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Rostock ist ab sofort Mitglied bei der Europäischen Route der Backsteingotik

EuRoB_Karte_2012 Backsteingotik, Abb.: Verein

EuRoB-Karte Backsteingotik von 2012, Abb.: Verein

Mit Rostock ist eine zentrale backsteingotische Stadt, die im Mittelalter neben Lübeck und Wismar zu den bedeutendsten Hansestädten gehörte, dem dänisch deutsch-polnischen Netzwerk „Europäische Route der Backsteingotik e. V.“ beigetreten. Mit der Mitgliedschaft beabsichtigt die Universitäts- und Hansestadt Rostock ihre zahlreichen backsteingotischen Sehenswürdigkeiten europaweit in ihrem wichtigen architekturhistorischen und kulturellen Zusammenhang zu vermitteln. Verein und Stadt bündeln fortan ihre Ressourcen, um ein Bewusstsein für das gemeinsame kulturelle Erbe Backsteingotik in der Öffentlichkeit zu schaffen. Bereits in der EU-finanzierten Projektphase der Europäischen Route der Backsteingotik, noch vor Gründung des Vereins im September 2007, war die Stadt Rostock Projektpartner. Nun soll die erfolgreiche Zusammenarbeit von damals unter dem neuen, aus Dänemark stammenden Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen fortgeführt werden. „Uns verbindet eine gemeinsame Geschichte, auf deren Spuren man beiderseits der Ostsee immer wieder stoßen kann. Rostock bietet auch für Gäste aus Dänemark und Polen viele Sehenswürdigkeiten, die statt einer Durchreise auch einen längeren Aufenthalt interessant und abwechslungsreich machen“, so Claus Ruhe Madsen.

Die Zusammenarbeit wird durch gemeinsame Veröffentlichungen wie den Kultur-Reiseführer, aber auch durch Veranstaltungen wie Gruppenreisen, den Tag der Backsteingotik und das Netzwerk des wissenschaftlichen Fachausschusses des Vereins realisiert, um den Austausch und das Wissen über die backsteingotischen Denkmäler in Rostock zu fördern. Der Beitritt Rostocks freut auch zahlreiche Touristen, die sich für die Destination „Kulturlandschaft Backsteingotik“ interessieren. Die noch erhaltenen Backsteinbauten zeugen vom Fleiß und vom handwerklichen Können ihrer Erbauer. Insbesondere die St.-Marien-Kirche prägt seit über 700 Jahren mit ihrem mächtigen Baukörper den Marktplatz und die Silhouette Rostocks. Sie ist Zeugnis und Monument der Geschichte der Stadt und ihrer Bedeutung in der Blütezeit der Stadtentwicklung im Mittelalter. Weitere bedeutende backsteingotische Bauten in Rostock sind das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster zum Heiligen Kreuz (14./15. Jh.), das 54 Meter hohe Kröpeliner Tor (13./14. Jh.), das Haus Kröpeliner Str. 82 (von 1493) mit seiner reichen Giebelgestaltung sowie das ebenfalls spätgotische Kerkhofhaus (um 1460/70).

Linktipp: https://www.eurob.org/deutschland/rostock/

Premiere: Erstes „Handwerkspolitisches Forum Ost“ in Leipzig

Die Leipziger Messe ist auf dem Weg zu einer Plattform eines intensiven Austausches über aktuelle wirtschafts- und bildungspolitische Themen des Handwerks in den neuen Ländern – in MV ist auch handwerkspolitisch bereits vieles auf den Weg gebracht – Leistungsschau und Gedankenaustausch werden verzahnt

Premiere auf der „mitteldeutschen handwerksmesse“ (mhm) in Leipzig: Erstmals findet – auch auf Anregung von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph – ein „Handwerkspolitisches Forum Ost“ mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aller ostdeutschen Länder statt. Veranstalter ist die Leipziger Messe GmbH. „Die Leipziger Messe ist seit vielen Jahren die professionelle Bühne für Tradition und Innovation des Handwerks in den neuen Ländern. Ich bin der Leipziger Messe sehr dankbar, dass genau dort die Plattform zum intensiven handwerkspolitischen Austausch über aktuelle wirtschafts- und bildungspolitische Themen entstehen kann. Die zentrale Frage lautet: Wie kann das Handwerk mit den komplexen Herausforderungen der Zukunft umgehen, etwa der Digitalisierung und dem Fachkräftemangel? Den Herausforderungen wollen wir uns gemeinsam stellen und Lösungen entwickeln, die unseren spezifischen Rahmenbedingungen in den neuen Ländern entsprechen. In den neuen Ländern ist auch handwerkspolitisch bereits vieles auf den Weg gebracht. Leistungsschau und Gedankenaustausch werden jetzt verzahnt“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Unser Handwerk ist eine Korsettstange in der Volkswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern

„Unser Handwerk ist eine starke, traditionsbewusste, innovative Wirtschaftskraft und zugleich ein unverzichtbarer Stabilitätsfaktor unserer Volkswirtschaft. Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern übernehmen die Handwerksbetriebe eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Entwicklung ganzer Regionen, sie sichern Wachstum und Beschäftigung auch im ländlichen Raum. Vor allem die Rolle der Handwerker bei dem Thema Ausbildung junger Menschen ist nicht hoch genug zu schätzen“, sagte Rudolph. Derzeit sind über 20.200 Betriebe mit 112.000 Beschäftigten und 5.061 Lehrlingen bei den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Das Handwerk erwirtschaftet jeden zehnten Euro an Brutto-Wertschöpfung im Land. Jeder siebte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet im Handwerk. Jeder vierte Lehrling wird im Handwerk ausgebildet.

Wirtschaftsministerium stärkt Meistertitel

„Die Fachkräftesicherung ist eine der zukunftsträchtigen Themen im Handwerk. Wir machen uns deshalb für den Meistertitel stark, denn mit dem Abschluss können unsere Handwerker junge Menschen hochqualifiziert in ihrem jeweiligen Gewerk ausbilden“, sagte Rudolph. Das Wirtschaftsministerium honoriert seit 2016 den erfolgreichen Abschluss von Meistern in Handwerk und Industrie mit dem „Meister-Extra“. Eine erfolgreiche bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird inzwischen mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste ihres Gewerkes beziehungsweise ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Insgesamt wurde das Meister-Extra bereits 1.227mal ausgereicht; 18 Beste wurden bislang gewürdigt. Das Wirtschaftsministerium hat die Meisterausbildung seit 2016 mit 1,85 Millionen Euro gewürdigt. Existenzgründern im Handwerk wird zudem eine Unternehmensnachfolge durch die „Meisterprämie“ erleichtert. Bei einer Unternehmensübernahme und erstmaligen Existenzgründung erhalten die Handwerker eine einmalige, nicht rückzahlbare Förderung in Höhe von 7.500 Euro. Seit dem Jahr 2011 hat das Wirtschaftsministerium 203 Unternehmensnachfolgen mit 1,5 Millionen Euro unterstützt. Zudem unterstützt das Wirtschaftsministerium die Kreishandwerkerschaften in Mecklenburg-Vorpommern beim Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe. Unter dem Titel „Das Beste am Handwerk“ werden Klein- und Kleinstunternehmen in Fragen der Nachwuchswerbung zur dualen Berufsausbildung mit neuen, zeitgemäßen und digitalen Instrumenten des modernen Recruiting im Bereich des Ausbildungsmanagements beraten und unterstützt. Die Förderung der Kreishandwerkerschaften als Projektträger erfolgt auf der Grundlage der „Richtlinie zur Förderung von Strukturentwicklungsmaßnahmen (SEM)“. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von rund 130.000 Euro.

Digitalisierung erfordert Weiterbildung

„Durch die Digitalisierung werden Tätigkeiten zunehmend komplexer und wissensbasierter. Das erfordert neue Qualifikationen der Mitarbeiter. Deshalb ist Weiterbildung eines der wichtigsten Instrumente der Unternehmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Handwerker auf diesem Weg“, sagte Rudolph. Um im Rahmen von Digitalisierungsmaßnahmen zu unterstützen und die Innovationsfähigkeit sowie die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von Unternehmen zu erhöhen, können auch Handwerksunternehmen Personalkostenzuschüsse erhalten. Bei der Einstellung von zusätzlichem Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung werden für 24 Monate Personalkostenzuschüsse in Höhe von bis zu 50 Prozent ausgereicht. Im 1. Jahr ist die Förderung auf 30.000 Euro, im 2. Jahr auf 15.000 Euro begrenzt. Für den zukünftigen Arbeitnehmer muss es sich um eine Ersteinstellung handeln oder der Hochschulabschluss darf nicht länger als drei Jahre zurückliegen. Die Arbeitsstelle muss unbefristet sein und tarifgleich vergütet werden. 34 Anträge wurden bisher bewilligt (Stand 31.12.2019). Darüber hinaus können Handwerksunternehmen für unternehmensspezifische Maßnahmen (Projekte) eine 50 prozentige Förderung für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten (Beratung), die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen (Beratung) oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten (Schulung) erhalten, wenn ein externer Dienstleister beauftragt wird (max. 100.000 Euro). Bei den Projekten wurden bisher 18 Anträge für insgesamt rund 1.270 Teilnehmer mit einer Förderhöhe von rund 318.000 Euro bewilligt (Stand: 20.01.2020).

Investitionen, die der Umsetzung von Prozessinnovationen dienen, sind ebenfalls auch für Handwerksbetriebe förderfähig – aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) unter der Voraussetzung, dass die Prozessinnovationen das Ergebnis der Beratungs- und Planungsleistungen (Prozessinnovationen) sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um Maschinen und Anlagen, Robotik sowie Automatisierungstechnik wie Sensorik, Datenübertragungs- und Verteiltechnik und die dafür notwendige spezifische Hard- und Software. Die Gesamtausgaben des Investitionsvorhabens müssen mindestens 100.000 Euro betragen; die Höhe des Zuschusses beträgt maximal 100.000 Euro. Bei Investitionen in die Modernisierung des Produktionsprozesses sind für Handwerksbetriebe Unterstützungen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), möglich, wenn die Unternehmen überregional tätig sind. Voraussetzung ist weiterhin, dass beispielsweise Herstellungsmethoden oder interne Abläufe eines Unternehmens sich so verbessern, dass der Produktionsprozess schneller, kostengünstiger, sicherer oder/und effizienter gestaltet wird (Rationalisierungsmaßnahmen). Zudem muss das Kriterium der besonderen Anstrengung erfüllt sein (10 Prozent mehr Arbeitsplätze oder der Investitionsbetrag ist 50 Prozent höher als die durchschnittlichen Abschreibungen der vergangenen drei Jahre). Die Zuschusshöhe beträgt 50 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 200.000 Euro innerhalb von drei Steuerjahren). „Auch Bildungsschecks für branchenübergreifende und branchenspezifische Fortbildungsmaßnahmen haben sich bewährt“, sagte Rudolph. Die Förderung beträgt 50 Prozent bzw. 75 Prozent, maximal ist ein Zuschuss von 500 Euro pro Bildungsscheck bzw. 3.000 Euro bei abschlussorientierten Bildungsschecks möglich. In der aktuellen europäischen Förderperiode wurden bisher rund 2.500 Anträge für insgesamt 16.579 Bildungsschecks und dafür Fördermittel in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) bewilligt.

Handwerkspolitisches Forum Ost war Teil der mitteldeutschen handwerksmesse

Das Handwerkspolitische Forum Ost fand im Rahmen der mitteldeutschen handwerksmesse statt. Zeitgleich waren die Messen „Haus-Garten-Freizeit“ und „Beach & Boat“ in Leipzig präsent. Mecklenburg-Vorpommern war auf den drei Messen mit insgesamt 24 Ausstellern vertreten, unter anderem fünf handwerkliche Betriebe auf einem Gemeinschaftsstand der mhm (Fleisch- und Wurstspezialitäten Robert Kriewitz aus Ueckermünde, Bernstein Galerie E aus Ribnitz-Damgarten, Schokoladerie de Prie aus RostockNordholz Design Kause Saunabau und Elektrotechnik aus Zarrendorf, Tischlerei Tietböhl GmbH aus Rostock) und zwei Einzelaussteller (Marxdorfer Liköre Neustrelitz und Thüringer Kristallhof Waren).

Gemeinsame Bundesratsinitiative für stärkere Beteiligung des Bundes beim Thema Schiffbauzeitfinanzierung

Deutlichere Unterstützung des Bundes für Finanzierung im Schiffbau unabdingbar – schwierige Fremdkapitalbeschaffung für einen Großteil der deutschen Werften

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft – Heckansicht eines Schiffes, Foto: Joachim Kloock

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe und der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein Dr. Bernd Buchholz setzen sich für eine stärkere Beteiligung des Bundes bei der Schiffbaufinanzierung im neuen parallelen Bund-/Ländergroßbürgschaftsprogramm ein. Ein entsprechender Antrag wurde am Freitag von beiden Küstenländern in den Bundesrat eingebracht. „Wir brauchen die uneingeschränkte Aufnahme des Themas Schiffbauzeitfinanzierung in das neue parallele Bund-/Länderbürgschaftsprogramm. Deutschland darf als Exportland diese oft in ihrer gesamtdeutschen Bedeutung unterschätzte Industrie zumindest nicht an Finanzierungsfragen scheitern lassen. Der internationale Wettbewerb mit massiven staatlichen Einflüssen weltweit ist schon im technischen Bereich hart genug. Die Volksrepublik China hat beispielsweise die Eroberung des Kreuzfahrtschiffbaumarktes bis 2025 zu einem Staatsziel erklärt. Die Position des Bundes zu diesem Thema, sich bei Finanzierungen teurer Projekte nahezu vollständig herauszuhalten, kann unseres Erachtens so nicht stehen bleiben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Bundesrat. Mecklenburg-Vorpommern ist dem Antrag Schleswig-Holsteins beigetreten.

Absicherung von Bund und Land nötig

Vom Schiffbau profitieren nicht nur die Werften, sondern auch zahlreiche Zulieferbetriebe abseits der Küste. „Wenn wir Deutschlands Position im Hinblick auf die vielerorts diskutierten Industriestrategien der Europäischen Union oder Deutschland als Industrieland erhalten wollen, müssen wir gesamtdeutsch denken und alle industriellen Branchen, nicht nur die Autoindustrie, Maschinenbau oder etwa Chemie, im Blick behalten“, sagte Glawe. Die aktuellen Auftragsbestände der deutschen Werften belaufen sich auf fast 20 Milliarden Euro. Aktuell werden ungefähr 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung bei dem Bau eines Schiffes auf einer deutschen Werft durch die beteiligten Schiffbauzulieferfirmen, unter anderem aus ganz Deutschland, erbracht. Etwa die Hälfte dieser Zulieferungen kommt dabei nicht aus den Küstenländern, sondern aus dem gesamten küstenferneren Bundesgebiet. „Dies verdeutlicht nochmals, dass der Erhalt einer zukunftsfähigen Schiffbauindustrie in Deutschland nicht nur ein norddeutsches Thema ist, sondern in gesamtdeutschem Interesse, insbesondere jedoch auch der Binnenländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern, liegt. Für ein exportorientiertes Land wie Deutschland ist eine innovative, leistungsstarke und international wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft von besonderem Stellenwert. Nach wie vor bildet die Schiffbauindustrie mit insgesamt rund 18.000 direkt Beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den wirtschaftlichen Kern der maritimen Wirtschaft“, machte Wirtschaftsminister Glawe im Bundesrat deutlich.

Schwierige Fremdkapitalbeschaffung für einen Großteil der deutschen Werften

Der bei weitem kritischste Punkt für die deutsche maritime Industrie ist die Finanzierung der besonders hohen Volumen über die bei Spezialschiffen verständlicherweise sehr viel längere Bauzeit. „Das Engagement der wenigen Banken, die noch im Schiffsfinanzierungsbereich aktiv sind, gilt als risikobehaftet. Das sind sozusagen die ´Nachwehen´ der Weltwirtschaftskrise, die auch den Schiffbau damals hart getroffen haben. Deren Auswirkungen – vor allem auch, wenn es um die Finanzierung im Schiffbau geht – sind bis heute spürbar. Dies erschwert die Fremdkapitalbeschaffung für einen Großteil der deutschen Werften erheblich, insbesondere wenn diese sich in neuen, innovativen oder sehr anspruchsvollen Marktsegmenten wie etwa dem Kreuzfahrtschiffbau engagieren. Vor diesem Hintergrund kommt der Stellung von Bürgschaften der öffentlichen Hand eine besondere Bedeutung zu“, erläuterte Glawe.

Uneingeschränkte Einbeziehung der Bürgschaften im Schiffbau

Im Rahmen der Überarbeitung des Bundesbürgschaftsprogramms 2020 haben sich die Länder für die uneingeschränkte Einbeziehung des Schiffbaus eingesetzt, um eine angemessene Bundesbeteiligung an der Absicherung von Bauzeitfinanzierungen zu ermöglichen. „Der Vorschlag des Bundes diesbezüglich ist jedoch enttäuschend, da er eine Berücksichtigung von Schiffsbürgschaften im Bundesbürgschaftsprogramm nur mit Einschränkungen vorsieht. Dies wird der Bedeutung der deutschen maritimen Industrie nicht gerecht werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend. Wirtschaftsminister Glawe wird schnellstmöglich Gespräche mit dem Bund führen.

Bundesratsinitiative: MV will Erneuerbaren Strom auch für CO2-freie Wärme, Verkehr, Chemie und Industrie nutze

Die Verwendung von erneuerbar erzeugtem Strom auch im Wärmebereich, im Verkehr, in der chemischen Produktion und in der Schwerindustrie, vor allem der Stahlindustrie – Mecklenburg-Vorpommern will diese Möglichkeit der ganzheitlichen Energienutzung mit Hilfe des Bundesrates vorantreiben und durch die Genehmigung zeitlich beschränkter Testballon-Projekte in der Praxis erproben. Der Bundesrat hat dafür heute die Behandlung in seinen Fachausschüssen eingeleitet.

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock

Windkraftanlage, Foto: Joachim Kloock

Am Freitag hat der Bundesrat erstmals über den Vorstoß Mecklenburg-Vorpommerns beraten, eine Experimentierklausel zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Nutzung von Strom im Wärme-, Verkehrs-, Industrie- und Chemiebereich rechtlich zu verankern, und eine weitere Behandlung dieser Initiative aus Mecklenburg-Vorpommern in seinen Fachausschüssen beschlossen. „Saubere Energie, die bei uns im Land erzeugt wird, müssen und wollen wir auch vollständig nutzen. Nur dann wird der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien die erforderliche öffentliche Akzeptanz finden“, so Energieminister Christan Pegel. Das Land sieht in der bereichsübergreifenden Stromnutzung, der sogenannten Sektorenkopplung, eine Lösung. Damit müssten künftig beispielsweise bei Starkwind nicht im Netz transportierbare Mengen elektrischer Energien nicht abgeregelt werden, sondern könnten durch Umwandlung in Wärme oder Wasserstoff für den Wärme-, den Mobilitäts-, den Chemie- oder den Industriesektor nutzbar gemacht werden. Bislang stehen in den verschiedenen Bereichen vollkommen unterschiedliche rechtliche Hürden dem wirtschaftlichen Betrieb solcher Verfahren und Anlagen faktisch entgegen.

Um die Rahmenbedingungen für Sektorenkopplungstechnologien spürbar zu verbessern, die derzeit unter anderem durch ungleiche Besteuerungen nicht wirtschaftlich umsetzbar sind, setzt sich Mecklenburg-Vorpommern beim Bund für die Einführung sogenannter Experimentierklauseln ein. Sie sollen es ermöglichen, in 100 auszuwählenden Testballons Abweichungen von den rechtlichen Rahmenbedingungen zuzulassen und deren Auswirkungen auf Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit der Stromverwendung in den anderen Bereichen zu untersuchen. „Wir sehen hierin den schnellsten Weg, um im Bereich der Sektorenkopplung wirklich voranzukommen. Der andere Weg, das gesamte betroffene Abgaben- und Steuerrecht zur verbesserten Integration der Sektorenkopplung so zu überarbeiten, dass die Nutzung von Strom im Wärme-, Verkehrs-, Industrie- und Chemiebereich tatsächlich wirtschaftlich möglich wird, dauert viel zu lange – wir setzen deshalb auf die viel schneller umsetzbare Experimentierklausel“, so Minister Pegel. Damit würde nach Pegels Einschätzung auch ein wichtiger Beitrag für eine deutsche Industriestrategie gegangen. „Wir haben eine wirtschaftliche Riesenchance, mit den Technologien zum Einsatz CO2-frei erzeugten Stroms im Wärme-, Verkehrs-, Chemie- und Industriebereich neue Technologien zur Marktreife zu bringen, die danach weltweit nachgefragt werden“, prognostiziert der Energieminister große wirtschaftliche Potenziale der Sektorenkopplung.

Einführung einer Impfpflicht gegen Masern

Impfpflicht ist ein wichtiger und auch notwendiger Schritt

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Spritze, Quelle: 123RF

Ab dem 01. März tritt in Deutschland das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) in Kraft. Damit gilt eine Impfpflicht für Kinder und Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen (Krippe, Kindergarten, Hort), Kindertagespflegen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. „Die Impfpflicht ist ein wichtiger und auch notwendiger Schritt. Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen. Nur weil es nicht jeden Tag neue Fälle bei uns gibt, heißt dies nicht, die Krankheit ist gebannt. Kinder und Angestellte in den betreffenden Einrichtungen müssen geschützt werden. Der beste Schritt dafür ist eine Impfung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Insgesamt wurden in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in den vergangenen 19 Jahren 49 Masern-Infektionen registriert. „Das sind mit Abstand die wenigsten Masern-Erkrankungen aller Bundesländer in diesem Zeitraum“, so Glawe weiter. In Baden-Württemberg und Niedersachsen hat es unlängst Masernerkrankungen gegeben. Ein Masern-Ausbruch im Kongo hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang des Jahres zu mehr als 6.000 Todesfällen geführt.

Masernschutzgesetz ab dem 01. März 2020

Kinder sollen laut dem Masernschutzgesetz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen. Kinder, die schon in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden, müssen den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen. Auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson muss ein Nachweis über den Masernschutz erfolgen. Ebenso gilt dies für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen nach Masernschutzgesetz tätig sind. Hierzu zählen beispielsweise pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Kindertagespflegepersonen sowie medizinisches Personal. Entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sind Personen mit medizinischen Kontraindikationen und Personen, die vor 1970 geboren sind, von der Impfpflicht ausgenommen. Das gilt auch für Personen, die die Krankheit bereits nachgewiesenermaßen durchlitten haben. Die Immunität ist hier durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen. „Infektionen mit Masern verlaufen oftmals schwer und können Komplikationen beziehungsweise Folgeerkrankungen nach sich ziehen“, betonte Gesundheitsminister Glawe. Insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren kann es als Spätfolge einer Maserninfektion zu einer schweren und tödlich verlaufenden Gehirnerkrankung kommen (subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)).

Impfstoffe zählen zu den wirksamsten und sichersten Präventivmaßnahmen im Kampf gegen Krankheitserreger. Um die Zirkulation der Masern zu verhindern, werden von der Weltgesundheitsorganisation Impfraten von 95 Prozent gefordert. Mecklenburg-Vorpommern ist neben Brandenburg das einzige Bundesland, das in der Altersgruppe der Einschüler mit 95,5 Prozent die für die Masern-Eliminierung empfohlene Impfquote von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung erreicht. In Auswertung der von der Kassenärztlichen Vereinigung ermittelten Impfquoten sind 71,9 Prozent der Zweijährigen sowie 86,3 Prozent der Dreijährigen in MV zweimal altersgerecht gegen Masern geimpft. „In Deutschland sind neben Kindern auch Jugendliche und Erwachsene betroffen. Dies zeigt, dass der eigentlich im Kindesalter vorzunehmende Impfschutz teilweise vernachlässigt wird und freiwillige Maßnahmen zur Stärkung der Impfbereitschaft zu wenig greifen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter. Ausführliche Informationen zum Masernschutzgesetz unter: www.masernschutz.de.

Informationen zur landesweiten Imagekampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“

Gesundheitsminister Glawe warb für die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de). „Vorhandene Impflücken lassen sich durch zielgruppenspezifische Maßnahmen ansprechen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend. Neben dem Internetauftritt (www.mv-impft.de) wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. „MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Alle Informationen unter: www.mv-impft.de.

Polytech Treffen 2020 in Berlin

Konkrete Forschungs- und Entwicklungsprojekte gemeinsam umsetzen – Rahmenbedingungen weiter verbessern

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat bei dem Polytech Treffen 2020 in Berlin für eine noch intensivere Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zwischen Russland und Mecklenburg-Vorpommern geworben. „Die Zusammenarbeit mit Russland ist für Mecklenburg-Vorpommern bedeutend und ich kann versichern, sie wird aktiv betrieben. Wir müssen weiter im Dialog bleiben. Im Vordergrund steht dabei immer was uns eint und verbindet. Trotz nicht immer leichter Rahmenbedingungen sind die Gespräche nie abgerissen. Ziel ist es, nachhaltige Entwicklungen und die Schaffung sowie Sicherung zukunftsorientierter Arbeitsplätze durch den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Hierbei ist es wichtig im Rahmen von Forschung, Entwicklung und Innovation konkrete Projekte zu initiieren und umzusetzen“, forderte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph in Berlin. Das zweitägige Polytech Treffen 2020 findet im Rahmen des Deutsch-Russischen Themenjahres der Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018 – 2020 statt. Es ist dem 120. Jahrestag der Gründung der Polytechnischen Peter-der-Große-Universität Sankt Petersburg (SPbPU) gewidmet.

Zusammenarbeit zwischen Russland und M-V intensivieren

Rudolph sprach sich vor Ort dafür aus, die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen bei internationalen Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter zu verbessern. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen bei der Bewältigung von organisatorischen und regulatorischen Hürden. Um Kooperationsprojekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen über Ländergrenzen hinweg zeitnah und erfolgreich umsetzen zu können, bedarf es einer Unterstützung der handelnden Akteure. Die Unterstützung darf nicht einmalig und kurzfristig sein. Nur durch die Schaffung von Planungssicherheit und Kontinuität können die kleinen und mittleren Unternehmen die notwendige vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung aufbauen. Mecklenburg-Vorpommern will dazu im Rahmen der Überarbeitung der Regionalen Innovationsstrategie ein Konzept für die internationale Zusammenarbeit erarbeiten. Erkenntnisse der Veranstaltung sollen in das Konzept einfließen“, betonte Rudolph weiter. Der Staatssekretär regte beispielsweise Kooperationen im Bereich der Entwicklung neuer Werkstoffe, Nanotechnologien, Energietechnologien, Elektronik sowie Biomedizin und Biotechnologie an. „Hier haben wir auf Seiten der Hochschulen und der heimischen Unternehmen beste Voraussetzungen für intensive Kooperationen. Wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen und stärken. Das ist auch ein gegenseitiger Beitrag neue Märkte zu entdecken und aktiv zu erschließen“, machte Rudolph vor Ort deutlich.

Fördermöglichkeiten aktiv nutzen

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph machte im Rahmen der Veranstaltung auf das breite Angebot an Unterstützungsmöglichkeiten für mehr Forschung, Entwicklung und Innovation aufmerksam. „Wir haben den Forschungs- und Entwicklungsbereich bei uns in Mecklenburg-Vorpommern konsequent weiter ausgebaut“, sagte Rudolph. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) werden dabei unterstützt, ihre Produktionsprozesse zu analysieren, „digitale“ Lösungsvorschläge (Prozessinnovationen) zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen. Diese Pilotprojekte werden bei KMU mit bis zu 50 Prozent und bei großen Unternehmen mit bis zu 15 Prozent, mit maximal bis zu 200.000 Euro gefördert. Zudem können auch Analysen und Beratungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Unternehmen (Technikfolgenabschätzung) gefördert werden. „Wir haben den Kreis der möglichen Zuwendungsempfänger erheblich erweitert. Es ist beispielsweise die gewerbliche Wirtschaft, wie auch Handel, Dienstleistung und Bauunternehmen, antragsberechtigt. Wir müssen weiter intensiv an der Initiierung von erfolgversprechenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben arbeiten. Dabei ist es wichtig, auch über den Tellerrand zu schauen“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph. In der laufenden EU-Förderperiode 2014 bis 2020 wurden bislang 164 Millionen Euro aus dem ERFRE für 500 Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsrichtlinie bewilligt.

Informationen zum Polytech Treffen

Am 06. und 07. Februar 2020 findet das Polytech Treffen 2020 in Berlin statt. Im Rahmen der Veranstaltung stellt die SPbPU zusammen mit europäischen Partnern zukunftsorientierte Forschungs- und Innovationsprojekte vor sowie Möglichkeiten für bilaterale Investitionen, die auf erfolgreiche Praktiken langjähriger Zusammenarbeit beruhen. Im Rahmen des Treffens präsentieren die Vertreter der Polytech Projekte zur digitalen Projektierung und Modellierung global wettbewerbsfähiger Produkte der neuen Generation mit fortschrittlichen Produktionstechnologien in verschiedenen Bereichen der Hightech-Industrie. Erwartet werden circa 350 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.

Grundstein für das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie in Greifswald

Kapazitäten schaffen, um jungen Unternehmen gute Voraussetzungen zu bieten, Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte umzusetzen – 240 neue Arbeitsplätze entstehen perspektivisch

Greifswalder Rathaus, Foto Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Greifswalder Rathaus, Foto: Pressestelle HGW

Am Dienstag hat Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gemeinsam den Grundstein für das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie in Greifswald gelegt. „Greifswald hat sich in den vergangenen Jahren zu einem sehr dynamischen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort entwickelt. Gerade im Bereich der Bio- und Plasmatechnik existieren hier Forschungsschwerpunkte. Es ist wichtig, weitere Kapazitäten zu schaffen, um jungen Unternehmen gute Voraussetzungen zu bieten, Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte umzusetzen und sich zu etablieren. Gleichzeitig gibt es einen Bedarf für existierende Unternehmen, sich am Standort zu erweitern. Mit dem Vorhaben werden die Voraussetzungen für noch mehr Forschung und Entwicklung in der Hansestadt gelegt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Zusätzliche Kapazitäten für Neu- und Ausgründungen im Bio- und Plasmabereich

„Die inhaltliche Ausrichtung des ´Zentrums für Life Science und Plasmatechnologie´, die Branchen industrielle Biotechnologie (Bioökonomie) und Plasmatechnologie in einem Komplex zu verbinden, ist neuartig. Es sollen zusätzliche Kapazitäten für Neu- und Ausgründungen im Bio- und Plasmabereich geschaffen werden“, so Glawe weiter. Im Betriebsteil Plasma sind neben Büro- und Laborflächen auch Produktionsflächen vorgesehen, um neue Plasmaanwendungen zu testen, zur Einsatzreife in der Industrie zu bringen und marktreife Produkte in Serie zu produzieren. Der „Biotechnologie-Bereich“ beinhaltet Forschungs-, Produktions- und Aufarbeitungsflächen für die industrielle Bioökonomie. Die industrielle Biotechnologie befasst sich mit der Nutzung von biotechnologischen Methoden für industrielle Produktionsverfahren. Durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sollen in zunehmendem Maße Produkte aus erdölbasierten Rohstoffen ersetzt werden.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort – 240 neue Arbeitsplätze

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf ca. 32 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit etwa 16,5 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). „Es sollen direkt etwa 240 Arbeitsplätze bei den künftigen Nutzern des Zentrums entstehen. Darüber hinaus rechnet die Stadt mit erheblichen volkswirtschaftlichen Effekten“, sagte Glawe.

„Life Sciences“ sind Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts

Die Biotechnologien („Life Sciences“) sind Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. „Sie bieten riesige Chancen für neue Produkte, neue Firmen und neue, wissensbasierte, hochqualifizierte Arbeitsplätze. Sie bilden aber auch den Schlüssel, den Herausforderungen einer globalisierten, im demografischen Wandel befindlichen Gesellschaft zu begegnen. Die aktuellen Entwicklungen belegen dies eindrücklich. Ohne leistungsfähige interdisziplinäre Forschung, ohne schnelle Überführung der Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen, Produkte und Methoden können wir diese Herausforderungen nicht meistern“, machte Glawe in Greifswald deutlich.

Bewilligung von 500 Forschungs- und Entwicklungsprojekten

„Wir werden auch künftig weiter in Forschung, Entwicklung und Innovation investieren. Im internationalen Wettbewerb müssen wir besser und schneller sein als andere. Dazu benötigen wir Spitzenverfahren und innovative, marktfähige Produkte, mit denen wir uns von Wettbewerbern dauerhaft abheben können. Vor allem Projekte von Unternehmen und Verbünden aus Wirtschaft und Wissenschaft – unserer Verbundforschung – sollen weiter unterstützt werden. Die Ausrichtung der Technologiepolitik auf die konkreten Anforderungen der Wirtschaft im Land steht im Vordergrund. Dies soll attraktive und zukunftsorientierte Arbeitsplätze im Land schaffen“, sagte Glawe weiter. In der laufenden EU-Förderperiode 2014 bis 2020 wurden bislang 164 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für 500 Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsrichtlinie bewilligt. „Wir müssen weiter intensiv an der Initiierung von erfolgsversprechenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in der Region arbeiten. Mit dem aktuellen Vorhaben schaffen wir die Grundlagen dafür“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.