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Die Hansestadt Rostock

Die Geschichte Rostocks ist stark von der geografischen Lage der Stadt an der Unterwarnow nahe der Mündung in die Ostsee geprägt. Um 1165 als Rozstoc erstmals erwähnt, war bereits früher dort ein slawischer Handelsplatz in ein überregionales Seehandelsnetz eingebunden. Ab dem späten 12. Jahrhundert entwickelte sich eine deutsche Siedlung, der 1218 das lübische Stadtrecht bestätigt wurde und die rasch wuchs, so dass bald drei selbstständige Teilstädte existierten, die sich in den Jahren 1262 bis 1265 vereinigten. Rostock wurde zum Zentrum der Herrschaft Rostock und war seit Mitte des 13. Jahrhunderts Mitglied der Hanse. Während der Blüte der Hansestadt, die ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert erreichte, wurden repräsentative Profan- und Kirchenbauten im Stil der Backsteingotik errichtet und 1419 die Universität gegründet. Als mecklenburgische Landesstadt, der nie der Schritt zur Freien Stadt gelang, ist die Geschichte Rostocks von einem ständigen Gegen- und Miteinander mit den mecklenburgischen Herzögen geprägt. Dabei standen vor allem die wirtschaftlichen Interessen der Stadt den politischen und militärischen der Landesherren gegenüber. 1531 führte der Rat der Stadt offiziell die Reformation ein.

Universitätsplatz während der Lichtwoche 2012, Foto: Joachim KloockRostock, Blick auf die Lange Straße und Teil des Stadthafens an der Warnow, Foto Joachim KloockBlick über einen Teil der Stadt, markant die Marienkirche, Foto: Joachim KloockRostock, Auf dem neuen Markt, Foto: Joachim KloockUniversitätsplatz mit Blick in die Kröpeliner Straße, den Einkaufsboulevard von Rostock, Foto Joachim Kloock

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Mit dem Niedergang der Hanse, dem Dreißigjährigen Krieg und einem Stadtbrand im Jahre 1677 sank Rostock in die Rolle einer Provinzstadt zurück, blieb jedoch das geistige und wirtschaftliche Zentrum Mecklenburgs. Die Industrialisierung setzte in Rostock relativ spät ein. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Rostock und Warnemünde ab Mitte der 1930er Jahre mit den Heinkel- und Arado Flugzeugwerken zu Zentren der Rüstungsindustrie und in dieser Folge auch erste Ziele des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg, der die Stadt schwer in Mitleidenschaft zog. In der DDR war Rostock Bezirksstadt und wurde systematisch ausgebaut.

Rostock zählt heute 202.131 Einwohner (31. 12. 2011) und ist nach Einwohnerzahl und Fläche die größte Stadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern und eine der vier Oberzentren. Die Stadt zieht sich etwa 20 Kilometer am Lauf der Warnow bis zur Ostsee entlang. Der größte bebaute Teil Rostocks befindet sich auf der westlichen Seite der Warnow. Der östliche Teil wird durch Gewerbegebiete und die Waldregion Rostocker Heide geprägt.  Rostock hat den einzigen deutschen Tiefwasser- und Universalhafen an der Ostsee. Der Fähr- und RoRo- Verkehr mit circa 120 Abfahrten pro Woche und der Umschlag von Stück-, Schütt-, und Flüssiggütern stellen belastbare Standbeine für eine dauerhaft positive Entwicklung des Seehafens dar. Derzeit gibt es etwa 150 Firmen, die im und am Rostocker Hafen umschlagen, lagern, produzieren, Warenbehandlung, nautisch-technische- sowie Not- und operative Dienste anbieten und als Schiffsmakler oder im Bahnverkehr aktiv sind. Größte Arbeitgeber sind neben der Hafen-Entwicklungsgesellschaft der Seehafen mit seinen Tochtergesellschaften, der Gesamthafenbetrieb, EEW Special Pipe Constructions GmbH, Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH und Liebherr MCCtec Rostock GmbH.

Liebherr MCCtec Rostock GmbH, Foto: Joachim KloockWerftgelände,11..8.2012, Foto: Martina WichorAngenehm Wohnen in Rostock, Foto: Joachim KloockDie AIDAbella kommt nach Warnemünde, Foto Joachim KloockNeue Gebäude auf dem Stadthafengelände in Rostock, Foto: Joachim Kloock

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Der Hafen bietet den Bürgern und der regionalen Wirtschaft kurze und häufige Verbindungen in den Ostseeraum sowie in Mittel- und Südosteuropa. Er ist für viele Gäste auch Ausgangspunkt für die Entdeckung Mecklenburg-Vorpommerns, der Stadt Rostock und gleichzeitig einer der größten deutschen Kreuzfahrthäfen. Der wachsende Tourismus als bedeutender Wirtschaftsfaktor, die Universität und weitere wissenschaftliche Einrichtungen profitieren von der hervorragenden Erreichbarkeit der Hansestadt, die gute Infrastruktur schließt auch den Flughafen Laage, die Autobahnen A 19 und A 20 sowie die  Bahnverbindungen mit ein. Die Museen, zahlreiche Theater- und Konzertaufführungen, der Zoo Rostock mit dem DARWINEUM sowie ausgesuchte Veranstaltungen in den Kirchen Rostocks laden Einheimische und Besucher ein, das besondere Flair dieser Region zu genießen. Es ist gar nicht möglich, alles Sehenswerte aufzuzählen – es gilt, vieles noch selbst aufzuspüren.

Natürlich lockt auch der Ortsteil Warnemünde. Das Dorf wurde 1195 erstmals in dänischen Urkunden erwähnt und am 11. März 1323 von der Stadt Rostock erworben, um den Zugang zum Meer zu sichern. Bis ins 20. Jahrhundert war dieses Küstendorf an der Warnowmündung eine Exklave von Rostock und noch bis in das 18./19. Jahrhundert ein recht armes Fischerdorf, das von dem Reichtum der Hansestadt wenig profitierte. Allerdings wird die Bedeutung Warnemündes als wichtiger Handelspunkt im Norden im Folgenden deutlich: Im Jahre 1288 sorgte die Stadt Rostock für die Instandhaltung des Warnemünder Hafens, indem sie einen Vertrag mit dem Patrizier Rötger Horn schloss. Dieser verpflichtete sich, die Hafeneinfahrt über fünf Jahre hinweg auf einer Tiefe von 12 Fuß zu halten. Im Gegenzug bewilligte ihm die Stadt hunderttausend Ziegelsteine und versprach, ihn für seine Arbeit mit 400 Mk. Silber oder 1.350 Mk. Pfennige zu entlohnen.

Winter am Alten Strom in Warnemünde, Foto: Joachim KloockTeepott und Leuchtturm in Warnemünde, Foto: Martina WichorHanse Sail Rostock, ein Zweimaster kreuzt vor Warnemünde, Foto: Martina Wichor (M. W.)Am Strand von Warnemünde mit Blick auf Mole und Leuchtturm, Foto: Joachim KloockSegelwettbewerb in Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

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Nach dem Bebauungsstil der Häuser am alten Warnemünder Strom waren die ersten Bewohner nach den Slawen die Friesen und die Niedersachsen, die sich etwa ab 1100 hier fest ansiedelten und das Dorf Warnemünde gründeten. Die Bebauungsanlage und die Art der Häuser südlich der Bahnhofsbrücke haben sich bis heute erhalten. Die Bebauung beschränkte sich bis ins 19. Jahrhundert auf die Straßen Vöörreeg (plattdeutsch: Vorderreihe, heute Am Strom) und Achterreeg (plattdeutsch: Hinterreihe, heute Alexandrinenstraße), die beide parallel zum (Alten) Strom, dem damaligen Abfluss der Warnow in die Ostsee, liegen. Die Vogtei wurde im Jahre 1605 erbaut und ist eines der ältesten Gebäude in Warnemünde. Im 19. Jahrhundert gewann Warnemünde Bedeutung als Seebad (erstmals erwähnt 1821) und wuchs beträchtlich. So gab es 1834 bei 1.500 Einwohnern bereits 1.000 Badegäste. Ab 1889 brachte Warnemünde eine eigene Zeitung heraus.

Zwischen 1866 und 1871 wurde die Kirche im neugotischen Stil errichtet, am 26. Juni 1886 starteten die Eisenbahnverbindung nach Rostock und Berlin sowie die Postdampferverbindung nach Gedser in Dänemark – zunächst mit den Raddampfern Kaiser Wilhelm und König Christian. 1897 erhielt Warnemünde seinen 37 Meter hohen Leuchtturm, der auch heute noch als Seezeichen genutzt wird. 1903 eröffneten der neue Bahnhof jenseits des Alten Stroms und die Eisenbahnfährroute Warnemünde–Gedser, die ab 1926 auch Autos beförderte. Am 1965 gebauten und 2002 renovierten Teepott (Hyparschalenbau) beginnt die Seepromenade, die auf zwei Kilometern zum Planetenwanderweg wird. Der Strand erstreckt sich über drei Kilometer und ist mit 150 Metern Breite der breiteste Sandstrand an der deutschen Ostseeküste.

Auszug aus der Geschichte der Stadt, siehe „Wikipedia“, aktuelle Wirtschaftsdaten, siehe auch http://www.rostock-port.de.

Weitere, vertiefende und interessante Informationen… siehe bitte Einzelthemen von „A“ (Arbeit) über „K“ (Kunst und Kultur/Museen) bis „W“ (Wissenschaft).

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Veröffentlicht 14. August 2012 von Martina Wichor

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