Archiv für 14. April 2017

Herausforderungen der Ernährungswirtschaft

Regionalisierung, Digitalisierung und der Ausbau von Forschung, Entwicklung und Innovation sind notwendig – Marktumfeld verändert sich – Auslandsumsatz gestiegen

Obst- und Gemüsepicknick, Foto: Joachim Kloock

Obst- und Gemüsepicknick, Foto: Joachim Kloock

13.4.2017 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat auf die Entwicklung in der Ernährungswirtschaft aufmerksam gemacht. „Die Branche ist durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet. Sie zeichnet sich durch ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Produktsortiment der Produzenten im Land aus. Dennoch gilt es eine Menge Herausforderungen zu meistern. Hierzu zählen die Digitalisierung, die Regionalität, und der Ausbau des Bereiches Forschung, Entwicklung und Innovation. Das Marktumfeld verändert sich in einem hart umkämpften Wettbewerb stetig. Kluge Ideen sind gefragt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des 1. Norddeutschen Ernährungsgipfels, der am Mittwoch (19. April) in Ahrenshoop stattfindet.

Digitalisierung in der Ernährungswirtschaft – Beschäftigte mitnehmen – Qualifizierungsoffensive startet im Sommer

Ein wichtiges Thema ist die Digitalisierung in der Ernährungswirtschaft. „Die Digitalisierung in der Branche ist von enormer Bedeutung. Arbeitsprozesse können betriebsintern weiter verbessert werden. Gefragt sind intelligente und innovative Lösungen in der Produktherstellung. Das hat auch Vorteile für Verbraucher. Moderne Sensoren oder auch Robotertechnik können beispielsweise zu noch mehr Transparenz bei der Herstellung und Verarbeitung der Lebensmittelprodukte führen“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Digitale Technologien führen zu deutlichen Veränderungen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt. „Die Beschäftigen müssen in diesem laufenden Prozess beispielsweise durch Qualifizierung mitgenommen werden. Die Ansprüche und Anforderungen an die verschiedenen Berufe werden höher. Deshalb ist es wichtig, berufliche Kompetenzen und die Qualität weiter auszubauen. Das wollen wir unterstützen“, betonte Glawe. Mit einer Qualifizierungsoffensive unterstützt das Wirtschaftsministerium die Weiterbildung der Beschäftigten in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und Teile des Handwerks. Die Offensive soll im Sommer starten. „Das ist auch ein Beitrag dafür, die Betriebe konsequent beim technischen Wandel zu begleiten“, erläuterte Glawe.

Erfolgsschlüssel Regionalität – Kauf heimischer Produkte sichert Arbeitsplätze im eigenen Land – neue Absatzmärkte

Wirtschaftsminister Glawe warb dafür, heimische Waren noch stärker für die eigene Vermarktung zu nutzen. „Fisch, Kartoffeln und auch Getränke sind vielerorts in den Regionen bekannt, aber auch Schokolade, Fruchtgummi oder Apfelchips finden Eingang in die heimischen Verkaufsregale. Verbraucher kaufen gern regional. Sie wollen oft genau wissen, woher die Produkte stammen“, betonte Glawe weiter. Der Minister ermunterte die Unternehmen weiter zu investieren. „Erfreulich ist, dass der Auslandsumsatz der Branche weiter wächst. Wichtig ist es dennoch, mutig in neue Märkte zu investieren. Wir unterstützen Unternehmen beispielsweise bei Neuansiedlungen und Erweiterungen. Die Mischung aus heimischen Absatzmärkten, aber auch neuen überregionalen Märkten muss stimmen. So können Unternehmen noch besser auf Marktschwankungen und ein sich veränderndes Angebot reagieren.“ Der Auslandsumsatz lag in der Ernährungsindustrie nach Angaben des Statistischen Amtes bei 807 Millionen Euro. 2012 betrug der Umsatz noch rund 600 Millionen Euro.

Forschung, Entwicklung und Innovation ausbauen – mehr Verbundvorhaben nötig

Wirtschaftsminister Glawe hat dafür gewoben, insbesondere den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation weiter auszubauen. „Die Ernährungswirtschaft im Land gilt es auch durch Forschung und Entwicklung weiter voranzubringen. Dafür sprechen die leistungsfähigen heimischen Unternehmen und die forschungsintensiven Hochschulen in unserem Land. Es muss gelingen, Wirtschaft und Wissenschaft noch stärker in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammenführen, um zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Entscheidend ist, dass die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung dann konkret auch im Einzelhandel angeboten werden“, betonte Glawe weiter. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung zur Verfügung. „Wir unterstützen besonders gemeinsame Projekte von Unternehmen und Hochschulen“, erläuterte Glawe. 

Branchenzahlen – Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort – Ansiedlungen und Erweiterungen seit 1990

„Die Ernährungsindustrie ist eine verlässliche Größe innerhalb des verarbeitenden Gewerbes. Sie ist dabei gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz (innerhalb des verarbeitenden Gewerbes) der größte Industriezweig des Bundeslandes. Die Erweiterungen und Neuansiedlungen der Branche tragen Früchte“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend. Derzeit sind in den 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz in 2016 von rund 4,6 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent. Das Wirtschaftsministerium hat seit 1990 bis April 2017 über 463 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Ernährung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 481 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro ausgelöst.

Advertisements

Pünktlich zum Saisonstart zu Ostern – erster großer touristischer Belastungstest des Jahres

Mobile Kiosklösung auf Usedom in Betrieb genommen – touristische Infrastruktur wird vielerorts erneuert

Kioskeröffnung in Zempin

Saisonstart am Kiosk in Zempin: Lutz und Petra Hofmann starten gemeinsam mit Harry Glawe, Wirtschaftsminister MV, den Verkauf im Imbisswagen.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat am Donnerstagmittag in Zempin auf der Insel Usedom zum touristischen Saisonauftakt zu Ostern Zusicherungen in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro an Bürgermeister der Gemeinden Zempin, Koserow, Loddin und Benz zur Beseitigung der Sturmflutschäden übergeben. Bereits am Morgen hatte der Minister in der Gemeinde Sundhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) im Amt Miltzow eine Zusicherung für ein touristisches Vorhaben in Höhe von rund 179.000 Euro überbracht. „An der Küste wurde ordentlich aufgeräumt. Die Strandzugänge sind vielerorts befreit und die gröbsten Schäden beseitigt worden. Unsere Botschaft ist: Wir heißen alle Gäste an der Küste und im Binnenland herzlich willkommen. Unser Land ist touristisch zum Saisonauftakt zu Ostern gut vorbereitet. Die Ferien- und Feiertage zu Ostern sind der erste große Belastungstest für die Tourismusbranche. Jetzt kann es losgehen“, sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe in Zempin.

Planungen vorantreiben, Vorhaben umsetzen

Der Minister ermunterte die Gemeinden, die Planungen für die von der Sturmflut geschädigten Vorhaben weiter zügig voranzutreiben und umzusetzen. „Wir lassen die Gemeinden nicht im Regen stehen. Die Grundlage für die Umsetzung vieler geplanter Vorhaben ist mit den Zusicherungen des Wirtschaftsministeriums vorhanden. Wir investieren weiter in die touristische Wiederherstellung der Infrastruktur für unsere Einheimischen und Gäste“, betonte Glawe vor Ort.

Nach der Sturmflut – Saisonauftakt mit Imbisskiosk in Zempin

Wirtschaftsminister Glawe hat mit Familie Hofmann den durch die Sturmflut bekannt gewordenen Kiosk in Zempin (Insel Usedom) zum Saisonstart gemeinsam an einem neuen Standort in Betrieb genommen. „Wir haben eine mobile Lösung für einen Imbisswagen gefunden. Unser Ziel war es, dass wir Familie Hofmann zu Ostern noch eine Möglichkeit bieten, den Kioskbetrieb wieder zu ermöglichen. Das ist gemeinsam gelungen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe weiter. Er dankte auch der Gemeinde und den beteiligten Behörden, die eine Übergangslösung am neuen Standort Promenadenplatz in Zempin ermöglicht haben. Der Bau eines neuen dauerhaften Imbisswagens wurde bereits beauftragt.

Gemeinde Zempin – Unterstützung für die Fischer, Strandaufgänge begehbar

Neben dem Kioskbetrieb ist der knapp 13 Kilometer lange Strandabschnitt zwischen Zempin und Ückeritz zwischenzeitlich von Gefahrenstellen geräumt worden. Insgesamt sind gut 3.000 Tonnen angespülten Materials und frei gespülten bzw. abgestürzten Beton- und Steinteilen, zerstörten Spielgeräten geborgen und entsorgt worden. Allein in Zempin wurden 316 Bäume entsorgt. „Diese waren zum Teil aufgrund des Sturmhochwassers abgestürzt bzw. mussten gefällt werden, da sie abzustürzen drohten. Die Arbeiten dauerten knapp einen Monat an“, sagte Glawe. Der Fischereistandort in Zempin ist behelfsmäßig wiederhergestellt worden, die Fischer können arbeiten. „Die Böschung vor der Betriebsstätte der Fischerei soll weiter hergerichtet werden. Ebenso sind fast alle Strandaufgänge wieder begehbar“, sagte Glawe. Wirtschaftsminister Glawe hat eine Zusicherung für die am Standort geplanten Infrastrukturmaßnahmen an die Gemeinde übergeben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 4,74 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 4,06 Millionen Euro.

Gemeinde Ostseebad Koserow – neue Strandtreppe mit öffentlichem Treppenlift

Die zwei Holztreppen am Streckelsberg in Koserow wurden repariert und sind für die Saison nutzbar gemacht worden. Darüber hinaus wird eine durch Sturmwasser zerstörte Treppe an der Steilküste durch einen neue Strandtreppe ersetzt. „Ziel ist eine dauerhafte Lösung vor Ort. Um mehr Barrierefreiheit zu ermöglichen, wird ein öffentlicher Treppenlift installiert“, so Glawe. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf etwa 1,02 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 892.000 Euro. 

Gemeinde Loddin mit Ortsteilen Kölpinsee und Stubbenfelde – Wiederherstellung von Strandanlagen

In der Gemeinde Loddin werden die Strandanlagen vor Ort hergerichtet. Geplant ist eine Wiederaufschiebung und Stabilisierung der Strandaufgänge. „Für die Eisentreppe in Stubbenfelde ist die Ausschreibung für die Reparaturarbeiten erfolgt. Für die Instandsetzung der Strandaufgänge in Kölpinsee wurde ein Auftrag bereits erteilt“, erläuterte Tourismusminister Glawe. Die Gesamtkosten liegen bei rund 254.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 149.000 Euro.

Gemeinde Benz mit dem Ortsteil Neppermin – Seesteg erneuert

In der Gemeinde Benz (Ortsteil Neppermin) wird ein Seesteg erneuert. „Der Seesteg wurde infolge des Sturms erheblich beschädigt. Damit er gefahrlos betrieben werden kann, ist es notwendig, die Unterkonstruktion, den Belag sowie das Geländer zu erneuern“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. Er hat für das Vorhaben eine Zusicherung an die Gemeinde Benz übergeben. Die Gesamtkosten hat die Gemeinde mit etwa 50.000 Euro beziffert. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 45.000 Euro.

Gemeinde Sundhagen mit dem Ortsteil Stahlbrode – drei Treppen für den Strand werden erneuert

In der Gemeinde Sundhagen ist im Ortsteil Stahlbrode der Strandbereich über drei Treppen erreichbar. Diese sind aufgrund der Sturmflut stark zerstört worden. „Um den Strand zu erreichen, müssen die gesperrten Treppen dringend erneuert werden“, so Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe. Die Gesamtkosten für das Vorhaben der Gemeinde Sundhagen (Amt Miltzow) belaufen sich auf etwa 179.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 161.000 Euro.

Raddampfer Freya macht im Wiecker Hafen fest

Raddampfer-Freya©Adler-Schiffe

Raddampfer-Freya©Adler-Schiffe

Pünktlich zu Ostern steuert das erste Fahrgastschiff den Wiecker Hafen an. Am Karfreitag macht der Raddampfer „Freya“ vor dem Hotel „Utkiek“ fest. Das historische Schiff, das zur Reederei Adler-Schiffe gehört, bleibt bis Samstag. Der Raddampfer kommt von Stralsund und ist derzeit auf Ausflugstour entlang der Ostsee-Küste bis nach Ueckermünde. Auf ihrem Rückweg hält sie noch einmal vom 20 bis 22. April in Greifswald Wieck. Auf dem 51,60 Meter langen Schiff Baujahr 1905 können 250 Gäste mitfahren.

Im vergangenen Jahr legten insgesamt 52 Fahrgastschiffe im Wiecker Hafen an.

Die noch stattfindenden Fahrten finden Sie unter: https://www.adler-schiffe.de/fluesse-kanaele/ostsee-tournee.php

Kinderfilmfest Nautilus – Beiträge einreichen

Es kann vom Kitafilmprojekt bis zum Schulprojekt über eigene gedrehte Filme der Kinder alles eingereicht werden. Wir verzichten bewusst auf einen Wettbewerb und möchten den Kindern eine Plattform der Präsentation in einem Kinosaal vor Publikum bieten. Somit gibt es die Möglichkeit, sich unter Festivalbedingungen auszutauschen und zu vernetzen. Das Kinderfilmfest widmet sich der Förderung kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche bis 12 Jahren im Bereich des Filmemachens in MV.

Es hat Festivalcharakter und präsentiert ein Kurzfilmprogramm mit produzierten Filmbeiträgen von und mit Kindern auf der großen Leinwand, das sich an alle Altersgruppen richtet. Mit einem Trickfilmfenster, mehreren Filmblöcken, dem Erlebnis Film zum Mitfiebern, Staunen, Feiern – und wer will, kann sich in der Medienwerkstatt gerne ausprobieren. Natürlich sind auch Kinder und Jugendliche ohne Filmeinreichungen herzlich eingeladen, am Kinderfilmfest teilzunehmen. Der Eintritt für die Filmpräsentationen in den Filmblöcken ist natürlich frei. Die einreichenden Teilnehmer dürfen zum Entstehungszeitraum nicht älter als 12 Jahre gewesen sein. Der Entstehungszeitraum der Produktionen muss zwischen dem 01.01.16 und dem 30.06.2017 liegen. Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

Kontakt: Andros Schakau, Filmbüro MV/Mecklenburg-Vorpommern Film e.V., Bürgermeister-Haupt-Straße 51-53, 23966 Wismar, Mobil 0176/ 618 11 839, Telefon (03841) 618-418, Telefax (03841) 618-109, andros.schakau@filmbuero-mv.de

 www.filmbuero-mv.de   /   www.filmfest-wismar.deimage002

Aus Ludwigslust in die Welt – Hersteller von Sonnenschutz-Systemen exportiert nach Europa, Asien und Amerika

Exportierende Unternehmen sichern und schaffen Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern

273_0Am Mittwoch hat sich Wirtschaftsminister Harry Glawe bei der LSS Lewens Sonnenschutz-Systeme GmbH & Co. KG in Ludwigslust über die jüngst fertiggestellte Unternehmenserweiterung informiert. Der Betrieb produziert Markisen, Glasdächer und Markisentücher für den Fachhandel. „Das Unternehmen LSS Lewens Sonnenschutz-Systeme hat sich einen nationalen und auch internationalen Kundenstamm aufgebaut. Rund ein Drittel aller Waren gehen nach Europa, Asien und Amerika. So werden aus Ludwigslust Sonnen- und Wetterschutzprodukte in die Welt geliefert. Unternehmen, die exportieren, sichern und schaffen Arbeitsplätze bei uns in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Von der Planung bis zum Bau – alles aus einer Hand in Ludwigslust

Die LSS Lewens Sonnenschutz-Systeme GmbH & Co. KG wurde 1998 gegründet. Heute fertigen170 Mitarbeiter auf einer Fläche von rund 18.000 Quadratmetern die Beschattungsprodukte. Jüngst hat das Unternehmen in ein neues Bürogebäude, eine neue Lagerhalle sowie in den Maschinenpark investiert. Weiterhin wurde eine Bepulverungsanlage angeschafft, der Zuschnitts- und der Verpackungsbereich ausgebaut sowie zusätzliche Montagearbeitsplätze geschaffen. Die Gesamtkosten der Erweiterung betrugen rund 4,1 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium hat das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 370.000 Euro unterstützt. „Alles aus einer Hand – mit den Investitionen in die Betriebsstättenerweiterung erledigt das Unternehmen jetzt alle Arbeitsschritte von der reinen Fertigung über die Farbgebung und dem Nähen der Markisentücher bis hin zu Verpackung und Versand selbst. So können individuelle und kundenspezifische Lösungen realisiert werden“, sagte Glawe.

Informationen zur Investitionsförderung von Unternehmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim und in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt

Seit 1990 wurden vom Wirtschaftsministerium im Landkreis Ludwigslust-Parchim insgesamt 1.332 Investitionsvorhaben in Höhe von insgesamt rund 604 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) sowie aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung (ELER)unterstützt. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug rund drei Milliarden Euro. Aus den Vorhaben sind mehr als 15.800 neue Arbeitsplätze entstanden und mehr als 32.700Jobs konnten gesichert werden. „Die Unternehmen und Investoren im Landkreis Ludwigslust-Parchim tragen zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung im Land bei. Hier wird investiert, Unternehmen siedeln sich an oder erweitern ihre Betriebsstätten. So entstehen die für Mecklenburg-Vorpommern wichtigen Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Glawe.

In Gallin hat sich beispielsweise die Schur Pack Germany GmbH mit einem Faltschachtelwerk angesiedelt und beschäftigt 130 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist auf die Produktion und den Vertrieb von Faltschachteln aus Papier, Karton und Kunststoffen spezialisiert. Die Rothkötter Mischfutterwerk GmbH baut derzeit in Boizenburg/Elbe erstmals eine Betriebsstätte.Die BGT Boizenburger Gummitechnik GmbH & Co. KG erweitert gerade die bestehende Betriebsstätte um eine neue Fertigungslinie.

Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 vom Wirtschaftsministerium 9.463Investitionsvorhaben bei einer Gesamtinvestitionshöhe von 19,6 Milliarden Euro aus GRW-, EFRE- und ELER-Mittelnin Höhe von 4,3 Milliarden Euro unterstützt worden. Daraus sind 96.932neue Arbeitsplätze entstanden und 177.328 Jobs wurden gesichert.

Rostock ist Standort für das Archäologische Landesmuseum M-V

Ausgrabungen am Bussebart, Foto: Joachim Kloock

Ausgrabungen am Bussebart, Foto: Joachim Kloock

Ministerin Hesse: Archäologisches Erbe findet eine neue Heimat

Mit großer Freude hat Kulturministerin Hesse die Entscheidung des Koalitionsausschuss für das Archäologische Landesmuseum aufgenommen. „Ich bin davon überzeugt, dass das Museum in der Hansestadt eine große Strahlwirkung für unser Land entfaltet. Die archäologischen Schätze des Landes werden aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt und können in einem modernen Haus präsentiert werden“, so die Ministerin. Mit der Entscheidung für den Standort Rostock ist der Koalitionsausschuss von SPD und CDU dem vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten gefolgt. Das MuseoConsult-Gutachten aus dem Jahr 2016 hat die Vor- und Nachteile der verschiedenen Standorte im Land wissenschaftlich untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Archäologische Landesmuseum in Rostock die besten Voraussetzungen findet.

Innovatives Telemedizinprojekt vorgestellt

Telemedizinische Anwendung für die Versorgung von Hautkrankheiten im ländlichen Raum

arzt_bild_cartoon_grafik_clipart_20150906_1021958529In Schwerin ist am Dienstag im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) ein innovatives Telemedizinprojekt vorgestellt worden. „Das Ziel des Projektes ist es, die Möglichkeiten von telemedizinischen Anwendungen für die Versorgung von Hauterkrankten im ländlichen Raum zu erproben. Hauterkrankungen eignen sich hier besonders, da sich Hautveränderungen leicht über Bilder vermitteln lassen. So können Hausärzte, Fachärzte sowie Notfallambulanzen an Krankenhäusern mit Hilfe einer App die Symptome gemeinsam ansehen, beraten und entscheiden, wie weiter behandelt werden kann. Der Patient erhält über das System die notwendigen Informationen zur Verfügung. Er spart sich entsprechende Anfahrtswege“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. „Mir ist wichtig, dass die App und das zugrundeliegende telemedizinische Konzept zukünftig auch für andere Fachrichtungen wie beispielsweise der Augenheilkunde genutzt werden kann. Damit wird also keine Insellösung geschaffen, sondern ein übertragbares Konzept. Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform auch auf andere strukturschwache ländliche Regionen übertragen werden.“

Telemedizinische Beratung mittels App

Das Projekt etabliert ein telemedizinisches Konsil zwischen Ärzten und Fachärzten. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dabei eine App, die Veränderungen der Haut abbildet. Anschließend leiten sie die Daten an die Dermatologie der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) oder an kooperierende niedergelassene Dermatologen weiter. Von diesen Experten erhalten sie über die App anschließend eine konsiliarische Empfehlung zur weiteren Behandlung. Sofern Patienten kurzfristig keinen Termin bei Dermatologen erhalten, müssen sie nun nicht zwangsläufig eine Klinik aufsuchen. Sie können sich an ihren bereits behandelnden Hausarzt wenden und werden mittels Telekonsile trotzdem parallel von Spezialisten beraten bzw. behandelt. Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen werden miteinander vernetzt. Darüber hinaus tauschen sich auch zehn Notfallambulanzen mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald via Telekonsile aus. Die Konsortialführerschaft hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Partner des Projektes sind die Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald, die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH aus Neubrandenburg sowie das wissenschaftliche Institut für angewandte Versorgungsforschungs GmbH. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,8 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes gefördert. „Mit Hilfe der wissenschaftlichen Evaluation ist es uns möglich, nach Ablauf des Projektzeitraums eine qualitätsgesicherte App-Anwendung in die Regelversorgung zu implementieren“, betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Telemedizin als Flächenland von Bedeutung

„Die Telemedizin bietet neue Lösungsansätze für eine optimale Betreuung der Menschen. Für die Gesundheitsversorgung gerade in ländlichen Räumen ist die Telemedizin ein wichtiger Lösungsansatz. Sie ist für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern von enormer Bedeutung. Wichtig ist es, die in der Versorgungspraxis bewährte Insellösung in die Regelversorgung zu überführen. Auf diese Weise werden sie für alle nutzbar und zugänglich gemacht“, sagte Gesundheitsminister Glawe. „Die hohe Bedeutung, die der Telemedizin zugewiesen wird, spiegelt sich auch im Koalitionsvertrag wider. „Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in den dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns steht dort im Fokus“, so Gesundheitsminister Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt Ausbau der Telemedizin im Land

Das Wirtschaftsministerium unterstützt mit Mitteln der Förderung der Gesundheitswirtschaft die Etablierung telemedizinischer Projekte beispielsweise im Rahmen des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft. „Damit wird der wachsenden Bedeutung der Telemedizin Rechnung getragen“, sagte Glawe weiter. Auch im Bereich von Forschung, Entwicklung und Innovation werden Projekte im Rahmen der Verbundforschung gefördert. „Wir wollen, dass das Potenzial und bereits vorhandenes Know-how der Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Unternehmen auch im Land bleibt. Wir geben mit unserer Förderung Anreize, Forschung und Entwicklung im Praxisverbund mit kleinen und mittelständischen Firmen in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen.“ Für die Unterstützung von verschiedensten Vorhaben im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 rund 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Wir wollen weiter die medizinische Versorgung der Patienten sichern unter Einbindung vieler Akteure wie z. B. der Hochschulen und der IT-Branche. Das kann in gemeinsamer Projektarbeit gelingen, an dessen Ende ein innovatives Produkt steht“, erläuterte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.  

Statements der Partner

  • Manon Austenat-Wied, Techniker Krankenkasse, Leiterin der Landesvertretung M-V, Konsortialführerin

Der TK in Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Partnern ist es gelungen, Fördergelder aus dem Innovationsfonds ins Land zu holen. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt ‚Teledermatologie‘ gleich in der ersten Förderwelle dabei war“, sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, mit Hilfe der Telemedizin die dermatologische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Die Dermatologie bietet dafür gute Voraussetzungen. Hauterkrankungen sind fotografisch gut abbildbar und können auf digitalem Weg in angemessener Qualität versendet werden. Das Projekt startet mit diesem Monat. Circa bis August wird die App für eine gemeinsame Nutzung optimiert. In dieser Testphase können bereits Anfragen verschickt werden, auch um eventuell noch bestehende technische Unzulänglichkeiten zu beseitigen. Ab September wird der erste Patient über diese App betreut. Austenat-Wied betont, dass eine zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellt. Dabei vernetzen sich unterschiedliche Versorgungsbereiche. „Unser Ziel ist es, Patienten einen schnelleren Zugang ohne lange Wege und Wartezeiten zum Hautarzt zu ermöglichen“, erklärt die Kassenchefin ihr Anliegen.

  • Prof. Dr. Michael Jünger, Universitätsmedizin Greifswald, Direktor Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten

„Im Bereich der professionellen Medizin kann die Telemedizin bestimmte Aufgaben erfüllen, um Patienten besser nachzubetreuen“, erklärt Prof. Dr. Michael Jünger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald. Jeder niedergelassene Kollege sollte die Möglichkeit haben, auf einfachem Weg eine dermatologische Frage zu stellen. Gleichzeitig wird ihm, passend zu seiner Praxissoftware, eine zügige Antwort zugesichert. „Wir wollen dabei unterstützen, dass der behandelnde Arzt eine qualitativ akzeptable Therapieentscheidung treffen kann“, bestätigt Prof. Jünger. Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen werden miteinander vernetzt. Darüber hinaus tauschen sich auch zehn Notfallambulanzen mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald via Telekonsile aus. Aus seiner Erfahrung weiß Jünger, dass sich die Patienten so sicherer und wohler fühlen.

  • Rolf-Dietrich Berndt, Infokom GmbH, Geschäftsführer

Durch Smartphones und Tablets haben sich Apps im Alltag etabliert. Warum also sie nicht auch für die Gesundheit einsetzen, fragten sich die Projektteilnehmer. Eine App ist eine Anwendungssoftware und richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe. Die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH in Neubrandenburg ist der maßgebliche Entwickler der mskin® App, die im Projekt „Teledermatologie“ genutzt wird. Geschäftsführer Rolf-Dietrich Berndt steht für den sicheren Transport der Daten. „Wir bewegen uns im Bereich des Bundesdatenschutzgesetzes. Hier gelten sehr strenge Richtlinien.“ Berndt versichert: „Die Daten werden verschlüsselt übertragen und sind für Außenstehende nicht zugänglich.“ Er und sein Team arbeiten weiter an der Funktionalität der App. Sie soll nutzerfreundlich und selbsterklärend sein.