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Optimale Bedingungen für Patienten und Mitarbeiter in der neuen Ergotherapie

Mit Unterstützung des Landes hat die Evangelische Krankenhaus Bethanien gGmbH Greifswald einen modernen Neubau für die ergotherapeutische Betreuung der Patienten errichtet. Gesundheitsminister Harry Glawe hat heute anlässlich der feierlichen Einweihung die verbesserten Bedingungen für die Mitarbeiter und Patienten hervorgehoben. „Die optimale therapeutische Betreuung spielt für den Genesungsprozess der Patienten mit einer seelischen Erkrankung eine enorme Rolle. Dabei kommt dem therapiefördernden Umfeld und der personellen Ausstattung eine besondere Bedeutung zu“, betonte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. „Die Arbeitsbedingungen mit ausreichend Zeit und Möglichkeiten für den Patienten sind auch ein gutes Argument für die Gewinnung von jungen und motivierten Fachkräften.“ Die Eröffnung konnte der Minister aus terminlichen Gründen nicht vor Ort wahrnehmen. Die Gesamtinvestitionen für den Neubau des Ergotherapiegebäudes betrugen rund 1,5 Millionen Euro. Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium hat das Vorhaben in Höhe von einer Million Euro unterstützt. „Mit Hilfe der Landesförderung konnten wir die Rahmenbedingungen für die begleitende Ergotherapie maßgeblich verbessern und auf Spitzenniveau heben. Das kommt unseren Patienten direkt zugute“, hob Dr. Hanns-Diethard Voigt, Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhaus Bethanien gGmbH hervor.

Das Leben wieder spüren und selbstbestimmt gestalten

Nach einjähriger Bauzeit mit ausschließlich regionalen Firmen wurde der Neubau im Sommer bezogen und eingerichtet. Notwendig wurde dieser, weil die damalige Unterkunft in einem schwedischen Holzbau aus dem Jahr 1963 nicht mehr den medizinischen Erfordernissen einer modernen Ergotherapie entsprach. Nun ist Platz auf 630 Quadratmetern für bis zu 200 Patienten täglich. Dafür stehen in dem energetischen Flachbau acht helle Werkräume, ein Raum für das Gedächtnistraining sowie Sozial-, Lager- und Nebenräume und eine Tischlerei zur Verfügung. Besonders stolz sind die Ergotherapeuten auf ihren hochmodernen Brennofen für Keramik und ihre Tischlerwerkstatt. Geleitet wird das Team von Julia Skladny. Als die Ergotherapeutin 1998 zur Odebrecht-Stiftung kam, hatte sie sechs Kollegen. Inzwischen steht sie an der Spitze eines 21-köpfigen Teams, das nach dem Leitspruch von Abraham Lincoln arbeitet: „Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können.“ „Nach der interdisziplinären Besprechung mit den Fachärzten im Krankenhaus können wir für unsere Patienten individuell passende Kurse und therapeutische Maßnahmen anbieten, um ihre gesundheitliche Situation zu verbessern“, so Julia Skladny. „Dabei geht es oftmals um Aktivitäten des täglichen Lebens wie Kochen, Spazieren und sportliche Bewegung und ein gezieltes Wahrnehmungs- und Genusstraining. Darüber hinaus steht ein breites Spektrum an kunst- und handwerklicher Gruppenarbeit zur Auswahl, wie beispielsweise Körbe flechten, Ton- und Specksteingestaltung, Malerei, Textil- und Mosaikarbeiten. Unser Kernanliegen ist es, die gesunden Seiten zu betonen und den Patienten aufzuzeigen, was sie alles tun können, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, unterstrich die 56-Jährige.

Rund 2.000 Patienten nutzen jährlich die Ergotherapie

„Unsere Ergotherapeuten arbeiten stationsbezogen, so dass sie mit den jeweiligen Krankheitsbildern vertraut sind“, erklärte Julia Skladny. „Die werden durch die zunehmende Demenz, gesellschaftlichen Stress und ein verändertes Suchtverhalten immer komplexer und anspruchsvoller, so dass eine Spezialisierung Sinn macht. Für viele Patienten ist die Ergotherapie und die Arbeit in einer Gruppe der erste Schritt wieder zurück in den Alltag.“ Rund 2.000 Frauen und Männer ab 18 Jahren absolvieren jährlich eine ergotherapeutische Behandlung in der Odebrecht-Stiftung. Der größte Teil der Patienten kommt aus dem stationären Bereich, fast 90 Prozent der dortigen Patienten mit einer durchschnittlichen Liegezeit von 20 Tagen nehmen eine ergotherapeutische Behandlung in Anspruch. Betreut werden auch ambulante Patienten und Patienten der psychiatrischen Tageskliniken. Die Arbeit mit den Patienten findet in der Regel in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Personen, teilweise auch direkt auf den Stationen statt. Dabei ist die räumliche Nähe zum Krankenhaus ein großer Vorteil. Auch wenn die Ergotherapie ihren Ursprung in der Psychiatrie hat, kommt sie doch inzwischen überall dort zum Einsatz, wo funktionelle Beeinträchtigungen auftreten, so unter anderem in der Kinderheilkunde und in der Schlaganfallrehabilitation. Das noch relativ junge Berufsbild des Ergotherapeuten mit einer dreijährigen Ausbildungszeit unterliegt dabei einer ständigen Weiterentwicklung und Wandlung. In Deutschland wurde erst 1953 die erste Lehreinrichtung für Ergotherapie, damals noch unter dem Begriff „Beschäftigungstherapie“, in Hannover gegründet.

HINTERGRUND

Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Die Evangelische Krankenhaus Bethanien gGmbH der Odebrecht-Stiftung hält derzeit 194 vollstationäre und 106 teilstationäre Betten in M-V vor. Dort werden seelische Erkrankungen einschließlich der Akut- und Notfallbehandlung betreut. Neben der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung gehören weitere Therapien zum Angebot, wie beispielsweise Sozio- und Familientherapie, Physiotherapie, Sport- und Bewegungstherapie sowie Musik-, Entspannungs- und Lichttherapie. Die Klinik verfügt zudem über eine Sporthalle und ein Bewegungsbad. Die Patienten kommen hauptsächlich aus den Städten Greifswald und Wolgast sowie aus Teilen der Landkreise Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte, aber auch aus anderen Bundesländern.

Was ist eine Ergotherapie?

Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen. Die Ergotherapie wird sowohl stationär in psychiatrischen und psychotherapeutischen Kliniken als auch teilstationär in Tageskliniken oder auch im ambulanten Bereich angeboten. Die Behandlung kann als Einzeltherapie, in Kleingruppen oder auch als Gruppentherapie durchgeführt werden. Quelle: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. (www.dve.info)

Bildunterschriften – Fotos Joachim Kloock

Bild01 – Ergotherapeutin Gabriele Wussow ist stolz auf den neuen hochmodernen Keramikofen. Hier entstehen durch die Patienten wahre Kunstwerke, verbunden mit vielen persönlichen Erfolgserlebnissen.

Bild02 – Manche Patienten arbeiten besonders gern mit Holz und gewinnen auf diesem Weg wieder Selbstvertrauen. Ihnen steht Tischler Alexander Schüler fachkundig zu Seite.

Bild03 – Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn es aufwärts geht: Ergotherapeutin Anne Stöwhaas bastelt mit Jörg Fromholz-Rudolph Weihnachtssterne für die Klinik.

Pommersches Archivzentrum kommt nach Greifswald

Rubenowplatz_Greifswald

Hauptgebäude der Universität Greifswald am Rubenowplatz, Foto: gemeinfrei

10.8.2018 – Die Entscheidung für den neuen Standort des Pommerschen Landesarchivs und des Landeskirchliche Archivs ist gefallen. Wie die Landesregierung in einem Schreiben an die Universitäts- und Hansestadt Greifswald mitteilte, wurde Greifswald ausgewählt. Sie schlägt vor, „ab September die Gespräche weiterzuführen und zu erörtern, wie unser gemeinsames Projekt eines Archivzentrum Vorpommern konkret vorangetrieben werden kann“. „Ich freue mich über diesen Erfolg sehr“, sagte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Diesen Prozess in Gang zu setzen war eine meiner ersten Handlungen im neuen Amt. Jetzt kann Greifswald die Früchte hartnäckigen Dranbleibens ernten.“ Die Universitäts- und Hansestadt habe sich für einen Verbleib und Neubau der beiden pommerschen Archive in Greifswald stark gemacht, „weil wir Synergieeffekte mit dem Stadtarchiv sehen und die Nähe zu den beiden Forschungszentren zur pommerschen Geschichte – die Universitäten Greifswald und Stettin – ein wichtiges Anliegen ist.“ Das Pommersche Archivzentrum soll in der Straße An den Wurthen in der Nähe des Alten Friedhofs entstehen. Dort wird derzeit bereits das Stadtarchiv der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gebaut. Das Pommersche Landesarchiv und das Landeskirchliche Archiv sollen später in einem Gebäudeensemble mit dem Stadtarchiv integriert  werden. So sollen Räume auch gemeinsam genutzt werden.

Grundstein für Greifswalder Stadtarchiv bereits gelegt

Für den dringend benötigten Neubau des Stadtarchivs hatte die Stadt einen europaweiten Planungswettbewerb ausgelobt. Insgesamt 36 Büros beteiligten sich daran. Das Konzept des Dresdner Architekturbüros „Code Unique Architekten BDA Volker Giezek, Sieger dieses Wettbewerbs, wird nunmehr umgesetzt. Mitte Juli wurde feierlich der Grundstein gelegt. Der Rohbau soll bis Februar 2019 fertig gestellt sein. Das Gebäude hat eine Grundfläche von rund 400 Quadratmetern. Es verfügt über vier Geschosse. Im Erdgeschoss ist ein großer Lesesaal untergebracht. Hier wird es zudem die Möglichkeit geben, über verschiebbare Wände eine größere Veranstaltungsfläche herzurichten. Auch das Standesamt erhält hier Räumlichkeiten für sein Archiv. In der 1. Etage ist die Verwaltung untergebracht, die 2. und 3. Etage ist dem eigentlichen Stadtarchiv vorbehalten.

Von Büchsel bis Womacka: Kunstauktion im Pommerschen Landesmuseum

Kunstauktion-310x228Am 1. September werden rund 230 Werke in Greifswald versteigert

Knapp 230 Kunstwerke, darunter Öl- und Acrlymalereien, Grafiken und Kleinplastiken, werden am 1. September im Pommerschen Landesmuseum Greifswald versteigert. Das Aufgebot der 16. Kunstauktion reicht von Kunst vor 1945 und Kunst von 1945 bis zur Gegenwart bis hin zu Werken mit aktuellem Bezug zur Sonderausstellung „Die Dänen!“. Zu den Höhepunkten der Versteigerung gehören unter anderem zwölf Arbeiten der Hiddensee-Künstlerin Elisabeth Büchsel, darunter auch zwei Ölgemälde, eine Darßlandschaft des Mitbegründers der Ahrenshooper Künstlerkolonie Paul Müller-Kaempff oder sieben Gemälde des Malers und Grafikers Walter Womacka, der über mehrere Jahrzehnte ein Domizil in Loddin auf Usedom hatte. Alle Werke können vom 25. bis 31.August 2018 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr im Koserower Kunstsalon vorbesichtigt werden. Am 31.August und 1. September werden ausgewählte Arbeiten zudem im Pommerschen Landesmuseum präsentiert.

Weitere Informationen: www.koserower-kunstsalon.de

Bildunterschrift: Kunstauktion im Pommerschen Landesmuseum, Bondzin, Gerhard: „Jugend im Urlaub“, Foto: Ralf Waschkau

Greifswald bei Touristen immer beliebter – Übernachtungsplus von Januar bis Oktober 2017

Markt in Greifswald, Foto: Thilo Adolph / Fotoclub Greifswald

Markt in Greifswald, Foto: Thilo Adolph

Greifswald hat im vergangenen Jahr bei den Gästezahlen erheblich zulegen können. Wie der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, stieg die Zahl der Übernachtungen von Januar bis Oktober um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein im Monat Oktober betrug das Plus 32,7 Prozent. Damit gehört Greifswald zu den Gewinnern des Urlaubsjahres 2017 in Mecklenburg-Vorpommern. Den vorläufigen Zahlen zufolge wurden von Januar bis Oktober fast 230.000 Übernachtungen gezählt. Vor allem mehr deutsche Urlauber besuchten die Stadt. Die Aufenthaltsdauer betrug durchschnittlich 2,7 Tage und ist damit gleich geblieben. Die Zahl der Ankünfte stieg um 6,1 Prozent auf 86.500. „Schon im Frühjahr zeichnete sich eine gute Entwicklung ab“, resümierte der Abteilungsleiter für Wirtschaft und Tourismus, Fabian Feldt. „Dass die Nachfrage auch über die Sommermonate anhielt, freut uns umso mehr. Das große Übernachtungsplus im Oktober hängt sicherlich auch mit der Immatrikulation der neuen Studenten zusammen. Viele wurden von ihren Eltern begleitet.“ Auch für den Geschäftsführer der Greifswald Marketing GmbH, Maik Wittenbecher, ist das eine gute Nachricht. „Wir hoffen, dass Greifswald mit seinen touristischen Sehenswürdigkeiten und den zahlreichen kulturellen Angeboten auch weiterhin punkten kann.“ Den ausführlichen Bericht des Tourismusverbandes MV finden Sie unter folgendem Link:
https://www.laiv-mv.de/static/LAIV/Statistik/Dateien/Publikationen/G%20IV%20Tourismus%2c%20Gastgewerbe/G%20413/2017/G413%202017%2010.pdf

Greifswald lädt am 15. September zur 15. Greifswalder Kulturnacht

Von Salsa mit Blüten, Bettzeug im Buchladen, Party im Schrank und Singenden Balkonen

Kulturnacht 2016, Foto Pressestelle (17)

Kulturnacht 2016, Foto: Presse HGW

Zur Greifswalder Kulturnacht präsentiert sich die Stadt alljährlich von ihrer vielseitigsten und buntesten Seite. Am 15. September zeigen rund 50 Mitveranstalter, wie kreativ Kultur in Greifswald ist: Es wird wieder getanzt, gesungen, gelauscht, geschaut, gefeiert, gejammt, gebastelt und gelesen. Traditionell wird die Kulturnacht um 18 Uhr mit den „Singenden Balkonen“ in Schönwalde II eröffnet. Entlang einer geheimen Route werden wieder bekannte und unbekannte Balkone angesteuert, auf denen sich auch neue, bislang  vielleicht verborgene Talente präsentieren. Zu erleben sind acht Kurzkonzerte unterschiedlichster Musikrichtungen – von Chormusik über Schlager, Gitarren- und Pianoklänge bis hin zu Evergreens. Wie im Vorjahr singen auch Juri und Mari. Das Musikpaar begeisterte bereits 2016 mit einem Potpourri aus Schlagern, Folkmusik und Oldies. „Ich liebe Lieder über das Meer, singe aber auch schon immer alte russische Hits.“ erzählt Juri, der einst als Profimusiker in Osteuropa arbeitete und mittlerweile in Greifswald lebt. Die weiteren Balkonkünstler und die Route bleiben jedoch geheim – es lohnt sich also, pünktlich am Treffpunkt am Quartiersbüro zu erscheinen. Neben den Mitarbeiterinnen des Quartiersbüros in der Makarenkostr. 12 sind die WGG und WVG wichtige Partner der Singenden Balkone und ermöglichen mit ihren Beiträgen die besonderen Kurzkonzerte.

„Zum 15. Jubiläum können Nachtschwärmer wieder einige neue Wege gehen“, kündigte Marc Werth vom Kulturamt an: „Einer führt zum wohl kleinsten mobilen Klub des Landes“. Mitglieder des ROSA e.V. bauen den nur sechs Quadratmeter großen „Schrank“ vor dem Pommerschen Landesmuseum auf. Von 17 bis 22 Uhr steigt dort eine Mini-Elektro-Party. „Platzangst sollte man allerdings nicht haben“, rät Avid Laubsch von ROSA, „denn immerhin bis zu 25 Leute gleichzeitig können im engen Raum feiern und tanzen.“ Der Verein bringt außerdem ein eigenes Lichtteam mit, das die Seitenfassade des Pommerschen Landesmuseums nach Einbruch der Dunkelheit mit wechselnden Mustern anstrahlt. Etwas mehr Platz bietet das Magie-Zelt Am Mühlentor. Dort kann man sich in „Pautzingers Magischem Salon“ im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern lassen. Wen es ins Grüne zieht, kann die Gewächshäuser des Botanischen Gartens bei Nacht erkunden. Bei kurzen Führungen erfahren die Gäste Wissenswertes über die Geschichte und botanische Entdeckungen. „Komm in den Garten“ heißt es in der Münterstraße 4. Dort treffen düstere, gelesene Texte auf Chileno-Punkrock. Ins Freie locken ebenso die Kunstwerkstätten, die zum bunten Gartenfest einladen. Liebhaber von Fantasy-Lektüre können hier unter anderem die junge, preisgekrönte Autorin Farina de Waard erleben, die aus ihrer Reihe „Das Vermächtnis der Wölfe“ liest. Später trifft man sie noch einmal in der Rats- und Universitätsbuchhandlung. Hier können Lesehungrige erstmals die ganze Nacht zwischen den Bücherregalen verbringen. „Wir sind selbst auf diese besondere Lesenacht gespannt“, freut sich Geschäftsführer Matthias Marissal. „Bis jetzt haben sich bereits 10 Literaturfreunde angemeldet. Wer möchte, kann die ganze Nacht stöbern, lesen, klönen und Kaffee trinken. Und wen die Müdigkeit übermannt, kann sich mit seiner mitgebrachten Matratze zwischen die Regale betten. Am Morgen wird man dann mit einem kleinen Frühstück geweckt. Ein paar wenige Plätze haben wir noch, Anmeldungen sind in der Buchhandlung möglich.“

In diesem Jahr wird überhaupt viel gelesen: Unter anderem auch im Tierpark, im Hafen, im Dom, im Gustav-Dalmannn-Institut der Universität, in der wirkstatt, der Stadtbibliothek und auf dem Kapellenplatz des Alten Friedhofs. In der Mensa am Schießwall stellt die Vizemeisterin der Poetry-Slam-Meisterschaften in MV, Theresa Steigleder, einige ihrer Texte vor. Vor dem Rathaus bauen die Soroptimistinnen wieder einen Bücherbaum aus Bücherspenden auf. Es sind alle Arten von Büchern willkommen, insbesondere für Kinder. Beim Bummel durch die Altstadt sollte man auch immer wieder einen Blick zur Neuen Greifen Galerie werfen. Dort wird der Greifswalder Illustrator Enrico Pense das Schaufenster als kurzlebiges Kunstwerk aus Graffiti, Comic und Farbe gestalten. Zudem ist die aktuelle Ausstellung in der Galerie geöffnet. Auch am Museumshafen ist an beiden Ufern jede Menge los: Musik gibt es an der „Pomeria“, am Kranschiff „Condor“ und auf dem Gaffelschoner „Vorpommern“ sowie auf der Nordseite des Museumshafens entlang der Stufen. Bei Regen können die Gäste auch unter Deck der „Christian Müther“ den Klängen lauschen. Dort wird zudem, wie auch im Salon der „Hoffnung“ zur Kulturnacht gelesen. Die Programmhefte liegen im Rathaus, in der Greifswald-Information am Markt, bei den Mitveranstaltern in Greifswald und an weiteren Orten aus. Das vollständige Programm und etwaige Ergänzungen sowie eine Online-Karte mit allen Veranstaltungsorten finden Sie auf www.greifswald.de/kulturnacht. Die Kulturnacht wird vom Amt für Bildung, Kultur & Sport der Universitäts- und Hansestadt koordiniert und beworben.

Alle Mann an Bord! Fischerfest Gaffelrigg setzt Segel

Das maritime Wochenende in Greifswald-Wieck vom 14. bis zum 16. Juli 2017

Passage der Brücke zur Gaffelrigg 2016, Foto Pressestelle

Passage der Brücke zur Gaffelrigg 2016, Foto Presse HGW

6.7.2017 – Am 3. Juliwochenende feiert die Region Vorpommern das größte maritime Volksfest. Das Fischerfest „Gaffelrigg“ wird von drei großen „Segeln“ in Fahrt gebracht: Vom ehrenamtlichen, kreativen Engagement Greifswalder Wassersportvereine, von der überaus attraktiven Lage des Festgeländes im Fischerei- und Segelhafen Greifswald-Wieck und vom vertrauensvollen Zusammenwirken aller Akteure. 50.000 Gäste werden an Bord erwartet. Geboten wird ein Törn mit Musik, Sport, Unterhaltung, Party, Sternenregen und Gaumenfreuden. Höhepunkt des Festes ist die Gaffelrigg – eine Ausfahrt von Traditionsschiffen und klassischen Yachten. Rund 50 dieser sanierten, historischen Arbeitsschiffe und klassischen Yachten legen am Sonnabend im Museumshafen zu einer Regatta in Richtung Bodden ab. Neben Schiffen, die in Greifswald ihr zu Hause haben, werden Gastschiffe aus anderen Museumshäfen Norddeutschlands, aus den Niederlanden und auch aus Dänemark erwartet. Während die Schiffe im Museumshafen in Päckchen vertäut liegen, präsentieren sie sich bei der Durchfahrt durch die Wiecker Brücke in voller Pracht. Zudem werden alle Schiffe und ihre Crews dabei unterhaltsam begrüßt und fachkundig vorgestellt. Noch mehr Schiffe in Fahrt bietet die Regatta der legendären ZK 10 Kutter. Die einstigen Marinekutter mit bis zu 12 Mann Besatzung kommen von Seesportvereinen aus der ganzen Bundesrepublik nach Greifswald. Sie segeln ganztägig am Sonnabend einen Rundkurs auf der Dänischen Wieck.

Rettungsboote der DLRG und der Wasserwacht sind an allen Tagen im Einsatz, um wasserseitig für Sicherheit zu sorgen, aber auch, um mit viel Umsicht wassersportliche Wettkämpfe abzusichern. Das Greifswalder Segelschulschiff GREIF lädt nach vielen Jahren Pause wieder zu Open Ship ein. Wissbegierige sind auch auf den Schiffen der Bundespolizei und der Wasserschutzpolizei willkommen. Während die GREIF tagsüber und das historische Fahrgastschiff Stubnitz bis in den Abend hinein Schiffstouren anbieten, bleiben die Kutter der Fischereigenossenschaft fest vertäut im Hafen. Denn die Fischer lassen sich „ihr“ Fest nicht entgegen. Sie engagieren sich als Gastgeber mit Fisch aus Pfannen und Räucheröfen, mit leckerem Kuchen, Waffeln und Getränken. Auf dem Parkplatz der Fischereigenossenschaft kann das Kinderland mit Mäusezirkus, Ballonzauberei und Hüpfburgen besucht werden. Die kleinen Gäste werden auch beim Runden drehen auf diversen Karussells, beim Bungee-Jump oder bei den nachmittäglichen Kindershows auf dem Dorfplatz in Franks Zauberspaß oder mit Clown Hollino ihren Spaß haben. Erstmals laden die Stadtwerke Greifswald Kinder ab 8 Jahren am Sonntag an den Strand zum Beachsoccer ein. Wer das Schwimmabzeichen in Bronze erworben hat, kann gleichfalls am Sonntag beim Kinderboddenschwimmen Erfahrung im Freiwasserschwimmen sammeln.

Mit Geschicklichkeit und Kraft kann es Klein und Groß gelingen, am Sonnabend vor der Wiecker Zugbrücke den Ryck an einem Seil zu überqueren. Diese Weltmeisterschaft im Ryckhangeln hat Fans im In- und Ausland. Startwillige können sich am Wettkampftag ab 9:30 Uhr vor Ort anmelden. Am Sonntag beim Boddenschwimmen muss man auf einer Stecke von 2600 Metern Wind und Wellen der Dänischen Wieck standhalten. Belohnung ist die Begeisterung des Publikums bei der Ankunft der Sportlerinnen und Sportler an der Südmole des Wiecker Hafens. Eine Woge der Begeisterung des Publikums erwarten die Veranstalter auch an der NDR-Bühne am Strandbad, der Bühne auf dem Dorfplatz und der Sonnentanz-Festival-Bühne. Am Freitag starten Bos Taurus, eine Rock/Pop Coverband aus Berlin, und Natascha Wright & Rapper Joe die Fischerfestparty. St. Retrograd und Stamping Feet, das Trommelgewitter aus Berlin, rocken am Sonnabend die Bühne. DJ Melody, DJ Daniel Langschläfer und DeeJay Dicky überzeugen die Fans auf der Sonnentanz-Party mit genialen Tracks. Mit Glamrock sorgen Sweety Glitter and the Sweethearts am Sonntag für Stimmung während der Abschiedsparty. Oldies, Spaß und viel Musik in einer Kneipenatmosphäre bietet die Dorfplatzbühne. Dabei sind u. a. das Duo Urgestein oder auch Ilka und Jörg mit einem Strauß bunter Melodien. Ein Gottesdienst im Autoskooter lädt am Sonntag zum Innehalten ein.

Der Sternenhimmel über dem Festgelände wird strahlen: Die stimmungsvolle Rock- und Popnacht zum Sonnabend wird mit einem Höhenfeuerwerk eingeleitet. Unter dem Motto ZUSAMMEN erwartet die Gäste des Festes bei „Ryck in Flammen“ein romantischer Abschluss. Die Choreografie der Pyro-, Laser- und Lichtshow entwickelte die Hanseatische Eventagentur GmbH. Mit dabei sind Feuerwerker, die das Publikum mit einer Show von phantastischen Farbexplosionen, dreidimensionalen Figuren, Mustern und Spezialeffekten bezaubern wollen. Das Unternehmen Apollo – Art of Laser & Fire gestaltet die dazu passende Lasershow. Die Audio Equipment Nord GmbH (AEN) aus Greifswald sorgt während der Show für den besten Sound und weitere Lichteffekte. Für die Sicherheit – also für die „Handbreit Wasser unter dem Kiel“ – sorgen an allen drei Festtagen rund um die Uhr Polizei, Wasserwacht, DLRG, Wasserschutzpolizei und die Greifswalder Feuerwehren. Die Veranstalter empfehlen, die kostengünstigen Parkangebote in der Innenstadt (Tagesgebühr 1 Euro) und den kostenlosen Bus-Shuttle zum Festgelände zu nutzen. Zudem pendeln Traditionszüge zwischen Hauptbahnhof, Museumshafen und dem Hafen Ladebow. Nach 1.400 Metern Fußweg befinden sich dann auch die Zugreisenden mitten im Festgetümmel.

Greifswald verzeichnet im 1. Quartal 2017 Übernachtungsplus von 15,8 Prozent

Regionen_MV_Uebernachtungen_Jan-Mar_201716.6.2017 – Greifswald hat sich im ersten Quartal 2017 als Tourismusmagnet erwiesen. Wie der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, konnte Greifswald bei den Übernachtungszahlen um 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen. Den vorläufigen Zahlen zufolge wurden von Januar bis März insgesamt 32.103 Übernachtungen gezählt. Vor allem deutsche Urlauber besuchten die Stadt. Während deren Übernachtungszahlen sogar um 19,7 Prozent zulegten, ging die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste um 16,4 Prozent zurück. Die Aufenthaltsdauer betrug durchschnittlich 2,2 Tage. Die Zahl der Ankünfte stieg um 22,2 Prozent auf 14.591. Verglichen mit den anderen sechs großen Städten in MV kann Greifswald den größten Zuwachs verzeichnen. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, freut sich der Abteilungsleiter für Wirtschaft und Tourismus, Fabian Feldt: „Dass gerade in der nicht so attraktiven Urlaubszeit so viele Gäste nach Greifswald kommen, spricht für die Attraktivität der Stadt, ihrer Einrichtungen und Angebote. Wir hoffen natürlich, dass die Nachfrage auch über die Sommermonate anhält“. Auch für den Geschäftsführer der Greifswald Marketing GmbH, Maik Wittenbecher, ist das ein wirklich guter Start ins Jahr. „Es zeigt sich, dass Greifswald auch in der Nebensaison bei den Deutschen immer beliebter wird.“

Zusammenfassung für das 1. Quartal 2017 (vorläufige Zahlen)

Im März 2017 wurden in MV rund 440.000 Gästeankünfte (-11,7%) und 1,42 Mio. Übernachtungen (-19,1%) registriert. Mit diesem Übernachtungsrückgang liegt MV deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von -3,9%. Dieser Rückgang ist vor allem durch die Verschiebung der Osterfeiertage (2016 waren diese noch im März) zu begründen. Diese Verschiebungen machen sich in Urlaubs-Destinationen wie MV oder Schleswig-Holstein besonders bemerkbar. Im ersten Quartal 2017 wurden 1,03 Mio. Gästeankünfte (-4,8%) und 3,46 Mio. Übernachtungen (-9,4%) an das statistische Amt gemeldet. Deutschlandweit liegt der Übernachtungsrückgang in den ersten drei Monaten 2017 bei -1,1%. Trotz der deutlichen Rückgänge gegenüber dem Vorjahr, ist das erste Quartal 2017 sowohl bei den Ankünften, als auch bei den Übernachtungen das zweiterfolgreichste seit der Wende (bzw. das erfolgreichste ohne Osterfeiertage). Die Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten lag in den ersten 3 Monaten des Jahres 2017 bei 21,6% (Jan-Mär 2016: 23,3%) Aus dem Ausland kamen im ersten Quartal 2017 rund 34.000 Gäste (-8,8%), welche rund 79.000 Übernachtungen (-16,0%) in MV verbrachten.

Alle fünf Hauptquellmärkte verzeichnen aktuell zweistellige Übernachtungsrückgänge – allerdings noch auf einem absolut niedrigen Niveau. Bei den Reiseregionen verzeichnen von Jan-März 2017 alle Reiseregionen Übernachtungsrückgänge – am deutlichsten auf Fischland-Darß-Zingst (-20,0%) und auf Rügen/Hiddensee (-14,4%). Die Insel Usedom verzeichnet mit einem Rückgang von -2,3% noch die moderatesten Verluste bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von den 6 größten Städten in MV vermelden von Januar bis März 2017 Greifswald (+15,8%), Neubrandenburg (+8,8%) und Wismar(+5,3%) ein Übernachtungsplus. Schwerin (-2,8%), Rostock (-5,7%) und Stralsund (-9,5%) haben hingegen weniger Übernachtungen auf dem Konto. Bei den Unterkunftsarten müssen in den ersten drei Monaten des Jahres 9 der 10 ausgewiesenen Unterkunftsarten Übernachtungsrückgänge an das Statistische Amt melden, insbesondere die Campingplätze (-65,2%), die Ferienwohnungen/-Häuser (-32,0%) und die Jugendherbergen/Hütten (-23,6%). Erfreulich entwickeln sich nur die Vorsorge-/Rehakliniken (+1,0%). Es bleibt abzuwarten, ob diese Rückgänge durch den überwiegend kühlen April wieder ausgeglichen werden können. Spätestens im Mai ist jedoch eine Rückkehr in den Wachstumsbereich realistisch.

Der Bericht liegt unter folgendem Link zum Download bereit: http://www.laiv-mv.de/static/LAIV/Statistik/Dateien/Publikationen/G%20IV%20Tourismus,%20Gastgewerbe/G%20413/2017/G413%202017%2003.pdf