Interessantes aus dem Zoo Rostock: Ein Schlangenei sorgt für eine große Überraschung

Schönnatter mit zwei Köpfen, Foto: Joachim Kloock

Schönnatter mit zwei Köpfen, Foto: Joachim Kloock

Als die Höhlen-Schönnatter (Orthriophis taeniurus ridleyi) im Zoo Rostock 2015 ihre 15 Eier abgelegt hatte und die Schlangenbabys schlüpften, staunten die Tierpfleger nicht schlecht. Ein Jungtier kam mit zwei Köpfen zur Welt. Inzwischen ist die Schlange 65 cm groß und etwa 45 Gramm schwer. Die Schönnatter entwickelt sich abgesehen von ihren zwei Köpfen ganz normal. Die Schlange frisst selbstständig und kann auch mit beiden Köpfen Nahrung aufnehmen, aber nur jeweils mit einem fressen. Neben den zwei Köpfen hat die Schönnatter zwei Luft- und Speiseröhren, die sich zu einer vereinen. Alle anderen Organe sind nur einmal vorhanden. Es handelt sich hier um eine biologische Besonderheit, die sehr selten vorkommt. Es kann dazu kommen, wenn die befruchtete Eizelle beginnt, sich zu teilen und wie bei der Entwicklung von eineiigen Zwillingen zwei eigenständige Organismen entstehen. Anders als bei Zwillingen bricht die Teilung allerdings verfrüht ab. Je nach Zeitpunkt des Abbruchs kann das Ergebnis, wie im Fall unserer Schlange, ein doppelter Kopf sein.“ Das seltene Exemplar wird heute in ein Terrarium im Darwineum verlegt. Im Rostocker Zoo leben die zwei erwachsenen Tiere und die 15 Jungtiere. Im Durchschnitt erreichen die nicht giftigen Schönnattern ein Alter von 15 bis 20 Jahren und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Ratten. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in Südostasien, vor allem im Landstrich von China bis nach Malaysia. Im Zoo Rostock sind neben den 17 Schönnattern auch eine Abgottschlange (Boa constrictor), drei Königspythons (Python regius), 14 Kornnattern (Elaphe guttata) und zwei Königsnattern (Lampropeltis triangulum) beheimatet. Die Schönnattern sind im Darwineum zuhause. Im Aquarium werden Kornnattern und Königsnattern gehalten und in den Vitrinen des Vogelhauses können die Besucher die Abgottschlange und die Königsphytons beobachten.

 

 

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