Das „Grüne Klassenzimmer“ im Zoo Rostock ist eröffnet

Mehr Platz für Bienenfreunde – Anbau für Imkerwagen übergeben 

22.5.2017 – Heute steht der Zoo ganz im Zeichen des „Internationalen Tages der biologischen Vielfalt“, der seit dem Jahr 2000 gefeiert wird. Die Initiative geht auf die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro zurück, auf der zum Schutz und zur Nutzung der Biologischen Vielfalt die wegweisenden Abkommen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt angenommen wurden. Auch der Zoo hat in diesem Jahr das Thema „Biodiversität“ unter dem Motto „Let it grow“ zum thematischen Schwerpunkt erhoben. Ganz im Sinne der Artenvielfalt und ihres Schutzes wurde heute das „Grüne Klassenzimmer“ im Zoo eröffnet. Meeresforscher, Biologe oder Tierarzt – das sind typische Wunschberufe in der Kindheit. Der Rostocker Zoo hat jetzt ein kleines Biotop angelegt, an dem sich die Forscher von morgen schon einmal ausprobieren können. Am kleinen Waldteich am Café Käfer wurde heute gemeinsam mit Schülern der 10. Klasse der Jenaplanschule und Forstamtsleiter Jörg Harmuth  das „Grüne Klassenzimmer“ eröffnet. Dort stehen Tische und Bänke zum Experimentieren sowie Tafeln mit Erklärungen zu Bäumen und Tieren des Waldes. „Wir haben für unsere Zooschule, die in diesem Jahr ihr 50. Bestehen feiert, ein kleines Reich in der Natur geschaffen, in dem sich Schulklassen schon frühzeitig mit Wissenschaft und Forschung beschäftigen können“, so Zoodirektor Udo Nagel. Außerhalb der Schulzeiten ist der Standort an dem kleinen Teich natürlich auch ein besonders schöner Platz zum gemütlichen Picknicken.

Neues Leben in totem Holz

Zusammen mit Stadtförster Burkert Brosin ging es gleich nach der Eröffnung ans Experimentieren. Aus Totholz haben die Schüler eine neue Lebenswelt für viele Pflanzen und kleinere Tiere geschaffen. Der erfahrene Förster hat ihnen zeigen, wie das ideale Alt- und Totholzbiotop aufgebaut ist und warum ein Wald auch solche „unaufgeräumten Ecken“ braucht. Viele Tiere und Pflanzen, die auf Totholz angewiesen sind, stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Das betrifft insbesondere Pilze, Flechten, Moose, Farne und viele Insektenarten, wie etwa Ameisen, Hautflügler und Schmetterlinge sowie Wespen und Bienen. Das „Grüne Klassenzimmer“ wurde mit Unterstützung des Stadtforstamtes errichtet. Die Bänke und Tische stammen aus dem nachhaltigen Holzanbau in der Rostocker Heide.

30 Pflanzpyramiden sorgen für bunte Vielfalt

Der Bienenwagen ist ein viel besuchter Anlaufpunkt im Zoo. Das Innere des Bienenwagens war für Besucher oder gar Schulklassen jedoch viel zu klein, so dass die Imker den Wunsch hatten, eine Vergrößerung des hinteren Bereiches, dem Schleuderraum, vorzunehmen. Der kleine sechs Quadratmeter große neue Holzanbau wurde ebenfalls heute übergeben. Künftig können nun deutlich mehr Besucher beim Honigschleudern zuschauen. Gleichzeitig ist mehr Platz, um die Vorarbeiten an den Waben zu demonstrieren. So müssen beispielsweise vorher die Wachsdeckelchen auf den Waben entfernt werden, um an den Honig zu kommen. „Wir sind sehr dankbar über den Einsatz unserer Imker, die den Bienenwagen ehrenamtlich betreuen und unermüdlich alle Fragen rund um die emsigen Honigsammlerinnen beantworten“, betonte Zoodirektor Udo Nagel. In den Monaten von Mai bis September kann die vielseitige Schau-Imkerei täglich besucht werden. Im Zoo Rostock werden 12 Völker gehalten; die großen Völker bestehen aus rund 60.000 Bienen und die kleineren aus 20.000 bis 25.000 Bienen. Der Bienenwagen ist am schnellsten über den Haupteingang am Barnstorfer Ring zu erreichen.

Neu zu entdecken gibt es auch 30 bunt bepflanzte Blumenpyramiden, die ab dieser Woche überall im Zoo zu finden sind. Diese zusätzliche Blütenpracht symbolisiert eindrucksvoll das Zoo-Jahresmotto „Let it grow – Lass es wachsen, blühen, sprießen“. Damit beteiligt sich Rostock an der aktuellen europäischen Kampagne des Europäischen Zooverbandes EAZA (European Association of Zoos and Aquaria). Das Themenjahr soll Auftakt sein für nachhaltige Bemühungen des Zoos weit über 2017 hinaus, die Biodiversität auf dem eigenen Gelände zu erhöhen, vor allem aber auch um die Besucher zu sensibilisieren, selbst aktiv zu werden. Mit vielen Veranstaltungen und Aktionen will der Zoo auf den unbezahlbaren Schatz der Biodiversität, der biologischen Vielfalt aufmerksam machen, den Reichtum an Arten, Sorten und Lebensräumen in der Welt und vor der eigenen Haustür. Diese Vielfalt ist bedroht, jedoch kann jeder zu ihrem Schutz beitragen.

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