Archiv für das Schlagwort ‘Kinder und Jugendliche

Gesundheitspreis in Schwerin vergeben

Familien brauchen Unterstützung – stärkere Sicherung der spezialärztlichen Versorgung für Kinder und Jugendliche

18.4.2018 – Die Preisträger für den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 stehen fest. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat gemeinsam mit der Ärztekammer und der AOK Nordost vier Auszeichnungen in Schwerin übergeben. „Der Preis macht in besonderer Weise auf ein sensibles und immer bedeutender werdendes Thema aufmerksam. Familien brauchen Unterstützung durch Projekte, die das gemeinsame Leben erleichtern. Dabei helfen oft auch kleine Ideen, Großes im Alltag für die Betroffenen zu erleichtern“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph vor Ort. „Trotz und mit ihrer chronischen Erkrankung sollen Kinder ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft finden. Dazu müssen sie bestmögliche Unterstützung erfahren und lernen, mit ihrer Krankheit zu leben“. Mit der Auszeichnung werden Projekte und Initiativen gewürdigt, die betroffene Familien aktiv dabei unterstützen, selbstständig und selbstbewusst ihren Alltag zu meistern.

11 Bewerber – vier Preisträger

Bereits zum dritten Mal hat die Selbstverwaltung der AOK Nordost zusammen mit der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern ausgeschrieben. Der Wettbewerb stand unter dem Motto: Damit können wir leben! Unser Beitrag für chronisch kranke Kinder und deren Eltern. Die Auszeichnung, die seit dem Jahr 2013 alle zwei Jahre vergeben wird, steht unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Harry Glawe. Sie ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Eine fachkundige Jury hat unter den elf Bewerbern vier Preisträger ausgewählt, die mit ihren Ideen und Netzwerken beispielgebend auf die Bedürfnisse von erkrankten Kindern und deren Familien eingehen. Es werden die Projekte der Kinderfördertagesstätte „Gänseblümchen“ in Rostock, der Elternkreis drogenabhängiger und drogengefährdeter Jugendlicher in Rostock, die Pro-Fil Kindernachsorge gGmbH in Schwerin sowie das Sozialpädiatrische Zentrum Vorpommern in Greifswald unterstützt.

Stärkere Sicherung der spezialärztlichen Versorgung

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph forderte vor Ort eine stärkere Sicherung der spezialärztlichen Versorgung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher. Er kündigte im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz im Juni einen entsprechenden Antrag an, der genau diese Thematik aufgreift. „Dabei geht die Forderung dahin, neue ambulante Möglichkeiten zur Leistungserbringung für kinder- und jugendmedizinische Zentren an Krankenhäusern zu eröffnen, die über die erforderliche Expertise verfügen. Eines steht aber für mich fest: Gerade chronisch kranke Kinder brauchen unsere Unterstützung und erreichbare hochqualifizierte Behandlungsmöglichkeiten gehören dazu“, erläuterte Rudolph abschließend.

Die Preisträger im Kurzporträt

Kinderfördertagesstätte „Gänseblümchen“ in Rostock

Die Kinderfördertagesstätte „Gänseblümchen“ in Rostock erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 9.000 Euro für ihr Projekt „Musik verbindet, motiviert und schlägt Brücken“. In der spezialisierten Kita werden schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder betreut, darunter auch Kinder mit chronischen Erkrankungen. Im Musikprojekt können Kinder Musik wahrnehmen, ausprobieren und erkunden. Die musikalische Früherziehung erfolgt im vierten bis sechsten Lebensjahr, fördert neben den musischen auch die psychomotorischen Fähigkeiten und kann für Kinder und Eltern eine therapeutische Wirkung entfalten. In der Betreuung durch ein interdisziplinäres Team werden verschiedene musikalische Projekte in Gruppen- und Einzelförderung umgesetzt. Das Musikprojekt mit seinem interkulturellen Ansatz fördert ganzheitliches Erleben und ist gut zum Nachahmen geeignet.

Elternkreis drogenabhängiger und drogengefährdeter Jugendlicher in Rostock

Die Selbsthilfegruppe Elternkreis drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher Rostock erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 9.000 Euro. Das Modellprojekt zur Selbsthilfe und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung von Eltern und Angehörigen drogenabhängiger und gefährdeter Jugendlicher und junger Erwachsener schließt in vorbildlicher Weise den Kreis zwischen den betroffenen Patienten, Therapeuten und Eltern. Die Initiative führt regelmäßig Eltern-Patienten-Gespräche in einer Suchtklinik durch, organisiert gemeinsame Wanderungen, Grillfeste und Adventsfeiern. Ein wichtiges Anliegen der Gruppe ist es, ihre Erfahrungen öffentlich zu teilen und weiterzugeben. So helfen sie Menschen in ähnlicher Lage, ihre familiäre Situation aktiv anzugehen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Eltern, Therapeuten, Notaufnahmeeinrichtung, Jugendamt und Polizei wird systematisch weiterentwickelt.

Pro-Fil Kindernachsorge gGmbh in Schwerin

Den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 9.000 Euro erhält die Pro-Fil Kindernachsorge gGmbH beim Sozialpädiatrischen Zentrum Mecklenburg in Schwerin mit ihrem Projekt „Begleitung von Geschwisterkindern“. Im Sozialpädiatrischen Zentrum werden seit 2007 jährlich 300 Kinder bis zum 14. Lebensjahr beim Übergang von der stationären zur häuslichen Betreuung begleitet, darunter zahlreiche Frühgeborene sowie Kinder mit onkologischen Erkrankungen, Herzfehlern und Brandverletzungen. Mit dem Projekt „Begleitung von Geschwisterkindern“ chronisch kranker Kinder will die Pro-Fil Kindernachsorge nun neue Wege bei der Nachbetreuung von Familien gehen. Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen die Geschwisterkinder. Regelmäßige Beratungsangebote und Geschwistertage sollen das Risiko psychischer Auffälligkeiten bei Geschwisterkindern verringern und die Kommunikation zwischen der Familie und den Experten des Sozialpädiatrischen Zentrums verbessern

Sozialpädiatrisches Zentrum Vorpommern in Greifswald

Das Projekt „Fahrtwind“ des Sozialpädiatrischen Zentrums Vorpommern in Greifswald erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 3.000 Euro. Das Zentrum betreibt seit 1998 einen Sportverein, der auch sozial schwachen Familien offensteht. In der Segelgruppe „Fahrtwind“ in Kooperation mit dem Greifswalder Segelverein werden adaptive und soziale Fähigkeiten im Rahmen einer Trainingswoche befördert, detaillierte Ziele festgelegt und die Ergebnisse bewertet. So fördert das Projekt Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und psychischen Erkrankungen. Die Kinder lernen ihren Alltag selbstständig zu gestalten. Sie bauen Ängste ab, verbessern ihre Koordination und entwickeln Sozialkompetenz. In Kooperation mit der Kommune, dem Land, Sportvereinen und Sponsoren wird das Projekt langfristig weiterentwickelt. Das übertragbare Projekt wurde in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift vorgestellt.

Richard-Siegmann-Medaille 2017 für „Fischkutter Jugend- und Begegnungsstätte e.V.“

29.11.2017 – Zum dreizehnten Mal verleiht die Richard-Siegmann-Stiftung am 28. November 2017 die Richard-Siegmann-Medaille an engagierte Bürger und Netzwerke der Stadt Rostock. 2017 wurden Unternehmen, Institutionen, Vereine, Netzwerke oder Personen gesucht, die sich gegen „Kinderarmut“ in der Stadtgesellschaft engagieren. Den meisten Kindern in Rostock geht es gut – sie werden umsorgt und gefördert. Von Chancengleichheit aller Kinder kann dennoch nicht die Rede sein, denn über Entwicklungs- und Bildungschancen entscheiden oftmals Herkunft und Geldbeutel der Eltern.  Die Richard-Siegmann-Medaille 2017 erhält der „Fischkutter: Jugend- und Begegnungsstätte e.V.“. Die soziale Benachteiligung von Kindern war bereits 1996 Anlass zur Gründung des Vereins mit Sitz in Rostock-Toitenwinkel. Seitdem ist der Fischkutter mit seinem vielfältigen Angebot ein Ort der Begegnung für viele junge Menschen. Individuelles und soziales Lernen sollen dabei gleichermaßen gefördert werden. Das Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit wird seit dem Jahr 2006 durch ein Mittagessenangebot für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 16 Jahren aus dem Stadtteil Toitenwinkel ergänzt.  „Keine andere gesellschaftliche Gruppe ist so stark von Armut betroffen wie Kinder und Jugendliche. Neben der materiellen Armut ist es auch häufig eine Armut an Aufmerksamkeit, die ihnen in ihren Familien zuteil wird.

Der Fischkutter setzt genau hier an und hilft, die Lebenssituation dieser Kinder und Jugendlichen zu verbessern und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben“, betonte Dr. Viola von Oeynhausen, Vorsitzende des Kuratoriums der Richard-Siegmann-Stiftung, bei der Medaillenvergabe. Neben der mit 3000 Euro dotierten Richard-Siegmann-Medaille vergab die Stiftung zwei Förderpreise. Der erste Förderpreis geht an das Projekt „Musikali“ vom Rotary Club Rostock Horizonte. Das Projekt zur musikalischen Frühförderung von Kindern im Vorschulalter wurde 2008 ins Leben gerufen, um musikalische Bildung und Freude am Umgang mit Musik und Musikinstrumenten auch Kindern aus Problem- oder Brennpunktvierteln zu ermöglichen.

Den zweiten Förderpreis erhält der Malteser Hilfsdienst e.V. Rostock für sein Projekt „Balu und Du“. Das ehrenamtliche Mentorenprogramm fördert besonders unterstützungsbedürftige Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren im außerschulischen Bereich und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Junge, engagierte Menschen im Alter zwischen 18-30 Jahren übernehmen mindestens ein Jahr lang eine individuelle Patenschaft für ein Kind. Die Preisverleihung fand in Verbundenheit zu den ehemaligen Preisträgern der Richard-Siegmann-Medaille im Stadtteil- und Begegnungszentrum Toitenwinkel statt. Das Grußwort hielt die Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Frau Stefanie Drese.

Kulturförderung 2016: Mehr Geld für Kinder- und Jugendkunstschulen

Minister Brodkorb: Kulturelle Kinder- und Jugendbildung soll von zusätzlichen Mitteln profitieren

Zoofest in Rostock 2014, Foto: Joachim Kloock

Tanz im Zoo Rostock, Foto: Joachim Kloock

Die Kinder- und Jugendkunstschulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten in diesem Jahr mehr Geld. Das Land fördert im Jahr 2016 Projekte in diesem Bereich mit insgesamt 895.940 Euro mit Mitteln der Allgemeinen Kulturförderung. „Kinder- und Jugendkunstschulen sind wichtige Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche ihre künstlerischen Talente entfalten können“, sagte Bildungs- und Kulturminister Mathias Brodkorb. „Seit diesem Jahr stehen zwei Millionen Euro mehr für die Kulturförderung zur Verfügung. Das Land hat damit die Allgemeine Kulturförderung im Doppelhaushalt 2016/2017 auf jährlich 11,5 Millionen Euro aufgestockt. Von den zusätzlichen Mitteln soll auch die kulturelle Kinder- und Jugendbildung profitieren“, betonte Brodkorb. Der Landesverband der Kinder- und Jugendkunstschulen erhält Fördermittel für Projekte in Höhe von 6.500 Euro. Kinder- und Jugendkunstschulen vereinen viele Künste unter einem Dach. Dazu zählen die Bildende Kunst, Tanz, Theater, Zirkus oder das mediale Gestalten. Neben der Talentförderung fördern Kinder- und Jugendkunstschulen mit ihren Angeboten die Persönlichkeitsentwicklung.

Benutzung der städtischen Sportstätten in Schwerin verteuert sich

Schulen und Vereinssport mit Kindern haben Vorrang

Schulsport, Foto: Joachim Kloock

Schulsport, Foto: Joachim Kloock

19.1.2016 – Die Landeshauptstadt will die Entgelte für die Benutzung der städtischen Sportanlagen den gestiegenen Betriebskosten anpassen. Die Entgeltordnung wurde dazu komplett überarbeitet. Der Entwurf, der mit dem Stadtsportbund abgestimmt ist und auch die Belange der Schulträger berücksichtigt, wird heute dem Hauptausschuss der Stadtvertretung erstmals zur Beratung vorgelegt.  Festgeschrieben wird bei der Vergabe der Hallen und Sportanlagen der Vorrang des Schulsports. Für den Schulsport werden die Änderungen erst mit Beginn des neuen Schuljahrs 2016/17 wirksam. Die Entgelte werden sich teilweise verdoppeln. Für die Mitgliedsvereine im Stadtsportbund (Nutzergruppe A) soll es wie bisher eine starke Rabattierung geben, die dem prozentualen Anteil der Kinder und Jugendlichen bei der jeweiligen Nutzung entspricht. Dieser Rabatt steigt in vier Stufen auf bis zu 92,4 Prozent bei einem Kinder- und Jugendanteil von mehr als 40 Prozent. Innerhalb des Vereinssports müssen bei der Hallenvergabe Belange des Kinder- und Jugendsports sowie von Sportlerinnen und Sportlern mit Handicap besonders berücksichtigt werden. Eine kommerzielle Nutzung der Sportanlagen ist zwar möglich, aber nachrangig gegenüber allen anderen Nutzungen.

Neben dem Schulsport sieht die neue Entgeltordnung drei Nutzergruppen vor, die unterschiedliche Stundensätze zahlen: Nutzergruppe A sind Mitgliedsvereine im Stadtsportbund und andere als gemeinnützig anerkannte Vereine und Institutionen, deren Sitz in der Landeshauptstadt Schwerin liegt und die hauptsächlich sportliche Angebote erbringen. Für sie beträgt der Stundensatz künftig 10 Euro, abzüglich des Rabatts entsprechend ihres Kinder- und Jugendanteils. Nutzergruppe B – das sind alle weiteren gemeinnützigen Vereine und Institutionen aus der Landeshauptstadt – müssen künftig 15 Euro zahlen. Für alle weiteren Nutzer (Gruppe C) verdoppelt sich der Stundensatz von 15 auf 30 Euro. Die Entgelte wurden zuletzt vor zehn Jahren angepasst. Mit der Anpassung setzt die Verwaltung eine Forderung der Rechnungsprüfer um. Auch der beratende Beauftragte hatte die Stadt aufgefordert, ihre öffentlichen Zuschüsse für die Bewirtschaftung der Sportanlagen durch eine Erhöhung der Benutzungsentgelte zu senken. Die Stadt rechnet damit, dass der städtische Zuschuss nun um rund 100.000 Euro jährlich gesenkt werden kann.

Mathe, Deutsch, Konsum – vzbv, KMK und VSMK machen sich für Verbraucherbildung in Schulen stark

Lernen in der Schule, Foto: Pressestelle BM M-V11.6.2014 – Verbraucherbildung gehört verbindlich bundesweit auf den Lehrplan. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Vorsitzenden der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) haben sich für eine Verankerung der Verbraucherbildung in der Schule ausgesprochen. Konsumentscheidungen könnten gravierende Folgen haben und müssten daher im Unterricht angemessen thematisiert werden.

Anlass für die gemeinsame Erklärung ist die Fachtagung Verbraucherbildung des vzbv, die heute in Berlin stattfindet. Entscheidungsträger aus Politik, Bildung und Wissenschaft diskutieren, wie Inhalte der Verbraucherbildung systematisch und sinnvoll in den Lehrplan integriert werden können. „In einer Konsumwelt, die immer vielfältiger wird, gehört Verbraucherbildung zum Einmaleins. Nur so lernen Schülerinnen und Schüler frühzeitig, wie sie richtige Entscheidungen treffen und Fallstricke umgehen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Alltagskompetenzen stärken

Die Bedeutung des nachhaltigen Konsums, der Umwelt und Klima weniger belastet und faire Herstellungsbedingungen fördert, wächst stetig. „Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig in ihren Alltagskompetenzen gestärkt werden, damit sie lernen, als Verbraucherin und Verbraucher reflektierte und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Dafür ist es wichtig, ihnen auch in der Schule das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg zu geben“, erklärt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Sylvia Löhrmann. „Die Länder überprüfen derzeit ihre Lehr- und Bildungspläne, Curricula sowie die Konzepte für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Grundlage ist eine entsprechende Empfehlung der Kultusministerkonferenz, die wir im Dezember vergangenen Jahres verabschiedet haben.“ Verbraucherbildung ist notwendig, da falsche Konsumentscheidungen gravierende Folgen haben können: Geldgeschäfte ohne Finanzkenntnisse können zu Schulden und finanziellem Ruin führen. Ungesunde Ernährung kann Krankheit und hohe Kosten im Gesundheitssektor nach sich ziehen.

Mangelnde Medienkompetenz und Kompetenzen im Umgang mit der digitalen Welt können eine Gefährdung der Privatsphäre und informationellen Selbstbestimmung nach sich ziehen. Die VSMK hat deshalb bereits 2010 angeregt, eine Rahmenvereinbarung zwischen den Ländern zur Verbraucherbildung zu erarbeiten und abzuschließen. Dr. Till Backhaus, Vorsitzender der VSMK, bekräftigt das Vorhaben: „Die Verbraucherbildung hat dieses Jahr einen Schub schon dadurch bekommen, dass sich die Spitzenvertreter der KMK und VSMK erstmals getroffen haben, um erste Schritte für eine Stärkung dieses Bereiches zu erarbeiten. Wir müssen uns aber weiterhin dafür einsetzen, dass alle Bürgerinnen und Bürger und dabei vor allem Kinder und Jugendliche Zugang zu allen Produktinformationen bekommen können und sie gleichzeitig in der Lage sind, diese verstehen zu können. Dafür werde ich mich als Vorsitzender der VSMK weiter einsetzen.“

Konzept und Finanzierung notwendig

Der gegenseitige Austausch ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Kompetenzen im Unterricht und in der Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer besser vermittelt werden können. „Bildung gibt es nicht zum Nulltarif, jetzt ist die Politik gefragt“, so Müller. „Die Ziele sind eindeutig, die Wege können vielfältig sein. Die Länder müssen aber, wo es noch nicht geschehen ist, Konzepte entwickeln und einführen. Dazu gehört die Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer und die Umsetzung der von der KMK geforderten Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern, wie etwa den Verbraucherzentralen.“

Wie lieben Pinguine?

Zoopädagogische Angebote für Schulfahrten und Jugendreisen

Gruppengespräch der Pinguine, Zoo Rostock, Foto: Joachim KloockJung-Pinguine: "Ey, was geht ab..." - Zoo Rostock, Foto: Joachim KloockTMV – „Pinguinweibchen sind genügsam“, weiß Frauke Herger, die die Führung „Liebeswerben der Tiere“ im Rostocker Zoo durchführt. „Die Männchen müssen nur einen Stein ins Nest legen, und wenn dieser dem Weibchen gefällt, wird sofort Hochzeit gefeiert und die Nachwuchsplanung in Angriff genommen“, so Herger weiter. Dass sich ledige Damen der Gattung Homo Sapiens von angeschleppten Kieselsteinen nicht gleich zur Hochzeit überreden lassen, steht außer Frage. Überhaupt sagt sie, müsse man sich mal vorstellen, wie es aussehen würde, wenn junge Herren im Club die Mädchen über die Tanzfläche jagen, wie es Geparden im Werben um die Gunst des Weibchens machen. Geparden nämlich würden die Weibchen hetzen, damit diese überhaupt einen Eisprung bekommen. Eine Anekdote folgt auf die andere, und am Ende der eineinhalbstündigen Führung, die für Gruppen ab der 10. Klasse angeboten werden, sind die Teilnehmer oft sehr verblüfft, welche Eigenheiten Tiere beim Werben um den Partner entwickelt haben. Die Führung „Liebeswerben der Tiere“ ist nur eines der zoopädagogischen Angebote im neuen Katalog für Schul- und Jugendreisen 2014/15.

In der zehnten Auflage der Broschüre steht das Thema „Lernen an einem anderen Ort“. So werden Lehrern, Eltern und Erziehern 135 Offerten gemacht, den Unterricht in den Nordosten zu verlegen, zumindest für ein paar Tage. Der Schwerpunkt hierbei liegt auf zoopädagogischen Angeboten: Mehr als ein Dutzend Einrichtungen zwischen Ostseeküste und Seenplatte, darunter das Darwineum in Rostock, der Vogelpark Marlow oder das Ozeaneum in Stralsund, stellen ihre Angebote vor. So können Kinder ab der 5. Klasse beispielsweise Afrika-Forscher des Darwineums werden. Dabei erhalten sie einen Forschungsauftrag, der erfüllt werden muss und bei richtiger Lösung mit einer Urkunde prämiert wird. Der Natur- und Umweltpark in Güstrow lädt derweil zu Wolfswanderungen ein. Kinder und Jugendliche können bei den Fütterungen der Vierbeiner dabei sein und viel über das Leben im Rudel lernen. Neben neuen Themen gibt es im Katalog eine Reihe von Aktivitätsangeboten aus den Rubriken „Natur und Umwelt“, „Land und Geschichte“, „Bewegung und Spaß“ sowie „Teambildung und Prävention“. Zudem lassen sich zahlreiche mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gestaltete „Gut drauf“-Angebote finden, mit denen die gesundheitliche Situation von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren nachhaltig verbessert werden soll. Unter dem Motto „Gut drauf – bewegen, entspannen, essen – aber wie!“ können Kinder- und Jugendliche etwa im „Schawi Sport- und Jugendhotel“ in Lubmin nahe der Insel Usedom einen Schnupper-Surfkurs machen oder im „NoHotel Hostel Dranske“ auf der Insel Rügen an einer Beacholympiade teilnehmen. Weitere Informationen: www.auf-nach-mv.de/jugend

 

Beistand vor Gericht ist jetzt für Kinder und Jugendliche auch landesweit möglich

Justizministerin Uta-Maria Kuder: “In M-V hat sich die ‎Psychosoziale Prozessbegleitung für Opfer von Sexual- ‎und Gewaltstraftaten bewährt”

Quelle: Pressestelle JM M-V6.2.2014 – “Jetzt können wir noch mehr Kindern die Kraft geben, gemeinsam einen Prozess durchzustehen. Dank der erfolgreichen Haushaltsberatungen stehen jährlich 175.000 Euro zur Verfügung, damit jetzt vier engagierte Expertinnen betroffene Kinder und Jugendliche nach deren Missbrauch begleiten können. Die Psychosoziale Prozessbegleitung haben wir auf die Landgerichtsbezirke Stralsund und Rostock ausweiten können. Ich wünsche den beiden neuen Expertinnen aus Greifswald und Rostock viel Erfolg. Denn jeder professionelle Beistand vor, während und nach dem Prozess hilft, den Alltag, die Vernehmungen und die Gerichtsaussage zum Missbrauch zu meistern. Vor allem gilt es, die Angst vor dem Wiedersehen mit dem Angeklagten zu nehmen”, sagte Justizministerin Kuder. “Es war wichtig, dass wir im Sommer 2010 das Modellprojekt in Neubrandenburg und Schwerin ins Leben gerufen hatten. Seitdem wurden im Schnitt monatlich drei Kinder und Jugendliche begleitet. Insgesamt waren es rund 120 Opfer von Sexual- und Gewaltstraftaten. In Gesprächen haben die Betroffenen stets betont, für sie sei besonders wichtig gewesen, dass immer jemand an ihrer Seite war. Jedes Opfer, das nach dem Missbrauch und vor dem Prozess psychisch gestärkt werden kann, ist ein Beweis dafür, dass das Angebot flächendeckend garantiert werden muss”, so die Ministerin. “Die Psychosoziale Prozessbegleitung werde ich auch auf der 85. Justizministerkonferenz in Binz im Juni dieses Jahres thematisieren. Ich würde mir wünschen, dass aus Mecklenburg-Vorpommern ein Impuls ausgeht, um deutschlandweit eine vergleichbare Prozessbegleitung zu realisieren”, sagte Justizministerin Kuder.