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Internationaler Weltkrebstag

Bewegung hilft gesunden und bereits erkrankten Menschen, ihr Wohlbefinden und Immunsystem zu kräftigen

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Poster: Copyright UICC

5.2.2018 – Am Sonntag wurde der jährliche „Internationale Weltkrebstag“ begangen. Die Weltkrebsorganisation UICC („Union internationale contre le cancer“ – eine Organisation, die sich der Erforschung, Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen widmet) setzt in diesem Jahr den Fokus auf das Thema Bewegung als Präventionsmaßnahme. „In allen Lebensphasen ist es wichtig, sich körperlich zu betätigen. Bewegung hilft gesunden und bereits erkrankten Menschen, das eigene Wohlbefinden zu steigern und das Immunsystem zu kräftigen. Mit dem Internationalen Weltkrebstag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass regelmäßige Bewegung nach medizinischen Erkenntnissen das eigene Krebsrisiko senken kann“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Jahrestages.

Rund 53.500 Menschen sind in den vergangenen zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern an Krebs erkrankt

Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder BerlinBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 53.500 Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs erhielten (Stand 31.12.2015). Krebserkrankungen treten zumeist im höheren Lebensalter auf: Die Hälfte der neu erkrankten Männer im Diagnosejahr 2015 waren 69 Jahre oder älter. Bei den Frauen betrug das mittlere Erkrankungsalter 70 Jahre. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund jeder siebente Mann und jede vierzehnte Frau mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung. „Prävention und eine aktive Lebensweise ist neben der Krebsfrüherkennung ein bedeutender Bestandteil, um möglichst lange ein gesundes Leben zu führen. Auch während einer Therapie und in der Nachsorge kann sportliche Aktivität helfen“, sagte Glawe.

Beratungsangebote im Land nutzen

Der Gesundheitsminister hat dafür geworben, die vorhandenen Beratungsangebote im Land zu nutzen. „Erkrankte können neben den Ärzten als Ansprechpartner auch das Selbsthilfenetz nutzen. Hier können sich Erkrankte und ihre Angehörigen austauschen und gegenseitig helfen“, so Glawe weiter. In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern. Wer seinen Alltag bewegungsreicher gestalten möchte, erhält Tipps und Anleitungen in einem Präventionsratgeber der Deutschen Krebshilfe „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – weniger Krebsrisiko“. Kostenfreie Bestellung unter www.krebshilfe.de/infomaterial.

Informationen zum Gemeinsamen Krebsregister

Krebserkrankungen werden im Gemeinsamen Krebsregister der Länder BerlinBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen erfasst. Die Daten werden in verschlüsselter Form gespeichert und ausgewertet, um wichtige Informationen über Ursachen, Entwicklung und Vorbereitung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind alle Ärzte zur Meldung verpflichtet. Weitere Informationen unter www.krebsregister.berlin.de

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Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs – neues Projekt in Teterow vorgestellt

Umsetzung wäre unglaubliche Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Krebs – Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation soll deutlich aufgestockt werden

Ausbildung, Foto Joachim Kloock

Labor, Foto: Joachim Kloock

1.2.2018 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Teterow gemeinsam mit der Miltenyi Biotec GmbH, der Universitätsmedizin Rostock und der Universitätsmedizin Greifswald ein neuartiges Verbundforschungsvorhaben vorgestellt. Im Fokus steht dabei die Entwicklung von Immuntherapien für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs. „Das ist ein ambitioniertes und vor allem sehr innovatives Vorhaben. Bei Erfolg können viele Menschen von der heimtückischen Krankheit Krebs gerettet werden. Wir wollen die Chance nutzen, dass in der Zukunft in Teterow patientenspezifische Impfstoffe gegen Darm- und Bauspeicheldrüsenkrebs sowie die dazugehörige Medizintechnik entwickelt und produziert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag in Teterow. Es geht um konkret angewandte Forschung von Wirtschaft und Wissenschaft unseres Landes zum Nutzen der regionalen Wirtschaft, der regionalen Wissenschaft sowie der zukünftigen regionalen medizinischen Versorgung. „Hier tritt ein Synergieeffekt ein, welcher eine gewaltige Zukunftsperspektive bei der Schaffung von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen bedeuten kann. Darüber hinaus kann auch die Gesundheitsversorgung im Land davon profitieren. Wenn es also auf diesem Gebiet gelingt, erfolgreiche Forschungsaktivitäten bis hin zur erfolgreichen Markteinführung zu bringen, wäre das eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, von der auch viele einzelne Menschen profitieren könnten“, machte Glawe deutlich.

Strategien für patientenspezifische Immuntherapien

Im Verbundvorhaben sollen Strategien für patientenspezifische Immuntherapien für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs entwickelt werden. Die Miltenyi Biotec GmbH verfolgt hierbei den Ansatz, sich das körpereigene Immunsystem zunutze zu machen, um den Krebs zu bekämpfen. Dabei werden Immunzellen aus dem Patienten isoliert und so verändert, dass sie eine gezielte Immunantwort gegen den Krebs nach der Rückgabe in den Patienten induzieren können. „Wir sind davon überzeugt, dass unser Ansatz die Krebsmedizin einen großen Schritt nach vorne bringen kann“, betont Stefan Miltenyi, der Gründer der Firma Miltenyi Biotec. „Unsere Vision ist es, dass in Zukunft jeder Krebspatient seine eigene personalisierte Therapie erhält, die auf die genetischen Besonderheiten seines Tumors zugeschnitten ist.“ Für die Herstellung dieser individuellen Therapeutika ist es erforderlich, die spezifischen Eigenschaften der Tumorzellen eines Patienten genau zu kennen. Hierfür entwickelt die Miltenyi Biotec GmbH einen Prozess, mit dem individuelle genetische Veränderungen der Tumorzellen identifiziert und mit Methoden der Bioinformatik analysiert werden. Diese Information wird dazu genutzt, das Immunsystem so zu schulen, dass es den Krebs erkennen und gegen die Erkrankung vorgehen kann. Ziel ist die Herstellung von maßgeschneiderten und nebenwirkungsarmen Therapien innerhalb weniger Wochen.

Möglichkeiten der Krebstherapien weiter verbessern

Die beteiligten Forschungseinrichtungen, die Universitätsmedizin Rostock (Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin) und die Universitätsmedizin Greifswald (Klinik für Innere Medizin A), führen basierend auf dem im Projekt entwickelten Prozess eine erste klinische Studie an Patienten durch, die an Bauchspeicheldrüsen- oder Darmkrebs erkrankt sind. Außerdem erarbeiten sie eine umfangreiche Begleitforschung für die klinische Studie und entwickeln neue Analysemethoden, um den Wirkmechanismus der Therapie besser zu verstehen. Der Krebsspezialist Prof. Dr. Christian Junghanß, Direktor der Klinik für Onkologie der Universitätsmedizin Rostock und universitärer Sprecher des Forschungsverbundes, ist begeistert: „Die Aktivierung, Stärkung und spezielle Ausrichtung des Immunsystems des Patienten gegen die eigenen Tumorzellen ist ein wesentliches Element einer erfolgreichen, modernen Krebstherapie. Die Forschung in diesem Bereich schreitet rasant voran und es ist eine große Freude, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern – von der Landesregierung gefördert – einen starken Forschungsverbund mit den beiden Universitäten sowie einem weltweit bekannten Unternehmen gründen konnten. Wir hoffen, durch unsere Forschungsergebnisse die Möglichkeiten der Krebstherapien weiter zu verbessern.“ „Während wir bei der Behandlung des Darmkrebses in den letzten Jahren schon Fortschritte gemacht haben, ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs eine der tödlichsten Krankheiten überhaupt geblieben. Nur mit starken Partnern aus der Biotechnologie und im Verbund mit Partnerkliniken können wir diesen Krebs besiegen“, meint Prof. Markus Lerch von der Universitätsmedizin Greifswald. Darüber hinaus sollen die im Verbundforschungsprojekt benötigten medizintechnischen Geräte zusammen mit den jeweils benötigten Reagenzien entwickelt und als Gesamtpaket zur Anwendung in Forschung und Kliniken vermarktet werden.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen des Projektes belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Projektpartner des Verbundvorhabens mit rund 6,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Insbesondere der Verbund von Wirtschaft und Wissenschaft ist für uns ein erfolgversprechendes Modell in der Technologieförderung, denn nur mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Verfahren kann Beschäftigung und Wohlstand in Mecklenburg-Vorpommern in der Fläche gesichert werden“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Hohe Nachfrage – Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation soll um 50 Millionen Euro aufgestockt werden

Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Die Möglichkeiten der Forschungs- und Entwicklungsförderung in Mecklenburg-Vorpommern werden von den Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Landes sehr gut angenommen. Ein sehr großer Teil der geplanten 168 Millionen Euro ist daher schon gebunden“, so Glawe weiter. Allein im Jahr 2017 sind 86 Technologieprojekte mit insgesamt 50,4 Millionen Euro aus dem EFRE vom Wirtschaftsministerium bewilligt worden. „Wir planen, die Forschungs- und Entwicklungsförderung um 50 Millionen Euro aufzustocken. Wir versprechen uns davon eine weitere Stärkung der Innovationskraft der regionalen Wirtschaft und die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze“, so Wirtschaftsminister Glawe. Aktuell werden dazu die Gespräche mit dem EFRE-Begleitausschuss vorbereitet.

Ergänzende Informationen

Erkrankungen an Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebsarten in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2014 waren im MV 1.317 Menschen (536 Frauen/781 Männer) an Darmkrebs neu erkrankt. Tendenziell ist die Neuerkrankungsrate in den vergangen 10 Jahren bei Männern und Frauen leicht rückläufig, weil die Darmkrebsvorsorge in Deutschland eine der besten der Welt ist. Im Jahr 2014 waren in MV 411 Menschen (197 Frauen/214 Männer) an Bauchspeicheldrüsenkrebs neu erkrankt. Die Neuerkrankungsrate der Männer liegt ca. 30 Prozent über der der Frauen. Die Entwicklung der vergangen 10 Jahre lässt derzeit keinen eindeutigen Trend erkennen und Fortschritte in der Diagnostik haben noch nicht zu einer Besserung der Prognose geführt.

Unternehmen Miltenyi Biotec GmbH

Die Miltenyi Biotec GmbH wurde 1989 gegründet und ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das Spezialprodukte für Forschung und Anwendung im Bereich Zell- und Gentherapie herstellt. Weltweit entwickelt, produziert und vermarktet ein Team aus über 2.000 Menschen mehr als 14.000 Hightech-Produkte für die Zellaufarbeitung, Charakterisierung, Zellseparation, Apherese und GMP-Produktion. Mit einem jährlichen Umsatz von über 250 Millionen Euro ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Produkte auf dem Gebiet der magnetischen Zellisolierung. Im Jahr 2002 hat das Unternehmen die Produktionsstätte in Teterow übernommen und beschäftigt dort derzeit über 270 Mitarbeiter. In modernen Produktionsanlagen werden Medizinprodukte, Reagenzien für den klinischen Einsatz der Zelltrennung, Lösungen und Einwegartikel für die Zellkultur u.a. hergestellt. 90 Prozent der Produkte werden im Ausland verkauft. Dabei spielt die Niederlassung Teterow eine große Rolle als unternehmensweites Logistikzentrum für Reagenzien und Geräte und als GMP-Produktionsstätte.

Internationaler Weltkrebstag – Wissensdefizite zum Thema Krebs abbauen

Prävention ist neben Früherkennung ein wesentliches Element, um möglichst lange ein gesundes Leben zu führen – dichtes Selbsthilfenetz in Mecklenburg-Vorpommern

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

6.2.2017 – Am Samstag fand der alljährliche „Internationale Weltkrebstag“ statt. In den Jahren 2016 bis 2018 stand der Tag unter dem Motto „Wir können. Ich kann.“ Damit will die Weltkrebsorganisation UICC herausstellen, dass sich jeder engagieren kann – egal, ob als Einzelperson oder innerhalb einer Gruppe. Mit dem Weltkrebstag soll die Vorbeugung, die Erforschung und die Behandlung von Krebserkrankungen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Es ist wichtig, Wissensdefizite zum Thema Krebs auszuräumen. Jeder kann sich informieren, welche Möglichkeiten zur Früherkennung von Krebs es gibt oder wie man das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch eine gesunde Lebensweise verringern kann. Prävention ist neben der Krebsfrüherkennung ein wesentliches Element, um möglichst lange ein gesundes Leben zu führen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Internationalen Weltkrebstages.

6.225 Männer und 4.938 Frauen sind 2014 in Mecklenburg-Vorpommern an Krebs erkrankt

In Mecklenburg-Vorpommern erkrankten nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters im Jahr 2014 insgesamt 6.225 Männer und 4.938 Frauen neu an Krebs (ohne weißen Hautkrebs). Häufigste Krebsneuerkrankungen bei Männern waren Prostata (19,9 Prozent), Lunge (14,2 Prozent) und Darm (12,5 Prozent). Bei den Frauen waren es Brustdrüse (27,9 Prozent), Darm (10,9 Prozent) und Lunge (7,6 Prozent). Insgesamt lebten Ende 2014 in Mecklenburg-Vorpommern ungefähr 28.200 Männer und 25.000 Frauen, bei denen in den vergangenen zehn Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das entspricht ungefähr 3,6 Prozent der männlichen und 3,1 Prozent der weiblichen Bevölkerung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier Tumorzentren, die die Kooperation der Ärzte und Krankenhäuser zur Versorgung der Tumorpatienten koordinieren und organisieren. Die Zentren sind in Neubrandenburg, Rostock, Greifswald (Tumorzentrum Vorpommern) undSchwerin (Tumorzentrum Schwerin/Westmecklenburg). „Die Diagnose Krebs bereitet Angst und Betroffene haben oft viele Fragen, etwa nach Therapieformen oder psychosozialer Betreuung. Neben den Ärzten als Ansprechpartner gibt es in Mecklenburg-Vorpommern auch ein Selbsthilfenetz, in dem sich Erkrankte und ihre Angehörigen austauschen können. Die Treffen bieten den Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage und gegenseitige Hilfe“, sagte Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern

7. Offene Krebskonferenz am 18. November 2017 in Rostock

Die Deutsche Krebshilfe, die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. und die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. planen für den 18. November 2017 in Rostock die „7. Offene Krebskonferenz“ (OKK). Die Veranstaltung soll sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte richten. In Vorträgen und Workshops können sich die Teilnehmer umfassend über verschiedene Krebsarten und zu übergreifenden Themen wie Ernährung oder Sport bei Krebs informieren. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Informationen zum Gemeinsamen Krebsregister

Krebserkrankungen werden im Gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen erfasst. Die Daten werden in verschlüsselter Form gespeichert und ausgewertet, um wichtige Informationen über Ursachen, Entwicklung und Vorbereitung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind alle Ärzte zur Meldung verpflichtet. Weitere Informationen unter:www.krebsregister.berlin.de

Erstmals umfassendes Datenmaterial über Krebsbehandlungen veröffentlicht

Krebsbehandlungen

Krebsregister Jahresbericht 2015

4.2.2016 – Erstmals liegen für Mecklenburg-Vorpommern umfangreiche Daten über Krebserkrankungen vor. Sozialministerin Birgit Hesse hob die Bedeutung der Dokumentation hervor. „Durch die Datenerhebung und Auswertung werden Diagnosen und Therapien künftig besser vergleichbar sein und die Behandlungsqualität erhöht werden können. Das ist wichtig für die behandelnden Ärzte und die Patientinnen und Patienten“, so Hesse. „Mit dem Bericht beweist Mecklenburg-Vorpommern seine deutschlandweit starke Stellung in der Krebsregistrierung“. Das Klinische Krebsregistergesetz Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht erstmalig eine landesweite Auswertung über die Behandlungsmethoden, den Verlauf und die Nachsorge von Tumorerkrankungen von 2008-2012 für ganz Mecklenburg-Vorpommern. „Dieser Bericht ist das Ergebnis einer intensiven, gemeinsamen Arbeit der regionalen Klinischen Krebsregistern in Rostock, Greifswald, Schwerin und Neubrandenburg, dem Zentralen Klinischen Krebsregister (ZKKR) sowie der Unabhängigen Treuhandstelle des Zentralen Klinischen Krebsregisters“, macht Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Leiter des ZKKR, deutlich. Die Zusammenführung der Daten aus den vier regionalen Klinischen Krebsregistern im ZKKR war die Voraussetzung für eine landesweite Auswertung der Häufigkeiten, der Behandlung und der Überlebenszeiten der bösartigen Neubildungen der Lippe, der Mundhöhle und des Rachens, der Speiseröhre, des Magens, des Kolons, des Rektums und Anus, des Pankreas, der Lunge, der Brustdrüse und der Prostata sowie der Non-Hodgkin-Lymphome. Berücksichtigt wurden Erstdiagnosen im Zeitraum von 2008-2012 für ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Die Fünf-Jahresüberlebenswahrscheinlichkeit für Krebs gesamt liegt in diesem Zeitraum bei den Männern bei etwas über 50%, bei den Frauen sogar annähernd bei 60%. Quelle der Daten sind die Meldungen aus Krankenhäusern, onkologischen Zentren und von niedergelassenen Fach- und Hausärzten. Nach dem aufwändigen Dopplerausschlussverfahren in der Unabhängigen Treuhandstelle, verbleiben Patienten, bei denen im Berichtszeitraum erstmals eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. In Kooperation mit den Zentralen Informationsregistern (Melderegisterdaten) wurde für alle Betroffenen der aktuelle Vitalstatus ermittelt. Für die Bewertung der Ergebnisse zu den verschiedenen Tumorarten haben Experten aus dem ganzen Bundesland beratend zur Seite gestanden. Prof. Guido Hildebrandt, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates ZKKR: „Als Ergebnis dieser intensiven gemeinsamen Arbeit zeigt der erste Arbeitsbericht das große Potential der gemeinsamen klinischen Krebsregistrierung für die stetige Verbesserung der flächendeckenden, qualitativ hochwertigen, onkologischen Versorgung in unserem Land.“ Prof. Klaus Dommisch, Krebsgesellschaft M-V, ergänzt: „Wir haben einen guten Anfang gemacht! Damit möchten wir uns ganz herzlich bei allen Meldern, den regionalen klinischen Krebsregistern, den tumorspezifischen Arbeitsgruppen, dem Wissenschaftlichen Beirat des Zentralen Klinischen Krebsregister, dem Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, sowie der Krebsgesellschaft M-V bedanken, ohne die die Erstellung dieses Berichtes nicht möglich gewesen wäre.“ Im Zuge der Überarbeitung des Klinischen Krebsregistergesetzes und der Umstellung der Finanzierung auf Meldepauschalen wird es in den kommenden Jahren zu weiteren Strukturveränderungen der Krebsregistrierung in unserem Land kommen.Es ist besonders wichtig, dass die Melder ihrer Meldepflicht nachkommen und weiterhin Ihre Meldungen vollständig und vollzählig durchführen, um den erreichten Stand weiter auszubauen und somit die Diagnostik, Behandlung und Nachsorge aller Krebserkrankungen stetig verbessern zu können. Der gesamte Bericht ist auf den Internetseiten des Sozialministeriums unter http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/gesundheit/Zahlen,-Daten,-Fakten?id=10453&processor=veroeff zu lesen.

Im Mai startet die größte deutsche Gesundheitsstudie auch an der Universitätsmedizin Greifswald

Nationale Kohorte – Forschung zum Mitmachen

Das Neustrelitzer NaKo-Untersuchungszentrum befindet sich in der Strelitzer Straße 42. Foto: UMG18.3.2014 – „Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft“ ist das Motto der Nationale Kohorte (NaKo), der größten Gesundheitsstudie Deutschlands. Über einen Zeitraum von 20 Jahren sollen bundesweit 200.000 Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren (s. Anlage) bundesweit medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und sozialem Umfeld befragt werden. Ziel ist es, Ursachen und Risikofaktoren der wichtigsten Volkskrankheiten zu untersuchen. Das sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen. „Die NaKo befasst sich intensiv mit der Frage: Wie bleiben wir gesund und was macht uns krank“, fasste Sabine Schipf zusammen, die nordostdeutsche Projektmanagerin der Studie. Die Wissenschaftler wollen ermitteln, wie man die Krankheiten früher erkennen und sich besser schützen kann. Auch in Neustrelitz, dem Studienzentrum der Greifswalder Universitätsmedizin, nimmt die NaKo langsam Fahrt auf. In den nächsten Tagen und Wochen erhalten die ersten mithilfe des Einwohnermeldeamtes zufällig ausgewählten Bürger aus Neustrelitz und Umgebung ihre Einladungen zur Teilnahme an der Studie.  Das Untersuchungsprogramm beinhaltet Befragungen zur Lebensweise, zu Vorerkrankungen und zu gesundheitlichen Faktoren. Es werden Messungen wie Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Blutdruck, EKG, Handgreifkraft und körperliche Aktivität durchgeführt. Der Zahnstatus, der Zuckerstoffwechsel und die Lungenfunktion werden untersucht sowie Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests durchgeführt. Im Labor werden Blut- und Cholesterinwerte bestimmt. Die Untersuchungsergebnisse werden den Teilnehmern, sofern sie es wünschen, zur Verfügung gestellt. „Der Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung. Jeder einzelne Teilnehmer trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten voran zu bringen, so dass wir – vielleicht nicht hier und heute, aber doch langfristig einem gesünderen Deutschland entgegen sehen können. Auch wir, die Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern, werden von den Forschungsergebnissen profitieren können“, appellierte Schipf an die Bereitschaft der auserwählten Teilnehmer. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Zertifizierung der Krebszentren am Klinikum Südstadt – Erfolgreicher Abschluss und Zertifikatsübergabe

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim KloockRostock 31.7.2013 – Zentrale Ziele des Klinikums Südstadt Rostock sind neben einer modernen und kompetenten Behandlung der Patienten die konsequente Qualitätssicherung und -verbesserung der medizinischen Betreuung und damit auch die Steigerung der Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten, teilt das Klinikum Südstadt mit. Um diese Ziele zu erreichen, wurde im Klinikum ein entsprechendes Qualitätsmanagementsystem aufgebaut. Damit wurden Transparenz und eine strukturelle Voraussetzung für eine hohe Qualität in der Patientenbetreuung für das gesamte Klinikum geschaffen. Folgerichtig erfolgte im Juni 2012 der Startschuss für eine Zertifizierung des Universitäts- Brustzentrums, des Universitäts Gynkrebszentrums und des Darmkrebszentrums am Klinikum Südstadt. Leiter des Darmkrebszentrums ist Professor Dr. Kaja Ludwig, Chefarzt der Klinik für Chirurgie, Leiter des Universitäts-Gynkrebszentrums und des Universitäts-Brustzentrums ist der Direktor der Universitätsfrauenklinik und Poliklinik Professor Dr. Bernd Gerber. Unter Einbeziehung aller, die stationär und ambulant an der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten beteiligt sind, wurden in akribischer Kleinarbeit die Behandlungsergebnisse dieser Patientengruppen analysiert und daraus optimale Strukturen und Therapieabläufe erarbeitet.

Die Organ-Krebszentren am Klinikum Südstadt erzielen durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller in- und externen Partner bestmögliche Behandlungsergebnisse. In einem funktionierenden Netzwerk von Kliniken und Fachabteilungen des Klinikums Südstadt, anderen Krankenhäusern im Bundesland und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Region kann für jeden Patienten entsprechend seines Erkrankungsstadiums eine maßgeschneiderte Therapie mit Einsatz moderner und schonender Behandlungsverfahren erfolgen. Im April 2013 fand im Klinikum Südstadt die erfolgreiche Zertifizierung der drei Organzentren durch die Fachexperten von OnkoZert nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft statt. Weiterhin erfolgte die Zertifizierung durch den TÜV Süd nach den Vorgaben der DIN ISO 9001: 2008. Alle drei Organzentren konnten während der Zertifizierung die Fachexperten von einer umfassenden, für alle Patientinnen und Patienten guten und strukturierten Behandlung überzeugen. „Es war ein logischer Schritt für uns, die Organzentren des Klinikums zertifizieren zu lassen. Die ständige Verbesserung der  Behandlungsqualität innerhalb des Klinikums und in der Zusammenarbeit mit den Spezialpraxen in Mecklenburg — Vorpommern ist Pflicht und eine große Herausforderung für uns. Schließlich hat die medizinische Ausrichtung unseres Klinikums zur Folge, dass wir inzwischen eine ständig steigende Zahl von tumorerkrankten Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Bundesland behandeln“, begründet Prof. Kaja Ludwig die  Notwendigkeit der Zertifizierung für die Krebszentren in diesem Rahmen.