Archiv für 1. Februar 2018

Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs – neues Projekt in Teterow vorgestellt

Umsetzung wäre unglaubliche Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Krebs – Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation soll deutlich aufgestockt werden

Ausbildung, Foto Joachim Kloock

Labor, Foto: Joachim Kloock

1.2.2018 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Teterow gemeinsam mit der Miltenyi Biotec GmbH, der Universitätsmedizin Rostock und der Universitätsmedizin Greifswald ein neuartiges Verbundforschungsvorhaben vorgestellt. Im Fokus steht dabei die Entwicklung von Immuntherapien für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs. „Das ist ein ambitioniertes und vor allem sehr innovatives Vorhaben. Bei Erfolg können viele Menschen von der heimtückischen Krankheit Krebs gerettet werden. Wir wollen die Chance nutzen, dass in der Zukunft in Teterow patientenspezifische Impfstoffe gegen Darm- und Bauspeicheldrüsenkrebs sowie die dazugehörige Medizintechnik entwickelt und produziert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag in Teterow. Es geht um konkret angewandte Forschung von Wirtschaft und Wissenschaft unseres Landes zum Nutzen der regionalen Wirtschaft, der regionalen Wissenschaft sowie der zukünftigen regionalen medizinischen Versorgung. „Hier tritt ein Synergieeffekt ein, welcher eine gewaltige Zukunftsperspektive bei der Schaffung von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen bedeuten kann. Darüber hinaus kann auch die Gesundheitsversorgung im Land davon profitieren. Wenn es also auf diesem Gebiet gelingt, erfolgreiche Forschungsaktivitäten bis hin zur erfolgreichen Markteinführung zu bringen, wäre das eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, von der auch viele einzelne Menschen profitieren könnten“, machte Glawe deutlich.

Strategien für patientenspezifische Immuntherapien

Im Verbundvorhaben sollen Strategien für patientenspezifische Immuntherapien für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs entwickelt werden. Die Miltenyi Biotec GmbH verfolgt hierbei den Ansatz, sich das körpereigene Immunsystem zunutze zu machen, um den Krebs zu bekämpfen. Dabei werden Immunzellen aus dem Patienten isoliert und so verändert, dass sie eine gezielte Immunantwort gegen den Krebs nach der Rückgabe in den Patienten induzieren können. „Wir sind davon überzeugt, dass unser Ansatz die Krebsmedizin einen großen Schritt nach vorne bringen kann“, betont Stefan Miltenyi, der Gründer der Firma Miltenyi Biotec. „Unsere Vision ist es, dass in Zukunft jeder Krebspatient seine eigene personalisierte Therapie erhält, die auf die genetischen Besonderheiten seines Tumors zugeschnitten ist.“ Für die Herstellung dieser individuellen Therapeutika ist es erforderlich, die spezifischen Eigenschaften der Tumorzellen eines Patienten genau zu kennen. Hierfür entwickelt die Miltenyi Biotec GmbH einen Prozess, mit dem individuelle genetische Veränderungen der Tumorzellen identifiziert und mit Methoden der Bioinformatik analysiert werden. Diese Information wird dazu genutzt, das Immunsystem so zu schulen, dass es den Krebs erkennen und gegen die Erkrankung vorgehen kann. Ziel ist die Herstellung von maßgeschneiderten und nebenwirkungsarmen Therapien innerhalb weniger Wochen.

Möglichkeiten der Krebstherapien weiter verbessern

Die beteiligten Forschungseinrichtungen, die Universitätsmedizin Rostock (Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin) und die Universitätsmedizin Greifswald (Klinik für Innere Medizin A), führen basierend auf dem im Projekt entwickelten Prozess eine erste klinische Studie an Patienten durch, die an Bauchspeicheldrüsen- oder Darmkrebs erkrankt sind. Außerdem erarbeiten sie eine umfangreiche Begleitforschung für die klinische Studie und entwickeln neue Analysemethoden, um den Wirkmechanismus der Therapie besser zu verstehen. Der Krebsspezialist Prof. Dr. Christian Junghanß, Direktor der Klinik für Onkologie der Universitätsmedizin Rostock und universitärer Sprecher des Forschungsverbundes, ist begeistert: „Die Aktivierung, Stärkung und spezielle Ausrichtung des Immunsystems des Patienten gegen die eigenen Tumorzellen ist ein wesentliches Element einer erfolgreichen, modernen Krebstherapie. Die Forschung in diesem Bereich schreitet rasant voran und es ist eine große Freude, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern – von der Landesregierung gefördert – einen starken Forschungsverbund mit den beiden Universitäten sowie einem weltweit bekannten Unternehmen gründen konnten. Wir hoffen, durch unsere Forschungsergebnisse die Möglichkeiten der Krebstherapien weiter zu verbessern.“ „Während wir bei der Behandlung des Darmkrebses in den letzten Jahren schon Fortschritte gemacht haben, ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs eine der tödlichsten Krankheiten überhaupt geblieben. Nur mit starken Partnern aus der Biotechnologie und im Verbund mit Partnerkliniken können wir diesen Krebs besiegen“, meint Prof. Markus Lerch von der Universitätsmedizin Greifswald. Darüber hinaus sollen die im Verbundforschungsprojekt benötigten medizintechnischen Geräte zusammen mit den jeweils benötigten Reagenzien entwickelt und als Gesamtpaket zur Anwendung in Forschung und Kliniken vermarktet werden.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen des Projektes belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Projektpartner des Verbundvorhabens mit rund 6,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Insbesondere der Verbund von Wirtschaft und Wissenschaft ist für uns ein erfolgversprechendes Modell in der Technologieförderung, denn nur mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Verfahren kann Beschäftigung und Wohlstand in Mecklenburg-Vorpommern in der Fläche gesichert werden“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Hohe Nachfrage – Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation soll um 50 Millionen Euro aufgestockt werden

Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Die Möglichkeiten der Forschungs- und Entwicklungsförderung in Mecklenburg-Vorpommern werden von den Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Landes sehr gut angenommen. Ein sehr großer Teil der geplanten 168 Millionen Euro ist daher schon gebunden“, so Glawe weiter. Allein im Jahr 2017 sind 86 Technologieprojekte mit insgesamt 50,4 Millionen Euro aus dem EFRE vom Wirtschaftsministerium bewilligt worden. „Wir planen, die Forschungs- und Entwicklungsförderung um 50 Millionen Euro aufzustocken. Wir versprechen uns davon eine weitere Stärkung der Innovationskraft der regionalen Wirtschaft und die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze“, so Wirtschaftsminister Glawe. Aktuell werden dazu die Gespräche mit dem EFRE-Begleitausschuss vorbereitet.

Ergänzende Informationen

Erkrankungen an Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebsarten in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2014 waren im MV 1.317 Menschen (536 Frauen/781 Männer) an Darmkrebs neu erkrankt. Tendenziell ist die Neuerkrankungsrate in den vergangen 10 Jahren bei Männern und Frauen leicht rückläufig, weil die Darmkrebsvorsorge in Deutschland eine der besten der Welt ist. Im Jahr 2014 waren in MV 411 Menschen (197 Frauen/214 Männer) an Bauchspeicheldrüsenkrebs neu erkrankt. Die Neuerkrankungsrate der Männer liegt ca. 30 Prozent über der der Frauen. Die Entwicklung der vergangen 10 Jahre lässt derzeit keinen eindeutigen Trend erkennen und Fortschritte in der Diagnostik haben noch nicht zu einer Besserung der Prognose geführt.

Unternehmen Miltenyi Biotec GmbH

Die Miltenyi Biotec GmbH wurde 1989 gegründet und ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das Spezialprodukte für Forschung und Anwendung im Bereich Zell- und Gentherapie herstellt. Weltweit entwickelt, produziert und vermarktet ein Team aus über 2.000 Menschen mehr als 14.000 Hightech-Produkte für die Zellaufarbeitung, Charakterisierung, Zellseparation, Apherese und GMP-Produktion. Mit einem jährlichen Umsatz von über 250 Millionen Euro ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Produkte auf dem Gebiet der magnetischen Zellisolierung. Im Jahr 2002 hat das Unternehmen die Produktionsstätte in Teterow übernommen und beschäftigt dort derzeit über 270 Mitarbeiter. In modernen Produktionsanlagen werden Medizinprodukte, Reagenzien für den klinischen Einsatz der Zelltrennung, Lösungen und Einwegartikel für die Zellkultur u.a. hergestellt. 90 Prozent der Produkte werden im Ausland verkauft. Dabei spielt die Niederlassung Teterow eine große Rolle als unternehmensweites Logistikzentrum für Reagenzien und Geräte und als GMP-Produktionsstätte.

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POLARIUM, Orang-Utan-Babys und 20. Klassiknacht – viele Zoo-Geschenke für den 800. Stadtgeburtstag

  • Kuratorin Antje Zimmermann führt jetzt das Internationale Eisbären-Zuchtbuch
  • Neuer Spielplatz mit Forschungsschiff eröffnet an der Bärenburg
  • Über 600.000 Menschen besuchten 2017 den „Besten Zoo Europas“ (Kat. II)
eisbärenzuchtbuch

Eisbärenzuchtbuch, Kuratorin Antje Zimmermann, Foto: Joachim Kloock

Ein Jahr vor seinem eigenen 120. Geburtstag startet der Rostocker Zoo voller Zuversicht in das 800. Jubiläumsjahr der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. „Das größte Geschenk an die Rostocker und Gäste unserer Stadt wird die Neueröffnung des POLARIUM im Spätsommer sein“, sagte Zoodirektor Udo Nagel. „60 Jahre nach der Eröffnung der historischen Bärenburg 1958 schaffen wir somit wieder einen besonderen Ort, an dem sich nicht nur die Rostocker und ihre Familien gerne treffen und erinnern.“ Das Richtfest für das POLARIUM findet am 4. Mai statt. Die Zoomitarbeiter konnten sich im vergangenen Jahr trotz der raumgreifenden Bauarbeiten und Umleitungen für die neue Heimstätte der Eisbären und Pinguine über 608.311 Besucher freuen. Insgesamt 16.248 Hansestädter sind in Besitz einer Jahreskarte, 8.408 nahmen an Sonderführungen und Tierbegegnungen teil. In der Zooschule haben 16.602 Mädchen und Jungen naturnahen Unterricht erhalten und viel über den Artenschutz erfahren. Der Zoodirektor dankte allen Förderern, Spendern und Freunden des Zoos, die mit ihrem Engagement aktiv dazu beitragen, dass sich die besucherstärkste Freizeiteinrichtung des Landes erfolgreich weiterentwickeln kann.

Tierbestandsplanung fürs POLARIUM läuft auf Hochtouren

Die Baustelle an der alten Bärenburg ist noch ganz in den Händen der Handwerker. Gleichzeitig läuft die Planung des Tierbestandes für das POLARIUM auf Hochtouren, damit sich alle neuen Bewohner auch pünktlich zur Eröffnung eingelebt haben. „Die Zuordnung der zwei oder drei Eisbären für das POLARIUM erfolgt nach den strengen Richtlinien des Europäischen Verbandes der Zoos und Aquarien (European Association of Zoos and Aquaria – EAZA) und des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP)“, sagte Kuratorin Antje Zimmermann. „Die Abstimmungen sind bereits fortgeschritten.“ Zusätzlich zu den Eisbären und einer Kolonie Pinguine werden für die vier Aquarien und zwei Zylinder diverse Fischarten, ein Krake, Seeanemonen, Langusten, Röhrenwürmer und Schwämme organisiert. Die Quallenzucht im DARWINEUM ist bereits für den Besatz der neuen Kreisel im POLARIUM eingestellt. „Insbesondere die Planung der Tiertransporte aus diversen Zoos weltweit und die anschließende Integration in den neuen Lebensräumen nimmt viel Zeit in Anspruch“, so Antje Zimmermann. Aktuell beherbergt der Rostocker Zoo rund 4.000 Tiere in 380 Arten aus allen fünf Kontinenten. Mit großer Spannung und Freude wird der Nachwuchs bei den Orang-Utan-Weibchen erwartet; bei Dinda in den nächsten Tagen und bei Nachbarin Miri im späten Frühjahr. Optimistisch schauen die Tierpfleger auch auf die Baumkängurus und die Zwergflusspferde. „Wir gehen in diesem Jahr wieder von etwa 80 bis 100 Jungtieren aus, unter anderem bei den Wapitis, Wisenten, Trampeltieren, Pferdeantilopen sowie bei vielen Vogel- und kleineren Affenarten.“

POLARIUM im Zeitplan

Auf einen weiterhin milden Wetterverlauf hoffen die Arbeiter auf der POLARIUM-Baustelle. „Aktuell liegen wir im Plan“, so Zoodirektor Udo Nagel, „so dass einer Eröffnung im Spätsommer oder Herbst nichts im Wege stehen sollte.“ Dabei konnten viele Gewerke an regionale Firmen vergeben werden. Das Gebäude für die Pinguintechnik sowie der Rohbau des Pinguinbeckens und des Kellergeschosses sind fertiggestellt. Am Besucherzentrum werden momentan die Streifenfundamente für den Aquaristik-Bereich gesetzt. Die Arbeiten an den Bruthöhlen und Ställen der Pinguine haben ebenfalls begonnen. Bislang wurden 600 Meter Grundleitungen verlegt, 400 Tonnen Bewehrungsstahl und 154 Betonmischerladungen verarbeitet, wobei eine Mischerladung acht Kubikmetern Beton entspricht. „Nach und nach nimmt die Anzahl der unterschiedlichen Gewerke auf dem Baufeld zu und die Ausstellungsplaner können es gar nicht erwarten, ihr neues Reich auszugestalten und mit Leben zu erfüllen“, so Udo Nagel. Weiter gebaut wird auch im Café Tordalk. Bisher wurden allein durch den Rostocker Zooverein mehr als 100.000 Euro in den Umbau des ehemaligen Cafés investiert. Hergerichtet sind inzwischen die Quarantäneställe für Vögel im Backstagebereich, die ehemaligen Gasträume als Winterquartier der Pfauen sowie die Besucherschleuse, von der die beiden Innenräume seit Weihnachten einsehbar sind. Im laufenden Jahr ist die Erweiterung mit einer begehbaren Außenvoliere für die Roten Ibisse geplant. Neben den Roten Ibissen werden nach dem Umbau verschiedene Vogelarten Mittel- und Südamerikas im Café Tordalk untergebracht.

Weitere Höhepunkte des Jahres

Dank einer Förderung der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung werden zu den bestehenden Spielstationen neue Orte zum spielerischen Lernen im Zoo errichtet. Die ersten drei Stationen, ein Fledermaus-Memory, ein Insektenhotel und ein Drehwürfelspiel „Heimische Bäume“, können bereits Ostern in Beschlag genommen und getestet werden. Es folgen vier weitere Spielstationen, die im Laufe des Jahres dazu kommen: Mix max „Heimische Pflanzen“, ein Puzzle „Wer wohnt denn hier“, eine Hörstation Singvögel sowie ein Drehkasten „Einheimische Tiere“. Ebenfalls im Frühjahr wird ein neuer Abenteuerspielplatz eröffnet. Mit Unterstützung von Scanhaus Marlow „ankert“ schon bald das Forschungsschiff FRAM des legendären Polarforschers Fridtjof Nansen in unmittelbarer Nähe des POLARIUM und lädt Kinder zum Spielen und Entdecken ein. Auch im Veranstaltungsbereich sind neben den Klassikern wie Zoofest, Landeszootag, Jazznacht, Artenschutztag und Zuckertütenfest wieder neue Formate entwickelt worden. So findet zu Ostern die Aktion „800 Jahre Rostock – 800 Osterhasen für den Zoo“ und am 1. und 2. April erstmalig eine „Tierische Olympiade“ mit der Gesundheitskasse AOK statt. Passend zum Jubiläum der Stadt Rostock feiert auch die Klassik-Nacht des Zoos einen runden Geburtstag. Unter dem Motto „Best of – Das Beste aus 20 Jahren Klassik-Nacht“ lädt der Zoo Rostock am 15. Juni zum Jubiläumskonzert ein. Zum vierten Mal gibt sich der australische Dirigent Nicholas Milton die Ehre und geht gemeinsam mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und den Zuhörern auf eine kleine musikalische Zeitreise durch die Geschichte der Klassik-Nacht. Am 13. Juli machen die Festspiele MV Station im Zoo und am 29. September lockt der nächtliche Zoo mit Tieren, Lichtern und Magie (s. Veranstaltungsplan).

Mit Schülern und Studenten auf Bildungsreise

Auf Bildungsreise gingen im vergangenen Jahr mehr Schüler und Studenten als in den Jahren zuvor: mehr als 16.000. Auch Lehrer nutzten den Zoo als grünes Studierzimmer. Wie im vergangenen Jahr gibt es 2018 eine Winterakademie, bei der unter anderem Schüler ihre Zoo-Projekte vorstellen. Am 5. Februar nimmt zum Beispiel ein Schüler des Erasmus-Gymnasiums die Lehrer mit auf eine „erstaunliche Reise durch unseren Körper“. Es werden Arbeitsmaterialien und didaktische Übungen präsentiert, alles zum Thema „Die Evolution in uns“. Kreative Vorschläge von Studenten der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar sind aktuell in einer Ausstellung im DARWINEUM zu sehen. Sie zeigt, wie der vor mehr als 100 Jahren angelegte Rhododendronhain noch besser zur Geltung kommen könnte. Wie können Besucher das etwa ein Hektar große Areal als Ruhezone nutzen, welche Wege könnten angelegt, welche Sichtachsen geschaffen werden? In der Vergangenheit hatten Wismarer Studenten bereits Ideen für das Corporate Design, für die Gestaltung von Gehege- und Hinweisschildern, für Ausstellungen sowie für die Lichtgestaltung bearbeitet. Auch die Zusammenarbeit zwischen Zoo und Uni Rostockwird fortgeführt, im kommenden Jahr feiern beide Einrichtungen ein Jubiläum. Hier gibt es auch eine tierische Verbindung: Das Patentier und Maskottchen der fast 600 Jahren alten Alma Mater ist im Zoo angesiedelt – zwei Steinkäuze tummeln sich in der Eulenscheune.

Das Internationale Eisbärenzuchtbuch in neuen Händen

Das Internationale Zuchtbuch für Eisbären wurde 1981 durch die World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) eingeführt. Der Zoologische Garten Rostock begann bereits 1980 Daten zu Eisbären zu sammeln. Gerhard Fricke vom Zoo Rostock war der erste Zuchtbuchführer des Internationalen Eisbärenzuchtbuches und er war es auch, der die erste Ausgabe des „Polar Bear World Register“ im Jahr 1985 herausgab. 1993 übernahm die frühere langjährige Zookuratorin Dr. Karin Linke die Führung des Eisbärenzuchtbuches und führte dieses auch nach ihrem Renteneintritt bis 2017 weiter. Neue Zuchtbuchführerin ist Antje Zimmermann, seit 2006 Rostocks Zookuratorin. Mitentscheidend bei der Übertragung des Zuchtbuches waren die langjährigen Erfahrungen der Diplombiologin im Eisbären Populationsmanagement und ihr enger Kontakt zum Europäischen Zuchtprogramm (EEP) für Eisbären und ihre Mitarbeit im „Species Committee for Polar Bears“. In der 2016-er Edition des Internationalen Eisbärenzuchtbuches sind 301 Eisbären aus 130 Tiergärten verzeichnet. Die meisten, nämlich 150 Eisbären, leben in europäischen Zoos. Dort sind auch die 35 in Rostock geborenen Eisbären zu finden, wie der 2014 geborene Fiete.