, das urwüchsige Natur in frappierender Einsamkeit und Stille offenbart. Ein Paddelrevier, wie man es sich schöner kaum vorstellen kann: mit Weiden und Schilfinseln. Mit Trollblumen und Orchideen. Mit Libellen und Moorfröschen. Mit Fischottern und Molchen.

Seit dem Mittelalter wurde auf dem Grenzfluss zwischen Mecklenburg und Vorpommern Salz transportiert – vor allem aus der Saline in Bad Sülze, die bereits 1243 urkundlich erwähnt wird. Im Salzmuseum der Stadt erfahren Besucher so gut wie alles über unser wichtigstes Gewürz, in den Wellness-Salztürmen von Trinwillershagen die wohltuende Wirkung von salzhaltigem Mikroklima am eigenen Leib. Und auf dem Wirtshausschild vom „Schmugglerkrug“ in Eixen schleppt nicht von ungefähr ein Mann einen schweren Sack über die Grenze – das „weiße Gold“ war die klammheimliche Schufterei seinerzeit offenbar mehr als wert. Auch das „Gold des Nordens“ kann man hier in erstaunlicher Masse und Klasse erleben: Das „Deutsche Bernsteinmuseum“ in Ribnitz-Damgarten präsentiert Europas schönste Bernsteinausstellung mit 1.600 ausgesuchten Exponaten im atmosphärischen Backsteinkloster. Aber auch bei der modernen, künstlerischen Verarbeitung ist Ribnitz-Damgarten Spitze. In der Schaumanufaktur von Ostdeutschlands größtem Schmuckproduzenten wird auf drei Etagen Bernstein bearbeitet und präsentiert – allein die Ringkollektion umfasst 4.500 Exemplare. Und auch hier wurden einzigartige Kunstwerke erschaffen: ein Originalmodell der Bounty etwa, ein Baum mit 29.000 Blättern und drei Meter Kronenumfang oder eine Riesenlampe, deren Elemente mit 50 Kilogramm Bernstein gefüllt sind.

Zoo-Vögel, Foto: Joachim Kloock

Küstenvögel, Foto: Joachim Kloock

Zum regionalen Superstar allerdings hat sich in den letzten 20 Jahren eine Einrichtung gemausert, in der man Papageien begegnet und Steppenadlern, Marabus und Kakadus, Uhus und Pinguinen oder ganz seltenen und unter Artenschutz stehenden Exoten wie der Socorrotaube, dem Geierperlhuhn oder dem Balistar, von dem es weltweit nur noch ganz wenige freilebende Exemplare gibt. Sie alle leben mit hunderten anderen Vögeln und Säugetieren aus allen Kontinenten etwa eine halbe Stunde von der Ostsee entfernt – im fabelhaften Vogelpark Marlow. Und nicht nur das: Hier sind sie häufig auch ganz nah und ohne Gitter zu bewundern – fast wie in freier Wildbahn. Ein Konzept, dem herausragende Vogelpark-Markenzeichen zu verdanken sind wie der einmalige Nachbau des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, in dessen verschiedenen Biotopen sich Rotschenkel, Säbelschnäbler, Krickenten oder Brandgänse wohl fühlen. Oder die ebenfalls begehbare riesige Küstenvogelvoliere: In ihr wurde der Lebensraum Ostseeküste mit Dünen, Strandseen und Spülsaum nachgestaltet – Heimat für Austernfischer, Eiderenten, Kormorane oder Lachmöwen, denen man zur Brutzeit direkt ins Nest schauen kann. Doch auch unter freiem Himmel sind den Vogelpark-Machern außergewöhnliche Anlagen gelungen. Zum Beispiel das Storchenrevier gleich am Eingang. Nicht einer, nicht zwei, nein mehr als 20 Weißstörche und ein paar seltene schwarze Exemplare bilden hier eine stolze Kolonie, klappern majestätisch über die Wiese und bauen ihre voluminösen Nester. Fluchtgefahr besteht keine; die Störche sind samt und sonders Unfallopfer mit so starken Verletzungen, dass Fliegen und damit Leben in freier Natur nicht mehr möglich ist. Von einem Ausguck, der wie ein Nest gestaltet ist, überblickt man aus Sicht eines Adebars die gesamte Anlage. Und nicht zuletzt kann man hier sogar die Nacht verbringen – in Baumpfahlhäusern mit Blick auf Südamerika- und Madagaskaranlage oder sogar mittendrin im Storchenrevier.

Weitere Informationen:

www.fischland-darss-zingst.de
www.vogelparkregion-recknitztal.de
www.auf-nach-mv.de

Sommer führt Tourismusbranche in M-V ins Plus

Anbieter zufrieden mit Hauptsaison – deutlicher Zuwachs bei ausländischen Gästen – Verkehrs- und Wegesituation am häufigsten kritisiert

TourismusPKNach einem sehr leichten Wachstum im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die stark nachgefragte Sommersaison die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern deutlich ins Plus geführt. Laut aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Amtes wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern rund 11,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Das sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings bleibt das Wachstum im Nordosten hinter dem für Deutschland ausgewiesenen Zugewinn von vier Prozent bei den Gästeübernachtungen zurück. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg im ersten Halbjahr wiederum um rund acht Prozent auf rund 150.000. Dazu Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern: „Wir haben eine sehr gute Halbjahresbilanz. Die Ankünfte und Übernachtungen liegen nicht nur über den Vorjahreswerten, sie liegen auch einen Wimpernschlag über den Werten des bisherigen Rekordjahres 2016. Die sehr warmen und trockenen Wochen in den Hauptreisemonaten Juli und August lassen zudem weitere Steigerungen erwarten. Der heiße Sommer hat für gut gebuchte touristische Einrichtungen, volle Strände an der Ostsee und im Binnenland und hoffentlich für viele zufriedene Gäste gesorgt. Mecklenburg-Vorpommern kann auch mit einem wachsenden Gästeansturm gut umgehen.“ Der Präsident des Landestourismusverbandes Wolfgang Waldmüller ergänzte: „Der Supersommer hat geholfen, die teilweise nicht zufrieden stellenden Vorbuchungszahlen auszugleichen. Das Wetter zog viele Spontanurlauber an Küste und Seen, was die Mitarbeiter der Branche aber auch vor zusätzliche Herausforderungen stellte und einen erhöhten Einsatz erforderte. Zudem zeigen sich in derart intensiven Saisonzeiten auch die Probleme der Branche deutlich – angefangen von der Infrastruktur bis hin zur Personalsituation in einigen Betrieben. Was für den Moment von der Sonne überblendet wurde, verlangt nach schnellen Lösungen und einer verstärkten Hinwendung zum für unser Land so wichtigen Tourismus. Wir bauen auf die neue Landestourismuskonzeption und ihre Umsetzung.“

Erstes Halbjahr: Städte, Jugendherbergen, Campingplätze und der internationale Bereich legen zu

Die Mecklenburgische Ostseeküste (+3,3 Prozent), Westmecklenburg (+6,0 Prozent) und das Vorpommersche Festland (+2,9 Prozent) stützen das Wachstum von Januar bis Juni. Rückgänge gab es auf Rügen (-3,7 Prozent), auf der Insel Usedom (-1,9 Prozent) und in geringem Maße auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (-0,4 Prozent) sowie in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz (-0,1 Prozent). Fast alle größeren Städte des Urlaubslandes konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres erneut Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen. Greifswald liegt dabei mit einem Zuwachs von 18,3 Prozent an der Spitze. Auch die Hansestädte Wismar(+10,1 Prozent), Stralsund (+1,7 Prozent) und Rostock (+4,1 Prozent) legten merklich zu. Die Landeshauptstadt (+3,5 Prozent) verzeichnete ebenfalls positive Übernachtungszahlen. Für Neubrandenburg meldete das Statistische Amt ein Minus von 4,8 Prozent. Bei den Unterkunftsarten bewegten sich die Jugendherbergen (+11,6 Prozent), die Campinglätze (+7,6 Prozent) sowie die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken (+1,5 Prozent) im ersten Halbjahr bei den Übernachtungen im positiven Bereich. Hingegen gab es leichte Rückgänge bei den Hotels (-2,2 Prozent) sowie bei Ferienhäusern und -wohnungen (-2,3 Prozent).

Erfreulich entwickelten sich die Gästeübernachtungen aus dem Ausland: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund 375.000 Übernachtungen von rund 150.000 Gästen verzeichnet – das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die höchsten Zuwächse aus den für Mecklenburg-Vorpommern wichtigsten Herkunftsländern erzielten die Niederlande (+26,9 Prozent). Auch Österreich (+2,8 Prozent) und die Schweiz (+3,7 Prozent) konnten Zuwächse erzielen. Der dänische Markt hält das Vorjahresniveau (-0,1 Prozent), wohingegen die Übernachtungen aus Schweden um 8,5 Prozent zurückgingen. „Im Hinblick auf unsere Aktivitäten als Partnerland der Internationalen Tourismusbörse Berlin im März dieses Jahres freuen wir uns, dass in diesen Bereich wieder spürbar Schwung kommt. Daran können wir mit Maßnahmen in den Auslandsmärkten anschließen und in Mecklenburg-Vorpommern selbst mit dem Germany Travel Mart im Jahr 2020 erneut ein deutliches Zeichen für mehr Internationalität setzen“, sagte Wolfgang Waldmüller. „Als erstes deutsches Bundesland bei der Internationalen Tourismus Börse Berlin als Partnerland aufzutreten, war in diesem Jahr dafür ein guter Anfang. Unser Land muss vor allem im internationalen Vergleich noch bekannter werden. Wir brauchen mehr Gäste aus dem Ausland“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe weiter.

Wetter stellt Branche vor Herausforderungen / Blick stärker auf das Gesamtjahr richten / qualitatives Wachstum immer wichtiger

„Aber das ‚prima Klima‘ in Mecklenburg-Vorpommern stellt die Branche vor Herausforderungen. Denn: Wetter-Extreme erschweren künftig auch die Planbarkeit der Touristiker im gesamten Land. Ein heißer Sommer allein macht noch keine Rekorde. Vielmehr wird auch der Blick noch stärker auf das Gesamtjahr gerichtet werden. Wir müssen vor allem auch die Vor- und Nachsaison weiter stärken“, forderte Glawe weiter. Seit 1990 wurden vom Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich des gewerblichen Tourismus und im Bereich der touristischen Infrastruktur Fördergelder in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bewilligt. Damit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 6,88 Milliarden Euro (Stand März) erreicht werden. Die Mittel sind nach der Wende beispielsweise in den Bau von Hotels, Promenaden, Campingplätzen, Radwegen, barrierefreien Strandzugängen, Wasserwanderrastplätzen sowie Sportboothäfen geflossen. „Qualitatives Wachstum und die Steigerung der Wertschöpfung bilden die Grundlage für die zukünftige touristische Entwicklung des Landes. Die Entwicklung und Etablierung saisonverlängernder Angebote bleibt ein Schwerpunkt, denn Zuwächse und ganzjährige Beschäftigung können nur auf diesem Weg generiert werden. Die Förderung familienfreundlicher Angebote bleibt ebenfalls von großer Bedeutung, genau wie die Schaffung nachhaltiger touristischer Angebote und Strukturen in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns.“

Sommersaison: MV sehr gut gebucht / mehr Spontanreisende / verhaltener Ärger über A 20-Sperrung

Eine Umfrage des Landestourismusverbandes unter rund 300 Quartiersanbietern zeichnet ein positives Bild des Verlaufs der Sommersaison: Rund die Hälfte der Befragten gab an, im Zeitraum von Ende Juni bis Mitte August eine Auslastung der Zimmer beziehungsweise Stellplätze von 90 Prozent und mehr erreicht zu haben. Rund 30 Prozent schafften eine Auslastung zwischen 75 und 90 Prozent. An der Ostseeküste, auf den Inseln und Halbinseln war die Auslastung dabei am höchsten. Auch die Betriebe aus der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz melden hohe Werte. Leicht abgesetzt stehen das Vorpommersche Festland und die Region Mecklenburg-Schwerin, wo sich die Effekte des Überführens des Interesses von der Ostsee in die Binnenregionen nur teilweise bemerkbar machten. Insgesamt lag die Auslastung im Sommer der Umfrage zufolge über der des Vorjahres: Rund 35 Prozent gaben an, besser als im gleichen Zeitraum 2017 gebucht gewesen zu sein; 44 Prozent meldeten eine gleich hohe Auslastung. Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Umfrage rechnet der Tourismusverband für die Monate Juli und August mit einem signifikanten Zuwachs bei den Übernachtungen. Im Jahr 2017 wurden in den beiden Sommermonaten 10,1 Millionen Übernachtungen von mehr als zwei Millionen Gästen verbucht.

Das gute Wetter wirkte sich auf das Buchungsverhalten aus. So gaben rund 70 Prozent der Befragten an, dass Gäste in diesem Sommer kurzfristiger buchten und gleichzeitig bereits mehr Vorbuchungen für 2019 tätigten. Zudem seien die Gäste teilweise länger geblieben und 44 Prozent stellten auch eine höhere Gästezufriedenheit fest. Im Umkehrschluss gaben knapp 30 Prozent der Befragten an, dass die Nachfrage nach Indoor-Angeboten, beispielsweise Museen und Spaßbäder, rückläufig war. Darüber hinaus gab die Befragung auch Aufschluss über die Probleme der Branche: Der größte Kritikpunkt der Gäste ist die Verkehrssituation im Allgemeinen. Häufig im Fokus steht dabei der Zustand der Radwege, z. B. des Weges um den Plauer See oder auch des Ostseeküstenradweges. Und wenngleich sich die Befürchtungen starker negativer Auswirkungen der voll gesperrten A 20 aufgrund des recht hohen Nachfragedrucks nur in Teilen bestätigt haben: 15 Prozent der Quartiersanbieter sahen sich dennoch davon beeinträchtigt. Bei den Betrieben in den Ostteilen des Landes spürte sogar fast jeder Dritte negative Folgen im Sinne höherer Unzufriedenheit, eines Imageverlustes oder geringerer Auslastung. „Die Tourismusbranche bemüht sich durch besonnenes Handeln um eine erfolgreiche Ankunft und Abfahrt ihrer Gäste. Teilweise wurden Abreisezeiten verlängert oder Willkommens-Getränke gereicht, und es wurde über alternative Anfahrtswege informiert. Die Branche hat sich kreativ und ideenreich gezeigt. Deshalb: ein herzliches Dankeschön an alle für das ganz besondere Engagement, das bis heute anhält“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Neben der Verkehrs- und Wegesituation wurden laut Umfrage gästeseitig häufiger auch die Gastronomie oder das unzureichend ausgebaute Mobilfunknetz kritisiert.

Positives Fazit von Charterunternehmern, Fahrgastschiffern und Bootsverleihern

Wassertouristische Anbieter profitierten von den Temperaturen der letzten Wochen. Hausboote und Yachten waren laut einer Stichprobe des Landestourismusverbandes unter Charterunternehmern, Fahrgastschiffern und Bootsverleihern im Hochsommer nahezu vollständig ausgebucht und verzeichnen bereits jetzt Vorbuchungen für 2019. Neben Stammgästen aus Mecklenburg-Vorpommern heißen die Unternehmen zunehmend Urlauber aus den westlichen Bundesländern, Österreich und der Schweiz willkommen. Zudem ist der Anteil an Kurzurlaubern im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Die Betreiber von Fahrgastschiffen berichten von einer ähnlichen Entwicklung; ihre Angebote werden im Rahmen von geplanten Bus- und spontanen Individualreisen gleichermaßen gebucht. Auch für Kanuverleiher war die Saison zufriedenstellend. Trotz Sperrungen von Flussabschnitten, unter anderem entlang der Warnow, infolge der niedrigen Wasserstände haben die Anbieter keine Einbußen zu beklagen – ganz im Gegenteil: Alternativstrecken wurden von den zahlreichen Paddlern verständnisvoll angenommen.

Open Airs und Volksfeste stark nachgefragt / Museen und Spaßbäder hoffen auf Auslastungsausgleich im Herbst

Die lange Schönwetterperiode bescherte vor allem den Open Airs und Volksfesten regen Zulauf. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zogen zur Halbzeit des Festivals mit 42.000 Besuchern eine positive Bilanz. 51 Vorstellungen waren komplett ausverkauft – wesentlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits kurz bevor das letzte der vier Open Air-Stücke der Vorpommerschen Landesbühne – „Die Peene brennt“ – am 08. September Premiere feiert, ziehen die Veranstalter ebenfalls ein positives Fazit und rechnen insgesamt mit einer Steigerung der Besucherzahlen zum Spielzeitende. „Das Sommerwetter trägt zur insgesamt guten Stimmung bei den Zuschauern und Mitwirkenden bei, so macht es Vergnügen bis in die Abendstunden ein Open Air zu genießen“, sagte Sprecherin Martina Krüger. Die Klassikertage Wismar zählten zu den Aufführungen von „Jedermann“ und „Der Drache“ in St. Georgen rund 5.500 Besucher und blieben damit etwas unter den Zahlen von 2017. Dennoch herrscht Zufriedenheit: „Die guten Besuchszahlen entsprechen denen des Vorjahres. Wir hatten eine Auslastung von 62 Prozent trotz Fußball-WM und Strandwetter“, berichtet Ralf Lorber, Vorsitzender der Wismarer Festspiele e. V. und Träger der Klassikertage Wismar. Die Schlossfestspiele Schwerin verzeichneten in diesem Jahr einen Rückgang bei den Besucherzahlen, allerdings ist dieser laut Veranstalter vornehmlich auf den Rückgang am Interesse an italienischen Opern zurückzuführen. Die Oper „Tosca“ und das Schauspiel „Dracula“ besuchten rund 24.000 Gäste. Im vergangenen Sommer zog allein das Musical „West Side Story“ mehr als 32.000 Zuschauer an.

Spaßbäder und Erlebnismuseen ziehen gemischte Bilanzen: Der Juli schlug im Wismarer Spaßbad Wonnemar mit 31.000 Besuchern zu Buche, die sich zwischen Wasserrutschen und Whirlpool Abkühlung verschafften. Das waren fast 15.000 weniger als im Vorjahresmonat. „Wir freuen uns für Mecklenburg-Vorpommern über den sonnigen Sommer und auf die Gäste in 2019“, sagte Bereichsleiter Sebastian Ehrhardt. In den Stralsunder Erlebnismuseen Ozeaneum und Meeresmuseum kamen im Mai, Juni und Juli mehrere tausend Gäste weniger als im Vergleichszeitraum 2017. Im Juni fehlten allein im Ozeaneum, das in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum feierte, 19.000 Besucher. „Für den Tourismus ist das sommerliche Wetter ein Segen, der viele Urlauber an die Ostsee und den Strand lockt. Die meisten davon besuchen unsere Museen nur bei Regenwetter und wenn sie länger in der Region bleiben“, sagt Museumsdirektor Dr. Harald Benke. „Unsere Hochrechnungen bis zum Jahresende zeigen uns eine durchwachsene aber keine katastrophale Bilanz dieses außergewöhnlichen klimatischen Jahres. Doch das Sommerwetter in Verbindung mit der äußerst schwierigen Verkehrslage in unserer Region machen es uns unmöglich, die Besucherzahlen 2018 erneut zu erreichen.“

Verhalten fällt das Fazit auch im Warener Müritzeum aus: „Wir mussten einen beachtlichen Besucherrückgang feststellen. Die Gäste zog es an die Seen. Kurzfristige Werbemaßnahmen, unter anderem den Hinweis auf mögliche Abkühlung im Museum, brachten nicht die gewünschten Effekte“, sagte Geschäftsführerin Andrea Nagel. Der Rostocker Zoo hofft weiterhin auf ein gutes Jahr: „Durch das Osterchaos und die Hitzewelle haben wir einen leichten Besucherrückgang zum Vorjahr bei den Tagesbesuchern um zwei Prozent zu verzeichnen. Wir sind dennoch hoffnungsvoll, dass wir mit der Eröffnung des Polariums am 22. September ein gutes Jahresergebnis erzielen werden“, sagte Sprecher René Gottschalk.

Bildunterschrift: Stellten die aktuelle Halbjahresbilanz im Tourismus vor – von links nach rechts: Lars Schwarz (Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern), Harry Glawe (Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern), Wolfgang Waldmüller (Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern), Tobias Woitendorf (stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern). Fotoquelle: WM M-V

Jury für landesweiten Klimaschutzwettbewerb benannt

Beiträge können bis Ende August eingereicht werden

Klima-Aktionstatg in Rostock, 15. 9. 2013, Foto: Joachim Kloock

Klimaaktionstag, Foto: Joachim Kloock

Die Expertenjury für den Klimaschutzwettbewerb „KlimaSichten“ steht: Sabine Matthiesen, Geschäftsführerin des Filmbüros M-V, Stephan Latzko, Klimaschutzbeauftragter der Hansestadt Stralsund, Peter Kranz, Leiter des Landesmarketings und Stefanie Riech, Künstlerische Leiterin der Medien- und Informatikschule Greifswald, wählen die besten Beiträge im landesweiten Wettbewerb des Energieministeriums Mecklenburg-Vorpommern aus. „Damit ist die Jury für den vierten landesweiten Klimaschutzwettbewerb kompetent besetzt. Ich bin bereits jetzt gespannt auf die Beiträge, die das Thema Klima künstlerisch aufgreifen und sicherlich zum Nachdenken anregen“, sagt Energieminister Christian Pegel. Der Wettbewerb richtet sich sowohl an Bürgerinnen und Bürger als auch an Einrichtungen und Institutionen aus Mecklenburg-Vorpommern. Einzelpersonen können sich ebenso bewerben wie Gruppen, beispielsweise Schulklassen. Er soll dazu anregen, sich kreativ mit den Themen Klimaschutz und Klimawandel auseinanderzusetzen. Eingereicht werden können künstlerische Beiträge in den Kategorien Foto, Poster, Malerei und Kurzfilm. Neben neu gestalteten Beiträgen kann man sich auch mit bestehenden Werken bewerben, die nicht älter als ein Jahr sind. Der Klimaschutzwettbewerb ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. „Wer konkrete Projekte für mehr Klimaschutz umsetzen will, findet hier norddeutsche Frische, Freiraum für Ideen und kurze Wege zu Fachleuten in Wirtschaft und Politik. Der Wettbewerb ‚KlimaSichten‘ sendet genau diese Botschaft. Darum bin ich gern Mitglied in der Jury“, sagt Landesmarketing-Chef Peter Kranz.

Stephan Latzko, Klimaschutzmanager der Stadt Stralsund, freut sich auf viele spannende Beiträge: „Die Themen Klimawandel, Klimaanpassung und Klimaschutz sind große Herausforderungen der Zukunft. Abseits der öffentlich dominierenden und diskutierten Begriffe wie CO2 oder Energiewende gibt es vielfältige Möglichkeiten eines jeden Einzelnen, einen Beitrag zu leisten. Ich freue mich auf die kreative Auseinandersetzung und vielleicht auch auf Inspiration für meine tägliche Arbeit im kommunalen Klimaschutz.“ Wie einfach mitmachen sein kann, erklärt Sabine Mathiessen: „Ohne großen Aufwand können gute Geschichten und innovative Ideen medial umgesetzt und verbreitet werden. Selbst mit der einfachsten und auch für Laien handhabbaren Technik kann sich fast jeder einbringen.“ Schirmherr des Wettbewerbs ist der in Rostock geborene Sänger Sebastian Hämer („Sommer unseres Lebens“). Kreative Beiträge zum Wettbewerb „KlimaSichten – Mit Weitblick in die Zukunft“ können noch bis zum 31. August 2018 eingereicht werden. Alle Informationen zum Wettbewerb und zur Teilnahme gibt es online unter: www.klimasichten.de.

Anlagen

Flyer Klimaschutzwettbewerb (PDF, 0.2 MB)
Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Teil der Insektenschutzstrategie: Bienenweidekatalog aufgelegt

Biene bei der Futtersuche, Foto: Joachim Kloock

Biene, Foto: Joachim Kloock

Als Teil seiner Insektenschutz-Strategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt nunmehr den angekündigten Bienenweidekatalog veröffentlicht. Er enthält Anregungen für den Anbau solcher heimischer Pflanzenarten, die in Mecklenburg-Vorpommern nektar -und pollenreiche Nahrung für Bienen und Wildinsekten liefern. „Der Schutz der Wild- und Honigbienen sowie anderer blütenbestäubender Insekten ist eine äußerst wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Minister Dr. Till Backhaus. „Denn sie sind unverzichtbarer Teil eines funktionierenden Ökosystems, insbesondere für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Pflanzenwelt.“ Mehr als drei Viertel unserer Flora, darunter Nutzpflanzen wie Obst, Gemüse und Raps, seien auf Insektenbestäubung angewiesen. Jeder sollte deshalb entsprechend seiner Möglichkeiten dazu beitragen, die Nahrungssituation zu verbessern. Der Katalog soll Land- und Forstwirten, Haus- und Kleingärtnern, Bewirtschaftern von öffentlichen Flächen, aber auch einzelnen Bürgern helfen, Bienenweiden so anzulegen, dass vom Frühjahr bis in den September hinein für Bienen und andere Insekten kontinuierlich Tracht zur Verfügung steht.

Eine besondere Rolle bei der Nahrungssicherung der Honigbienen und der wildlebenden Insekten kommt den Landwirten zu. Denn 62 Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Blühender Raps prägt im Mai das Landschaftsbild Mecklenburg-Vorpommern. Diese Blüte ist für Bienen zwar ein gutes Nektar- und hochwertiges Pollenangebot, aber die Trachtlücke nach dem Abblühen des Rapses ist ein gravierendes Problem. Durch einen verstärkten Anbau von Lupine, Ackerbohne und Erbse insbesondere als Zwischenfrüchte und von Alternativfrüchten zum Mais (beispielsweise Luzerne und Rotklee als Ackerfutter sowie Durchwachsende Silphie als Energiepflanze) kann das Nahrungsangebot zeitlich verlängert werden. Viele Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen des Landes leisten einen Beitrag zur Verwirklichung der Insektenschutzstrategie. Finanziert aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützen sie den Anbau von blühenden Haupt- und Zwischenfrüchten, die extensive Grünlandbewirtschaftung und den ökologischen Landbau. Die Agrarumweltmaßnahmen werden von den Landwirten gut angenommen und inzwischen auf 320.000 ha und damit auf einem Drittel der gesamten Ackerfläche umgesetzt.

Mecklenburg-Vorpommern führte als erstes Bundesland die Förderung von Blühstreifen und Blühflächen ein. 2018 nutzen 280 Betriebe mit rund 5300 ha diese Förderung. Auch Gartenbesitzer, insbesondere die etwa 80.000 Kleingärten des Landes, können dazu beitragen, die Trachtlücke zu schließen, indem sie bei der Gestaltung der Gärten auch bienenfreundliche Pflanzen im Blick haben. Beispielsweise wäre derzeit Gründüngung mit Phacelia oder Klee angebracht. Zahlreiche öffentliche Flächen in Städten und Dörfern eignen sich ebenfalls für Bienenweiden. Der Katalog schlägt Bäume, Sträucher und Stauden vor, die neben dem Gestaltungsaspekt auch die Insektenfreundlichkeit berücksichtigen. Rasen könnte mit Weißklee durchsetzt werden. Auch die Bienenhaltung selbst wird vom Landwirtschafts­ministerium unterstützt. Mit 176.000 Euro werden Projekte zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig gefördert (Honigrichtlinie). Das Bienenzuchtzentrum Bantin wird mit rund 200.000 Euro jährlich bezuschusst. Auf Vorschlag von Minister Backhaus beschloss die Umweltministerkonferenz Anfang Juni, gemeinsam aufeinander abgestimmte Programme zu entwickeln, die dem Rückgang der Insektenvielfalt entgegentreten. Das Ministerium erarbeitet derzeit ein Konzept zur Entwicklung von Insektenschutz-Maßnahmen. Geplant ist eine Finanzierung in Höhe von einer Million Euro aus dem Strategiefonds.

Anlagen