Archiv für das Schlagwort ‘elbe

Flutungspolder Lenzerwische schützt länderübergreifend

lenzer_wische_karte

Flutungspolder Lenzer Wische, Grafikquelle: INROS LACKNER

17.3.2017 – „Hochwasser hält sich nicht an Ländergrenzen. Insofern muss der vorsorgende Hochwasserschutz auch länderübergreifend betrachtet und organisiert werden. Aus diesen Gründen hat Mecklenburg-Vorpommern ein erhebliches Interesse daran, dass bereits im Oberlauf der Elbe alles getan wird, um die Hochwassergefahren im Unterlauf zu mindern“, sagte der Minister für Umwelt und Landwirtschaft Dr. Till Backhaus heute auf der Burg Lenzen (Brandenburg) anlässlich der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung zum Projekt „Flutungspolder Lenzerwische“. Wie auch schon mit der Flutung der Havelpolder 2002 und 2013 unter Beweis gestellt wurde, sind Flutungspolder ein wirksames Mittel für die Absenkung des Hochwasserscheitels. Das ist vor allem wichtig für die Unterlieger, zu denen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zählen. Mecklenburg-Vorpommern hat mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages am 6. März 2008 die gemeinsame Verantwortung im länderübergreifenden Hochwasserschutz dokumentiert. Der Ausbau der Lenzerwische als Flutungspolder wurde als Teil des Nationalen Hochwasserschutzprogramms durch die Umweltministerkonferenz als Reaktion auf die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2013 beschlossen. Hauptziel ist es, Rückhalteräume von rund 4.400 Hektar an Elbe und Löcknitz zu schaffen, um die Unterlieger in Mecklenburg-Vorpommern – hier vor allem die Stadt Dömitz – und Niedersachsen bei extremen Hochwasserereignissen zu entlasten. Experten haben in einer Untersuchung ermittelt, dass bei einer Flutung mit der als Vorzugslösung herausgearbeiteten Variante eine Wasserspiegelabsenkung von bis zu 25 cm möglich ist. „Das mag angesichts der derzeit prognostizierten Kosten für den Bau der Flutungspolder von etwa 42 Millionen Euro gering erscheinen, aus eigener Erfahrung und in Anbetracht des Schadenspotentials allein in Mecklenburg-Vorpommern sind 25 cm jedoch viel. 2013 hatten wir in Boizenburg gerade noch 28 cm Luft bis zur Deichkrone, 25 cm mehr hätten uns ruhiger schlafen lassen“, so der Umweltminister. „Ich denke, jeder, der schon einmal bei der Hochwasserabwehr mitgewirkt hat, wird mir beipflichten, wenn ich sage, jeder Zentimeter zählt. Insofern danke ich den Brandenburger Kollegen, dass sie die Federführung für dieses Projekt übernommen haben, das für den länderübergreifenden Hochwasserschutz so wichtig ist. Ich versichere, dass Mecklenburg-Vorpommern sich solidarisch an der Finanzierung, Bereitstellung von Flächen und fachlichem Know-how sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung beteiligen wird“, sagte Backhaus abschließend.

Advertisements

Verbesserung des Hochwasserrückhalts an Havel und Spree führt zur Entlastung der Elbe

Elbe beim Hochwasser 2013 - Foto: LU M-V

Elbe beim Hochwasser 2013 – Foto: LU M-V

31.10.2015 – Am 1. November starten zwei länderübergreifende Projekte des Nationalen Hochwasserschutzprogramms, die maßgeblich zur Verbesserung des Hochwasserrückhalts an Havel und Spree beitragen sollen. Mit der Flutung der Havelpolder konnten während der Hochwasser 2002 und 2013 erhebliche Absenkungen an der Elbe erreicht und somit die flussabwärts liegenden Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern entlastet werden. Mit beiden Projekten wird das Ziel verfolgt, die Poldernutzung zu optimieren und die Kapazitäten von Havel und Spree bis in das Berliner Stadtgebiet noch besser für den Hochwasserrückhalt zu nutzen. An diesen Projekten beteiligen sich neben Brandenburg die Länder Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Berlin. Durch diese Projekte sind zum Teil bedeutende überregionale Entlastungswirkungen auch auf Mecklenburg-Vorpommern im Hochwasserfall zu erwarten. Für zwei Projekte fällt am 1. November der Startschuss. Das Vorhaben „Optimierung der Nutzung der Havelpolder“ wird im Rahmen einer Kooperation mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde untersuchen, wie die Flutung im Ereignisfall besser gesteuert und das Poldervolumen optimal genutzt werden kann. Grundlage sind aufwendige hydro-numerische 2D-Modellierungen. Eine detaillierte Auswertung der Polderflutung während des Hochwasserereignisses 2013 ist ebenfalls Gegenstand der Untersuchungen. Im Zusammenspiel mit einem zweiten Projekt, das das Land Brandenburg mit Berlin zur Verbesserung des Stauregimes an Havel und Spree durchführen wird, ist mit einer Verbesserung der Nutzung des gesamten Wasserrückhaltevolumens im Havelsystem mit etwa 345 Millionen Kubikmetern einschließlich der Polder und der Berliner Spree zu erwarten. Dies trägt im Hochwasserfall zur Entlastung u.a. von Städten wie Wittenberge, Hitzacker, Dömitz, Neu Darchau, Boizenburg und Lauenburg bei. Für das Projekt „Optimierung der Havelpolder“ werden insgesamt Finanzmittel im Umfang von rund 550.000 Euro angesetzt, wovon der Bund 60 Prozent an Fördermitteln beisteuert. Die restlichen 40 Prozent finanzieren die beteiligten Länder gemeinsam. Die erste Projektphase soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Unter dem Eindruck der schweren Hochwasser im Juni 2013 im Elbe- und Donaugebiet haben die Umweltminister von Bund und Ländern auf einer Sondersitzung am 2. September 2013 die Erarbeitung eines Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) beschlossen, vorrangig zur Gewinnung zusätzlicher Hochwasser-Rückhalteräume. Dafür stehen in diesem Jahr 20 Millionen Euro zur Verfügung. In den kommenden drei Jahren wird der Bund zusätzliche Mittel für die Umsetzung des NHWSP in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich bereitstellen. Insgesamt sind bundesweit 29 Maßnahmen zur Deichrückverlegung, 57 Maßnahmen zur gesteuerten Hochwasserrückhaltung und 16 Maßnahmen zur Beseitigung von Schwachstellen für das Programm vorgesehen.

Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe entsteht samt neuer Ausstellung

Am 16. Februar gab Minister Dr. Till Backhaus den Startschuss für den Umbau des Verwaltungssitzes für das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe in Boizenburg

Umweltminister Dr. Till Backhaus informiert im Boizenburger Rathaus über das neue Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe und die neue Outdoorausstellung „EinFlussReich“, Foto: BRA Schaalsee-Elbe Auf dem Aussichtsturm „Elwkieker“ übergibt Dr. Lutz Spandau (r.), Vorstand der Allianz Umweltstiftung, symbolisch die 150.000 €-Spende an Umweltminister Dr. Till Backhaus. Foto: BRA Schaalsee-ElbeAm 01. Februar 2015 trat das Gesetz zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe in Kraft. Damit wurde der mecklenburgische Teil des länderübergreifenden Biosphärenreservats landesrechtlich unter Schutz gestellt. Mit dem Gesetz wurde außerdem eine einheitliche Verwaltung der Unteren Naturschutzbehörde und der Naturschutzfachbehörde, dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, geschaffen. Mit 1,7 Mio. Euro Landesmittel wird das vorhandene Gebäude umgebaut. In den Räumen finden das Biosphärenreservatsamt und StALU Westmecklenburg Platz. „Damit wird die Infrastruktur für den Schutz des Elbtals weiter optimiert, damit für und in dieser einmaligen Naturlandschaft auch optimal gearbeitet werden kann“, so Umweltminister Dr. Till Backhaus in Boizenburg. Gleichzeitig entsteht mit dem Umbau des Verwaltungsgebäudes die interaktive Outdoorausstellung „EinFlussReich“, die sich mit dem Thema Hochwasser an der Elbe auseinandersetzt. Damit reiht sich der Standort Vier in Boizenburg in die Reihe der Informationszentren Pahlhuus in Zarrentin, Grenzhuus in Schlagsdorf und die Festung Dömitz ein. Diese bilden die Grundlage für das Biosphärenband Elbe-Schaalsee und locken viele Besucher an, die sich über die UNESCO Biosphärenreservate und die Region informieren können. „Denn die UNESCO Biosphärenreservate Flusslandschaft Elbe M-V und Schaalsee sind Eingangstore für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und die Metropolregion Hamburg. Es freut mich, dass wir mit den Informationszentren zentrale Anlaufstellen für die Region haben“, sagte der Minister. Das Konzept für die Ausstellung „EinFlussReich“ wurde mit der Unterstützung der DBU entwickelt und konnte viele Sponsoren überzeugen, wie auch den Förderfond der Metropolregion Hamburg, der sich an der Finanzierung des Biosphären-Pads beteiligte. Insgesamt kostet die Ausstellung 405.000 €, die mit 120.000 € aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz finanziert werden. Die Realisierung des Projekts wird von der Allianz Umweltstiftung mit 150.000 €, der Stiftung Sparkasse Mecklenburg-Schwerin mit 25.000 € und durch Herrn Claus Robert Agte mit 50.000 € unterstützt.

Kuratorium unterstützt gemeinsames Vorgehen von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zum Hochwasserschutz an der Elbe

Elbeaue bei Boizenburg_Dezember, Foto: Archiv Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Sude mit Schilfröhricht und Weichengebüsch, Foto: Archiv Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe15.12.2014 – [Jessenitz] Das Kuratorium für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das gemeinsame Vorgehen der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Unteren Mittelelbe zwischen Dömitz und Boizenburg. Es ist nach mehreren Hochwasserereignissen an der Elbe dringend erforderlich, zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu ergreifen. In einem Genehmigungsverfahren wird derzeit geprüft, ob eine Reduzierung des Bewuchses im Elbdeichvorland und das Anlegen von Flutrinnen mit geltenden naturschutzrechtlichen Bestimmungen in Einklang gebracht werden kann. Konkret sollen in einem ersten Schritt im Elbdeichvorland nahe der Sudemündung bei Boizenburg vorhandenes Gebüsch entfernt und Starkbäume ausgeästet werden. Ein funktionierender Hochwasserschutz ist für die Menschen an der Elbe von existenzieller Bedeutung. Dabei sind Eingriffe in das Ökosystem aber auch zwingend auszugleichen. Daher appelliert das Kuratorium insbesondere an Kommunen und Privatpersonen im Einzugsbereich der Elbe mit dem Hinweis, dass betroffene Flächeneigentümer dem Land Mecklenburg-Vorpommern den erforderlichen Grund und Boden für naturschutzfachliche Ersatzmaßnahmen zur Verfügung stellen. Nur im Miteinander aller betroffenen Anwohner, Flächeneigentümer und Interessenvertreter öffentlicher Belange können wiederkehrende abflussverbessernde Maßnahmen an der Elbe abgestimmt erfolgen.

Minister Dr. Backhaus: Müssen auf das nächste Hochwasser gut vorbereitet sein

Elbe im Sommer 2013 - Foto: LU M-V7.5.2014 – „Jeder Bewohner der Elberegion kann sich noch sehr gut an den letzten Sommer und dem erneuten „Jahrhunderthochwasser“ erinnern. Heute wollen wir schauen, welche Schäden behoben wurden und was noch getan werden muss, um die Menschen hier weiter schützen zu können“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, heute anlässlich der Deichschau in Boizenburg. Im Juni 2013 wurden in Boizenburg 52cm über dem Bemessungshochwasserstand gemessen. Die Gesamtschadenssumme für Deutschland beträgt nach vorläufigen Ermittlung rund 6,6 Mrd. Euro, davon allein im Elbegebiet rund 5,2 Mrd. Euro. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat daran einen Anteil von rund 8 Mio. Euro. Bund und Länder haben – ähnlich wie nach dem Hochwasser 2002 – ein „Aufbauhilfefonds Hochwasser 2013“ eingerichtet, aus dem unser Land bislang ca. 3,4 Mio. € erhalten hat. „Im vergangenen Jahr wurden aus diesen Mitteln u.a. die Beräumung der Elbedeiche von den Sandsäcken mit ca. 509.000 € finanziert, sowie bis heute ca. 1,0 Mio. € für die Beseitigung von Schäden, Deichsicherungs- und Deichfußsanierungsarbeiten ausgegeben“, stellte der Minister dar. Neben diesen umfangreichen Maßnahmen infolge des Hochwassers wurden 2013 weitere Baumaßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes begonnen. „Hier im Bereich Boizenburg sind dies die „Ufersicherung der Boize im Bereich der Küstersgärten“ und die „Sanierung des Deiches am Randkanal“, für die wir insgesamt rund 3 Mio. Euro eingeplant haben“, beschrieb Dr. Backhaus.

Momentan laufen auf Bundesebene die Verhandlungen zur Aufstellung des Finanzierungsinstruments Sonderrahmenplanes „Präventiver Hochwasserschutz“. Bei diesem Programm geht es in erster Linie um solche Maßnahmen, die überregional wirken, wie der Bau von Flutpoldern. Welchen Vorteil wir von solchen Anlagen haben können, lässt sich durch die bereits zweimal gefluteten Havelpolder in Brandenburg und Sachsen-Anhalt ablesen. „Für mich ist auch klar, dass für dieses Finanzierungsinstrument eine 70:30 Finanzierung angestrebt wird“, betonte der Minister. Als Anlieger im Unterlauf der Elbe muss dafür gesorgt werden, dass der Hochwasserabfluss möglichst schadlos das Land in Richtung Nordsee passieren kann. Auch der Zustand des Vorlandes, also der Bereich zwischen Deich und Mittelwasserprofil muss für den Hochwasserabfluss passierbar sein. Seit Beginn der 90-er Jahre hat sich der Bewuchs ungezügelt entwickelt, was auf den Abfluss insbesondere bei Hochwasser nicht ohne Wirkung bleibt. Bereits 2002 wurde errechnet, dass der Aufstau durch die Verbuschung rund 45 cm am gemessenen Wasserstand betrug. „Da wir mit dem Problem steigender Wasserstände aufgrund von zunehmendem Bewuchs und verstärkter Sedimentablagerung auf dem Vorland nicht allein sind, haben wir uns mit dem Nachbarland Niedersachsen zusammengetan, um das Problem gemeinsam zu lösen. Ende März haben wir deshalb mit dem niedersächsischen Umweltminister eine Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen, die die Erarbeitung eines Rahmenplans mit abflussverbessernden Maßnahmen zum Inhalt hat. Über diese Vereinbarung sowie die mittlerweile eingetroffene Rückendeckung der EU bin ich sehr froh“, unterstrich Dr. Backhaus.

2. Biosphäre Elbe Markt und Beginn der Sanierung des Festungsgewölbes Dömitz

27.4.2014 – Minister Dr. Till Backhaus eröffnete heute den Biosphäre Elbe Markt auf der Festung Dömitz, der nun schon zweiten Mal stattfindet und unter dem Motto „Kulinarisches genießen – Kultur & Natur erleben!“ steht. Dabei lobte der Minister die Zusammenarbeit in der Region: „Der Markt ist ein weiterer Gewinn für die Menschen von hier, die Gegend und fördert die regionalen Wirtschaftskreisläufe.“ Gleichzeitig überreichte der Minister die Fördermittel für die Erweiterung des Besucherinformationszentrums des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe M-V auf der Festung Dömitz. Dort soll die Ausstellung „Im Grunde” auf 450 m2 bis zum Frühjahr 2015 fertiggestellt werden. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Insgesamt sind Kosten von 1,9 Mio. € veranschlagt, die aus Mitteln aus des ELERs, des Landes und der Stadt sowie mit 355.000 € durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) bestehen. Im Mittelpunkt steht Erweiterung des Besucherinformationszentrums. „Dieses Projekt ist somit ein weiteres Ergebnis guter Zusammenarbeit des Landes, der DBU und der Stadt Dömitz“, erläuterte Minister Dr. Till Backhaus. Gezeigt werden im Festungsgewölbe die verschiedenen Formen der Landnutzung im Laufe der Zeit und deren Auswirkungen auf das Grundwasser, die Elbe und die Ökosysteme des Bodens. „Die Ausstellung wird genügend Denkanstöße geben, um über unser Wirken und unsere Einflüsse auf die Natur, nachzudenken und uns zu verantwortungsvollem aktiven Handeln anregen“, unterstrich Minister Dr. Backhaus. Im Fokus der Ausstellung stehen umweltbewusstes Verhalten, das Leben im Einklang mit der Natur und die Böden der Erde, als Grundlage unserer Kultur und Landschaft. In sechs Räumen werden die Themen Fluss „Elbe“, Grundwasser, Sand und Lehm sowie Bergbau und Ökosystemprozesse des Bodens behandelt.

Entdeckungsreise durch eine der beliebtesten Radreiseregionen Deutschlands

Radfahrer in Ueckermuende: Foto: TV VorpommernTMV – Ein Land für Aufsteiger: Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zeichnet Mecklenburg-Vorpommern seit 13 Jahren zu einer der drei beliebtesten Deutschen Radreiseregionen aus. Auf acht Radfern-, 21 Radrundwegen und vielen Tagestouren können Radler das Land entdecken. 2.300 Kilometer Fern- und 5.500 Kilometer Rundwege führen von der Ostsee bis zur Müritz, von der Elbe bis zum Haff, entlang der schroffen Steilküste oder durch blühende Mohnfelder. Sowohl Neuaufsteiger als auch erfahrene Pedalritter finden im Land eine passende Tour: gerade Strecken wie auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst oder hügelige Herausforderungen wie in der Mecklenburgischen Schweiz. 68 Touren sind in der Broschüre „Mit dem Rad durch den Norden“ des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern beschrieben und mit Hinweisen zu Kartenmaterial und zu Beherbergern versehen, die Radreisende gern willkommen heißen. Wer lieber eine komplett geplante Radreise machen möchte, kann auf die Touren von Anbietern wie „Radreisen Mecklenburg“ oder „Mecklenburger Radtour“ zurückgreifen. Gäste können beispielsweise eine fünftägige Rundreise durch die Mecklenburgische Seenplatte buchen oder die drei Inseln Rügen, Hiddensee und Usedom per Rad erkunden. Um ihr Gepäck brauchen sie sich dabei nicht zu sorgen, denn die Koffer werden von einem Übernachtungshotel zum anderen transportiert. Weitere Informationen: www.radreisen-mecklenburg.de; www.mecklenburger-radtour.de.

Mit Sternen geschmückt: Qualitätsradwege im Nordosten

Zwei Radfernweg im Nordosten, den Oder-Neiße-Radweg und den Radweg Berlin-Kopenhagen, hat der Allgemeine Deutschen Fahrradclub (ADFC) mit drei und vier Sternen klassifiziert. Der 630 km lange Oder-Neiße Radweg wurde mit vier von fünf Sternen ausgezeichnet. Er beginnt an der Quelle der Neiße, in der Bergwelt des tschechischen Isergebirges. Die beiden Grenzflüsse Oder und Neiße zwischen Deutschland und Polen bieten eine einzigartige Naturnähe. Auf der Zielgeraden durch Mecklenburg-Vorpommern verwöhnt der Weg seine Bezwinger mit ausgedehnten Wäldern und blühender Heide, mit kleinen Seen und lebendiger Geschichte. Den krönenden Abschluss bilden der Naturpark „Am Stettiner Haff“ und der Naturpark „Insel Usedom“ mit seinen breiten Badestränden, rustikalen Fischerdörfern und der Bäderarchitektur des Seebads Ahlbeck. Der Radfernweg Berlin-Kopenhagen wurde unter anderem aufgrund der befestigten Wegstrecken und günstiger Streckenlage bereits mehrmals mit 3 Sternen ausgezeichnet.

Der 630 Kilometer lange internationale Radweg bietet eine Mischung von Natur und Kultur. Nach dem Genuss des Hauptstadtflairs von Berlin haben Gäste viel Zeit die Seele baumeln zu lassen. Sowohl in Brandenburg als auch in Mecklenburg-Vorpommern säumen Schlösser, Herrenhäuser und Klöster den Radweg. Die Seen laden zu einer Rast und zum Baden ein. Mit dem Fahrrad über die Ostsee? Komfortable Fähren zwischen Rostock und Gedser machen es möglich. In nur zwei Stunden bringen sie fahrendes Volk zu neuen Ufern, das auf dem dänischen Festland bis ins Herz von Kopenhagen gelangt. Das Gütesiegel „ADFC-Qualitätsradroute”, weiße Sterne auf orangefarbenem Grund, wurde vom ADFC-Fachausschuss Tourismus entwickelt und basiert auf einem transparenten Kriterienkatalog. Auf normierten Tagesetappen von jeweils 50 Kilometern Länge untersucht der ADFC vor Ort Merkmale wie die Befahrbarkeit, die Oberfläche, die Wegweisung und Routenführung und die touristische Infrastruktur und bewertet Streckenteile allein aus Sicht der Radtouristen.

Von der Elb-Metropole auf Deutschlands größte Insel: Radweg Hamburg-Rügen

Der Radweg Hamburg–Rügen führt auf etwa 520 Kilometern Länge von der Elbe ins mecklenburgische Binnenland und schlägt dort auf seinem Weg auf die Insel Rügen großzügige Haken. Regelmäßig treffen Radfahrer auf Städte mit backsteingeprägten Stadtkernen und beeindruckenden Sakralbauten. Darüber hinaus liegen märchenhafte Schlösser und mehrere Klosteranlagen an der Strecke. Seen und hügelige Landschaften garantieren weite Panoramen am Weg, der darüber hinaus zu mehreren Naturparks und Biosphärenreservaten sowie zu einem Nationalpark führt. Weitere Informationen gibt es unter www.auf-nach-mv.de/radwandern, Kartenmaterial unter www.esterbauer.com.

Hering, Kreide und heilige Stätten: Themenradwege auf der Insel Rügen

Gäste, die lieber auf kürzeren Strecken unterwegs sind, können auf zahlreichen Themenwegen den Nordosten entdecken. Auf der Insel Rügen beispielsweise erkunden Radfahrer Natur, Kultur und Geschichte der Insel selbst auf vier Rundwegen: Prähistorische Gräber und Reste altertümlicher Burgwälle stehen im Mittepunkt des Themenwegs „Heilige Stätten“. Auf die Spuren der Maler, Dichter und Künstler der Romantik können sich Urlauber auf dem Themenweg „Romantisches Rügen“ begeben; beim „Silber des Meeres“ zeichnen die einzelnen Stationen den Weg des Herings und die Geschichte des Fischfangs und der Fischverarbeitung auf Rügen nach. Der Themenweg „Weißes Rügen“ führt zu den Orten, an denen die Kreide eine besondere Rolle spielt. Neben einem einheitlichen Leitsystem weisen eine Übersichtskarte und Informationsflyer für jeden Themenweg radfahrenden Gästen den Weg. Auf der Internetseite http://www.ruegenaktiv.de finden Wanderer und Radler neben einem Tourenplaner und einer interaktiven Karte mit den Routen Informationen zu Veranstaltungen, Gastronomie, Gastgebern und Sehenswertem sowie 360°-Panoramen. www.ruegenaktiv.de