Auftakt 2017 – Tourismusbranche vor Saisonstart

Investitionsoffensive bei Nachbarn mit attraktiven Angeboten begegnen –  Werben um mehr ausländische Gäste – Leitplanken für Tourismus in Arbeit – Gesundheitstourismus mit Potential

Tourismusbranche vor Saisonstart: In Rostock haben sich rund 300 Vertreter der Tourismuswirtschaft, aus Politik und Verwaltung zum traditionellen Saisonauftakt getroffen. „Die touristische Branche kann mit viel Optimismus in die Saison starten. Unternehmen haben in die Vielfalt und Qualität ihres Angebotes investiert und sich für das erste Saisonhighlight, die Ostertage, vorbereitet. Wir haben trotz der guten Vorzeichen auch noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. Wichtig ist, dass die Stammgäste bleiben und dass der Anteil an ‚Neukunden‘ aus dem Westen und Süden der Republik auch künftig steigen wird. Das gelingt nur, wenn sie die Gäste mit kreativen, innovativen und neuen Angeboten überraschen. Die Konkurrenz in Schleswig-Holstein und Polen legt kräftig mit Investitionsoffensiven zu. Wir müssen noch besser werden und die Gäste mit unseren Angeboten für einen Urlaub in MV überzeugen. Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Wir brauchen vor allem auch mehr ausländische Gäste. Dort, wo wir aktiv in den Zielmärkten werben, kommen im Ergebnis auch mehr Gäste nach Mecklenburg-Vorpommern. Hierzu zählen der Ostseeraum und die Alpenländer. Die Ausrichtung werden wir weiter verfolgen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Im vergangenen Jahr wurden vom Statistischen Amt rund 380.000 ausländische Gäste (+1,1 Prozent) und 1,03 Millionen Übernachtungen (+2,0 Prozent) dabei gezählt. Der Anteil der Stammgäste liegt mittlerweile bei 42,4 Prozent (Quelle: Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus: Gästebefragung 2015/2016).

Leitplanken neu gesetzt – Tourismuskonzeption in Arbeit 

Gegenwärtig werden die Leitplanken für die weitere touristische Entwicklung erarbeitet. Tourismusminister Glawe warb vor Ort dafür, die touristische Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns voranzutreiben und strategische Weichen zu stellen. „Mit der neuen Tourismuskonzeption wollen wir gemeinsam aufzeigen, wie der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann“, betonte Tourismusminister Glawe weiter. Ziel ist es, Mitte des Jahres einen Entwurf zur Landestourismuskonzeption vorzulegen.

Wirtschaftsfaktor Tourismus – Fast jeder fünfte arbeitet im Tourismus

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Die Branche trägt zu einem wesentlichen Teil zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung im Land bei. Fast jeder fünfte im Land ist im Tourismus beschäftigt. Es gilt die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, damit mehr Menschen das ganze Jahr über in Arbeit sind“, forderte Tourismusminister Glawe. Rund 131.000 Beschäftigte sind in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben tätig, das entspricht 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben der DIW Econ GmbH, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Berechnungen zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt haben, betrug die touristische Wertschöpfung 4,1 Milliarden Euro und bildet damit 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern ab. Davon werden 3,3 Milliarden Euro Wertschöpfung von Tourismusunternehmen (z.B. Hotels und Restaurants) und Unternehmen, die direkte Umsätze durch Gäste erzielen (z.B. Freizeiteinrichtungen), erbracht. Damit liegt die Bruttowertschöpfung des Tourismus bei 9,6 Prozent. Tourismusnahe Unternehmen (z.B. Wäschereien, Lebensmittelhandel) leisten einen Beitrag von 761 Millionen Euro.

Gesundheitstourismus mit Potential

Ein Schwerpunkt der touristischen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern soll künftig in der Stärkung gesundheitstouristischer Angebote liegen. „Der Gesundheitstourismus ist ein Zukunftsfeld mit ordentlichem Potential für unser Land. Die klassischen Kurangebote werden mehr und mehr abgelöst durch die Buchung von Kombinationen aus Präventionsmaßnahmen und Urlaub. Da haben wir bereits viel zu bieten, müssen aber beispielsweise in der Werbung für den Wellnesstourismus noch stärker werden“, sagte Glawe. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Entwicklung eines interaktiven Marktplatzes für gesundheitstouristische Angebote in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel sind unter anderem die Bündelung der vorhandenen Angebote, eine gemeinsame Produktentwicklung und die Einrichtung einer zentralen Datenbank als Kontakt- und Servicestelle für interessierte Urlauber. Die Leitung des bis 2018 laufenden Projektes hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. übernommen; die Gesamtkosten betragen mehr als eine Million Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 981.000 Euro.

Informationen zur Förderung der touristischen Infrastruktur und der gewerblichen Förderung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Seit 1990 hat das Wirtschafts- und Tourismusministerium aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionale Wirtschaftsstruktur“ (GRW) einschließlich des EFRE und des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) insgesamt 1.623 Projekte der touristischen Infrastruktur unterstützt. Die Gesamtinvestitionen betrugen dabei 1,49 Milliarden Euro, die Förderung rund eine Milliarde Euro. Im gewerblichen Tourismus wurden seit 1990 insgesamt 3.309 Vorhaben aus der GRW, dem EFRE und ELER bei Gesamtinvestition von 5,34 Milliarden Euro mit knapp 1,5 Milliarden Euro gefördert. Damit entstanden 15.406 Arbeitsplätze. Unter anderem sind damit das im vergangenen Jahr eröffnete Ostseehotel Warnemünde mit 22 Appartements und einem Spa- und Wellnessbereich, die Erneuerung des Stadthafens Waren (Müritz) sowie das Hotel „Zur Seebrücke“ in Graal-Müritz  unterstützt worden. Auch der Ausbau des Wasserwanderrastplatzes in Neukalen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und die Neuanlage eines Naturentdeckerpfades im Bärenwald Müritz gehörten zu den Projekten. „Der Tourismus ist in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Wirtschaftstreiber, Arbeitgeber und durch das Freizeitangebot ein Gestalter der Regionen. Wir werden auch künftig vor allem saisonverlängernde Angebote unterstützen“, sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Glawe abschließend.

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