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Neues aus der Kunsthalle Rostock Juli 2017

Newsletter-11.07.2017

Die Rostocker Kunsthalle wird zum „Zukunftslabor“

Dr. Susanne Jaschko ist die Kuratorin der experimentellen Ausstellung zum Universitätsjubiläum

Experiment Zukunft, Foto: Joachim Kloock10.7.2017 – Es ist wohl das ambitionierteste Projekt zum 600. Jubiläum der Universität Rostock. In Kooperation mit der Stadt Rostock ist eine Ausstellung mit internationaler Ausstrahlung unter dem Titel „Experiment Zukunft“ für 2019 in Planung. Dr. Susanne Jaschko (Foto) aus Berlin wird die Exposition als Kuratorin leiten. Vorgesehen sind dafür 1.800 m² Ausstellungsfläche auf zwei Etagen in der Kunsthalle Rostock sowie Aktionen im Außenbereich. „Wir sind sehr froh, mit Dr. Susanne Jaschko eine international erfahrene und anerkannte Kuratorin für die künstlerische Leitung der großen Ausstellung „Experiment Zukunft“ in der Kunsthalle gewonnen zu haben“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock. „Gemeinsam mit der Stadt, unseren Wissenschaftlern sowie der Kuratorin und den Künstlern wagen wir uns auf eine Reise, deren Zielort wir noch nicht kennen. Genau das macht diese Ausstellung so reizvoll und einzigartig“, so Schareck. Oberbürgermeister Roland Methling freute sich, dass es in unserer hektischen Zeit und im Doppeljubiläumfieber möglich ist, ein so packendes, aber auch aufwändiges Projekt zu realisieren. „Wir sind sehr gespannt, wie die Forscher und Künstler im kritischen Zusammenspiel die Zukunft und ihre Herausforderungen an uns alle erlebbar machen werden“, so Methling.

Kunst und Wissenschaft nach der Zukunft befragt

„Experiment Zukunft“ ist ein Projekt der Universität Rostock, die im Ausstellungsjahr ihr 600-jähriges Bestehen feiert. Die Ausstellung wird von Ende März bis Juni 2019 in der Kunsthalle und an anderen Orten in Rostock stattfinden. Mit über 20 künstlerischen Projekten in der Ausstellung sowie einem vielfältigen Workshop-, Film- und Performanceprogramm und einer zweitägigen internationalen Fachkonferenz ist „Experiment Zukunft“ das umfangreichste Vorhaben im Uni-Jubiläumsjahr. „Im „Experiment Zukunft“ treffen forschende Kunst und Wissenschaft aufeinander und loten gemeinsam die Zukunft aus. Mit diesem Ansatz und in dem geplanten Umfang ist es ein in der deutschen Kulturlandschaft herausragendes Projekt“, hob die Kuratorin Dr. Susanne Jaschko heute in der Kunsthalle Rostock hervor. „Die Ausstellung lenkt unseren Blick nach vorne und befragt die Wissenschaft und Kunst gemeinsam nach einem neuen und anderen Verständnis der Welt. Welche Perspektiven nehmen die beiden Disziplinen auf die Welt von morgen ein? Welche Zukunftsbilder lassen sich generieren und welche Handlungsräume eröffnen sich? Oder anders formuliert: Werden und wollen wir so leben? Und: Was ist zu tun?“, erläuterte die Kuratorin ihren konzeptionellen Ansatz. „Experiment Zukunft“ ist ein „Ausstellungsprozess“ mit fließenden Grenzen zum Alltag, zur Stadt und zum Naturraum – eine Art Labor, in dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu denken, zu reden, zu experimentieren und zu gestalten. Die Ausstellung soll auch polarisieren und provozieren, in dem ästhetische, ethische und gesellschaftliche Normen hinterfragt werden und gleichzeitig ein emotionaler und sinnlicher Ort sein, in dem auch körperliche Erfahrung zur Erkenntnis führt.

Mitmachen ist Programm und erwünscht

Das Ausstellungsprojekt soll verschiedene Besucher- und Teilnehmergruppen ansprechen. Ein entsprechend zugeschnittenes Veranstaltungsprogramm ist in der Entwicklung. Neben einer international angelegten zweitägigen Konferenz zu „Kulturen des Forschens“, die sich an Experten aus Kultur und Wissenschaft richtet, sind verschiedene Workshops und ein umfangreiches Filmprogramm für ein breites Publikum in Planung. „Experiment Zukunft“ bietet auch Kreativen aus Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit, das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Zukunft künstlerisch zu erforschen. „Sie sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen“, machte die Kuratorin deutlich. Interessenten können sich an das Uni-Jubiläumsbüro wenden (jubilaeum2019@uni-rostock.de).

Interdisziplinär und experimentell

Im Rahmen der Ausstellung werden vor allem Kunstprojekte präsentiert, die von dem Wissens-, Kultur- und Naturraum Nordeuropas und rund um die Ostsee inspiriert sind, deren Modellcharakter sie jedoch ohne weiteres auf andere Orte übertragbar macht. Eine besondere Rolle spielt dabei die Interdisziplinäre Fakultät der Universität Rostock, die die komplexen Zusammenhänge zwischen Kultur, Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie erforscht. Die künstlerisch-wissenschaftlichen „Zukunftslabore“ im „Experiment Zukunft“ sind von ihr inspiriert und befassen sich thematisch mit dem Altern, dem Wissen, der Nanowelt und dem Lebensraum des Meeres.

Hintergrund

Dr. Susanne Jaschko (49) lebt und arbeitet in Berlin. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Baugeschichte und Germanistik promovierte sie über das Selbstporträt und Selbstverständnis in der Malerei der Sowjetischen Besatzungszone und DDR von 1949 bis in die 80er Jahre an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Seit 2004 ist sie international als freie Kuratorin, Autorin und Dozentin tätig und arbeitet an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft. Als Kuratorin hat sie zahlreiche internationale Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekte verantwortet. 2008/2009 leitete sie das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm sowie das Artist-in-Residence-Programm des Netherlands Media Art Institute in Amsterdam. Von 1997 bis 2000 war sie Kuratorin der transmediale, einem Festival für Kunst und digitale Kultur in Berlin; das sie von 2001 bis 2004 als Stellvertreterin organisierte. Dr. Susanne Jaschko arbeitete darüber hinaus als Dozentin an mehreren Hochschulen, auch im Ausland; aktuell ist sie Lehrbeauftragte an der Universität der Künste Berlin.

Bildunterschrift: „Experiment Zukunft“ – Stellten heute das Konzept der Ausstellung „Experiment Zukunft“, die international ausstrahlen soll, vor: Oberbürgermeister Roland Methling (v.li.), Rektor Prof. Wolfgang Schareck, Kuratorin Dr. Susanne Jaschko und Guntram Porath von der Kunsthalle. Foto: Joachim Kloock

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