Geschichte

Endlich eine Neubauwohnung – Ideal wohnen in Rostock

22.1.2014 – Das Kulturhistorische Museum Rostock präsentiert vom 24. Januar bis zum 25. Mai 2014 diese neue Sonderausstellung. Mit der Exposition widmet sich das Museum einem Thema der jüngeren Geschichte der Stadt Rostock: der stadträumlichen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt Rostock in den Jahren zwischen 1953 und 1990. Anhand historischer Fotografien und Dokumente gibt die Präsentation einem Einblick in die Entstehung und das Aussehen der neuen Stadtviertel von Reutershagen über die Südstadt, Lütten Klein, Evershagen, Schmarl, Groß Klein, Lichtenhagen bis zu Dierkow und Toitenwinkel. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Rostock in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnell zu einer bedeutenden Hafen- und Industriestadt im Norden der DDR und spielte als Hauptstadt des Bezirkes Rostock auch im Städte- und Wohnungsbau ein besondere Rolle. Die damit verbundenen Veränderungen stellten die Stadtplaner Rostocks vor enorme Herausforderungen. Die schnell wachsende Bevölkerung erforderte Wohnungsbauprojekte in großen Dimensionen. Dazu dienten standardisierte Großblock- und Plattenbausysteme. Mit ihnen wurden vor allem an Industriestandorten neue Stadtteile und Großsiedlungen gebaut.

Kinderkrippen und -gärten, Schulen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen ergänzten als Zweckbauten die Wohnkomplexe. Die Ergebnisse dieser Bemühungen, die großen Wohnsiedlungen, prägen heute in weiten Teilen das Bild der Hansestadt. Sie sind fester Bestandteil ihrer Geschichte geworden. Architekten, Stadtplaner und Politiker diskutierten seit den 1950er Jahren über die Gestalt der sozialistischen Stadt. Nach sowjetischen Vorgaben sollte zunächst ein nationaler sozialistischer Baustil entwickelt werden. Zunehmend traten jedoch ästhetische Überlegungen mit der Zeit in den Hintergrund. Vorrangig musste der Wohnungsmangel beseitigt werden. Der Andrang auf die entstandenen Neubauwohnungen war groß, verfügten sie doch über Zentralheizung, Warmwasser und Badezimmer. Die Nachteile der Großsiedlungen: Anonymität, Monotonie der Wohnblöcke, lange Wege zu Arbeit, nahmen die Bewohner für diese Wohnqualität gerne in Kauf.

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Informationen zur geschichtlichen Entwicklung des Petriviertels

Petriviertel (alte Ansicht), Foto/Quelle: Pressestelle Hansestadt RostockPetriviertel heute, Foto/Quelle: Pressestelle Hansestadt RostockRostock 12.8.2013 – Das Areal unterhalb des Alten Marktes war bis ins 19. Jahrhundert unbebaut und wurde als Wiesenflächen genutzt. Reste der fünfeckigen Petrischanze unterhalb der Petrikirche waren in dieser Zeit noch deutlich erkennbar. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann die gewerbliche Nutzung nördlich des Küterbruchs (holzverarbeitendes Gewerbe) sowie auf der ehemaligen Petrischanze. 1911/12 wurde der Wasserlauf der Warnow verlegt und auf dem gesamten Areal, ergänzend zum Stadthafen, ein Gewerbegebiet mit Eisenbahnanschluss entwickelt. Nach 1945 stand dort die Produktionsstätte der „Warnow-Holzwerke“, nach 1990 der „Hanseholz“. Nach Aufgabe der Produktion wurden nach 2000 alle Gebäude abgebrochen. Das Gebiet unterhalb der östlichen Stadtmauer nördlich vom Küterbruch mit den alten Produktionsanlagen um 2000 ist auf dem neueren Foto zu sehen.

Planerische Umsetzung der Gebietsentwicklung

  • 1995 Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplanes für den Untersuchungsbereich „Holzhalbinsel/Vor der östlichen Stadtmauer“
  • 1997 Beschluss der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock zur Erweiterung des Sanierungsgebietes um 7,3 ha zwischen dem Haargraben und der B105 im Bereich der ehemaligen „Hanseholz“
  • 2001 – 2004  Konkretisierung des Städtebaulichen Rahmenplanes durch eine Quartierplanung mit stadträumlichen Variantenuntersuchungen
  • 2004 – 2007 Erarbeitung einer Untersuchung zum Fließenden und Ruhenden Verkehr für die Östliche Altstadt und das Areal „Östlich der Stadtmauer“ einschließlich einer vertiefenden Untersuchung zum Fließenden Verkehr im Bereich Steintor – Ernst-Barlach-Straße – Neue Warnowstraße
  • 2006 – 2009 Planfeststellungsverfahren zum Neubau der „Warnowstraße“ als Erschließungsrückgrat des zukünftigen Wohngebietes parallel zu den Straßenbahngleisen- gleichzeitig Ausbau Verbindungsweg zur Entlastung der Östlichen Altstadt
  • 2007 Wettbewerb EUROPAN  9, „Nachhaltige Stadt und öffentlicher Raum“ – europaweiter Wettbewerb für junge Architekten zur Qualifizierung der städtebaulichen Lösung
  • 2008 – 2010 Erarbeitung des Bebauungsplanes Nr.11.W.150 „Östlich der Stadtmauer“ als bauplanungsrechtliche Entwicklungsgrundlage
  • 2009 Beginn der Baumaßnahmen zur technischen und verkehrlichen Erschließung und zur Gestaltung der öffentlichen Grünanlagen
  • 2013 Beginn des Wohnungsbaus privater Bauherren

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Rostocker Hausbaumhaus wieder geöffnet

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Hausbaumhaus in Rostock, Foto: Joachim KloockHausbaumhaus in Rostock, Foto: Joachim KloockHausbaumhaus in Rostock, Foto: Joachim KloockHausbaumhaus in Rostock, Foto: Joachim KloockHausbaumhaus in Rostock, Foto: Joachim Kloock

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

Das Hausbaumhaus, das historische Giebelhaus Wokrenterstraße 40, wird ab der ersten Juli-Woche 2013 wieder für Besichtigungen und Veranstaltungen geöffnet sein. Zunächst wird das Haus in den Sommermonaten bis einschließlich September von Dienstag (13.00 Uhr bis 17.00 Uhr) bis Samstag (12.00 Uhr bis 16.00 Uhr) offen stehen. Das historische Gebäude kann dann wieder kostenlos besichtigt werden. Fach- und sachkundige Mitarbeiterinnen des Eigenbetriebes Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung Rostock stehen für Führungen und bei Fragen zur Verfügung.

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Zur Geschichte des Hauses: Das Hausbaumhaus (offizieller Name: Haus der Architekten) ist eines der ältesten weitestgehend erhaltenen Kaufmannshäuser in Rostock und Umgebung aus der Zeit der Hanse. Namensgeber des Bauwerks ist das Bauprinzip des „Hausbaums“. Der Hausbaum trägt die aus starken Balken bestehende Deckenkonstruktion in der Diele. Der Name des Gebäudes entstand durch den mit verzierten Kopfbändern und einem Unterzug versehenen Hausbaum. Durch die „Äste“ des Hausbaumes werden die Speicherböden gestützt. Der spätgotische Bau wurde 1490 errichtet. Die Namen der beteiligten Baumeister sind nicht überliefert. Die hohe Bauform mit der schmalen Fassade zur Straße war typisch für diese Epoche. Ebenso charakteristisch für das Gebäude sind die geschlossene Backsteinfassade und der Blendenstaffelgiebel.

Die Tragkonstruktion des Gebäudes aus Holz ähnelt in ihrem Aufbau einem Baum mit sich nach oben hin verästelndem Gebälk. Dieser trägt wesentliche Teile der weitestgehend erhaltenen Holzbalkendecke. Der aus Eiche bestehende Hausbaum steht nahezu in der Mitte des Gebäudes und ruht auf einem großen, im Fundament befindlichen, Granitfindling im Keller. Der Hausbaum führt durch zwei Geschosse des Gebäudes und trägt die Kernlast des Bauwerks. Außerdem sorgte er dafür, dass die sich ständig verändernde statische Last der in den Speichergeschossen gelagerten Waren auf das Fundament übertragen wurde. Im oberen Dachgeschoss befindet sich eine Windenanlage mit Wellenrad. Mit dieser wurden die Kaufmannswaren von der Diele aus in die drei übereinander liegenden Lagerböden gehievt. Ein auf dem Hausbaum aufliegender Unterzug mit abstützenden Streben verteilt die gesamte Last der Speichergeschosse. Zur Stabilisierung hat man breite Kopfbänder und Sattelhölzer eingefügt. Die Straßenfront zeigt den für die Erbauungszeit typischen Staffelgiebel mit fünf Blenden in Backstein. Obwohl im 15. Jahrhundert vermutlich alle Bürgerhäuser eine eingeteilte Stube hatten, wird dieses Haus zum Typ des Wohndielenhauses gezählt. Es besteht aus den oberen Speicherböden und einer Diele, welche die gesamte Gebäudehöhe einnimmt. (Quelle: Textauszug Wikipedia)

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Städtebauliche Sanierungsmaßnahme „Stadtzentrum Rostock“

Umgestaltung des Jakobiplatzes, erster Bauabschnitt Apostelstraße bei der Jakobikirche einschließlich Fundamente und Kolonnaden. Archäologen auf dem Grund des einstigen Kirchenfriedhofes. Der Jakobikirchenplatz soll zu einem Ort der Mahnung und des Erinnerns umgebaut werden.

Die Fotos sind vom 18. 11. 2002 und 14. 7. 2003 und stammen von Joachim Kloock.

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Das erste Foto in dieser Reihe zeigt eine der besten erhaltenen Grabplatten aus der 1958 gänzlich zerstörten Jakobikirche. Domherr und Insignien. Dieses Stück trägt die Inventarnummer 22 der Jakobikirchgemeinde. Eine Grabplatte von der früheren Rostocker Oberschicht, der Name ist  ausgemeißelt, der Nachnahme beginnt mit einem „B“

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Historie: Der genaue Baubeginn der in der ehemaligen Rostocker Neustadt gelegenen Jakobikirche läßt sich heute nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Vermutlich begann der Bau im frühen 14. Jahrhundert; er war um 1350 zum größten Teil fertig. Durch die Ersterwähnung des Chores 1329 und die zwischen 1334 und 1369 vermehrt bescheinigten Stiftungen zur Ausstattung des Langhauses wird dieser Zeithorizont zusätzlich bekräftigt. 1465 wurde schließlich auch der mächtige quadratische Westturm mit seinem stumpfen Pyramidenturm fertiggestellt. Einen neuen Turmhelm erhielt der Bau 1588 sowie auch die letzten Kirchenfenster und war damit endgültig abgeschlossen.

Zuerst einfache Pfarrkirche der Rostocker Neustadt, war die Jakobikirche später eng mit der 1419 gegründeten Rostocker Universität verbunden. Besonders die Professoren der Theologischen Fakultät waren oft auch Pfarrer der Jakobikirche. Die Kirche wurde 1487 in ein Domstift umgewandelt. Daraus entwickelte sich die Domfehde.

Advertisements

Veröffentlicht 16. August 2012 von Martina Wichor