Archiv für 5. Juli 2018

Futtern am Feuer

Outdoor Cooking in Mecklenburg-Vorpommern 

2168_Wild-und-andere-Kräuter-gehören-in-jede-Küche.-Hier-bei-einem-Kräuterseminar-in-Feldberg-Mecklenburgische-Seenplatte_TMV-pocha.de_-310x207Kochen und Essen im Freien als gemeinsamer Akt erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Warum das so ist und wo es im Lande diesbezüglich professionell rangeht an die Bouletten, finden und erfahren Sie hier: Es klingt wahnsinnig trendy, ist eigentlich aber ein ganz alter Hut. Jahrtausende alt, um genau zu sein. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb erfreut sich das so genannte Outdoor Cooking – das Kochen im Freien also – zunehmender Popularität. Ein Zeitgeistphänomen jedenfalls, das in seiner radikalen Rückbesinnung aufs Ursprüngliche immer mehr Menschen fasziniert. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Outdoor Cooking bringt Menschen zum Kochen und Essen zusammen, die sich wie in uralten Zeiten um eine Feuerstelle oder Feuergrube versammeln. Die mit dem Geruch des Rauches, dem Knistern des Holzes und der Hitze der Glut tief verwurzelte Sehnsüchte verbinden. Die mit einfachen Mitteln Fleisch, Fisch oder Gemüse braten oder garen – von der Ente am Strick bis zum Lachs auf dem Brett, von Suppen und Mehlspeisen in Kessel und Pfanne bis zu Gemüse und Kuchen aus Glut und Topf – und die so zubereiteten Speisen als besonders schmackhaft empfinden. Die das Essen an frischer Luft genießen, dabei die Hände zu Hilfe nehmen und sich gern auch die Finger schmutzig machen dürfen – auch das gehört zu dieser Rückbesinnung auf einen ursprünglichen und naturnahen Nahrungsgenuss. In unserer zunehmend urbanisierten Welt, in der Nahrung und ihre Herkunft immer stärker getrennt voneinander existieren, versucht Outdoor Cooking zudem, Mensch und Natur wieder miteinander zu verknüpfen, die Distanz zwischen dem Entstehungsort des Produktes, seiner Zubereitung und seinem Verzehr also maximal zu minimieren. Und nicht zuletzt ist der gesellschaftliche Akt in Form des gemeinschaftlichen Erlebnisses unter freiem Himmel ein dritter Schlüssel zu Glück und Spaß – kaum etwas anderes schweißt ein Team mehr zusammen als gemeinsames Kochen und Essen in der Natur.

Wilde Küche an der Küste

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind immer mehr Menschen buchstäblich Feuer und Flamme für das naturnahe Kochen, das sie ins Freie und eben auch näher zueinander bringt. Einer, der ihnen diesen Wunsch auf seine Weise erfüllt, ist Martin Hagedorn. Der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer hat sich auf „Wilde Küche“ spezialisiert und krönt seine Naturtouren durch MV gern mit geselligen Mahlen am Feuer, bei denen auch schon mal zubereitet wird, was unterwegs an Essbarem gefunden wurde. In seiner Outdoor-Küche verarbeitet Hagedorn zum einen, was die Natur zu bieten hat: Früchte, Pilze, Wildkräuter, Wildbret oder frisch gefangenen Fisch. Zum anderen wartet er mit alten Koch- und Backmethoden auf, die unter freiem Himmel stattfinden können. Gekocht, gebacken und gebraten wird im Dutch Oven am offenen Feuer und gegrillt ganz ohne Grill. Was nicht erhitzt werden muss, wird zu Salaten, Dips, Quark und Desserts verarbeitet, und auch für Getränke stellt die Natur allerbeste Zutaten bereit: Kräuter für Tees, Holunder- oder Veilchenblüten für Sirup, Schlehen für Wein oder Likör etc. Weitere Informationen: www.naturreisen-mv.de/wilde-kraeuter-fruechte

Überleben in der Wildnis

Für Menschen, die sich generell intensiver mit ihrer Umwelt beschäftigen und in ihre Geheimnisse eintauchen wollen, gibt es in der Wildnisschule Seenland ein Team aus Wald-, Wildnis- und Umweltexperten, die sich der Natur zutiefst verbunden fühlen. Die sich auskennen mit Vogelsprache und Wahrnehmungsschulung. Mit Wildkräutern und ihrem Gebrauch. Mit „Naturmentoring“, wie es die Naturvölker dieser Erde praktizieren. Hier lernen insbesondere Kinder- und Jugendgruppen, wie man in der Wildnis lebt. Wie man überlebt in der freien Natur. Welche Pflanzen bei Mückenstichen helfen. Oder wie man ein Feuer ohne Streichhölzer macht. Womit wir wieder beim Thema Gemeinsamkeit beim Kochen und Essen wären und dem Prozess der damit verbundenen Teambildung – denn auch das gehört zum Wildnis-Überlebensprogramm. Weitere Informationen: www.wildnisschule-seenland.de

Räuchermahl am Stettiner Haff

„Ein Räucherfisch ist keine Bockwurst“, sagt Peter Döring und lacht. Recht hat der Mann. Und wer, wenn nicht er, sollte den Unterschied ganz genau kennen; ringt er doch schließlich jeden Tag dem Meer nichts weniger als seinen Lebensunterhalt in Form von Fisch ab. Barsche, Brassen, Aale, Hechte, Zander und sogar Lachse und Welse holt Döring mit seinen Reusen aus dem Flachwasser des Stettiner Haffs, das sich Vorpommern mit Polen teilt. Und damit alle etwas davon haben, feuert er jeden Freitag seinen Räucherofen an und lockt allein schon durch den Duft Einheimische und Urlaubsgäste magisch an. Zum gemeinsamen und fröhlichen Gastmahl am Wasser mit den goldgelben und ofenwarmen Köstlichkeiten. Und wenn Peter Döring dazu dann noch sein Saxophon auspackt – „wäre ich Musiker geworden, hätte ich heute keinen Hexenschuss“ – wird die Räucherbude im Riether Winkel ein paar Stunden lang für viele zum schönsten Ort auf der Welt.

Angeltour mit Abendmahl

Wer mit Enrico Richter und Lars Vormelker vom Hafen Zecherin ausläuft, hat Großes vor. Der hat Bilder im Kopf von riesigen Hechten, Zandern, Dorschen oder Lachsen. Der träumt von unvergesslichen Momenten, in denen er selbst einen solchen Kaventsmann aus den Fluten ziehen und stolz in die Kamera zeigen kann. Und mit den Profis stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht: Ob Hecht angeln im Bodden oder Lachstrolling vor Rügen, ob Zander fangen im Peenestrom oder Barsche im Strelasund, ob Hornfisch aufspüren vor der Insel Ruden oder Dorsche beim Wrackangeln – stets geben die Guides ihr Bestes, um ihre Gäste glücklich zu machen. Und das gilt auch für die Zeit nach den meist ausgedehnten Tagestouren, wenn die gemeinsam gefangene Beute auch gemeinsam zubereitet und selbstredend gemeinsam verspeist wird. Weitere Informationen: www.hafen-mzecherin.de;www.balticfishing.co

Kesselabend beim Förster

Im Waldhof Bruchmühle inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte ist es der Förster und Waldpädagoge Olaf Schwahn, der seinen Urlaubsgästen nicht nur diesen einzigartigen Lebensraum nahe bringt,  sondern sie gern auch zusammenführt: Zum wilden Grillabend mit Stockbrot. Zum Kesselabend am Lagerfeuer. Oder zur Kräuterwanderung mit anschließendem Suppe kochen. Aber auch auf diversen Bauern- oder Reiterhöfen, bei Landurlaub-Anbietern und Landurlaub-Hotels gehören darüber hinaus Outdoor-Cooking-Abende zum regelmäßigen Veranstaltungsprogramm. Weitere Informationen: www.bauerlange.de;www.bernsteinreiter.de; www.waldhof-bruchmuehle.dewww.wasserburg-liepen.de

Advertisements

Team für Müritzexpedition auf dem Forschungsschiff „Aldebaran“ gesucht

20170904_ALDEBARAN_Mueritz_Sagouis-und-LinzmaierGewässerforschung hautnah: Noch bis zum 31. Juli können sich Hobbyforscher für eine Exkursion vom 14. bis 16. September an Bord des 14 Meter langen Forschungs- und Medienschiffes Aldebaran bewerben. Wer schon immer einmal wissen möchte, wie es auf dem Boden der Müritz aussieht, wie es um die biologische Vielfalt des größten deutschen Binnensees bestellt ist und Einblick in die Arbeit der Wissenschaftler des Berliner Leibnitz-Institutes für Gewässerforschung und Binnenfischerei erhalten möchte, sendet ein Motivationsschreiben oder Video an den Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte unter online@mecklenburgische-seenplatte.de.

Bewerben können sich Teams – auch Familien – mit bis zu vier Personen. Die Segelyacht dient seit 1992 dazu, Gewässerforschung sichtbar und verständlich zu machen und damit Menschen für einen nachhaltigen Umgang mit Ozeanen und Binnengewässern zu begeistern. Die Unterbringung erfolgt in der Jugendherberge Waren (Müritz). Am Freitag erhalten die Hobbyforscher im Müritzeum einen ersten Eindruck von der Region.

Weitere Informationen: www.mueritzforscher.de

Bildunterschrift: Die Forscher Sagouis und Linzmaier auf dem Schiff Aldebaran; Foto: Mitarbeiter auf der Aldebaran

Aktivherbst 2018 auf Rügen

ÜBER 100 AKTIVFORMATE IM SEPTEMBER & OKTOBER

mosaik-herbstPutbus: Im Herbst betört die Insel Rügen mit goldenem Licht und leuchtend weißen Kreidefelsen, eingebettet in das herbstliche Farbenmeer der Buchen. Es ist die beste Zeit, um die Wanderschuhe zu schnüren. Vom 15. September bis zum 28. Oktober lädt Rügen zum Aktivherbst 2018 auf die Insel – mit mehr als 100 abwechslungsreichen Themenwanderungen, Fahrradtouren, Fotosafaris und hochkarätigen Sportevents. Das aktive Entdecken und Erleben des herbstlichen Rügens steht im Mittelpunkt, viele der Angebote sind kostenfrei. Faszinierende Waldkräuter- und Pilzwanderungen, archäologische Spurensuchen und abenteuerliche Ausflüge ins Reich der Tiere öffnen die Sinne und den Raum für eine andere, überraschende Sicht auf die Insel.

Rundwanderung ums Kap läutet den Aktivherbst ein

Der diesjährige Aktivherbst beginnt am 15. September mit einer Rundwanderung um das Kap Arkona. Am nördlichsten Punkt der Insel führt die Route in das beschauliche Fischerdörfchen Vitt und weiter unterhalb der hochaufragenden Steilküste entlang. Am Endpunkt, dem Burgwall am Kap, erfahren die Teilnehmer alles Wissenswerte über die historische Anlage. Geschichten, Sagen und Mythen aktiv zu entdecken – darum geht es auch bei einer Tour durch das ursprüngliche Mönchgut, bei einer archäologischen Naturwanderung rund um das Ostseebad Baabe oder bei einer Führung zum sagenumwobenen Schwarzen See der Granitz.

Die herbstliche Landschaft Rügens hautnah erleben

Duftende Waldkräuter im Nationalpark Jasmund, leuchtende Wildfrüchte im Seedorfer Hügelland oder die faszinierenden Feuersteinfelder bei Mukran – der Aktivherbst 2018 rückt die eindrucksvolle Natur Rügens in den Vordergrund. Neben Pflanzen-, Pilz- und Steinführungen gilt es auch das Tierreich zu entdecken. In Middelhagen geht es mit Ultraschalldetektor und Taschenlampe auf Spurensuche zu den Fledermäusen, während eine Wanderung, ausgehend von Sellin, zu den historischen Liegeplätzen der Robben führt. Aktiv werden können Besucher bei einer Bernsteinsuche im Ostseebad Binz – mit anschließender Bearbeitung zu Ketten oder Armbändern.

Beliebte Sport-Events runden Aktivherbst 2018 ab

Rund um den Aktivherbst gibt es auf der Insel wieder zahlreiche hochkarätige Sport-Events. Schon vor dem offiziellen Start erleben Besucher ein besonderes Highlight auf der Insel: Den Strandräuber IRONMAN 70.3. am 9. September, der Sportler aus der ganzen Welt auf die Insel zieht. Am 22. September fällt der Startschuss zum 12. Baaber Heidelauf mit vier Distanzen über zwei, sechs, zehn und 15 Kilometer. Zwischen dem 28. und dem 30. September lädt das Ostseebad Sellin zum Beach Polo Cup Sellin, wenn nationale und internationale Teams in spannenden Matches um den Sieg kämpfen. Die Tour d’Allée lockt Radsportbegeisterte auf die Insel, neben weiteren Touren ist am 20. Oktober ein gemeinsames Fahrradfahren mit Prominenten geplant. Weitere Informationen gibt es in Kürze unter: ruegen.de/aktivherbst/.