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Unterstützung für die Logistikbranche in M-V

Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern braucht leistungsfähige Logistik – Mehr Wertschätzung für den Beruf – Unterstützung für die Ausbildung von Berufskraftfahrern 

180801 Gruppenfoto bei Firma GustkeMecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe und die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit Margit Haupt-Koopmann haben am Mittwoch in Rostock bei der Spedition Heinrich Gustke GmbH Unterstützungsmöglichkeiten zum Erwerb von LKW-Führerscheinen insbesondere auch für Migranten vorgestellt. „Für die Unternehmen im Land ist es von großer Bedeutung, dass es eine leistungsfähige Logistik gibt, um die hier produzierten Waren sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Dafür braucht es ausreichend Berufskraftfahrer. Um zusätzliche Potentiale für neue Fachkräfte zu haben, sind neue Wege unumgänglich. Deshalb unterstützen wir die Logistikbranche in enger Kooperation mit den Jobcentern des Landes“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „LKW-Fahrer sind das entscheidende Bindeglied zwischen den Orten, wenn es um die Versorgung der Bevölkerung geht. Das geht über den Transport von Lebensmitteln, Bekleidung, Autoteilen, Möbeln bis hin zu Medikamenten. Sie sorgen dafür, dass die Regale in den Läden voll sind und wir selbstverständlich einkaufen gehen können. Umso wichtiger ist es, für diesen Berufszweig noch intensiver zu werben. Wir brauchen mehr Wertschätzung für den Beruf und mehr Respekt für LKW-Fahrer auf den Straßen“.

Hohe Anforderungen an Berufskraftfahrer

„Ein Mangel an Fahrern darf langfristig nicht zu einem Mangel im Logistikbereich führen. Das ist eine Herausforderung. Die Bedarfe müssen gedeckt werden“, forderte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es im Moment 558 offene Stellen im Bereich der Berufskraftfahrer. Zudem nimmt die Nachfrage nach Transportkapazität aufgrund der guten Wirtschaftssituation und des zunehmenden Online-Handels zu. Laut Angaben des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) fehlen bundesweit mindestens 45.000 Fahrzeugführer. „Auf den ersten Blick sieht es so aus, als könnten die offenen Stellen mit Leichtigkeit besetzt werden. Aber: Berufskraftfahrer müssen verantwortungsbewusst, verlässlich, belastbar und serviceorientiert sein. Das sind hohe Anforderungen. Fachkräfte, die diese Eigenschaften vorweisen können, werden in der Logistikbranche dringend gesucht. Am Beispiel der Spedition Gustke wollen wir zeigen, wie mit Kreativität und Engagement Arbeits- und Ausbildungsplätze im Unternehmen besetzt werden können“, sagte Glawe.

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, unterstrich, dass die wachsende internationale Arbeitsteilung und darüber hinaus die günstige geografische Lage Mecklenburg-Vorpommerns – als Brücke in die Ostseeanrainerstaaten und nach Osteuropa – ebenfalls dazu beitrage, dass die Logistikwirtschaft ein Wachstumskern in Mecklenburg-Vorpommern sei. „Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir – die Arbeitsagenturen und Jobcenter – gezielt Arbeitslose identifizieren und qualifizieren, die für eine Tätigkeit als Berufskraftfahrer in Frage kommen. Allein für 2017 können wir 1.491 Eintritte in entsprechende Qualifizierungsangebote melden. Von Januar bis Juli 2018 waren es bisher 786.“ Interessant sei es, sich einige Strukturdaten der Geförderten anzusehen. „13 Prozent der Teilnehmenden haben einen Migrationshintergrund, nur 4 Prozent sind weiblich, und die Altersgruppe 25 bis 34 hat mit 35,5 Prozent von allen den größten Anteil.“ Haupt-Koopmann betonte mit Blick auf den Ausbildungsmarkt, dass in Mecklenburg-Vorpommern seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2017/2018 – 01. Oktober 2017 – 140 Ausbildungsplätze „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ bei den Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagenturen und Jobcenter gemeldet wurden. „Aktuell sind davon noch 68 unbesetzt.“

Berufliche Integration von Geflüchteten erfordert Offenheit und Engagement in den Unternehmen

Die Spedition Gustke hat zum Ausbildungsbeginn (01.08.) 15 junge Menschen eingestellt, die Berufskraftfahrer/-in, Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistungen sowie Kfz-Mechatroniker lernen. Zu den Berufsanfängern gehören zwei Azubis aus Afghanistan und Äthiopien, die eine Ausbildung als Berufskraftfahrer beginnen. Jeweils ein Azubi aus Afghanistan befindet sich darüber hinaus im 2. und 3. Ausbildungsjahr zum Berufskraftfahrer. Außerdem beginnt zum gleichen Termin je ein Azubi aus Afghanistan und Armenien seine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker. „Die berufliche Integration von Geflüchteten erfordert Offenheit und Engagement von allen Mitarbeitern in einem Unternehmen. Der Weg wird nicht immer leicht sein. Zugleich bietet sich durch den Zuzug der Neubürger eine große Chance, Fachkräfte für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen, die wir aufgrund des demografischen Wandels dringend benötigen“, sagte Glawe.

Bildungsschecks des Wirtschaftsministeriums können für Stapler- und Gefahrgutscheine eingesetzt werden

Gefördert vom Jobcenter sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben im Mai 2017 zwölf Teilnehmer vorwiegend aus Syrien und Afghanistan in der Gustke Logistik Academy einen Orientierungs- und Sprachkurs begonnen. Aus diesem Kreis sind fünf Teilnehmer derzeit in einer Ausbildung zum Berufskraftkraftfahrer. „Mit einer beschleunigten Grundqualifizierung im Güterverkehr und weiteren Qualifikationen für den Gefahrguttransport oder einem Gabelstaplerschein sind die Teilnehmer nun auf dem Weg zu einer echten Fachkraft. Wir unterstützen die Unternehmen im ganzen Land bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter“, sagte Glawe. Stephan Gustke, Geschäftsführer von Gustke Logistik, meint dazu: „Die aktuelle Situation hat sich bereits über viele Jahre angekündigt, denn es wurde in der Vergangenheit zu wenig für das Berufsbild ´Kraftfahrer´ getan. Dabei haben alle Unternehmen, Verbände und auch die Politik in den letzten Jahren viel zu wenige Bemühungen unternommen. Dieses aktuelle Problem werden wir nicht von heute auf morgen gelöst bekommen, aber ich denke, wir alle haben die Zeichen der Zeit erkannt und mobilisieren alle Kräfte, die Rahmenbedingungen der Kraftfahrer zu verbessern. Dieses ist mittlerweile auch zu großen Teilen bei der verladenden Wirtschaft und der Politik angekommen.“

Mit der Qualifizierungsrichtlinie des Wirtschaftsministeriums haben Unternehmen die Möglichkeit, für ihre Mitarbeiter Bildungsschecks zu beantragen und so eine 50- bis 75-prozentige Förderung bei Weiterbildungsmaßnahmen zu erhalten. In der Logistikbranche gilt dies vor allem für Zusatz- oder Spezialqualifizierungen zum Beispiel für den Staplerschein oder den Gefahrgutschein. In der Branche „Verkehr und Lagerei“ sind seit 2014 insgesamt 784 Bildungsschecks für unterschiedliche Qualifizierungen bewilligt worden; davon 490 für Fahr- und Präzisionstrainings im Rahmen der Berufskraftfahrerqualifikation. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um dem bestehenden Fachkräftemangel in der Transport- und Logistikbranche entgegenzuwirken. Dabei ist die Ausbildung von Flüchtlingen zum Berufskraftfahrer eine Möglichkeit, die wir über die ´Beschleunigte Grundqualifikation zum Berufskraftfahrer´ aktiv nutzen. Dabei sind wir über Förderung durch Jobcenter und BAMF sehr dankbar“, so Stephan Gustke, Geschäftsführer der Spedition Heinrich Gustke GmbH.

Informationen zur Logistikbranche in Mecklenburg-Vorpommern

Im Land gibt es nach Angaben der Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. insgesamt 5.200 Logistik-Unternehmen mit 31.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Transport- und Logistikbranche vereinigt in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stand 2014). Dies entspricht nach Angaben der Initiative einem Anteil von rund 7,4 Prozent an der Gesamtbeschäftigung im Bundesland. Geprägt wird dieses Bild insbesondere durch Transport- und Zustellberufe (41 Prozent), Lager- und Umschlagberufe (40 Prozent) sowie kaufmännische und Verwaltungsberufe (19 Prozent) [Quelle: Fraunhofer SCS/Logistikbeschäftigung in Deutschland – Vermessung, Bedeutung und Struktur, 2015].

Bildunterschrift: Peter Stein MdB, Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, Ibrahim Watandust Azubi Berufskraftfahrer, Stephan Gustke, Geschäftsführer von Gustke Logistik, Wirtschaftsminister Harry Glawe (v.l.). Foto: Presse WM M-V

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Neuansiedlung in Ludwigslust – Grundsteinlegung für Logistikzentrum der Fenix Outdoor Logistics GmbH

MV ist attraktiver Wirtschaftsstandort für internationale Investoren – Sogwirkung für weitere Investitionen – mindestens 66 neue Arbeitsplätze entstehen vor Ort

"Wander-Weekend", Foto: DJH LV M-V

„Wander-Weekend“, Foto: DJH LV M-V

29.8.2017 – Die Fenix Outdoor Logistics GmbH errichtet im Ludwigsluster Industriegebiet Stüdekoppel ein neues Logistik-Zentrum. Das Unternehmen gehört zur Schweizer Gesellschaft Fenix Outdoor International AG, stellt Outdoor-Produkte her und vermarktet diese. „Mecklenburg-Vorpommern erweist sich erneut als attraktiver Wirtschaftsstandort für internationale Investoren. Bedeutend ist vor allem die Schaffung neuer Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt. Hier am Standort entstehen mit dem neuen Logistikzentrum der Fenix Outdoor Logistics GmbH im ersten Schritt mindestens 66 neue Arbeitsplätze“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe bei der Grundsteinlegung. Wirtschaftsminister Glawe übergab vor Ort einen Fördermittelbescheid. Die Neuansiedlung wurde begleitet durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg mbH. „Wir setzen darauf, dass durch die Ansiedlung des internationalen Konzerns im Industriegebiet Stüdekoppel eine Sogwirkung für Investitionsvorhaben von weiteren Firmen entsteht. Das trägt auch zu weiterem wirtschaftlichen Wachstum in der Region bei“, so Glawe weiter.

Standortvorteile haben überzeugt – Region punktet mit guter Erreichbarkeit der Märkte in Deutschland und Skandinavien

Von Ludwigslust aus soll nach Unternehmensangaben ab Ende 2018 das gesamte Versandgeschäft für die Fenix Holding abgewickelt werden. Dazu zählen unter anderem die Marken Fjällräven, Primus und Hanwag sowie die Einzelhändler Globetrotter Ausrüstung in Deutschland, Partioaitta in Finnland und Naturkompaniet in Schweden. Dafür entstehen im Industriegebiet eine neue, knapp 10.000 Quadratmeter große Logistikhalle sowie ein über zwei Etagen angrenzendes Bürogebäude. Weiterhin wird in den Maschinenpark investiert, unter anderem in eine automatisierte Taschensorteranlage, Anlagen für das Retourenlager sowie Gabelstapler. „Die Standortvorteile Mecklenburg-Vorpommerns haben das Unternehmen überzeugt. Vor allem die Anbindung an die Übersee- und Ostseehäfen über das naheliegende Bundesautobahnnetz und die dadurch mögliche gute Erreichbarkeit der Märkte in Deutschland und Skandinavien waren für das Unternehmen ausschlaggebend bei der Standortwahl“, sagte Glawe.  Hans-Joachim Heuer, Director Supply Chain Management der Fenix Outdoor Logistics GmbH, dazu: „Hinsichtlich der Infrastruktur und Anbindung haben wir in Ludwigslust optimale Bedingungen gefunden. Wir bauen hier eine `Best in Class´-Logistik für die Zukunft auf und ich hoffe, dass wir bei anhaltender positiver Geschäftsentwicklung sehr bald die nächsten Ausbaustufen umsetzen können.“

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Insgesamt belaufen sich die Investitionen des Unternehmens auf 18,8 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro. „Die Region Westmecklenburg insgesamt hat sich wirtschaftlich positiv entwickelt. Wir werden weiter Neuansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen unterstützen. Das stärkt die Wirtschaft im ganzen Land und schafft sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Glawe.

Informationen zur Investitionsförderung von Unternehmen in der Stadt Ludwigslust und im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Seit 2011 wurden in der Stadt Ludwigslust zehn Vorhaben bei einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 26 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 3,9 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium unterstützt. Dadurch sind 113 Arbeitsplätze neu geschaffen und 341 Arbeitsplätze gesichert worden. Dabei handelt es sich unter anderem um das Maschinenbauunternehmen Rattunde & Co. GmbH, das seine Betriebsstätte um ein Sozialgebäude erweitert hat, um weitere Mitarbeiter einstellen zu können und damit die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Mit dem Vorhaben wurden 157 Arbeitsplätze gesichert und 26 Jobs neu geschaffen. Die LSS Lewens Sonnenschutz-Systeme GmbH & Co. KG hat jüngst in ein neues Bürogebäude, eine neue Lagerhalle sowie in den Maschinenpark investiert. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden seit 2011 insgesamt 155 Vorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 628 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium in Höhe von 117,8 Millionen Euro unterstützt. Durch die Investitionen wurden 2.407 Dauerarbeitsplätze neu geschaffen und 7.485 Jobs gesichert. In Gallin hat sich beispielsweise die Schur Pack Germany GmbH mit einem Faltschachtelwerk angesiedelt und beschäftigt 130 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist auf die Produktion und den Vertrieb von Faltschachteln aus Papier, Karton und Kunststoffen spezialisiert. Die Rothkötter Mischfutterwerk GmbH baut derzeit in Boizenburg/Elbe erstmals eine Betriebsstätte. Die BGT Boizenburger Gummitechnik GmbH & Co. KG erweitert gerade die bestehende Betriebsstätte um eine neue Fertigungslinie.

Logistikbranche in Mecklenburg-Vorpommern

Nach Angaben der „Logistik-Initiative Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ gibt es im Land 5.200 Logistikunternehmen mit 31.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaften.

Informationen zum Unternehmen

Die Fenix Outdoor International AG ist eine Schweizer Gesellschaft mit Sitz in Zug. Die Gruppe teilt sich in drei Segmente: Marken, Global Sales und Einzelhandel (Frilufts Retail). Das Fenix Outdoor Markensegment besteht aus fünf Outdoor-Marken (Fjällräven, Hanwag, Brunton, Primus und Tierra). Der Einzelhandelsbereich besteht aus Naturkompaniet (Schweden), Partioaitta (Finnland) und Globetrotter Ausrüstung (Deutschland).

Internationales Logistikunternehmen siedelt sich in Mecklenburg-Vorpommern an

Neuansiedlung in Fahrbinde – Investition für neues Logistikzentrum geplant – über 100 Arbeitsplätze entstehen perspektivisch

25.7.2017 – Die Raben Group, welche ihre Wurzeln in den Niederlanden hat, will sich in Fahrbinde (Landkreis Ludwigslust-Parchim, Gemeinde Rastow) ansiedeln. Geplant ist im dortigen Gewerbegebiet der Neubau eines Logistikzentrums. „Die international agierende Unternehmensgruppe wird in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem ersten eigenen Standort aktiv. Mit dem geplanten Logistikzentrum sollen perspektivisch über 100 Arbeitsplätze in Fahrbinde entstehen. Überzeugen konnten wir die Raben Group vor allem aufgrund der gut ausgebauten Infrastruktur vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag in Schwerin. „Die Ansiedlung belegt, dass unser Land ein immer attraktiver werdender Wirtschaftsstandort auch für ausländische Investoren ist. Mecklenburg-Vorpommern kommt wirtschaftlich weiter voran. Jede Neuansiedlung und jede Erweiterung leistet hierfür einen wichtigen Beitrag. Denn: Im Ergebnis werden Arbeitsplätze gesichert, neue Jobs entstehen vor Ort. Darauf kommt es mir besonders an.“

Logistikzentrum entsteht im Gewerbegebiet – Baubeginn noch im Herbst

Im Gewerbegebiet Fahrbinde soll auf einer Fläche von circa zehn Hektar das Logistikzentrum entstehen. Vorgesehen sind der Bau einer Kommissionierungshalle und eines Bürogebäudes sowie der Bau von zwei Lagerhallen. Vor Ort wird die gesamte Logistikkette abgedeckt: von der Warenbeschaffung bis zum Vertrieb sowie die Chargenverwaltung. Vorgesehen ist unter anderem auch die Etikettierung, Verpackung und Kommissionierung von Paletten und Kartons. Darüber hinaus sollen kundenspezifische Verpackungen und entsprechendes Labeling der Waren und auch Retouren-Management ermöglicht werden. Der erste Großkunde wird aus dem Bereich der Lebensmittelindustrie kommen. Baubeginn ist noch für Herbst dieses Jahres geplant.

Anbindung mit entscheidend für Ansiedlungserfolg

Das wachstumsorientierte Unternehmen ist besonders an Standorten im Bereich der Autobahn interessiert. „Wir sind ein kundenorientiertes Unternehmen und haben deshalb nach einer Erweiterung für unser Lagernetzwerk in Deutschland und nach einem Standort gesucht, der für eine neue Investition optimal ist. Dies stärkt unsere Stellung im Norden von Deutschland. Speziell das Autobahnkreuz A24/A14 wird viele Möglichkeiten und Chancen für die Zukunft bringen. Fahrbinde ist aufgrund der direkten Verkehrsanbindung und der verfügbaren Flächen der richtige Standort für uns“, sagt der Geschäftsführer der Raben Group, Ewald Raben. Wichtige Kontakte zum Unternehmen wurden über die Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in Mecklenburg-Vorpommern auf der Immobilienmesse EXPO REAL 2016 in München geknüpft. „Messen sind für uns ein unverzichtbares Instrument, um auf die Stärken unseres Landes noch besser überregional aufmerksam zu machen“, erläuterte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. „Ein Vorteil von Fahrbinde ist, dass ein Transport der Waren in alle Richtungen möglich ist. Rostock und Wismar sind mit den Häfen nicht weit entfernt, auch über die Autobahnen liegt das Gewerbegebiet logistisch attraktiv. Zu den Standortvorteilen Mecklenburg-Vorpommerns zählen die geografische Lage im südlichen Teil der Wachstumsregion Ostseeraum mit engen Verbindungen zu den Metropolregionen Hamburg, Berlin und Stettin, unser attraktives Gewerbeflächenangebot und die moderne Infrastruktur. Zudem hat unser Land eine moderne Hafeninfrastruktur mit guter see- und landseitiger Verkehrsanbindung“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Insgesamt belaufen sich die Investitionen des Unternehmens voraussichtlich auf über 10 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium wird das Vorhaben nach Vorlage aller Unterlagen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von voraussichtlich rund 1,60 Millionen Euro unterstützen.

Informationen zur Raben Group

Die Raben Group ist ein Familienunternehmen, welches seit über 85 Jahren mit umfassenden Logistikdienstleistungen (flächendeckende Logistiklösungen, Landverkehre, FTL & Intermodal, Frischelogistik, See- und Luftfracht, Lead Logistics Provider) auf dem europäischen Transportmarkt tätig ist. 1991 startete das in den Niederlanden gegründete Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in Polen und wuchs von hier aus europaweit. Seit einigen Jahren expandiert die Raben Group strategisch stark in Deutschland. So wurden z. B. am 01. Januar 2017 die Rhenus Niederlassungen in Fellbach und Weilimdorf übernommen. Im März 2017 folgte die Übernahme der Transport- und Logistikunternehmen Excise GmbH und RLZ Baden GmbH in Karlsruhe. Am 03. Mai 2017 wurde der Vertrag zur Übernahme des Standortes Kamen von der nordrheinwestfälischen Logistikgruppe SCHMALZ + SCHÖN unterzeichnet. Und erst Ende Juni kam es zur Vertragsunterzeichnung für die Übernahme von Busse Logistik in Kassel, welche nach der Zustimmung durch die Kartellrechtsbehörde finalisiert wird. Das Unternehmen verfügt über 130 eigene Niederlassungen in 12 Ländern Europas: Deutschland, Estland, Italien, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Polen, Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Ungarn. Die Gruppe generiert eine Milliarde Euro Umsatz jährlich. Rund 10.000 Mitarbeiter zählt das Unternehmen mit einer Gesamtlagerfläche von 1.150.000 Quadratmetern und über 7.000 modernen Transportmitteln.

Logistikbranche in Mecklenburg-Vorpommern

Nach Angaben der „Logistik-Initiative Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ gibt es im Land 5.200 Logistikunternehmen mit 31.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaften.

Minister Pegel besucht mit Unternehmerdelegation Kasachstan

Bayterek

Blick auf den Bajterek-Turm und das neue Regierungsviertel von Astana, Foto: Askar9992/Wikipedia

7.7.2017 – Mecklenburg-Vorpommern will die Wirtschaftsbeziehungen zu Kasachstan ausbauen und zusammen mit dem zentralasiatischen Land die Initiative „Neue Seidenstraße“ vorantreiben. Gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation bricht Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, deshalb an diesem Sonntag (9.7.) zu einer fünftägigen Reise nach Kasachstan auf. „Kasachstan ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Landverkehre zwischen Asien und Europa und damit ein bedeutender Partner für das Projekt ‚Neue Seidenstraße‘“, sagte der Minister. „Außerdem möchte ich die Erschließung des kasachischen Marktes für unsere Unternehmen intensivieren.“ Kasachstan sei eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften in Zentralasien und ein bedeutender regionaler Handelspartner für Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere für die Bereiche erneuerbare Energien, Hafen und Logistik sowie Digitalisierung, sagte Christian Pegel. Der Minister will Mecklenburg-Vorpommern als Drehscheibe für Güterverkehre etablieren, die über den Landweg aus China, Russland oder Kasachstan kommen. Sie können in Mecklenburg-Vorpommern gebündelt und dann nach Nord- und Osteuropa weitergeleitet werden. „Dank erstklassiger Hafenstrukturen, verfügbarer Lagerflächen und dem Breitspur-Eisenbahn-fährhafen in Sassnitz ist unser Land ein optimal aufgestelltes Verteilzentrum“, sagte der Minister, der in der kasachischen Hauptstadt Astana auch die staatliche Eisenbahngesellschaft besucht. Thema ist dort unter anderem die Bekräftigung der Zusammenarbeit der Hafengesellschaft Rostock Port mit dem Bahnbetreiber UTLC, einem Gemeinschaftsunternehmen der russischen, der weißrussischen und der kasachischen Bahngesellschaften.

Ein überaus positives Echo löste die Präsentation von Mecklenburg-Vorpommern als Drehscheibe der Neuen Seidenstraße schon im März in Berlin aus, als Christian Pegel sie vor mehr als 300 Gästen vorstellte. Gastland war Kasachstan. Auf der Logistikmesse TransRussia im April in Moskau vertieften der Minister und die ihn begleitende Wirtschaftsdelegation ihre internationalen Kontakte. Rostock Port, UTLC sowie der schwedische Hafen Trelleborg und die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo Russia unterzeichneten in Moskau eine Absichtserklärung über gemeinsame logistische Aktivitäten im Landverkehr zwischen China und Kontinentaleuropa. Auf der Leitmesse Transport Logistic Anfang Juli in München unterzeichneten sieben Institutionen und Unternehmen aus Russland und Mecklenburg-Vorpommern eine Absichtserklärung zur Schaffung einer transkontinentalen Partnerschaft in der Logistik. Dieser Erklärung haben sich inzwischen insgesamt 26 Institutionen und Unternehmen aus elf Ländern angeschlossen. „Die wachsende Beteiligung zeigt das große Interesse an der Neuen Seidenstraße und an Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Christian Pegel. In Almaty, mit 1,7 Millionen Einwohnern größte Stadt Kasachstans, treffen sich Christian Pegel und die Wirtschaftsdelegation am Montag (10.7.) unter anderem mit der nationalen Unternehmerkammer Atameken und dem Energieversorger Ales.

In der Hauptstadt Astana nimmt der Minister mit der Wirtschaftsdelegation an der Energiekonferenz „German Energy Dialogue“ teil, die die Deutsche Energie-Agentur (Dena) mit dem Bundeswirtschaftsministerium, der Deutschen Außenhandelskammer und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des kasachischen Ministeriums für Investitionen und Entwicklung. Auf dem Programm steht auch ein Besuch der Weltausstellung Expo „Energie der Zukunft“, an der sich rund 100 Staaten beteiligten, darunter Deutschland. Im deutschen Pavillon präsentieren auch Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Energieprojekte. Geplant sind auch Gespräche mit dem kasachischen Energieminister und dem Minister für Investitionen und Entwicklung. Vorgesehen ist ferner eine Teilnahme am Deutschen Nationentag, zu dem hochrangige Vertreter der kasachischen und der deutschen Wirtschaft und Politik kommen. Das rohstoffreiche Kasachstan stützt sich weitgehend auf die Produktion und den Export von Erdöl. In der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) ist das Land nach Russland der größte Ölförderer. Die erneuerbaren Energien werden Experten zufolge in den kommenden Jahren aber an Bedeutung gewinnen. Das „Green Concept“ der Regierung sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 rund 50 Prozent der Energien aus erneuerbaren Quellen kommen. Das riesige Steppenland ist reich an Solar- und Windressourcen. Der erste Windpark in Kasachstan wurde mit deutscher Technik errichtet.

Kasachstan erwirtschaftete 2016 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 133 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem BIP pro Kopf von 7.453 Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland betrug das BIP 3.466 Milliarden Dollar und das BIP pro Kopf 41.902 Dollar. Kasachstans Export nach Deutschland lag bei 2,9 Milliarden Euro, die Importe aus Deutschland nach Kasachstan bei 1,1 Milliarden Euro. Deutschland bezog vor allem Erdöl und Erdgas sowie Metalle, Chemieprodukte und Agrarerzeugnisse und lieferte im Gegenzug hauptsächlich Maschinen, Pharmaka, Chemieprodukte und IT-Geräte. Im September reist Christian Pegel nach St. Petersburg und Moskau, um die Zusammenarbeit mit Russland zu intensivieren. Sie ist einer der Schwerpunkte der Außenhandelsaktivitäten der Landesregierung. Detaillierte Informationen zum Logistikstandort Mecklenburg-Vorpommern stehen im Logistikatlas: www.logistik-in-mv.de

Mecklenburg-Vorpommern für Logistikbranche noch attraktiver

Rügenbrücke, Foto: www.logistik-in-mv.de

Rügenbrücke, Foto: http://www.logistik-in-mv.de

Mecklenburg-Vorpommern bietet den Unternehmen der Logistikbranche einen neuen Service an. Zur „9. Branchenkonferenz Logistikwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern“ am Donnerstag (1.6.2017) in Rostock-Warnemünde wird der Logistikatlas (www.logistik-in-mv.de ) freigeschaltet, den die Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem IT-Unternehmen Planet IC entwickelt hat. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung hat das Projekt finanziell und inhaltlich unterstützt. Für die Arbeit stellte es 30.000 Euro bereit. „Mit dem Logistikatlas erhöhen wir weiter die Attraktivität von Mecklenburg-Vorpommern als Logistikstandort“, sagte Minister Christian Pegel. Michael Kremp, Vorstandsvorsitzender der Logistikinitiative, erklärte: „Wir freuen uns mit dem digitalen Logistikatlas ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Branche entwickelt zu haben.“ Der Logistikatlas Mecklenburg-Vorpommern informiert über Struktur und Bedeutung der Branche, die im Jahr 2014 mehr als 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zählte. Er gibt einen Überblick über die logistischen Stärken und informiert über die Standortqualitäten des Landes sowie der Landkreise und Städte. Außerdem führt der Atlas die einzelnen Logistikunternehmen auf sowie ausgewählte Aus- und Weiterbildungsstätten der Branche. Auf einer dynamischen Karte sind unter anderem die Häfen und Verkehrswege zu sehen. Aktuell sind mehr als 350 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bildung über den Atlas abrufbar. Im nächsten Jahr wird er durch die Aufnahme von Gewerbestandorten ergänzt. Insbesondere richtet sich der Logistikatlas an Unternehmen und Investoren aus der Verlade- und Transportwirtschaft. Auch wer einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz sucht, findet hier wichtige Informationen. „Der Logistikatlas hilft, schnell den richtigen Ansprechpartner zu finden“, sagte Minister Christian Pegel. „Das gibt der Logistikbranche in unserem Land einen weiteren Schub.“

Unternehmen aus M-V und Russland unterzeichnen Abkommen zu verstärkter Zusammenarbeit

 

Seehafen Rostock, Foto: Joachim Kloock

Seehafen Rostock, Foto: Joachim Kloock

11.5.2017 – Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Zusammenarbeit mit Russland. Auf der Leitmesse „Transport Logistic“ in München haben sieben Institutionen und Unternehmen aus Russland und Mecklenburg-Vorpommern eine Absichtserklärung zur Schaffung einer transkontinentalen Partnerschaft in der Logistik unterzeichnet. „Damit stärken wir den Standort Mecklenburg-Vorpommern als Handelsdrehscheibe zwischen Europa und Asien“, sagte Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, auf der Messe in München. „Die Absichtserklärung ist ein weiterer Meilenstein für unser Projekt ,Neue Seidenstraße‘“, sagte der Minister, der das Projekt im März vorgestellt hatte. Ziel ist es, Ladungsverkehre, die über Straße und Schiene aus China, Russland oder Kasachstan kommen, in Mecklenburg-Vorpommern zu bündeln und dann nach Ost- und Nordeuropa weiterzuleiten. Die in München unterzeichnete Absichtserklärung soll helfen, Transport- und Logistikplattformen zu schaffen, damit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zusammenarbeiten und so effizienter wirtschaften können. Die Unterzeichner wollen „Industrie- und Logistikcluster bilden und entwickeln“ und so zur Modernisierung der logistischen Infrastruktur beitragen. Geplant ist ferner, „vorrangige Projekte in den Bereichen Logistik und Supply Chain Management“ zu initiieren.

Dem Memorandum können sich weitere Unternehmen und Institutionen anschließen. Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung bisher vom Wirtschaftsclub Russland, der Deutschen-Bahn-Tochter DB Cargo Russia, dem Logistikkomitee des Russischen Unternehmensverbandes (RSPP), der Hafengesellschaft Port of Rostock, dem Landesverband Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern, dem deutschen Logistikdienstleister Sartori & Berger und dem vorpommerischen Handelsunternehmen Viela Export. Die Zusammenarbeit mit Russland ist einer der Schwerpunkte bei den Außenhandelsaktivitäten der Landesregierung. Ministerpräsident Erwin Sellering und Minister Christian Pegel werden im September nach St. Petersburg und Moskau reisen. Außerdem sollen Arbeitsgruppen zwischen dem russischen Ministerium für Industrie und Handel und der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern ausloten, wie die Zusammenarbeit in der Bereichen „Energie und Verkehr“, „Ernährung und Landwirtschaft“ sowie „Industrie und Wirtschaft“ weiter verbessert werden kann.

Bilanz Unternehmerdelegationsreise in den Iran

Spürbare Aufbruchstimmung – Wirtschaftstag 2017 in MV prüfen – Gesundheitswirtschaft, duale Ausbildung, Industrie, Logistik, Handwerk und Tourismus aus Norddeutschland sind gefragt – jetzt handeln! – Aufbruchstimmung im Iran und wirtschaftliche Stärken Mecklenburg-Vorpommerns passen zusammen

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Ende der sechstägigen Reise in den Iran eine positive Bilanz gezogen. „Es war eine spürbare Aufbruchstimmung vor Ort. Der Auftakt ist gelungen. Es bewegt sich viel und wir haben eine Menge Hausaufgaben im Gepäck. Wir konnten mit dem Know-how der heimischen Wirtschaft aus unserem Land absolut punkten. Die Tür für wirtschaftliche Kontakte ist weit aufgestoßen. Jetzt muss alles daran gesetzt werden, auch durch diese Tür zu gehen. Ich bin mir sicher, die Aufbruchstimmung im Iran und die wirtschaftlichen Stärken Mecklenburg-Vorpommerns passen zusammen“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph. „Es wird auch darauf ankommen, vermeintliche Vorurteile abzubauen, die Interessen und Ziele des jeweils anderen besser zu kennen und gegenseitig notwendiges Vertrauen zu rechtfertigen.“

Anregung eines gemeinsamen Wirtschaftstages in MV

Auf Anregung der Gouvernementverwaltung Isfahan wurde Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph gebeten, die Durchführung eines Wirtschaftstages Iran – Mecklenburg-Vorpommern im Sommer 2017 zu prüfen. „Das ist eine Riesenchance für unser Land und im Besonderen für die heimische Wirtschaft, die neuen Kontakte in konkrete Geschäftsbeziehungen umzumünzen. Gleichzeitig lernen sich neue Unternehmen kennen. Das iranische Handwerk aus der Region Isfahan wird mit seiner fünftausendjährigen Handwerkskunst aufwarten. Iranische Tourismusdestinationen stellen sich vor. Gleichzeitig lernen die Touristiker Isfahans die Expertise unseres Landes im Bereich der Tourismuswirtschaft, einschließlich unserer Zertifizierungen und Qualifizierungssysteme kennen“, so Rudolph weiter. Der Wirtschaftsstaatssekretär regte an, den Wirtschaftstag gemeinsam mit interessierten Wirtschaftskammern und heimischen Unternehmen zu organisieren. Das Wirtschaftsministerium M-V und die IHK Schwerin könnten dabei aufgrund der vor Ort gesammelten Kontakte die Leadpartnerschaft übernehmen. Erforderliche Gespräche mit Präsident Hans Thon und Geschäftsführer Siegbert Eisenach haben begonnen.

Iran auf dem Weg zu mehr eigener Wertschöpfung

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph sagte zum Abschluss der Reise: „Der Iran ist auf dem Weg zu mehr eigener Wertschöpfung und Wohlstand. Das Land setzt dabei auf Produkte, Dienstleistungen und Investitionen aus Deutschland. An die Qualitätsarbeit und Zuverlässigkeit erinnert man sich gerne aus der Zeit vor den Sanktionen. Die Iraner sind bereit, für Produkte und Dienstleitungen aus Deutschland auch einen höheren Preis zu bezahlen.“

Iran baut Gesundheitswirtschaft zielgerichtet aus

Auch das Know-how aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft ist im Iran sehr willkommen. „Vor allem Medizintechnik, Biomedizin, Pharmaprodukte, Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere auf dem Gebiet der Diabetesbekämpfung und Herz-Kreislauferkrankungen, einschließlich Gesundheitstourismus, sowie Krankenhausbau und -management sind gefragt. Eine detaillierte Übersicht über die Struktur, Expertise und die Stärken unserer Unternehmen der Gesundheitswirtschaft wird bereits marktgerecht erarbeitet und dem Gesundheitsministerium Irans als Grundlage weiterer verabredeter konkreter Gespräche zur Verfügung gestellt“, so Rudolph weiter. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph hat Repräsentanten des Gesundheitsministeriums Irans zur Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft im Juli 2016 nach Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

Duale Ausbildung stößt auf großes Interesse

Darüber hinaus äußerten die Iraner den Wunsch, das System der Dualen Berufsausbildung in Mecklenburg-Vorpommern noch näher kennenzulernen. „Das deutsche Ausbildungssystem hat vor Ort beeindruckt. Hier werden wir prüfen, ob angehende iranische Fachkräfte, die die iranische Berufsausbildung weiter entwickeln sollen, über Stipendien die Möglichkeit erhalten können, sich bei uns weiterzubilden. Ziel ist es, die Funktions- und Wirkungsweise unserer dualen Berufsausbildung, einschließlich der Berufsfrühorientierung, iranischen Fachleuten zu erläutern, besser zu verstehen und im Iran aufzubauen. Das sichert Wohlstand und qualifizierte Fachkräfte für gute Geschäfte vor Ort“, betonte Rudolph. Die Reise fand unter der Leitung von Energieminister Christian Pegel statt. An der rund 100-köpfigen Delegationsreise waren Vertreter aus Politik, Verwaltung und Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt.

Folgende Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern haben die Reise in den Iran unternommen

  • Airsense Analytics GmbH
  • BayWa Agrarhandel GmbH
  • bmp GmbH
  • DB Schenker AG Gs. Güstrow
  • Ecovis Grieger Mallison Köster
  • Fisch Domke
  • HERO Rostock GmbH
  • Ingenieurplanung Ost GmbH
  • Inros Lackner SE
  • JB German Oil GmbH
  • Maplan GmbH
  • Medicare GmbH
  • MWO GmbH
  • Pro Balticum
  • Rosoma GmbH
  • RST Rostock System Technik GmbH
  • Saphir Radiochirurgie Norddeutschland GmbH
  • Ing. Siegmund Henning Anlagentechnik GmbHTeterower Wohnungsgesellschaft GmbH
  • Viela Export GmbH
  • Windbauer GmbH
  • WME GmbH
  • zWe GmbH
  • W2E Wind to Energy GmbH