Archiv für November 2017

Richard-Siegmann-Medaille 2017 für „Fischkutter Jugend- und Begegnungsstätte e.V.“

29.11.2017 – Zum dreizehnten Mal verleiht die Richard-Siegmann-Stiftung am 28. November 2017 die Richard-Siegmann-Medaille an engagierte Bürger und Netzwerke der Stadt Rostock. 2017 wurden Unternehmen, Institutionen, Vereine, Netzwerke oder Personen gesucht, die sich gegen „Kinderarmut“ in der Stadtgesellschaft engagieren. Den meisten Kindern in Rostock geht es gut – sie werden umsorgt und gefördert. Von Chancengleichheit aller Kinder kann dennoch nicht die Rede sein, denn über Entwicklungs- und Bildungschancen entscheiden oftmals Herkunft und Geldbeutel der Eltern.  Die Richard-Siegmann-Medaille 2017 erhält der „Fischkutter: Jugend- und Begegnungsstätte e.V.“. Die soziale Benachteiligung von Kindern war bereits 1996 Anlass zur Gründung des Vereins mit Sitz in Rostock-Toitenwinkel. Seitdem ist der Fischkutter mit seinem vielfältigen Angebot ein Ort der Begegnung für viele junge Menschen. Individuelles und soziales Lernen sollen dabei gleichermaßen gefördert werden. Das Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit wird seit dem Jahr 2006 durch ein Mittagessenangebot für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 16 Jahren aus dem Stadtteil Toitenwinkel ergänzt.  „Keine andere gesellschaftliche Gruppe ist so stark von Armut betroffen wie Kinder und Jugendliche. Neben der materiellen Armut ist es auch häufig eine Armut an Aufmerksamkeit, die ihnen in ihren Familien zuteil wird.

Der Fischkutter setzt genau hier an und hilft, die Lebenssituation dieser Kinder und Jugendlichen zu verbessern und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben“, betonte Dr. Viola von Oeynhausen, Vorsitzende des Kuratoriums der Richard-Siegmann-Stiftung, bei der Medaillenvergabe. Neben der mit 3000 Euro dotierten Richard-Siegmann-Medaille vergab die Stiftung zwei Förderpreise. Der erste Förderpreis geht an das Projekt „Musikali“ vom Rotary Club Rostock Horizonte. Das Projekt zur musikalischen Frühförderung von Kindern im Vorschulalter wurde 2008 ins Leben gerufen, um musikalische Bildung und Freude am Umgang mit Musik und Musikinstrumenten auch Kindern aus Problem- oder Brennpunktvierteln zu ermöglichen.

Den zweiten Förderpreis erhält der Malteser Hilfsdienst e.V. Rostock für sein Projekt „Balu und Du“. Das ehrenamtliche Mentorenprogramm fördert besonders unterstützungsbedürftige Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren im außerschulischen Bereich und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Junge, engagierte Menschen im Alter zwischen 18-30 Jahren übernehmen mindestens ein Jahr lang eine individuelle Patenschaft für ein Kind. Die Preisverleihung fand in Verbundenheit zu den ehemaligen Preisträgern der Richard-Siegmann-Medaille im Stadtteil- und Begegnungszentrum Toitenwinkel statt. Das Grußwort hielt die Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Frau Stefanie Drese.

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Erster Qualitätsaward Mecklenburg-Vorpommern geht an Fischland-Darß-Zingst

Neue Kooperation mit Portal „TrustYou“ ist erster Baustein einer Qualitätsstrategie des Tourismusverbandes

Q-Award-2017-FDZ-neu_für-PM-310x233Der „Qualitätsaward Tourismus“ des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern geht an die Region Fischland-Darß-Zingst. Zum ersten Mal wird die Auszeichnung beim 27. Tourismustag in Linstow vergeben. Grundlage ist die Auswertung der Gästemeinungen aus der weltweit führenden Bewertungsplattform der „TrustYou“ GmbH, mit welcher der Verband jetzt eine der ersten Kooperationen auf Bundeslandebene eingegangen ist. „TrustYou“ fasst die wichtigsten Hotel-Bewertungsportale in einem Index zusammen und ermittelt aussagekräftige und vergleichbare Einschätzungen der Gäste zum Beispiel für Hotels, Orte oder Regionen. Im Vergleich der touristischen Destinationen Mecklenburg-Vorpommerns auf dem Portal schnitten die Betriebe auf Fischland-Darß-Zingst und an der südlichen Boddenküste in diesem Jahr mit 86 von 100 Punkten mit der besten Gesamtnote für MV ab. Auch im deutschlandweiten Maßstab behauptet sich die Halbinsel auf einem achtbaren 22. Rang. Zugrunde lagen der Erhebung ca. 28.000 durch den Tourismusverband aufbereitete Bewertungen für die Region in den vergangenen 24 Monaten. Insgesamt wurden für Mecklenburg-Vorpommern 470.000 Einschätzungen ausgewertet. „Die Statistik dieses Jahres zeigt, dass wir uns gegen Einflüsse wie Wetterkapriolen oder wachsenden Konkurrenzdruck noch stärker wappnen müssen. Die Qualität unserer Angebote ist ein entscheidendes Kriterium bei der Werbung um die Gunst der Gäste“, sagte Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Bewertungsportale bieten die Chance, positive und auch negative Tendenzen zu erkennen und rasch zu reagieren“, so Waldmüller weiter. Qualität müsse insgesamt in Zukunft messbarer und berechenbarer werden, dabei helfe die Zusammenarbeit mit „TrustYou“. Kombiniert mit objektiven Qualitätsmanagementsystemen, den oft so genannten Siegeln und Zertifikaten, entsteht ein gut nachvollziehbares Qualitätsbild, das wertvolle Anhaltspunkte für eventuell notwendige Veränderungen liefert. Um die Zusammenhänge zwischen Qualitätsmerkmalen von Unternehmen und Gästebewertungen im Internet besser zu erkennen und Handlungen ableiten zu können, entwickelt der Tourismusverband derzeit ein dauerhaftes Mess- und Kontrollsystem der wichtigsten Qualitätsindikatoren. Dies ist zugleich der erste Baustein einer Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie, die im kommenden Jahr erarbeitet wird. Zentraler Datenkern ist dabei die Gästebewertungsdatenbank von „TrustYou“.

In die Auswertung fließen überdies die Kennziffern bekannter Klassifizierungen und Zertifizierungen ein, wie zum Beispiel die Hotelklassifizierung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes und die Ferienwohnungsklassifizierung des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), die Zertifizierung der Touristinformationen des DTV oder das Qualitätsmanagementsystem „ServiceQualität Deutschland“. „Qualitätskontrolle wird so zu einem unmittelbar anwendbaren Marketinginstrument“, erklärte Wolfgang Waldmüller. In den vergangenen Jahren begründete der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern eine Reihe von Qualitätsinitiativen, beispielsweise Projekte wie „Urlaub für Alle“, das den Ausbau barrierefreier Angebote fördert, oder verschiedene Zertifizierungsmaßnahmen wie das Qualitätsmanagement Familienurlaub, das familienfreundliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ausweist. Auf Initiative des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern sind darüber hinaus Workshops und Coachings im Bereich Landurlaub zu Themen wie Kommunikation, Suchmaschinenoptimierung oder Gestaltung einer Homepage mit Anbietern durchgeführt worden. „Der Schlüssel zu mehr Qualität ist das Wissen um die entsprechenden Erfordernisse. Der Weiterbildung kommt dabei gerade in touristischen Regionen, die am Anfang ihrer touristischen Entwicklung stehen, eine erhebliche Rolle zu“, sagte der Verbandsvorsitzende Waldmüller. 

27. Tourismustag in Linstow: Branche sucht nach Lösungen

220 Touristiker diskutieren Status quo – erstmals seit Jahren kein Wachstum erwartet – Landesverband setzt verstärkt auf Qualität – ITB soll Partnerland MV Schwung geben 

Tourismus Rostock-Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Warnemünde im Sommer, Foto: Joachim Kloock

29.11.2017 – „Vorn bleiben!“ – so lautet das Motto des 27. Tourismustages, zu dem sich heute 220 Spitzenvertreter der Branche in Linstow in der Mecklenburgischen Seenplatte treffen. Ziel ist es, den Weg in eine neue touristische Zeitrechnung zu markieren, in der Qualität die Hauptrolle spielt. Zudem sollen das Jahr bilanziert und ein Ausblick auf die neue Saison gegeben werden. Dabei muss die Branche in diesem Jahr einen Dämpfer verkraften und Ursachenforschung betreiben, denn die touristischen Zahlen liegen unter den Erwartungen: Zwischen Januar und September wurden vom Statistischen Amt in Mecklenburg-Vorpommern 6,18 Millionen Gästeankünfte (-0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) und 24,91 Millionen Übernachtungen (-1,9 Prozent) registriert. Dies ist das zweitbeste Ergebnis seit 1990, allerdings bleibt der Nordosten damit in diesem Jahr hinter dem Bundestrend zurück. Auf Bundesebene ist im gleichen Zeitraum ein Wachstum der Übernachtungszahlen von 2,7 Prozent verzeichnet. „Wir sind auf einem sehr hohen Niveau, was Übernachtungen und Gästezahlen betrifft. Da sind Rekorde jedes Jahr aufs Neue kein Automatismus. Starkes und dynamisches Wachstum, wie wir es in den vergangenen Jahren erlebt haben, verlangsamt sich und geht in eine Reifephase über. Die Gäste kommen zwar, bleiben aber nicht mehr so lange bei uns. Deshalb ist wichtig, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen, um auf hohem Niveau zu bleiben. Wir unterstützen die Förderung nachhaltiger touristischer Angebote und Strukturen weiter. Das Thema Saisonverlängerung bleibt dabei von elementarer Bedeutung. Egal, ob die Sonne scheint, es regnet oder schneit, wir müssen Angebote für 365 Tage im Jahr vorhalten. Potential besteht vor allem auch in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns. Das können wir nach außen noch stärker betonen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe. Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, sagte: „Wir bekommen in diesem Jahr bestätigt, dass die Querschnittsbranche Tourismus in jeglicher Hinsicht gute Rahmenbedingungen braucht. Wenn sich Qualitätslücken auftun, die Verkehrsinfrastruktur schwächelt, die Digitalisierung stockt, Engpässe bei Fachkräften bestehen, andere Regionen stärker in das Produkt, die Erreichbarkeit sowie das Marketing investieren und uns auch das Wetter noch häufig im Stich lässt, kann aus einem erhofften Plus wie in diesem Jahr auch ein leichtes Minus werden. Das System Tourismus benötigt ein smartes Update. Die Branche hat die Kraft und den Willen, in die Erfolgsspur zurückzukehren.“

Wirtschaftsministerium verstärkt Anstrengungen für den Tourismus

Waldmüller zeigte sich in diesem Zusammenhang erfreut und dankbar dafür, dass das Wirtschaftsministerium zunächst für die Jahre 2018 bis 2020 zusätzliche Mittel für das Marketing, das Regionalmanagement speziell im ländlichen Raum sowie für die Entwicklung und Umsetzung einer Qualitätsstrategie mit klaren und messbaren Kennziffern zur Verfügung stellt. Der Landestourismusverband kann danach über jährlich rund 800.000 Euro mehr und so über insgesamt knapp drei Millionen Euro verfügen und das bisherige Tourismusmarketing in ein komplexeres Tourismusmanagement überführen. Darin sollen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsinitiativen, Weiterbildung und Kooperationen sowie die Internationalität eine größere Rolle spielen. „Das ist ein Bekenntnis zu dem für Mecklenburg-Vorpommern zentralen und stabilen Wirtschaftsfaktor Tourismus, der viele andere Zweige und Bereiche stützt und stärkt.“ Der von der Branche initiierte Umsatz von jährlich knapp acht Milliarden Euro ähnele in seiner Wirkung den Effekten einer klassischen Exportwirtschaft, da er zu großen Teilen von außen in das Land geführt würde. Hinzu käme die Rolle des Tourismus als einer der wichtigsten Arbeitgeber im Land, erklärte Waldmüller. „Wir müssen auch stärker für das Tourismusbewusstsein beziehungsweise die Akzeptanz von Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor im Land werben. Diesen gilt es durch konsequente Zusammenarbeit in Wirtschaft und Politik, durch die Steigerung der Gastfreundschaft, durch das Aufzeigen von Perspektiven für Einwohner und Gastgeber herauszustellen und dann weiter aufzubauen“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe. 

Qualitatives vor quantitativem Wachstum

Den Handlungsrahmen für die zukünftige Entwicklung des Tourismus soll die neue Landestourismuskonzeption setzen. Diese soll nach der aktuell laufenden Ressortbefassung im kommenden Frühjahr veröffentlicht werden. „Die touristische Entwicklung bedarf einer strategischen Neuausrichtung, die der Prämisse folgt: qualitatives vor quantitativem Wachstum. Wir müssen hierzu alle an einem Strang ziehen: Unternehmen, Organisationen, Verbände, Verwaltung und Politik. Qualität und Professionalität sind dabei die Antriebskräfte, mit denen das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern vorn bleiben kann“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe die Branche auf.

Drei Großveranstaltungen in den kommenden drei Jahren

Universitätsplatz mit Blick in die Kröpeliner Straße, den Einkaufsboulevard von Rostock, Foto Joachim Kloock

Universitätsplatz Rostock, Foto: Joachim Kloock

Eine gute Chance für neuen Schwung im Tourismus bietet Wolfgang Waldmüller zufolge die weltgrößte Reisemesse, die ITB in Berlin vom 06. bis 11. März 2018, deren offizielles Partnerland Mecklenburg-Vorpommern kurzfristig werden konnte. Darüber hinaus wird in Rostock 2019 der Deutsche Tourismustag ausgerichtet sowie im Jahr darauf der Germany Travel Mart, der nach 2009 zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. „Diese Großveranstaltungen können im besten Fall das Dreigestirn des Aufbruchs sein, hin zu einer neuen Qualität des Tourismus, die sich ausdrückt in mehr Internationalität, mehr Qualität, mehr Vernetzung, mehr Digitalität und mehr Innovationsgeist.“ Ein aktuelles Zeichen für die Innovationskraft der Branche sei die Verleihung des Deutschen Tourismuspreises am 23. November 2017 an das Dock-Inn Hostel in Rostock-Warnemünde gewesen, sagte Waldmüller. „Mit allen Veranstaltungen setzen wir ein starkes Signal für mehr Überregionalität. Wir wollen und müssen vor allem im internationalen Maßstab noch bekannter werden. Unsere Unternehmen und Anbieter stehen in einem sich rasant verändernden Marktumfeld. Intensives Marketing ist dabei ein wichtiges Element, um im nationalen und vor allem auch im internationalen Wettbewerb noch besser mithalten zu können“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. 

In Zahlen I: Wirtschaftsfaktor Tourismus

Die gesamten Umsätze im Tourismus belaufen sich laut Berechnungen des Institutes DIW Econ auf 7,75 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei werden mehr als zwei Drittel der Ausgaben (68 Prozent) von Menschen aus anderen Bundesländern und Ländern getätigt. Die touristische Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 4,1 Milliarden Euro und macht damit 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern aus. Damit liegt die Bruttowertschöpfung der Querschnittsbranche Tourismus mit 9,6 Prozent noch vor dem Baugewerbe mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Deutschlandweit liegt sie bei einem Anteil von 4,4 Prozent (Jahr 2010). 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also 131.254 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben.

In Zahlen II: Aktuelle Statistik

Greifswalder Rathaus, Foto Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Greifswalder Rathaus, Foto: Pressestelle HGW

Von der leicht negativen Entwicklung in den ersten neun Monaten dieses Jahres sind fast alle Reiseregionen betroffen. Die größten Verluste verbuchte die Region Fischland-Darß-Zingst. Dort sind die Übernachtungen von Januar bis September 2017 um 9,8 Prozent gesunken. Einzig in der Mecklenburgischen Schweiz/Seenplatte (+0,3 Prozent) übersteigt die Zahl der Übernachtungen das Vorjahresergebnis. Dagegen liegen fast alle Städte im Plus. Die Hansestadt Wismar (+15,1 Prozent) behauptet ihre Führungsposition vor Greifswald (+8,5 Prozent) und Schwerin (+2,4 Prozent). Die Hansestadt Stralsund hält das Vorjahresniveau mit einer schwarzen Null. Bei den Unterkunftsarten können von Januar bis September vier der zehn ausgewiesenen Unterkunftsarten steigende Übernachtungszahlen vermelden, darunter die Hotels Garnis (+3,2 Prozent), Pensionen (+2,8 Prozent) sowie Vorsorge-/Rehakliniken (+2,0 Prozent). Die Betreiber von Campingplätzen (-7,8 Prozent) und Gasthöfen (-7,7 Prozent) müssen Rückgänge verkraften. Die angebotenen Schlafgelegenheiten waren in den ersten neun Monaten des Jahres zu 37,8 Prozent ausgelastet und damit etwas schlechter als im Vorjahreszeitraum (38,5 Prozent). Aus dem Ausland wurden nach drei Vierteln des Jahres rund 860.000 Übernachtungen (-2,7 Prozent) gezählt. Allein schwedische Gäste übernachteten häufiger als im Vorjahreszeitraum im Nordosten (+5,9 Prozent). Unterdessen sind die Übernachtungen aus den Niederlanden (-16,4 Prozent), Dänemark (-5,1 Prozent), Schweiz (-3,8 Prozent) und Österreich (-2,1 Prozent) zurückgegangen.

VR-Innovationspreis des Handwerks verliehen

Preisträger stehen beispielhaft für ausgeprägten Erfindergeist, Innovationskraft und Tatendrang des Handwerks in Mecklenburg-Vorpommern

Logo des Deutschen Handwerks/Wikipedia 2010Jubiläum im Handwerk: Zum 20. Mal wurde am Dienstag der „VR-Innovationspreis Handwerk“ in Schwerinverliehen (von 1998 bis 2012 als VR-Technologiepreis; seit 2013 als VR-Innovationspreis Handwerk). Insgesamt vier Unternehmen erhielten von Wirtschaftsminister Harry Glawe, dem Präsidenten der Handwerkskammer Schwerin Peter Günther und dem Vorstand der VR-Bank eG Wilhelm Josef Plum die Auszeichnung: Geigenbau Bernhard Ritschard aus Herrnburg (Landkreis Nordwestmecklenburg), H.O. Schlüter GmbH aus Lübz (Landkreis Ludwigslust-Parchim), ACALOR Technik Scheel KG aus Lübow (Landkreis Nordwestmecklenburg) und Red Rebane GmbH aus Schwerin. „Die Preisträger stehen beispielhaft für den ausgeprägten Erfindergeist, die Innovationskraft und den Tatendrang, den das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern auszeichnet. Die Auszeichnung würdigt Unternehmen, die sich um die Einführung und Umsetzung neuer technischer Lösungen und innovativer Konzepte verdient gemacht haben. Wichtig ist jetzt, dass die Innovationskraft des heimischen Handwerks auch über die Landesgrenzen hinaus noch bekannter wird“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Glawe fordert, Möglichkeiten von Forschung und Entwicklung stärker zu nutzen

Wirtschaftsminister Glawe warb bei der Preisverleihung dafür, vor allem auch im Handwerk verstärkt die Möglichkeiten von Forschung und Entwicklung zu nutzen. „Wichtig ist, dass sich die Innovationen aus dem Wirtschaftszweig heraus zu durchsetzungsfähigen Konzepten, zu absatzstarken Produkten und erfolgreichen Geschäftsmodellen weiter entwickeln. Wir unterstützen das Handwerk mit vielfältigen Instrumenten, die eigenen Entwicklungen zur Marktreife zu bringen“, sagte Glawe. Das Wirtschaftsministerium fördert unter anderem IT- und Innovationsberater der Handwerkskammern, die Firmen bei Fragen zu Internetpräsenz und Webseiten unterstützen. Über die „Richtlinie zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“ haben Unternehmen die Möglichkeit, sich Unterstützung für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben einzuholen – unter anderem für Verbundvorhaben mit Forschungseinrichtungen, Schutzrechte, Durchführbarkeitsstudien oder Prozessinnovationen.

30 innovative Vorhaben im Handwerk bewilligt

Insgesamt stehen in der Förderperiode bis 2020 aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation 168 Millionen Euro zur Verfügung. Bisher (Stand: 31.12.2016) wurden unter anderem Zuschüsse von insgesamt 53,8 Millionen Euro für 182 Vorhaben bewilligt; davon 42,1 Millionen Euro für 104 Verbundforschungsvorhaben, 6,9 Millionen Euro für 22 einzelbetriebliche Vorhaben, drei Millionen Euro für 37 Durchführbarkeitsstudien, 300.000 Euro für acht Schutzrechtsanmeldungen, 800.000 Euro für sechs Innovationsberatungsdienste und innovationsunterstützende Dienstleistungen. Von den bewilligten Förderungen gingen insgesamt 21 Millionen Euro an kleine und mittlere Unternehmen für 102 Projekte, 9,4 Millionen Euro an große Unternehmen für 24 Projekte und 7,6 Millionen Euro für 30 Projekte an Unternehmen des Handwerks.

Die Preisträger des VR-Innovationspreises des Handwerks im Überblick

Ein Innovationspreis für die Entwicklung des Purist Pro-Gepäckträger-Rucksacks (Rucksack und Fahrradtasche in einem – mit eingearbeiteter, montagefreier Gepäckträgeraufnahme) ging an die Firma Red Rebane GmbH aus Schwerin (Preisgeld 2.000 Euro). Das Schweriner Start Up-Unternehmen fertigt in der eigenen Manufaktur in Handarbeit innovative und nachhaltige Taschen – neben Rucksäcken, Messenger Bags und Gürteltaschen auch Fahrradtaschen. Die Produktion beruht auf traditionellen Handwerkstechniken der Sattler und Täschner, die seit Jahrhunderten bewährt sind. „Nach mehr als zwei Jahren Entwicklungszeit ist in Handarbeit eine hochwertige Tasche entstanden. Mit Liebe zum Detail und höchsten Ansprüchen an Design und Funktionalität haben die Macher von Red Rebane einen hochfunktionalen Rucksack entwickelt“, sagte Glawe.

Ein Innovationspreis (Preisgeld 1.500 Euro) für die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Direkt-Kondensations-Wärmepumpe wurde an die Firma ACALOR Technik Scheel KG aus Lübow (Landkreis Nordwestmecklenburg) überreicht. Die ACALOR-Heizung ist eine Luft-Wärmepumpe nach dem Direktkondensationsprinzip, die als Strahlungsheizsystem wirkt. Bei der Direktwärmepumpentechnik wird der geschlossene Kreisprozess der Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe auf das gesamte Haus ausgedehnt. Als Gesamtsystem werden mittels der Technik automatisch die Temperatur im Wohnbereich und die Warmwasserbereitung geregelt. „Hier ist durch eigene intensive Forschung ein sich selbst regulierendes Heizsystem entstanden“, sagte Glawe.

Die Auszeichnung „Prozessentwicklung“ (Preisgeld: 1.000 Euro) erhielt die H.O. Schlüter GmbH aus Lübz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) für die Realisierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses für Energieeffizienz auf Grundlage eines detaillierten Energie-Monitorings und des daraus entwickelten, ganzheitlichen Gebäudeautomatisierungskonzeptes. Das Unternehmen ist in den Bereichen Metallbau und Kunststoffbau tätig und hat sich auf Fenster, Türen und Fassadenelemente spezialisiert. Neu aufgenommen wurde ein Geschäftsfeld zur intelligenten Kompletterfassung, Auswertung und Verbesserung von Energieströmen in Gebäuden. Das Unternehmen übernimmt für Architekten und Bauherren die Beratung in Bezug auf gesunde und energieoptimierte Gebäude, erstellt die Gebäudesimulationen anhand realer Wetterdaten, entwirft Energiekonzepte, realisiert die Elektro- und MSR Planung sowie das Hydraulikschema. Die Erstellung, Integration und Inbetriebnahme der Gebäudeautomation gehört ebenso dazu wie der Service und die Wartung der Automationslösung im gesamten LifeCycle. „Geplant ist ein Gebäudeleitsystem, das die Automatisierung über ein einziges System steuert. So können Lebenszykluskosten von Gebäuden langfristig gesenkt werden“, sagte Glawe.

Der Sonderpreis: „Innovation – ALTES HANDWERK“ (Preisgeld 1.000 Euro) wurde an das Unternehmen Geigenbau Bernhard Ritschard aus Herrnburg (Landkreis Nordwestmecklenburg) verliehen für die Rekonstruktion eines Violonen (historisches Streichinstrument) nach historischen Quellen. Der gebürtige Schweizer Bernhard Ritschard hat seinen Beruf in der italienischen Geigenbauerstadt Cremona erlernt und fertigt heute in der eigenen Werkstatt historische Streichinstrumente und Bögen neu an. Zu seinen Dienstleistungen gehören auch Reparaturen, Bogenbehaarungen und Rückbau moderner Streichinstrumente. Der Kundenkreis kommt nach Unternehmensangaben aus Europa und Asien. Für den Wettbewerb fertigte er einen Violonen nach italienischem Vorbild. Der innovative Neubau entstand aus der Recherche von historischen Textquellen, einem ähnlichen Instrument im Museum von Brescia (Italien) und dessen Abbildungen auf Gemälden im geografischen und zeitlichen Kontext. „Hartnäckig hat Bernhard Ritschard eine umfangreiche Recherche auf sich genommen, um das Instrument detailgetreu in seiner ursprünglichen Form nachzubauen“, sagte Glawe.

Lucia-Sänger aus Lund zu Gast in Greifswald

Lunds Ungdomskör, Foto Chor

Lunds Ungdmskör, Foto: Chorleitung

28.11.2017 – Der „Lunds Ungdmskör“, der Musikschulchor aus der schwedischen Partnerstadt Lund, tritt am 1 Adventswochenende in Greifswald auf. Er folgt einer Einladung des Büros für Internationale Kontakte und Städtepartnerschaften der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Zu erleben ist der „Lunds Ungdmskör“ am Sonnabend, dem 2. Dezember ab 16:30 Uhr im Dom und ab 18:00 auf dem Greifswalder Marktplatz. Hier werden vorrangig die traditionellen Lucia-Weisen erklingen. Am Sonntag, dem 3. Dezember werden die jungen Sängerinnen und Sänger ihre musikalische Weihnachtsbotschaft ab 9:30 Uhr ins Universitätsklinikum und ab 11:00 Uhr in die Johanna-Odebrecht-Stiftung tragen. Die Mitglieder des schwedischen Chores sind zudem auch Gäste beim Weihnachtsfest des Deutsch-Schwedischen-Vereins in der Brasserie Herrmann (Bahnhofstraße). Am Sonnabend ab 15:30 wird hier gemeinsam gesungen, gebastelt und genascht. Die Veranstaltung ist öffentlich. Im „Lunds Ungdmskör“ singen zwanzig Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahre. Sie verfügen über ein breites Repertoire aus den Bereichen Klassik, Folklore, Pop sowie Kirchenmusik. Der Chor wird von Linda Alexandersson (geboren 1984) aus Malmö geleitet. Die Sängerin, Komponistin, Dirigentin und Arrangeurin leitet nicht nur die städtische Musik- und Kulturschule in Lund, sondern auch den international bekannten Frauenchor „Korellerna“.

Qualifizierungsrichtlinie tritt in Kraft

Qualifizierungspaket geschnürt – erstmals unternehmensspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung – Investition braucht Qualifikation

Werft, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

28.11.2017 – Am ersten Dezember tritt die Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie) in Kraft. „Die Wirtschaft ist im Wandel. Die Anforderungen wachsen, Spezialisierung und Qualifizierung für Beschäftigte wird gebraucht. Immer mehr Innovationen halten Einzug in die Produktionsabläufe. Gerade auch bei der fortschreitenden Digitalisierung werden mehr und vor allem andere Kompetenzen als bisher notwendig. Hier müssen wir mithalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb wollen wir mit einem neuen Förderprogramm neben den bisher schon bewährten Bildungsschecks erstmals auch Qualifizierungsprojekte von Unternehmen direkt fördern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag. Die Richtlinie ist am Montag (27. November) im Amtsblatt veröffentlicht worden.

Erstmals unternehmensspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung

Wenn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen, können sie mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. Die Höchstförderung kann bis zu 100.000 Euro pro Förderfall betragen. „Mir ist wichtig, den gesamten Prozess der Qualifizierung in den Firmen zu begleiten. Diese Förderung unterstützt die Unternehmen umfassend sowohl bei ihrer individuellen Personal- und Qualifizierungsplanung als auch bei der bedarfsgerecht gestalteten, berufsbegleitenden Weiterbildung ihrer Mitarbeiter“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe weiter. „Denn Fachkräftesicherung heißt nicht nur Arbeitnehmer von außen zu gewinnen, sondern das eigene Stammpersonal genauso im Blick zu haben. Das ist auch ein Beitrag dafür, die Betriebe konsequent beim technischen Wandel zu unterstützen.“

Berufliche Weiterbildung durch Bildungsschecks

Die Förderung durch Bildungsschecks steht auch künftig Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Gefördert wird die Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten durch Maßnahmen, die es ermöglichen, Kompetenzen und Qualifikationen im Unternehmenskontext zu erhalten, zu erweitern oder zu erwerben. „Bei der Qualifizierung von Mitarbeitern wird die Teilnahme sowohl an branchenübergreifenden als auch branchenspezifischen Weiterbildungen unterstützt. Mit dem neuen Förderprogramm können sich Unternehmen noch besser auf den vollziehenden technologischen Wandel einstellen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Die Förderung erfolgt in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben oder in Höhe von bis zu 75 Prozent als De-minimis Förderung. Für Qualifizierungen mit qualifizierter Teilnahmebescheinigung ist die Zuwendung auf höchstens 500 Euro je Bildungsscheck und Qualifizierungsmaßnahme begrenzt. Bei abschlussorientierten Qualifizierungen ist die Zuwendung auf höchstens 3.000 Euro begrenzt.

Investition braucht Qualifikation

Bedarf für Qualifizierung besteht aktuell vor allem im maritimen Bereich. Die als neue Werftengruppe entstandenen „MV Werften“ sollen in den nächsten 10 Jahren hauptsächlich Kreuzfahrtschiffe für die Reedereien der Genting Gruppe bauen. Das Bauprogramm für die nächsten fünf Jahre hat einen Auftragswert von rund 3,5 Milliarden Euro. Hiermit verbunden sind umfangreiche Neuinvestitionen von über 200 Millionen Euro. Neben Genting haben aber auch die anderen Werften im Land gute Auftrags- und Beschäftigungslagen. Auf der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun Werft wird in eine neue Schiffbauhalle für den Bau großer Maschinenraummodule investiert. „Um die anstehenden Investitionen erfolgreich umzusetzen, ist auch Qualifikation gefragt“, so Wirtschaftsminister Glawe. Gesucht werden im Land auch Fachkräfte beispielsweise in Bereichen wie Metallbau, Metallbearbeitung und Schweißtechnik sowie Elektrotechnik. Darüber hinaus steht aber auch das verarbeitende Gewerbe insgesamt unter erheblichem Anpassungsdruck unter anderem im Rahmen der mit Wirtschaft 4.0 beschriebenen Digitalisierung in den Unternehmen.

Anträge einreichen

Die Anträge sind vor Beginn der Maßnahme bei der GSA – Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH, Schulstraße 1 – 3, 19055 Schwerin, einzureichen. Die Antragsunterlagen sind bei der GSA erhältlich oder können im Internet unter www.gsa-schwerin.de abgerufen werden.

F. C. Hansa Rostock – SC Fortuna Köln 5:3

25. 11. 2017, 14:00 Uhr, Ostseestadion Rostock

Die gesamte Fotogalerie mit 63 Bildern hier https://mvzeitnah.wordpress.com/hansestadt-rostock/sport/

F. C. Hansa Rostock –  Janis Blaswich – Joshua Nadeau, Julian Riedel, Oliver Hüsing, Fabian Holthaus – Stefan Wannenwetsch, Brian Henning, Christopher Quiring (77. Lukas Scherff), Selcuk Alibaz (67. Tim Väyrynen) – Marcel Hilßner, Soufian Benjamina (84. Tommy Grupe).

SC Fortuna Köln – Tim Boss – Dominik Ernst, Lars Bender, Cédric Mimbala, Markus Pazurek – Nico Brandenburger (82. Ali Ceylan), Maik Kegel, Robin Scheu (82. Kurt), Hamdi Dahmani – Michael Kessel (Christopher Theisen), Daniel Keita-Ruel.

Tore – 0:1 Michael Kessel (1.), 0:2 Hamdi Dahmani (12.), 1:2 Marcel Hilßner (21.), 2:2 Soufian Benjamina (28.), 3:2 Marcel Hilßner (62.), 4:2 Selcuk Alibaz (65.), 4:3 Hamdi Dahmani (73.), 5:3 Marcel Hilßner (77.).

Schiedsrichter – Henry Müller (Cottbus), Robert Wessel, Max Burda.

Zuschauer – 9.900