Kunst/Kultur

Ausstellungseröffnung im “Kröpeliner Tor” – Der Colorclub präsentiert Licht und Schatten

Purps-Kreuzgang_im_Naumburger_Dom_Presse23.6.2014 – Am Dienstag, den 1. Juli, wird um 17 Uhr im Kröpeliner Tor die Ausstellung „Licht und Schatten“ des Colorclubs Rostock eröffnet. Der Colorclub wurde vor über 40 Jahren als reiner Farbdiaclub gegründet. Er hat heute etwa 20 aktive Mitglieder, die sich einmal im Monat treffen. Jedes Jahr führt der Club eine gemeinsame Wochenend-Exkursion durch und legt das neue Thema für eine Fotoausstellung fest. Das diesjährige Thema „Licht und Schatten“ hat im Colorclub viele Diskussionen ausgelöst, denn: Was ist Licht und was Schatten? Ein Jahr lang wurden einander Bilder präsentiert, darüber diskutiert und so viele neue Ideen eingebracht. Das Goethe-Zitat: „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten“ wird meist im übertragenen Sinne gebraucht. Der Colorclub hat sich für die fotografische Umsetzung entschieden, also eine Bildgestaltung durch Licht und Schatten. Dabei sollte die Vielfalt deutlich werden, die in den unterschiedlichen Bereichen des Lebens vorkommt – etwa der Lichteinfall in Innenräume von Gebäuden, Kirchen und Gewölbegängen, Spiegelungen von Gläsern und vieles mehr. Eine andere Variante ist der doppelte Schatten als „Sonnenuhr“. Weitere Fotos stellen Geländer im Gegenlicht dar oder lassen den Schatten erkennen, den der Fotograf selbst wirft. Ein Bild zeigt, wie verfremdet die Nikolaikirche im Nebel wirkt. Weitere Beispiele sind stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen sowie Silhouetten, so bei den „Deichläufern“ und bei „Wasser im Ohr“. Die Ausstellung ist bis zum 31. August zu sehen. Das Kröpeliner Tor hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Ausstellung im Kulturhistorischen Museum in Rostock zur Geschichte des Ersten Weltkrieges eröffnet

12.6.2014 Vom 13. Juni bis 21. September 2014 widmet sich das Kulturhistorische Museum Rostock in seiner neuen Ausstellung „Für den Kaiser an die Front. Rostocker und Mecklenburger im Ersten Weltkrieg“ einem Thema der Stadt- und Landesgeschichte. Im Zentrum steht eines der am stärksten prägenden Ereignisse der europäischen Geschichte: der Erste Weltkrieg (1914-1918). 1914 zogen die Deutschen begeistert in den Krieg. Von der kaiserlichen Regierung als Verteidigung gegen Russland dargestellt, sahen viele, vor allem in den Städten, den Kampf als nationale Pflicht. Am 1. August wurde die Mobilmachung verkündet. Vor den Redaktionen und Litfaßsäulen drängten sich die Menschen. Der Rede Kaiser Wilhelms II. folgte spontaner Jubel. Andere Deutsche reagierten ablebend. Hunderttausende hatten noch im Juli für den Frieden demonstriert. Dennoch unterstützte die Mehrheit der Parteien nun den Krieg. Der Erste Weltkrieg spielte sich aber nicht nur in den Stellungen und Gräben an den Fronten ab. Er hinterließ auch im vermeintlich unberührten Hinterland seine Spuren. Am Beispiel der Seestadt Rostock und des Landes Mecklenburg wird untersucht, wie der Kriegsalltag das Leben der städtischen und ländlichen Bevölkerung beeinflusste. Ereignisse, Begebenheiten und Probleme der Einwohner in den Jahren von 1914 bis 1918 stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Zur Exposition erscheint im Rostocker Hinstorff Verlag ein Begleitband.

Hausbaumhaus in Rostock wieder geöffnet

14.4.2014 – Als eines der ältesten Kaufmannshäuser der Hansestadt Rostock lädt das Hausbaumhaus wieder zu Besichtigungen und Führungen ein. Ab morgen sind Rostockerinnen und Rostocker sowie Besucherinnen und Besucher  unserer Hansestadt herzlich eingeladen, die besondere Architektur des historischen Gebäudes rund um den Hausbaum zu erleben. Zunächst wird das Haus für die Frühjahrs- und Sommermonate, bis einschließlich September, von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 11.00 bis 15.00 Uhr offen stehen. Das historische Gebäude kann kostenlos besichtigt werden, eine fach- und sachkundige Mitarbeiterin des Eigenbetriebes Kommunale Objektbewirtschaftung und –entwicklung (KOE) steht für Führungen und Fragen zur Verfügung.

Ausstellung „Was wäre, wenn… 70 fotografische Gegenüberstellungen zur Atomkraft aus Brokdorf, Norddeutschland und Tschernobyl“ vom 16. April bis 29. Juni 2014 im Kröpeliner Tor in Rostock zu sehen

MutterMitKind, Foto: Alexander Neureuter11.4.2014 – Seit Oktober 2012 ist die Fotoausstellung „Was wäre, wenn…“ in Norddeutschland auf Tour. In 70 berührenden Fotografien aus Brokdorf, Norddeutschland und Tschernobyl zeigt sie eindrücklich, welche Auswirkungen ein schwerer Atomunfall im AKW Brokdorf auf die Region Norddeutschland und sogar ganz Europa haben könnte. Der Umweltjournalist  und Fotograf Alexander Neureuter aus Gatow hatte in seiner Fotoausstellung „So lang’s noch nicht zu spät ist“ gezeigt, wie es heute rund um Tschernobyl aussieht. Er führte die Folgen eines Super-Gau vor Augen. In der neuen Ausstellung werden den Tschernobyl-Motiven jeweils vergleichbare Szenen aus Norddeutschland gegenübergestellt, beispielsweise einem menschenleeren Riesenrad in Pripyat ein Riesenrad auf dem Hamburger Dom inmitten der fröhlichen JahrmarktsbesucherInnen. Die zentrale Botschaft der Bilder lautet: Das AKW Brokdorf ist weiterhin am Netz und stellt ein fast vergessenes Gefährdungspotential dar. Bei einer Havarie mit Nuklidfreisetzung würden ungeahnt große Flächen im dicht besiedelten Europa kontaminiert und dauerhaft unbewohnbar werden. Ein Brokdorf-Unfall ist keine lokale Angelegenheit – und der Super-Gau in Tschernobyl schon fast vergessene Realität. Die Ausstellung wurde von „ausgestrahlt e.V.“ Hamburg erstellt. Das Kröpeliner Tor ist täglich außer an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Dauerausstellung „Niederländische Kunst“ im Kulturhistorischen Museum Rostock neu gestaltet

13.3.2014 – Nach Umgestaltung und Modernisierung präsentiert das Kulturhistorische Museum Rostock jetzt seine Dauerausstellung „Niederländische Kunst“ inhaltlich und gestalterisch in neuem Gewand. Damit ist ein weiteres überregional bedeutendes Highlight für Rostocker und Gäste der Stadt neu gestaltet wieder zugänglich. Die Sammlung niederländischer Kunst des Kulturhistorischen Museums Rostock gehört zu den wichtigsten Sammlungen in Norddeutschland und ist einmalig im Nordosten der Bundesrepublik. Die ungewöhnlich zahlreiche  Kollektion von Gemälden wird durch eine umfangreiche Sammlung von Grafiken ergänzt. Die neu gestaltete und technisch modernisierte Dauerausstellung präsentiert sich den Besucherinnen und Besuchern in neuer und ergänzter Hängung. Neben Gemälden von Dou, Hondecoeter, Ruysdael und Gruyter und anderen bietet sie nun erstmals auch die Möglichkeit, Beispiele aus der bedeutenden Sammlung niederländischer Grafik zu präsentieren, darunter Werke von Grafiken von Ostade, Berchem, Rembrandt und van Dyck. Im Gegensatz zur Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin, die auf fürstliche Erwerbungen zurückgeht, entstand die Rostocker Kollektion im Ergebnis bürgerlicher Sammeltätigkeit. Basierend auf Schenkungen bedeutender Rostocker Familien im späten 19. Jahrhundert wuchs ein Bestand, der einen Überblick über die bürgerliche Sammeltätigkeit im 18.  und 19. Jahrhundert bietet.

Die Auswahl ermöglicht anhand der einzelnen Genres einen Überblick über die Entwicklung der Malerei in den Niederlanden seit dem Goldenen Zeitalter und präsentiert die bedeutenden Stücke aus den Beständen des Museums. Der ganze Reichtum des Lebens in der Natur und der Gesellschaft fand sich in den Gattungen der Malerei des Goldenen Zeitalters wieder. Bildnisse und Gruppenbilder waren gefragt, noch mehr die mit erlesenen Farben versehene Interieurmalerei mit Menschen in Innenräumen wie in der „Musikalischen Unterhaltung“ von N. Verkolje oder auch die Genredarstellungen von A. van Ostade und C. Bega. Andere bildeten ihre Meisterschaft im Tierbild aus, wie der unter dem Einfluss von P. Potter stehende F. v. Severdonck. Selbst das Stillleben, so von W. Kalf und W.  van Aelst, erhält nun eine wichtige Rolle im holländischen Themenspektrum: Ein ganz besonderes Werk schuf die Schülerin van AelstsR. Ruysch mit ihrem „Stillleben mit Insekten“. Die Landschaftsmalerei, wie von S. van Ruisdael und J. Brueghel d. J., fand großes Interesse. Das Seestück kündete von der Handels- und Seemacht.  Der in ganz Europa geschätzte Marinemaler L. Backhuysen inspirierte J. W. Gruyter und A. Hulk noch im 19. Jahrhundert zu ihren Werken. Die Historienmalerei, wie von P. J. van Laar und K. Dujardin, hatte trotz aller Neuerungen in der niederländischen Malerei die oberste Ebene in der Hierarchie der Gattungen behauptet.

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Start des Wettbewerbs „Kunst im Petriviertel“

Wohnen im Petriviertel, Foto: Joachim KloockWohnen im Petriviertel, Foto: Joachim KloockWohnen im Petriviertel, Foto: Joachim KloockWohnen im Petriviertel, Foto: Joachim KloockWohnen im Petriviertel, Foto: Joachim KloockWohnen im Petriviertel, Foto: Joachim Kloock

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17.2.2014 – Der Realisierungswettbewerb für Kunstwerke im öffentlichen Raum des Petriviertels kann starten. Die Hansestadt Rostock möchte im Petriviertel ein qualitativ hochwertiges, architektonisch, ökologisch und energetisch beispielhaftes innerstädtisches Wohngebiet mit hoher Nutzungsqualität und -vielfalt entwickeln. Zentrales Thema dabei ist zum einen die bauliche Wiederbesetzung eines bedeutenden Ortes der Stadtgeschichte. Zum anderen gelten die gleichen qualitativ hohen Ansprüche auch für das öffentliche Umfeld der neu entstehenden Wohnquartiere. In die Vorbereitung des Realisierungswettbewerbs für Kunstwerke hatte das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen die Stadtverwaltung, die städtischen Gremien, den Ortsbeirat und nicht zuletzt den Kunstbeirat der Hansestadt einbezogen, damit alle wichtigen Aspekte in der Aufgabenstellung Berücksichtigung finden. Im Rahmen eines offenen, deutschlandweiten Wettbewerbs werden nun in der ersten Phase die Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern mit ihren Referenzen erwartet. Darüber hinaus wurden auf Empfehlung des Kunstbeirats Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme am Wettbewerb aufgefordert, die auf ein breites Spektrum an Realisierungen im öffentlichen Raum zurückblicken können. Aus dem Kreis der Bewerbungen wählt ein Preisgericht im Mai zwölf Wettbewerbsteilnehmer aus.

„Wir möchten die Rostockerinnen und Rostocker zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen. Dabei werden sich die ausgewählten Wettbewerbsteilnehmer der Öffentlichkeit vorstellen und mit den Einwohnerinnen und Einwohnern über ihre Erwartungen an Kunst in diesem Stadtraum ins Gespräch kommen“, stellt sich Oberbürgermeister Roland Methling eine solche Veranstaltung vor. Danach geht der Wettbewerb in die zweite Phase, in deren Ergebnis für drei Standorte im Petriviertel Gestaltungsvorschläge vorliegen werden. Die Ergebnisse des künstlerischen Wettbewerbes werden nach der Preisgerichtssitzung, die planmäßig im November 2014 stattfinden soll, in einer Ausstellung präsentiert.  Der Auslobungstext für den Realisierungswettbewerb wird am 18. Februar 2014 bundesweit veröffentlicht. Auf der Internetseite der Hansestadt Rostock unter http://www.rostock.de/ausschreibungen sowie bei der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) unter http://www.rgs-rostock.de/ausschreibungen/wettbewerbe.html steht die Auslobung dann als Download zur Verfügung.

Bürgerentscheid zum Traditionsschiff könnte Bürgerschaftsbeschlüsse korrigieren

Traditionsschiff-Museum, Foto Joachim KloockTraditionsschiff "Typ Frieden"/Museumsschiff, IGA-Park Rostock-Schmarl, Foto: Joachim Kloock10.2.2014 – Die Rostockerinnen und Rostocker sollen am 25. Mai 2014 nicht nur über die künftigen Mitglieder des Europaparlaments und der Bürgerschaft abstimmen können, sondern auch darüber, ob das Traditionsschiff künftig seinen Liegeplatz im Stadthafen haben soll. Diesen Vorschlag hat Oberbürgermeister Roland Methling jetzt der Bürgerschaft vorgelegt. Die Verwaltung setzt damit den Entscheidungsprozess zu einem Bürgerbegehren fort, das im August 2010 Unterschriftenlisten zur Verlegung des Traditionsschiffes vorgelegt hat.  „Die Untersuchungen zum Museumskonzept und die nun vorgelegten Vorstellungen zur künftigen Entwicklung des IGA Parks haben das Bürgerbegehren nicht überflüssig gemacht – ganz im Gegenteil“, so Oberbürgermeister Roland Methling. „Mit den bisher von einer Mehrheit der Bürgerschaft getroffenen Entscheidungen und den anstehenden Voten wird der Unterschied zwischen dem Anliegen des Bürgerbegehrens und dem Handeln der Bürgerschaft immer deutlicher. Damit geht es nicht darum, ein möglichst populäres Thema als Plattform für den eigenen Wahlkampf zu nutzen, sondern um eine mögliche Korrektur der Politik der Bürgerschaft durch die Wählerinnen und Wähler.“

Das Begehren zielt darauf ab, die Rostockerinnen und Rostocker im Rahmen eines Bürgerentscheides zu ihrer Meinung zu befragen. Die Frage dazu soll lauten: „Soll das Traditionsschiff (Typ Frieden, ex MS Dresden) von seinem Liegeplatz in Schmarl unverzüglich in den Rostocker Stadthafen verlegt werden?“ „Um Aufwand und Kosten so gering wie möglich zu halten, bietet sich der 25. Mai 2014 als Wahltag für das neue Europaparlament und für die künftige Bürgerschaft an“, so der Oberbürgermeister.  Das Bürgerbegehren ist ein Instrument der direkten Demokratie auf kommunaler Ebene. In wichtigen Angelegenheiten können Einwohnerinnen und Einwohner einen Antrag auf einen Bürgerentscheid stellen. Dieser Antrag, der von einem bestimmten Anteil von Wahlberechtigten unterzeichnet sein muss, wird Bürgerbegehren genannt. Dazu heißt es in § 20 der Kommunalverfassung von Mecklenburg Vorpommern: „Wichtige Entscheidungen in Angelegenheiten des eigenen Wirkungskreises können statt durch Beschluss der Gemeindevertretung durch die Bürgerinnen und Bürger selbst getroffen werden.“

Linktipps: Die entsprechende Beschlussvorlage 2013/BV/4613-01 ist im Internet unter der Adresse http://www.rostock.de/ksd recherchierbar. Weitere Informationen zu Bürgerbegehren und Bürgerentscheid sind auf dem Regierungsportal Mecklenburg-Vorpommern unter folgender Internetadresse erhältlich: http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/im/Themen/Kommunale_Themen/Buergerentscheid_und_Buergerbegehren/index.jsp

Neue Ausstellung im Kulturhistorischen Museum: Endlich eine Neubauwohnung – Ideal wohnen in Rostock

22.1.2014 – Das Kulturhistorische Museum Rostock präsentiert vom 24. Januar bis zum 25. Mai 2014 diese neue Sonderausstellung. Mit der Exposition widmet sich das Museum einem Thema der jüngeren Geschichte der Stadt Rostock: der stadträumlichen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt Rostock in den Jahren zwischen 1953 und 1990. Anhand historischer Fotografien und Dokumente gibt die Präsentation einem Einblick in die Entstehung und das Aussehen der neuen Stadtviertel von Reutershagen über die Südstadt, Lütten Klein, Evershagen, Schmarl, Groß Klein, Lichtenhagen bis zu Dierkow und Toitenwinkel. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Rostock in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnell zu einer bedeutenden Hafen- und Industriestadt im Norden der DDR und spielte als Hauptstadt des Bezirkes Rostock auch im Städte- und Wohnungsbau ein besondere Rolle. Die damit verbundenen Veränderungen stellten die Stadtplaner Rostocks vor enorme Herausforderungen. Die schnell wachsende Bevölkerung erforderte Wohnungsbauprojekte in großen Dimensionen. Dazu dienten standardisierte Großblock- und Plattenbausysteme. Mit ihnen wurden vor allem an Industriestandorten neue Stadtteile und Großsiedlungen gebaut.

Kinderkrippen und -gärten, Schulen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen ergänzten als Zweckbauten die Wohnkomplexe. Die Ergebnisse dieser Bemühungen, die großen Wohnsiedlungen, prägen heute in weiten Teilen das Bild der Hansestadt. Sie sind fester Bestandteil ihrer Geschichte geworden. Architekten, Stadtplaner und Politiker diskutierten seit den 1950er Jahren über die Gestalt der sozialistischen Stadt. Nach sowjetischen Vorgaben sollte zunächst ein nationaler sozialistischer Baustil entwickelt werden. Zunehmend traten jedoch ästhetische Überlegungen mit der Zeit in den Hintergrund. Vorrangig musste der Wohnungsmangel beseitigt werden. Der Andrang auf die entstandenen Neubauwohnungen war groß, verfügten sie doch über Zentralheizung, Warmwasser und Badezimmer. Die Nachteile der Großsiedlungen: Anonymität, Monotonie der Wohnblöcke, lange Wege zu Arbeit, nahmen die Bewohner für diese Wohnqualität gerne in Kauf.

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Preis würdigt ab 2014 das kulturelle Engagement von Rostocker Unternehmen

Bettina-Bauer, Quelle: Hansestadt Rostock, Amt für Kultur und Denkmalpflege27.12.2013 – Im South Baltic-Projekt „BCP – Business.Culture.Partnership“ wurden neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kultur und Wirtschaft entwickelt, die jetzt umgesetzt werden, informiert das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen. Die Hansestadt Rostock ist Leadpartner in diesem Projekt. Sie hat gemeinsam mit dem Verein CUBUS – CULTURE. BUSINESS.SCIENCE  e. V., der Rostocker Kulturstiftung und dem ITC Bentwisch einen Unternehmenspreis entwickelt, der alle zwei Jahre an engagierte Unternehmen der Stadt Rostock und der Umgebung vergeben werden soll. Gewürdigt werden Unternehmen, die sich um die Förderung von kulturellen Initiativen und Projekten besonders verdient gemacht haben. Als Auszeichnung und Anerkennung ihrer Tätigkeit erhalten sie ein Kunstwerk. Erstmals vergeben werden soll der Preis im Sommer 2014. Die Ausschreibung wird im Januar 2014 veröffentlicht. Für die Schaffung der Auszeichnung hat die Hansestadt einen künstlerischen Wettbewerb ausgelobt. Fünf junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region wurden eingeladen, einen Entwurf für den Unternehmenspreis zu kreieren. Dabei gab die Aufgabenstellung vor, dass drei Varianten eines Kunstwerkes geschaffen werden sollen.

Eine fünfköpfige Fachjury wählte kürzlich die Arbeit „Ernte“ von Bettina Bauer zur Realisierung aus. Die Schmuckgestalterin entwarf drei Objekte aus Kupfer, die wie kleine Raumschiffe auf zahllosen dünnen Metallbeinen zu stehen scheinen. Mit ihren organischen, geheimnisvollen Formen laden sie ein zum Betrachten und zur Interpretation. Die von Bauer feinfühlig in Größe und Farbe variierten, einprägsamen Objekte sollen in den Räumen der Unternehmen ausgestellt werden. Sie thematisieren die Potenziale der Partnerschaft von Kultur und Wirtschaft und sollen zur Nachahmung auffordern. Bettina Bauer studierte Schmuckdesign an der Fachhochschule Wismar. Sie arbeitet und lebt in ihrer Geburtsstadt Güstrow. Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit plant sie derzeit gemeinsam mit zwei Kolleginnen für den September 2014 eine landesweite Ausstellung zeitgenössischen Schmucks aus Mecklenburg-Vorpommern, die in der Kunsthalle Rostock präsentiert wird.

Kulturhistorisches Museum Rostock präsentiert das drittgrößte Buch der Welt

Vom 26. November bis 8. Dezember 2013 präsentiert das Kulturhistorische Museum Rostock mit dem Rostocker Großen Atlas eines der eindrucksvollsten und seltensten Bücher der Welt

Großer Rostocker Atlas, Foto: Joachim KloockGroßer Rostocker Atlas, Foto: Joachim KloockDer Große Rostocker Atlas ist das drittgrößte Buch der Welt. Er wird nur durch den den Klenke-Atlas in London (1660) und den Kurfürsten-Atlas in Berlin (1663/64) übertroffen. Das Buch wurde 1664 für Herzog Christian I. Louis von Mecklenburg-Schwerin angefertigt und gehört heute zu den kostbarsten Atlanten in Deutschland. Es ist eines der bedeutendsten Bücher der Universitätsbibliothek Rostock. Wegen seiner außergewöhnlichen Größe, der Empfindlichkeit der Karten und seiner großen kulturhistorischen Bedeutung darf der Atlas nur sehr selten gezeigt und kann deshalb nur für zwei Wochen im Kulturhistorischen Museum Rostock präsentiert werden. Das im geschlossenen Zustand 1,66 x 1,02 Meter große Buch wiegt ca. 120 Kilogramm. Es enthält 31 gedruckte Landkarten und eine handgezeichnete Mecklenburgkarte. Der Einband besteht aus zwei Zentimeter starken Eichenholz-Brettern, die mit vier Rinderfellen bezogen sind. Drei große Messingverschlüsse halten das Buch zusammen. Die enthaltenen Landkarten wurden im 17. Jahrhundert als Wandschmuck benutzt oder lose in Mappen aufbewahrt. Im Rostocker Großen Atlas sind sie ähnlich einem modernen Atlas angeordnet. Einer Weltkarte in zwei Halbkugeln folgen Europa, die Britischen Inseln, Niederlande, Dänemark,´Deutschland und Mecklenburg. Dann kommen Detailkarten der Niederlande; Karten verschiedener europäischer Länder, Karten der anderen Kontinente. Den Abschluss bilden Karten der neuen Welt; Nord- und Südamerika sowie Brasilien. Die Vorlage für die handgezeichnete Karte Mecklenburgs wurde um 1622 von dem Rostocker Professor Johannes Lauremberg erstellt.

Der Rostocker Große Atlas wird im Rahmen der Ausstellung „Speicher des Wissens. 444 Jahre Universitätsbibliothek Rostock“ gezeigt. Während dieser Zeit finden täglich (außer Montags) um 14.00 Uhr Sonderführungen zum Atlas statt. Während der Führungen wird dieser Atlas vorgestellt. Zudem werden bei jeder Führung andere Karten aufgeblättert und detailliert gezeigt. Die einzigartige Karte von Mecklenburg wird am Sonnabend, dem 7. Dezember während der Führung aufgeschlagen und ist bis zur Führung am Sonntag, dem 8. Dezember 2013, zu sehen. Wegen der großen Nachfrage empfehlen wir, den Kartenvorverkauf zu nutzen. Informationen: Kulturhistorisches Museum Rostock, Klosterhof 7, 18055 Rostock, Tel. 0381-2035910, E-mail: kulturhistorisches.museum@rostock.de, http://www.kulturhistorisches-museum-rostock.de.

Das Uwe Johnson-Archiv nimmt seine Arbeit auf

Universität Rostock erwartet Forscher aus aller Welt

Dr. Michaela Selling und Prof. Wolfgang Schareck füllen die ersten Benutzungsanträge aus. Im Hintergrund stehen Unibibliotheksleiter Robert Zepf, Uwe Johnson-Professor Holger Helbig und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens, Foto: Joachim KloockDas Uwe Johnson-Archiv nimmt seine Arbeit auf, Foto: Joachim Kloock Das Uwe Johnson-Archiv nimmt seine Arbeit auf, Foto: Joachim Kloock Das Uwe Johnson-Archiv nimmt seine Arbeit auf, Foto: Joachim Kloock Das Uwe Johnson-Archiv nimmt seine Arbeit auf, Foto: Joachim Kloock …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

17.10.2013 – Ein großer Tag für die Literaturgeschichte und die Universität Rostock. Ein Jahr, nachdem das Uwe Johnson-Archiv an die Universität Rostock gekommen ist, wurde es am Donnerstag (heute) eröffnet. Damit ist das Archiv der Forschung wieder zugänglich. „Weltweit warten viele Johnson-Forscher und Interessierte bereits darauf, mit dem Material arbeiten zu können. Erste Aufenthalte in Rostock sind bereits geplant“, sagt Professor Holger Helbig, Inhaber der Uwe Johnson-Stiftungsprofessur an der Universität Rostock. Die neu eingerichtete Uwe Johnson-Forschungsstelle und die Universitätsbibliothek haben in den vergangenen zwölf Monaten gemeinsam die Voraussetzungen dafür geschaffen, das Archiv der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stellen zu können. Die Forschungsstelle hat einen Überblick über Umfang und Beschaffenheit der Manuskripte, Briefe und weiteren Archivalien erarbeitet und die Bestände vollständig dokumentiert. Die Universitätsbibliothek katalogisiert, gefördert durch Mittel des Landes, Uwe Johnsons Bibliothek. „Das Vorhaben wird bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Alle juristischen und organisatorischen Voraussetzungen für den Betrieb des Archivs sind gewährleistet“, informiert Robert Zepf, Direktor der Universitätsbibliothek Rostock.

Hintergrund:  Im Juli 2012 wurde in Rostock der Grundstein für eine Uwe  Johnson-Werkausgabe gelegt. Der Unternehmer Dr. Ulrich Fries ermöglichte, dass das Uwe Johnson Archiv künftig der Universität Rostock und der Uwe Johnson-Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erschließung zur Verfügung steht. Er gründet zu diesem Zweck die „Johannes und Annitta Fries Stiftung“. Die  Werkausgabe soll im Suhrkamp Verlag erscheinen. Die Textrechte werden durch die Peter Suhrkamp Stiftung zur Verfügung gestellt. Mit der Unterbringung des Archivs und der Einrichtung einer Forschungsstelle wurde Rostock zum Zentrum der internationalen Johnson-Forschung. „Das Archiv und die Forschungsstelle werden zur Profilierung der Philosophischen Fakultät beitragen und unserer Universität insgesamt zugute kommen. Ein solcher Schatz strahlt auf die Stadt aus und zieht auch die internationale Aufmerksamkeit auf sich“, sagte der Rektor der Universität, Professor Wolfgang Schareck.

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Neue Dauerausstellung „Sakrale Kunst“ im historischen Refektorium des Klosters zum Heiligen Kreuz

4. 4. 2013, 18.00 Uhr, Eröffnung im Kulturhistorischen Museum Rostock

Im historischen Refektorium des Klosters zum Heiligen Kreuz, das für diesen Zweck aufwendig restauriert wurde, finden nun die Bestände mittelalterlicher Kunst aus Rostocker Kirchen und Klöstern ihren neuen Rahmen. Die Dauerausstellung zeigt ausgewählte Beispiele Rostocker Kirchenausstattungen vom späten Mittelalter bis ins späte 16. Jahrhundert. Im Zentrum stehen Altäre, Kleinkunstwerke und Kirchengestühle aus der Pfarrkirche St. Nikolai sowie den Klöstern der Dominikanermönche und der Zisterziensernonnen. Die einmaligen Altäre und Altarfiguren, Gemälde und Kleinkunstwerke, darunter Teile des Schatzes des Klosters zum Heiligen Kreuz, sind in neuer und modernerPräsentation zu sehen und geben einen Eindruck vom Reichtum der mittelalterlichern Hansestadt im 15. und 16. Jahrhundert.

Im Zentrum der Ausstellung steht das bedeutendste mittelalterliche Kunstwerk Rostocks, der Hochaltar der Dominikanerklosterkirche St. Johannis. Um 1440 entstanden, wurde er zum Prototyp aller in Rostock gefertigten Altäre und gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kunstwerken des Ostseeraumes. Als Ergänzung der in Rostock erhaltenen Fragmente konnten als Neuentdeckung zwei weitere Teile des Altars als Dauerleihgabe der Humboldt-Universität zu Berlin für die Ausstellung gewonnen werden, so dass nun alle bekannten Teile des Retabels in der Ausstellung versammelt sind. Erstmals seit 1831 ist der Altar wieder in seiner ursprünglichen Dimensionen erlebbar. Den prachtvollen Rahmen der Ausstellung bildet das Refektorium des Klosters zum Heiligen Kreuz. Es ist der bedeutendste mittelalterliche Raum des Mittelalters in Rostock. Nach einjähriger Restaurierung erstrahlt die bemalte Gewölbedecke aus dem späten 15. Jahrhundert in neuem Glanz und belegt eindrucksvoll ihre besondere Stellung innerhalb der mittelalterlichen Deckenmalereien im Ostseeraum.

80 Jahre und kein bisschen leise – Jubiläumsfahrt führt die STETTIN in ihre „Geburtsstadt

PM Dampfeisbrecher Stettin e. V., 18. 2. 2013 – Ein besonderes Jahr liegt vor der STETTIN. Der letzte seetüchtige und mit Kohlen befeuerte Dampf-Eisbrecher der Welt begeht seinen 80.Geburtstag und will diesen laut und deutlich feiern. Höhepunkt ist eine Überfahrt Anfang August nach Szczecin, wo das Schiff am 7. September 1933 vom Stapel gelaufen ist. Für die dritte Reise zum polnischen Geburtsort“ nach dem 2. Weltkrieg – auf der Brücke steht dieselbe Crew wie 2006 – sind noch freie Plätze buchbar. Angesichts der aktuellen Diskussion in der Hansestadt Rostock, in der dem letzten „Kongoboot“ GEORG BÜCHNER und dem Eisbrecher STEPHAN JANTZEN die Verschrottung droht und die Traditionsschifffahrt insgesamt in schweres Fahrwasser geraten ist, kommt der einzigartigen Erfolgsgeschichte der STETTIN eine ganz besondere Bedeutung zu. Engagierte Menschen haben vor 32 Jahren einen Verein gegründet und mit viel Einsatz und Engagement die Eiserne Lady so vor dem Hochofen gerettet. Seitdem ist sie als technisches Kulturdenkmal auf vielen maritimen Großveranstaltungen Stammgast und Liebling der Besucher und „Mitdampfer“. Gepflegt, verwaltet und gefahren wird das schwimmende Museum ausschließlich von einer ehrenamtlichen Crew und den über 700 Vereinsmitgliedern aus ganz Deutschland und zum Teil sogar aus dem Ausland.

Verständlicherweise ist der Wunsch der Szczeciner groß, ihren Eisbrecher im Jubiläumsjahr in der polnischen Hafenstadt begrüßen zu dürfen. Die STETTIN wird am Finale der Tall Ships Races in Rostocks Partnerstadt Szczecin teilnehmen. Die Etappen führen am 1. August von Rostock nach Sassnitz; am 2. August weiter nach Swinoujscie und nach Szczecin. Am 4. August geht es in zwei Tagestörns über Sassnitz zurück nach Rostock zur 23. Hanse Sail. Für den Ausflug in die ursprüngliche Heimat der STETTIN haben sich auch schon Schweizer Eidgenossen und weitere Dampffreunde angemeldet. Interessenten können Tickets über die Anbieter wie die STETTIN-Geschäftsstelle (040-56 19 49 50), dem Hanse Sail Verein Rostock (0381-20 85 226) und Globetrotter (04108-430 330) erwerben. Übernachtungen und Bustransfers sind im Reisepreis enthalten (s. http://hansesail.com/Jubilaeumsreise-STETTIN 2013.675.0.html). Die Jubiläumssaison startet mit dem 824. Hamburger Hafengeburtstag am 9. Mai. Es folgen unter anderem Kanalfahrten zu Pfingsten und die Kieler Woche (s. Fahrplan). Darüber hinaus stehen die Teilnahme am 11. Dampf Rundum in Flensburg und eine erneute Visite in Borkum auf dem Programm.

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Richtfest am Hornschen Hof in Rostock, einer historischen Speicheranlage 

Die Baugeschichte des Hornschen Hofes geht auf die Zeit um 1600 zurück. Die Vorgängerbauten, zwei Buden, wurden vom Brau- und Ratsherrn,  später Bürgermeister  Dr. Hinrich StalImeister zu einem  L – förmigen Zweiflügelbau unmittelbar an das  Giebelhaus an der Wokrenterstraße, an- und umgebaut. Es entstand ein Gebäude, ohne heute nachvollziehbaren Innenausbau, jedoch nachweislich mit zwei großen übereinanderliegenden  Sälen von jeweils 5 m Höhe einschließlich eines Kammertraktes im Westflügel. Solche hohen Wohn- und Empfangsräume  entsprachen in jener Zeit dem Repräsentationsanspruch eines Stadtpolitikers. Während des 30-jährigen Krieges (1618-48), des Pestjahres 1624, der Besetzung durch Wallensteins Truppen 1628, der Belagerung durch die Schweden 1631 und auch während der  Hungerjahre nach dem Friedensschluss von 1648 stand das Gebäude vermutlich zunächst ohne nennenswertes Interieur.

Die herrschaftliche Ausstattung erfolgte dann wohl erst durch den Sohn, Johan Stallmeister, ab Mitte des 17.Jh (Maueranker 1661).  Hiervon zeugen noch heute ein Relief und Stuckaturen sowie Reste von Malerei auf den Wänden des Südflügels. 1685 ist vom Konkurs des Eigentümers  die Rede. Von 1702-1709 ist der Geheime Ratspräsident Friedrich Wilhelm Graf von Horn (Präsident des Geheimen Rates unter Herzog Friedrich Wilhelm) als Eigentümer verzeichnet. Dieser war einer der einflussreichsten Politiker Mecklenburgs,   maßgeblich beteiligt am Zustandekommen des Hamburger Vergleiches, der Herzog Friedrich Wilhelm mit dem neuen Herzogtum Meckl.-Schwerin gegenüber Meckl.-Stelitz den größeren Landesteil in der sogenannten 3. Hauptlandesteilung verschaffte. In Rostock war er möglicherweise mit der Errichtung  einer herzoglichen Residenz betraut. 1709 stirbt Graf von Horn. Sein Wirken und das herrschaftliche Gebäude blieben jedoch mit dem Gebäude verbunden und so ist die Bezeichnung „Hornscher Hof“ bis heute erhalten.

Mitte des 18.Jh. wird  in den Archivalien immer wieder die Comödienbude (Spielstätte für reisende Schauspieltruppen) in/auf dem Hornschen Hof  erwähnt. Neben dem 1624 errichteten Ballhaus,  welches 1760 einstützte und dem für das Hofschauspiel vorbehaltene Komödienhaus (Barocksaal) neben dem herzoglichen Palais, gehörte der Hornsche Hof demnach zu den ersten Theaterstätten Rostocks. Einen guten Einblick in den Bauzustand des Hornschen Hofes Mitte des 18.Jh. gibt der „Plan von dem Hornschen Hause und des dabei befindlichen Platzes in der Wockringer Straße zu  Rostock“  A.C. Holsten vom  7. Febr.1765.

„ …  Die inwendige Beschaffenheit dieses gantzen Gebäudes ist sehr schlecht, und fast das mehrste Holz vermodert. In dessen  finden sich in dem langen Flügel 2 Säle, welche alle beyde mit Holländischen Fliesen ausgelegt, auch beyde mit alten Zierathen versehen, welche aber nicht brauchbar sind. Im untersten Saal sind zwei Bachofen, welche anno 1748 angelegt  seyn sollen, befindlich. In dem obersten Saale findet sich noch ein Cammin, welcher mit alten Zierathen von Alabaster und die Einreitung unseres lieben Heylandes Jesu Christi mit der Auferstehung vorstellt, versehen. In diesem Gebäude ist noch eine Wendeltreppe von 80 Tritten, und wovon man von dem obersten Tritt in linea recta bis zur untersten Stuffen herunter sehen kann. Ausser dieser findet sich am Ende des Flügels eine der gleichen Treppe, aber nicht von einer solchen Höhe. Rostock, den 7.Febr.1765“  (Quelle: Landeshauptarchiv Schwerin, Hofstaatssachen, Fürstliche Schlösser und Häuser 2.12-1/26, Nr. 676-720 aus den Jahren 1682-1804)

1783 kaufte der vermögende Kaufmann und Seidenhändler Wilhelm Prehn den Hornschen Hof und baut den Süd- und Westflügel ab 1786 zu einem Kornspeicher um. Der Neubau des Nordflügels erfolgte laut dendrochronologischen Untersuchungen um 1796. Ab 1800 gab es keine nennenswerten Umbauten im gesamten Speicherkomplex. Der Hornsche Hof ist ein einmaliges Baudenkmal und Zeitzeugnis. Sowohl die Nutzung als Adelssitz, als auch die des großen Handelspeichers ist durch seine innere und äußere Struktur nachvollziehbar und somit ein wichtiges Zeugnis der Kultur-,  Stadt- und Baugeschichte der Hansestadt Rostock.

(Dieser Text wurde von Birgit Mannewitz, Amt für Kultur und Denkmalpflege Rostock, zur Verfügung gestellt)

Richtfest Hornscher Hof, 11.12.2012, Investor Fred Muhsal (li.), Foto: Joachim KloockInvestor Fred Muhsal, ein gebürtiger Stralsunder, hat bisher in seiner Heimatstadt in der Mönchstraße vier Gebäude restaurieren lassen. Auch in Berlin fand sein Engagement Anklang. Aufgrund günstiger Vorbedingungen ist nun der Hornsche Hof in der Wokrenterstraße sein nächstes Projekt, welches er in alter Schönheit erstrahlen lassen möchte. Es handelt sich auch um das letzte bedeutende Denkmal in Rostock, das noch gerettet werden konnte. Bald dient die Anlage wieder dem ursprünglichen Zweck, wofür sie errichtet wurde – als repräsentativer Wohnsitz. 24 Wohnungen sind geplant, die ersten Mieter sollen 2014 einziehen.

Meldung vom Richtfest am 11. 12. 2012, alle Fotos: Joachim Kloock ********************************************************************************************************************************************************************************************************************

Bibliothek des Brüder Grimm-Preisträgers Prof. Uther bereichert Rostock

Universitätsbibliothek erwirbt Gelehrtenbibliothek zur internationalen Erzählforschung

5.11.2012 – Im Jubiläumsjahr der Brüder Grimm – 1812 erschienen die berühmten Kinder- und Hausmärchen zum ersten Mal – ist der Universitätsbibliothek und dem Institut für Volkskunde der Universität Rostock mit der Gelehrtenbibliothek von Prof. Dr. Hans-Jörg Uther eine besondere Erwerbung gelungen. Professor Uther gilt international als einer der profiliertesten Experten auf dem Gebiet der Volkserzählungsforschung, die Erzählüberlieferungen aus historischer und international vergleichender Sicht und deren Transformationen bis in die jüngste Gegenwart untersucht. Sein „Handbuch zu den »Kinder- und Hausmärchen« der Brüder Grimm“ wie auch die grundlegende Überarbeitung des internationalen Typenindexes für Volkserzählungen „The Types of International Folktales“ sind Standardwerke.

Im Jahr 1944 in Herzberg im Harz geboren, studierte Prof. Uther Volkskunde, Germanistik und Geschichte in München und Göttingen. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er insbesondere durch seine zahlreichen Beiträge in der beim de Gruyter Verlag erschienenen „Enzyklopädie des Märchens“. Für dieses Langzeitprojekt der Göttinger Akademie der Wissenschaften beschrieben 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Spezialdisziplinen und sämtlicher Kontinente ethnisch geprägte Erzähltraditionen, Erzählprozesse, Gattungssysteme, Erzähltypen und -motive sowie deren Medialisierung. Das Institut für Volkskunde hat sich am Verfassen vieler Spezialartikel des Handwörterbuchs beteiligt. Dies geschah nach 1990 zwischenzeitlich durch institutionelle Förderung auf Betreiben von Prof. Dr. Rolf Wilhelm Brednich, dem Hauptherausgeber der „Enzyklopädie des Märchens“. „Durch den Erwerb der Spezialbibliothek wird der Schwerpunkt zur Erforschung narrativer Überlieferungen und ihrer Medialisierung am Institut für Volkskunde geschärft“, so Dr. Christoph Schmitt.

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Veröffentlicht 16. August 2012 von Martina Wichor