Kirche

Schlotmann: Energie sparen auch in denkmalgeschützten Gebäuden

Schwerin 30.8.2013 – Einen Fördermittelbescheid in Höhe von 286.324 Euro übereichte Energieminister Volker Schlotmann heute an Pastor Albrecht Jax von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Bad Doberan. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert mit dem Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die energetische Sanierung des denkmalgeschützten ehemaligen Amtshauses nach der Klimaschutzrichtlinie. Schlotmann: „Die energetische Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Es gilt, die historische Fassade zu erhalten und dennoch ein modernes, energiesparendes Innenleben zu schaffen. Das kostet Geld und erfordert Kompromisse. Jedoch werden auch baukulturelle Denkmäler sich langfristig nur mit vertretbaren Energiekosten bewirtschaften lassen.“ Das ehemalige Amtshaus soll nach der Sanierung als „Haus der Begegnung, Bildung und Kultur“ sowohl für die Kirchgemeinde als auch für die öffentliche Nutzung bereit stehen. Um Energie einzusparen, soll ein eigenes Mini-Kraftwerk auf Biogas-Basis entstehen, wodurch Wärme und Strom zum Eigenverbrauch erzeugt werden können. Zudem soll eine moderne Heizungsanlage mit Fußbodenheizung, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine energieeffiziente Beleuchtungsanlage auf LED-Basis eingebaut werden. Eine intelligente automatische Energiesteuerung sowie Wärmedämmung runden das Projekt ab. Schlotmann: „Es gibt bereits einige wenige solcher Projekte im Denkmalbereich. Hier in Bad Doberan werden verschiedenste Maßnahmen zur Energieerzeugung und –einsparung verknüpft.“ Nach dem Umbau soll eine CO2-Einsparung von bis zu 30 Prozent und eine Energieeinsparung von 66.900 kWh pro Jahr erreicht werden. Insgesamt kostet der Umbau rund 2,9 Millionen Euro.

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Das Münster Bad Doberan

Auf der „Europäischen Route der Backsteingotik“ im Nordosten Deutschlands, nahe der alten Hansestadt Rostock, liegt das Bad Doberaner Münster, die im späten 13. Jahrhundert erbaute hochgotische Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters.

Das im Jahre 1171 gegründete Kloster hatte als erstes mecklenburgisches Kloster und landesfürstliche Hauptgrablege bereits im Mittelalter höchste politische und historische Bedeutung. Durch seine Kolonisationstätigkeit war es für die landeskulturelle und ökonomische Entwicklung Mecklenburgs von großer Wichtigkeit und wurde überdies zu einem Zentrum des christlichen Glaubens im Land. Die besondere Bedeutung des Klosters schlug sich entscheidend in Bau und Ausstattung des Münsters nieder. Die Innenausstattung blieb von Kriegswirren und Bilderstürmen weitgehend verschont. In keiner anderen Zisterzienserklosterkirche europaweit blieb eine reichere Originalausstattung erhalten. Auch nach der Reformation und Auflösung des Klosters im Jahre 1552 blieb die Kirche als Grabstätte der landesherrlichen Familie sowie als Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde weiterhin bestehen.

Das Münster Bad Doberan, die „Perle der norddeutschen Backsteingotik“, manchmal fälschlicherweise als Dom bezeichnet, ist ein Meisterwerk hochgotischer Baukunst. Es wurde auf einer sandig erdigen Spülinsel der späten Eiszeit im Zusammenfluss dreier Bäche in äußerst sumpfigem Umfeld errichtet und gilt als eine einmalige Symbiose aus einem Kathedralbau nach Vorbild der französischen Hochgotik – geprägt durch Vorgängerbauten der norddeutschen Backsteingotik und beeinflusst durch die Bauregeln der Zisterzienser. Es ist das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Über die Jahrhunderte war das Doberaner Münster beliebte Grablege mecklenburgischer Herzöge und vieler Adliger und stand daher immer unter besonderem Schutz. Viele Stiftungen ermöglichten den großzügigen Bau und Unterhalt des Münsters.

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Münster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim Kloock

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Münster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockBeinhaus in der Klosteranlage, Foto: Joachim KloockBeinhaus in der Klosteranlage, Foto: Joachim Kloock

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Münster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockMünster Bad Doberan, Foto: Joachim KloockBeinhaus in der Klosteranlage, Foto: Joachim KloockBeinhaus in der Klosteranlage, Foto: Joachim Kloock

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Das Doberaner Münster besitzt die reichste Innenausstattung aller Zisterzienserklosterkirchen europaweit und ist somit von hohem internationalem Rang. Augrund dieser Bedeutung wird derzeit ein Antrag auf Aufnahme der mittealterlichen Ausstattung in das Welterbe der UNESCO vorbereitet.

Bemerkenswert unter der Fülle der Ausstattungsstücke sind unter anderem der Hochaltar als ältester deutscher Flügelaltar (um 1300), der monumentale Lettner-Kreuzaltar (um 1360/70), der Kelchschrank (um 1300), der Leuchter mit spätromanischer Marienfigur (ab ca. 1300) und die Grabplastik der dänischen Königin Margarethe Sambiria (um 1300).  Durch die vorerst geringe Bedeutung Doberans nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1552, wirkten die Erneuerungsphasen der Renaissance, des Barocks und des Rokoko auf Bau und Ausstattung kaum. In der Gesamtbetrachtung von 700 Jahren, beeinflussten Kriegswirren und weitere Konflikte den Verlust und die Beschädigung des Kircheninventars – ausgenommen dem 30jährigen Krieg – in vergleichweise geringem Maße.

Die weitreichende Geschichte des Doberaner Münsters lässt sich an dieser Stelle nicht darstellen. Aus dem Grund verweise ich auf die Homepage http://www.muenster-doberan.de. Hier können Interessierte unter anderem über die ursprüngliche Dachkonstruktion, das alte und neue Glockengeläut, die Generalrestaurierungen, die Klosterkirche und die Klosteranlage, worin das Beinhaus als achtseitiger, schlanker Backsteinbau wohl das bekannteste Gebäude ist, nachlesen.

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5. Mai 3013, ab 10.00 Uhr, Münster Bad Doberan

16. Biker-Gottesdienst

Ostseebad Rerik: Uecker-Glockenweihe am 31. März

wglocke035Ab dem 31. März gibt es wieder ein Dreier-Glockengeläut in Rerik. Dann werden die zwei neuen Glocken eingeweiht, die vom Maler und Objektkünstler Günther Uecker für die Reriker Kirche gestaltet worden sind. Die Glocken werden am Ostersonntag um 10.00 Uhr bei einem Gottesdienst geweiht, bei dem auch Uecker selbst anwesend sein wird. Er wuchs in der Nähe von Rerik, auf der Halbinsel Wustrow, auf. Auf der größeren Glocke sind Tautropfen und segnende Hände zu sehen, die andere Glocke zieren Nägel, die einen Fries formen. Die Uecker-Glocken sollen zwei ältere Bronzeglocken ersetzen, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurden. Weitere Informationen: www.rerik.de

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Eine neue Glocke für die Friedhofskapelle

Eine im November 2011 in der Glockengießerei Bachert gegossene und am 17. September 2012 montierte Glocke verrichtet nun ihren Dienst

Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahre 1952 wurde der Kirchgemeinde Doberan vom Oberkirchenrat eine kleine Glocke für die 1938 errichtete Friedhofskapelle überstellt. „Jahrzehntelang tat sie in dem offenen Dachreiter läutetechnisch unzureichend und klanglich entsprechend unschön ihren Dienst.“, so Claus Peter, Glockensachverständiger aus Hamm (Westfahlen). Der Dachreiter ist nur schwierig über das Dach der Kapelle zu erreichen. Doch die Überraschung war damals groß, so der Experte: Es handelt sich um eine kleine, aber nicht minder wertvolle Glocke mit einer Inschrift in gotischen Minuskeln, deren Schriftgestaltung eine sichere Datierung ins 15. Jahrhundert erlaubt. Auf der Flanke der Glocke fand sich eine für die geringen Ausmaße der Glocke schon fast zu groß wirkende Darstellung des mecklenburgischen Wappens.

Diese mittelalterliche Glocke wurde nun in das Münster überführt, um dort später hauptsächlich zu Andachten und besonderen Anlässen zu erklingen. Sobald die notwendigen Arbeiten an dieser Glocke erfolgt sind und diese montiert ist, wird im Newsletter ausführlicher über diese Glocke informiert.

An ihrer Stelle ist in der Friedhofskapelle nun eine kleine, im November 2011 in der Karlsruher Glockengießerei Bachert gegossene Glocke (Foto), die am 17. September 2012 von der Firma Udo Griwahn Turmuhren- und Läuteanlagenbau montiert wurde und nun ihren Dienst tun. Sanierungsarbeiten am Dachreiter der Friedhofskapelle und die Erneuerung der Aufhängung (Glockenjoch) und der Glockenantriebstechnik wurden vorab notwendig.

Sie neue Glocke trägt die Inschrift: + ICH WEISS DASS MEIN ERLÖSER LEBT + DOBERAN ANNO DOMINI 2011.

Neue Viertelschlagglocke der Münsteruhr ist da

Vierter Glockenneuguss für Bad Doberan in zwei Jahren – Jahrzehntelanges Schweigen der Schlagglocke hat im nächsten Jahr ein Ende
Im Rahmen der Bau- und Restaurierungsmaßnahmen am Doberaner Münster liegt das Augenmerk derzeit weiterhin bei der Vervollständigung der Glocken. Einige Einheimische und Gäste wunderten sich bereits über einen weiteren neu eingetroffenen frisch glänzenden Klangkörper für das Münster. Die Glocken seien doch bereits im Glockenstuhl und geweiht. Es handelt sich beim Neuankömmling allerdings nicht um eine Geläutglocke, die zum Gottesdienst und anderen kirchlichen Anlässen läutet, diese kleinere Bronzeglocke mit rund 200 kg Gewicht wird den Viertelstundenschlag der Uhr am Westgiebel wieder ermöglichen.

Seit rund 40 Jahren ist dieser nicht mehr erklungen. Aufgrund von Spannungen und Volumenerweiterungen durch Rost an der schadhaften, aber damals nicht zugänglichen Aufhängung und einer Verkantung der Glocke, erfolgte bereits Anfang der 1970er Jahren der Absturz vom Westgiebel aus etwa 30 m Höhe. Der in mehrere Scherben zerbrochenen Glocke fehlten der Aufhängeknauf, ein großes Stück in der Haube und ein weiteres im Schlagring. Nach langer Zwischenlagerung auf dem Münsterdachboden war diese Glocke in den letzten Jahren, in mehreren Teilen zusammengesetzt, im Eingangsbereich des Münsters zu sehen. Die Glocke hätte zwar unter Nachguss der abhanden gekommenen Scherben durch Schweißen wiederhergestellt werden können. Da jedoch die vielen Schweißnähte die Glocke völlig entstellt hätten und der Text dadurch nicht mehr zu erschließen wäre, wurde nach aufwendiger Vorbereitung am 11. Mai 2012 ein Faksimile (Kopie) in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen.

Die Bruchstücke des Originals und die Kopie stehen nun nebeneinander im Zugangsbereich vom südlichen Querhaus zum Langhaus. Da in diesem Jahr zunächst Sanierungsmaßnahmen im Turmbereich stattfinden, wird erst im kommenden Jahr die Westfassade bis hoch in den Giebel eingerüstet. Die neue Viertelstundenglocke sowie die intakte große Stundenglocke von 1831 werden dann mit sanierter Überdachung sowie überarbeiteter bzw. rekonstruierter Halterung (19. Jh.) und Mechanismus wieder angebracht. Eine neue Wartungsöffnung im Giebel wird erstmals die regelmäßige Überprüfung und Pflege von Schlagglocken und Mechanismus ermöglichen.

Die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde und der Münsterbauverein bedanken sich für alle Spenden für den Neuguss und sind für weitere Unterstützung zur Wiederherstellung des Mechanismus des Schlagwerks sehr dankbar!

Die Viertelstundenglocke trägt auf der Flanke folgenden Text: DER GEMEINE ZU DOBERAN / IST DIESE GLOCKE VEREHRT / DURCH DEN GROSSHERZOG / FRIEDRICH FRANZ / VON MECKLENBURG. Die letzte Zeile begleiten zwei Blätter links u. rechts. Gegenüber steht: GEGOSSEN VON SIMON ZACH / IN STRALSUND IM IAHR CHRISTI 1831.

Weiterhin sind auf der Glocke das Doberaner Wappen mit Hirsch, Schwan und Abtsstab sowie das siebenteilige großherzogliche Wappen abgebildet.

Martin Heider, Münsterverwaltung

Veröffentlicht 16. August 2012 von Martina Wichor