Archiv für 17. September 2018

Onkologieexperten treffen sich in Rostock

Kooperationen von ambulanter und stationärer Versorgung wichtig – verlässliche Datenbasis zur Auswertung von Tumortherapien gebraucht

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Die Themen Mammakarzinom (Brustkrebs) und kolorektales Karzinom (Darmkrebs) standen im Mittelpunkt des 16. Ostseesymposiums Onkologie am Sonnabend in Rostock. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier onkologische Zentren. Zwei Zentren befinden sich in Rostock, jeweils ein Zentrum in Greifswald und Schwerin. „Besonders wichtig ist mir, dass diese Zentren sehr gut mit anderen Krankenhäusern und den ambulant tätigen Ärzten kooperieren. So gelingt es, umfangreiche Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Krebspatienten in unserem Flächenland zu leisten. Veranstaltungen wie das Ostseesymposium Onkologie tragen dazu bei, dass Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Pflegekräfte sich fachlich weiterbilden und intensiv auch außerhalb des täglichen Praxisalltags austauschen können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Veranstaltung wurde von der Universitätsmedizin Rostockorganisiert; Gesundheitsminister Glawe hatte die Schirmherrschaft übernommen.

Einrichtung Klinischer Krebsregister – verlässliche Datenbasis zur Auswertung von Tumortherapien notwendig

Die Bundesländer sind verpflichtet, Klinische Krebsregister einzurichten. Zu den erfassten Daten gehören insbesondere Diagnosen, Befunde sowie Angaben über Behandlungen und zum Krankheitsverlauf. „Entscheidend ist, Krebserkrankungen und deren möglichst wirksamste Behandlung zu verstehen. Dafür braucht es neben einem fachlichen, interdisziplinarem Austausch von medizinischem Fachpersonal auch eine verlässliche Datenbasis. Diese Aufgaben übernimmt das Klinische Krebsregister in Mecklenburg-Vorpommern. So kann beispielsweise der Erfolg von Tumortherapien besser ausgewertet werden. Dafür ist die engagierte Mitarbeit der Ärzte gefordert. Von den vollumfänglichen Meldungen werden im Ergebnis alle profitieren können“, forderte Glawe „Die klinische Krebsregistrierung dient der möglichst lückenlosen Erfassung von Krebserkrankungen sowie deren Verlauf und Therapie mit der Zielstellung der Verbesserung der Qualität der ambulanten und stationären onkologischen Versorgung“, so Gesundheitsminister Glawe.

Angaben zu Krebserkrankungen in M-V (Quelle: Gemeinsames Krebsregister)

Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder BerlinBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 53.500 Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs erhielten (Stand 31.12.2015). Krebserkrankungen treten zumeist im höheren Lebensalter auf: Die Hälfte der neuerkrankten Männer im Diagnosejahr 2015 waren 69 Jahre oder älter. Bei den Frauen betrug das mittlere Erkrankungsalter 70 Jahre. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund jeder siebente Mann und jede vierzehnte Frau mit einer in den vergangenen 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung. Im Jahr 2015 sind 747 Männer und 546 Frauen neu an Darmkrebs erkrankt. Bei einer Lokalisation in der Brustdrüse (Brustkrebs) waren es 1.239 Frauen und 16 Männer. Die Daten werden in verschlüsselter Form gespeichert und ausgewertet, um wichtige Informationen über Ursachen, Entwicklung und Vorbereitung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind alle Ärzte zur Meldung verpflichtet. Weitere Informationen unter: www.krebsregister.berlin.de

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„Für diesen Moment geben wir alles“ – Tag des Handwerks auf der Messe MeLa in Mühlengeez

Ein neues Produkt, ein gelöstes Problem, ein zufriedener Kunde – Handwerk bietet täglich Erfolgserlebnisse

Schornsteinfeger,Foto: Joachim Kloock

Schornsteinfeger,Foto: Joachim Kloock

Noch bis Sonntag ist das Handwerk auf der Messe MeLa – der Fachausstellung für Landwirtschaft, Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau – in Mühlengeez (Landkreis Rostock) mit einer Sonderschau vertreten. Anlässlich des bundesweiten „Tag der Handwerks“ (15.09.) informierte sich Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph auf einem Rundgang bei den Ausstellern. Unter dem Motto „Für diesen Moment geben wir alles“ findet der Tag des Handwerks in diesem Jahr zum achten Mal bundesweit statt. „Die tägliche Arbeit der Handwerker weist eine Besonderheit auf: Am Ende des Tages steht immer ein Erfolgserlebnis – sei es ein neues Produkt, ein gelöstes Problem, eine zufriedener Kunde. Das trifft genau das Motto des Ehrentages. Diese Leistungen und vieles mehr präsentieren die Betriebe in Mühlengeez. Sie zeigen zudem eine beeindruckende Vielfalt ihres Handwerks und laden junge Menschen ein, im Handwerk ihren beruflichen Einstieg zu finden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Mehr als 1.500 Ausbildungsplätze im Land neu besetzt

Die Handwerkskammer Schwerin hat die „Straße des Handwerks“ auf einer Gesamtfläche von rund 785 Quadratmetern organisiert. 23 Aussteller bieten Mitmach-Stationen, Info-Veranstaltungen und Wettbewerbe. Auch die Berufsberater der Handwerkskammer sind vor Ort und klären Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk auf. In Mecklenburg-Vorpommern werden insgesamt rund 5.000 junge Menschen im Handwerk ausgebildet – damit kommt jeder vierte Auszubildende landesweit aus dem Handwerk. Nach Angaben der Handwerkskammer Schwerin sind zum diesjährigen Ausbildungsstart 587 (533 im Vorjahr) neue Ausbildungsverträge geschlossen worden (Stand 10.09.2018). Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern sind 985 (952 im Vorjahr) Ausbildungsplätze neu besetzt worden (Stand 10.09.2018). Das ist eine Steigerung zum Vorjahr von sechs Prozent. „Unser Handwerk ist innovativ, vielseitig und vor allem regional fest verankert. Das zeigt sich in kompakter Form auf der Straße des Handwerks. Wichtig ist, dass die Messebesucher auf die Bedeutung der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns aufmerksam werden. Denn als Ausbilder und Arbeitgeber sind die Betriebe ein wichtiges Element auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Rudolph.

Die Aussteller auf der „Straße des Handwerks“

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph dankte den Beteiligten für ihr Engagement auf der Messe: „Die Messe bietet eine ideale Plattform für die Präsentation des Handwerks innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Auf Initiative der Handwerkskammer Schwerin und dank der Bereitschaft der Unternehmen ist es zum 16. Mal gelungen, eine Straße des Handwerks in Mühlengeez zu organisieren. Die handwerklichen Unternehmen aus dem ganzen Land sollten diese Chance stärker nutzen und sich noch aktiver beteiligen“, sagte Rudolph. Die Aussteller: Dachdecker GmbH Pahl aus Tarnow, Manfred Harm Tischlerei aus Groß Wokern, HFK Haustechnik GmbH aus Krassow, Zurow Bau GmbH aus Krassow, Metallbau & Sanierung Thorsten Fichtler aus Krassow, Waffen Poltier OHG aus Grabow, Daniel Amlow MKA aus Parchim, Sattlerei Del Kägebein aus Parchim, Bernstein Galerie E aus Ribnitz-Damgarten, Töpferhof Brigitte Dix aus Satow, von STICKwitz aus Bredenfelde, Schafwollverarbeitung R. Traber aus Poserin, Schiffszubehör Eckhard Knoll aus Bützow, Keramik Arts aus Ziesendorf, Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern, Schornsteinfegerinnung Mecklenburg-Vorpommern, Grabower Backhus aus Grabow, Jörg Dargel Fleischerei aus Dorf Mecklenburg, Innungskrankenkasse Nord, Müller & Zi GmbH aus Bad Doberan, Auto-Service-Mulsow e. K. aus Parchim, Kreishandwerkerschaft Güstrow, Handwerkskammer Schwerin, Landesinnung Steinmetzen und Steinbildhauer Mecklenburg-Vorpommern.

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaften. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa zehn Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.