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Antrittsbesuch des ungarischen Botschafters im Wirtschaftsministerium M-V

Duale Ausbildung ist Vorzeigemodell für Ungarn – wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen – Absatzmärkte erschließen

Botschafter von Ungarn10.4.2017 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Montag (10.04.) den Botschafter von Ungarn in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Péter Györkös, zu seinem Antrittsbesuch im Wirtschaftsministerium in Schwerin empfangen. „Die wirtschaftlichen Beziehungen sind insgesamt noch auf einem niedrigen Niveau und deutlich ausbaufähig. Wir wollen ausloten, wie wir die Zusammenarbeit intensivieren können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Deutsches System der dualen Ausbildung ist Vorzeigemodell

Im Mittelpunkt der Begegnung stand unter anderem auch das Thema der dualen Berufsausbildung. „Ungarn will sein Berufsbildungssystem auf ein ´duales Modell´ nach deutschem Vorbild umstellen. Ein modernes betriebliches Berufs- und Weiterbildungssystem soll dort aufgebaut werden. Es geht um die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen. Das System der dualen beruflichen Ausbildung hat sich bei uns im Land über Jahre bewährt. Umso mehr freut es mich, dass die duale Ausbildung auch im Ausland nachgefragt wird“, so Wirtschaftsminister Glawe weiter. In der Vergangenheit wurde in Ungarn überwiegend die schulische Berufsausbildung durchgeführt. Insbesondere die Niederlassungen deutscher Unternehmen wie Siemens oder Daimler Benz bilden dort bereits im dualen System aus.

Werben für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern

Ein weiterer Punkt war der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Ungarn. Wirtschaftsminister Glawe warb während des Treffens für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. „Unser Land hat sich zu einem attraktiven Standort für Investoren und Unternehmen entwickelt. Wir sind ein Land zum Leben und Arbeiten und können mit unseren Standortvorteilen wie ausgebauten Gewerbegebieten und einer modernen Infrastruktur punkten. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe und in der Gesundheitswirtschaft haben wir Potential. So ist Mecklenburg-Vorpommern zunehmend als Investitionsstandort für ausländische Unternehmen gefragt“, erläuterte Glawe. Als Beispiel für Neuansiedlungen nannte er beispielsweise das Kaffeekapselwerk Nestlé und das Medizintechnikunternehmen Ypsomed aus der Schweiz. Die Deutsche BOGENN, eine Tochterfirma der türkischen MIR Technologie Holding, produziert Rohre im Fährhafen Sassnitz auf der Insel Rügen. Die Deutsche Großwälzlager GmbH, ein Unternehmen mit russischer Beteiligung, produziert Rollen- und Kugeldrehverbindungen sowie Zahnkränze in Rostock.

Informationen zum Im- und Export zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Ungarn

Mit insgesamt 91 Millionen Euro (Summe Im- und Export) ist im Jahr 2016 ein Exportüberschuss in Höhe von sieben Millionen Euro erreicht worden. Damit lag Ungarn auf Platz 27 der Außenhandelspartner des Landes. „Hier ist noch Luft nach oben. Hier können auf deutscher und ungarischer Seite noch Absatzmärkte erschlossen werden“, sagte Glawe.

Export aus Mecklenburg-Vorpommern nach Ungarn

Im Jahr 2016 wurden aus Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von 49 Millionen Euro nach Ungarn exportiert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um rund 8,9 Prozent bedeutet. Dies stellt einen Anteil am Gesamtexport Mecklenburg-Vorpommerns in Höhe von 1 Prozent dar; Ungarn war 2016 auf Platz 26 im Länderranking der Exportpartner. Die wichtigsten Exportgüter waren Kunststoffe (15,8 Prozent), Sperrholz, Span- und Faserplatten (14,3 Prozent) sowie elektronische Bauelemente (7 Prozent).

Import aus Ungarn nach Mecklenburg-Vorpommern

Von Ungarn nach Mecklenburg-Vorpommern sind im Jahr 2016 Waren im Wert von 42 Millionen Euro importiert worden (-14,3 Prozent); das entspricht Platz 22 der Importpartner des Landes. Die wichtigsten Importgüter waren Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (11,5 Prozent), Halberzeugnisse aus Aluminium (11,3 Prozent) sowie pflanzliche Öle und Fette (11 Prozent). Begleitet wurde der Botschafter von Honorarkonsul Jörg Reimer, Geschäftsführer der VARIOVAC PS Systempack GmbH UA Zarrentin. Das Unternehmen ist Hersteller und Händler von Vakuumverpackungsvollautomaten, Verpackungssystemen, Materialien und Zubehör für die Lebensmittelindustrie und medizinische Geräte.

Bildunterschrift – Der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe (l.), empfängt den Botschafter von Ungarn in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Péter Györkös (r.), zu seinem Antrittsbesuch im Wirtschaftsministerium in Schwerin. Foto: Rainer Cordes

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Der frühe Vogel… Durchstarten in MV startet Early Bird-Aktion für den erfolgreichen Start der beruflichen Karriere – NEU: Tipps und Ansprechpartner für Studienaussteiger

Sich frühzeitig um den beruflichen Karrierestart kümmern – lieber eine abgeschlossene Berufsausbildung als ein Studium ohne Abschluss

070217_dimv_eba_pr_motiv_web_ausbildungsinteressierte_sja7.2.2017 – Die Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de) startet ab sofort die Early Bird-Aktion für den Traumberuf. „Der frühe Vogel fängt den Ausbildungsplatz. Wir machen mit der besonderen Aktion stärker auf die beruflichen Perspektiven bei uns in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam. Diese fangen beispielsweise mit einem Ausbildungsplatz für Schulabgänger oder auch Studienaussteiger an. Darüber hinaus wollen wir Unternehmer aufmerksam machen, die noch Jugendliche für ihren Betrieb suchen. Es ist wichtig sich frühzeitig um den beruflichen Karrierestart und den beruflichen Nachwuchs zu kümmern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag. Die Aktion läuft bis Ende Februar.

Schon jetzt über 170 Angebote eingestellt – Unternehmen eintragen und mitmachen

Um an der Early Bird-Aktion teilzunehmen, können bereits eingetragene Unternehmen eigenständig ihre offenen Stellen auf der Website markieren. In ihren Profilen besteht die Möglichkeit, ein Logo, ein Foto oder auch Videos hochzuladen sowie alle Informationen und Kontaktdaten zu veröffentlichen, mit denen sie potenzielle Azubis für sich gewinnen wollen. „Firmen, die bisher nicht dabei sind, können sich kostenlos und in nur fünf Minuten anmelden“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Bereits zum Start der Aktion gibt es 170 Early Bird-Angebote für einen Ausbildungsplatz. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 217 Early Bird-Angebote eingetragen, rund 150 Unternehmen haben mitgemacht, 1.225 Bewerbungsformulare wurden ausgefüllt. „Täglich werden aktuelle Early Bird-Ausbildungsangebote auch in den sozialen Netzwerken vorgestellt. Jugendliche können auf Instagram und Facebook ihren Wunschberuf posten. „Wir werben mit passenden Ausbildungsangeboten für das jeweilige Berufsbild“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Neu: Tipps für Studienaussteiger – jetzt mit einer dualen Ausbildung durchstarten

Im Rahmen der Kampagne wird nun auch besonders auf Studienaussteiger eingegangen. Sie können auf durchstarten-in-mv.de Tipps, Ansprechpartner und Informationen für eine duale Ausbildung oder ein duales Studium bekommen. Die Gründe für einen Studienausstieg können vielfältig sein. Für einige Studierende ist ein Studium zu theoretisch; oder die Studienfachwahl ist nicht die Richtige. In manchen Fällen werden Prüfungen nicht bestanden. Dann bietet die duale Berufsausbildung mit anschließenden Fortbildungsmöglichkeiten neue attraktive Chancen. „Wir brauchen sowohl die berufliche als auch die akademische Ausbildung für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Aber ich sage auch: Neue Potentiale müssen erschlossen werden. Es ist wichtig, stärker für junge Menschen zu werben, die beispielsweise ihr Studium abgebrochen haben oder die gerade Abitur machen und noch nicht wissen, was sie danach machen wollen. Lieber eine abgeschlossene Berufsausbildung als ein Studium ohne Abschluss. Eine duale Ausbildung oder ein duales Studium sind attraktive Alternativen für die berufliche Karriereplanung“, betonte Glawe. (http://durchstarten-in-mv.de/tipps-und-infos)

Ein Bewerber und drei Stellenangebote

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind 10.463 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet (aktuellster Stand Oktober 2016). Dem stehen 8.897 Bewerber gegenüber. Die Zahl der unversorgten Bewerber liegt bei 433. „Die Jugendlichen haben sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz im Land zu erhalten. Auf einen Bewerber kommen durchschnittlich drei Stellenangebote“, so Glawe. 

Über 1.300 Unternehmen mit über 3.000 Angeboten im Azubi-Atlas

Im Azubi-Atlas sind derzeit 1.364 Unternehmen mit insgesamt 3.006 Ausbildungsangeboten in 305 Berufen zu finden. „Hier haben Jugendliche die Möglichkeit, gezielt in ihren Wunschregionen nach Ausbildungsberufen, Praktika und Unternehmen zu suchen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Die Umkreissuche bietet ihnen die Chance, nicht weitab vom Wohnort einen Ausbildungsplatz zu finden. Zudem kann man auf der Website nach Branchen suchen, erfährt Details zu den einzelnen Ausbildungen und bekommt die direkten Kontaktdaten der zuständigen Ansprechpartner der Unternehmen sowie der Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern an-gezeigt. Die im Oktober 2009 gestartete Fachkräftekampagne (www.durchstarten-in-mv.de) wird vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern in MV gemeinsam durchgeführt.

Weitere Informationen gibt es auf:

www.durchstarten-in-mv.de

https://www.facebook.com/DurchstartenInMV/

https://www.instagram.com/durchstarteninmv//

https://www.youtube.com/user/DeinLandDeineChance

Gesellenfreisprechung in Stralsund

Hart dafür kämpfen, dass uns aus Brüssel niemand unsere beiden Säulen höchster Produkt- und Dienstleistungsqualität im Handwerk wegdiskutiert, unsere Duale Ausbildung und unseren Meisterbrief

Logo des Deutschen Handwerks/Wikipedia 2010Am Samstag haben 30 Auszubildende der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern nach bestandener Prüfung ihre Gesellenbriefe erhalten. „Die Jung-Gesellen sind der Beleg dafür, dass das Handwerk attraktiv und zukunftsfähig ist. Die Berufseinsteiger haben das Zeug, die Traditionen und Werte unseres Handwerks, wie Kundennähe, Regionalität, Meisterschaft, Geschick, soziale Verantwortung fortzuführen und zu pflegen. Jetzt geht es um den nächsten Schritt – den Meisterbrief. Die Entscheidung für die Premiummarke des Handwerks bietet attraktive Perspektiven für eine Karriere als Führungskraft oder selbstständiger Unternehmer. Wir werden hart dafür kämpfen, dass uns aus Brüssel niemand unsere beiden Säulen höchster Produkt- und Dienstleistungsqualität im Handwerk wegdiskutiert, unsere Duale Ausbildung und unseren Meisterbrief“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Stefan Rudolph in Stralsund.

Meisterbetriebe im Handwerk übernehmen soziale Verantwortung

Staatssekretär Rudolph sprach sich auf der Veranstaltung deutlich für den Erhalt der Dualen Ausbildung und des Meisterbriefes aus: „Der Meisterbrief ist ein absolutes Gütesiegel im Handwerk und für den Kunden auch ein Vertrauensbeweis für die Qualität der geleisteten Arbeit. Gleichzeitig übernehmen die Meisterbetriebe eine hohe soziale Verantwortung – denn der Titel befähigt dazu, ein Handwerk selbständig auszuüben und junge Menschen auszubilden.“ Jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern ist im Handwerk tä­tig. Dazu bildet das Handwerk überproportional häufig aus. Derzeit sind im Land mehr als 21.200 Handwerksbetriebe mit rund 102.000 Beschäftigten und 5.061 Auszubildenden tätig und erwirtschaften einen jährli­chen Umsatz von rund 9 Milliarden Euro. Gemes­sen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklen­burg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbs­tätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

Leidenschaft und Können sind das beste Werkzeug – Gesellenfreisprechung stand unter dem Motto des bundesweiten Tages des Handwerks

Die Gesellenfreisprechung fand anlässlich des fünften bundesweiten „Tages des Handwerks“ statt, der unter dem Motto „Leidenschaft ist das beste Werkzeug“ stand. „Das Motto passt hervorragend zu Mecklenburg-Vorpommern. Ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern lebt von der breiten Präsenz des Handwerks und der Leidenschaft der Menschen für ihren Beruf. Das Vor-Ort-Sein des Handwerks bringt nicht nur Wirtschaftsentwicklung abseits der Autobahnen, es sorgt in den ländlichen Regionen auch für gleichwertige Lebensverhältnisse der Menschen, die hier leben. Das Handwerk steht für täglich gelebte Verantwortung in unmittelbarer Nähe zum Bürger“, betonte Rudolph.

Auszeichnungen für jahrgangsbeste Absolventen und vorbildlichen Ausbildungsbetrieb

Rudolph dankte abschließend den Ausbildungsbetrieben, den hauptamtlich Lehrenden, den ehrenamtlichen Mitgliedern der Prüfungsausschüsse und der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern für ihr Engagement. Die freigesprochenen Gesellen kommen aus den Gewerken Maurer, Zimmerer, Konditoren, Dachdecker, Friseure, Maler, Bauten- und Objektbeschichter, Tischler, Raumausstatter und Anlagenmechaniker. Fünf Absolventen erhielten eine Auszeichnung als Jahrgangsbeste: Raumausstatterin Mareike Blaas von der Stoff- und Wohnkontor GmbH aus Stralsund, die beiden Anlagenmechaniker Max Ditz und Tobias Honsche von der C. Grönhagen GmbH Heizungs- und Sanitäranlagenbau aus Stralsund sowie die Konditorinnen Lisa Hagedorn von der Hotel Neptun Betriebsgesellschaft mbH aus Warnemünde und Susanne Voß von der Travel Charme Binz GmbH. Als „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“ wurde die „Rügener Konditorei“ von Petra Köhler aus Bergen benannt.

Informationen zur Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Vorpommern

Die Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern (KHS) ist eine Körper­schaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in der Hansestadt Stralsund. Sie ist organisiert in 20 Innungen mit 575 Innungsfachbetrieben, die rund 4.500 Mitarbeiter haben und etwa 900 Lehrlinge ausbilden.

30 Top Ausbildungsbetriebe in Neubrandenburg ausgezeichnet

Duale Berufsausbildung ist Jungbrunnen für unsere Volkswirtschaft

Ausbildung, Foto Joachim Kloock

Ausbildung, Foto Joachim Kloock

6.7.2015 – 30 Unternehmen der IHK zu Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern sind mit dem Titel „TOP Ausbildungsbetrieb 2015“ in der Vier-Tore-Stadt ausgezeichnet worden. „Die Auszeichnung TOP-Ausbildungsbetrieb ist verdiente Anerkennung für herausragende Ausbildung in der Region. Die Preisträger belegen, dass die Qualität der Ausbildung immer mehr bei heimischen Unternehmen im Vordergrund steht. Die besonderen Leistungen der Unternehmen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung junger Menschen, das Engagement bei der Berufsorientierung und der Fachkräfteentwicklung gehört stärker gesellschaftlich anerkannt“, sagte der Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph am Mittwoch vor Ort.

Duale Ausbildung ist Jungbrunnen für unsere Volkswirtschaft

In Mecklenburg-Vorpommern übersteigt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit das betriebliche Ausbildungsplatzangebot (9.519) deutlich die Zahl der Bewerber (7.886). Die Zahl der offenen Stellen (4.921) übersteigt deutlich die Nachfrage (3.383). „Rein rechnerisch entfallen 1,45 Angebote auf einen derzeit noch unversorgten Bewerber“, so Rudolph. Der Staatssekretär warb für das duale Ausbildungssystem. „Gerade in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem 99,5 Prozent aller Unternehmen zum Mittelstand gehören und knapp 70 Prozent aller Umsätze durch kleine und mittlere Unternehmen erwirtschaftet werden, brauchen wir die duale Berufsbildung als Jungbrunnen für die Nachwuchssicherung unserer Wirtschaft“, betonte Rudolph weiter.

Auf veränderte Arbeitswelten noch besser einstellen

Der Staatssekretär machte auch auf die veränderten gesellschaftlichen Lebenswelten aufmerksam, auf die sich Unternehmen noch besser einstellen müssen. Als Beispiel nannte er den Einfluss von social media, wodurch ganz neue Teilhabemöglichkeiten an Gesellschaftsgestaltung ermöglicht werden. „Insbesondere Jugendliche lassen mit ihrer Vielfalt an Lebenswelten schon heute erahnen, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen wird. Das hat gravierende Auswirkungen, die sich in solchen Schlagworten wie Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, flexible Arbeitszeitmodelle, Karrierechancen sowie Nachhaltigkeit spiegeln“, erläuterte Rudolph. Die Jobattraktivität ist Wettbewerbsfaktor. „Attraktivität für Jugendliche heißt dabei auch, dass sich Unternehmen neu aufstellen müssen. Auszubildende von heute sind keine homogene Masse. Differenzierte Wertsysteme, freier Zugang an Informationen, Vernetzung und vieles mehr unterscheidet die Jugend von der vor 20 oder 30 Jahren“. Die Aussicht auf Übernahme nach der Ausbildung und das berufliche Weiterkommen sind wichtig. „Nichts motiviert Jugendliche mehr als reale Chancen. Dazu gehört auch die Chance, die eigene berufliche Karriere hier im Land, in der Heimat mit dem vertrauten Familien- und Freundeskreis, zu starten und aufzubauen“, sagte Rudolph.

Perspektiven aufzeigen – Durchstarten in MV

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph warb für die mit den Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführte Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de). Aktuell präsentieren sich 1.268 Unternehmen mit 2.933 Ausbildungsmöglichkeiten in 297 Berufen im Azubi-Atlas. Der Eintrag ist für die Unternehmen kostenlos. „Wir werben weiter intensiv für eine Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Die vielfältig vorhandenen beruflichen Perspektiven werden wir gemeinsam noch besser bekannt machen“, sagte Rudolph abschließend. Die Kampagne wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der IHKs in MV unterstützt.

Liste „TOP Ausbildungsbetriebe 2015“

  1. Bundeswehr Dienstleistungszentrum – Torgelow
  2. Sparkasse Vorpommern – Greifswald
  3. Galeria Kaufhof GmbH – Filiale Neubrandenburg
  4. Sparkasse Uecker-Randow – Pasewalk
  5. Sparkasse Mecklenburg-Strelitz – Neustrelitz
  6. Das Ahlbeck Hotel & Spa; Buss & Bohlen GbR – Seebad Ahlbeck
  7. NETTO ApS & Co. KG – Stavenhagen
  8. RIEMSER Pharma GmbH – Greifswald
  9. Mecklenburger Backstuben GmbH – Waren (Müritz)
  10. Lidl Vertriebs GmbH & Co. KG – Ausbildungsfilialen der IHK-Region Neubrandenburg
  11. SMW Spezialmaschinen & Werkzeugbau GmbH & Co. KG – Neubrandenburg
  12. OBI GmbH & Co. Deutschland KG – OBI Markt Neubrandenburg
  13. Sparkasse Neubrandenburg-Demmin
  14. Seehotel Ecktannen – Waren (Müritz)
  15. Webasto Neubrandenburg GmbH – Neubrandenburg
  16. Peene-Werft GmbH & Co. KG – Wolgast
  17. Immobilien Dienstleistungsgesellschaft Neubrandenburg mbH
  18. Cargill Deutschland GmbH – Malchin
  19. Neubrandenburger Stadtwerke GmbH
  20. Energiewerke Nord GmbH Rubenow
  21. Weber Maschinenbau GmbH Neubrandenburg
  22. Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald
  23. Wohnungsbaugenossenschaft Greifswald eG
  24. DURTRACK GmbH – Möllenhagen
  25. Deutsche Telekom AG Telekom Ausbildung, Ausbildungszentrum Neubrandenburg
  26. Stadt Neubrandenburg
  27. CHEFS CULINAR Nord GmbH & Co. KG – Neubrandenburg
  28. Iberotel Fleesensee GmbH & Co. KG – Göhren-Lebbin
  29. Suiker Unie GmbH & Co. KG – Anklam
  30. EDEKA Handelsgesellschaft Nord mbH – Malchow

Duales Ausbildungssystem – Thema im Landtag in MV

Wer den Meisterbrief abschaffen will, legt die Axt an den Qualitätsabschluss Nr. 1 im Handwerk an

durchstarten_in_mv_500x10010.4.2014 – Wirtschaftsminister Glawe hat am Donnerstag für das duale Ausbildungssystem und für das Stärken der Spitzenqualifikation in Industrie, Handwerk und Handel im Landtag geworben. „Der Erfolg der dualen Ausbildung ist die Verbindung von beruflicher Praxis im Betrieb mit der Theorie in der Berufsschule. Hierdurch wird ein direkter Bezug zum betrieblichen Alltag gewährleistet. Dies erhöht die Übernahmechancen des Auszubildenden durch den Ausbildungsbetrieb. Die deutsche Berufsbildung genießt in vielen Ländern einen herausragenden Ruf, sie gilt als bewährt und wird nachgefragt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe im Landtag. Neben Deutschland praktizieren noch Österreich und die Schweiz das duale System. Viele andere Länder wie Spanien, Frankreich, Griechenland, Norwegen setzen auf die vollzeitschulische Ausbildung, die bei uns auf wenige Berufe wie z.B. die Gesundheitsberufe beschränkt ist.

Meisterbrief ist unverzichtbar für Qualifikation

Das funktionierende Kammersystem und der Meisterbrief sind Strukturelemente, die immer wieder mal innerhalb Europas und von der EU-Kommission infrage gestellt werden. „Für mich ist es geradezu paradox, dass die EU-Kommission auf der einen Seite den Krisenländern das duale Ausbildungssystem empfiehlt, gleichzeitig aber in ihren Mitgliedsstaaten den Meisterbrief als ungerechtfertigte Beschränkung und Marktzugangsschranke bezeichnet. Allen Anläufen die duale Ausbildung und die Aufbau- und Zusatzqualifikationen infrage zu stellen, muss eine klare Absage erteilt werden“, so Glawe weiter. Dies gelte ebenso für den Meisterbrief als Zusatzqualifikation. „Wer den Meister, also den `Großen Befähigungsnachweis´ abschaffen will, legt die Axt an den Qualitätsabschluss Nummer 1 im Handwerk an. Wer den Meisterbrief in Frage stellt, der stellt auch die Qualität der Ausbildung und letztendlich das duale System in Frage“, so Glawe weiter.

Mehr Zuzüge als Fortzüge bei jungen Menschen

Das duale System ist auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung. „Eine gute Ausbildung erhöht die Chance, dass junge Menschen im Anschluss daran bei uns in Mecklenburg-Vorpommern bleiben und sich eine berufliche Zukunft aufbauen“, sagte Glawe. Die Abwanderung junger Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern hat sich deutlich verringert: Der Wanderungssaldo in der ausbildungsrelevanten Altersgruppe 15 bis 20 Jahre betrug nach Angaben des Statistischen Amtes im Jahr 2000 minus 1845 und im Jahr 2005 noch minus 1332. Im Jahr 2012 lag der Saldo bei plus 178. „Wir haben mittlerweile mehr Zuzüge als Fortzüge in dieser Altersgruppe. Eine positive Entwicklung. Aber: Über Jahrzehnte geprägte Meinungen über die Berufschancen lassen sich nur langsam durch stetes Aufzeigen von Möglichkeiten, Perspektiven und Erfolgsgeschichten ändern“, sagte Glawe. Deshalb informiert die Fachkräftekampagne des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de) seit 2009 über die vielfältigen Ausbildungsangebote der Unternehmen im Land. Der gesamte Text ist unter http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/wm/index.jsp?pid=71957  zu lesen.