Kunst/Kultur

Generationswechsel auf dem Töpferhof Hohenwoos

Der Töpferhof Hohenwoos ist „Partner des Biosphärenreservates“ seit 2011: Dirk Foitlänger vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V traf sich aus aktuellem Anlass mit Fritz und Hans-Heinrich Döscher in Hohenwoos.

Der 72-Jährige Fritz Döscher und der 27-Jährige Junior Hans-Heinrich Döscher vor dem Werkstatt-Café, Foto: Dirk FoitlängerDer 27-Jährige Junior Hans-Heinrich Döscher und der 72-Jährige Fritz Döscher vor dem Töpferhof , Foto: Dirk FoitlängerDirk Foitlänger: Moderatorin Heike Götz war im September bei Ihnen zu Gast und der Töpferhof zum Jahresende in der NDR-Landpartie zu sehen. Wie lief der Besuch ab?
Fritz Döscher: Es war ja nicht das erste Mal, dass wir im Fernsehen waren, aber die monatliche „Landpartie“ ist schon etwas Besonderes. Die Aufnahmen haben dann gar nicht so lange gedauert – für den siebenminütigen Beitrag hat der NDR ca. drei Stunden gebraucht. Übrigens wurden in der Sendung auch zwei weitere „Partnerbetriebe“ vorgestellt: die „1. Mecklenburger Obstbrand Gut Schwechow GmbH“ und der Campingplatz „Am Wiesengrund“ in Malliß.

Dirk Foitlänger: Sie durften als Junior-Chef mit Heike Götz töpfern – hat‘s geklappt?
Hans-Heinrich Döscher: Na klar, auch wenn ich kein gelernter „Pötter“ bin, so habe ich doch von Kindesbeinen an hier in der Werkstatt mit angepackt. Wir haben den Ton zum modellieren übrigens direkt aus der Tongrube nebenan geholt, die war im 13. Jahrhundert der Grundstein unseres geschichtsträchtigen Töpferhofes.

Dirk Foitlänger: Sie sind nach Ihrer Weltreise wieder hierher in den Südwesten Mecklenburgs zurückgekehrt – nun für immer?
Hans-Heinrich Döscher: Die acht Monate auf den verschiedenen Kontinenten waren eine einmalige Erfahrung und eine Gelegenheit, die sich mir wohl kaum wieder bieten wird. Auch wenn es sich etwas abgedroschen anhört: In Deutschland ist es doch am schönsten!

Dirk Foitlänger: Es ist ja schon länger geplant: Wann genau wird Ihr Sohn, Hans-Heinrich, den Töpferhof übernehmen?
Fritz Döscher: Als nun 72-Jähriger, der den Hof mit all seinen Höhen und Tiefen erlebt hat, könnte ich mir den Generationswechsel gar nicht passender vorstellen: Der Junior wird nun im neuen Jahr in meine Fußstapfen treten – als 27-Jähriger!

Dirk Foitlänger: Bleibt alles beim Alten?
Hans-Heinrich Döscher: Bewährtes, wie z.B. die monatlichen Themenmärkte, die Töpferei und das Café, werden mit Sicherheit beibehalten. Es wird jetzt auch erstmals ein Logo für den Töpferhof geben… Meine Vorstellungen gehen vor allem in Richtung „Erlebnistourismus für Jung und Alt“. Die Erfahrungen, die ich auf der BUGA in Schwerin sammeln konnte, kann ich hier gut anwenden. Auch das Thema Ökologische Landwirtschaft wird eine zunehmende Rolle spielen – nicht umsonst habe ich Agrarökologie in Rostock studiert. Auch das Projekt „Partnerbetriebe des Biosphärenreservates“ mit seinem Netzwerk will ich stärker nutzen. Unser neues Gesamtkonzept soll sich ‚in die Landschaft einfügen‘.

Dirk Foitlänger: Wie sehen Sie den Töpferhof im Jahr 2020?
Fritz Döscher: Als einen Ort, eine ökologische Insel, an dem unsere Besucher ‚Natur und Kultur‘ nachhaltig erlebbar gemacht bekommen.

Der Ludwig Reinhard Kulturpreis

Ludwig Reinhard, Zeichnung/Quelle: Pressestelle LK Ludwigslust-Parchim14.10.2013 – Ein wichtiges, jährlich wiederkehrendes Kulturereignis im Landkreis Ludwigslust-Parchim wirft seine Schatten voraus. Eine neunköpfige Jury hatte wie immer die schwere Aufgabe, aus den nominierten Kandidaten für den Ludwig-Reinhard-Kulturpreis (neun Vorschläge) den Preisträger zu ermitteln. Die Bekanntgabe und Verleihung und des Ludwig-Reinhard-Kulturpreises erfolgt am 30. Oktober um 18.30 Uhr im Gemeindehaus in Prislich, Willi-Fründt-Straße 22 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm, das die Breite und Vielfalt der Kulturarbeit in unserem  Landkreis widerspiegelt. Nominiert wurden für diesen Preis: die Theater gruppe „Pingelhof Späldeel“, aus Domsühl, Jana Horn vom Tanzstudio Hagenow,  Helmut Meyer, aus Holzkrug,  Hans-Joachim Sabban aus  Banzkow, Siegfried Hildebrandt aus  Siggelkow,  das „collegium musicum Parchim“, der Händelchor Parchim e.V., die Theatergruppe „Vier Jahreszeiten“ der Gemeinde Prislich und Knuth Wolfgram aus Ludwigslust.

Ludwig Reinhard (* 9. April 1805 in Mustin i. L.; † 19. Juli 1877 in Bolz; vollständiger Name: Ernst Ludwig August Reinhard) war ein deutscher Lehrer und 1848 Mitglied der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Er wurde als Sohn des evangelischen Pastors Heinrich Gottlieb Reinhard († 1809) und dessen Frau Henriette Jeanette, geb. Bornemann (Lebensdaten unbekannt) geboren. Nach dem Tode seines Vaters zog seine Mutter mit ihren vier Kindern nach Ratzeburg. Dort besuchte Reinhard die Domschule und studierte zunächst in Göttingen und ab Oktober 1825 in Rostock Theologie. 1822 wurde er Mitglied der „Alten Göttinger Burschenschaft“ und der Burschenschaft Allgemeinheit. Nach dem Studium war er 15 Jahre als Hauslehrer und später als Volksschulrektor und Konrektor in Ludwigslust tätig. Wegen seiner guten pädagogischen Fähigkeiten wurde Reinhard 1843 als Rektor an die Stadt- und Armenschule nach Boizenburg/Elbe berufen, um der herabgekommenen Schule aufzuhelfen. 1849 wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit (er war zusammen mit Hellmuth Wöhler Mitglied des Centralmärzvereins) seines Amtes enthoben. In der Folgezeit arbeitete Reinhard als Hauslehrer in Jessenitz und Bolz bei politisch gleichgesinnten Freunden. In Bolz schützte ihn der liberale Gutsbesitzer Müller vor weiteren Repressalien. Damals kam es zwischen Reinhard und Fritz Reuter zu einem Schriftwechsel. Fritz Reuter setzte Ludwig Reinhard in ‚Ut mine Stromtid als Avkat Rin ein literarisches Denkmal.

Von 1850 bis 1851 war er Redakteur der Zeitschrift Reformblatt für beide Mecklenburg in Rostock. 1851 verbüßte er eine Haftstrafe wegen Pressevergehens. Um 1860 trat Reinhard wieder politisch an die Öffentlichkeit. 1863 ging er nach Coburg und war dort bis 1866 Redakteur der „Allgemeinen Deutschen Arbeiterzeitung“. Er war politischer Autor und anonymer Herausgeber plattdeutscher Mundartdichtung. Ludwig Reinhard erlebte während seines Studiums in Göttingen im Jahr 1826 Heinrich Heine beim Vortrag seiner Harzreise und entwickelte sich zum Gegner der orthodoxen protestantischen Amtskirche. Er war eng befreundet mit Fritz Reuter, John Brinckman, Hoffmann von Fallersleben, Wilhelm Raabe-Parchim und Georg Adolph Demmler. 1848 wurde Reinhard im 4. Wahlkreis (Boizenburg/Elbe) des Landes Mecklenburg-Schwerin in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, der er vom 18. Mai 1848 bis zum 18. Juni 1849 angehörte. Am 7. Juli 1848 erweiterte er den Antrag auf Einrichtung eines Ausschusses für Kirchen- und Schulangelegenheiten um die Forderung nach einer besonderen Section für das Volksschulwesen, der er ab dem 12. Juli innerhalb der neu eingerichteten „Commission für das Unterrichts- und Volkserziehungswesen“ angehörte. Reinhard war Mitglied der Fraktion Donnersberg, für die er mehrfach als Redner im Plenum antrat. Die mecklenburgische Landesregierung berief Reinhard mit Schreiben vom 5. Juni 1849 widerrechtlich ab. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Reinhard wieder beim Gutsbesitzer Müller in Bolz, wo er am 19. Juni 1877 starb. Er wurde in der Familiengruft der Familie Müller auf dem Friedhof an der Dorfkirche Ruchow bei Sternberg beigesetzt. (Text aus: Wikipedia – Die Freie Enzyklopädie)

Die Musikschule „Johann Matthias  Sperger“ des Landkreises Ludwigslust-Parchim

Ein musikalisches Erbe wird angetreten

Logo/Quelle: Pressestelle LK Ludwigslust-Parchim14.10.2013 – Die Musikschule des Landkreises Ludwigslust-Parchim ist am 01.08.2013 durch die Fusion der bisherigen Kreismusikschulen Parchim/Lübz und „Johann Matthias Sperger“ Ludwigslust hervorgegangen. Die Kreismusikschule, welche am 27.10.2013 offiziell im Rahmen einer musikalischen Festwoche der Name des Komponisten und Musikers „Johann Matthias Sperger“ verliehen wird, versteht sich als eine öffentliche Bildungseinrichtung mit einer sorgfältig abgestimmten Konzeption und Struktur in Trägerschaft des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Musik verbindet

Die Angebote der jetzt neuen, gemeinsamen Musikschule des Landkreises Ludwigslust – Parchim sind offen für jedes Alter, es gibt keine Grenzen. Während der älteste Schüler der Schule bereits im Rentenalter ist, zählen die Jüngsten gerade 18 Monate. Mehr als 1.200 Schüler werden im gesamten Landkreis unterrichtet. Die vielfältigen Unterrichtsformen und nicht zuletzt auch eine sozial breit gestaffelte Gebührenordnung ermöglichen es jedem, der Spaß und Freude am Musizieren hat, den Unterricht an der Musikschule des Landkreises zu besuchen. Alle festangestellten Lehrer und ein großer Teil der freien Mitarbeiter verfügen über eine abgeschlossene Hochschulausbildung. Die Schüler haben die Qual der Wahl: eine große Bandbreite von Instrumenten steht zur Auswahl, aber auch Ensemblespiel und Theorieausbildung. Die Schüler erfahren einen modernen und qualitativ hochwertigen Unterricht, einen Unterricht der mit dem nötigen Ernst betrieben wird, aber auch sehr viel Freude bereitet. Das hohe Ausbildungsniveau dokumentieren die Schüler bei der Teilnahme an den verschiedensten Wettbewerben und bei öffentlichen Auftritten, die zum Musikschulalltag dazu gehören.

Johann Matthias Sperger

Ludwigslust entwickelte sich Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Zuzug des Hofes zu einer besonderen Kulturstadt. Noch vor der Errichtung des Schlosses ließ Herzog Friedrich eine für Mecklenburg ungewöhnliche Hofkirche errichten. Herzog Friedrich pflegte die geistliche Musik und so verlegte er 1767, noch während der Bauzeit der Hofkirche, die Mecklenburg-Schweriner Hofkapelle nach Ludwigslust. Viele namhafte Künstler wurden angeworben, die Hofkapelle zählte zu jener Zeit zu den besten deutschen Klangkörpern. Mit der Einweihung der Hofkirche, die heute Stadtkirche ist, wurde Ludwigslust zu einem Mittelpunkt der fortschrittlichen Kirchenmusikpflege. Eng mit dem Wirken der Hofkapelle verbunden sind Namen wie Antonio Rosetti, Carl August Friedrich Westenholtz, Louis Massonneau und Johann Matthias Sperger. Sperger selbst kam 1789 nach Ludwigslust an die Hofkapelle. Er wurde die führende Persönlichkeit der Wiener Kontrabass-Schule im Zeitalter der Wiener Klassik.

Überaus reich ist Spergers sinfonisches Schaffen, insgesamt 45 Sinfonien hat er geschrieben, zahlreiche Solokonzerte tragen seinen Namen. In Ludwigslust verfasste er noch sieben Kontrabasskonzerte, ein Fagottkonzert sowie kleinere Werke und Kantaten. Von seinen Werken findet eine Sinfonie besondere Beachtung, die als Gegenstück zu Joseph Haydns Abschiedssinfonie steht: die Ankunftssinfonie. Heute steht vor allem die internationale Johann-Matthias-Sperger-Gesellschaft für die Pflege des Erbes. Die Beachtung, die der internationale Sperger-Wettbewerb genießt, zeugt von der Lebendigkeit der Sperger-Werke. Der Kreismusikschule Ludwigslust wurde im Jahr 2003 aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens der Name dieses bedeutenden Musikers verliehen. Johann Matthias Sperger steht mit seinem Namen für Ideenreichtum, Kreativität, Virtuosität. Sein Name steht für Vielfalt im Umgang mit der Musik, für Schaffenskraft und Engagement. Er steht für das Traditionelle und gleichzeitig für das Moderne in der Musik. Diesen Ansprüchen hat sich die neue gemeinsame Musikschule des Landkreises Ludwigslust-Parchim verschrieben. Stolz geht sie mit dem Namen „Johann Matthias Sperger“ in die Zukunft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden die jeweils 60-jährige gute Arbeit der beiden Musikschulen nun unter einem Dach gemeinsam fortsetzen.

Im Elb-Frachter auf Party-Trip

Kulturpartnerschaft zwischen Metropolregion Hamburg und Thalia Theater: Conor McPhersons Stück „Rum und Wodka“ am 25. Oktober um 20 Uhr auf dem Museums- und Kulturschiff Minna im Boizenburger Hafen

Sven Schelker steht am 25. Oktober in Boizenburg auf der Bühne an Bord des Frachters Minna. Foto Thalia Theater 1.10.2013 – Schauspieler ohne Bühne, ganz nah und intensiv. An Orten, die selbst Geschichten erzählen und aufregend anders sind. Das Thalia Theater und die Metropolregion Hamburg laden 2013 erstmals dazu ein, Stücke zu erleben, die in realer Kulisse lebendig werden. Die wegen des Hochwassers an der Elbe ausgefallene Lesung wird nun nachgeholt. Zum Abschluss der Reihe spielt das Thalia Theater seine neueste Inszenierung: Conor McPhersons Stück „Rum und Wodka“ mit Sven Schelker auf Frachter Minna in Boizenburg an der Elbe. Minna ist viel rumgekommen mit ihren 93 Jahren. Arbeits- und erlebnisreiche Jahre auf der Elbe als Massenguttransporter zwischen Hamburg, Berlin und Magdeburg liegen hinter ihr. Schmal gebaut, ist sie heute nicht mehr geeignet für die moderne Transportwirtschaft, dafür aber ein aufregender Ort für zeitgenössische Jugend- und Kulturarbeit. Passend dazu nimmt uns Sven Schelker mit in die frühe Erwachsenenjahre eines jungen Mannes, der sich selbst ums die Zeit seiner Jugend gebracht hat. Weil er das Partygirl Mary geschwängert hat, nimmt das Leben des 24-jährigen Mannes eine ungewollt normale Wendung: Zwei Kinder, Reihenhaus im Vorort und ein tödlich langweiliger Job. Selbst noch halb Kind  und überfordert mit der Familienvaterrolle dreht er durch: Eines Freitag nachmittags wirft er den Computer aus dem Bürofenster und seinen Job hin. Doch statt seiner Frau zu beichten, dass der Versorger der Kleinfamilie versagt hat, lässt er sich mit seinen Freunden volllaufen. Der Alkohol: Ursprung und Lösung aller Probleme? Er begibt sich auf einen berauschten Trip durch ein Wochenende, in dessen Verlauf er sich auf ein Mädchen einlässt, einen Typen ins Krankenhaus prügelt und am Ende doch wieder in seinem Reihenhaus steht, am Bett seiner schlafenden Kinder und die eine Frage immer noch da ist: Wie bin ich hier her gekommen?

Die Metropolregion Hamburg und das Thalia Theater arbeiten 2013 erstmals zusammen, um den Kultur-Tourismus mit neuen Ideen aus der Stadt in den ländlichen Bereich zu erweitern. Unter dem Titel „Thalia Kulturlandschaften“ reisen Schauspieler aus dem Thalia Ensemble mit ausgesuchten Lesungen an besondere Orte in der Metropolregion. Dazu haben die Partner über 600 Kilometer zurückgelegt und außergewöhnliche Orte gefunden, die gemeinsam mit den Schauspielern eine stimmige Geschichte lebendig werden lassen. Ziel ist eine dauerhafte Kooperation des Thalia Theaters mit der Metropolregion und eine lebendig gelebte Nachbarschaft. Dazu sagte Jochen Strauch, Projektleiter dieser Kooperation beim Thalia-Theater bei der Pressekonferenz: „Wir werden zwar weltweit zu Gastspielen eingeladen, wissenaber um unsere Traditionen, um unsere Herkunft und Verwurzelung im Norden. Das Thalia möchte sich stärker in der Region engagieren, auch um neue Netzwerke im Bereich Tourismus und Kultur zu initiieren und zu knüpfen.“ Für Jakob Richter, Leiter der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg, ist dies ein „handfestes Ergebnis der Partnerschaft von Land und Stadt, das künstlerisch inspiriert ist und den eigenständigen Wert von Kultur ernst nimmt. Die Metropolregion Hamburg wird als lebenswerte Region erneut ein Stück aufgewertet. Außergewöhnliche Orte wie der Frachter Minna werden als einmalige Theater-Kulisse in den Fokus gerückt und die Elbregion lädt mit einem attraktiven Angebot einmal mehr zu einem Besuch ein.“

Karten unter: Tel: 038847-37847 oder info@kino-boizenburg.de, Kino-Club-Boizenburg e.V., Reichenstraße 19, 19258 Boizenburg/Elbe, Eintritt: 12,00 EUR / 5,00 EUR (ermäßigt) Mehr Informationen unter: metropolregion.hamburg.de/thaliakulturlandschaften  und   thalia-theater.de/kulturlandschaften.

Flusslandschaft Elbe – Festungsgewölbe in Dömitz wird Erlebnisausstellung

Dömitz_Festung_ReiKi, 3.6.2006, Quelle: R.Kirchner/WikipediaSchwerin 21.6.2013 – Mit 355.000 Euro fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) die Ausstellung „Im Grunde“ und damit die Erweiterung des Besucherinformationszentrums des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe M-V auf der Festung Dömitz. „Gezeigt werden im Festungsgewölbe die verschiedenen Formen der Landnutzung von früher und heute – etwa der historische Bergbau und die intensive Landnutzung – und wie sich diese Nutzungen auf das Grundwasser, die Elbe und die Ökosysteme des Bodens auswirken“, erläuterte Klaus Jarmatz, Leiter des Amtes für das Biosphärenreservat. Er erhielt am Freitag von Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Förderbescheid. Dr. Brickwedde: „Die neue Erlebnisausstellung soll den Bewohnern und Besuchern der Region den notwendigen Schutz des einmaligen Landschaftsraumes Elbe bewusst machen.“ Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus freut sich besonders über die Entscheidung der DBU, da er sich Ende letzten Jahres persönlich für dieses Projekt eingesetzt hat: „Die aktuelle Situation in den Hochwassergebieten an der Elbe macht deutlich, wie wichtig es sei, Fragen nach einer sinnvollen Nutzung von Flächen an der Elbe nachzugehen.“ Sein Ministerium stellt auch die erforderlichen Eigenmittel zur baulichen Sanierung der Kasematte Greif über Landes- und EU-Fördermittel zur Verfügung.“ Die Baumaßnahmen zur Sanierung der Kasematte „Greif“ sollen noch in diesem Jahr beginnen. Renate Vollbrecht, Bürgermeisterin der Stadt Dömitz zeigte sich ebenfalls erfreut über die einmalige Chance zur Sanierung und die damit verbundenenoch engereZusammenarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung: „Besucher können die Kasematte dann in einem möglichst ursprünglichen Zustand erleben und in der geplanten 450 Quadratmeter großen „Unter-Tage-Ausstellung“ auch viel über das Biosphärenreservat erfahren.“

Zur Ausstellung:

Zu sehen sein werden Exponate und Filme zu historischen, wirtschaftlichen, ökologischen und kulturellen Besonderheiten der Elbregion. Die Besucher könnten ihren eigenen Vorstellungen, Bedürfnissen und Verhaltensweisen „auf den Grund“ gehen und ihren persönlichen Beitrag zur Landschaftsgestaltung und -veränderung kritisch hinterfragen. „Im Grunde“ konzentriert sich auf das Wesentliche im Verhältnis von „Mensch und Biosphäre“, bietet überraschende Ideen, provokante Diskussionsansätze und abwechslungsreiche Handlungsfelder. Die Besucher werden auf emotionaler Weise und mit konkreten Beispielen aus der Region Dömitz zum Nachdenken, Schmunzeln, Umdenken und letztlich zum aktiven Handeln angeregt – entsprechend des Ansatzes einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Die Aufmerksamkeit der Kinder soll u.a. durch Animationen und interaktive Module zum spielerischen Entdecken geweckt werden. Vorgesehen ist unter anderem ein Suchspiel mit Schwarzlicht-Stirnlampen, mit denen sie versteckte, für erwachsene Besucher nicht sichtbare Informationen aufstöbern können.

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Umweltminister eröffnet Grenzwege-Parcours durch Geschichte und Natur

8.11.2012 – “Grenzwege Schlagsdorf – Lesezeichen in der Natur” heißt ein Parcours entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Am Donnerstag weihte der Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, die in Norddeutschland einmalige Route im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee ein. Sie besteht aus zwei Abschnitten von ca. 1,5 und 2,1 Kilometern. 14 Informationsstelen erklären wichtige Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem einstigen Grenzregime stehen. “Insbesondere als außerschulischer Lernort für die historisch-politische Bildungsarbeit sehe ich hier Chancen, neue Zielgruppen anzusprechen”, betonte der Minister bei der Eröffnung. “Auch die Möglichkeit, die historisch-politische Bildung mit Aspekten der Umweltbildung zu verbinden, betrachte ich als innovative Herausforderung.” Die Verknüpfung dieser Themen sei auch Ausdruck der Aufgaben von UNESCO-Biosphärenreservaten, die sich als Modellregionen für eine nachhaltige Regionalentwicklung, aber auch als Ort der Bildung verstehen.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 73.500 €, wovon etwa zwei Drittel durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert wurden. Außerdem beteiligten sich der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. als Träger, die Landeszentrale für politische Bildung, die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, der Landkreis Nordwestmecklenburg, der Grenzhus e.V. sowie das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee. Die Gemeinde Schlagsdorf und der Zweckverband “Schaalsee-Landschaft” stellten die Flächen zur Errichtung des Grenzparcours bereit. “Mauerbau und Mauerfall haben das Leben vieler Menschen in Ost und West nachhaltig beeinflusst”, sagte Dr. Till Backhaus. “Das Erinnern als Mahnung an diese Zeit, an das Leben an und mit der innerdeutschen Grenze, aber auch an das tödliche Grenzregime ist eine Aufgabe, der sich das GRENZHUS widmet.”

Das Museum habe sich zu einem der wichtigsten Einrichtungen dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt; ca. 10.000 Besucher werden alljährlich hier begrüßt. Im Mai 2011 hatte der Landwirtschafts- und Umweltminister einen Fördermittelbescheid für die Planungen zur inhaltlichen Neugestaltung des Museums übergeben. Dieses mit über 66.000 € aus LEADER-Mitteln geförderte Planungsprojekt ist ein echtes Gemeinschaftswerk, in dessen Ergebnis auch der Grenzwege-Parcours entstand. Für die Neugestaltung des Grenzhuses wurde ein Bedarf von ca. 1 Million € festgestellt. Diese Mittel könne das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz nicht allein aufbringen. Der Minister: “Ich sehe es als breite gesellschaftliche Aufgabe an, das GRENZHUS zu einem Ort der Information, der Aufklärung und Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur und dem Einfluss der Grenze auf den Naturraum zu entwickeln. Daher ist es meine ausdrückliche Bitte, dass sich an der Umsetzung dieser Konzeption neben unserem Bundesland auch der Bund und das Land Schleswig-Holstein beteiligen.”

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Veröffentlicht 16. August 2012 von Martina Wichor