Archiv für 21. September 2018

Von der Bärenburg zum Polarium – für den Rostocker Zoo bricht eine neue Ära an

–      200 Tiere eingezogen, dritter Eisbär wird noch dieses Jahr erwartet

–      Ein „Whirlpool“ und 15 Bruthöhlen für insgesamt 36 Pinguine

–      Ausstellung mit Meereswelt und vielen Aktionen für Kinder

DSC_5753Viele Rostocker Generationen sind seit den 1950er Jahren mit der Bärenburg aufgewachsen. Heute wurde nun mit der modernen Erlebnis- und Bildungswelt des Polariums ein neues Kapitel im fast 120 Jahre alten Zoo aufgeschlagen. Im Herzen des historischen Zooteils, im Polarium, ist mit 200 Tieren wieder Leben eingezogen. Die Hamburger ZOOQUARIUMDESIGN GmbH war als Generalplaner für das ambitionierte Bauvorhaben verantwortlich. Das Ausstellungskonzept wurde von der dan pearlman Markenarchitektur GmbH aus Berlin umgesetzt. Seit Beginn der Spendenkampagne „Taler mehren für die Bären“ vor fünf Jahren sind rund 350.000 Euro an Spenden gesammelt worden. „Die Eröffnung des Polariums ist ein herausragender Tag für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Jubiläumsjahr. Der Rostocker Zoo ist um eine spektakuläre Attraktion reicher. Wissen und Erlebnis werden auf unterhaltsame Art miteinander verbunden“, sagte heute Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Schon mit dem Darwineum hat der Rostocker Zoo neue Maßstäbe für einen Zoo der Zukunft gesetzt. Wir müssen unsere Gäste immer wieder neugierig auf Mecklenburg-Vorpommern machen. Das Polarium ist vor allem ein nachhaltiger Beitrag, die Region weiter saisonunabhängig zu beleben. Es trägt dazu bei, auch die überregionale Ausstrahlungskraft weiter zu erhöhen.“ Die Gesamtinvestitionen für den Neubau der Erlebnis- und Bildungslandschaft belaufen sich auf 14,21 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium wird den Neubau voraussichtlich mit rund 12 Millionen Euro unterstützen.

Ein Höhepunkt zum 800. Rostocker Stadtjubiläum

„Für mich ist das Polarium ein weiteres großes Geschenk für alle Rostocker zum 800. Stadtjubiläum“, betonte Oberbürgermeister Roland Methling heute bei der feierlichen Einweihung. „Der Zoo bricht in ein neues Zeitalter auf und knüpft dennoch an alte Traditionen an. So bleibt der Zoo auch in Zukunft für die Rostocker Familien ein fester Bestandteil der gelebten Freizeitkultur.“ Nach knapp einem Jahr Bauzeit und der heutigen Eröffnungsfeier ist die neue Heimstätte der Eisbären und Pinguine ab morgen (22. September) für alle Zoobesucher ab 9.00 Uhr geöffnet. Zoodirektor Udo Nagel zeigte sich stolz und dankbar am Eröffnungstag. „Stolz bin ich auf unser Mitarbeiterteam, das in den vergangenen beiden Jahren erneut Unglaubliches geleistet hat. Dankbar bin ich über die große Unterstützung seitens des Landes, der Stadt und aller Zoofreunde und für das Verständnis der Besucher während der Bauzeit. Jetzt blicken wir nach vorn und freuen uns darauf, mit unserem Polarium die Rostocker und Gäste der Stadt zu begeistern.“ Das Polarium nimmt die Besucher mit auf eine Reise vom Süd- zum Nordpol. Die Pinguine leben ausschließlich auf der Südhalbkugel und die Polarbären in der Arktis auf der Nordhalbkugel. Nur im Polarium sind sie direkte Nachbarn. Mit etwa 12.500 Quadratmetern Gesamtfläche umfasst das Polarium einerseits ein neues Freigehege mit Bruthöhlen sowie ein Wasserbecken mit Sichtscheiben für bis zu 36 Humboldt-Pinguine und deren Nachwuchs. Zum anderen gibt es eine weitläufige Tundra-Landschaft für drei erwachsene Eisbären und ihre Nachkommen. Zum POLARIUM gehört ferner ein Besucherinformationszentrum mit einer Eisbären-Ausstellung und den Meereswelten, einem abwechslungsreichen Aquaristikbereich. Dieser erlaubt einen Blick in die mystische Unterwasserwelt der Ozeane. Der Weg der Besucher führt über die Pinguin-Anlage zum ersten Außengehege der Eisbären mit der historischen Einsicht von der Eichenallee und dem erhaltenen Storchenturm weiter ins Besucherzentrum und zum zweiten Außenrevier der Eisbären.

Wirtschaftsministerium unterstützt Zoos in MV

Wirtschaftsminister Glawe machte vor Ort auf die Bedeutung der touristischen Weiterentwicklung aufmerksam. „Wir brauchen im Land mehr solcher Attraktionen wie das Polarium. Denn, wer im touristisch hart umkämpften Wettbewerb bestehen will, muss gezielt in die touristische Infrastruktur investieren. Dazu zählen auch ganz klar Investitionen in die Infrastruktur der Zoos in Mecklenburg-Vorpommern“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe. Das Wirtschaftsministerium hat seit 2008 insgesamt 29 Vorhaben für Fördermaßnahmen in Zoos und Tiergärten von Mecklenburg-Vorpommern mit 62,2 Millionen Euro bezuschusst. Die Gesamtausgaben für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 75 Millionen Euro. Die Fördergelder stammen unter anderem aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) einschließlich aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER).

Mehr als 50 Firmen am Neubau des Polariums beteiligt

Insgesamt waren 33 Hauptgewerke in den Bauprozess eingebunden. Hinzu kommt eine Vielzahl an weiteren Dienstleistungen, so dass über die gesamte Zeit rund 50 Firmen an dem Gesamtprojekt mitgewirkt haben. „Einzigartig ist mit Sicherheit die Gesamtkomplexität des Neubaus, die Vielschichtigkeit der Gewerke tritt in der Form der Zusammenarbeit sicher nicht allzu häufig auf“, sagte Zoo-Projektleiter Robert Maaß. „Beispielhaft erwähnt sei hier die Filigranität der künstlerischen Gestaltung der Gesamtanlage, die Präzision im Ausstellungsbau, die Größenordnung der Wassertechnik, die Spezifität der Aquarientechnik und die Komplexität des Stahlbaus.“ „Im Rahmen der öffentlichen Vergaben hat sich ein Stab an Unternehmen herauskristallisiert, welcher stets und ständig den Projekterfolg im Blick hatte“, lobte Zoodirektor Udo Nagel das Zusammenwirken mit den Betrieben. „Die Einsatzbereitschaft und Identifikation mit unserem Polarium war bewundernswert und wir sind allen Beteiligten sehr dankbar, dass dieses Vorhaben in diesem Umfang in der vorgegebenen Zeit abgeschlossen werden konnte.“

Eine Tundra für die Könige der Arktis

DSC_5815Die beiden Eisbären, Noria aus Tschechien und Akiak aus den Niederlanden, werden zur Eröffnung auf den beiden Außenanlagen zu sehen sein. „Beide Eisbären sind mit drei und vier Jahren noch recht jung und sollen ausreichend Zeit erhalten, sich und ihr neues Umfeld kennen zu lernen“, informierte Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. „Perspektivisch wünschen wir uns, dass die beiden miteinander harmonieren und irgendwann auch für Nachwuchs sorgen werden. Noch in diesem Jahr erwarten wir einen dritten, weiblichen Eisbär, wenn alles planmäßig läuft“, kündigte Antje Zimmermann an. Eisbären werden mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif, wobei die Geschlechtsreife bei weiblichen Tieren etwas eher eintritt.

Der am 22. November 2014 in Rhenen (Niederlande) geborene Akiak ist ein Enkel der legendären Rostocker Eisbären Churchill (28.11.1979in Rostock – 26.10.2013 in Rostock) und Vienna (29.11.1988 in Wien – 13.01.2018 in La Palmyre). Auch Akiaks Vater ist ein Rostocker, nämlich der am 18. Dezember 1998 im Rostocker Zoo geborene Victor. Seine Mutter Freedom kam am 6. Dezember 2001 in Kolmarden in Schweden zur Welt. Norias Vater Umca stammt aus Alma-Ata in Kasachstan, wo er am 15. November 1998 geboren wurde. Ihre Mutter Kora erblickte am 27. November 1998 in St. Petersburg in Russland das Licht der Welt.

Die Eisbären und Pinguine finden natürliche Tieranlagen vor. „Wir haben viele verschiedene Materialien in den Gehegen verwendet, die auch in den ursprünglichen Lebensräumen der Tiere vorkommen, beispielsweise Sand, Steine und Grünflächen. Die Außenanlagen der Eisbären sind der Tundra nachempfunden. Sie wurden nach den neuesten Standards der Zootierhaltung errichtet. Dabei spielten auch Erkenntnisse zur Biologie und zum Fortpflanzungsverhalten der Tiere eine große Rolle“, unterstrich Antje Zimmermann.

Mehr Platz für Heimkehrer und neue Gruppenmitglieder

Zur Eröffnung des Polariums haben 13 weibliche und 13 männliche Humboldt-Pinguine ihr neues und größeres Gehege bezogen. Platz ist für insgesamt 36 Frackträger und die flauschige Nachkommenschaft. Zehn Pinguine sind Heimkehrer, die während der letzten zwei Jahre im Zoo Berlin gelebt haben. Darunter befinden sich beispielsweise Tristan, Fridolin, Pünktchen, Molli, Benny und Liese. Elf Tiere sind aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien nach Rostock gekommen und fünf Pinguine aus dem dänischen Aalborg. Der sechsjährige Promi-Pinguin Ekki lebt seit 2016 im Vogelpark Marlow. Die vier Marlower Pinguine kehren nicht nach Rostock zurück, ebenso wie die sechs Tiere, die vor dem Beginn der Bauarbeiten in den Zoo Hoyerswerda umgezogen sind. Für die Humboldt-Pinguine stehen insgesamt 15 Bruthöhlen zur Verfügung. Wenn die Zoolieblinge nicht gerade brüten, halten sie sich zu gern im Wasser auf. Zoobesucher können jetzt die Pinguine auch beim Tauchen und Schwimmen beobachten, da ihr Wasserreich mit Sichtscheiben ausgestattet ist. Durch die neue Filteranlage kommt es zu einer stetigen Wasserbewegung und einer gleichbleibenden Wasserqualität im Pinguinbecken. „Zusätzlich gibt es Einströmdüsen mit einem Lufteintrag mit Whirlpoolcharakter, welche der Eisfreihaltung des Beckens dienen“, so Antje Zimmermann. Der Rostocker Zoo arbeitet mit „Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins e.V.“ zusammen, die sich für den Erhalt der laut Roter Liste gefährdeten Humboldt-Pinguine engagieren (sphenisco.org).

Abtauchen in die Tiefen der Ozeane

Im Besucherzentrum heißt es Abtauchen in die Unterwasserwelt der Ozeane. Sieben Quallenkreisel zeigen das 500 Millionen Jahre alte Evolutionswunder der Medusen aus dem Stamm der Nesseltiere. Den sanften Bewegungen der Exoten wird eine entspannende Wirkung nachgesagt. Beim Beobachten der Mützenmeduse, der Spiegeleiqualle, der Kompassqualle, der Amakusa-Feuer-Qualle oder der Papua Schirmqualle und der erst seit 1992 beschriebenen Eirene lacteoides kann jeder Polarium-Besucher mit dem passenden Begleitsound auf besondere Art und Weise entschleunigen. Der siebente Quallenkreisel, der Jellyfish-Planet mit den Ohrenquallen, zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. Das freistehende Kugelaquarium mit umlaufendem Wasser ist extra beleuchtet und erscheint wie ein lebendiger Springbrunnen. Die Bewohner der Quallenkreisel sind in freier Natur in den Tiefen des Nordatlantiks, im Pazifik, im Mittelmeer und im Roten Meer ansässig. Die Quallen wurden teils im Darwineum gezüchtet, teils aber auch aus anderen Ländern geholt. Die weiteste Reise hatten Polypen aus Japan. Im Polarium sind darüber hinaus sechs Aquarien untergebracht, darunter ein großes Indopazifik-Becken mit Drücker- und Feuerfischen. Ein Aquarium mit einem Kraken sowie ein Nordost-Pazifik-Becken mit Anemonen, Seesternen, Hornhaien und weiteren Fischen dieses Lebensraumes werden ebenfalls präsentiert sowie zwei zylinderförmige Aquarien und ein Muränen-Becken. Insgesamt sieben Tierpfleger werden sich um die Eisbären, Pinguine und die Bewohner der Aquarien im POLARIUM kümmern.

Artenschutz zum Anfassen und Mitmachen

Im Besucherzentrum werden unterhaltsam und leicht verständlich der Lebensraum, die Besonderheiten und die Gefährdung des größten Landraubtieres der Welt dargestellt. Eine zwölf Meter lange Multimedia-Projektion versetzt die Besucher in den Lebensraum der Eisbären, in die Arktis. „Wir haben unser Erfolgskonzept des lebendigen Museums im Darwineum fortgeschrieben“, hob Zoodirektor Udo Nagel hervor. „Dem Besucher sollen möglichst viele interessante Fakten nahegebracht werden, die spannend aufbereitet und informativ verpackt sind. Natürlich spielt dabei der Natur- und Artenschutz eine besondere Rolle. In diesem Punkt kooperieren wir sehr eng mit der Artenschutzorganisation Polar Bears International (polarbearsinternational.org).“ „Die Zoos und Aquarien unseres Netzwerkes der Arctic Ambassador Center erhöhen unsere Reichweite, um auf den Klimawandel hinzuweisen und um gemeinsam an Lösungen arbeiten zu können. Sie arbeiten auch daran, hohe Standards für die Eisbärenhaltung in Zoos zu setzen, haben regelmäßig Anteil an zoo-basierter Naturschutzwissenschaft und streben kontinuierlich nach einer Verbesserung des Wohlergehens der Tiere in ihrer Obhut“, machte Krista Wright, Executive Director von Polar Bear International, anlässlich der Eröffnung deutlich. „Wir sind dankbar, mit führenden Zoos wie dem Rostocker Zoo, zusammenzuarbeiten und danken für die Anerkennung der Rolle, die die internationale Zoogemeinschaft bei der bestmöglichen Haltung von Eisbären und der Förderung langfristiger Forschung zum Schutz der Eisbären spielen kann.“

Im Besucherzentrum wurden viele altersgerechte Angebote für die kleineren Zoogäste integriert, um auch schon die Jüngsten an den Artenschutz heranzuführen. Die „Eisberge“ im Besucherzentrum verfügen über eine Kinderebene, an der sich die Kleinen ausprobieren können und Wissenswertes über die Könige der Arktis erfahren. Außerdem locken eine Kindereishöhle mit Hörgeschichten, Eisbärenfilme aus der Rostocker Kinderstube sowie ein Arktis- und Eisbärenquiz auf einem Touchscreen. An einer Akustikstation können verschiedene Laute der Eisbären abgespielt werden, so ruft beispielsweise ein Eisbärenjunges nach seiner Mutter oder schmatzt zufrieden. Natürlich wird in der Ausstellung auch auf das Internationale Eisbären-Zuchtbuch eingegangen, das von Zookuratorin Antje Zimmermann geführt wird. Freuen können sich alle Polarium-Besucher auf mögliche Zuchterfolge. In der Ausstellung wird der eine oder andere Blick in die Wurfbox der Eisbären erlebbar sein. Ab Sonnabend (22. September) kann auch der neue Abenteuerspielplatz am Polarium erobert werden. Mit Unterstützung der ScanHaus Marlow GmbH ist in unmittelbarer Nähe zum Polarium ein Spielfeld mit einem Nachbau des Forschungsschiffes FRAM des Polarforschers Fridtjof Nansen entstanden. Über eine Seilleiter können die Kinder auf den Dreimaster gelangen. Im Umfeld des Schiffes befinden sich viele polartypische Erlebnispunkte, ein Iglu und eine Eskimofotostation.

Bild: Jetzt geht’s los im Polarium, dem neuen Zuhause von Eisbären und Pinguinen im Rostocker Zoo: Zoo-Direktor Udo Nagel und Wirtschaftsminister Harry Glawe (von links), Foto: Joachim Kloock

Bild: Jetzt geht’s los im Polarium, dem neuen Zuhause von Eisbären und Pinguinen im Rostocker Zoo: Wirtschaftsminister Harry Glawe, Eisbär Akiak, Zookuratorin Antje Zimmermann und Projektleiter Robert Maaß (v.l.n.r.), Foto: Joachim Kloock

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Nachlese zur Ausfahrt der Kreuzfahrtschiffe mit Feuerwerk in Rostock-Warnemünde

16.9.2018 – Anlässlich des ersten Cruise Festivals in Rostock wurden am Samstag die Kreuzfahrtschiffe AIDAmar, Norwegian Breakaway und Columbus mit einem fulminanten Feuerwerk verabschiedet.

 

 

Archäologische Grabungen im Schweriner Küchengarten

Historische Mauerreste freigelegt / Vorbereitung für Machbarkeitsstudie

20180918_122149Im Kernbereich des künftigen Weltkulturerbe-Areals haben zu Wochenbeginn archäologische Grabungsarbeiten unter Leitung von Grabungsleiterin Marlies Konze vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege  MV stattgefunden. „Wir wollen mit der archäologischen Untersuchung klären, wie die bauliche Situation in dem mehrfach umgestalteten Küchengarten im 19. Jahrhundert war“, erläutert  der Leiter des Fachdienstes Bauen und Denkmalpflege Günter Reinkober.  So hat der Bagger im Küchengarten in etwa 70 Zentimeter Tiefe Gebäudekanten freigelegt, die vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammen und Rückschlüsse auf die Nutzung des historischen Küchengartens zulassen. „In den Plänen war hier ein viel größeres Gebäude verzeichnet, das vermutlich kleiner gebaut wurde als das die Planungen nahelegen“, meint Weltkulturerbe-Managerin Claudia Schönfeld.  Die Grabungen im Küchengarten wurden von der Landeshauptstadt in Auftrag gegeben. Die Stadt hatte dem Land das Gelände  im Kerngebiet des Welterbeantrags für eine nichtkommerzielle Nutzung abgekauft. Die Grabungen ergänzen historische Grundlagenuntersuchungen zum Küchengarten von Christine Rehberg-Credé und Katja Pawlak , die auf der 2. Schweriner Welterbetagung im Jahr 2016 vorgestellt wurden. „Wir hatten zwar die Pläne, wussten aber nicht, was davon umgesetzt worden ist“, erläutert Claudia Schönfeld.  Um die Suche nach der richtigen Grabungsstelle einzugrenzen und überhaupt etwas auf der zuletzt zur Buga 2009 umgestalteten Fläche zu finden, legten die Experten digitalisierte Karten, Luftaufnahmen und historische Pläne übereinander. Die historische und die archäologische Recherche sollen nun die Grundlage für eine Machbarkeitsstudie bilden, die Möglichkeiten zur Revitalisierung des historischen  Küchengartens aufzeigt. „Schon die BUGA hat gezeigt, dass Konzepte, die ein intensives  Gartenerlebnis mit Gastronomie und Wissensvermittlung verbinden, eine enorme Anziehungskraft für Besucher entwickeln. Solche Erlebnisbereiche zu schaffen ist wichtig für ein lebendiges Weltkulturerbe“, so Schönfeld. Die Machbarkeitsstudie soll noch in diesem Jahr beauftragt werden. Mit den Ergebnissen wird 2019 gerechnet.

Bildunterschrift: Die archäologischen Grabungen im Auftrag der Stadt am Küchengarten wurden von Marlies Konze geleitet. © ClaudiaSchönfeld

Projekt „Bienenstraße“ in Westmecklenburg wird weiter ausgebaut

1. Streuobstgenusstag des Landes am 23. September in Kobrow II

Attraktive Angebote für Gäste und Einheimische entlang der Strecke

Biene auf Nahrungssuche, Foto: Joachim Kloock

Biene, Foto: Joachim Kloock

Der Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) e.V. hat die „Bienenstraße“ in Westmecklenburg initiiert. An verschiedenen Stationen können sich Interessierte über die Bedeutung von Insekten für die Kulturlandschaft informieren. Jetzt soll das Projekt weiter ausgebaut werden. „In den vergangenen Jahrzehnten ist die Anzahl an Streuobstwiesen deutschlandweit stark gesunken. Für Bienen und andere Insekten stellen sie jedoch wichtige Lebensräume dar. Deshalb ist es wichtig, Freiräume vorzuhalten und vielerorts auf die immense ökologische Bedeutung, die die Bienen erfüllen, hinzuweisen. Mit dem Projekt ´Bienenstraße´ ist es gelungen, Gäste und Einheimische für dieses Thema zu sensibilisieren und zugleich mit attraktiven Angeboten entlang der Strecke für die Region zu werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Ausflugsrouten informieren über Insekten, bienenfreundliche Betriebe und die Entwicklung der Kulturlandschaft

Im Rahmen des Projektes hat der LSE e.V. bereits vielerorts die Umsetzung der Bienenstraße vorangetrieben. Mehrere Streuobstwiesen sind als Bienen-Rastplätze fertiggestellt und vermitteln Besuchern über Infotafeln Informationen rund um das Thema. Zudem sind zwei Routen zusammengestellt worden, an deren Wegstrecken über Insekten, bienenfreundliche Betriebe und die Entwicklung der Kulturlandschaft informiert wird. Die Bienenstraße im Sternberger Seenland führt über 65 Kilometer von Warin unter anderem über Kaarz und Groß Raden zurück nach Warin. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in vier Etappen auf rund 150 Kilometern zwischen Karower Meiler und dem Schweriner Schloss Wissenswertes über Wild- und Honigbienen zu erfahren. Neben den Hinweistafeln vor Ort können sich Interessierte auf der Website www.bienenstrasse.deoder durch eigens konzipierte Programmflyer über die Honigbiene und ihre Artgenossen informieren. Neben dem Verband selbst sind zudem viele weitere Kooperationspartner wie der Schweriner Zoo, das Kloster Dobbertin, das Gut Vorbeck oder das Kutschenmuseum in Kobrow II am Projekt beteiligt. Jetzt ist geplant, die Bienenstraße weiter auszubauen und in Zusammenarbeit mit touristischen Anbietern intensiver zu vermarkten. „Die Bienenstraße ist ein touristisches Alleinstellungsmerkmal der Region, das für Besucher und Einheimische gleichermaßen interessant ist. Neben der fachlichen Information zur Bedeutung der Insekten lernen Gäste über die Tourenvorschläge die Region besser kennen. Sie besuchen bienenfreundliche Betriebe und lernen regionale Köstlichkeiten wie Honig, Saft, Käse und Likör kennen. Dies stärkt auch die heimische Wirtschaft“, sagte Glawe.

Streuobstgenusstag des Landes am23. Septemberin Kobrow II (Landkreis Ludwigslust-Parchim)

Über die Bienenstraße hinaus engagiert sich die LSE für regionale Produkte. So wurde gemeinsam mit dem Streuobstnetzwerk M-V der erste Streuobstgenusstag des Landes im Naturpark Sternberger Seenland (19406 Kobrow II, Parkplatz Am Dorfteich 20) organisiert. Am 23.09. können Interessierte Nistkästen und Wildbienenhotels bauen, sich an Info-Ständen über Kräuter und Bienen informieren. Eine Handpresse für Schau- und Mitmachzwecke ist bereit für leckeren Rohsaft. Für das leibliche Wohl sorgt der Imbisswagen der Grünen Kombüse aus Rostock. Zudem ist eine Verkostung feiner Naturpark-Apfelweine der ersten freien Apfelwinzer-Initiative in Mecklenburg-Vorpommern geplant.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Im Förderzeitraum von Januar bis Dezember 2018 betragen die Gesamtkosten des Projektes knapp 40.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von knapp 19.000 Euro.

Umweltpreis des Landtages 2017

Beim Umweltpreis 2016/2017 des Landtages Mecklenburg-Vorpommern hat das Netzwerk Bienenstraße unter 33 Teilnehmern den ersten Platz errungen. Das Thema des Wettbewerbes lautete „Streuobstwiese, Bienenweide und Co. – Engagement für Artenvielfalt in der Kulturlandschaft“.

Weitere Informationen

Im Rahmen des Streuobstprojektes und der Umsetzung der Bienenstraße konnte der LSE e.V. zahlreiche wichtige Kontakte knüpfen und ein umfangreiches Netzwerk aufbauen. Der Erhalt und die Weiterentwicklung der regionstypischen Kulturlandschaft stehen dabei in der täglichen Arbeit des Vereins im Vordergrund. Mit ihrem fundierten agrarwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Wissen sind die Mitarbeiter des Vereins auch in der landwirtschaftlichen Beratung tätig und mit den vielen weiteren Landnutzern in engem Kontakt. Weitere Informationen www.bienenstrasse.de

800 Besucher bei „Musik am Nachmittag“ in der Rostocker Stadthalle

20.9.2018 – Die „Musik am Nachmittag“ gastierte anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums der Hanse- und Universitätsstadt Rostock am 19. September 2018 im Großen Saal der Rostocker StadtHalle. 800 Rostockerinnen und Rostockern wurde ein besonderer Konzertgenuss ermöglicht. Initiiert von der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, München, sind die seit 1998 zweimal im Jahr traditionell in der Nikolaikirche stattfindenden Konzerte für Seniorinnen und Senioren ein besonderes Dankeschön an die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen. Das Jubiläumskonzert in der StadtHalle bot allen Gästen eine spannende und unterhaltsame Reise in die Welt der Musik. Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Brahms, Lortzing, Millöcker, Rimsky-Korsakov, Rossini, Saint Saens, Schubert, J. Strauss und Verdi. Im Kartenpreis inbegriffen waren Kaffee und Kuchen die in der Pause an den Tischen serriert wurden.

Neue Hilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern

Unterstützungsmöglichkeiten für mehr Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern ausbauen – Etat um 50 Millionen Euro aufstocken

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Am Mittwoch hat die „Technologiekonferenz MV 2018 – Zukunft für den Mittelstand“ in Rostock stattgefunden. Schwerpunktthema war die Digitalisierung. „Die Unternehmen stehen vor enormen Veränderungen. Was vor einigen Jahren noch unter der Überschrift Utopie gehandelt wurde, ist heute schon vorstellbar geworden oder gar Realität. Am Arbeitsmarkt werden in der Zukunft andere Qualifikationen und Kompetenzen gefragt sein als heute. Wir müssen die Digitalisierung eher als Chance sehen und weniger als Risiko. Das ist eine Herausforderung. Wir unterstützen die Unternehmen dabei diesen Weg zu gehen“, sagte der Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph.

Fördermöglichkeiten werden ausgebaut

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph machte auf neue Unterstützungsmöglichkeiten für mehr Forschung, Entwicklung und Innovation aufmerksam. „Wir bauen den Forschungs- und Entwicklungsbereich bei uns in Mecklenburg-Vorpommern konsequent weiter aus“, sagte Rudolph. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) werden dabei unterstützt, ihre Produktionsprozesse zu analysieren, „digitale“ Lösungsvorschläge (Prozessinnovationen) zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen. Diese Pilotprojekte werden bei KMU mit bis zu 50 Prozent und bei großen Unternehmen mit bis zu 15 Prozent, jedoch max. mit 200.000 Euro gefördert. Zudem können zukünftig auch Analysen und Beratungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Unternehmen (Technikfolgenabschätzung) gefördert werden. „Wir haben den Kreis der möglichen Zuwendungsempfänger erheblich erweitert. Neu ist, dass im Gegensatz zu früher nicht nur das verarbeitende Gewerbe, sondern die gewerbliche Wirtschaft, wie beispielsweise auch Handel, Dienstleistung und Bauunternehmen, antragsberechtigt sind“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph.

Zukünftig soll als neues Instrument im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsrichtlinie des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern auch die Förderung von Investitionen möglich sein, die der Umsetzung von vorher durchgeführten Prozessinnovationen dienen. „Damit gehen wir noch einen Schritt weiter. Die Investitionen in Folge von Prozessinnovationen fördern wir mit 50 Prozent und bis zu 100.000 Euro. Hierzu zählen zum Beispiel Maschinen, Anlagen, Robotik, Automatisierungstechnik wie Sensorik oder Datenübertragungstechnik. Damit sollen Digitalisierungslösungen vom Schreibtisch in die Realität überführt werden“, erläuterte Rudolph. Damit die Unternehmen des Landes durch tatsächliche Beispiellösungen überzeugt werden können, unterstützen wir das Fraunhofer IGP in Rostock bei der Erweiterung der Forschungseinrichtung in einem vierten Bauabschnitt. Für 16,5 Millionen Euro wird dort eine Fabrik der Zukunft, ein Demonstrationszentrum Industrie 4.0., entstehen. „Für die regionale Wirtschaft stehen dann eine moderne Infrastruktur, innovative Methoden und intelligente Köpfe zur Verfügung“, sagte der Wirtschaftsstaatssekretär.

Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation soll aufgestockt werden – Antrag in Brüssel

Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Wir planen, die Forschungs- und Entwicklungsförderung um 50 Millionen Euro aufzustocken. Wir versprechen uns davon eine weitere Stärkung der Innovationskraft der regionalen Wirtschaft und die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze. Der Antrag auf Änderung des Operationellen Programmes liegt dazu in Brüssel. Wir sind guter Hoffnung, dass wir eine Zustimmung erhalten werden“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph. Im Zeitraum von 2014 bis zum August 2018 haben wir im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsförderung Zuschüsse von insgesamt 132,6 Millionen Euro für 388 Vorhaben bewilligt. Allein im Jahr 2017 waren es 50,4 Millionen Euro für 86 Projekte. „Die Möglichkeiten der Forschungs- und Entwicklungsförderung in Mecklenburg-Vorpommern werden von den Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Landes sehr gut angenommen. Ein sehr großer Teil der geplanten 168 Millionen Euro ist daher schon gebunden“, so Rudolph weiterInsgesamt wurden 88,5 Millionen Euro für 199 Verbundforschungsvorhaben, 33,3 Millionen Euro für 63 einzelbetriebliche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie 6,6 Millionen Euro für 87 Durchführbarkeitsstudien bewilligt. Bei der Verteilung der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation sind 39 Prozent der Mittel in die Biotechnologie und Medizintechnik geflossen. Mit 24 Prozent war der Maschinenbau beteiligt, 11 Prozent gingen in den Bereich der Mobilität und ca. 10 Prozent flossen in die Informations- und Kommunikationstechnologie. „Diese Zahlen zeigen, dass es im Bereich Forschung und Entwicklung keinen Stillstand gibt. Es wird gehandelt. Und das ist richtig so“, betonte Rudolph.

Unterstützungsmöglichkeiten nutzen

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph machte auch auf weitere Unterstützungsmöglichkeiten des Wirtschaftsministeriums aufmerksam. „Hierzu zählen die berufsbegleitende Qualifizierung der Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) sowie die kleinen und mittleren Unternehmen bei der Ersteinstellung von Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung (Einstellungsrichtlinie). Mit der Schaffung eines Kompetenzzentrums ´Digitalisierung in der Arbeitswelt MV´ wird eine zentrale Anlaufstelle für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie deren Interessensvertreter gefördert. Das Kompetenzzentrum soll die Informationen zu den Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Arbeit bündeln und weitergeben, übergreifend die neuen rechtlichen Herausforderungen aufbereiten und vermitteln, über vorhandene Unterstützungsangebote informieren und auch eigene Schulungen in Betrieben anbieten“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. Die Technologiekonferenz wurde u.a. vom Wirtschaftsministerium, von der IHK zu Rostock und vom Strategierat Wirtschaft Wissenschaft MV ausgerichtet.

Strategierat Wirtschaft Wissenschaft MV

Die Schaffung attraktiver und wissensbasierter Arbeitsplätze und die Erhöhung des Anteils wertschöpfungsintensiver Wirtschaftszweige an der Wirtschaftsstruktur stehen im Vordergrund der Technologiepolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Hierzu hat das Wirtschaftsministerium einen Strategierat berufen, der insbesondere eine enge Beratung und Begleitung des Landes zur Steigerung der Technologie- und Innovationskompetenz leistet und sich für die Förderung der Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft einsetzt. Mitglieder des Strategierates sind die fünf Wirtschaftskammern des Landes, fünf Hochschulen, fünf anwendungsbezogene außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, der Verbund der Technologiezentren sowie die Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit; Bildung, Wissenschaft und Kultur; Energie, Infrastruktur und Digitalisierung sowie Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

„Starte deine kreative Zukunft“ – Aktionstag der Maler- und Lackierer-Innung Greifswald-Vorpommern

Branche bietet berufliche Vielfalt und attraktive Karrieremöglichkeiten

DownloadMit einem Aktionstag auf dem Marktplatz in Greifswald haben die 17 Mitglieder der Maler- und Lackierer-Innung Greifswald-Ostvorpommern für ihren Berufsstand und die Ausbildung geworben. „Unterschiedliche Maltechniken, Materialkunde, Kreativität, Sinn für Ästhetik und hochwertige Ausführung – all das gehört zum Anforderungsprofil eines Malers und Lackierers. Die Branche bietet berufliche Vielfalt und attraktive Karrieremöglichkeiten. Dafür wirbt die Innung publikumswirksam inmitten der Stadt Greifswald und zeigt Möglichkeiten der Ausbildung, Umschulung oder für ein Praktikum auf. Eine einladende Aktion, den Beruf hautnah zu erleben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. In der Maler- und Lackierer-Innung Greifwald-Vorpommern und der Innung Uecker-Randow sind insgesamt rund 30 Betriebe organisiert mit mehr als 200 Beschäftigten.

Handwerk ist Branche mit Zukunft

Gemeinsam mit Großhändlern stellten die Innungsbetriebe ihren kreativen und zukunftsorientierten Beruf mit all seinen Facetten und Einsatzbereichen vor. Eingeladen wurden Schüler an den allgemeinbildenden Schulen der Klassen 6 bis 13 sowie Orientierungsklassen aus Bildungszentren. Nach Angaben der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2018 insgesamt 13 Maler und Lackierer, ein Fahrzeuglackierer sowie fünf Bauten- und Objektbeschichter ihre Ausbildung in der Region Greifswald/Uecker-Randow begonnen. „Das Handwerk ist eine Branche mit Zukunft. Ob Beschäftigung oder Selbstständigkeit – mit einem Handwerksberuf in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich eine stabile Berufsperspektive mit großem Entwicklungspotential aufbauen. Entscheidend ist, dass die Betriebe ihre Ausbildungsstellen besetzen, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Wir unterstützen das Handwerk mit verschiedenen Programmen, um die attraktiven beruflichen Perspektiven und Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen“, sagte Glawe.

Meister-Extra und Meisterprämie unterstützten Handwerker

Das Wirtschaftsministerium hat die Programme „Meister-Extra” und die „Meisterprämie“ initiiert. Eine erfolgreich bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. In den Jahren 2016/2017 wurde das Meister-Extra an 534 Absolventen ausgereicht. Nach der „Richtlinie zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Handwerk (Meisterprämie)“ erhält ein Meister, wenn er erstmals eine Existenz gründet und einen bestehenden Betrieb übernimmt, eine einmalige, nicht rückzahlbare Zuwendung in Höhe von 7.500 Euro. Seit 2011 erhielten 186 Existenzgründer diese Förderung. „Bildung und Qualifizierung sind der Schlüssel für die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dies ist auch ein Beitrag, damit die Basis der Wertschöpfung im Land weiter erhöht wird“, so Glawe weiter.

Projekt begleitet Unternehmensnachfolge im Handwerk

Zudem sollen mit dem Projekt „Nachfolgezentrale M-V“ unter Trägerschaft der Bürgschaftsbank MV das Handwerk und der Mittelstand für die Nachfolgeproblematik sensibilisiert werden. Das Projekt hilft bei der Suche nach einem Nachfolger, legt die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Unternehmensübergabe dar, moderiert Gespräche mit möglichen Übergebern/Nachfolgern, hilft bei der Erstellung eines Übergabefahrplanes, stellt ein umfangreiches, fachlich versiertes Beratungsangebot zur Verfügung, ermittelt den Qualifizierungsbedarf des Übernehmers oder berät unter Hinzuziehung von Spezialisten zu vertiefenden Fragen. Das Gemeinschaftsprojekt von der Bürgschaftsbank, den drei Industrie- und Handelskammern des Landes sowie den zwei Handwerkskammern soll vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) von bis zu rund 500.000 Euro bis Ende 2020 unterstützt werden. „Eine gelungene Unternehmensnachfolge und die damit auch verbundene Fachkräftesicherung gehören zu den drängendsten Herausforderungen der heimischen Wirtschaft“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaften. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa zehn Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.