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Mecklenburgs Kultur im historischen Ambiente erleben – Guts- und Herrenhäuser vernetzen sich stärker

Attraktives Angebot für Gäste im ländlichen Raum

Hotel Schloss GamehlDas Kulturerbe der geschichtsträchtigen Schlossanlagen Mecklenburgs will der Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e. V. als regionaler Tourismusverband mit verschiedenen Events bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannter machen. Hierzu sollen die beeindruckenden Bauten stärker als bisher an die touristischen Zentren der Region Rostock angebunden werden. „In der Region gibt es eine Vielzahl wertvoller Häuser, die ihr kulturhistorisches Erbe gern einer breiten Öffentlichkeit noch stärker zugänglich machen möchten. Nun soll durch ein breitgefächertes Angebot an kulturellen Veranstaltungen die Vielfalt der Häuser einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise entstehen noch mehr ganzjährige attraktive Angebote für Urlauber und Gäste. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der ländlich geprägten Tourismusräume“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. In den vergangenen zehn Jahren hat sich beispielsweise die Veranstaltung MittsommerRemise – die lange Nacht der Guts- und Herrenhäuser – bereits als Vorzeigeprojekt für M-V etabliert.

Netzwerkmanager unterstützt Akteure vor Ort

Der Verband Mecklenburgische Ostseebäder e. V. (VMO) vertritt aktuell 63 Mitglieder in den Regionen vom Ostseebad Boltenhagen bis zum Ostseebad Graal-Müritz und im Binnenland bis zum Schweriner See und Güstrow. Ziel ist es, in Verbindung mit den touristischen Anbietern von der Ostseeküste ein Netzwerk der Guts- und Herrenhäuser zu etablieren, um gemeinsame kulturelle Angebote zu etablieren. Die Vernetzung soll zunächst südwestlich von Rostock vom Satower Land über das Salzhaff hin nach Wismar sowie bis ins Sternberger Seenland und über Bützow bis nördlich von Güstrow erfolgen. Ein Netzwerkmanager unterstützt die Akteure vor Ort bei der Organisation der Veranstaltungen. Seit Projektbeginn haben sich mittlerweile knapp 30 Häuser dem gerade entstehenden Online-Vertriebs-Netzwerk angeschlossen, das die Angebote deutlich sichtbarer gestalten soll, als es herkömmliche Vertriebswege bisher getan haben. Dabei soll es weniger um eine Konkurrenz zu den etablierten Beherbergungsmöglichkeiten der Region gehen, sondern vielmehr darum, zielgruppenspezifisch thematische Schwerpunkte wie etwa das Thema Hochzeit zu setzen. Hierfür wurde auf ostseeferien.de eine neue Unterseite zu diesem Thema geschaffen, wo sich alle Heiratswilligen zentral über die Angebote im Verbandsgebiet informieren können. „Mecklenburg-Vorpommern hat in allen Regionen für Urlauber und Gäste attraktive Angebote. Manche müssen erst entdeckt werden. Potential besteht vor allem im ländlichen Raum. Deshalb gehen die Verbandsmitglieder den richtigen Weg, um gemeinsam eine höhere Bekanntheit zu erreichen“, sagte Glawe.

Guthäuser als neue Dorfmitte

Einhergehend mit der Vermarktung der Herrenhäuser als Veranstaltungsorte sollen gleichzeitig auch regionale Produkte sowie traditionelle Gerichte aus der Region in den Fokus rücken. „Angesichts des derzeitigen Trends einer neuen Ländlichkeit können die geschichtsträchtigen Bauten ihre historische Rolle als Dorfmitte wieder erlangen und damit für die Infrastruktur in den einzelnen Gemeinden einen immensen Wertzuwachs bedeuten. Teilweise sind sie seit Jahrhunderten in Familienbesitz und erzählen die Geschichten alter Adelsgeschlechter. Wenn nun vermehrt interessierte Tagesgäste zu uns ins Land kommen, profitieren die Gutbesitzer und weitere Anbieter vor Ort. Eine derartige Dienstleistungskette kann vielerorts eine stärkere Verzahnung von kulturellen und wirtschaftlichen Angeboten bedeuten“, so Glawe weiter. In den vergangenen Monaten wurde deshalb mit dem Aufbau der digitalen Vertriebsstruktur begonnen. Auch für die MittsommerRemise haben sich seither zehn weitere Häuser angeschlossen. Zudem konnte eine gemeinsame Tagung aller Akteure bereits als wichtiger Schritt, eine gemeinsame Identität zu schaffen, gegangen werden.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Im Förderzeitraum von Dezember 2018 bis November 2019 betragen die Gesamtkosten des Projektes knapp 36.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von knapp 22.000 Euro.

Weitere Informationen

Mit der Neugründung des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder e. V. am 24.05.1991 im Seebad Heiligendamm wurde die Philosophie des historischen Vorbildes wieder aufgegriffen und erweitert: Stärkung des Fremdenverkehrs durch Bündelung von touristischen Aufgaben, Interessenvertretung der Mitglieder, Mitarbeit in Gremien und Arbeitsgruppen, strategisches und zielgruppenorientiertes Marketing, Präsentation der Mitglieder auf touristischen Messen, Ausstellungen und Veranstaltungen, Zusammenarbeit mit dem Landesverband und weiteren sieben Regionalverbänden in Mecklenburg-Vorpommern, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Koordination von Projekten, Lobbyarbeit. In der heutigen Struktur betreut der Verband über 60 Mitglieder innerhalb des Verbandsgebietes, das sich geographisch vom Ostseebad Boltenhagen bis zum Ostseeheilbad Graal-Müritz erstreckt. Dazu gehören der Landkreis Nordwestmecklenburg und der Alt-Kreis Bad Doberan, alle Ostsee(heil)bäder, die Hansestadt Wismar, die Insel Poel, die Städte KröpelinTessinNeukloster und Neubukow, die Ostseegemeinde Börgerende-Rethwisch, der Klützer Winkel, das Satower Land, Fremdenverkehrsvereine und Touristinformationen sowie privatwirtschaftliche Unternehmen der Tourismusindustrie und anderer Wirtschaftszweige. Weitere Informationen  zum Verband unter: www.ostseeferien.de.

Bildunterschrift: Die Mecklenburgische Ostseeküste bietet viele geschichtsträchtige Schlösser, die häufig inmitten wunderschöner Parkanlagen stehen.  Foto: VMO, Alexander Rudolph

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Immaterielles Kulturerbe: Vorschläge für bundesweites Verzeichnis liegen vor

Unsere Kultur, Bräuche und das Handwerk prägen unser Land Mecklenburg-Vorpommern 

Das Nutzen der Zeesboote in der Boddenlandschaft, das Bemalen der Holztüren auf dem Darß und das Mecklenburger Alphorn sind im dritten Bewerbungszyklus als Vorschläge für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur eingegangen. Insgesamt liegen sieben Anträge vor. Bis zum 15. April 2018 müssen die Länder eine Vorauswahl treffen und die Vorschläge an die Kultusministerkonferenz (KMK) übermitteln. Die Vorauswahl trifft in Mecklenburg-Vorpommern der Landeskulturrat. „Unsere Kultur, Bräuche und traditionelles Handwerk prägen unser Land und sind sehr vielfältig. Darauf dürfen wir durchaus stolz sein“, betonte Kulturministerin Birgit Hesse. „Ich danke allen Initiativen, Vereinen und Verbänden, die sich am dritten Bewerbungszyklus für das Immaterielle Kulturerbe beteiligt haben. Ich würde mich freuen, wenn sich die Anträge im Expertenkomitee der Kultusministerkonferenz durchsetzen. Zunächst müssen die Mitglieder des Landeskulturrates eine Vorauswahl treffen. Ich wünsche dabei eine glückliche Hand“, sagte Hesse. Dies sei keine einfache Aufgabe.

Die Bundesländer dürfen jeweils vier Vorschläge unterbreiten. Dazu kommen vier weitere Vorschläge, die für den Fall greifen, dass andere Bundesländer ihr Kontingent nicht ausschöpfen. Die Vorschläge der Länder werden dann von dem durch die Deutsche UNESCO-Kommission einberufenen Expertenkomitee evaluiert. Die Kultusministerkonferenz und die Bundesregierung treffen eine abschließende Entscheidung über die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Ende 2018. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen regional verankerte Bräuche, Rituale, Feste, Lieder, Musiktraditionen, Theater und Tänze, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie traditionelle Handwerkstechniken und Handwerkstraditionen. Beim ersten Bewerbungsverfahren im Dezember 2014 wurden das Reetdachdecker-Handwerk und das Malchower Volksfest in das bundesweite Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Im zweiten Bewerbungszyklus folgten 2016 das Barther Kinderfest und das Darßer Tonnenabschlagen.

Im Einzelnen sind folgende Vorschläge eingegangen

Die Bewahrung und Nutzung der Zeesboote in der Boddenlandschaft von Mecklenburg-Vorpommern

Zeesboote sind unvergleichliche Zeugen einer vergangenen Fischereitradition. Diese Tradition hat ihren Ursprung im Mittelalter. Spätestens um 1800 wurden die bis dahin gebräuchlichen Zeeskähne durch die kleineren, etwa 12 Meter langen, zweimastigen Zeesboote abgelöst.

Bemalte Holztüren auf dem Darß

Die abgeschiedene Insellage von Fischland-Darß-Zingst und der sehr hohe Anteil der seemännischen Bevölkerung haben die Herausbildung und Entwicklung einer eigenen Bau- und Wohnkultur begünstigt. Die kunsthandwerkliche Fertigung von Haustüren, die mit Schnitzereien verziert sind, hat auf der Halbinsel Darß eine lange Tradition.

Stralsunder Wallensteintage

Die Wallensteintage in der Hansestadt Stralsund sind ein jährlich über mehrere Tage stattfindendes historisches Volksfest. An vier Tagen im Juli wird der Abwehr der Belagerung der Hansestadt Stralsund durch den kaiserlichen Feldherrn Wallenstein und seine Truppen im Jahr 1628 gedacht.

Brauchtum des Martensmannes

Seit Jahrhunderten hat sich die Tradition bewahrt, dass die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin alljährlich am Martinstag aus Lübeck ein Fass Rotwein (145,5 Liter) erhielten. Die Fahrt erfolgte nach einem festen Fahr- und Zeitplan von Lübeck über Schönberg und Rehna bis in die fürstliche Residenz nach Schwerin.

Feldziegelei, Meilerbrand, Ziegelei-Handwerk

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Backsteinland, die roten Ziegel prägen Städte und Dörfer. Darunter sind großartige Bauwerke, die schon hunderte von Jahren überstanden haben. Die Kunst des Ziegelbrennens kam um 1250 mit den Mönchen aus der Lombardei nach Norddeutschland, es entstanden die ersten Klöster und Kirchen aus Backstein. Die Kunst des Ziegelmachens ist aber sehr viel älter und führt zurück in die Anfänge menschlicher Zivilisation.

Das Spiel auf der diatonischen Handharmonika

Das Spiel auf der diatonischen Handharmonika gehört seit den 1860er Jahren zu den stilprägenden Praktiken in der Ausübung instrumentaler Volksmusik in Mecklenburg und Vorpommern. Die Bezeichnungen der diatonischen Handharmonika sind „Treckfiedel“, „Ziehharmonika“, „Harmonika“ oder nur „Monika“, „diatonisches Knopfakkordeon“, „Quetschkommode“ oder nur „Quetsche“. Das relativ kleine Instrument eroberte schnell die Tanzsäle der Dörfer und bildete den musikalischen Hintergrund gemeinschaftlicher Unterhaltung.

„Das Mecklenburger Alphorn“, Erhalt Mecklenburgischer Naturtonmusik mit heimischen Alphörnern

Das Mecklenburger Alphorn ist einmalig: 1820 erlebte Fritz Reuter als Kind das Mecklenburger Alphorn in Stavenhagen und hat es 1865 in „Meine Vaterstadt Stavenhagen“ in hochdeutsch genau beschrieben. Die Alphorngemeinschaft in Witzin hat dieses Horn originalgetreu nachgebaut, eine Gruppe und ein Orchester für Alphornbläser in Mecklenburg gegründet, Geschichtsforschung zum Alphorn in Mecklenburg-Vorpommern betrieben, die traditionelle Bauweise und die Tonlagen (Musik) wurden extra  dafür entwickelt, aufgearbeitet und  werden gepflegt.

Wasserschloss Quilow wird umfangreich saniert

Renaissanceanlage ist historisches Kulturerbe der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns – Region wird kulturell und touristisch insgesamt noch bekannter

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Wasserschloss Quilow, Foto: Erell/Wikipedia

Das Wasserschloss in Quilow, einem Ortsteil der Gemeinde Groß Polzin im Landkreis Vorpommern-Greifswald, soll umfassend um- und ausgebaut werden. „Das Wasserschloss Quilow ist ein historisches Kulturerbe der Geschichte unseres Landes. Für Einheimische und Gäste wird das Schloss wieder zu einem attraktiven Anlaufpunkt erweitert. Dank des Engagements der Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum e.V. wird das historische Gemäuer jetzt denkmalgerecht saniert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Wirtschaftsminister Glawe hat vor Ort einen Fördermittelbescheid an die Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum MV e.V. als Eigentümer des Schlosses übergeben.

Denkmalgerechte Sanierung und Eröffnung einer Touristinformation geplant – Besucher können das Schloss während der Sanierung besichtigen

Das 1575 erbaute Wasserschloss Quilow gehört zu den wenigen erhaltenen Renaissanceanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Förderverein der Stiftung Kulturerbe plant, das Schloss im Sinne einer gläsernen Denkmalpflege wieder nutzbar zu machen. Besucher können – nach Voranmeldung – auch während der Sanierung das Schloss besichtigen. Die geplanten Maßnahmen betreffen unter anderem das Untergeschoss, in dem künftig eine Touristinformation, ein Aufenthaltsraum, öffentliche Toiletten und eine Teeküche mit Möglichkeiten zum externen Catering entstehen sollen. Im Obergeschoss werden unter anderem der Treppenturm, der Flur mit historischen Wandmalereien, der Ausstellungsraum zum Thema „Herrscher und Beherrschte in historischen Dimensionen“, der Medienraum, der historische Abort, der Ausstellungsraum „Comics aus Quilow“ und das Archiv saniert. Im zweiten Obergeschoss sollen unter anderem der Alte Festsaal, der Raum für Baugeschichte und der Eingangsbereich vom Turm zum Festsaal umgebaut werden. „Das Wasserschloss liegt direkt am Peenetal Rundweg und nahe dem Naturpark Flusslandschaft Peenetal. Die Erweiterung der Anlage zu einer Raststation für Radfahrer und Wanderer bietet hervorragende Möglichkeiten, die Region kulturell und touristisch insgesamt noch bekannter zu machen“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben betragen knapp 4,2 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt in Höhe von mehr als 3,7 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

100.000 Euro zur Sicherung schriftlicher und audiovisueller Kulturgüter

Staatssekretär Schröder: Rettung des schriftlichen Kulturerbes mit vereinten Kräften von Bund, Ländern und Kommunen bewältigen

 

Bücher, Foto: fotolia17.3.2017 – Das Land unterstützt in diesem Jahr die Sicherung von schriftlichen und audiovisuellen Kulturgütern mit erheblicher Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern mit einem Sonderförderprogramm. Für die Reinigung und Entsäuerung, Verfilmung und Digitalisierung, Restaurierung und Wiederherstellung der bedrohten schriftlichen oder audiovisuellen Kulturgüter stehen insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Einrichtungen, die von dieser Sonderförderung profitieren wollen, müssen im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur einen entsprechenden Antrag stellen. „Wenn Bücher und historische Dokumente vor dem Verfall gerettet werden sollen, müssen wir jetzt handeln. Andernfalls wird unser kulturelles Gedächtnis Lücken aufweisen. Allerdings muss auch nicht jedes historische Dokument aufbewahrt werden“, betonte Kulturstaatssekretär Sebastian Schröder beim 3. Tag der Bestandserhaltung in der Universität Rostock. „Für den Erhalt von Beständen und die Digitalisierung von Kulturgütern in Landeseinrichtungen stehen pro Jahr 70.000 Euro zur Verfügung. Die Rettung unseres national wertvollen schriftlichen Kulturerbes ist aber nur mit vereinten Kräften von Bund, Ländern und Kommunen zu bewältigen“, sagte Schröder. Der Tag der Bestandserhaltung wird vom Deutschen Bibliotheksverband und dem Verband der Archivarinnen und Archivare veranstaltet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Archive und Bibliotheken treffen sich, um sich über den Erhalt des schriftlichen Archivguts und die Notfallplanung auszutauschen. Staatssekretär Schröder verwies bei der Veranstaltung außerdem auf die zusätzliche finanzielle Unterstützung des Bundes im Jahr 2017. „Ich begrüße, dass die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters in diesem Jahr zusätzliche Fördermittel zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts zur Verfügung gestellt hat. Wenngleich die Überlegungen noch nicht abgeschlossen sind, so denken wir daran, aus Mecklenburg-Vorpommern zwei Anträge für dieses bundesweite Programm einzureichen. Das finanzielle Gesamtvolumen je Projekt soll einen Umfang von 40.000 bis 50.000 Euro haben“, erläuterte Schröder.

Aufruf: Vorschläge für das Immaterielle Kulturerbe einreichen

Zweiter Bewerbungszyklus zur Aufnahme in bundesweites Verzeichnis läuft

Kunsthandwerk, Foto: Joachim KloockKindertag Zoo Rostock 1. 6. 2013, Foto: Joachim KloockOstern im Zoo Rostock, Foto: Joachim Kloock20.3.2015 – Kulturminister Mathias Brodkorb ruft dazu auf, Vorschläge für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zu machen. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen regional verankerte Bräuche, Rituale, Feste, Lieder, Musiktraditionen, Theater und Tänze, Wissen und Praktiken sowie traditionelle Handwerkstechniken und Handwerkstraditionen. „Das Reetdachdecker-Handwerk und das Malchower Volksfest sind im vergangenen Jahr in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden. Dies ist ein großer Erfolg für das Kulturland Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Kulturminister Mathias Brodkorb. „Vereine, Institutionen und Kommunen können sich im zweiten Bewerbungszyklus um die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes bewerben“, erläuterte Brodkorb. Die Erstellung eines bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes ist ein mehrstufiges Verfahren, an dem die Bundesländer, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt und die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sind. Nach dem ersten Zyklus 2013/2014 hat im März 2015 die zweite Vorschlagsrunde begonnen. Bis zum 30. Oktober 2015 können Gemeinschaften, Gruppen und Einzelpersonen, die eine kulturelle Ausdrucksform im Sinne des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes praktizieren, auch in Mecklenburg-Vorpommern einen Antrag zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis stellen. „Das Kultur- und Naturerbe der UNESCO mit den Altstädten in Stralsund und Wismar, den Buchenwäldern der Nationalpark Jasmund und dem Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark sowie das Immaterielle Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern verleihen dem Land eine besondere universelle Note und eine außerordentliche Attraktivität für Einheimische und Besucher“, betonte Minister Brodkorb. Dies gelte es nachhaltig zu sichern.

Auskünfte zum Antragsverfahren: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Abteilung 4 (Kulturabteilung), Telefon: 0385-588-7041, E-Mail: poststelle@bm.mv-regierung.de.

Reetdachdecker-Handwerk und Malchower Volksfest werden in das bundesdeutsche Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen

Großer Erfolg für das Kulturland Mecklenburg-Vorpommern

Reetdachhaus im Achterland, Foto www.usedom.de12.12.2014 – Kulturminister Mathias Brodkorb freut sich über die Aufnahme des Reetdachdecker-Handwerks und des Malchower Volksfestes in das bundesdeutsche Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO. „Dies ist ein großer Erfolg für das Kulturland Mecklenburg-Vorpommern. Ich gratuliere der Reetdachdecker-Innung Mecklenburg-Vorpommern in Stavenhagen und der Handwerkskammer Schwerin zu ihrer erfolgreichen Bewerbung“, sagte Kulturminister Mathias Brodkorb. „Ebenso beglückwünsche ich die Malchower Stadtverwaltung zu dem großen Erfolg. Das Eindecken von Dächern mit Reet ist eine der ältesten Techniken beim Hausbau. Die ersten nachgewiesenen Reetdächer gab es bereits um 4000 v. Chr.“, erläuterte Brodkorb. Das Malchower Volksfest habe als Fest der Bürger für Bürger und aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner Bürgerbeteiligung gepunktet. Erfolg hatten zudem die länderübergreifenden Anträge „Niederdeutsches Theater“ sowie „Köhlerhandwerk und Teerschwelerei“. Beide Anträge wurden durch das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Eine Entscheidung über den Antrag „Geistliche Konzerte im Ludwigslust des 18. Jahrhunderts“ zur Aufnahme in ein Register guter Praxisbeispiele wurde auf das Frühjahr 2015 vertagt. Unter „Immateriellem Kulturerbe“ sind Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten zu verstehen, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen. Voraussichtlich im Frühjahr 2015 wird eine zweite Vorschlagsrunde starten. Der Beginn des Bewerbungsverfahrens ist für den März 2015 vorgesehen. Die genauen Antragsmodalitäten werden rechtzeitig bekannt gemacht. „Ich kann alle Vereine, Institutionen und auch Einzelpersonen bei uns im Land ermuntern, eigene Vorschläge einzureichen, um damit dem Immateriellen Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern Ausdruck zu verleihen“, sagte Minister Brodkorb.

Europäische Route der Backsteingotik – Reiseführer 2013 und zwei neue Radtouren herausgegeben!

130410_Entlang_der_Europäischen_Route_der_Backsteingotik_2013(PM/Eurob 11.4.2013) – Der Reiseführer der Europäischen Route der Backsteingotik 2013 ist erschienen. Wie seine beliebten Vorgänger macht die dritte aktualisierte Auflage Appetit auf die architektonischen und kulturellen Höhepunkte der 34 Mitgliedsstädte und -regionen der Route, die durch Dänemark, Deutschland und Polen verläuft. Neu im Reiseführer sind dieses Jahr u. a. die ausführlichen Tipps zu den wichtigsten Fahrradrouten in der Region und Beiträge zu den mit der Backsteingotik eng verwandten historischen Themen. Darüber hinaus hat die Europäische Route der Backsteingotik zwei gesonderte Publikationen zum Radfahren erarbeitet, die Anregungen für schöne Touren entlang der backsteingotischen Bauten geben. Alle Materialien sind in der Geschäftstelle in Berlin erhältlich. Hunderte faszinierender Backsteinbauten, eingebettet in idyllische Landschaften oder malerische Altstädte, eröffnen dem Besucher der Europäischen Route der Backsteingotik großartige Einblicke in das Leben an den Ostseeküsten bis weit hinein ins Binnenland ab dem 13. Jahrhundert. Die Region ist von Hanse und Mittelalter geprägt und war einst europäische Wirtschaftsmacht: Ihr einstiger Reichtum zeigt sich bis heute angesichts der ehrwürdigen, Jahrhunderte alten Bauten. Dieses beeindruckende Kulturerbe wird heutzutage durch die Europäische Route der Backsteingotik erlebbar. 34 Städte und Regionen in Dänemark, Deutschland und Polen – verschieden, modern, lebendig und bunt, aber gleichzeitig durch gemeinsame Geschichte vereint – präsentieren ihr gemeinsames Kulturerbe unter einer Marke.

Der neue Reiseführer “Entlang der Europäischen Route der Backsteingotik” 2013 stellt Städte und Regionen entlang der Route ausführlich vor. Im Mittelpunkt stehen die Bauwerke der Backsteingotik, aber der kulturinteressierte Reisende findet auch viele weitere Tipps für einen gelungenen Urlaub: die schönsten Museen, Führungen, Konzerte und Veranstaltungen, Naturerlebnisse sowie Aktivitäten für Familien. Neu sind die umfangreichen Tipps zu den Fahrradrouten in der Region sowie Beiträge zu verwandten historischen Themen wie Hanse, Klöster und Romanik. Darüber hinaus bietet der Reiseführer einen Überblick zu der Geschichte der Backsteingotik und ein kleines Backsteingotik-Glossar. Die QR-Codes der touristischen Webseiten der Mitgliedsstädte runden das Angebot ab. Über den Reiseführer hinaus hat die Europäische Route der Backsteingotik in diesem Frühjahr erstmalig zwei Faltblätter für Radbegeisterte herausgebracht, denn die Route eignet sich hervorragend für kürzere und längere Radtouren. Die Publikationen “Backsteingotik per Rad entdecken: Greifswald-Wolgast-Anklam” und “Backsteingotik per Rad entdecken: der Mecklenburgische Seen-Radweg” bieten viele Anregungen für schöne Touren, die die Besucher das reiche Natur- und Kulturerbe der Region in einem außergewöhnlichen Zusammenspiel genießen lassen.

Weitere Informationen: Europäische Route der Backsteingotik e.V., Sanna Martzahn / Christoph Pienkoß, Littenstraße 10, 10179 Berlin, Telefon: +49 30-2061325-55 oder -59, Email: info@eurob.org, www.eurob.org