Archiv für das Schlagwort ‘Erneuerbare-Energien-Gesetz

Bundestag macht Weg frei für Offshore-Testfeld in der Ostsee

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock

4.4.2019 – Heute hat der Bundestag im Rahmen seines Beschlusses zur Novellierung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes Übertragungsnetz (NABEG) wichtigen Änderungen zur Netzanbindung für Offshore-Testflächen zugestimmt. Das bedeutet, dass vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, das zuvor mit einem Antrag im Bundesrat den Prozess angestoßen hatte, ein Offshore-Testfeld entstehen kann. „Die langjährigen Anstrengungen, die wir gemeinsam mit den Industrieverbänden und dem Netzbetreiber 50 Hertz unternommen haben, haben sich gelohnt. Für den Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern ist es ebenso wie für den Industriestandort Deutschland entscheidend, dass es nun seit Jahren erstmals wieder reale Testmöglichkeiten für Offshore-Komponenten geben wird“, sagt Christian Pegel. Besonders hebt Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister hervor: „Aufgrund seiner Nähe zur Küste und zu Rostock, der größten Stadt unseres Landes mit Hochschulen und verschiedenen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dürfte dieses Testfeld weltweit nahezu einmalig sein. Es ist d i e Chance, den Technologievorsprung, den sich deutsche Industrie- und Anlagenbauer mit einigen wenigen europäischen Konkurrenten erarbeitet haben, zu sichern.“ Pegel betont auch: „Es ist höchste Zeit, nach den ersten Offshore-Windparks, die seit nunmehr fast zehn Jahren infolge der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes entstanden sind, eine neue Generation leistungsstärkerer Anlagen zu entwickeln. Dafür sind Tests unter realen Bedingungen unabdingbar. Modernere Anlagen werden auch dazu beitragen, Offshore-Windstrom noch konkurrenzfähiger zu machen.“ Zudem sei es wichtig, dessen Anteil an den erneuerbaren Energien zu erhöhen, wenn das Klimaschutzziel 2030 der Bundesregierung erreicht werden soll: 65 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms sollen bis dahin aus erneuerbaren Quellen stammen. Mit dem Beschluss der NABEG-Novelle heute wird auch das Windenergie-auf-See-Gesetz geändert: Es wird eine Definition für Offshore-Testflächen eingefügt und zudem das für die Offshore-Flächenplanung zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ermächtigt, noch innerhalb der Aufstellung des ersten Flächenentwicklungsplans bis 30. Juni 2019 – in Abstimmung mit dem jeweiligen Küstenbundesland – Testflächen im Küstenmeer festzulegen.

Bislang ist Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, das ein solches Testfeld in seinem Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) festgeschrieben hat. Außerdem wurde eine Änderung im Energiewirtschaftsgesetz mit beschlossen, die dazu dient, dass die Bundesnetzagentur im Rahmen ihrer laufenden Netzentwicklungsplanung die Netzanbindung solcher Offshore-Testflächen berücksichtigen muss. „Bis zur Inbetriebnahme des Testfelds vor unserer Küste, die wir für 2023 geplant haben, ist es dennoch ein weiter Weg“, sagt Christian Pegel und erläutert, wie es weitergeht: Mit dem Schaffen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Netzanbindung des Testfelds kann nun begonnen werden, ein Konzept für dessen Nutzung und die Auswahl der zu testenden technologischen Innovationen zu erstellen. Ferner ist zu klären, wer das Testfeld betreiben wird. Außerdem soll – ähnlich wie beim ersten deutschen Testfeld Alpha Ventus – die gemeinsame Forschung von Wissenschaft und Industrie ermöglicht werden. Und schließlich soll unter Einbeziehung der Akteure vor Ort ein Konzept erstellt werden, um eine möglichst breite Akzeptanz des Testfelds zu gewährleisten. All‘ dies wird in enger Kooperation zwischen Bund, Land und der Offshore-Stiftung erfolgen, die dafür vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. „Ich werde mich im Rahmen der weiteren Gespräche dafür stark machen, dass – soweit es rechtlich möglich ist – auf die Einbindung lokaler Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein besonderer Fokus gelegt wird“, kündigt der Minister an und begründet: „Nur bei entsprechender Vor-Ort-Beteiligung kann ein Großprojekt wie ein nationales Offshore-Testfeld zu einem Zukunftsprojekt werden, das die Akzeptanz der ganzen Region genießt.“

Hintergrund

Das im LEP 2016 festgelegte Testfeld etwa zwölf Kilometer vor Rostock-Warnemünde soll Platz für zehn bis zwölf Offshore-Windenergieanlagen der 13- bis 15-Megawatt-Klasse bieten. Die Nähe zu Küste, Hafen und den Einrichtungen von Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt sowie die Wassertiefe von nur 20 Metern stellen einen enormen Kosten- und Standortvorteil dar.

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Onlinekurs Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe ist offen für alle

Der erste Massive Open Online Course der Universität Rostock startet

Marcus Müller, Aufnahme eines Videovortrags im Studio des IT- und Medienzentrums der Universität Rostock Biogasanlagenbetreuer Detlef Berner, Dr. Jörg Burgstaler von der Universität Rostock und Kameramann Sven Harder (v. l.).12.1.2015 – Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – kompetent erklärt und in Lehrfilmen vorgestellt – das bietet der erste offene Onlinekurs der Universität Rostock. Am 12. Januar 2015 geht der Kurs online. In den kommenden neun Wochen werden jeden Montag neue Module freigeschaltet. Mitmachen kann jeder der sich für das Thema interessiert und Zugang zu einem internetfähigen Computer hat. Der Onlinekurs ist kostenfrei, nach einer Registrierung kann das Lernen losgehen.

Erfahrene Dozentinnen und Dozenten der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock vermitteln in neun Modulen die Grundlagen der Biogaserzeugung, gehen auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz ein, erläutern Aufbau und Funktion von Biogasanlagen sowie die Nutzung von Holz und Stroh aus energetischer Sicht und geben Einblick in die aktuelle Forschung zum Themenfeld Bioenergie. Der Onlinekurs Bioenergie ist als Massive Open Online Course (MOOC) konzipiert. Der englische Begriff kann am besten mit offener Onlinekurs für eine große Teilnehmerzahl übersetzt werden. Die Idee kommt aus den USA und Kanada. Dort stellte unter anderem die Stanford Universität gefilmte Vorlesungen ins Netz, um sie weltweit frei verfügbar anzubieten. Damit soll freies Lernen unabhängig von Zeit und Ort, Universitätszugehörigkeit und Ländergrenzen möglich werden. Für die Universität Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern ist es der erste MOOC. Das Besondere am MOOC ist die flexible Lernform. Die Teilnehmer entscheiden selbst, wie intensiv sie sich mit dem Thema beschäftigen möchten, ob sie eher Überblickswissen erwerben oder tiefer ins Thema einsteigen. Sie können Lernkontrollfragen beantworten, ihr Wissen in komplexeren Wochenaufgaben vertiefen, sich im Forum mit anderen Teilnehmern austauschen und die Onlinesprechstunde für Nachfragen nutzen. Neben professionell im Studio gedrehten Vorträgen stehen eine Reihe von Lehrfilmen zur Verfügung, die unter anderem die Biogasanlage im Innovations- und Bildungszentrum Hohen Luckow e.V. und die Dämmstoffverarbeitung in der Hanffaser Uckermark eG erläutern. Zusätzliche Lehrmaterialien stellte die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. zur Verfügung. Der MOOC ist im Weiterbildungsprojekt KOSMOS entstanden. Anliegen dieses Projekts ist die Gestaltung von Bildungsangeboten, die auch Zielgruppen außerhalb des Universitätsumfeldes ansprechen und Themen aus der Forschung öffentlich zugänglich machen. KOSMOS wird im Rahmen des Bund-Länderwettbewerbs Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Informationen www.offene.uni-rostock.de

Sellering begrüßt Entscheidung des Bundesrates zur Energiewende

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock11.7.2014 – Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung mit Unterstützung Mecklenburg-Vorpommerns den Weg für die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) freigemacht. „Die Energiewende ist die große nationale Aufgabe dieses Jahrzehnts. Es geht dem Bund und den Ländern bei der Neufassung des Gesetzes um zwei Ziele: Wir wollen den Ausbau der erneuerbaren Energien fortsetzen, damit wir aus der Atomkraft aussteigen können. Und der Anstieg der Strompreise soll begrenzt werden. Ich halte das Gesetz für eine gute Grundlage, um diese Ziele zu erreichen“, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering. Die heutige Entscheidung sei das Ergebnis komplizierter Verhandlungen zwischen Bund und Ländern. „Es ist nicht einfach, den Bund und sechzehn Bundesländer bei der Energiewende unter einen Hut zu bringen. Ich bin deshalb sehr froh, dass Bundesminister Gabriel die EEG-Reform nach der Bundestagswahl neu angepackt hat. Sicher hätten sich die norddeutschen Länder einen noch weitergehenden Ausbau vor allem der Windkraft vorstellen können. Ich denke aber, dass wir am Ende akzeptable Kompromisse gefunden haben“, so der Ministerpräsident. Für Mecklenburg-Vorpommern sei die Energiewende eine große wirtschaftliche Chance. „In den letzten Jahren sind in unserem Land Tausende von Arbeitsplätzen durch die erneuerbaren Energien entstanden, vor allem in der Windkraftbranche. Ich bin deshalb sehr froh, dass Investoren auf diesem Gebiet mit der heutigen Entscheidung Planungssicherheit haben“, so der Ministerpräsident. In den nächsten Monaten seien weitere wichtige Fragen der Energiewende zu klären, zum Beispiel eine gerechtere Verteilung der Netzausbaukosten.