Archiv für 14. November 2018

Bunte Ziegentränken der Kunst.Schule.Rostock laden zum Spenden ein

Die ersten 600 Euro für die Gehörnten übergeben

Das Rostocker Unternehmen Getränkeland und die Kunst.Schule.Rostock hatten im Frühjahr gemeinsam mit Schülern der Hundertwasser-Gesamtschule ein besonderes Projekt für den Rostocker Zoo und den 120. Geburtstag im kommenden Jahr gestartet. Im Rahmen von gemeinsamen Kreativkursen wurden für die Patentiere von Getränkeland, die afrikanischen Zwergziegen, „Tränken“ gebaut, die jeweils als Unikat-Spendenbehälter in den 80 Getränkelandfilialen aufgestellt werden sollten.  

„Die ersten 50 Tränken haben wir inzwischen seit dem Sommer auf die Filialen verteilt. Die bunten Boxen machen optimal auf die Jubiläumsaktion aufmerksam und laden dazu ein, ein bisschen Pfandgeld für die Ziegen liegenzulassen“, freute sich Axel Heidebrecht. Der Getränkeland-Geschäftsführer übergab heute an Zookuratorin Antje Zimmermann die ersten 600 Euro, die Kunden für das Ziegenprojekt bereits gespendet haben. „In den kommenden Wochen werden weitere 30 Tränken ausgeliefert. Wir haben noch viel vor und freuen uns auf den 120. Geburtstag und über volle Boxen im kommenden Jahr.“ Seit vielen Jahren unterstützt das Rostocker Unternehmen Getränkeland den Rostocker Zoo, unter anderem als langjähriger Pate für die afrikanischen Zwergziegen. Zookuratorin Antje Zimmermann dankte allen Beteiligten für die gelungene Aktion. „Vor allem die jüngsten Zoobesucher zieht es immer in das große Streichelgehege zu den munteren Ziegen, die auch mit der Hand mit dem Futter aus dem Automaten gefüttert werden dürfen. Für viele Kinder ist der direkte Kontakt zu den Tieren das schönste Erlebnis im Zoo. Das gespendete Geld möchten wir vor allem für frische Grünflächen und die Verschönerung des Geheges der Zwergziegen einsetzen“, so Antje Zimmermann.

Bildunterschriften: Das Ziegenprojekt trägt erste Früchte und darüber freuen sich Zookuratorin Antje Zimmermann (v. li.), Geschäftsführer Axel Heidebrecht sowie Wiebke Laudahn und Björn Krause von der Kunst.Schule.Rostock. Fotos: Joachim Kloock

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Vereint in Riga: 11. Baltic Sea Tourism Forum und Latvian Tourism Forum

11. Baltic Sea Tourism Forum erstmals mit nationalem Tourismusforum zusammengelegt / Mehr als 450 Teilnehmer erwartet / Pro Jahr rund 90 Millionen Gästeankünfte in der Ostseeregion

Logo_Forum-310x118In Lettlands Hauptstadt Riga wird vom 14. bis 15. November das „Baltic Sea and Latvian Tourism Forum“ veranstaltet. Dabei wird das jährlich veranstaltete Baltic Sea Tourism Forum erstmals mit einem nationalen, nämlich dem lettischen Tourismusforum zusammengelegt. Mehr als 450 Teilnehmer werden erwartet. Unter dem Titel „On the edge of change“ steht das Thema Veränderung im Mittelpunkt der Konferenz, die zur Stabilisierung der Zusammenarbeit im Ostseeraum und zur Etablierung der Reiseregion Ostsee beitragen soll. Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv für die touristische Zusammenarbeit im Ostseeraum. Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, welcher auch das Baltic Sea Tourism Center als Projekt betreut, sagte: „Das Baltic Sea Tourism Forum hat sich als feste Konferenz etabliert. Im Schulterschluss mit der touristischen Jahrestagung Lettlands liegen Chancen für eine noch größere Akzeptanz. Wir brauchen den kontinuierlichen Austausch über Grenzen hinweg. Auch für die internationale Wahrnehmung Mecklenburg-Vorpommerns liegen darin große Chancen.“ Unter anderem debattieren Branchenvertreter sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft am 14. November unter der Überschrift „creation vs. preservation“ – zu Deutsch Erschaffung vs. Erhaltung – über die Herausforderung, neue Angebote zu schaffen, gleichzeitig aber den touristischen und einzigartigen Charme beliebter Urlaubsdestinationen zu wahren. Am 15. November wird über das Thema Digitalisierung diskutiert. Touristischen Akteuren soll verdeutlicht werden, wie wichtig eine Verlagerung der Geschäftsprozesse ins Internet in Zeiten des wachsenden Wettbewerbs und der stetigen technologischen Entwicklung ist.

Die Ostseeregion zählt jährlich rund 90 Millionen Gästeankünfte, zuletzt mit jährlichen Steigerungen. Der Anteil des internationalen Tourismus in der Ostseeregion lag im Jahr 2016 bei rund 24 Prozent. Weltweit betrachtet sollen die touristischen Ankünfte nach Angaben der UNWTO bis 2030 von derzeit 1,23 Milliarden (2016) auf 1,8 Milliarden pro Jahr steigen, in Europa von 616,2 Millionen (2016) auf 744 Millionen. Auf der diesjährigen Veranstaltung präsentiert Mecklenburg-Vorpommern unter anderem Ergebnisse des Baltic Sea Tourism Centers, das Anfang Januar 2017 vom Landestourismusverband MV initiiert wurde, um touristische Schlüsselakteure im Ostseeraum in einer festen Struktur zu vereinen und die Entwicklung einer nachhaltigen und langfristigen Kooperationsplattform zu fördern. Aus der Arbeit des Ostseetourismuszentrums sind in den vergangenen Monaten vier Expertengruppen zu den Themen Nachhaltigkeit, Schulungsangebote, Tourismuspolitik und Marktforschung mit definierten Aufgaben entstanden. So hat das Baltic Sea Tourism Center in diesem Jahr den ersten Marktforschungsbericht über die Tourismusbranche der Ostseeregion veröffentlicht. Für das Jahr 2020 ist die Einführung eines Nachhaltigkeits-Awards im Ostseeraum geplant. Weitere Informationen sind unter www.bstc.eu nachzulesen. Darüber hinaus wird das im September 2017 gestartete, einjährige Projekt „From the sustainable development goals towards a Sustainable Tourism in the Baltic Sea Region“ (Von den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen zum nachhaltigen Tourismus im Ostseeraum) ausgewertet. Gastgeber des Forums sind die Agentur für Investitionen und Entwicklung Lettlands und das Ministerium für Wirtschaft der Republik Lettland in Kooperation mit dem Landestourismusverband Mecklenburg-Vorpommern und dem beim Wirtschaftsministerium des Landes angesiedelten Politikbereich Tourismus der EU-Ostseestrategie. Das nächste Treffen findet entweder in der russischen Großstadt Pskow oder in Brüssel statt. Weitere Informationen: www.balticseatourism.net, www.bstc.eu

MV steigt auf! Initiative zum Neustart des Radverkehrs stellt Ziele vor

Radfahrer, Foto: Joachim Kloock

Radfahrer, Foto: Joachim Kloock

Ein „Sieben-Ziele-Papier“ für guten und sicheren Radverkehr in Mecklenburg-Vorpommern wurde am Dienstag, den 13. November, bei einem Parlamentarischen Abend im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus vorgestellt. Gastgeber waren die neue Arbeitsgemeinschaft für fahrradfreundliche Kommunen MV (AGFK MV), der Landestourismusverband sowie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Landesverband MV. Das Papier nimmt die Anforderungen von Touristen und Einheimischen gleichermaßen in den Blick und benennt konkrete, zeitlich spezifische Ziele, um den Radverkehr in Mecklenburg-Vorpommern spürbar zu verbessern.

Das Sieben-Ziele-Papier benennt wichtige Handlungsfelder für den Radverkehr im Nordosten. So wird darin unter anderem ein bis 2030 lückenloses, zusammenhängendes, sicheres Netz aus Fahrradrouten für den Alltags- und Freizeitverkehr vorgeschlagen, das so genannte „Ziel-RadNETZ MV 2030“. Darüber hinaus zielt das Papier auf die Einrichtung eines eigenständigen Referates zum Thema Rad- und Fußverkehr auf Landesebene ab, in dem die notwendigen personellen, finanziellen und strukturellen Voraussetzungen für eine Radverkehrsstrategie bis 2021 geschaffen werden, um die Förderung von Rad- und Fußverkehr wirksam voranzutreiben. Ferner geht es um eine Neuausrichtung der Fördermittelvergabe sowie um professionelle Öffentlichkeitsarbeit, die Lust aufs Radfahren machen soll. Das Sieben-Ziele-Papier wird von einem breiten Bündnis aus Kommunen und Institutionen unterstützt und ist von der AGFK MV federführend erstellt worden. An der Erarbeitung beteiligt waren neben dem Tourismusverband und dem ADFC unter anderem der Städte- und Gemeindetag MV, die Landesverkehrswacht sowie die in der AGFK MV organisierten Kommunen. Andreas Grund, Bürgermeister der Residenzstadt Neustrelitz und von Anfang an in der Arbeitsgemeinschaft aktiv, lobt das Initiativ-Papier: „Sicher und stressfrei Radfahren zu können, bedeutet hohe Lebensqualität und ist ein wichtiges Zukunftsthema für unsere Städte und Gemeinden. So bleiben wir für alle attraktiv, die das Fahrrad für den Schul- oder Arbeitsweg, für Freizeit und Sport oder als Touristen und aktive Senioren nutzen. Als Kommunen gehen wir jetzt voran und gründen, mit der Unterstützung des Infrastruktur-Ministeriums, im kommenden Jahr die AGFK MV als eingetragenen Verein. Die nun in der Gründungsphase formulierten Ziele sind zwar anspruchsvoll, aber richtig, um den Radverkehr in MV wieder nach vorne zu bringen.“

Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Spitzenposition als Radreiseland Nummer eins (2011) eingebüßt hat. Nach Angaben der ADFC-Radreiseanalyse, die jedes Jahr auf der weltweit größten Tourismusmesse, der ITB Berlin, vorgestellt wird, rangiert das Urlaubsland inzwischen nur noch auf Platz sieben. „Wir müssen jetzt mit einer Kursänderung gegensteuern, um wieder vorn mitzufahren. Radfahren ist die wichtigste Aktivität von Menschen, die ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringen, fast jeder Zweite fährt Rad. Das entspricht etwa fünf Millionen Urlaubsradlern.“ Der ADFC Mecklenburg-Vorpommern war an der Erarbeitung der gemeinsamen Ziele von Anfang an beteiligt. Volker Schulz, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC, betont, dass seinem Verband zwei Punkte besonders wichtig sind: „Mecklenburg-Vorpommern ist dabei, beim Radverkehr den Anschluss zu verpassen. Durch E-Bikes, Lastenräder und Kinderanhänger haben sich die Ansprüche von Touristen und Pendlern an gute Radwege deutlich verändert. Dieses wichtige Zukunftsthema braucht mehr Personal, mehr Geld und neue klare Strukturen auf der Landesebene. In vielen Bundesländern macht man gute Erfahrungen damit, ein eigenes Referat für Rad- und Fußverkehr im zuständigen Ministerium anzusiedeln, das wollen wir auch in MV.“ Tim Birkholz, Projektkoordinator der AGFK MV, freut sich über die positive Aufbruchsstimmung, die innerhalb des AGFK MV-Initiativkreises in den letzten Monaten entstanden ist: „In dem Sieben-Ziele-Papier steckt die gesammelte Schwarmintelligenz zum Radverkehr aus Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ein Grundbedürfnis der Menschen in unserem Land, sicher und entspannt von A nach B zu kommen, so wie sie es auch vom Autofahren gewöhnt sind. Das Fahrrad nutzen sie dann, wenn sie sich durch sichere Infrastruktur eingeladen fühlen! Mit dem Papier ist der Grundstein für eine zielführende Diskussion auf allen Ebenen gelegt.“ Hier finden Sie das Sieben-Ziele-Papier zum Herunterladen