Umwelt/Natur

Zentrale Waldbrandüberwachungsstelle feierlich in Betrieb genommen

Waldbrand-Logo25.4.2014 – Die klassische Überwachung der waldbrandgefährdeten Gebiete erfolgte bis 2003 durch Waldarbeiter von den bekannten Feuerwachtürmen und wurde schrittweise durch eine moderne Waldbrandzentrale ersetzt. Diese wurde heute durch Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mirow, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, eingeweiht. „Bei ausgelöster Waldbrandwarnstufe mussten die Mitarbeiter früher auf die Türme. Dabei war dieser Arbeitsplatz selber oft schweißtreibend und man musste schwindelfrei sein. Nun können sie in Mirow über nahezu 100 % der besonders gefährdeten Flächen unseres Landeswaldes überwachen“, unterstrich der Minister. So wurden insgesamt vier Überwachungsgebiete, die aufgrund von Waldbestand und jährlichen Niederschlagsmengen besonders gefährdet sind, mit 21 hochauflösenden 360-Grad-Kameras mit Raucherkennungsmodulen ausgestattet. „Die Bilder der Kamera werden permanent durch die Raucherkennungssoftware geprüft. Bei Erkennung von Rauch kommt es zu einer automatischen Alarmierung des Rechners der Waldbrandzentrale. Der zuständige Mitarbeiter verifiziert diese Meldung über das Bildmaterial und löst bei Bestätigung die Alarmierung der Rettungsleitstelle aus“, erklärte Dr. Backhaus. Der entsprechende Mitarbeiter scheidet vorab Fehlmeldungen aus: z. B. verursacht durch aufsteigende Staubwolken bei der Bestellung eines Ackers oder Hitzeflimmern in der Luft oder Spiegelung einer Wasseroberfläche, Schlag eines Windrades,…) aus. Insgesamt werden durch das System knapp 280.000 ha Wald der Waldfläche des Landes M-V überwacht. Nach über einjähriger Vorbereitungs- und Konzeptionsphase wurde 2013 binnen eines halben Jahres mit einem finanziellen Aufwand von rund 290 Tausend Euro die serverbasierende Waldbrandzentrale geschaffen. Dabei fand eine ELER-Förderung in Höhe von knapp fast 245 Tausend Euro statt.

Im Jahr 2013 gab es landesweit 16 Waldbrände, die eine Waldfläche von 1,7 ha zerstört haben. „Mit ungutem Gefühl erinnere ich mich aber auch an 1996. In jenem Jahr gab es 153 Waldbrände, die über 143 Hektar Wald in Mitleidenschaft gezogen haben. Das möchte ich nie wieder erleben. Daher ist das Beste, wenn erst gar nicht Brände entstehen“, mahnte der Minister. Was kann also jedermann tun, um Waldbrände zu vermeiden?

  • Im und am Wald (Mindestabstand 50m) darf kein Feuer entzündet werden.
  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto!
  • Aus betrieblichen Gründen anzulegende Feuer, im oder am Wald, sind bei der Forstbehörde und der Feuerwehrleitstelle mindestens 24 Stunden vorher anzuzeigen; Brandschutzauflagen ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Das Befahren von nichtöffentlichen Waldwegen und das Parken von Fahrzeugen auf Waldwegen und trockenen Wiesen sind zu unterlassen.
  • Beim Bemerken von Bränden in Wäldern, Heideflächen und auch Mooren sollte jeder Bürger für eine schnellstmögliche Alarmierung von Feuerwehr (Notruf 112) oder Polizei (Notruf 110) sorgen.

Wildhasenbestand bleibt weiter stabil

Feldhase - Foto: ©Matauw–Fotolia.com15.4.2014 – Ostern ist ein Fest vieler Rituale. Daher steht, sobald der Ostersonntag in Sichtweite ist, auch immer wieder die Frage im Raum, wie es um den Feldhasen steht. Festzuhalten bleibt, dass die Bestände in M-V auf niedrigem aber leicht steigendem Niveau liegen. Ein Grund für diesen Trend liegt im diesjährigen milden Winter, der sich positiv auf die Population ausgewirkt hat. Diese leichte Erholung ist hervorzuheben, da der Hasenbestand seit den 1960er Jahren in ganz Europa unter Druck steht. In Deutschland wird der Feldhase in der Roten Liste als „gefährdet“ aufgeführt. Hier leben im Durchschnitt 12 Hasen pro 100 Hektar, wobei sich die niedrigsten Bestände vor allem in den Neuen Bundesländern befinden. In unserem Bundesland liegen die mittleren Bestände bei fünf bis sechs Hasen pro 100 Hektar landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzter Fläche. Laut Hochrechnung leben hier somit ca. 100.000 Feldhasen. Erfreulich ist allerdings der insgesamt positive Zuwachs, der seit 1996 verzeichnet wird und für eine Stabilisierung der Bestände sorgt. Neben natürlichen Feinden (z.B. Greifvögel und Füchse) haben die Landwirtschaft und der Straßenverkehr einen großen Einfluss auf die Bestände. Der Feldhase (eine von ca. 80 hasenartigen Arten) lebt vorrangig auf Feldern, Wiesen und Waldrändern. Die Landwirtschaft kann somit den Hasenbestand positiv beeinflussen. Das fängt bei der Reduzierung von Monokulturen an und hört beim sorgsamen Einsatz von Erntemaschinen auf. Positiv wirkt sich zum Beispiel aus, dass sich seit 2011 die Anbaufläche von Mais in M-V verringert hat. Wurden 2011 noch 161.000 ha mit Mais bewirtschaftet waren es 2012 nur noch 142.000 ha. Auch die von der Landesregierung geförderten Ackerschonstreifen (Link) oder die Bewirtschaftung im Sinne des ökologischen Landbaus erhöhen die Biodiversität und stärken damit den Lebensraum der Hasen. Als Fleisch- und Felllieferanten wurden Hasen während der gesamten Menschheitsgeschichte bejagt. Heute verlieren sie in der Bejagung zumindest in M-V mit ca. 1000 Hasen pro Jahr zunehmend an Bedeutung (1972 noch ca. 6.000, 2011 noch 1.230 Stück). Im Vergleich sind dies 0,32 % aller erlegten Feldhasen in Deutschland (ca. 315.000). Übrigens sind aufgrund der späten Feiertage im letzten Jahr dieses Ostern die Hasen bereits mit der Aufzucht der Jungtiere beschäftigt.

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beginnt im Mai

Foto/Quelle: LAGuS11.4.2014 – Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten im Mai mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beginnen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Beratung von Vertretern des Landkreises Ludwigslust-Parchim, des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, der Landesforstanstalt, des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, der Straßenmeisterei Schwerin und des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Bereits in einer vorhergegangenen Beratung war ausgehend von der Befallssituation der Eichen festgestellt worden, dass auch in diesem Jahr zum Schutz der Gesundheit der Menschen eine Bekämpfung erforderlich ist. In der Beratung wurde der erreichte Stand der Vorbereitung der Bekämpfungsmaßnahmen im Jahr 2014 analysiert und die erforderlichen weiteren Schritte vereinbart. Gegenwärtig werden die abschließenden Arbeiten zur Kartierung des befallenen Areals und zur Festlegung der Flächen, auf denen Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich sind, durchgeführt. Dabei werden Belange des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt. Soweit möglich soll die Bekämpfung durch Ausbringung des Biozids Foray-ES per Hubschrauber erfolgen. Ausgehend von einer detaillierten Erfassung der befallenen Flächen werden die Bekämpfungsmaßnahmen durch das Land, den Landkreis, die Ämter und Gemeinden im Rahmen der jeweiligen Verantwortung finanziert werden. Der Eichenprozessionsspinner ist in Süd- und Mitteleuropa weit verbreitet. Er tritt in lichten Eichenwäldern, Eichenalleen sowie Einzeleichen in Parkanlagen auf. Die Raupe des Eichen-prozessionsspinners bildet ab der dritten Häutung – etwa Mitte Juni – Millionen von feinen Nesselhaaren aus, von denen eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen ausgehen kann. Diese sind brüchig, innen hohl, mit Widerhaken versehen und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Sie brechen leicht ab und können bis zu 100 m weit mit dem Wind verbreitet werden. Die sich im Unterholz sowie im Bodenbewuchs anreichernden Raupenhaare können bis zu einem Jahr für den Menschen gefährlich bleiben, Kleidung und Schuhe kontaminieren und allergische Reaktionen auslösen.

Seen und Wälder sind Markenzeichen von M-V: Baumpflanzaktion mit Anglern

Logo Waldaktie5.4.2014 – Heute, am Tag der Gewässerpflege, nimmt Dr. Till Backhaus im Großraum Neustrelitz, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, an einer Baumpflanzaktion des Landesanglerverbandes teil: „Für das Angeln benötigt man sauberes Wasser und eine intakte Natur. Bäume sind wunderbare Pflanzen, um beides zu erreichen.“ Angeln bietet eine besondere Möglichkeit zum Entspannen, dem Alltag zu entfliehen und die Natur und die Ruhe auf sich wirken zu lassen. Doch die Angelgewässer gilt es auch zu pflegen. „Deshalb schätze ich Ihr Engagement sehr. Denn Ufergehölze sind Lebensräume und bieten Unterstände und Rückzugsräume für Fische sowie Brutplätze für Vögel. Sie sind Nahrungsgrundlage für viele Insekten, Fische, Amphibien sowie Reptilien und andere Tiere, durch ihren Laubeintrag ins Gewässer“, so der Minister. Angesichts des jüngst veröffentlichten IPCC-Weltklimaberichts unterstrich Dr. Backhaus, dass auch jede kleine Aktion, die der Natur zur Gute kommt, ein Gewinn für die Allgemeinheit ist. „Wasser und Bäume haben ein Gedächtnis. An ihrem Zustand kann man sehen, wie es um die Umwelt bestellt ist. Sie leisten mit dieser Baumpflanzung am heutigen Tage einen großen Beitrag“, betonte Dr. Backhaus. „In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die in Mecklenburg-Vorpommern entwickelten MoorFutures und der Waldaktie hinweisen. Durch die beiden Angebote kann Jeder freiwillig seinen Beitrag für die Umwelt und das Klima leisten“, erklärte Dr. Backhaus. Und nicht allein der Klimaschutz profitiert davon, Moore und Wälder sind außerdem wichtige Lebensräume und erhöhen die Wasserqualität. Mittlerweile konnten in Mecklenburg-Vorpommern etwa 53.000 Waldaktien (Link) und 9.500 MoorFutures (Link) verkauft werden.

Hintergrund: M-V ist ein mit über 2000 Seen auf über 73.000 ha Wasserfläche ein Anglerparadies. Dazu kommen 18.000 km Fließgewässer und unsere wunderschöne über 1.900 km lange Küste. Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern hat knapp 43.000 Mitglieder und ist ein anerkannter Naturschutzverband.

Bleifreie Jagd ab 01. April 2014 auf allen Landesflächen

Jagd - King Henry and Anne Boleyn Deer shooting in Windsor Forest, Bild ist gemeinfrei.22.3.2014 – Seit 10 Jahren besteht der Arbeitskreis der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in M-V. Mit 210 Mitgliedern, davon 167 Jagdgenossenschaften und 39 Eigenjagdbesitzer, sind sie mit einer Fläche von 214.000 ha, also 11 % der Jagdfläche, in M-V vertreten. „Durch die Jagd wird die Lebensgrundlage für artenreiches und gesundes Wild erhalten. Aus diesem Grunde ist es besonders wichtig, die Achtung gegenüber dem Wild zu wahren und sich sittlich sowie moralisch und weidgerecht zu verhalten. Nur so können wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Jagd verstetigen“, hielt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz heute auf der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises fest. Ein weiteres Thema war die Verwendung bleihaltiger Geschosse für die Jagd. „Wir stehen hier vor der großen Frage, ob es verantwortbar und notwendig ist weiterhin bleihaltige Munition zu verwenden, da Blei schon in geringsten Mengen schädlich sein kann. Dies ist nicht nur eine Frage des Naturschutz sondern auch des Verbraucherschutzes“, sagte der Minister. Untersuchungen von bleifreien Geschossen haben gezeigt, dass sie jagdtauglich sind. Daher stehen die Munitions- und Waffenhersteller in der Verantwortung, sichere und effektive Munition zu garantieren. „Wir sind daher so weit, dass in M-V ab dem 01.04.2014 die Verwendung bleihaltiger Jagdgeschosse in den Verwaltungsbezirken der Landesforst nicht mehr gestattet ist. Natürlich hätte ich mir eine bundeseinheitliche Regelung gewünscht“, so der Minister. Damit reiht sich die Forstverwaltung des Landes in die Liste der Mehrzahl der Bundesländer ein, die bereits auf die Verwendung bleifreier Munition umgestellt haben. Darüber hinaus wurde die Übernahme des Wolfs in das Jagdrecht besprochen. Es gibt zwar immer wieder Vorfälle, doch freilaufende Hunde stellen oft ein größeres Problem dar. „Der Wolf untersteht sehr strengen internationalen Schutznormen, so dass bei einer Überführung der Wolf ganzjährig geschont werden würde. Daher sind die vom Land geförderten Präventionsmaßnahmen wesentlich sinnvoller. Außerdem kommt rein rechnerisch ein Wolf in M-V auf über 4.600 km2. Das ist knapp das Doppelte des Saarlandes und zeigt, dass eine sachliche Diskussion angebracht ist“, unterstrich Dr. Backhaus.

Start Waldbrandsaison 2014: Bundesweit harmonisierte Waldbrandwarnungen

Kiefernwald mit Blaubeerpflanzen, Quelle/Foto:  Hajotthu aus der deutschsprachigen Wikipedia 10.3.2014 – In der besonders waldbrandgefährdeten Zeit vom 1. März bis 30. September wird die Waldbrandgefahr anhand verschiedener Witterungsparameter berechnet und bisher in sogenannten Waldbrandwarnstufen (Stufe 0 bis 4) zum Ausdruck gebracht. Hier gab es bisher Unterschiede zwischen den Bundesländern. Mit Start der Waldbrandsaison 2014 hat auch Mecklenburg-Vorpommern das neue bundeseinheitliche System der Waldbrandgefahrenstufen eingeführt. Die Waldbrandgefahr wird nun in allen Bundesländern in Form genannter Waldbrandgefahrenstufen von 1 bis 5 an die internationale Skalierung angepasst. Dabei wird die Bedeutung der einzelnen Gefahrenstufen im Wesentlichen beibehalten, d. h. die jetzt niedrigste Waldbrandgefahrenstufe 1 bedeutet „sehr geringe Waldbrandgefahr“ und die höchste Stufe 5 „sehr hohe Waldbrandgefahr“. Die Änderung der Skala von Stufe „0 bis 4“ auf Stufe „1 bis 5“ dient so der harmonisierten Waldbrandwarnung über die Grenzen der Bundesländer hinweg. Die Zeiten der Verwirrung sind vorbei, in denen Niedersachsen die Stufe 5 im Amt Neuhaus auswies und im angrenzenden Landkreis Ludwigslust-Parchim „nur“ die Stufe 4 festgesetzt wurde, obwohl das gleiche regionale Risiko vorlag und auch gemeint war. Die Waldbrandgefahrenstufen werden durch 9 so genannte Leitforstämtern für den Waldbrandschutz regional festgesetzt und bekannt gemacht. Ab Gefahrenstufe 2 wird über gestaffelte Maßnahmen zur Waldbrandüberwachung und –vorbeugung entschieden. Dies sind vor allem Aktivierung von Bereitschaftsdiensten, Betrieb der automatischen Waldbrandfrüherkennungssysteme oder die Sperrung von Waldgebieten. Sowohl Forstbehörden, amtliche und ehrenamtliche Brandschutzorgane als auch Waldbesitzer und -besucher können sich so gut auf die jeweilige Waldbrandgefahr einstellen. Das trockene und relativ milde Frühlingswetter hat regional bereits zur Festsetzung der Gefahrenstufe 2 geführt. Waldbrände sind bisher nicht aufgetreten. Im vergangenen Jahr ist es zu 18 Waldbränden gekommen, die rund 2 ha Wald schädigten. Seit 1990 kam es nur im Jahr 2007 mit 17 Bränden zu noch weniger Bränden. Besonders erfreulich ist die geringe Fläche pro Brand (0,11 ha/Brand). Dieses ist ein sicheres Zeichen für eine schnelle Branderkennung, Alarmierung und Aufnahme der Bekämpfung durch eine gute Zusammenarbeit der Forst mit den Leitstellen und Feuerwehren im Land. Vollständiger Text unter http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/lm/index.jsp?pid=69483

Angler zeigen viel ehrenamtliches Engagement

Angeln, Foto: Joachim Kloock8.3.2014„Mit knapp 43.000 Mitgliedern ist der Landesanglerverband in M-V nach dem Kleingarten- und dem Fußballverband die drittgrößte Interessenvertretung. Daher freut es mich, dass sich der Landesanglerverband bei der Neufassung des in 2013 verabschiedeten Fischereigesetzes beteiligt hatte“, sagte heute Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, anlässlich eines Treffens mit dem Präsidiums des Landesanglerverband. „Im gewässerreichsten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit über 2000 Seen auf über 730 km² ist das Angeln eine wunderbare Möglichkeit, junge Menschen mit der Natur vertraut zu machen. Hier kann das Bewusstsein im Umgang mit der Natur sensibilisiert werden“, erklärte der Minister. So wurden zum Beispiel zusammen mit dem Landesanglerverband alleine 2013 Besatzmaßnahmen in Höhe von 210.000 € im Jahr 2013 durchgeführt, um die Artenvielfalt in den Gewässern zu erhalten. „Dies geschieht oft im Ehrenamt. Dafür gilt mein Dank“, unterstrich Dr. Backhaus. Neben der ökologischen Bedeutung gewinnt auch die ökonomische Kraft der Angler zunehmend an Bedeutung. Für Deutschland insgesamt nimmt die Branche des Angelsports einen hohen wirtschaftlichen Faktor ein. So wird der jährliche Umsatz aller Sport- und Freizeitfischerunternehmen auf ca. 6,5 Milliarden EURO geschätzt. Darüber hinaus sind mehr als 52.000 Menschen in dem Gewerbe Sport- und Freizeitfischerei tätig. In diesem Zusammenhang sagte der Minister: „Insbesondere beim Touristenfischereischein, wie auch bei den Jahresangelberechtigungen ist ein Anstieg zu verzeichnen. Im letzten Jahr wurden über 116.000 Angelerlaubnisse für die Küstengewässer herausgegeben. Das sind fast 4 % mehr als im Vorjahr. Diese zahlen zeigen, dass wir auf einem richtigen Weg sind.“

Logo „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ ab sofort nutzbar

Logo UNESCO-Weltnaturerbestätte Buchenwälder6.3.2014 – Minister Dr. Till Backhaus gibt heute den Startschuss für die Nutzung des Logos der UNESCO-Weltnaturerbestätten „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ für eine breite Anzahl von Partnern (staatliche und nichtstaatliche Organisationen, Gewerbetreibende, Privatpersonen, Gastronomie, Tourismus) in den zwei Welterberegionen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Logo soll die Weltnaturerbstätte einheitlich und grenzübergreifend in allen 15 Teilgebieten, die sich in der Ukraine (6), Slowakei (4) und Deutschland (5) befinden, kommunizieren und positive öffentliche Effekte erzielen. Im Gegensatz zum offiziellen UNESCO-Logo für diese Welterbestätte, das nur von den dafür zuständigen Behörden und Institutionen für nicht kommerzielle Zwecke genutzt werden darf, kann dieses Logo auch mit kommerziellen Absichten, z. B. für die Tourismuswerbung, Merchandising-Produkte u. ä. eingesetzt werden, wenn diese mit der Weltnaturerbe­stätte in Verbindung stehen und positive Aktivitäten im Sinne der Welterbestätte fördern. Die Logovergabe ist an bestimmte Regeln gebunden und erfolgt auf Antrag durch die zwei Nationalparkämter in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Anerkennung unserer zwei Buchenwaldgebiete im Nationalpark Jasmund und im Serrahnteil des Müritz-Nationalparks als Weltnaturerbe war ein großer Erfolg für die zwei betroffenen Regionen und das Land Mecklenburg-Vorpommern. Selten habe ich so einhellige positive Resonanz und Zustimmung erfahren. Die exklusive Marke UNESCO-Welterbe bietet einmalige Chancen für die Imagewerbung und die touristische Präsentation. Mit dem Logo werden diese Vorteilswirkungen nun auch für die Tourismuswirtschaft und das Gewerbe vielfältig nutzbar“ so Minister Dr. Backhaus.

Panikmache und Populismus helfen beim Wolfs-Management nicht

Wolf, Foto: Joachim Kloock21.2.2014 – „Der Wolf gehört zu den international am strengsten geschützten Arten und ist ein gutes Zeichen für die hiesige Artenvielfalt. Wenn einige nun für eine Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht plädieren, weil angeblich zu viele Wölfe hier leben, dann frage ich mich, ob die Konsequenzen wohl bedacht sind. Sachlichkeit hilft hier mehr als Panikmache. Durch die landesrechtliche Überführung des Wolfes in das Jagdrecht würde sich an dem Schutzstatus und der Einhaltung der EU-rechtlichen Vorgaben nichts ändern. Zusätzlich entstünden jedoch höherer Aufwand und höheren Kosten“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz im Zusammenhang mit aktuellen Rissvorfällen. Indes wurden am 4. Februar 2014 auf einer Weide in der Nähe von Ludwigslust gerissene Schafe gefunden. Durch die Tierhalter wurden Hunde als Verursacher vermutet. Die später eingeschalteten Rissgutachter des Landes Mecklenburg-Vorpommern konnten nach einer Untersuchung der Schafe einen Wolf als Verursacher jedoch nicht ausschließen. Dies hat eine erste genetische Analyse nun bestätigt. Die betroffenen Tierhalter werden aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensations­zahlungen für die gerissenen Schafe erhalten. In der Nacht zum 19. Februar kam es in der Herde erneut zu einem Riss eines Schafes. Auch hier kommt ein Wolf in Betracht, allerdings muss die genetische Analyse abgewartet werden. Ein Schafsriss aus dem vergangenen Sommer südlich der Göhrener Tannen konnte erst jetzt durch genetische Analysen nachträglich einem Wolf zugeordnet werden. Ursprünglich wurde von einem Hund als Verursacher ausgegangen. Möglicherweise handelte es sich um einen durchziehenden Wolf auf der Suche nach einem geeigneten Territorium. „Die Schaf- und Ziegenhalter in der Region sollten diese Meldung zum Anlass nehmen, ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz zu überprüfen“, so der Minister weiter. Informationen zum Wolf in Mecklenburg-Vorpommern und zur Förderrichtlinie Wolf finden sich unter www.wolf-mv.de oder auf der Seite des LUNG www.lung.mv-regierung.de unter Naturschutz/Artenschutz/ Wolf.

Internetportale des Landes als Informationsquelle für den Hochwasserschutz

Ostseeküste vor Warnemünde, Foto: Martina Wichor 15.1.2014 – „Mit der Veröffentlichung der Gefahren- und Risikokarten sowie des Pegelportals besteht jetzt für alle Bürgerinnen und Bürger und alle interessierten Dienststellen die Möglichkeit, sich über bestehende Hochwassergefahren und Hochwasserrisiken an den Fließgewässern und den Küstengewässern in den Risikogebieten des Landes zu informieren“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre an der Elbe, zuletzt im Juni 2013 mit Wasserständen von zum Teil 52 cm über dem Bemessungsstand, sowie in weiten Teilen des Landes während des Sommerhochwassers 2011, haben nochmals verdeutlicht, dass aktuelle Hochwasserkarten sowie aktuelle Informationen zu Wasserständen die Grundlagen für den vorsorgenden und operativen Hochwasserschutz bilden. Deshalb stehen nun Hochwassergefahren- und –risikokarten unter www.lu.regierung-mv.de/hwrm sowie aktuelle Wasserstände unter www.pegelportal-mv.de für jedermann zur Verfügung. „So kann sich nun jede Person, jedes Unternehmen oder jede Behörde ein Bild davon machen, wie sich verschiedene Wasserstände auswirken könnten“, so der Minister. Mit der Veröffentlichung von Gefahren- und Risikokarten besteht jetzt die Möglichkeit, sich über bestehende Hochwassergefahren und Hochwasserrisiken an den Fließgewässern und den Küstengewässern des Landes zu informieren.

Die Hochwassergefahrenkarten zeigen dabei, welche Flächen bei bestimmten Hochwasserereignissen überflutet werden. Die Hochwasserrisikokarten zeigen, welche nachteiligen Auswirkungen dies für die Schutzgüter menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeit haben kann. „In der Fläche sind in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt rd. 410 km² als Risikogebiete ausgewiesen, für diese Gebiete werden bis Ende 2015 entsprechende Hochwasserrisikomanagementpläne erstellt. Mit den Karten können wir nun auch für den sogenannten „worst case“ – also dem schlimmsten anzunehmenden Fall – Handlungsempfehlungen ableiten“, stellte Dr. Backhaus dar Außerdem werden ab heute auf der Webseite www.pegelportal-mv.deInformationen über die aktuellen Wasserstände und Durchflüsse an Landesgewässern bereit gestellt, so dass sich die Bürgerinnen und Bürger schnell und einfach über die aktuelle hydrologische Situation im Land informieren können. Auf der Seite werden rund 30 landeseigene- sowie über 50 Pegel der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in einem Portal gemeinsam dargestellt. Die Seite ermöglicht außerdem den direkten Zugriff auf Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Sturmflutwarnungen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt, somit muss unser Ziel sein, insbesondere im Rahmen der jetzt beginnenden Hochwasserrisikomanagementplanung, dafür Sorge zu tragen, bestmöglich vorbereitet zu sein. Mit den heute vorgestellten Instrumenten können wir uns besser auf die Eventualereignisse einstellen“, unterstrich der Dr. Backhaus.

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Minister Backhaus: ELER-Mittel bis 2020 machen ländliche Räume zukunftsfähig

Auf dem Feld in Berendshagen, Foto: Joachim KloockKavelstorf, Foto: Joachim Kloock Umgebung von Barth, Foto: Joachim Kloock10.12.2013 – Überaus zufrieden zeigt sich Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, mit den Finanzmitteln, die dem Bundesland nach dem Beschluss zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) in Brüssel und der Agrarministerkonferenz im November in der kommenden Förderperiode von 2014 bis 2020 zur Verfügung stehen sollen: „Wir werden insgesamt 937 Mio. Euro zur Verfügung haben. Nach den ersten Ansätzen von EU und Bundesregierung hatten wir noch mit ca. 800 Mio. Euro gerechnet. Aber wir haben im Bund gut verhandelt und können nun die Aufgaben besser umsetzen, die durch die demografischen Entwicklungen in den ländlichen Räumen sowie durch den steigenden Handlungsbedarf im Natur-, Umwelt- und Tierschutz sowie einer zukunftsorientierten ländlichen Entwicklung entstehen.“ Der Einsatz der Mittel in M-V wird in diesen Wochen mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern diskutiert. Der Minister schlägt u. a. vor, die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen darunter der Ökolandbau noch einmal zu erhöhen – von 237 Mio. Euro in der alten Förderperiode auf 243 Mio. Euro plus 78 Mio. Euro reine Umschichtungsmittel aus der ersten Säule. „Das macht in der Summe 321 Mio. Euro für Umwelt und Landwirtschaft!“, so der Minister. Ziel der Landesregierung ist es, bis 2020 den Ökolandbau auf 150.000 ha auszudehnen. So erhalten künftig Neueinsteiger für jeden ha Acker- und Grünland 210 Euro (vorher 150 Euro). Auch Beibehalter der ökologischen Wirtschafsweise können mit mehr Geld rechnen: Statt 150 Euro gibt es 180 Euro je ha Acker- oder Grünland.

Außerdem soll ein „Baukastensystem“ bei der Bewirtschaftung von Grünlandflächen eingesetzt werden. Die zu kombinierenden Varianten reichen vom kompletten Verzicht auf mineralische Stickstoffdüngung und der Einhaltung eines Viehbesatzes von mindestens 0,3 GVE/ha über den zeitweisen Verzicht auf Pflegemaßnahmen, Mähen, Nachsäen oder die Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger bis hin zur Reduzierung der Beweidungsdichte. Durch die Förderauflage zum Anbau von mindestens fünf verschiedenen Hauptfruchtarten in Kombination mit dem Anbau von Leguminosen (mindestens 10%) werden besonders nachhaltige Produktionsverfahren – auch im Sinne einer stärkeren Kreislaufwirtschaft – gefördert. Minister Backhaus: „Die fortgesetzte Zunahme einseitiger Fruchtfolgen erfordert den intensiven Einsatz von mineralischen Düngemitteln und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, damit zu höheren Einträgen in Boden, Gewässer und Luft. Mit der Maßnahme setzen wir ein klares politisches Signal für eine vielfältige Landbewirtschaftung, die wir mit insgesamt 33 Mio. Euro fördern wollen.“ Mecklenburg-Vorpommern hatte auch einen Sonderbonus für großkörnige Leguminosen im Rahmen GAP gefordert, der nun möglich ist. Dr. Backhaus: „So können wir über die AUM gezielt die Eiweißstrategie von Bund und Ländern unterstützen. Außerdem regen wir mit dieser Maßnahme viehaltende Betriebe an, bei Ackerfutter statt Mais auch Alternativen wie Klee- oder Ackergras zu nutzen.“

Zu den Maßnahmen zum Gewässer- und Bodenschutz, die mit insgesamt 21 Mio. € unterstützt werden sollen, gehört das umweltschonende Anlegen von Drainteichen, um die Schadstoffbelastung der Böden zu mindern. Außerdem sollen die Mittel für den Hochwasserschutz im Binnenland von jetzt 4 Mio. auf 45 Mio. Euro ab 2014 mehr als verzehnfacht werden. „Dies ist gerade in Anbetracht des Elbe-Hochwasser in diesem Jahr ein deutliches Signal an die Bürgerinnen und Bürger“, sagt der Minister. Besonders am Herzen liegen Dr. Backhaus die „Basisdienstleistungen“, die in den Gemeinden des Landes unverzichtbar für die Daseinsfürsorge sind. Hier sollen mit 66,5 Mio. Euro (vorher 28,1 Mio. Euro) mehr als doppelt so viel Geld eingeplant werden. Auch die Mittel für die im Koalitionsvertrag geforderte bessere Breitbandversorgung im ländlichen Raum werden auf 10 Mio. Euro (vorher 7 Mio. Euro) aufgestockt. „Für die neue Förderperiode haben wir auch neue Ansätze“, so der Minister und nennt die Starthilfe für Junglandwirte, für die 2,4 Mio. Euro eingeplant sind, die landwirtschaftliche Beratung, die auch den Ökobauern zugute kommt, sowie mit 20 Mio. Euro die Innovationsförderung.

Notwendige Neuregelungen zur Ausübung der küstennahen Fischerei

Angeln in Warnemünde, Foto: Joachim Kloock29.11.2013 – Das Angeln in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 2012 wurde mit dem Verkauf von insgesamt 128.589 Küstenangelkarten ein neuer Rekord aufgestellt. „Die wachsende Zahl von Anglern geht auch darauf zurück, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern als Inhaber des selbständigen Fischereirechts gute Voraussetzungen für das Handangeln geschaffen hat“, so Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Dazu zählen die jährlichen Besatzmaßnahmen an Meerforellen ebenso wie die moderaten Gebühren für die Küstenangelkarten. „Nun zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass es gerade in Küstennähe zunehmend Konflikte zwischen Brandungsanglern, Stellnetzfischern und Bootsanglern gibt. Diese Situation macht es erforderlich, hier sowohl die Ausübung der Stellnetzfischerei als auch den Fischfang mit der Handangel angemessen neu zu regeln.“ Gemeinsam mit dem Landesverband der Kutter- und Küstenfischer und dem Landesanglerverband hat sich der Minister auf die Untersagung der Stellnetzfischerei durch die Berufsfischer in bestimmten Küstenabschnitten bis auf einen Abstand von 200 Metern zur Küstenlinie verständigt. Damit wird den Brandungsanglern in von ihnen bevorzugten Bereichen an ca. 16 % der Ostseeküste des Landes ganzjährig ein besserer Zugang ermöglicht. Außerdem erhalten die überwiegend küstennah wandernden Meerforellen stellnetzfreie Korridore. Für den Bereich der Wismar Bucht wird die zulässige Stellnetzlänge um ein Fünftel reduziert.

Auch das Schleppangeln mit Motorbooten – eine hoch effiziente Ausübung des aktiven Fischfangs mit der Handangel – wird in den Küstengewässern in zunehmendem Maße ausgeübt. Dabei werden nach Auffassung des Ministers mittlerweile bestandsbiologisch relevante Fänge an Meerforellen, für deren Bestandsaufbau das Land jährlich ca. 130.000 EUR ausgibt, realisiert. Meerforellen wandern von September bis März überwiegend küstennah. Minister Dr. Backhaus: „Nach Beobachtungen der Fischereiaufsicht und Hinweisen der Berufsfischerei werden besonders in dieser Zeit durch Bootsangler immer wieder Fischernetze beschädigt oder gar zerstört. Deshalb halten wir es für erforderlich, das Schleppangeln mit Motor- oder Segelbooten in der Zeit vom 15. September bis 15. März nur in einem Abstand von 1.000 Metern zur Küstenlinie zu erlauben.“ Außerhalb dieser Zeit kann es auch küstennah ausgeübt werden. Das Angeln vom treibenden oder geruderten Boot ist von dieser Regelung nicht betroffen. Die Neuregelungen tragen auch den Interessen der Erwerbsfischerei Rechnung. „Die Zahl der Haupterwerbsfischer ist in devergangenen Jahren aufgrund der schwierigen fischereipolitischen Situation bereits um etwa ein Fünftel zurückgegangen“, erläutert Dr. Backhaus. „Gerade in küstennahen Bereichen werden wirtschaftlich notwendige Fänge beispielsweise an Dorsch und Plattfischen realisiert. Die jetzige Regelung ist das Ergebnis eines umfassenden Abstimmungsprozesses mit den Interessenvertretungen der Erwerbs- und Freizeitfischerei.“

Innovatives Ernährungsprogramm M-V: Streuobstwiesen auf der EXPO 2015

apfel86.11.2013 – Zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte sich das „Landesernährungsprogramm“ Mecklenburg-Vorpommerns in den vergangenen drei Jahren. Die drei Teilprojekte „aid-Ernährungsführer­schein“, „Apfelkiste“ und „Streuobst als Schulobst“ sollen auch im Schuljahr 2013/14 helfen, positive Ernährungsgewohnheiten frühzeitig zu prägen und ein gesundes Ernährungsverhalten bei Kindern zu fördern. Sie werden mit insgesamt 160.400 Euro vom Land gefördert. Bundesweit einmalig ist „Streuobst als Schulobst“ – ein Projekt der Schullandheime, das am 6. November im Schullandheim Schwerin-Mueß seine Ergebnisse präsentiert. Neben den 14 Schullandheimen bewirtschaften auch Kindergärten und Schulen – insgesamt 27 Einrichtungen – Streuobstwiesen. Sie beleben vorhandene Anlagen, pflanzen neue Bäume an, entwickeln eigene Rezeptbüchlein, Kalender oder originelle Postkarten. Je nach Jahreszeit werden die Obstwiesen von den jungen Gästen in den Schullandheimen gepflegt, wird das Obst geerntet und verarbeitet. Ein neues Vorhaben ist die Gestaltung von Streuobstwiesen als Bienenweiden. „Wegen der positiven Erfahrungen mit diesem Teilprojekt haben wir es zur Nachahmung empfohlen und als Themenprojekt zur EXPO 2015 in Mailand/Italien angemeldet“, verkündet Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern. An der „Apfelkiste“ nehmen 207 Grund- und Förderschulen, davon 22 zum ersten Mal, teil. Insgesamt erhalten so aktuell rund 29.150 Kinder den gesunden Schulapfel. Lehrer der beteiligten Schulen berichten, dass der Verzehr von Obst für die Schüler inzwischen selbstverständlicher geworden sei. Am praktischen und theoretischen Unterricht für den „aid-Ernährungsführer­schein“ nehmen Schüler der dritten Klassen mit viel Begeisterung teil. Die Frauen des Land-Frauenverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V., die mit dieser Aufgabe betraut sind, geben ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Können zum Thema gesunde Ernährung in sechs bis sieben Doppelstunden weiter. Seit 2010 erhielten insgesamt 1972 Kinder an 19 Schulen diesen Ernährungsführerschein. Insgesamt steuerte das Land Mecklenburg-Vorpommern seit 2010 für das Landesernährungsprogramm 482.900 Euro bei.

Angeln in Küstengewässern wird teurer – Erlöse nutzen dem Gewässerschutz

27.9.2013 – Gemeinsam mit dem Landesanglerverband und dem Tourismusverband hat sich der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus auf eine Anhebung der Preise für die Angelerlaubnisse in Küstengewässern geeinigt. Ich bin froh, dass wir uns auf eine Lösung verständigt haben, die das Angeln in Küstengewässern weiterhin erschwinglich und attraktiv macht“, so Dr. Backhaus. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat das selbständige Fischereirecht in den Küstengewässern inne. Erstmals seit 2001 werden sich die Preise ab 1. Januar 2014 folgendermaßen verändern:

Jahresangelberechtigung für Erwachsene      30 € (+ 10 €)

Jahresangelberechtigung für Behinderte         10 € (neu)

Wochenangelberechtigung                                 12 € (+ 2 €)

Tagesangelberechtigung                                       6 € (+ 1 €)

Die Jahresangelberechtigung für Jugendliche kostet weiterhin 10 Euro.

Angeln in Warnemünde, Foto Joachim KloockDie Einnahmen aus den Angelerlaubnissen werden unter anderem für Besatzmaßnahmen, deren wissenschaftliche Begleitung oder auch als Kofinanzierung für mit EU-Fördermitteln finanzierte Projekte und Maßnahmen im Fischereibereich verwendet. Seit dem Jahr 2000 wurden aus dem Verkauf der Angelkarten jährlich zwischen 100.000 und 150.000 Euro für den Besatz und deren Erfolgskontrolle ausgegeben, vorrangig für den Besatz von Meerforellen, aber auch von Schnäpeln und Hechten. Mit Meerforellen wurden faktisch fast alle geeigneten Meerforellengewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern besetzt. Der Meerforellenbesatz war so erfolgreich, dass es zu einer enormen Ausweitung des Meerforellenfangs durch Angler und Fischer kam. Die ersten Gewässer konnten bereits aus dem Besatzprogramm herausgenommen werden, weil es wieder zu einer natürlichen Vermehrung der Meerforellen in diesen Gewässern kam und ein zusätzlicher Besatz nicht mehr erforderlich war. Beim Schnäpelbesatz war der Besatz im Peenestrom ebenfalls erfolgreich. Der Besatz der Darß-Zingster-Boddenkette mit Ostseeschnäpeln wurde mangels Erfolges eingestellt. Trotz intensiver wissenschaftlicher Betreuung konnten die Gründe dafür nicht abschließend geklärt werden. „Mit der moderaten Erhöhung der Preise für Angelerlaubnisse wird der finanzielle Rahmen zu einer Förderung der Fischerei sowie zum Schutz und zur Pflege der Gewässer geschaffen werden, der über die bisherigen Maßnahmen hinaus reicht“, betonte Minister Backhaus.

Schriftenreihe Wildtierforschung und aktueller Jagdbericht für M-V

Schwerin 4.7.2013 – Mit der Veröffentlichung des ersten Bandes der Schriftenreihe Wildtierforschung ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern einen wichtigen Schritt auf dem Weg der Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in die fachliche Praxis im Bereich der Wildtierforschung gegangen. Viele der seit 1993 durchgeführten Forschungsprojekte sind hinsichtlich thematischer Relevanz und methodischer Innovation in Deutschland und Europa einmalig und unterstreichen die Vorreiterrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Sachen Wildtierforschung. Mit der Veröffentlichung der für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen relevanten Ergebnisse der Wildtierforschung werden diese einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Inhalt des ersten Bandes ist die Populationsökologie des Baummarders in Nordostdeutschland. Weitere Veröffentlichungen sind für 2014 geplant. Thematisch ist das Raubwild angedacht. Dabei soll es unter anderem um den Rotfuchs auf Rügen und Neozoen in Mecklenburg-Vorpommern gehen.

Darüber hinaus wurde der 18. Jagdbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Dieser Doppelbericht ist die statistische Zusammenstellung des Jagdgeschehens in den Jagdjahren 2009/10 und 2010/11 in Mecklenburg-Vorpommern. Er soll Behörden und Verbände innerhalb und außerhalb des Landes über die wichtigsten Geschehen in den vergangenen Jagdjahren informieren sowie Grundlage für ihre weitere Tätigkeit sein. Der Jagdbericht enthält umfassende Angaben zur Organisation des Jagdwesens, zur Jagdflächenstruktur, über die Streckenergebnisse beim Schalen-, Raub- und Niederwild, zum Wildschadensgeschehen oder auch zum Jägerprüfungswesen oder zur Haltung von Jagdhunden. Auch für die von den Jägerinnen und Jägern in Mecklenburg-Vorpommern erbrachten Leistungen im Rahmen der Vorbeuge und ständigen Untersuchungen zu Krankheits- und Tierseuchenerregern in den Jagdjahren von 2009 bis 2011 ist im Jagdbericht Platz. Es ist geplant die Jagdjahre 2011/12 und 2012/13 in einem erneuten Doppelbericht herauszubringen. Der 18. Jagdbericht sowie der Band 1 der Schriftenreihe Wildtierforschung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz ist im Internet unter www.lu.mv-regierung.de unter der Rubrik „Publikationen“ veröffentlicht.

Naturschutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns: Karten veröffentlicht

Schwerin 28.6.2013 – Das Netz der Schutzgebietssysteme in Mecklenburg-Vorpommern wurde seit dem Erscheinen der letzten Schutzgebietskarte 1995 neu geknüpft. So wurden zwischen 1998 und 2007 die Schutzgebiete nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) ausgewählt. In den Jahren 2007 und 2008 wurden die Europäischen Vogelschutzgebiete in neuen Grenzen benannt. Auch die sogenannten „nationalen Schutzgebiete“ (Nationalparke, Biosphärenreservate, Naturparke, Natur- und Landschaftsschutzgebiete) haben Ergänzungen erfahren. So wurden z.B. im Jahr 2004 die Naturparke „Sternberger Seenland“ und „Am Stettiner Haff“ und im Jahr 2011 der Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ ausgewiesen. Daher beauftragte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, seine Fachbehörde Übersichtskarten der Schutzgebiete zu aktualisieren und anschließend in Druck zu geben. Seit kurzem liegen nun beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) zwei Übersichtskarten im für das Land üblichen Übersichtsmaßstab 1:250.000 vor. Dies sind die Karten „Naturschutzflächen M-V, Teil 1: nationale Schutzgebiete“ und „Naturschutzflächen M-V, Teil 2: europäische Schutzgebiete“. Beide Karten sind handlich gefaltet und weisen jeweils eine Beilage mit der Auflistung aller Schutzgebiete sowie Statistiken auf. Die Karten wurden an alle Naturschutzbehörden, Verwaltungen von Ämtern und amtsfreie Gemeinden, Forstämter, Ämter für Raumordnung und Landesplanung, Straßenbauämter, Wasser- und Bodenverbände und Naturschutzverbände verteilt.

Die Karten können über die Bibliothek des LUNG http://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/publikation/publikation_bestellung.htm zum Preis von 5,40 € je Exemplar bezogen werden. Auf der Internetseite http://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/natur/schutzgebiete_portal/schutzgebiete_karten.htm besteht außerdem die Möglichkeit, die Karten kostenfrei als pdf-Datei herunterzuladen. In fortlaufend aktualisierter Form werden die Grenzen der Schutzgebiete auch im Kartenportal Umwelt (www.umweltkarten.mv-regierung.de) vorgehalten. Hier finden Sie auch viele weitere kartenbezogene Informationen zur Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns.

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Ausgezeichneter Badespaß via Smartphone

Grafik - Quelle: Pressestelle SM(PM/SM 16.5.2013) – Am 20. Mai startet die neue Badesaison. „Damit die kleinen und großen Wasserratten in Mecklenburg-Vorpommern ungetrübten Badespaß erleben können, untersuchen wir unsere Badestellen sehr genau“, so die Gesundheitsministerin Manuela Schwesig.Es werden in diesem Jahr insgesamt 487 Badegewässer überwacht, davon befinden sich 326 an Binnengewässern und 155 an der Küste und 5 an Flüssen. 299 Badegewässer haben eine überregionale Bedeutung und werden an die EU gemeldet. „Unser Badewasser hat auch in diesem Jahr eine hervorragende Qualität. Beinahe 90% unserer Badegewässer werden als ausgezeichnet eingestuft“, so Schwesig. Die gesundheitlichen Parameter werden vierwöchentlich überwacht, also insgesamt 4-5-mal über die gesamte Saison (20. Mai – 10. September). Die Untersuchungsergebnisse werden jeweils aktuell zu jedem Badegewässer auf der Homepage des Sozialministeriums eingestellt. Die Gesundheitsämter können direkt die Kurzprofile bearbeiten und alle aktuellen Hinweise, wie zum Beispiel Warnungen oder Badeverbote einstellen. Zusätzlich werden Informationen wie Temperatur, Sichttiefe und pH-Wert angegeben.

Neu für die Saison 2013 ist eine kostenlose Badegewässer-App, die unter http://www.badewasser-mv.de abgerufen werden kann.  Damit können an jedem Ort des Landes mittels eines Smartphones detaillierte Informationen über die nächstgelegenen Badestellen und deren Qualität abgerufen werden. Nahezu alle Informationen, die auch auf der Internetseite unseres Hauses zum Badewasser eingestellt sind, können hierüber abgerufen werden. „Das ist eine besondere Serviceleistung, die auch gerade für unsere vielen Urlauber im Land sehr nützlich ist“, so Schwesig.

Kleingartenvereine in M-V können künftig pflegeleichte Seniorengärten ausweisen

Kleingarten 2012, Foto: Joachim Kloock(PM/LU 4.3.2013) – Die Bewirtschaftung eines Kleingartens unterliegt grundsätzlich einer strengen Drittelung in Obst, Gemüse und Kräuter, Blumen, Ziergewächse und Rasen sowie Wege- und Erholungsfläche. „War der Besitzer eines Gartens bisher körperlich nicht mehr in der Lage, seinen Garten entsprechend dieser Drittelung zu bewirtschaften, blieb ihm nur die Möglichkeit den Garten abzugeben“, betont der in Mecklenburg-Vorpommern für das Kleingartenwesen zuständige Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Doch gerade für ältere Menschen sind ihr gewohntes Lebensumfeld und die soziale Teilhabe ganz entscheidende Faktoren, die sich positiv auf ihr Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken können.“ Außerdem habe sich durch den demographischen Wandel der Gesellschaft auch die Altersstruktur in den Kleingartenvereinen verändert. So lag zuletzt der Altersdurchschnitt der Kleingärtner in Mecklenburg-Vorpommern bei über 60 Jahren. „Die ältere Generation bildet heute das Rückgrat des Kleingartenwesens“, so Dr. Backhaus, der sich deshalb persönlich für die Schaffung der pflegeleichteren „Seniorengärten“ eingesetzt und die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat, um Ausnahmen von der Drittelregelung zu gestatten. Bis zu 10 Prozent der Parzellen einer Kleingartenanlage können demnach als pflegeleichterer Seniorengarten ausgewiesen werden. Voraussetzung ist, dass eine entsprechende Anerkennung durch den jeweiligen Verein erfolgt. Die neue Regelung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt am 11. März 2013 in Kraft.

Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV mit neuem Internetauftritt

9.1.2013 Ab sofort kann man sich unter www.stiftung-naturschutz-mv.de über die Arbeit der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern und ihre Projekte informieren. Kernstück der Webseite ist eine interaktive Karte. Für ausgewählte Stiftungsflächen finden Interessenten dort einen Steckbrief mit ausführlichen Informationen zu dem jeweiligen Gebiet sowie eine Karte und Fotos. „In Zukunft werden wir diese Informationen nach und nach für alle unsere Gebiete bereitstellen“, so Bjørn Schwake, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. „Wir wollen damit zeigen, über welchen Naturreichtum Mecklenburg-Vorpommern – auch abseits der bekannten touristischen Gebiete – verfügt und einer breiteren Öffentlichkeit unsere wichtige Stiftungsaufgabe näher bringen.“ Außerdem sind hier die geführten Wanderungen, die sogenannten Entdeckungstouren zu den schönsten Winkeln des Stiftungslandes aufgelistet.

Die 1994 gegründete Stiftung trägt mittlerweile auf 8.000 Hektar und in über 100 Naturschutz-, Großschutz- und Projektgebieten zum Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern bei. Umweltminister Dr. Till Backhaus würdigt die Arbeit der landeseigenen Stiftung: „Jeder Euro ist es wert, in den Schutz unserer Heimat investiert zu werden. Durch den Eigentumsübergang der Flächen vom Land auf die Stiftung werden die Lebensräume und die darin vorkommenden Arten in diesen Gebieten langfristig für den Naturschutz gesichert.“ Seit Juni 2012 haben Zustiftungen eine ganz besondere Bedeutung. Nach dem Vorbild der in den USA entstandenen Matching-Funds legt das Land Mecklenburg-Vorpommern zu jedem privat gespendeten Euro einen weiteren oben drauf – bis zu einer Höhe von fünf Millionen Euro. Das bedeutet, jede Spende wird verdoppelt.

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Kinderbroschüre „Pino und Krümel erkunden den Boden“ erschienen

Pino und Krümel erkunden den Boden

Schwerin 2.11.2012 – „Lernen klappt noch mal so gut, wenn es Spaß macht. Das gilt auch für das Thema Umwelt. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass wir mit dem Heft „Pino und Krümel erkunden den Boden“ den Kindern eine Möglichkeit anbieten, sich spielerisch mit einer unserer wichtigsten Lebensgrundlagen zu beschäftigen“, sagt Dr. Till Backhaus zur jüngsten Veröffentlichung seines Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Das reich illustrierte Heft richtet sich vor allem an Grundschüler.

Pino, der die Sprache der Tiere, Pflanzen und der ganzen Natur versteht, lernt eine Bodenkrume namens Krümel kennen und macht sich mit ihr auf den Weg durch MV. In der Griesen Gegend, im Grambower Moor, auf den Salzwiesen an der Ostsee entdecken sie die unterschiedlichsten Böden. An der Kreideküste Rügens lernen die kleinen Leser, welche Auswirkungen Verwitterung und Erosion haben können. Außerdem erfahren sie etwas über die Bedeutung des Bodens für die Landwirtschaft und über die Beschaffenheit des Waldbodens. Neben den Reisegeschichten vermittelt das Heft auch Fakten und Zusammenhänge. Dank einer Experimentieranleitung können die Kinder selbst herausfinden, welche Filterwirkung Sand-, Kies, Lehm- und Gartenböden haben. Die Broschüre kann online kostenlos bestellt werden: www.lu.mv-regierung.de (Service / Publikationen).

„Ich würde mich freuen, wenn das Heft Eltern und Lehrkräfte anregt, selbst einmal mit den Kindern eine solche oder ähnliche thematische Reise durch unser schönes Land zu unternehmen“, sagte der Minister und verweist auch auf das vor wenigen Wochen in seinem Haus erschienene Familien-Quintett, das die „Naturschätze des Nordens“ spielerisch erleben lässt. Das Interesse von Umweltschützern, Naturparks, Schulen und Vereinen an dieser Art, die Umwelt schätzen und schützen zu lernen, war so groß, dass alle 1500 Kartenspiele bereits verteilt sind und nun über eine Nachauflage nachgedacht wird.

„Ivenacker Hudewald“ macht fast vergessenes Waldkultur-Erbe erlebbar

Schwerin 21.10.2012 – Die 1000-jährigen Ivenacker Eichen sind eine kultur- und naturhistorische Besonderheit, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Doch diese Riesen sind keine Reste einstiger Urwälder, sondern Zeugnisse der im Mittelalter verbreiteten Landnutzungsform des Hude(Hüte)-Waldes, der sich im Ivenacker Tiergarten bis heute erhalten hat. Wie der Wald schon seit dem Ende des ersten Jahrtausends als Weide für Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen genutzt wurde, das können die großen und kleinen Besucher im „Ivenacker Hudewald“ hautnah erleben. Er wurde am 8. Februar 2010 auf 164 ha als Schutzwald nach § 21 Landeswaldgesetz ausgewiesen. Auf zwei Hektar entstand hier im Vorjahr ein Schweineschaugatter mit Wasserspiel und Schutzhütten; in diesem Jahr folgte eine Steganlage mit Aussichtsplattform, die am 21. Oktober eröffnet wurde. Gefördert wurde das Projekt des Forstamtes Stavenhagen mit 649 800 Euro aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ELER.  „Nach vielen Jahrzehnten der Stallhaltung von Schweinen ist nicht nur der Schweinehirte aus dem Landleben verschwunden, sondern auch das Wissen über eine lange Zeit prägende historische Waldnutzungsform“, betonte Agrarminister Dr. Till Backhaus am Sonntag. „Mit der 125 Meter langen Steganlage durch das Gatter demonstriert die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern das Bild von einem Waldkulturerbe, das schon vielfach in Vergessenheit geraten ist.“

„Unter Eichen wachsen die besten Schinken“ – wussten einst die Metzger. Denn Schweine, die in Wäldern herumliefen und mit Eicheln gemästet wurden, gaben eine vollendete Delikatesse ab. Noch heute bezahlen Feinschmecker ein beachtliches Sümmchen für den berühmten, aus Eichelmast hervorgehenden Iberischen Pata Negra Schinken. Unter den Ivenacker Eichen fühlen sich die Turopolje-Schweine – eine besonders bedrohte alte Haustierrasse aus den kroatischen Save-Auen – sauwohl. Da das Deutsche Weideschwein schon um 1975 ausgestorben ist, haben die Turopolje-Schweine als „lebende Genreserve“ hier nun ein artgerechtes Refugium gefunden.

Der Erstbesatz der Gatteranlage erfolgte im September 2011 mit einer Sau und 7 Ferkeln. Die Sau ferkelt im Schnitt 3 Mal in zwei Jahren. Ein Wurf besteht meist aus 6 Ferkeln. In der Mast nehmen die Schweine pro 100 kg aufgenommenes Futter etwa 20 kg zu. Ein schlachtreifes Schwein wiegt ca. 250 kg und die Dicke des festen Specks kann bis 15 cm betragen. Das Fleisch eignet sich besonders für die Schinken- und Salamiproduktion. Zu einem richtigen Saugatter gehört natürlich auch eine gatschige Suhle. Die wird im Ivenacker Hudewald über einen Wasserspielplatz gefüllt – zur Freude vor allem der jungen Besucher, die damit eine wichtige Aufgabe haben. Rund um das Saugatter informieren Tafeln über das Leben im Hudewald. Der Ivenacker Tiergarten ist in Mecklenburg-Vorpommern der einzige Wald, in dem heute Schweine gehalten werden und sich von der „Mast des Waldes“, der Sammelbegriff von allem Essbaren, ernähren dürfen, denn eigentlich ist das Halten und Hüten von Haustieren im Wald nicht erlaubt.

Hintergrund: Neben den Turopolje-Schweinen ist im Hudewald seit Ende des 17. Jahrhunderts auch Damwild zu Hause. Das erste Gatter wurde im Jahre 1929 aufgelöst. Seit 1974 ist das Gelände auf ca. 75 ha wieder eingezäunt. 70 bis 80 Stück Damwild leben hier und tragen durch ihren Verbiss an der Baumverjüngung dazu bei, dass der Hudewald-Charakter des Gebietes erhalten bleibt. Im Barockpavillon inmitten des Tiergartens, der dank eine Spende der Jost-Reinhold-Stiftung seit 2003 wieder in alter Schönheit erstrahlt, entführt eine interaktive Ausstellung die Besucher auf eine Reise durch die Lebenszeit der Eichen. Daneben erfahren sie Wissenswertes über Waldglas und Streunutzung, Hirsche und Wölfe, über Naturschutz und Jagd oder über die Bäume in der Mythologie.

Die stärkste Ivenacker Eiche hat heute übrigens einen Durchmesser (in Brusthöhe) von 3,49 m und eine Höhe von 35,5 m, was einem Holzvolumen von 180 Kubikmetern entspricht. Ihr Alter wird anhand von Jahrringmessungen auf ca. 1.000 Jahre geschätzt. Sie ist damit die stärkste und älteste lebende Eiche Deutschlands. Überliefert ist die Geschichte des berühmten Schimmelhengstes Herodot, der Anfang des 19. Jahrhunderts im Ivenacker Gestüt stand und im Jahre 1806 vor den heranrückenden Franzosen in einer hohlen Eiche versteckt wurde. Er verriet sich aber durch Wiehern, wurde herausgeholt und Napoleon ritt ihn als Leitpferd. 1814 brachte Marschall Blücher den Hengst nach Mecklenburg zurück.

20 Jahre Deutsche Alleenstraße – MV schützt die „Grünen Haine des Reisens“

Schwerin 20.10.2012 – Die erste Allee Deutschlands wurde bereits 1694 östlich von Putbus auf der Insel Rügen nachgewiesen. Hier feierte die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße e.V. am Sonnabend, dem 20. Oktober, die Erfolgsgeschichte von 20 Jahren „Deutsche Alleenstraße“. Als erstes Bundesland verfügt Mecklenburg-Vorpommern seit dem 10. Januar 1992 über einen gesetzlichen Alleenschutz. Im Oktober 1992 veröffentlichten das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium gemeinsam einen vorbildlichen Erlass zu „Schutz und Pflege der Alleen“. Am 3. Mai 1993 wurde dann das erste, 264 km lange Teilstück der „Deutschen Alleenstraße“ von Sellin im Biosphärenreservat Südost Rügen bis nach Rheinsberg in Brandenburg eröffnet. „Heute ist die Deutsche Alleenstraße mit ihren 2900 Kilometern der längste erlebbare Genuss in der deutschen Kulturlandschaft“, betonte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, in seinem Grußwort. „Sie war die erste touristische Straße, die dreieinhalb Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung den Osten mit dem Westen Deutschlands sichtbar miteinander verbinden sollte – als die „Grünen Haine des Reisens“, wie Theodor Fontane die Alleen einst beschrieb.“ Er dankte den engagierte Menschen, die dieses verloren geglaubte Landschaftselement in einem wiedervereinigten Deutschland bewahren wollten und dabei vom Land Mecklenburg-Vorpommern, dem ADAC und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unterstützt wurden.

Ein Problem war in den vergangenen 20 Jahren das hohe Verkehrsaufkommen. So stellt im Biosphärenreservat Südost Rügen die „Deutsche Alleenstraße“ mit 16.000 Fahrzeugen pro Tag bis heute die am höchsten frequentierte Allee dar. Ein wesentlicher Bestandteil des Schutzkonzeptes sind deshalb die seit dem 25. Juli 1994 geltenden Festlegungen zu Neu- und Nachanpflanzungen verbunden mit der Bildung eines Alleenfonds, wobei dessen Gelder auch an kommunalen Straßen und ländlichen Wegen eingesetzt werden können. Insgesamt konnten seit 1992 in MV ca. 1.900 km Alleen und einseitige Baumreihen neu angepflanzt werden, darunter eine geschlossene Allee aus Eiche und Rotbuche an der B196 im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Seit Juli 2008 verfügt der ehemalige Landkreis Rügen über ein vorbildliches und vom Kreistag beschlossenes Alleenkonzept. „Ich hoffe, dass das Alleenkonzept auch zukünftig dazu beiträgt, dass die für Neu- und Nachanpflanzungen ausgewiesenen Kreis- und Gemeindestraßen sowie ländlichen Wege kontinuierlich bepflanzt werden und der Landkreis Vorpommern-Rügen für deren Umsetzung entsprechende finanzielle Mittel bereitstellt“, betont Dr. Till Backhaus. Bedeutsam sind Alleen auch als Maßnahmen der Anpassung an den Klimawandel: So kann ein alter Bestand aus einheimischen Baumarten mehr als 140 Vogel- und Insektenarten einen Lebensraum zur Fortpflanzung bieten. Ein gesunder Alleebaum von etwa 100 Jahren ist in der Lage, jährlich bis zu einer Tonne Feinstaub aus der Luft zu kämmen und pro Stunde 2,3 kg Kohlendioxid aufzunehmen. Ebenso spielen Luftkühlung (ca. 3,5 Grad bei 50 m breiten Alleen), Frischluftversorgung und Schattenspende eine Rolle. Der 20. Oktober 2012 ist der vierte „Tag der Allee“. An diesem Tag werden überall in Deutschland neue Alleebäume gepflanzt.

Erholung des Aalbestandes nur in enger Kooperation möglich

Schwerin 21.9.2012 – „Wir müssen alles dafür tun, dass sich die Aalbestände in Mecklenburg-Vorpommern wieder erholen. Die Aalbestände sind in Europa dramatisch zurückgegangen. Dies wurde wissenschaftlich nachgewiesen und von der EU erkannt. 2007 verordnete die EU-Kommission, dass Mitgliedsstaaten Aalmanagementmaßnahmen entwickeln. Das Ziel ist, dass 40 % der laichreifen Aale wieder abwandern können. Dazu ist der deutsche Aalmanagementplan ein gutes Instrument“, betont Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Der deutsche Aalmanagementplan wurde im April des Jahres 2009 genehmigt. Ziel ist, die Erhöhung der Blankaalabwanderung in das Saargassomeer. Dort wird vermutet, dass die erwachsenen Aale ablaichen. Das Saargassomeer ist ein Meeresgebiet im Atlantik östlich Floridas und südlich der Bermuda-Inseln. Die geschlüpften Aallarven gelangen über den Golfstrom an die europäischen Küsten und damit auch zurück nach Mecklenburg-Vorpommern.

Für den Erhalt des Aals werden von dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt M-V, den Binnenfischereiunternehmen und dem Landesanglerverband umfangreiche Besatzmaßnahmen mit Jungaalen durchgeführt und von der Europäischen Kommission und dem Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert. An der Finanzierung dieser Maßnahmen beteiligen sich die Binnenfischereibetriebe und der Landesanglerverband mit 20% der Kosten. In den Jahren 2009-2011 wurden ca. 2,4 Millionen Jungaale ausgesetzt. Gleichzeitig erfolgt die wissenschaftliche Überwachung der Besatzmaßnahmen durch das Institut für Fischerei. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung werden Anfang November 2012 vorgestellt. Bereits 2010 hatte sich Mecklenburg-Vorpommern dafür stark gemacht, dass die an den europäischen Küsten ankommenden Aallarven, für die über 1000 €/kg gezahlt werden, nicht mehr nach China exportiert werden dürfen, weil sie dann für die Reproduktion verloren sind. Dem war die EU leider nur für ein Jahr nachgekommen.

Hintergrund: „Durchführung von Aalbesatzmaßnahmen in den ausgewiesenen Aaleinzugsgebieten Mecklenburg-Vorpommerns 2009-2012 zur Umsetzung der VO (EG) Nr. 1100/2007 mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals“. Während der letzten Jahrzehnte wurde ein deutlicher Rückgang des europäischen Aalbestandes im gesamten Verbreitungsgebiet festgestellt. Dieser Rückgang zeigt sich besonders deutlich beim Glasaalaufkommen entlang der europäischen Küsten. Die Europäische Kommission hat darauf reagiert und die Verordnung (EG) Nr. 1100/2007 „Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals“ im Jahr 2007 erlassen. Das langfristige Ziel dieser Verordnung ist die europaweite Bestandserholung des Aals. Mit der Verabschiedung der Aalverordnung wurden die einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aufgefordert, Aalmanagementpläne für definierte Einzugsgebiete zu entwickeln und umzusetzen. Generelles Ziel ist die Erhöhung der Anzahl abwandernder und laichbereiter Blankaale, die zu einer Erhöhung der Reproduktion führen soll. Neben der Einführung von Schutzmaßnahmen und Besatzmaßnahmen sind die Mitgliedsstaaten auch zu einem umfangreichen Monitoring verpflichtet, mit dem die Bestandsentwicklung und somit die Effektivität der getroffenen Maßnahmen nachvollzogen werden kann.

Förderung

Aalbesatz: – 2009 – 31.10.2012: ca. 2,25 Millionen € Gesamtkosten, geplant bis 31.10.2015: ca. 1,14 Millionen € Gesamtkosten. Aalmanagement: – 2008 – 31.10.2012: ca. 1,77 Millionen € Gesamtkosten, geplant bis  31.10.2015: 873.000,- € Gesamtkosten. Die Finanzierung erfolgt mit Landesmitteln und EU-Mitteln aus dem Europäischen Fischereifonds (EFF).

Darwin-Ururenkel Dr. Felix Padel trägt sich in das Gästebuch ein

Rostock 6.9.2012 – Am 6. September 2012  empfingen Oberbürgermeister Roland Methling und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens den britischen Anthropologen der Universität Oxford, Dr. Felix Padel, im Rathaus. Der Wissenschaftler, der als Ururenkel des Evolutionsforschers Charles Darwin anlässlich der Eröffnung des Darwineums in Rostock zu Gast ist, trägt sich während des Termins auch in das Gästebuch der Hansestadt Rostock ein.

Dr. Felix Padel hat an der Universität Oxford und der Delhi School of Economics studiert. Die Hälfte seines Lebens verbrachte er im Rahmen von Forschungsaufenthalten in Indien. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war dabei die Analyse der britischen Kolonialisierung aus der Sicht der indischen Bevölkerung.  Darüber hinaus befasste er sich mit den ökologischen und sozialen Auswirkungen der Bergbauindustrie und nahm an zahlreichen Konferenzen zum Thema Frieden und Menschenrechte teil. Sein Ururgroßvater Charles Darwin inspirierte ihn für seine ganzheitliche Sicht des Menschen in der Natur.  Dr. Felix Padel ist auch ein begeisterter Geigenspieler, seine besondere Leidenschaft gilt den Werken von Johann Sebastian Bach.

Minister: Nationalparke in M-V sind Schutzgebiete von internationalem Rang

Schwerin 24.8.2012 – Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz eröffnet am Samstag in Wieck den Nationalparktag 2012. Unter dem Motto „Hirsch & Meer“ präsentieren sich an der Darßer Arche knapp 40 Aussteller. Das Programm: Von 11 bis 17 Uhr gibt es Info- und Aktionsstände,  Ausstellungen. Ab 18 Uhr sind eine Bildershow zum Thema Hirsch, ein Themenvortrag, ein Naturfilm für Kinder sowie ein Lagerfeuer mit Stockbrot und Grill geplant. Ab 20 Uhr spielt die Band „just for fun“. Vor der Eröffnung am Samstag hob Minister Dr. Backhaus die Bedeutung von Müritz-Nationalpark, Nationalpark Jasmund und Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft hervor. „Sie nehmen zusammen 114.000 Hektar und damit rund vier Prozent der Landesfläche ein und sind Schutzgebiete von internationalem Rang.“ 761 Hektar Buchenwälder auf dem Jasmund und im Müritz-Nationalpark sind seit über einem Jahr Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Der Minister: „Sie gehören in eine Liga mit der Serengeti in Afrika, dem Great Barrier Rief vor Australien oder den Evergaldes in den USA.“ Mit annähernd drei Millionen Besuchern zählen die Küstennationalparke Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund zu den am stärksten frequentierten Schutzgebieten des Landes. Das zu unterhaltende touristische Wegenetz umfasst ca. 319 km, davon 183 km Wanderwege, 27 km Radwege, 52 km Kutschweg und 57 km Reitwege. Übrigens: In Zusammenarbeit mit dem Nationalparkamt und dem Förderverein des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft hat der Tourismusverband eine Karte zur Tierbeobachtung herausgegeben. Sie bietet Hintergrundinformationen zu See- und Schreiadlern, Fischottern, Kranichen, Hirschen und zeigt auf, wo man sie erleben kann. Die Karte (kostet 1 Euro) gibt es im Nationalparkamt und in den Darßer Kurverwaltungen.

Backhaus: Rügens Robbenbotschafter sind Vorbilder im Naturschutz

Schwerin 23.7.2012 – Es ist 7,20 Meter lang, wiegt 1,2 Tonnen und heißt jetzt “Stubber”: Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz hat heute in Lauterbach das neue Dienstboot des Biosphärenreservats Südost-Rügen getauft – gemeinsam mit Jugendlichen, die von November bis April im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen dem Reservat und der Naturschutzorganisation WWF zu Robbenbotschaftern ausgebildet wurden. Sie werden mit dem Boot künftig mehrmals im Monat auf den Greifswalder Bodden fahren, um dort seltene Ostsee-Kegelrobben zu beobachten und zu zählen. Ziel ist der nachhaltige Schutz der seltenen Säugetiere. Seit einigen Jahren werden Kegelrobben immer häufiger im Greifswalder Bodden gesichtet, teilweise mehr als 20 Tiere gleichzeitig! In den 1930er Jahren wurden sie durch gezielte Bejagung in der südlichen Ostsee vollständig ausgerottet. Heute gibt es in der nördlichen Ostsee bereits mehr als 22.000 dieser Tiere. Von dort aus besiedeln sie nun wieder die deutsche Ostseeküste.Allerdings fehle es bisher an Informations- und Bildungsmaterial für Kinder und Jugendliche zu diesem Thema, sagte Backhaus. Der Minister: “Genau an diesem Punkt setzt das Projekt mit Robbenbotschaftern an. Es trägt in großem dazu bei, das Wissen über die Kegelrobbe und ihren Schutz zunächst bei den beteiligten Jungendlichen auszubauen. Sie lernen, erleben und vollziehen Naturschutz.” Auf Infoständen in der Region geben die Robbenbotschafter ihr Wissen mit selbst entwickelten Umweltbildungsmaterialien weiter. Geplant ist auch eine Broschüre, die insbesondere im Unterricht zum Einsatz kommen soll. Während der zweijährigen Projektlaufzeit werden 25 Jugendliche zu Robbenbotschaftern ausgebildet. Im Anschluss soll das Projekt vom Biosphärenreservat Südost-Rügen als außerschulisches Angebot für Jugendliche ab Klasse 5 eigenständig fortgeführt werden.

Veröffentlicht 16. August 2012 von Martina Wichor