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Wirtschaftsministerium unterstützt Handwerksbetriebe bei der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung

Dazuzugehören ist ein lohnendes Ziel kluger Köpfe und geschickter Hände – Ausbildungsmarketing profilieren – Ausbildungslücke darf nicht größer werden

Die Kreishandwerkerschaften in Mecklenburg-Vorpommern werden vom Wirtschaftsministerium beim „Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe“ unterstützt. „Die Auftragslage im Handwerk ist gut. Aber es wird in den zumeist kleinen mittelständischen Betrieben oftmals zu wenig Zeit investiert, sich um den dringend notwendigen Fachkräftenachwuchs zu kümmern. Wir wollen mit unserer Unterstützung bei der Fachkräftegewinnung helfen. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Handwerks muss weiter stabil sein und sich täglich am Markt bewähren. Ausbildung und Fachkräftesicherung sind zwei Seiten einer Medaille – der Medaille Unternehmenszukunft“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Freitag.

Kernelemente des Ausbildungsmarketings

Kernelemente des Ausbildungsmarketings sind Wort-Bild-Botschaften von Handwerkmeistern sowie Auszubildenden im Handwerk. „Im Fokus stehen authentische Persönlichkeiten, die über ihre Erfahrungen berichten“, so Rudolph weiter. Die Botschaften werden CR-Code-basiert und ständig aktualisiert. Geworben wird sowohl analog auf Plakaten und Aufstellern, vor allem an Orten, an denen sich junge Menschen aufhalten, wie unter anderem Freizeiteinrichtungen, Jugendclubs, Schulen, als auch digital wie auf Homepages, Facebook, Instagram, Xing. „Unser Ziel ist es auch, mögliche Vorurteile über Ausbildungsberufe im Handwerk abzubauen und für mehr Klarheit über die verschiedenen Berufsbilder zu sorgen. Unser Handwerk im Land ist eine zukunftssichernde Heimat für mehr als 112.000 Handwerkerinnen und Handwerker. Dazuzugehören ist ein lohnendes Ziel kluger Köpfe und geschickter Hände“, machte Rudolph deutlich.

Ausbildungssituation im Handwerk – knapp 1.000 Stellen unbesetzt

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es aktuell 4.260 Auszubildende im Handwerk. Davon werden 1.857 Lehrlinge im Kammerbezirk der Handwerkskammer Schwerin (HWK SN) und 2.403 Lehrlinge im Kammerbezirk Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK OMV) ausgebildet. Aktuell melden die Handwerkskammern 968 unbesetzte Lehrstellen in 66 Ausbildungsberufen (HWK OMV: 745 unbesetzte Lehrstellen und HWK SN 223 unbesetzte Lehrstellen). Gesucht werden Auszubildende im Handwerksbereich, vor allem in den Ausbildungsberufen Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima; Kfz-Mechatroniker; Elektroniker, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei/Fleischerei); Metallbauer, Hörakustiker, Dachdecker, Friseur, Fleischer sowie Maler und Lackierer. „Der wachsende Bedarf an Handwerkerinnen und Handwerkern ist bereits heute überall spürbar, denn es macht sich praktisch bemerkbar: Wartezeiten für Kunden werden länger. Unternehmen geben auf, weil sie keine Nachfolger mehr finden. Die Situation ist angespannt. Umso wichtiger ist es, für eine Ausbildung im Handwerk professionell zu werben. Eines ist klar: Das, was uns heute bereits an Handwerkern fehlt, wird schwer sein, durch Auszubildende und somit – unsere Fachkräfte von morgen – nachzubesetzen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Ausbildungslücke nicht noch größer wird“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph abschließend.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Unterstützung der Kreishandwerkerschaften als Projektträger erfolgt auf der Grundlage der „Richtlinie zur Förderung von Strukturentwicklungsmaßnahmen (SEM)“. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von rund 130.000 Euro. An dem Projekt nehmen teil: Kreishandwerkerschaft Güstrow; Kreishandwerkerschaft Rostock-Bad Doberan; Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar; Bildungszentrum Kreishandwerkerschaft Nordvorpommern-Stralsund GmbH; Kreishandwerkerschaft Vorpommern-Greifswald; Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd sowie Kreishandwerkerschaft Mecklenburgische Seenplatte. Die Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar übernimmt, aufgrund entsprechender Vorerfahrungen mit analogem und vor allem digitalem Ausbildungsmarketing, die Anleitung der beteiligten Kreishandwerkerschaften.

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25 Unternehmen aus M-V werben für heimische Wirtschaftskraft in Leipzig

Messepräsenz der Handwerksunternehmen für den eigenen Erfolg im Wettbewerb unerlässlich – gerade in Zeiten der digitalen Vernetzung ist es notwendig, seine Produkte erlebnisnah, erfahrbar und anschaulich zu präsentieren

Handwerk, Foto: Joachim Kloock

Handwerk, Foto: Joachim Kloock

In Leipzig findet bis Sonntag (03. März 2019) die „mitteldeutsche handwerksmesse Leipzig“ (mhm) statt. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat sich am Donnerstag über die Aussteller aus Mecklenburg-Vorpommern informiert. „Die Messe hat sich zum Schaufenster des heimischen Handwerks etabliert. Insgesamt 25 Aussteller zeigen eine breite Vielfalt ihres Könnens. Es ist inzwischen Tradition, dass unsere Unternehmen auch in Sachsen für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern werben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Eine gute Auftragslage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es fortwährend notwendig ist, für das heimische Unternehmen und die eigenen Produkte zu werben. Eine hohe Flexibilität, eine ständige Neuorientierung und Marktanpassung sind notwendig, um im Wettbewerb weiter vorn mitzuhalten“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Messepräsenz für Unternehmen im Wettbewerb unerlässlich – selbst hergestellte Produkte sind Markenzeichen der heimischen Unternehmen

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph hat in der Messestadt für eine noch stärkere Messebeteiligung heimischer Unternehmen geworben. „Die Präsentation auf Messen ist das Aushängeschild der eigenen Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaftskraft von Unternehmen. Gerade in Zeiten der digitalen Vernetzung ist es notwendig, seine Produkte erlebnisnah, erfahrbar und anschaulich zu präsentieren. Aufwendig hergestellte Produktvideos und Hochglanzfotos sowie moderne Internetauftritte sind ein wichtiges Element, um online auf sich aufmerksam zu machen. Das allein reicht gerade im Handwerk nicht aus. Hier sind die selbst hergestellten Produkte das Markenzeichen der heimischen Unternehmen. Wer sich im Wettbewerb behaupten will, für den ist die Teilnahme an Messen unerlässlich“, mahnte Rudolph weiter. Der Wirtschaftsstaatssekretär dankte abschließend den teilnehmenden Unternehmen für ihre Präsenz auf der Messe.

25 Unternehmen stellen in Leipzig aus

Mecklenburg-Vorpommern ist mit einem Landesgemeinschaftsstand, der federführend von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern organisiert wurde, vertreten. Neben der mhm finden auf dem Leipziger Messegelände parallel die Messe „Haus-Garten-Freizeit“ und die Messe „Beach & Boat“ statt. Insgesamt sind 25 Unternehmen in Leipzig vor Ort. Das Angebot reicht von heimischen kulinarischen Spezialitäten über moderne Saunaanlagen bis hin zu handgemachtem Schmuck.

Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Das Handwerk ist in Mecklenburg-Vorpommern von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Mehr als 90 Prozent der Betriebe in M-V können dem gewerblichen Mittelstand und den über 90 unterschiedlichen Gewerken des Handwerks zugeordnet werden. Etwa 14 Prozent aller Erwerbstätigen des Landes sowie 25 Prozent des Ausbildungsmarktes sind dem Handwerk zuzuordnen. Über 20.200 Betriebe sind bei den Handwerkskammern des Landes verzeichnet, 112.000 Arbeitnehmer und über 5.000 Lehrlinge sind in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt. Der jährlich in M-V erwirtschaftete Umsatz beträgt neun Milliarden Euro.

Mecklenburger Handwerksbetrieb zum „1a-Arbeitgeber“ ausgezeichnet

Vertrauensvolle Zusammenarbeit ist Teil der Unternehmenskultur bei Pusch Heizung-Sanitär GmbH & Co KG 

Hewlett-Packard

Solarmodul, Foto gemeinfrei

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Dienstag die Auszeichnung „1a-Arbeitgeber im Handwerk“ an die Firma Pusch Heizung-Sanitär GmbH & Co KG aus Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) verliehen. „In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern neben einer angemessenen Entlohnung vor allem ein motivierendes Umfeld bieten. So entsteht eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit. Bei der Pusch Heizung-Sanitär GmbH & Co KG wird die vertrauensvolle Zusammenarbeit als Teil der Unternehmenskultur täglich gelebt und heute mit der Auszeichnung als 1a-Arbeitgeber gewürdigt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Handwerk ist attraktiver Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern

Der Meisterbetrieb Pusch Heizung-Sanitär GmbH & Co KG ist 1992 gegründet worden und hat sich mit 7 Mitarbeitern  auf Solar- und Heiztechnik sowie Bäderbau spezialisiert. Für die Auszeichnung hat sich das Unternehmen einem Evaluierungsprozess gestellt – Unternehmens- und Führungskultur werden über anonyme Mitarbeiterbefragungen ermittelt. Das Verfahren von 60 Fragen in neun Themenbereichen hat das Weiterbildungsinstitut „Akademie Zukunft Handwerk“ mit der Fachhochschule Aachen erarbeitet. Zur Bewertung standen Führungskompetenz, Management, Motivation, Kollegialität, Gerechtigkeit und Bezahlung. Die Auszeichnung 1a-Arbeitgeber wird jeweils für den Zeitraum von einem Jahr verliehen und kann jährlich erneuert werden. „Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ist insgesamt ein attraktiver Arbeitgeber für das ganze Land. Die Vielfalt der zu erlernenden Berufe, die späteren Qualifizierungsmöglichkeiten als Meister oder in fachspezifische Richtungen und die Berufschancen bieten vor allem Schulabgängern gute Möglichkeiten, ihren beruflichen Einstieg im Handwerk zu finden“, hob Glawe hervor.

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-.Vorpommern

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt umfasst etwa 20.200 Betriebe, in denen rund 112.000 Beschäftigte – davon gut 5.000 Auszubildende – einen Umsatz von über neun Milliarden Euro erwirtschaften. Dem Handwerk können etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

Informationen zur Auszeichnung „1a-Arbeitgeber“

Die Auszeichnung wurde von dem Weiterbildungsinstitut „Akademie Zukunft Handwerk“ aus Alsdorf (Nordrhein-Westfalen) entwickelt.Handwerksunternehmen können sich für die Auszeichnung bewerben. Im vergangenen Jahr wurde der Preis erstmals verliehen – als erstes Unternehmen bundesweit erhielt die Heizungs- und Sanitärfirma Gotsch aus Langendorf (Ortsteil von Lüssow im Landkreis Vorpommern-Rügen) den Titel.

„Starte deine kreative Zukunft“ – Aktionstag der Maler- und Lackierer-Innung Greifswald-Vorpommern

Branche bietet berufliche Vielfalt und attraktive Karrieremöglichkeiten

DownloadMit einem Aktionstag auf dem Marktplatz in Greifswald haben die 17 Mitglieder der Maler- und Lackierer-Innung Greifswald-Ostvorpommern für ihren Berufsstand und die Ausbildung geworben. „Unterschiedliche Maltechniken, Materialkunde, Kreativität, Sinn für Ästhetik und hochwertige Ausführung – all das gehört zum Anforderungsprofil eines Malers und Lackierers. Die Branche bietet berufliche Vielfalt und attraktive Karrieremöglichkeiten. Dafür wirbt die Innung publikumswirksam inmitten der Stadt Greifswald und zeigt Möglichkeiten der Ausbildung, Umschulung oder für ein Praktikum auf. Eine einladende Aktion, den Beruf hautnah zu erleben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. In der Maler- und Lackierer-Innung Greifwald-Vorpommern und der Innung Uecker-Randow sind insgesamt rund 30 Betriebe organisiert mit mehr als 200 Beschäftigten.

Handwerk ist Branche mit Zukunft

Gemeinsam mit Großhändlern stellten die Innungsbetriebe ihren kreativen und zukunftsorientierten Beruf mit all seinen Facetten und Einsatzbereichen vor. Eingeladen wurden Schüler an den allgemeinbildenden Schulen der Klassen 6 bis 13 sowie Orientierungsklassen aus Bildungszentren. Nach Angaben der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2018 insgesamt 13 Maler und Lackierer, ein Fahrzeuglackierer sowie fünf Bauten- und Objektbeschichter ihre Ausbildung in der Region Greifswald/Uecker-Randow begonnen. „Das Handwerk ist eine Branche mit Zukunft. Ob Beschäftigung oder Selbstständigkeit – mit einem Handwerksberuf in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich eine stabile Berufsperspektive mit großem Entwicklungspotential aufbauen. Entscheidend ist, dass die Betriebe ihre Ausbildungsstellen besetzen, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Wir unterstützen das Handwerk mit verschiedenen Programmen, um die attraktiven beruflichen Perspektiven und Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen“, sagte Glawe.

Meister-Extra und Meisterprämie unterstützten Handwerker

Das Wirtschaftsministerium hat die Programme „Meister-Extra” und die „Meisterprämie“ initiiert. Eine erfolgreich bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. In den Jahren 2016/2017 wurde das Meister-Extra an 534 Absolventen ausgereicht. Nach der „Richtlinie zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Handwerk (Meisterprämie)“ erhält ein Meister, wenn er erstmals eine Existenz gründet und einen bestehenden Betrieb übernimmt, eine einmalige, nicht rückzahlbare Zuwendung in Höhe von 7.500 Euro. Seit 2011 erhielten 186 Existenzgründer diese Förderung. „Bildung und Qualifizierung sind der Schlüssel für die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dies ist auch ein Beitrag, damit die Basis der Wertschöpfung im Land weiter erhöht wird“, so Glawe weiter.

Projekt begleitet Unternehmensnachfolge im Handwerk

Zudem sollen mit dem Projekt „Nachfolgezentrale M-V“ unter Trägerschaft der Bürgschaftsbank MV das Handwerk und der Mittelstand für die Nachfolgeproblematik sensibilisiert werden. Das Projekt hilft bei der Suche nach einem Nachfolger, legt die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Unternehmensübergabe dar, moderiert Gespräche mit möglichen Übergebern/Nachfolgern, hilft bei der Erstellung eines Übergabefahrplanes, stellt ein umfangreiches, fachlich versiertes Beratungsangebot zur Verfügung, ermittelt den Qualifizierungsbedarf des Übernehmers oder berät unter Hinzuziehung von Spezialisten zu vertiefenden Fragen. Das Gemeinschaftsprojekt von der Bürgschaftsbank, den drei Industrie- und Handelskammern des Landes sowie den zwei Handwerkskammern soll vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) von bis zu rund 500.000 Euro bis Ende 2020 unterstützt werden. „Eine gelungene Unternehmensnachfolge und die damit auch verbundene Fachkräftesicherung gehören zu den drängendsten Herausforderungen der heimischen Wirtschaft“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaften. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa zehn Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

„Für diesen Moment geben wir alles“ – Tag des Handwerks auf der Messe MeLa in Mühlengeez

Ein neues Produkt, ein gelöstes Problem, ein zufriedener Kunde – Handwerk bietet täglich Erfolgserlebnisse

Schornsteinfeger,Foto: Joachim Kloock

Schornsteinfeger,Foto: Joachim Kloock

Noch bis Sonntag ist das Handwerk auf der Messe MeLa – der Fachausstellung für Landwirtschaft, Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau – in Mühlengeez (Landkreis Rostock) mit einer Sonderschau vertreten. Anlässlich des bundesweiten „Tag der Handwerks“ (15.09.) informierte sich Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph auf einem Rundgang bei den Ausstellern. Unter dem Motto „Für diesen Moment geben wir alles“ findet der Tag des Handwerks in diesem Jahr zum achten Mal bundesweit statt. „Die tägliche Arbeit der Handwerker weist eine Besonderheit auf: Am Ende des Tages steht immer ein Erfolgserlebnis – sei es ein neues Produkt, ein gelöstes Problem, eine zufriedener Kunde. Das trifft genau das Motto des Ehrentages. Diese Leistungen und vieles mehr präsentieren die Betriebe in Mühlengeez. Sie zeigen zudem eine beeindruckende Vielfalt ihres Handwerks und laden junge Menschen ein, im Handwerk ihren beruflichen Einstieg zu finden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Mehr als 1.500 Ausbildungsplätze im Land neu besetzt

Die Handwerkskammer Schwerin hat die „Straße des Handwerks“ auf einer Gesamtfläche von rund 785 Quadratmetern organisiert. 23 Aussteller bieten Mitmach-Stationen, Info-Veranstaltungen und Wettbewerbe. Auch die Berufsberater der Handwerkskammer sind vor Ort und klären Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk auf. In Mecklenburg-Vorpommern werden insgesamt rund 5.000 junge Menschen im Handwerk ausgebildet – damit kommt jeder vierte Auszubildende landesweit aus dem Handwerk. Nach Angaben der Handwerkskammer Schwerin sind zum diesjährigen Ausbildungsstart 587 (533 im Vorjahr) neue Ausbildungsverträge geschlossen worden (Stand 10.09.2018). Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern sind 985 (952 im Vorjahr) Ausbildungsplätze neu besetzt worden (Stand 10.09.2018). Das ist eine Steigerung zum Vorjahr von sechs Prozent. „Unser Handwerk ist innovativ, vielseitig und vor allem regional fest verankert. Das zeigt sich in kompakter Form auf der Straße des Handwerks. Wichtig ist, dass die Messebesucher auf die Bedeutung der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns aufmerksam werden. Denn als Ausbilder und Arbeitgeber sind die Betriebe ein wichtiges Element auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Rudolph.

Die Aussteller auf der „Straße des Handwerks“

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph dankte den Beteiligten für ihr Engagement auf der Messe: „Die Messe bietet eine ideale Plattform für die Präsentation des Handwerks innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Auf Initiative der Handwerkskammer Schwerin und dank der Bereitschaft der Unternehmen ist es zum 16. Mal gelungen, eine Straße des Handwerks in Mühlengeez zu organisieren. Die handwerklichen Unternehmen aus dem ganzen Land sollten diese Chance stärker nutzen und sich noch aktiver beteiligen“, sagte Rudolph. Die Aussteller: Dachdecker GmbH Pahl aus Tarnow, Manfred Harm Tischlerei aus Groß Wokern, HFK Haustechnik GmbH aus Krassow, Zurow Bau GmbH aus Krassow, Metallbau & Sanierung Thorsten Fichtler aus Krassow, Waffen Poltier OHG aus Grabow, Daniel Amlow MKA aus Parchim, Sattlerei Del Kägebein aus Parchim, Bernstein Galerie E aus Ribnitz-Damgarten, Töpferhof Brigitte Dix aus Satow, von STICKwitz aus Bredenfelde, Schafwollverarbeitung R. Traber aus Poserin, Schiffszubehör Eckhard Knoll aus Bützow, Keramik Arts aus Ziesendorf, Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern, Schornsteinfegerinnung Mecklenburg-Vorpommern, Grabower Backhus aus Grabow, Jörg Dargel Fleischerei aus Dorf Mecklenburg, Innungskrankenkasse Nord, Müller & Zi GmbH aus Bad Doberan, Auto-Service-Mulsow e. K. aus Parchim, Kreishandwerkerschaft Güstrow, Handwerkskammer Schwerin, Landesinnung Steinmetzen und Steinbildhauer Mecklenburg-Vorpommern.

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaften. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa zehn Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

Boots- und Yachtbauunternehmen errichtet Betriebsstätte in Malchow

Holzwerkstatt entsteht – zwei neue Arbeitsplätze geschaffen

Handwerk, Foto: Joachim Kloock

Bootsbau, Foto: Joachim Kloock

29.5.2018 – In Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) entsteht derzeit eine Betriebsstätte für den Boots- und Yachtbau. Bootsbaumeister Martin Kock hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und baut sich mit dem Vorhaben eine Existenz auf. „Der handwerkliche Boots- und Schiffbau verbindet Tradition und Moderne. Das Malchower Unternehmen orientiert sich dabei vor allem auch an individuellen Kundenwünschen. Mit dem Vorhaben entstehen zwei neue Arbeitsplätze“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Holzwerkstatt für Boote bis zu 15 Metern Länge

Geplant sind in Malchow unter anderem der Bau einer Holzwerkstatt für Boote bis zu 15 Metern Länge sowie der Kauf einer Krananlage und einem Trailer. Zukünftig will das Unternehmen sämtliche Reparatur-, Wartungs- und Ausbauarbeiten an Booten und Yachten sowie Bootsbau, -restauration und -ausrüstung anbieten. Zusätzlich sollen Winterlager für Boote, die Ein- und Auswinterung von technischen Anlagen sowie in Zusammenarbeit mit anderen Firmen weitere Leistungen wie beispielsweise Motorenreparatur, Verglasung und Lackierungen zum Dienstleistungsportfolio gehören. „Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist geprägt durch seine einzigartige Naturlandschaft und die mehr als 1.000 Seen. Da spielt der Tourismus für die wirtschaftliche Entwicklung der Region natürlich eine große Rolle. Es wird mit der neuen Betriebsstätte ein neues Angebot geschaffen, um Ausflüge und Urlaube in der Region unbeschwert genießen zu können“, sagte Glawe. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Jahr 2017 mehr als 978.000 Ankünfte und knapp 3,5 Millionen Übernachtungen.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 227.000 Euro. „Wir brauchen noch mehr Existenzgründungen, um neue Märkte zu erschließen. Hier haben wir noch Nachholbedarf. Dies sichert und schafft Arbeitsplätze bei uns im Land“, betonte Glawe.

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und rund 5.000 Auszubildende und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 9 Milliarden Euro. Zum Schiff- und Bootsbau zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern.

Rostocker Fleischerei gründet „Butcher´s Manufaktur GmbH“

Neues Geschäftsfeld des Familienunternehmens schafft vier neue Arbeitsplätze – beste Werbung für das Fleischerhandwerk 

http://www.partyservice-seibt.de/

Schinkenplatte, Foto: http://www.partyservice-seibt.de/

Die Rostocker Fleischerei Seibt ist seit ihrer Gründung im Jahr 1890 in vierter Generation in Familienhand. Jetzt soll im Zuge der Unternehmensnachfolge als neues Geschäftsfeld des Unternehmens die „Butcher`s Manufaktur GmbH“ in Roggentin (Landkreis Rostock) entstehen. „In langjähriger Familientradition produziert die Fleischerei Seibt handwerklich gefertigte Wurst- und Fleischspezialitäten mit Rohstoffen aus der Region. Mit der Butcher`s Manufaktur GmbH entsteht jetzt ein neues Geschäftsfeld, um die Produktpalette und die Dienstleistungen rund um das Thema Lebensmittel weiter zu verbreitern. Dadurch entstehen vier neue Arbeitsplätze vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Gläserne Manufaktur entsteht mit Grill- und Kochschule

Geplant ist, in Roggentin auf einer Grundstücksfläche von 897 Quadratmetern eine Produktionsstätte als gläserne Manufaktur mit Catering, Koch- und Grillschule zu bauen. Der Beginn der Produktion ist für das letzte Quartal 2018 vorgesehen. Zusätzlich ist ein Anbau vorgesehen, in dem Verkostungen, Werksverkauf, Seminare, Schulungen und Verkaufsveranstaltungen sowie eine Imbissversorgung stattfinden sollen. Ziel ist es nach Unternehmensangaben, unter anderem Bratwurst und Burger nach eigenen Rezepturen für den Grill herzustellen. Diese sollen an Einzel- und Großabnehmer im In- und Ausland vertrieben werden. „Die gläserne Manufaktur mit Koch- und Grillschule trägt dazu bei, den Kunden Herstellung und Zubereitung der Fleisch- und Wurstwaren transparent zu machen. Gleichzeitig ist sie auch beste Werbung für das Fleischerhandwerk“, sagte Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen 1,2 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung des Vorhabens aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 350.000 Euro.

Informationen zur Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Ernährungsindustrie traditionell einen großen Stellenwert ein. Sie zeichnet sich durch eine große Zahl leistungsfähiger mittelständischer Unternehmen sowie ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Produktsortiment aus. Derzeit sind in den 86 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern insgesamt über 14.400 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt etwa 33 Prozent. Die Ernährungswirtschaft ist damit innerhalb des verarbeitenden Gewerbes sowohl gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz der größte Industriezweig des Bundeslandes. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. Nach Angaben des Deutschen Fleischer-Verbandes e.V. waren im Jahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 123 Fleischer-Fachgeschäfte und 175 handwerklich betriebene Filialen gemeldet.