Archiv für das Schlagwort ‘Mecklenburg-Vorpommern

Tandempraxis für Kinder sowie digitale Fallakte und bessere Vernetzung in der Alters- und Palliativmedizin

Unimedizin Greifswald entwickelt Lösungen für die regionale Versorgung in MV 

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

Notarzt im Einsatz, Foto: Joachim Kloock

5.7.2018 – Heute fand in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald das 1. Statussymposium zur „Regionalen Versorgung in MV“ statt. Das Projekt und neue Lösungsansätze für spezielle Versorgungsbereiche wurde erstmals öffentlich vorgestellt. In einigen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns ist die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen medizinischen und pflegerischen Versorgung problematisch. Zu den Ursachen gehören die geringe Bevölkerungsdichte und große Entfernungen zu bestimmten stationären und ambulanten Versorgungsangeboten. „Im Projekt ‚Regionale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern‘ werden gemeinsam mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, der Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapeuten innovative, sektorenübergreifende Modelle entwickelt, um die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Dr. Max P. Baur. „Im Fokus stehen dabei die Kinderheilkunde, die Altersmedizin und die Palliativversorgung.“ Das Projekt wird seit Januar 2017 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern mit 1 Million Euro bis Ende 2021 gefördert.

Neue Wege gehen, um medizinische Versorgung bestmöglich zu gestalten

„Wir müssen bereit sein, neue Wege zu gehen, um die medizinische Versorgung in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bestmöglich zu gestalten. Die Alterung der Bevölkerung führt unter anderem zu einer Zunahme von altersbedingten Erkrankungen und dem Anstieg des Versorgungsbedarfes und der Pflegebedürftigkeit der Menschen. Die Versorgung muss stärker an den regionalen Gegebenheiten ausgerichtet werden. Um auch zukünftig eine ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen auf dem bisherigen, hohen Niveau zu sichern, ist es notwendig, innovative, regionale und am Patienten orientierte Versorgungsmodelle zu entwickeln. Wir brauchen neue kluge Ideen für die Gesundheitsversorgung. Die Nutzung der Telemedizin sowie die Fachkräftegewinnung und neue Formen der Arbeitsteilung sind dabei zentrale Elemente“, sagte Gesundheitsmister Harry Glawe. Mecklenburg-Vorpommern unterliegt einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Bereits im Jahr 2015 waren 23 Prozent der über 1,6 Millionen Einwohner 65 Jahre und älter. Laut der letzten Prognose der Obersten Landesplanungsbehörde MV wird sich dieser Anteil auf rund 36 Prozent bis zum Jahr 2030 erhöhen. Die Bevölkerung schrumpft voraussichtlich auf 1,45 Millionen Einwohner. 

Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedizin

„Die medizinische und pflegerische Versorgung in den gering bevölkerten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern ist eine große Herausforderung und erfordert die Entwicklung von sektoren- und berufsübergreifenden Versorgungsmodellen“, beschreibt Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald, das Ziel des Projekts. Etwa 10.000 Kinder und Jugendliche in MV wohnen weiter als 20 km entfernt von der nächsten Kinderarztpraxis. Um eine fachärztliche pädiatrische Versorgung in Regionen ohne kinderärztliche Versorgung zu gewährleisten, sollen Kooperationen zwischen Haus- und Kinderarztpraxen, sogenannte „Tandempraxen“ etabliert werden. Kinderärzte oder deren Praxismitarbeiter können auf diese Art und Weise regelmäßig Sprechstunden in Hausarztpraxen anbieten. Dieses Modell soll zunächst in den Regionen Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Woldegk (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) eingeführt und getestet werden. „Die Vorbereitungen mit potenziellen Kinder- und Hausarztpraxen laufen erfolgversprechend, so dass die ersten Tandems bald loslegen können“, kündigte Projektleiterin PD Dr. Neeltje van den Berg vom Institut für Community Medicine an.

Schwerpunkt Altersmedizin (Geriatrie)

Im Bereich Altersmedizin (Geriatrie) gibt es Regionen in MV, so unter anderem im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, mit einer geringen Dichte an medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Angeboten für geriatrische Patienten. Hier ist es besonders wichtig, dass sich die Behandler in den verschiedenen Sektoren und Gesundheitsberufen (z.B. Hausärzte, Ergo- und Physiotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken) untereinander besser vernetzen und regional abgestimmte Behandlungspfade entwickeln. Um diese Entwicklung zu unterstützen, wird eine regionale digitale Fallakte für die geriatrische Versorgung aufgebaut. Durch die regionale Fallakte sind die Diagnostik- und Therapieschritte, Befunde und Berichte bei allen Behandlern des Patienten bekannt und können aufeinander abgestimmt und optimiert werden. Die regionale, digitale Fallakte wird zunächst als Modell in der Region Waren (Müritz/Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zusammen mit den dortigen Akteuren umgesetzt. Wenn sich das Modell bewährt, sollen weitere Regionen folgen.

Schwerpunkt Hospiz- und Palliativversorgung

Im Rahmen des Projektes wurde ein umfassender Lagebericht zur Hospiz- und Palliativversorgung in Mecklenburg-Vorpommern erstellt. In diesem Bericht wurden die Bedarfsentwicklung in der ambulanten und stationären Palliativ- und Hospizversorgung sowie die aktuelle Struktur der Versorgungsangebote untersucht. Die geringe Bevölkerungsdichte ist eine Herausforderung für die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Palliativ- und Hospizversorgung. Die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Leistungserbringern, insbesondere zwischen der allgemeinen und der spezialisierten Palliativversorgung sowie zwischen dem ambulanten und stationären Sektor müssen verbessert werden. Auf der Basis der Evaluationsergebnisse wird zunächst ein Modellprojekt zur besseren Vernetzung von Pflegeeinrichtungen mit Palliativversorgern, beispielsweise Hausärzten und SAPV-Teams (SAPV=Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) umgesetzt. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern werden zusätzliche Qualifizierungen für Pflegekräfte in den Pflegeeinrichtungen angeboten mit dem Ziel, den Bedarf für Palliativversorgung zu erkennen und die richtigen Partner einzubeziehen. An diesem Vorhaben können sich stationäre Pflegeeinrichtungen aus ganz MV beteiligen. „Die regionalen Akteure in MV beteiligen sich intensiv an der Entwicklung der verschiedenen Versorgungsmodelle. Das sind keine Konzepte vom grünen Tisch, sondern Lösungen aus der Praxis, in denen die regionalen Bedarfe und Möglichkeiten berücksichtigt werden“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann abschließend.

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Futtern am Feuer

Outdoor Cooking in Mecklenburg-Vorpommern 

2168_Wild-und-andere-Kräuter-gehören-in-jede-Küche.-Hier-bei-einem-Kräuterseminar-in-Feldberg-Mecklenburgische-Seenplatte_TMV-pocha.de_-310x207Kochen und Essen im Freien als gemeinsamer Akt erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Warum das so ist und wo es im Lande diesbezüglich professionell rangeht an die Bouletten, finden und erfahren Sie hier: Es klingt wahnsinnig trendy, ist eigentlich aber ein ganz alter Hut. Jahrtausende alt, um genau zu sein. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb erfreut sich das so genannte Outdoor Cooking – das Kochen im Freien also – zunehmender Popularität. Ein Zeitgeistphänomen jedenfalls, das in seiner radikalen Rückbesinnung aufs Ursprüngliche immer mehr Menschen fasziniert. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Outdoor Cooking bringt Menschen zum Kochen und Essen zusammen, die sich wie in uralten Zeiten um eine Feuerstelle oder Feuergrube versammeln. Die mit dem Geruch des Rauches, dem Knistern des Holzes und der Hitze der Glut tief verwurzelte Sehnsüchte verbinden. Die mit einfachen Mitteln Fleisch, Fisch oder Gemüse braten oder garen – von der Ente am Strick bis zum Lachs auf dem Brett, von Suppen und Mehlspeisen in Kessel und Pfanne bis zu Gemüse und Kuchen aus Glut und Topf – und die so zubereiteten Speisen als besonders schmackhaft empfinden. Die das Essen an frischer Luft genießen, dabei die Hände zu Hilfe nehmen und sich gern auch die Finger schmutzig machen dürfen – auch das gehört zu dieser Rückbesinnung auf einen ursprünglichen und naturnahen Nahrungsgenuss. In unserer zunehmend urbanisierten Welt, in der Nahrung und ihre Herkunft immer stärker getrennt voneinander existieren, versucht Outdoor Cooking zudem, Mensch und Natur wieder miteinander zu verknüpfen, die Distanz zwischen dem Entstehungsort des Produktes, seiner Zubereitung und seinem Verzehr also maximal zu minimieren. Und nicht zuletzt ist der gesellschaftliche Akt in Form des gemeinschaftlichen Erlebnisses unter freiem Himmel ein dritter Schlüssel zu Glück und Spaß – kaum etwas anderes schweißt ein Team mehr zusammen als gemeinsames Kochen und Essen in der Natur.

Wilde Küche an der Küste

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind immer mehr Menschen buchstäblich Feuer und Flamme für das naturnahe Kochen, das sie ins Freie und eben auch näher zueinander bringt. Einer, der ihnen diesen Wunsch auf seine Weise erfüllt, ist Martin Hagedorn. Der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer hat sich auf „Wilde Küche“ spezialisiert und krönt seine Naturtouren durch MV gern mit geselligen Mahlen am Feuer, bei denen auch schon mal zubereitet wird, was unterwegs an Essbarem gefunden wurde. In seiner Outdoor-Küche verarbeitet Hagedorn zum einen, was die Natur zu bieten hat: Früchte, Pilze, Wildkräuter, Wildbret oder frisch gefangenen Fisch. Zum anderen wartet er mit alten Koch- und Backmethoden auf, die unter freiem Himmel stattfinden können. Gekocht, gebacken und gebraten wird im Dutch Oven am offenen Feuer und gegrillt ganz ohne Grill. Was nicht erhitzt werden muss, wird zu Salaten, Dips, Quark und Desserts verarbeitet, und auch für Getränke stellt die Natur allerbeste Zutaten bereit: Kräuter für Tees, Holunder- oder Veilchenblüten für Sirup, Schlehen für Wein oder Likör etc. Weitere Informationen: www.naturreisen-mv.de/wilde-kraeuter-fruechte

Überleben in der Wildnis

Für Menschen, die sich generell intensiver mit ihrer Umwelt beschäftigen und in ihre Geheimnisse eintauchen wollen, gibt es in der Wildnisschule Seenland ein Team aus Wald-, Wildnis- und Umweltexperten, die sich der Natur zutiefst verbunden fühlen. Die sich auskennen mit Vogelsprache und Wahrnehmungsschulung. Mit Wildkräutern und ihrem Gebrauch. Mit „Naturmentoring“, wie es die Naturvölker dieser Erde praktizieren. Hier lernen insbesondere Kinder- und Jugendgruppen, wie man in der Wildnis lebt. Wie man überlebt in der freien Natur. Welche Pflanzen bei Mückenstichen helfen. Oder wie man ein Feuer ohne Streichhölzer macht. Womit wir wieder beim Thema Gemeinsamkeit beim Kochen und Essen wären und dem Prozess der damit verbundenen Teambildung – denn auch das gehört zum Wildnis-Überlebensprogramm. Weitere Informationen: www.wildnisschule-seenland.de

Räuchermahl am Stettiner Haff

„Ein Räucherfisch ist keine Bockwurst“, sagt Peter Döring und lacht. Recht hat der Mann. Und wer, wenn nicht er, sollte den Unterschied ganz genau kennen; ringt er doch schließlich jeden Tag dem Meer nichts weniger als seinen Lebensunterhalt in Form von Fisch ab. Barsche, Brassen, Aale, Hechte, Zander und sogar Lachse und Welse holt Döring mit seinen Reusen aus dem Flachwasser des Stettiner Haffs, das sich Vorpommern mit Polen teilt. Und damit alle etwas davon haben, feuert er jeden Freitag seinen Räucherofen an und lockt allein schon durch den Duft Einheimische und Urlaubsgäste magisch an. Zum gemeinsamen und fröhlichen Gastmahl am Wasser mit den goldgelben und ofenwarmen Köstlichkeiten. Und wenn Peter Döring dazu dann noch sein Saxophon auspackt – „wäre ich Musiker geworden, hätte ich heute keinen Hexenschuss“ – wird die Räucherbude im Riether Winkel ein paar Stunden lang für viele zum schönsten Ort auf der Welt.

Angeltour mit Abendmahl

Wer mit Enrico Richter und Lars Vormelker vom Hafen Zecherin ausläuft, hat Großes vor. Der hat Bilder im Kopf von riesigen Hechten, Zandern, Dorschen oder Lachsen. Der träumt von unvergesslichen Momenten, in denen er selbst einen solchen Kaventsmann aus den Fluten ziehen und stolz in die Kamera zeigen kann. Und mit den Profis stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht: Ob Hecht angeln im Bodden oder Lachstrolling vor Rügen, ob Zander fangen im Peenestrom oder Barsche im Strelasund, ob Hornfisch aufspüren vor der Insel Ruden oder Dorsche beim Wrackangeln – stets geben die Guides ihr Bestes, um ihre Gäste glücklich zu machen. Und das gilt auch für die Zeit nach den meist ausgedehnten Tagestouren, wenn die gemeinsam gefangene Beute auch gemeinsam zubereitet und selbstredend gemeinsam verspeist wird. Weitere Informationen: www.hafen-mzecherin.de;www.balticfishing.co

Kesselabend beim Förster

Im Waldhof Bruchmühle inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte ist es der Förster und Waldpädagoge Olaf Schwahn, der seinen Urlaubsgästen nicht nur diesen einzigartigen Lebensraum nahe bringt,  sondern sie gern auch zusammenführt: Zum wilden Grillabend mit Stockbrot. Zum Kesselabend am Lagerfeuer. Oder zur Kräuterwanderung mit anschließendem Suppe kochen. Aber auch auf diversen Bauern- oder Reiterhöfen, bei Landurlaub-Anbietern und Landurlaub-Hotels gehören darüber hinaus Outdoor-Cooking-Abende zum regelmäßigen Veranstaltungsprogramm. Weitere Informationen: www.bauerlange.de;www.bernsteinreiter.de; www.waldhof-bruchmuehle.dewww.wasserburg-liepen.de

20 Jahre Krankenhaus Bad Doberan GmbH

Klinik ist wichtiger Bestandteil der leistungsfähigen Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern 

30.6.2018 – Die Krankenhaus Bad Doberan GmbH hat am Sonnabend mit einer Festveranstaltung ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. „Das Krankenhaus Bad Doberan ist ein wichtiger Bestandteil der leistungsfähigen Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 270 Mitarbeiter, die zum großen Teil aus der Region kommen, arbeiten Tag und Nacht mit großem Engagement für das Wohl ihrer Patienten. Gemeinsam leisten sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Menschen in der Region“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Neue Schmerz-Tagesklinik kann zum 01. Januar 2019 starten

Gesundheitsminister Glawe übergab an die Krankenhausleitung einen sogenannten „Feststellungsbeschluss“, der die Inbetriebnahme einer Schmerz-Tagesklinik für Patienten mit orthopädischen Krankheitsbildern mit fünf Plätzen genehmigt. „Das ist der Startschuss, damit sich nach entsprechender Vorbereitung die Türen der Tagesklinik zum 01. Januar 2019 öffnen können. So wird die Versorgung von Schmerzpatienten in und um Bad Doberan erheblich verbessert“, sagte Glawe bei Übergabe des Bescheides.

Krankenhaus kooperiert eng mit Gesundheitsdienstleistern in der Region

Das Krankenhaus Bad Doberan hat 134 Planbetten und hat mit vier Fachabteilungen – Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Urologie – sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin Aufnahme in den Krankenhausplan des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Die Anzahl der behandelten Patienten lag im Jahr 2017 nach Angaben des Krankenhauses bei rund 6.700 stationären und rund 8.000 ambulanten Fällen; zudem wurden 460 ambulante Operationen durchgeführt. Vor acht Jahren hat das Krankenhaus Bad Doberan in der Fachabteilung Innere Medizin eine in sich geschlossene geriatrische Station mit 14 Betten eingerichtet. Im Laufe der Zeit haben sich Synergien mit dem Tessinum Therapiezentrum für Geriatrie und Schlaganfall ergeben. Das Tessinum ist eine stationäre geriatrische Rehabilitationseinrichtung mit rund 70 Betten. „Besonders wertvoll sind die engen Kooperationen mit weiteren Gesundheitsdienstleistern vor Ort, etwa Vertretern des Rettungsdienstes und den niedergelassenen Ärzten. So wird in Bad Doberan ein für die Region bedarfsgerechtes Leistungsspektrum rund um die Gesundwerdung und -erhaltung angeboten“, sagte Glawe.

Mitarbeiter sind Gesellschafter des Krankenhauses

Eine Besonderheit des Krankenhauses ist die private Trägerschaft. Im Rahmen der Privatisierung durch den Landkreis Bad Doberan wurde eine Mitarbeiter GmbH gegründet, so dass sich die dort Tätigen an der Betriebsgesellschaft beteiligen konnten. Die Mitarbeiter-Gesellschaft hat 40 Mitarbeiter als Gesellschafter, die mit ihren Anteilen 20 Prozent des Eigenkapitals zeichnen. Weiterer Gesellschafter ist die Familie Herr Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Berlin. „So haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, bei der langfristigen Ausrichtung des Krankenhauses Mitsprache auszuüben und gemeinsam Verantwortung für Medizin, Pflege und Verwaltung zu tragen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Ausbau der wassertouristischen Potenziale in M-V

Sofortinvestitionsprogramm für Schleusen nötig – keine Einschränkung der wassertouristischen Nutzung

Gewässer Prerow-Zingst, Foto Joachim Kloock

Gewässer Prerow-Zingst, Foto Joachim Kloock

Im Schweriner Landtag ist am Freitag die wassertouristische Weiterentwicklung und Kooperation der gemeinsamen Tourismusdestinationen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin diskutiert worden. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, die wassertouristischen Potenziale zu nutzen, das Revier weiterzuentwickeln und diese als gemeinsame Tourismusdestination zu vermarkten. Dafür ist eine enge Kooperation der Länder und Unterstützung notwendig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag. Aufgrund ihrer zentralen Lage im europäischen Wasserstraßennetz nehmen die Gewässer eine besondere Stellung und Funktion ein. Aus allen Richtungen (Nordsee, westliche Ostsee, Elbe, Mittellandkanal und Oder) bestehen direkte Verbindungen an das Gewässersystem.

Entwicklung mit Sorge – Sofortinvestitionsprogramm für Schleusen nötig

„Wir brauchen eine durchgängige Befahrbarkeit des Gewässersystems von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Dafür sind auch Instandsetzungen und der Betrieb entsprechender Schleusen notwendig. Die Erhaltung der durchgängigen Schiffbarkeit macht ein Sofortinvestitionsprogramm erforderlich. Um die Erfolgsgeschichte der Branche fortzusetzen, sind abgestimmte Prozesse und eine Kooperation mit den Nachbarländern Brandenburg und Berlin nötig“, so Glawe. Der Wirtschaftsminister sieht mit Sorge, was für Entwicklungen und Bestrebungen auf Bundesebene im Bereich der Bundeswasserstraßen infolge der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie durch das neue Bundesprogramm „Blaues Band“ erfolgen. „Durch die Kategorisierung der Wasserstraßen und Einstufungen der Bundesstraßen mit Tourismusverkehren als ´sonstige Wasserstraßen´ möchte sich der Bund immer mehr aus der Verantwortung für den Erhalt und die Unterhaltung der Bundeswasserstraßen ziehen“, so Glawe.

Viele Schleusen in baukritischem Zustand

Dabei sind vom Bund die Schleusen in ihrer Substanz zu erhalten. Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) hat auf Anfrage aus dem parlamentarischen Raum Auskunft gegeben, dass es die meisten Schleusen als sanierungsbedürftig einstuft. „Zwar wurde zwischenzeitlich immer wieder modernisiert, an vielen nagt aber der Zahn der Zeit und es wird auf Verschleiß gefahren, so dass viele Schleusen in einem baukritischen Zustand sind. Es wird geschätzt, dass 85 Prozent in einem Zustand sind, der allenfalls noch 10 Jahre Aufschub duldet“, machte Wirtschaftsminister Glawe aufmerksam. „Sanieren alleine reicht aber nicht mehr. Für ein Sofortinvestitionsprogramm des Bundesverkehrsministeriums ist ein klarer Zeitplan erforderlich. Als Grundlage für Erhaltungsinvestitionen in die Nebenwasserstraßen will der Bund ein Konzept erstellen. Damit die Belange der betroffenen Bundesländer und Regionen bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes berücksichtigt werden, sollten sich die drei Bundesländer dafür gemeinsam beim Bund einsetzen“, so Glawe. Zwischen Branchenvertretern und der Landesregierung funktioniert es. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vermarkten als gemeinsame Tourismusdestination mit der wassertouristischen Publikation „Dein Sommer, unser Element“ die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Keine Einschränkung der wassertouristischen Nutzung

Mit dem Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ beabsichtigt das Bundesverkehrs- und Bundesumweltministerium viele Fließgewässer zu renaturieren und damit die ökologische Qualität und den Hochwasserschutz zu stärken. „Das könnte unter Umständen eine Einschränkung der wassertouristischen Nutzung in diesen Gebieten bis hin zum Entzug von Wassertourismusrevieren bedeuten. Das können wir nicht einfach hinnehmen. Wir müssen uns gemeinsam länderübergreifend beim Bund dafür einsetzen, dass die sogenannten Nebenwasserstraßen des Bundes durchgängig für Motorboote schiffbar bleiben und seitens des Bundes wieder unterstützt werden“, forderte Glawe.

Wassertourismus mit Potenzial

„Die verbundenen Wasserwege können durch gemeinsame Ziele für die Bundesländer Wertschöpfungsketten erschließen. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Wassertourismus eine Branche mit Wachstumspotential und überdurchschnittlich gestiegenen Bruttoumsätzen“, so Glawe weiter. In den vergangenen untersuchten 10 Jahren haben sich die Bruttoumsätze in diesem Bereich auf rund 500 Millionen Euro verdreifacht. 1.400 Anbieter sind mit rund 7.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Der Anteil aus dem Wassertourismus in der Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern beträgt ca. 10 Prozent. Es gibt im Land derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland. Seit 1990 wurden in Mecklenburg-Vorpommern in den Wassertourismus über das Programm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ insgesamt knapp eine Milliarde Euro investiert. Das Wirtschaftsministerium hat den Wassertourismus mit rund 565,32 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden 175 Sportboothäfen und Marinas im Bereich des gewerblichen Tourismus gebaut. Im Rahmen der touristischen Infrastruktur sind 368 wassertouristische Maßnahmen gefördert worden. Hierzu zählen beispielsweise Promenaden, Schiffsanleger oder barrierefreie Strandzugänge.

700 Jahre Binz auf der Insel Rügen

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Foto: Mirko Boy

Ostseebad begeht Jubiläum mit einer Beach-Party / 1. Müther-Woche im September geplant

Mit einer Beach-Party am 21. Juli feiert das Ostseebad Binz auf der Insel Rügen den 700. Geburtstag. Dabei darf von 17.00 Uhr bis 1.00 Uhr an verschiedenen Open-Air-Locations gefeiert, getanzt und gestaunt werden. Während es am Müther-Turm, einem Wahrzeichen des Ostseebades, Singer-Songwriter-Kreationen zu hören gibt, bietet die Sunset-Stage unterhalb des Kurplatzes elektronische Klänge, unter anderem von den Bands „Raumdekor“ und „Tagträumer2 “. Als besonderer Höhepunkt erwartet Besucher ein Feuerwerk, das um 23.00 Uhr den sommerlichen Nachthimmel erhellt. Weitere Highlights sind die Konzerte und Theateraufführungen im Rahmen des neuen Formats „KulturKutter“ im Kurpark, die am 23. Juli starten, sowie die 1. Müther-Woche vom 17. bis 21. September, bei der dem in Binz geborenen und über die Landesgrenzen hinaus bekannten Baumeister Ulrich Müther mit einem bunten Programm gehuldigt wird.

Weitere Informationen: ruegen.de/700-jahre

Jetzt für den LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2018 bewerben

Potential der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft noch bekannter machen 

Ludwig-Bölkow-Technologiepreis, Foto: Pressestelle WM

Ludwig-Bölkow-Technologiepreis

Ab sofort sind Bewerbungen für den LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2018 möglich. „Der Preis trägt dazu bei, das Potential der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft noch bekannter zu machen. Gefragt sind Innovationsgeist, kreative Ideen und marktfähige Produkte. Unternehmensaktivitäten in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovationen gewinnen für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend an Bedeutung. Machen Sie ihre Innovation bekannter und bewerben Sie sich für den Preis“, ermunterte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag zur Teilnahme am Wettbewerb. Bis zum 07. September 2018 sind Bewerbungen möglich. Schirmherr des Wettbewerbes ist Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Erfolgreiche Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen

Mit dem LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 werden Unternehmen und wissenschaftlich ausgebildete Einzelpersonen oder auch Personengruppen gewürdigt, die sich um die erfolgreiche Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen aus MV in ein konkretes wirtschaftliches Produkt, ein Verfahren oder eine technologische Dienstleistung besonders verdient gemacht haben. „Gesucht werden Produkt- und Verfahrensinnovationen sowie innovative technologische Dienstleistungen, die sich wirtschaftlich umsetzen lassen“, so Wirtschaftsminister Glawe weiter.

Wirtschaftsministerium und IHKs in MV – gemeinsame Auslobung des Preises

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit und die Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern loben in diesem Jahr zum sechzehnten Mal den LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern aus. Für den Wettbewerb stehen insgesamt 10.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Die Bewerbungsunterlagen sind bei der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin einzureichen.

IHK zu Schwerin – Thomas Lust, Geschäftsbereich Existenzgründung und Unternehmensförderung, Innovation und Umwelt, Ludwig-Bölkow-Haus, Graf-Schack-Allee 12, 19053 Schwerin, E-Mail: lust@schwerin.ihk.de

Die Bewerbungen können auch an die Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern bzw. an die IHK zu Rostock zugesandt werden.

Die Bewerbungsunterlagen stehen unter anderem auf http://www.boelkowpreis.de zum Download bereit.

Diskussion zur Erhöhung der Impfquote in Mecklenburg-Vorpommern

Menschen im Land haben eine hohe Impfbereitschaft – Ziel ist, die hohen Werte zu halten und zu verbessern 

Impfstoff, © seen - Fotolia.com

Impfstoff, © seen – Fotolia.com

Über Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote in Mecklenburg-Vorpommern hat Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe am Montag (25.06.) beim AOK Forum in Schwerin diskutiert. „Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, um Krankheiten zu verhindern. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und später die sogenannten Auffrischimpfungen, um einen lebenslangen Schutz zu haben. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zeichnen sich durch eine hohe Impfbereitschaft aus. Die hohen Werte wollen wir halten und möglichst noch weiter verbessern. Deshalb werden wir stetig weiter aufklären und werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Veranstaltung „Erhöhung der Impfquoten – wie schaffen wir das?“ wurde von der Krankenkasse AOK Nordost organisiert.

Impfstatus trägt dazu bei, länger gesund zu bleiben – Kosten werden von Krankenkasse übernommen

So ist beispielsweise die Impfquote bei den Schulanfängern (Jahrgang 2016/2017) in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Robert-Koch-Institutes bundesweit mit Abstand am höchsten. Erstmals hat das Land bei allen 16 im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen dokumentierten Impfungen den ersten Platz errungen. Die bei knapp 15.000 Kindern vorgelegten Impfausweise dokumentierten für die vier- bis siebenjährigen Kinder bei allen in den ersten Lebensjahren empfohlenen Impfungen die besten Impfquoten bundesweit. Zudem hat Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Brandenburg als einziges Bundesland die für die Masern-Elimination geforderte Impfquote von 95 Prozent erreicht – 95,8 Prozent aller Einschüler im Land waren zweimal gegen Masern geimpft. „In jedem Lebensalter – vom Säugling über Kinder und Jugendliche bis hin zu Erwachsenen und Senioren – trägt der individuell notwendige Impfstatus dazu bei, länger gesund zu bleiben. Besonders wichtig ist: Alle von der Kommission empfohlenen Impfungen werden durch die Krankenkassen bezahlt“, sagte Glawe. Die bundesweit tätige Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) stellt regelmäßig die entsprechenden Impf-Empfehlungen auf. Sie hat eine App entwickelt, die aktualisierte Impfempfehlungen enthält: STIKO@rki.

Impfangebote in Mecklenburg-Vorpommern

Gesundheitsminister Glawe verwies auf weitere Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern, die zu einer hohen Impfquote beitragen. „Uns ist es wichtig, dass wir möglichst viele Angebote unterbreiten, damit alle gesundheitlich Interessierten unkompliziert und medizinisch gesichert geimpft werden können“, forderte Glawe. So bieten beispielsweise alle Gesundheitsämter im Land zur umfassenden Information Impfsprechstunden an. Mit den Krankenkassen hat das Land seit einigen Jahren eine Impfvereinbarung getroffen, nach der Kosten für Impfstoffe und Verbrauchsmaterialien für die von den Gesundheitsämtern durchgeführten Impfungen erstattet werden. Alle Ärzte, die in Mecklenburg-Vorpommern impfen, sind verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden und ein Impfzertifikat zu erwerben, das alle fünf Jahre erneuert werden muss. Auch im Rahmen einer Vereinbarung zur Verbesserung der Qualität und Effizienz der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in Mecklenburg-Vorpommern zwischen der AOK NordOst, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Land ist das Thema Impfen enthalten. Angehende Allgemeinmediziner erhalten im Rahmen der Weiterbildung einen „Grundkurs Impfen“. Der Kurs beinhaltet auch Schulungen zur Aufklärung und Beratung der Patienten, zur Gesprächsführung mit sogenannten Impfskeptikern und zum Impfmanagement in der Praxis. Gegenwärtig wird im Wirtschafts- und Gesundheitsministerium an einer landesweiten Impfkampagne gearbeitet. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorgestellt werden.