Kirche

Erste Preise des Bibelwettbewerbs zum Motto “Hey, du Opfer” nach Rostock und Schwerin

Justizministerin Uta-Maria Kuder ehrte in Stralsund zur Abschlussveranstaltung die Preisträger: “Sehr kreative Ansätze im Kampf gegen Mobbing und Stalking”

Bibel, Foto/Quelle: bibelzentrum-barth.de7.7.2014 – “Wer könnte Würde und Achtung voreinander den Kindern besser erklären als Kinder selbst. Der unschätzbare Wert unseres diesjährigen Bibelwettbewerbs liegt genau darin, dass die Themen Mobbing und Stalking auf dem Schulhof von den Schülern selbst aufgegriffen werden. So wird kreativ und altersgerecht aufgezeigt, wie Mobbing und Stalking erkannt und bekämpft werden kann. Die gut 100 Wettbewerbsbeiträge sollten durch unser Land getragen werden”, sagte Ministerin Kuder. Sie ist auch zuständig für Kirchenangelegenheiten und hat die Schirmherrschaft des 6. Bibelwettbewerbs 2014 übernommen. Der Bibelwettbewerb stand unter dem Motto “Hey, Du Opfer.” Ministerin Kuder: “Die Preisträger zeigen einmal mehr, dass das alte Buch modern ist. Wie in der Bibel steht, sollte über brutale, verbale, seelische und körperliche Gewalt der Dialog siegen. Statt Hass und Verachtung soll Versöhnung herrschen. Das haben 13 Schweriner Kinder der Klasse 3a der Heinrich-Heine-Grundschule in ihrem Film über die Integration behinderter Mitmenschen verarbeitet und darum in ihrer Altersklasse gewonnen. Eine Religionsgruppe der 5. Klassen der Paul-Friedrich-Scheel-Schule in Rostock versetzte die Geschichte des verlorenen Sohns fotografisch in die heutige Zeit und bekam den ersten Preis. In der dritten Altersklasse gewannen 25 Schüler der 9. Klassenstufe aus der Don-Bosco-Schule Rostock mit einem Theater-Stück. Ich gratuliere allen.” “Erfreut hat mich auch, dass einige Schüler das aktuelle Problem des Cybermobbings aufgegriffen haben. Die Justizministerkonferenz hat sich erst vorige Woche dafür ausgesprochen, den Kampf gegen Cybermobbing zu verstärken”, so die Ministerin abschließend.

Die Preisträger des 6. Bibelwettbewerbs

Altersgruppe I

1. Preis: Heinrich-Heine-Grundschule Schwerin
13 Schüler der Klassen 3a und 3b drehten in der Kategorie “Würde im Zusammenleben. Face to face!” einen Film über die Auseinandersetzung mit behinderten Mitmenschen.

2. Preis: Edith-Stein-Schule Ludwigslust
25 Schüler der Lerngruppe 123.2 haben in der Kategorie “Würde im Zusammenleben. Face to face!” einen Kalender mit gemalten Bildern und passenden Bibelstellen gestaltet.

3. Preis: Käthe-Kollwitz-Grundschule Waren (Müritz)
8 Schüler der Klasse 4 haben unter dem Titel “Liebe macht wertvoll – überraschende Entdeckungen in der Bibel” ein Album der Ergebnisse einer gemeinsamen Projektarbeit zum Thema mit eigenen Erkenntnissen erarbeitet.

Sonderpreis: Evangelische Grundschule Benz
17 Schüler der Klasse 3 erstellten unter dem Titel “Wer ist mein Nächster?” ein Arbeitsheft von Schülern für Schüler unter Verwendung des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter.

Altersgruppe II

1. Preis: Paul-Friedrich-Scheel-Schule Rostock
8 Schüler der Religionsgruppe aus den Klassen 5a und 5b haben unter dem Titel “Ganz unten sein – Vergebung erfahren” eine Fotostory erstellt und das Gleichnis vom verlorenen Sohn in die moderne Zeit adaptiert.

2. Preis: Edith-Stein-Schule Ludwigslust
3 Schüler der Klasse 6 haben einen YouTube-Beitrag über “Cybermobbing – es kann jeden treffen” erstellt.

3. Preis: Don-Bosco-Schule Rostock
12 Schüler der katholischen Religionsgruppe der Klasse 7c erzählten in einer Fotostory “Haste was, dann biste was” die moderne Geschichte zum Matthäusevangelium Kap.6, V 25-34.

3. Preis: Werner-Lindemann-Regionalschule Lübstorf
13 Schüler der Christenlehregruppe produzierten einen YouTube-Beitrag über Mobbing in der Schule zum Thema “Digitale Würde. Jetzt wissen es alle”.

Altersgruppe III

1. Preis: Don-Bosco-Schule Rostock
25 Schüler der Klassenstufe 9, Wahlpflichtkurse Kreatives Schreiben und Musik haben das Motto “Meine, Deine, Unsere Würde – Sehnsucht nach Anerkennung und Wertschätzung in der Bibel” mit Text und Musik bearbeitet.

2. Preis: Evangelische Schule St. Marien Neubrandenburg
Karl Kersten und Aljoscha Schmidt stellten unter dem Titel “Der verlorene Sohn” das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn mit LEGO-Figuren in Comicform dar.

3. Preis: Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg
16 Schüler der Klasse 9a erstellten zum Thema “Würde im Zusammenleben. Face to face!” einen YouTube Beitrag über Mobbing in der Schule, moderiert von 2 Handpuppen.

Altersgruppe IV

Der einzige Preis geht an Vivienne-Maria Borowski und Madlen Redetzky aus der Klasse 13a der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik. Unter dem Titel “Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten” haben sie ein generationenübergreifendes Rollenspiel entwickelt, das sich am Familientisch mit Mobbing und falschen Gerüchten in der Schule der Tochter auseinandersetzt.

Die Preisträger gewinnen jeweils Erlebnistouren oder Erlebnistage in kirchlichen und religiösen Einrichtungen.

Katholische Kirche bekommt neue engagierte Leiterin in Mecklenburg-Vorpommern

Justizministerin Uta-Maria Kuder begrüßt Claudia Schophuis als neue Leiterin des Erzbischöflichen Amtes in Schwerin: „Unser Land braucht Ihr Engagement“

23.1.2014 – „Die Erzbistümer Hamburg und Berlin und unser Land Mecklenburg-Vorpommern können sich glücklich schätzen. Mit Claudia Schophuis haben wir eine ebenso engagierte und erfahrene Leiterin gewonnen wie wir sie mit dem Weggang von Schwester Bührle  im vergangenen Jahr verloren haben“, sagte die für Kirchenfragen zuständige Justizministerin in ihrem Grußwort zur Amtseinführung der neuen Leiterin des Erzbischöflichen Amtes in Schwerin, Claudia Schophuis. Uta-Maria Kuder hob vor allem das seelsorgerische Engagement der Theologin hervor: „Seelsorge ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche, unter anderem in unseren Justizvollzugsanstalten. Schon allein das zeigt, wie sehr wir auch als Justiz der Kirche und nicht zuletzt ihrer Leitung verbunden sind.“ „Die Zeit, in der Claudia Schophuis ihr Amt als neue Leiterin des Erzbischöflichen Amtes antritt, ist vom demografischen Wandel geprägt. Die Katholische Kirche muss den Neuanfang wagen. Allerdings sollte dabei immer gewährleistet bleiben, dass überall in Mecklenburg-Vorpommern ein Hilfesuchender vor offener Kirchentür steht. Kirchen sind nicht nur feierliche Orte des Glaubens, sondern auch Rückzugsorte. Diesen Anspruch mit dem demographischen Wandel zu verbinden, ist eine große Herausforderung, für die ich viel Kraft wünsche“, sagte Justizministerin Kuder.

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M-V fördert identitätsstiftende Rolle der Kirchen im ländlichen Raum

Bläserzentrum Barkow, Foto: Kristin Hormann29.10.2013 – Seit 2007 wurden für 298 Vorhaben in Kirchen und ihre Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns ca. 18 Mio. Euro aus dem europäischen Entwicklungsfonds für den ländlichen Raum (ELER) bereit gestellt. „Kirchen und Pfarrhäuser prägen das Bild unserer Dörfer. Ihnen kommt im ländlichen Raum eine besondere, identitätsstiftende Rolle zu“, erläutert Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus das Anliegen dieser Förderung. Dabei sind die durch EU- und Landesmittel unterstützten Vorhaben der Kirchgemeinden und christlichen Trägervereine ganz unterschiedlicher Natur. Sie reichen von der Sanierung von Kirchen und Trauerhallen über die Gestaltung von Zuwegungen und Kirchenvorplätzen bis hin zur Kopie eines Wandgemäldes für den Außenaltar der Kirchgemeinde Mirow. In Sanitz wurde der Bau eines Gemeindehauses unterstützt, im Pferdestall von Groß Brütz eine Ökologische Kinder- und Jugendwerkstatt geschaffen; in Woldegk entstand mit Fördermitteln ein Kneipp-Becken für die Kita „Sankt Martin“. „Alle diese geförderten Vorhaben dienen der Dorferneuerung, verbessern die Infrastruktur oder unterstützen den Tourismus in den ländlichen Regionen“, so Minister Backhaus weiter.

Ein Beispiel ist der Ausbau des Bläserzentrums Barkow durch die ev.-luth. Kirchgemeinde. Hier wird die Gesamtinvestition von knapp 500.000 Euro mit 175.003,16 € gefördert. Hier werden 1.300 Bläserinnen der 105 Posaunenchöre Mecklenburg-Vorpommerns musikalisch betreut. Durch den behindertengerechten Um- und Ausbau der ehemaligen Pfarrscheune in Barkow zum ganzjährig beheizbaren Bläserzentrum mit großem Proberaum, einer Schallschutzisolierung und Sanitäreinrichtungen im Vorjahr kann die Gruppenarbeit nun unter optimierten Bedingungen stattfinden. In einem weiteren LEADER-Projekt unterstützt die Lokale Arbeitsgruppe Warnow-Elde-Land das Posaunenwerk auch bei der multimedialen Einrichtung der Bläserscheune mit Budgetmitteln 2013. Die Kirchgemeinde Uelitz wollte den Verfall ihrer Pfarrscheune verhindern, das Gebäude sanieren und mit neuem Leben erfüllen. Mit einer Gesamtinvestition von 193.851 Euro – gefördert mit rund 80.000 Euro – wurde 2012 das historische Pfarrhofensemble erhalten und für die Gemeinden Uelitz und Rastow ein Ort der Begegnung etabliert. Die Scheune bietet gleichermaßen Platz für die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit der Kirchgemeinde, aber auch für Ausstellungen, Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen der Gemeinde. Die für den Umbau erforderlichen Eigenmittel finanzierten Kirche und Kommunen gemeinsam.

Mecklenburg-Vorpommern sagt Evangelischen Kirchen bis 2019 stabile Unterstützung zu

Justizministerin Uta-Maria Kuder unterzeichnete die Patronatsvereinbarung über rund 3,5 Mio. Euro: „Land und Kirchen sind seit 20 Jahren aktive Partner“

Gerhard Ulrich, Uta-Maria Kuder, Dr. Andreas von Maltzahn, Foto: Pressestelle JM M-VSchwerin 15.8.2013 – „Auch im 20. Jahr des Güstrower Vertrags haben das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Kirchen ihre aktive Partnerschaft unter Beweis gestellt. Wir arbeiten in vielen Bereichen zusammen, ob auf dem Gebiet der Justiz in der Gefängnisseelsorge oder im Sozial,- Bildungs- und Kulturbereich sowie bei der Polizeiseelsorge. Das Engagement der Kirchen weiß die Landesregierung sehr zu schätzen“, sagte Justizministerin Kuder, die auch zuständig ist für Kirchenangelegenheiten. „Ich freue mich sehr, dass wir als Land Mecklenburg-Vorpommern die Kirchen weiterhin mit bis zu 3,5 Millionen Euro Patronatsmitteln jährlich unterstützen. So konnten wir mithelfen, dass in den vergangenen 20 Jahren die Kirche sprichwörtlich im Dorf geblieben ist. Die historischen Kirchen sind Teil unseres Kulturerbes und Mittelpunkt der Städte und Dörfer. Sie sind sehenswerte Denkmale und Orte für Gottesdienste. Sie tragen durch ihren vielfältigen Veranstaltungen auch dazu bei, die touristische Attraktivität des Landes zu erhöhen. Dadurch wird ein entscheidendes Ziel des Güstrower Vertrages von 1994 erfüllt und weiterhin langfristig gesichert“, sagte die Ministerin. „Allein in Mecklenburg konnte die damalige Evangelisch-Lutherische Landeskirche für die Jahre 2008 bis 2012 mit 23 Mio. Euro staatlicher Mittel Denkmale erhalten, darunter fast 17 Mio. Euro Patronatsleistungen. Dazu kamen knapp 35 Mio. Euro kirchliche Mittel und Stiftungsgelder. Der Kirchenkreis Mecklenburg hat allerdings auch bis 2024 einen Bedarf von 212 Mio. Euro errechnet. Mit unserer Vereinbarung können sich die Kirchen der Unterstützung des Landes beim Denkmalschutz weiter gewiss sein. Sie haben Planungssicherheit bis zum Jahr 2019“, hob die Justizministerin bei der Unterzeichnung hervor.

Justizministerin Kuder unterzeichnet mit den Kirchen neue Patronatsvereinbarung

Evangelische Bischöfe Gerhard Ulrich und Dr. Andreas von Maltzahn am 15. August bei Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Land sagt Unterstützung bis 2019 zu“

Schwerin 9.8.2013 – „Wir haben im 20. Jahr des Güstrower Vertrages ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Denn in diesem Jahr waren gleich mehrere Hürden zu meistern. Einerseits musste der Schuldenbremse, andererseits dem weiterhin bestehenden Sanierungsbedarf der Gotteshäuser Rechnung getragen werden. Außerdem können die Kirchen bei der Denkmalpflege erstmals für einen Zeitraum von sieben Jahren auf unsere Unterstützung bauen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern gibt den Evangelischen Kirchen Planungssicherheit bis 2019“, sagte Justizministerin Kuder, auch zuständig für Kirchenangelegenheiten. Die Ministerin wird zusammen mit dem Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, und dem Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Dr. Andreas von Maltzahn, den Vertrag unterzeichnen.

Universität Rostock erhält ihr fünftes Graduiertenkolleg

DFG vom Thema Deutungsmacht überzeugt und bewilligt 2,5 Mio €

Prof. Dr. Philipp Stoellger (Foto: privat)Universität Rostock 22.5.2013 – Mit dem Thema Deutungsmacht. Religion und Belief Systems in Deutungsmachtkonflikten hat die Universität Rostock ein neues Graduiertenkolleg (GRK) erfolgreich in der deutschen Forschungslandschaft platzieren können. Es gehört zu den elf von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gestern (21.05.2013) bewilligten Graduiertenkollegs, die in den nächsten Jahren umfangreich gefördert werden. Sprecher des GRK ist Dr. Philipp Stoellger, Ordinarius für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Die DFG fördert das Projekt vorerst über 4,5 Jahre mit ca. 2,5 Millionen Euro. „Ich bin überzeugt, dass dieses Graduiertenkolleg ein wesentlicher Eckpfeiler für die weitere Entwicklung der vierten Profillinie der Universität Rostock Wissen – Kultur – Transformation darstellt“, gratulierte Rektor Professor Wolfgang Schareck. Zehn Professuren sind interdisziplinär an diesem GRK beteiligt. Jeder hätte sie gern, viele kämpfen darum, aber bisher ist weitgehend ungeklärt, was das ist: Deutungsmacht. „Dieses operativ gängige Konzept soll begrifflich, methodisch und in Fallstudien bearbeitet werden. Wie entsteht, funktioniert und vergeht Deutungsmacht, exemplarisch im Kontext von Religion und belief systems?“, erläutert Philipp Stoellger die Fragestellung des neuen GRK.

Anhand signifikanter Deutungsmachtkonstellationen und  -konflikte soll deren Genese und Geltung in Geschichte und Gegenwart untersucht werden, um zu klären: „was für eine Form oder Dimension von Macht ist Deutungsmacht? Was für Macht entwickeln Deutungen von Religionen bzw. ihren Vertretern oder anderer Institutionen“. „Deutungsmacht“, so Stoellger, „ist im Normalfall anerkannt und gilt, indem ihr gefolgt wird.“ Der Normalfall aber wird in pluralisierten Gesellschaften oft problematisch (zum Beispiel in der Krise der Kirchen). Dann entstehen Deutungsmachtkonflikte. „Der Anspruch einer Deutung auf Macht wird also begründungsbedürftig. In den exemplarischen Projekten sollen Interferenzen von Semantik, Pragmatik und Struktur von Deutungsmacht analysiert werden“, sagt Philipp Stoellger. Neben dem Integrierten Graduiertenkolleg im SFB 652, Kulturkontakt und Wissenschaftsdiskurs, Multimodal Smart Appliance Ensembles for Mobile Applications (MuSAMA) und Analyse und Simulation elektrischer Wechselwirkungen zwischen Implantaten und Biosystemen (WELISA) ist  Deutungsmacht. Religion und Belief Systems in Deutungsmachtkonflikten das fünfte Graduiertenkolleg an der Universität Rostock.

Der Seelsorger segelt mit – Auf der Gorch Fock

18. 12. 2012, faz.net, Andreas Groth. (Auszug)

Die "Gorch Fock", Foto: Martina Wichor (M.W.)Nach dem unglücklichen Tod einer Kadettin und zwei schwierigen Jahren des Umdenkens und Umstrukturierens ist die Gorch Fock erstmals wieder zu einem Ausbildungstörn in See gestochen. Künftig sollen Militärgeistliche für die Kadetten da sein. Die Gorch Fock ist für die deutsche Marine nicht irgendein Schiff. An Bord des 90 Meter langen Großseglers werden Offiziers- und Unteroffiziersanwärter für die künftigen Aufgaben als militärische Führer ausgebildet. Zugleich soll die schwimmende Ausbildungsstätte ein „Botschafter in Blau“ sein, sich also – wie ein Bundespräsident – aus dem operativen Geschäft heraushalten und mit den besten Grüßen der Bundesrepublik im Gepäck nach Übersee segeln. Der Ruf dieser Elitewerkstatt unter Segeln hat in den vergangenen zwei Jahren indes Schaden genommen. Den traurigen Höhepunkt bildete der unglückliche Tod einer Kadettin. Die Marine überprüfte darauf die Ausbildung und legte ein neues Konzept vor, zu dem auch die ausgebaute Präsenz eines Militärgeistlichen auf der Gorch Fock gehört. Anders als verschiedene Nachrichtenagenturen berichtet haben, werden in Zukunft ein katholischer und ein evangelischer Pfarrer aber nicht „ständig“ an Bord sein, sondern lediglich „häufiger“, so der Militärdekan im Marinekommando, Rainer Schadt. Außerdem sollen sich die zwei Geistlichen abwechseln. „Jedes Mal, wenn sie anlegt, sind wir da“, sagt Monsignore Schadt. So sehe das Idealbild aus. Die seelsorgerische Betreuung beginnt, bevor das Schiff in See sticht, an der Marineschule in Flensburg-Mürwick. Neben Nautik werden dort die angehenden Offiziere auch in Ethik unterrichtet. Allein der Eid, den sie schwören, markiere einen erklärungsbedürftigen „hohen ethischen Anspruch“, erläutert Schadt. Hinzu kommt die Beschäftigung mit den natürlichen Gefahren des Soldatenberufs, die auf hoher See nicht in der Fülle lauern wie auf dem Land. Der Tod ist dennoch auch dort ein denkbares Ende eines soldatischen Arbeitstags. Dazu muss kein Schuss abgegeben worden sein. Denn Soldaten bewegen sich in gefährlichen Lagen und gehen mit sensiblen Materialien um. Da passieren Unfälle. „Wir stehen sofort zur Verfügung, wenn ein Unglücksfall passiert“, versichert Schadt.

Justizministerin Kuder: „Die Nordkirche leistet einen wichtigen Beitrag in der Demokratie“

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU), zuständig für Kirchenangelegenheiten, würdigt auf dem Empfang der Nordkirche am Reformationstag gemeinsame Projekte

31.10.2012 – „Die Kirchen besitzen eine hohe ethische Prägekraft. Darum stehen Kirche und Staat auch in unserem Land seit 1990 partnerschaftlich Seite an Seite. Die christlichen Kirchen leisten einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft“, sagte Ministerin Kuder. Sie sprach sich dafür aus, dass Land und Kirche ihre Projekte fortführen. „Die „Tage der Ethischen Orientierung (TEO)“ sowie das Projekt „Kirche stärkt Demokratie“ sind im Kampf gegen rechtsextremistische Tendenzen von äußerster Wichtigkeit.“ Ministerin Kuder machte deutlich, sich auch weiterhin für die Unterstützung einzusetzen.“Als Justizministerin, die in Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist für Kirchenangelegenheiten, sehe ich die Kirchen zusammen mit den jüdischen Gemeinden als Ökumene. So bin ich nicht nur heute am Reformationstag für ihr Engagement dankbar. Die Nordkirche möchte ich aber heute hervorheben auch als ein Beweis dafür, dass Norddeutschland noch näher zusammenrücken kann.“Den Reformationstag nutzte die Justizministerin auch für einen Dank an alle ehrenamtlichen Gemeindemitglieder. „Bei der Kirchenmusik, in Kirchenbaufördervereinen oder bei der Initiative „Offene Kirche“ tragen sie dazu bei, dass unser Land Mecklenburg-Vorpommern für seine Einwohner und für die Urlauber kulturell attraktiv bleibt.“

8.10.2012 – „Gemeinsam unterwegs“ ist ein vom Katholischen Militärbischofsamt herausgegebenes Informationsheft, das auf 16 Seiten einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aufgaben und Angebote der Katholischen Militärseelsorge in der Deutschen Bundeswehr gibt.

Die Katholische Militärseelsorge

Die Militärseelsorge wirkt bereits seit fünf Jahrzehnten an der Schnittstelle von Kirche und Staat. Die spezifische Ausrichtung auf den Lebens- und Arbeitsbereich der Soldaten und ihrer Familien ist ein Teil des gesamtkirchlichen Seelsorgeauftrages. Überall, wo Soldaten sind, bieten haupt- und nebenamtliche Militärseelsorger ihre Dienste an. Egal, ob an Land oder auf See, zu Hause oder im Auslandseinsatz, suchen sie den Zugang zu den Menschen, um ihnen Unterstützung zu geben. Das katholische Militärpfarramt in Rostock ist für die Standorte Hanse-Kaserne, Hohe Düne (Marinestützpunkt) und Laage (Fliegerstaffel) zuständig. Weitere Pfarrämter in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich in Hagenow, Kramerhof, Neubrandenburg und Torgelow. Mehr unter: www.kmba.de

Veröffentlicht 28. August 2012 von Martina Wichor