Herausforderungen der Ernährungswirtschaft

Regionalisierung, Digitalisierung und der Ausbau von Forschung, Entwicklung und Innovation sind notwendig – Marktumfeld verändert sich – Auslandsumsatz gestiegen

Obst- und Gemüsepicknick, Foto: Joachim Kloock

Obst- und Gemüsepicknick, Foto: Joachim Kloock

13.4.2017 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat auf die Entwicklung in der Ernährungswirtschaft aufmerksam gemacht. „Die Branche ist durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet. Sie zeichnet sich durch ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Produktsortiment der Produzenten im Land aus. Dennoch gilt es eine Menge Herausforderungen zu meistern. Hierzu zählen die Digitalisierung, die Regionalität, und der Ausbau des Bereiches Forschung, Entwicklung und Innovation. Das Marktumfeld verändert sich in einem hart umkämpften Wettbewerb stetig. Kluge Ideen sind gefragt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des 1. Norddeutschen Ernährungsgipfels, der am Mittwoch (19. April) in Ahrenshoop stattfindet.

Digitalisierung in der Ernährungswirtschaft – Beschäftigte mitnehmen – Qualifizierungsoffensive startet im Sommer

Ein wichtiges Thema ist die Digitalisierung in der Ernährungswirtschaft. „Die Digitalisierung in der Branche ist von enormer Bedeutung. Arbeitsprozesse können betriebsintern weiter verbessert werden. Gefragt sind intelligente und innovative Lösungen in der Produktherstellung. Das hat auch Vorteile für Verbraucher. Moderne Sensoren oder auch Robotertechnik können beispielsweise zu noch mehr Transparenz bei der Herstellung und Verarbeitung der Lebensmittelprodukte führen“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Digitale Technologien führen zu deutlichen Veränderungen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt. „Die Beschäftigen müssen in diesem laufenden Prozess beispielsweise durch Qualifizierung mitgenommen werden. Die Ansprüche und Anforderungen an die verschiedenen Berufe werden höher. Deshalb ist es wichtig, berufliche Kompetenzen und die Qualität weiter auszubauen. Das wollen wir unterstützen“, betonte Glawe. Mit einer Qualifizierungsoffensive unterstützt das Wirtschaftsministerium die Weiterbildung der Beschäftigten in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und Teile des Handwerks. Die Offensive soll im Sommer starten. „Das ist auch ein Beitrag dafür, die Betriebe konsequent beim technischen Wandel zu begleiten“, erläuterte Glawe.

Erfolgsschlüssel Regionalität – Kauf heimischer Produkte sichert Arbeitsplätze im eigenen Land – neue Absatzmärkte

Wirtschaftsminister Glawe warb dafür, heimische Waren noch stärker für die eigene Vermarktung zu nutzen. „Fisch, Kartoffeln und auch Getränke sind vielerorts in den Regionen bekannt, aber auch Schokolade, Fruchtgummi oder Apfelchips finden Eingang in die heimischen Verkaufsregale. Verbraucher kaufen gern regional. Sie wollen oft genau wissen, woher die Produkte stammen“, betonte Glawe weiter. Der Minister ermunterte die Unternehmen weiter zu investieren. „Erfreulich ist, dass der Auslandsumsatz der Branche weiter wächst. Wichtig ist es dennoch, mutig in neue Märkte zu investieren. Wir unterstützen Unternehmen beispielsweise bei Neuansiedlungen und Erweiterungen. Die Mischung aus heimischen Absatzmärkten, aber auch neuen überregionalen Märkten muss stimmen. So können Unternehmen noch besser auf Marktschwankungen und ein sich veränderndes Angebot reagieren.“ Der Auslandsumsatz lag in der Ernährungsindustrie nach Angaben des Statistischen Amtes bei 807 Millionen Euro. 2012 betrug der Umsatz noch rund 600 Millionen Euro.

Forschung, Entwicklung und Innovation ausbauen – mehr Verbundvorhaben nötig

Wirtschaftsminister Glawe hat dafür gewoben, insbesondere den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation weiter auszubauen. „Die Ernährungswirtschaft im Land gilt es auch durch Forschung und Entwicklung weiter voranzubringen. Dafür sprechen die leistungsfähigen heimischen Unternehmen und die forschungsintensiven Hochschulen in unserem Land. Es muss gelingen, Wirtschaft und Wissenschaft noch stärker in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammenführen, um zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Entscheidend ist, dass die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung dann konkret auch im Einzelhandel angeboten werden“, betonte Glawe weiter. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung zur Verfügung. „Wir unterstützen besonders gemeinsame Projekte von Unternehmen und Hochschulen“, erläuterte Glawe. 

Branchenzahlen – Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort – Ansiedlungen und Erweiterungen seit 1990

„Die Ernährungsindustrie ist eine verlässliche Größe innerhalb des verarbeitenden Gewerbes. Sie ist dabei gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz (innerhalb des verarbeitenden Gewerbes) der größte Industriezweig des Bundeslandes. Die Erweiterungen und Neuansiedlungen der Branche tragen Früchte“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend. Derzeit sind in den 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz in 2016 von rund 4,6 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent. Das Wirtschaftsministerium hat seit 1990 bis April 2017 über 463 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Ernährung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 481 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro ausgelöst.

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