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Erneute Übernahme ins Landesfilmarchiv Mecklenburg-Vorpommern

Das Umweltarchiv der Hochschule Neubrandenburg übergibt rund 180 Filme

Filmmaterial, Foto: Filmbüro MV

Filmmaterial, Foto: Filmbüro MV

25.7.2017 – Erneut konnte das filmische Erbe des Landes im Landesfilmarchiv Mecklenburg-Vorpommern bereichert werden, am 17. Juli 2017 übergab Dr. Jens Hoffmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltgeschichte und Regionalgeschichte der Hochschule Neubrandenburg, rund 180 Filme aus dem „Umweltarchiv“. Eine besondere Entdeckung dürfte dabei der Nachlass des bekannten DDR-Naturfilmers Siegfried Bergmann sein. Ein NDR-Fernsehbeitrag aus Neubrandenburg mit historischen Filmausschnitten war der Auslöser für die weitere Recherche. Kurzerhand verabredete Karl-Heinz Steinbruch, Landesfilmarchivar im Filmbüro MV in Wismar, ein Treffen mit Dr. Hoffmann an der Hochschule Neubrandenburg. Das dortige „Umweltarchiv“ beherbergt neben konventionellem Archivgut auch eine größere Anzahl analoger Filme. Die konnten bisher aber mangels geeigneter Abspieltechnik nicht durch die Hochschule gesichtet werden. Die beiden Institutionen wurden sich sehr schnell einig darüber, daß diese Filme im Landesfilmarchiv dauerhaft und fachgerecht verwahrt werden sollen. Ebenfalls kann das analoge Material nun sukzessive digitalisiert werden, was im Filmbüro problemlos möglich ist. Der größte Teil dieses umfassenden Zuwachses sind 16-mm-Lehrfilme aus verschiedenen Reihen, darunter Unterrichtsfilme, Berufsschulfilme, Berufsschulfilme für die Landwirtschaft oder Filme für die Ausbildung von Pädagogen. Nahezu 20 Filme im 35-mm-Format sind Bestandteil eines an das Umweltarchiv Neubrandenburg abgegebenen Nachlasses des bekannten DDR-Naturfilmers Siegfried Bergmann. Von diesen Arbeiten sind bereits einige Filme im Landesfilmarchiv erfaßt und liegen im Bestand vor. Eine weitere Entdeckung bei der ersten Durchsicht war ein 35-mm-Zweiakter aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, ein Film über die Arbeit der „Lehrstätte für Naturschutz Müritzhof“. Noch im August werden die Erschließungsarbeiten aller Filme beginnen, eine spannende Arbeit, bei der wir noch auf einige Überraschungen hinsichtlich des filmischen Erbe des Landes hoffen können.

Weitere Informationen unter:

http://iugr.net/

http://www.filmbuero-mv.de/de/landesfilmarchiv/ueber_das_landesfilmarchiv

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Filmische Schätze im Volkskundemuseum Schönberg gehoben

Lokalgeschichte auf 8- und 16-mm-Film – Landesfilmarchiv MV sichert und archiviert – Heimatgeschichte auf Film aufgespürt

Kiepenmacher

Kiepenmacher

37 Filme übergab Olaf Both, Leiter des Volkskundemuseums Schönberg, im Frühjahr dem Landesfilmarchiv Mecklenburg-Vorpommern in Wismar zur Sichtung und Archivierung. Wunderbare Aufnahmen und wahre Filmschätze wurden bei der Erschließung durch sichtbar. Die Filme sind nun digitalisiert und können für die Forschung und die Öffentlichkeitsarbeit des Museums genutzt werden. Eine Bereicherung ebenfalls für die neue Dauerausstellung „Zwischen Bischofssitz und Heimatbewegung“ des Volkskundemuseums in Schönberg, das nach der Sanierung im Koch´schen Haus am Markt in Schönberg dort seit dem 20. Mai 2017 untergebracht ist. Die Ausstellung greift Geschichten auf, bekannte und unbekannte, die sich mit dem Sammlungsbereich des Museums beschäftigen. Das Bistum Ratzeburg, die Stadt Schönberg als Sitz der Bischöfe, Handwerker in einer Stadt, Volkskunst auf dem Land, Tracht als Werbe- und Identitätsträger oder kultureller Austausch zwischen Dörfern und der Hansestadt Lübeck, sind einzelne Bereiche. Ein großer Teil der zu bewundernden Museumsobjekte sind aufwendig restauriert worden und strahlen in neuem, altem Glanz!

Die Filme

1935 – In der Kiepenmacherei

Ein besonderes Stück Heimatgeschichte wurde auf einem 16-mm Film aufgespürt. Der Streifen stellt ein heute ausgestorbenes Handwerk vor, nämlich die Arbeit in der Kiepenmacherei Paul Böttcher in Lüdersdorf aus der Zeit kurz nach 1935. Wer weiß denn heute noch, wie vor 80 Jahren aus Kiefernblöcken Spankörbe hergestellt wurden?

1936 – Olympische Flamme in Schönberg

Ein 8-mm-Film zeigt den Staffellauf den die olympische Flamme im Jahre 1936 von Berlin nach Kiel durch den Kreis Schönberg bis in die damals noch Freie und Hansestadt Lübeck absolvierte. Dabei geraten die Aufnahmen des eigentlichen Staffellaufes durch einheimische Sportler angesichts der Aufnahmen aus Schönberg und Lübeck fast zur Nebensache.

1965-1969 – Lokale Ereignisse rund um Schönberg

Auf wundersamem und nicht mehr nachvollziehbarem Wege sind die anderen Filme in das Volkskundemuseum Schönberg gelangt. Sie stammen wohl aus dem Nachlass eines Filmemachers. Die Filme wurden sämtlich im 8-mm-Format vom Schmalfilmzirkel beim Klub der Werktätigen Schönberg oder vom Schmalfilmstudio der Jugend Schönberg gedreht.

Die Filme sind zwischen zwei und 30 Minuten lang und thematisieren vor allem lokale Ereignisse: Demonstrationen, Eröffnung und Modenschauen im Oskar-Nolze-Schwimmbad, Ernteeinsätze der Lehrer in Groß Bunsdorf, Sportfeste an Kindertagen, Veranstaltungen im Veteranenclub, Besuch der Ausstellung „Marschall Vorwärts 1806-1813“ des Heimatmuseums Schönberg, Vorstellung der Möbelwerke PGH und der MTS Schönberg bis hin zu Bildern von der 750-Jahrfeier der Stadt im Jahre 1969.

Weitere Informationen unter:

http://www.filmbuero-mv.de/de/landesfilmarchiv

https://www.schoenberger-land.de/Stadt-Sch%c3%83%c2%b6nberg/Kultur-Freizeit/Museum

Filmbüro MV – ein guter Ort für erfolgreiche Ideenentwicklung

Kurze Wege – Improvisation, Vertrauen und gute Partner

Sehr_gute_Filme_2015, Foto/Quelle:    www.filmbuero-mv.de 23.2.2015 – Hört sich nach dem Erfolgsrezept von Regietalent Axel Ranisch an (DICKE MÄDCHEN, Deutscher Filmpreis 2012, ICH FÜHL MICH DISKO, ALKI, ALKI). Drei Tage war er im Dreierteam mit Heiko Pinkowski und Thorsten Merten auf dem Gelände des Filmbüro MV, ohne Ablenkung, in guter Atmosphäre vor Ort, mitten drin in der Entwicklung von der Idee zum Treatment, der Ausarbeitung der Figuren und des ersten Konzepts für den neuen Spielfilm mit Thorsten Merten in der Hauptrolle. Mit Übernachtung im Filmhostel, dem Raum für das Improvisieren und Schreiben, mit Catering und auch Entspannung auf dem Gelände. Die Wünsche wurden durch das Filmbüro-Team erfüllt – sehr zur Freude der drei und mit tollem Ergebnis.  „Wir haben viel mehr erarbeitet, als wir dachten, das waren intensive und erfolgreiche Tage im Filmbüro, wir konnten riesige Schritte machen und gehen davon aus, daß wir im nächsten Jahr drehen können und der Film Ende 2016 ins Kino kommen wird“, freut sich Axel Ranisch. Er setzt Vertrauen in die Schauspieler, in ihre Kreativität und das Improvisationstalent, läßt sie mitgestalten am Prozeß. Das Drehbuch und die Dialoge werden nicht ausgearbeitet, das ist ihm zu abstrakt, er will sich als Autor nicht genau ausdenken, was andere sagen sollen. „Der Schauspieler steckt sehr, sehr gut in seiner Rolle, es ist seine Aufgabe, diese Rolle zu verinnerlichen, er wird also auch nichts falsches sagen, sondern genau den richtigen Ton treffen“, sagt er. „Und wir suchen uns bei „Sehr gute Filme“ Partner, die ähnlich ticken, dazu gehören auch die Förderer, z. B. die Kulturelle Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. „Von der ersten Idee können wir die Entwicklung eines neuen Spielfilms von Axel Ranisch hautnah begleiten. Durch die sehr frühzeitige Einbindung in die Geschichte, auch über die passenden Locations und Unterstützung durch die hiesige Filmszene reden. Das Filmbüro MV mit seiner Infrastruktur erweist sich erneut als idealer Standort für Kreative der Filmszene. Ein sehr gutes Beispiel für Standortmarketing“, sagt Sabine Matthiesen, Leiterin der Kulturellen Filmförderung MV und Geschäftsführerin im Filmbüro. Link www.filmbuero-mv.de

NACKT ÜBER BERLIN wird  ein abendfüllender Spielfilm. Auf Basis eines Treatments ohne geschriebene Dialoge wird realisiert, um Spielraum für das enorme Improvisationstalent des Hauptdarstellers Thorsten Merten zu schaffen. Eine ausführliche Figurenbeschreibung ist notwendig, aber das gesprochene Wort bleibt dem Moment überlassen. Thorsten Merten kann von Anfang an seine Figur und seine Geschichte selbst mitentwickeln. Axel Ranisch und Heiko Pikowski waren federführende Autoren bereits bei DICKE MÄDCHEN, ICH FÜHL MICH DISKO, ALKI, ALKI, Thorsten Merten begeisterte in den improvisierten Filmen HALBE TREPPE von Andreas Dresen oder ALKI, ALKI. Soviel wird zur Geschichte verraten: Lebemann Thomas (50), gespielt von Thorsten Merten, wird in seiner eigenen Wohnung im 23. Stock mit Panorama-Fenster und dem Blick über die Silhouette Berlins gefangen genommen. Doch von wem? Kein Wasser, keine Schlüssel, kein Telefon, der Bestand an Lebensmitteln ist kläglich, noch drei Zigaretten. Er begibt sich auf eine Reise durch sein Leben auf der schmerzhaften Suche nach seinem Entführer und dem Motiv für diesen Rachefeldzug. Längst verscharrte Leichen auf dem Friedhof seiner Erinnerung muß er an die Oberfläche holen, sich den großen Fragen nach Sinn und Wert seines Lebens stellen. Wird er fündig und schafft er Einsamkeit, Hunger, Entzug und Verwahrlosung und Wahnsinn zu überleben? Ein Psychothriller!

Die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern wird durch das Filmbüro MV des Mecklenburg-Vorpommern Film e.V. seit 1991 organisiert. Sie unterstützt die unabhängigen, kreativen Filmschaffenden und Nachwuchstalente in den Bereichen Produktion, Drehbuchentwicklung und Abspiel, Verleih und Vertrieb. Das Land Mecklenburg-Vorpommern leistet über seine Kulturelle Filmförderung einen großen und nachhaltigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der notwendigen filmischen Infrastruktur des Landes. Neben Filmproduktion und Stoffentwicklung fördert das Land auch die Kulturelle Kinoszene. Seit der Wende dient der gemeinnützige Filmverein der Entwicklung, Förderung und Bewahrung von Film und Medienkultur in MV, ist Interessenvertretung der Filmschaffenden in MV und bietet mit dem Filmbüro MV in Wismar eine funktionierende Netzwerkstelle. Im Filmbüro ist auch das Landesfilmarchiv angesiedelt, das die Erhaltung und Nutzung der für MV überlieferten Filme gewährleistet, sowie die regionale Medienwerkstatt Wismar, die in Westmecklenburg und darüber hinaus eine wichtige Funktion bei der Förderung von Medienkompetenz und des filmischen Nachwuchses innehat.