Hightech aus Wismar – Visiotex GmbH plant Entwicklung und automatisierte Sportschuh-Produktion

„Hidden Champion“ verstärkt Forschungsaktivitäten – Bau einer Produktionsstätte geplant – 30 neue Arbeitsplätze sollen entstehen

Citylauf in Rostock, Foto: Joachim Kloock

Citylauf, Foto: Joachim Kloock

24.7.2017 – Kommt der erste vollautomatisch hergestellte Schuh aus Mecklenburg-Vorpommern? Die Visiotex GmbH in Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) plant entsprechende Forschungsaktivitäten mit anschließender Errichtung einer Produktionsstätte, um einen Sportschuh mit nahtfreiem, komplett gestricktem Schaft und integrierter Sohle zu entwickeln und zu produzieren. Das Unternehmen arbeitet bisher insbesondere für die Möbel-, Medizin- und Sportschuhbranche, ist Partner führender Automobilhersteller in den Bereichen Entwicklung und Prototyping. „Die Visiotex GmbH ist eines der verborgenen, hochinnovativen Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, ein ´hidden champion´. Jetzt soll die Forschung in Wismar weiter vorangetrieben werden – geplant ist die Entwicklung und Produktion eines innovativen Sportschuhs. Langfristig sollen mit der Investition eine eigene Betriebsstätte und über 30 neue Arbeitsplätze in Wismar entstehen. Dafür will das Unternehmen knapp 20 Millionen Euro investieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Der Minister übergab vor Ort eine Fördermittelabsichtserklärung für das Errichtungsvorhaben.

Mehr als 30 neue Arbeitsplätze sollen in Wismar durch neue Produktionsstätte entstehen

Sitzbezüge, die heizen, kühlen oder massieren, Schuhe aus einem Guss mit Kompressions- und Kühlfunktion, wirkstofftragende Sportbandagen, multifunktionale Innenraumverkleidungen für Automobile – die Visiotex GmbH entwickelt und produziert seit 2011 in Wismar mit über 20 Mitarbeitern. Am zweiten Unternehmensstandort in Warin (Landkreis Nordwestmecklenburg) erfolgt die Fertigung von Rückenlehnen für Bürostühle. Grundlage der Produktion ist die patentierte 3D-Technologie „Wovenit“. Das Verfahren ermöglicht nach Unternehmensangaben durch die Vereinigung von Weben und Stricken in einem digitalen Prozess die Herstellung beliebiger Faserwerkstoffe – mit individuell ausgeprägter, dreidimensionaler Textilstruktur. Die Visiotex GmbH plant, eine neue Betriebsstätte zu errichten, in der Sportschuhe gefertigt werden. „Hier entstehen Hightech-Produkte, die uns im Alltag begegnen, etwa die Rückenlehne des Schreibtischstuhls, die Sportbandage oder die Verkleidung im Autoinnenraum“, sagte Glawe.

Wirtschaftsnahe Forschung mit Universität Rostock und Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik in Rostock geplant

Im Vorfeld der Betriebsstättenerrichtung sind zwei Forschungs- und Entwicklungsvorhaben geplant. In Kooperation mit der Universität Rostock sollen zunächst neue Textilkonstruktionen zur Herstellung von Schuhwerken mit hohem thermischen Komfort und dynamisch angepasster Form entwickelt werden. Ein zweites Vorhaben umfasst die dann folgende Entwicklung eines automatisierten Prozesses für die Produktion des Schuhs gemeinsam mit dem Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik in Rostock. „Die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft ist ein wichtiges Anliegen. Wir brauchen wirtschaftsnahe Forschungsprojekte im Land, aus denen international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entstehen. So werden zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern geschaffen und erhalten. Das stärkt unsere Wirtschaft. Die Visiotex GmbH ist ein gutes Beispiel dafür“, sagte Glawe.

Aktion „Europa in meiner Region“ – Umsetzung innovativer Projekte durch Fördermittel der Europäischen Union

Der Projektbesuch fand im Rahmen der Aktion „Europa in meiner Region – Erfolgsgeschichten in Deutschland“ statt, die bundes- und europaweit durchgeführt wird. Damit soll aufgezeigt werden, wie Fördermittel der Europäischen Union eingesetzt werden und welchen Effekt diese haben. In Mecklenburg-Vorpommern kommen unter anderem die Investitions- und Strukturfonds „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und der „Europäische Sozialfonds“ (ESF) zum Einsatz. „Wir sind ein lebendiger Teil Europas. Die Staatengemeinschaft trägt entscheidend dazu bei, die Arbeitsmöglichkeiten und Lebensqualität im eigenen Land zu erhöhen. Dies wird durch die EU-Fördermittel ermöglicht. Mit Unterstützung der EU-Fonds hat sich Mecklenburg-Vorpommern auch wirtschaftlich weiterentwickelt. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin von den EU-Programmen profitieren“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

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