ITB 2017: Rückblick auf erste große Wegmarke in dieser Saison

Weltweit größte Fachmesse brachte sehr gute Ergebnisse und zeigte Handlungsfelder auf

Usedom warb auf der ITB für das neue Veranstaltungsformat Xtreme Coast Race, Foto: UTGBestärkt durch viele gute Ergebnisse und ein sehr hohes Interesse am Urlaub im Nordosten haben die 21 Aussteller aus dem Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern am letzten Tag der 51. Internationalen Tourismusbörse in Berlin eine positive Bilanz gezogen. Auf mehr als 400 Quadratmetern, einer Ausstellungsfläche so groß wie ein Basketballfeld, begrüßte der Nordosten zwischen dem 8. und 12. März mehrere Tausend Fachbesucher, darunter Reiseveranstalter, Tourismusorganisationen, Verkehrsträger, Anbieter digitaler Lösungen sowie Politiker und Medienvertreter. An den anschließenden zwei Publikumstagen ließen sich zudem viele potenzielle Urlaubsgäste vor allem aus Berlin und Brandenburg von den Stärken des Urlaubslandes überzeugen. Schwerpunkt dabei war die auf der ITB gestartete Jahreskampagne zum Thema „Tradition und Brauchtum“ des Landes.  „Die ITB ist der erste große Prüfstein für 2017. Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusbranche hat sich gemeinschaftlich und gut vorbereitet präsentiert und so noch einmal kräftig Schwung für die Saison geholt. Das Interesse von Veranstaltern, Medienvertretern, Geschäftskunden und potenziellen Urlaubern war hoch, sodass wir auf ein erfolgreiches Jahr mit guten Geschäften und glücklichen Gästen hoffen dürfen“, sagte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig verwies sie auf Herausforderungen, die bei der Messe neuerlich deutlich wurden, etwa bei der Verkehrsanbindung oder beim Ausbau touristischer Wege vor allem im Radtourismus. Hinzu komme die Verunsicherung in Teilen der Reisewelt mit schwer ausrechenbaren Folgen. „Reisende haben mehrere Optionen und verändern je nach Sicherheitsgefühl flexibel ihre Ziele. Was auch am alternativen Urlaubsort bleibt, ist der Anspruch der Gäste an das Service-Level und die Infrastruktur. Die Menschen wollen nicht weniger als das, was sie aus ihren bisherigen Urlaubsregionen gewohnt sind“, so Bretschneider weiter. In einem internationalen Umfeld von Konkurrenz sei dies der Maßstab auch für Mecklenburg-Vorpommern.

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe fügte hinzu: „Die Messe hat gezeigt: Unser Land ist auf die bevorstehende Saison sehr gut eingestellt. Wir konnten auf das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ordentlich aufmerksam machen. Ein Ergebnis der Messe ist, dass Urlaub in Deutschland auch in diesem Jahr stark nach gefragt wird. Entscheidend ist, dass aus der Nachfrage der Gäste auch ein Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern wird. Viele Gäste entscheiden sich oft kurzfristig für einen Urlaub. Hier haben wir gute Argumente zu überzeugen. Wir müssen für unsere Gäste alles ermöglichen, damit sie viele Nächte bleiben und auch gern wiederkommen. Wir punkten mit attraktiven und abwechselnden Angeboten. Urlaub mit der Familie, Barrierefreiheit und auch der Ausbau von gesundheitstouristischen Angeboten sind wichtige Schwerpunktthemen, um Gäste für unser Land zu gewinnen. Die Branche muss weiter investieren. Und auch wir werden touristische Maßnahmen, vor allem die, die der Saisonverlängerung und der Qualitätssicherung touristischer Angebote dienen, weiter unterstützen. Die Fachkräftegewinnung und auch -sicherung ist eine wesentliche Herausforderung für Unternehmen. Wir brauchen mehr ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse.“

Gute Gespräche zu zukünftigen Aufgaben

Gespräche zum Ausbau der nationalen und internationalen Beziehungen und Angebote standen auf der ITB an den drei Fachbesuchertagen auf dem Programm: So wurde unter anderem die erste Beiratssitzung zum Bundesprogramm „Blaues Band“ vorbereitet, bei der es vornehmlich darum gehen soll, die durchgängige Befahrung von Nebenwasserstraßen durch Motorboote abzusichern. Daneben hat es vielversprechende Verhandlungen über eine Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns als Partnerland des 50. Suisse Caravan Salons im Oktober im schweizerischen Bern gegeben. Auch eine Vereinbarung mit Tourismusvertretern aus Dänemark und Niederösterreich wurde vorbereitet, die im Juni mit dem Ziel des Aufbaus eines Fernradweges Wien-Prag-Berlin-Kopenhagen unterzeichnet werden soll. Schon jetzt zählt ein Teilstück, der Radfernweg Berlin-Kopenhagen, zu den beliebtesten Fernradwegen der Deutschen. In der Gunst der deutschen Gäste ist dieser laut aktueller Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) um drei Plätze auf Platz sieben gestiegen. Breite Unterstützung gab es auf der ITB für die verstärkten Bemühungen des Landestourismusverbandes und seiner Partner, barrierefreies Reisen, Gesundheitstourismus sowie den Urlaub im ländlichen Raum als Themen stärker auszubauen und mit Produkten zu untersetzen. Auch in Sachen Digitalisierung und den damit einhergehenden Veränderungen hat die ITB mit einer Reihe von Foren und Seminaren für einen weiteren Erkenntnisgewinn bei vielen Messeteilnehmern gesorgt. Unter anderem wurden in diesem Zusammenhang erste Gespräche zu einer Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an dem im nächsten Jahr erstmals zeitgleich mit der ITB ausgerichteten „Berlin Travel Festival“ für jüngere Reisezielgruppen geführt.

Weiterhin wurde auf der Messe mit Reiseveranstaltern im Zusammenhang mit Flugreisen über die Anbindung von Reiseregionen mittels Shuttle-Verkehren diskutiert. Nach Angaben des größten deutschen Reiseveranstalters TUI sei dies eine wichtige Voraussetzung, um weiter in den Markt Mecklenburg-Vorpommern investieren zu können. Für den Flughafen Heringsdorf auf Usedom existieren entsprechende Lösungen, für Rostock-Laage seien diese ausbaufähig. Beachtlich: Bei der TUI Deutschland liegt die deutsche Ostseeküste weiterhin auf Platz eins im Ranking der beliebtesten Reiseziele; die Mecklenburgische Seenplatte ist auf Rang sechs ebenfalls gut positioniert. Nicht zuletzt wurden im Rahmen der ITB zwei touristische Workshops noch für März geplant: Einer davon betrifft die touristische Kooperation mit der zweiten großen deutschen Tourismusregion, Bayern. Der zweite Workshop für die touristischen Regional- und Fachverbände sowie die Städte in MV betrifft einen in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband erstellten Leitfaden für die touristische Kommunikation im Krisenfall.

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