Persönlichkeit

Stephan Jakob Heinrich Jantzen

(* 20. Juli 1827 in Warnemünde; † 19. Juli 1913 ebenda) war ein Seemann, Lotsenkommandeur und Seenotretter.

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Stephan Jantzen vor dem Jahr 1870, Quelle: http://www.ende-genealogy.de/radeloff/images/sb2e28.htmMuseumsleiterin Carmen Rottmann mit einem Portrait des Lotsenkommandeurs Stephan Jantzen im Heimatmuseum Warnemünde, Foto: Joachim KloockHeimatmuseum Warnemünde, Foto: Joachim KloockEisbrecher Stephan Jantzen, Foto: Joachim KloockSeenotkreuzer "Vormann Jantzen" in Warnemünde, 16. August 2011, Quelle: Eigenes Werk von EM311/WikipediaGrab Stephan Jantzen, Foto: Martina Wichor

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Nach seiner Konfirmation ging Stephan Jantzen im Alter von 14 Jahren zur See und musterte auf der Rostocker Galeasse „Argo“ als Schiffsjunge an. Bald schon wurde Jantzen zunächst Leichtmatrose, später dann Vollmatrose, und nach sechs Jahren legte er die Prüfung zum Steuermann auf großer Fahrt ab. In den folgenden sieben Jahren fuhr er auf drei verschiedenen Rostocker Schiffen als Erster Steuermann. Bereits zu dieser Zeit erwarb sich Jantzen den Ruf der Unerschrockenheit und Kühnheit. So ist überliefert, dass er während einer Fahrt nach New York über Wochen als einziges Besatzungsmitglied dem an Schwarzen Pocken erkrankten Kapitän Hilfe leistete. 1854 heiratete Jantzen die Warnemünderin Marie Susemihl, 1856 erhielt er das Patent zum Schiffer auf großer Fahrt und wurde im gleichen Jahr Kapitän der 38-Meter-Bark „Johannes Keppler“. Mit diesem Schiff umsegelte in der Zeit von Dezember 1856 bis 1866 insgesamt zweimal die Erde – meistens begleitet von seiner Frau und seinem erstgeborenen Sohn Magnus. Der zweite Sohn Varelius wurde auf einer der Reisen an Bord geboren. Beide Söhne Jantzens wurden später ebenfalls Seeleute.

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Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Kloock Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc

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Im Juni 1863 kam Jantzen mit seiner Bark an der Küste Nordamerikas in die Nähe eines portugiesischen Schiffes, das nach einer Kollision mit einem anderen Schiff zu sinken drohte. Zusammen mit seiner Besatzung gelang es Jantzen, die 14-köpfige Mannschaft zu retten. Für diese Rettungsaktion wurde Stephan Jantzen vom portugiesischen König mit dem „Jesus-Christus-Orden“ ausgezeichnet. Als Jantzen im März des Jahres 1866 vom Rat der Stadt zum Lotsenkommandeur von Warnemünde gewählt worden war, verkaufte er die „Johannes Keppler“. Die hohe Wertschätzung und das Vertrauen, welches man Jantzen entgegenbrachte, spiegelte sich in der Tatsache wider, dass er bereits vor seinem 40. Lebensjahr zum Lotsenkommandeur ernannt wurde, ein gemeinhin unübliches Alter für diese Aufgabe. Zur damaligen Zeit war es oftmals üblich, dass die Lotsenkommandeure gleichzeitig auch die Aufgabe der Vormänner der lokalen Seenotrettungsstationen der seinerzeit noch jungen Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) übernahmen. So fanden viele Rettungseinsätze der Station Warnemünde unter der Leitung Stephan Jantzens statt. Viele dieser Einsätze zeigten erneut die Tapferkeit und Selbstlosigkeit dieses Mannes. Bekannt ist beispielsweise eine Rettungsaktion im November 1872, als Jantzen große Umsicht bei der Bergung einer Familie mit einem Raketenapparat während einer Sturmflut bewies, und mit seiner Mannschaft sechs Personen in Sicherheit bringen konnte. Selbst mehrfache Kenterungen der von ihm geführten Rettungsboote hielten Jantzen nicht davon ab, immer wieder unter Einsatz des eigenen Lebens Rettungseinsätze zu fahren.

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Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc

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Für seine Einsätze erhielt Jantzen vielfach Ehrungen aus dem In- und Ausland. So empfing er vom schwedischen König das „Gustav-Vasa-Kreuz“, die dänische „Goldene Medaille für Edeltat“ (siehe oben), vom deutschen Kaiser Wilhelm I. den „Kronen-Orden IV. Klasse“, vom Großherzog von Oldenburg das Ritterkreuz. Weitere Auszeichnungen waren das „Kreuz der Wendischen Krone“ vom Fürstenhaus aus Mecklenburg, die Mecklenburg-Schweriner Rettungsmedaille, die russische Rettungsmedaille sowie die Große Goldene Rettungsmedaille der DGzRS. Seine Lotsen redeten Jantzen respektvoll mit „Herr Kommandür“ an, in seiner Heimatstadt hatte er den Spitznamen „der Großherzog“. Außerdem wurden ihm diverse Ehrenfunktionen angetragen. So war Jantzen ab 1867 Vertreter der Vaterländischen Feuerversicherung in Warnemünde, verwaltete von 1889 bis 1909 die „Stiftung für Wittwen und Waisen zur See verunglückter Warnemünder“, war Vorsitzender des Fischereivereins von Warnemünde und von 1890 bis zu seinem Tod Beisitzer einer Kommission zur Untersuchung von Seeunfällen, dem Reichsoberseeamt in Berlin.

(Aus: Wikipedia, Die Freie Enzyklopädie)

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Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Kloock Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde. Die Originalkleidung der damaligen Rettungskräfte. Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Stephan Jantzen Ehrung, 19. 7. 2013, Kurhausgarten Warnemünde, Foto: Joachim Klooc Seeseitiger Aufzug des Seenotkreuzers "Vormann Jantzen" mit Feuerlöschübung bei Beleuchtung. Auf der Ostsee vor Warnemünde am 19. 7. 2013, Foto: Joachim Kloock Seeseitiger Aufzug des Seenotkreuzers "Vormann Jantzen" mit Feuerlöschübung bei Beleuchtung. Auf der Ostsee vor Warnemünde am 19. 7. 2013, Foto: Joachim Kloock

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Aber auch nach seinem Tod, der nach einer kurzen Krankheit am 19. Juli 1913 eintrat, wurde Stephan Jantzen geehrt. So zum Beispiel durch die Benennung einer Straße und eines Parks in Warnemünde sowie eines Straßenrings im Rostocker Stadtteil Schmarl mit seinem Namen. Es gibt das Stephan-Jantzen-Gymnasium in Rostock, und auch mit der Taufe des größten Eisbrechers der DDR auf den Namen Stephan Jantzen sowie eines Seenotkreuzers der DGzRS auf den Namen Vormann Jantzen wird an den Lotsenkommandeur und Seenotretter erinnert. Am 19. 7. 2013 – innerhalb der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag – wurde im Kurhausgarten die „Stephan-Jantzen-Suite“ mit Van Sander, Jobst Mehlan, Egon Linde, Peter Schmidt, dem Tanzatelier Luna, Mitgliedern des Freien Studentenorchesters Rostock, den Pferdefreunden Ostseeküste und Wolfgang Fiedler aufgeführt (siehe aktuelle Fotos von Joachim Kloock). Mit der Inszenierung „Stephan Jantzen – Weiße Pferde am Strand“, eine Multimediashow, die aus der von Ola van Sander komponierten Bühnenmusik, Textpassagen aus dem Buch und sensationellen historischen Filmaufnahmen aus Warnemünde und Rostock besteht, wird ebenfalls an den Lotsenkommandeur zurück gedacht. Auch mit dem neuesten Werk, der Rockoper „Stephan Jantzen – Die Flut“ von Michael Terpitz, Ola van Sander und Lutz Riemann, wird Interessierten das Leben der Warnemünder Persönlichkeit nahe gebracht.

Veröffentlicht 25. Juli 2013 von Martina Wichor