Archiv für 10. August 2018

Pommersches Archivzentrum kommt nach Greifswald

Rubenowplatz_Greifswald

Hauptgebäude der Universität Greifswald am Rubenowplatz, Foto: gemeinfrei

10.8.2018 – Die Entscheidung für den neuen Standort des Pommerschen Landesarchivs und des Landeskirchliche Archivs ist gefallen. Wie die Landesregierung in einem Schreiben an die Universitäts- und Hansestadt Greifswald mitteilte, wurde Greifswald ausgewählt. Sie schlägt vor, „ab September die Gespräche weiterzuführen und zu erörtern, wie unser gemeinsames Projekt eines Archivzentrum Vorpommern konkret vorangetrieben werden kann“. „Ich freue mich über diesen Erfolg sehr“, sagte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Diesen Prozess in Gang zu setzen war eine meiner ersten Handlungen im neuen Amt. Jetzt kann Greifswald die Früchte hartnäckigen Dranbleibens ernten.“ Die Universitäts- und Hansestadt habe sich für einen Verbleib und Neubau der beiden pommerschen Archive in Greifswald stark gemacht, „weil wir Synergieeffekte mit dem Stadtarchiv sehen und die Nähe zu den beiden Forschungszentren zur pommerschen Geschichte – die Universitäten Greifswald und Stettin – ein wichtiges Anliegen ist.“ Das Pommersche Archivzentrum soll in der Straße An den Wurthen in der Nähe des Alten Friedhofs entstehen. Dort wird derzeit bereits das Stadtarchiv der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gebaut. Das Pommersche Landesarchiv und das Landeskirchliche Archiv sollen später in einem Gebäudeensemble mit dem Stadtarchiv integriert  werden. So sollen Räume auch gemeinsam genutzt werden.

Grundstein für Greifswalder Stadtarchiv bereits gelegt

Für den dringend benötigten Neubau des Stadtarchivs hatte die Stadt einen europaweiten Planungswettbewerb ausgelobt. Insgesamt 36 Büros beteiligten sich daran. Das Konzept des Dresdner Architekturbüros „Code Unique Architekten BDA Volker Giezek, Sieger dieses Wettbewerbs, wird nunmehr umgesetzt. Mitte Juli wurde feierlich der Grundstein gelegt. Der Rohbau soll bis Februar 2019 fertig gestellt sein. Das Gebäude hat eine Grundfläche von rund 400 Quadratmetern. Es verfügt über vier Geschosse. Im Erdgeschoss ist ein großer Lesesaal untergebracht. Hier wird es zudem die Möglichkeit geben, über verschiebbare Wände eine größere Veranstaltungsfläche herzurichten. Auch das Standesamt erhält hier Räumlichkeiten für sein Archiv. In der 1. Etage ist die Verwaltung untergebracht, die 2. und 3. Etage ist dem eigentlichen Stadtarchiv vorbehalten.

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DRK Wasserwacht: Rettungsschwimmer rüsten mit neuen Wassereinsatzfahrzeugen auf

DRK1_RescueWaterCraftRostock, August 2018. Eine Person im Wasser benötigt dringend Hilfe und scheint sogar bereits bewusstlos zu sein. Jetzt muss es schnell gehen. Zur Unterstützung solcher Situationen testet die DRK Wasserwacht Rostock ab August zwei neue Wassereinsatzfahrzeuge. Die sogenannten „Rescue Water Crafts“ sind mit Blaulicht und einem speziellen Rettungsschlitten – dem sogenannten „Rescue-Sled“ – ausgestattet. Sie ermöglichen es, im Zweifel noch schneller vor Ort zu sein und signalisieren dem Ertrinkenden frühzeitig Hilfe. Am 7. August erfolgte die offizielle Übergabe an die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer. „Mit dieser neuen Technik sind auch wir endlich so ausgerüstet, wie es für viele europäische Küsten bereits Standard ist“, freut sich Vorstandsvorsitzender Jürgen Richter. „Im Sinne unserer Aufgaben, Menschen in Notlagen zu helfen, machen wir mit den Rescue Water Crafts einen weiteren wichtigen Schritt, die Zeit bis zur ersten Hilfestellung zu verkürzen.“

Die Vorteile des neuen Rettungsmittels sind vielfältig: Die 115 PS-starken Einsatzfahrzeuge haben einen geringen Tiefgang und sind so sehr gut im Flachwasser, darüber hinaus jedoch auch bei 2 Meter Wellengang nutzbar. Zudem können sie von einer geschulten Person allein bedient werden und bieten eine überaus schonende und schnelle Art der Hilfeleistung ohne unnötige Bewegungen. Nicht zuletzt bedeutet der Einsatz des Wasserrettungsfahrzeuges auch keine Gefahr für Rettungsschwimmer bei starken Strömungen, wie sie zum Beispiel an der Mole zu finden sind. Je nach Situation ist das Anfahrtsszenario individuell. Ist der Hilfesuchende bei Bewusstsein, sieht er im Gegensatz zu einem Rettungsboot bereits von weitem einen sich durch Handzeichen bemerkbar machenden Rettungsschwimmer herannahen – ein psychologisch wichtiges Rettungsmoment. Nah genug an der Person kann sich diese auf dem ca. 1,30 m langen, beschichteten Rettungsschlitten festhalten und an Land gebracht werden. Ist die Person nicht bei Bewusstsein, wird der Rescue Water Craft um 180 Grad gewendet und die Person rücklings an Bord gezogen.

Die beiden Wasserfahrzeuge werden in den folgenden zweieinhalb Jahren an den Stränden Markgrafenheide und Warnemünde getestet und während der Strandbewachung jeweils auf Höhe der Haupttürme an einer eigenen Boje im Wasser befestigt. Wann er zum Einsatz kommt, hängt individuell in erster Linie von der Entfernung zum jeweiligen Geschehen ab. Neun ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer wurden bereits geschult und erweitern ihren professionellen Umgang durch regelmäßige Trainingseinheiten. Neben einer zweitägigen Theorie- und Praxisausbildung ist für die Nutzung der Rescue Water Crafts ein Bootsführerschein Grundvoraussetzung. Ende August sollen acht weitere Ehrenamtliche eingewiesen werden.

Foto: DRK / Kasch: RWC-Pilot Sven Hennig trainiert gemeinsam mit Torge Strobach mögliche Einsatzszenarien.

Jury für landesweiten Klimaschutzwettbewerb benannt

Beiträge können bis Ende August eingereicht werden

Klima-Aktionstatg in Rostock, 15. 9. 2013, Foto: Joachim Kloock

Klimaaktionstag, Foto: Joachim Kloock

Die Expertenjury für den Klimaschutzwettbewerb „KlimaSichten“ steht: Sabine Matthiesen, Geschäftsführerin des Filmbüros M-V, Stephan Latzko, Klimaschutzbeauftragter der Hansestadt Stralsund, Peter Kranz, Leiter des Landesmarketings und Stefanie Riech, Künstlerische Leiterin der Medien- und Informatikschule Greifswald, wählen die besten Beiträge im landesweiten Wettbewerb des Energieministeriums Mecklenburg-Vorpommern aus. „Damit ist die Jury für den vierten landesweiten Klimaschutzwettbewerb kompetent besetzt. Ich bin bereits jetzt gespannt auf die Beiträge, die das Thema Klima künstlerisch aufgreifen und sicherlich zum Nachdenken anregen“, sagt Energieminister Christian Pegel. Der Wettbewerb richtet sich sowohl an Bürgerinnen und Bürger als auch an Einrichtungen und Institutionen aus Mecklenburg-Vorpommern. Einzelpersonen können sich ebenso bewerben wie Gruppen, beispielsweise Schulklassen. Er soll dazu anregen, sich kreativ mit den Themen Klimaschutz und Klimawandel auseinanderzusetzen. Eingereicht werden können künstlerische Beiträge in den Kategorien Foto, Poster, Malerei und Kurzfilm. Neben neu gestalteten Beiträgen kann man sich auch mit bestehenden Werken bewerben, die nicht älter als ein Jahr sind. Der Klimaschutzwettbewerb ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. „Wer konkrete Projekte für mehr Klimaschutz umsetzen will, findet hier norddeutsche Frische, Freiraum für Ideen und kurze Wege zu Fachleuten in Wirtschaft und Politik. Der Wettbewerb ‚KlimaSichten‘ sendet genau diese Botschaft. Darum bin ich gern Mitglied in der Jury“, sagt Landesmarketing-Chef Peter Kranz.

Stephan Latzko, Klimaschutzmanager der Stadt Stralsund, freut sich auf viele spannende Beiträge: „Die Themen Klimawandel, Klimaanpassung und Klimaschutz sind große Herausforderungen der Zukunft. Abseits der öffentlich dominierenden und diskutierten Begriffe wie CO2 oder Energiewende gibt es vielfältige Möglichkeiten eines jeden Einzelnen, einen Beitrag zu leisten. Ich freue mich auf die kreative Auseinandersetzung und vielleicht auch auf Inspiration für meine tägliche Arbeit im kommunalen Klimaschutz.“ Wie einfach mitmachen sein kann, erklärt Sabine Mathiessen: „Ohne großen Aufwand können gute Geschichten und innovative Ideen medial umgesetzt und verbreitet werden. Selbst mit der einfachsten und auch für Laien handhabbaren Technik kann sich fast jeder einbringen.“ Schirmherr des Wettbewerbs ist der in Rostock geborene Sänger Sebastian Hämer („Sommer unseres Lebens“). Kreative Beiträge zum Wettbewerb „KlimaSichten – Mit Weitblick in die Zukunft“ können noch bis zum 31. August 2018 eingereicht werden. Alle Informationen zum Wettbewerb und zur Teilnahme gibt es online unter: www.klimasichten.de.

Anlagen

Flyer Klimaschutzwettbewerb (PDF, 0.2 MB)
Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Teil der Insektenschutzstrategie: Bienenweidekatalog aufgelegt

Biene bei der Futtersuche, Foto: Joachim Kloock

Biene, Foto: Joachim Kloock

Als Teil seiner Insektenschutz-Strategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt nunmehr den angekündigten Bienenweidekatalog veröffentlicht. Er enthält Anregungen für den Anbau solcher heimischer Pflanzenarten, die in Mecklenburg-Vorpommern nektar -und pollenreiche Nahrung für Bienen und Wildinsekten liefern. „Der Schutz der Wild- und Honigbienen sowie anderer blütenbestäubender Insekten ist eine äußerst wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Minister Dr. Till Backhaus. „Denn sie sind unverzichtbarer Teil eines funktionierenden Ökosystems, insbesondere für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Pflanzenwelt.“ Mehr als drei Viertel unserer Flora, darunter Nutzpflanzen wie Obst, Gemüse und Raps, seien auf Insektenbestäubung angewiesen. Jeder sollte deshalb entsprechend seiner Möglichkeiten dazu beitragen, die Nahrungssituation zu verbessern. Der Katalog soll Land- und Forstwirten, Haus- und Kleingärtnern, Bewirtschaftern von öffentlichen Flächen, aber auch einzelnen Bürgern helfen, Bienenweiden so anzulegen, dass vom Frühjahr bis in den September hinein für Bienen und andere Insekten kontinuierlich Tracht zur Verfügung steht.

Eine besondere Rolle bei der Nahrungssicherung der Honigbienen und der wildlebenden Insekten kommt den Landwirten zu. Denn 62 Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Blühender Raps prägt im Mai das Landschaftsbild Mecklenburg-Vorpommern. Diese Blüte ist für Bienen zwar ein gutes Nektar- und hochwertiges Pollenangebot, aber die Trachtlücke nach dem Abblühen des Rapses ist ein gravierendes Problem. Durch einen verstärkten Anbau von Lupine, Ackerbohne und Erbse insbesondere als Zwischenfrüchte und von Alternativfrüchten zum Mais (beispielsweise Luzerne und Rotklee als Ackerfutter sowie Durchwachsende Silphie als Energiepflanze) kann das Nahrungsangebot zeitlich verlängert werden. Viele Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen des Landes leisten einen Beitrag zur Verwirklichung der Insektenschutzstrategie. Finanziert aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützen sie den Anbau von blühenden Haupt- und Zwischenfrüchten, die extensive Grünlandbewirtschaftung und den ökologischen Landbau. Die Agrarumweltmaßnahmen werden von den Landwirten gut angenommen und inzwischen auf 320.000 ha und damit auf einem Drittel der gesamten Ackerfläche umgesetzt.

Mecklenburg-Vorpommern führte als erstes Bundesland die Förderung von Blühstreifen und Blühflächen ein. 2018 nutzen 280 Betriebe mit rund 5300 ha diese Förderung. Auch Gartenbesitzer, insbesondere die etwa 80.000 Kleingärten des Landes, können dazu beitragen, die Trachtlücke zu schließen, indem sie bei der Gestaltung der Gärten auch bienenfreundliche Pflanzen im Blick haben. Beispielsweise wäre derzeit Gründüngung mit Phacelia oder Klee angebracht. Zahlreiche öffentliche Flächen in Städten und Dörfern eignen sich ebenfalls für Bienenweiden. Der Katalog schlägt Bäume, Sträucher und Stauden vor, die neben dem Gestaltungsaspekt auch die Insektenfreundlichkeit berücksichtigen. Rasen könnte mit Weißklee durchsetzt werden. Auch die Bienenhaltung selbst wird vom Landwirtschafts­ministerium unterstützt. Mit 176.000 Euro werden Projekte zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig gefördert (Honigrichtlinie). Das Bienenzuchtzentrum Bantin wird mit rund 200.000 Euro jährlich bezuschusst. Auf Vorschlag von Minister Backhaus beschloss die Umweltministerkonferenz Anfang Juni, gemeinsam aufeinander abgestimmte Programme zu entwickeln, die dem Rückgang der Insektenvielfalt entgegentreten. Das Ministerium erarbeitet derzeit ein Konzept zur Entwicklung von Insektenschutz-Maßnahmen. Geplant ist eine Finanzierung in Höhe von einer Million Euro aus dem Strategiefonds.

Anlagen

 

Auktion am 19. August in Ahrenshoop

Sierra Exif JPEGDie interessante Auktion findet am 19. August, 12:00 Uhr, in den Konferenzräumen des Hotels Fischerwiege, am Schifferberg 9a, in Ahrenshoop statt. Es werden 80 Werke zur Versteigerung kommen. Ab dem 3. August sind die Bilder  täglich von 11 – 15 Uhr im Hotel Fischerwiege präsent, der Katalog ist unter www.christopherwalther.com   im Internet einzusehen. Der Schwerpunkt liegt wie bisher bei Werken der KünstlerInnen der Künstlerorte AhrenshoopHiddensee und Schwaan aus der Zeit von 1890 bis Mitte der 1920-er Jahre.

Die Künstlerkolonien wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas gegründet; ihre Bedeutung für die Entwicklung der Moderne ist bei den meisten in Vergessenheit geraten. Die verkrusteten Strukturen der Akademien, die Neuerungen verhinderten und Frauen ablehnten, löste bei den Künstlerinnen und Künstler eine Art Gegenbewegung aus, die zur Gründung zahlreicher Künstlerkolonien und Malschulen quasi als Anti-Akademien führte. Dort wurde Neues gedacht und umgesetzt, Ideen und Praktiken ausgetauscht. Die Geburtsstunden der modernen Malerei. Die Bedeutung der Künstlerkolonien für die Kunstentwicklung nahm ab, nachdem die Voraussetzungen für ihre Existenz nicht mehr bestanden.

Bildunterschrift: Los 77 Julie Wolfthorn, Stillleben, Foto: Christopher Walther