25 Jahre Unternehmerverband Vorpommern

Mehr Selbstbewusstsein wagen – vorpommersche Wirtschaft wird weiter unterstützt – Region von anderen nicht schlechtreden lassen

Hansestadt Stralsund, Blick vom Rügendamm in die Stralsunder Altstadt., Foto: Joachim Kloock

Hansestadt Stralsund, Foto: Joachim Kloock

31.3.2017 – Der Unternehmerverband Vorpommern e.V. begeht in diesen Tagen festlich sein 25-jähriges Jubiläum. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph dankte dem Unternehmerverband im Vorfeld für sein langjähriges Engagement und die ehrenamtliche Tätigkeit der Unternehmerinnen und Unternehmer für die Region Vorpommern. „Der Verband und seine Mitglieder tragen entscheidend dazu bei, dass Vorpommern sich zu einem modernen Wirtschaftsstandort entwickelt hat. Der Mittelstand und die Wirtschaft in Vorpommern sind durch die Leistung aller Unternehmen und ihrer Beschäftigten heute stärker und belastbarer geworden. Der Aufschwung in der Region ist deutlich sichtbar“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph am Freitag bei einem Unternehmensbesuch der RIS Industrie- und Kraftwerksservice in Lubmin. Mit einem Festakt begeht der Unternehmerverband Vorpommern e.V. am Donnerstag, den 06. April, von 10:00 bis 14:00 Uhr sein 25-jähriges Jubiläum in Greifswald (Wirtschaftsakademie Nord, Puschkinring 22a, 17491 Greifswald).

Übergang von der Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft erforderte große Umbrüche

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph machte beim Unternehmensbesuch auf die wirtschaftliche Entwicklung Vorpommerns in den vergangenen 25 Jahren aufmerksam. Der infrastrukturelle und wirtschaftliche Rückstand Vorpommerns gegenüber Westdeutschland war nach dem Fall der Mauer enorm. „Der abrupte Übergang von der Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft hatte große Umbrüche erfordert, insbesondere in der Industrie und in der Landwirtschaft, wo viele Arbeitsplätze nicht mehr wettbewerbsfähig waren und verloren gingen. Strukturschwäche abzubauen ist ein langwieriger Prozess und Vorpommern hat es aufgrund seiner Randlage innerhalb Deutschlands besonders schwer“, so Rudolph weiter. „Heute ist die Wirtschaftsentwicklung hier in Vorpommern auf einem guten Weg. Wir blicken auf einen erfolgreichen Aufholprozess zurück.“

Ausbau der Infrastruktur – unentbehrlich für die tägliche Arbeit der Unternehmen

Ein maßgeblicher Faktor für die positive Entwicklung der Unternehmen sowie mitentscheidend bei der Standortauswahl ist eine leistungsfähige Infrastruktur. „Hier ist gerade in Vorpommern in den Jahren seit der Wiedervereinigung erhebliches geleistet worden. Neben der allgemeinen Verkehrsinfrastruktur wie der Autobahn 20 (A20), dem Ausbau der Bundes- und Landesstraßen, zählen hierzu auch die Häfen, technologieorientierte Infrastruktur, Ausbildungsstätten und die touristische Infrastruktur. Der Ausbau ist für die touristischen Unternehmen, Hotels und Dienstleister unentbehrlich für ihre Tätigkeit“, sagte Rudolph. Das Wirtschaftsministerium hat in den beiden vorpommerschen Landkreisen (Vorpommern-Rügen und Vorpommern Greifswald) seit 1990 etwa 1,2 Milliarden Euro Zuschüsse zur Verfügung gestellt. Damit wurden Investitionen von etwa 1,7 Milliarden Euro ausgelöst. Als Beispiele nannte der Wirtschaftsstaatssekretär die Hafeninvestitionen in Sassnitz, Stralsund und Vierow, die Investitionen in die Technologiezentren in Greifswald und Stralsund sowie die Investitionen in die touristische Infrastruktur, d.h. Radwege, Promenaden, Tourismusinformationen, Strände.

Gewerbliche Wirtschaft wird weiter unterstützt

„Der Tourismus, das Handwerk, das verarbeitendes Gewerbe und die maritime Industrie mit ihren Zulieferern haben sich zu verlässlichen Eckpfeilern der vorpommerschen Wirtschaft entwickelt. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung haben wir große Fortschritte erzielen können. Die Gesundheitswirtschaft ist eine Wachstumsbranche in Vorpommern. Mit der Übernahme der Peene-Werft durch die Lürssen-Gruppe und der Volkswerft durch Genting haben sich für beide Standorte neue Möglichkeiten eröffnet, die den jeweiligen Belegschaften eine Zukunftsperspektive eröffnen“, so Rudolph. „Das Wirtschaftsministerium unterstützt die regionale Entwicklung in Vorpommern auch künftig weiter“, machte der Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph deutlich. Als Beispiel nannte er die Förderung der gewerblichen Wirtschaft durch die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). Seit 1990 wurden in Vorpommern (LK Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald) rund 3.000 Investitionen mit einem Volumen in Höhe von 5,1 Milliarden Euro durchgeführt. Diese wurden mit Zuschüssen vom Wirtschaftsministerium in Höhe von insgesamt 1,3 Milliarden Euro durch das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. „Hierdurch konnten knapp 25.000 Arbeitsplätze neu geschaffen und gut 40.000 Arbeitsplätze gesichert werden“, sagte Rudolph.

Wirtschaftliche Herausforderungen gemeinsam angehen

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph machte auf die Herausforderungen der Region Vorpommern aufmerksam. „Die Großgewerbestandorte in Lubmin, Pasewalk und im Pommerndreieck haben noch deutliches Potential für Ansiedlungen neuer Unternehmen oder für Erweiterungen bereits ansässiger Unternehmen. Deshalb wird auch in Kürze für Pasewalk und das Pommerndreieck eine zusätzliche Vermarktungsinitiative starten. Wir werden die Hafen- und Wirtschaftsstandorte weiter entwickeln, demnächst z. B. in Vierow. Auch die technologie- und forschungsorientierten Bereiche werden weiter gestärkt“, sagte Rudolph. In Greifswald entsteht ein Life Science-Plasmatechnologie-Zentrum. Gegenüber 2004 mit rund 53.000 gemeldeten Arbeitslosen waren 2016 rund 24.000 Arbeitslose weniger zu verzeichnen. „Die Arbeitslosigkeit wurde in Vorpommern mit rund 29.000 Arbeitslosen nahezu halbiert. Dennoch: eine der wichtigsten Aufgaben ist es, Menschen in Arbeit zu bringen. Wir wollen die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Jede heimische Ansiedlung oder auch Erweiterung von Unternehmen vor Ort schafft und sichert Arbeitsplätze in Vorpommern“, erläuterte Rudolph.

Region von anderen nicht schlechtreden lassen – mehr Selbstbewusstsein wagen

In den vergangenen Monaten ist für Vorpommern teilweise ein Zerrbild entworfen worden. „Es ist aber ein Bild, dass nicht den Tatsachen entspricht, mit dem der Standort und die Region schlecht geredet wird. Dieses negative Zerrbild wird den Lebensleistungen der Menschen und Unternehmen dieses Landesteils nicht gerecht. Das Schlechtreden der Region schadet im Wettbewerb um Ansiedlungen und Arbeitskräfte. Und es gibt auch keinen Grund dazu, im Gegenteil. Wir müssen mehr Selbstbewusstsein wagen“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph abschließend.

Informationen zum Unternehmerverband Vorpommern e.V.

Seit seiner Gründung, am 25. Februar 1992, engagiert sich der Unternehmerverband Vorpommern e.V. als Interessenvertretung der kleinen und mittelständischen Unternehmen für die zukunftsorientierte Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Vorpommern. Darüber hinaus ist er in einer Interessengemeinschaft mit den Unternehmerverbänden des Landes Mecklenburg-Vorpommern für einen einheitlichen Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern aktiv. Der Verband hat heute nach eigenen Angaben 240 Mitglieder (http://unternehmerverbaende-mv.com/unternehmerverband-vorpommern).

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