Archiv für 7. März 2017

Rostock kreativ – 9. bis 19. 3. 2017 in der Kunsthalle Rostock

Newsletter-06.03.2017

Hansestadt Rostock setzt verstärkt auf Gesundheitstourismus, Barrierefreiheit und Tagungsgeschäft

Touristiker ziehen positive Bilanz: Immer mehr Gäste kommen in der Nebensaison

Matthias Fromm, OB Roland Methling, Guido Zöllick, Foto: Joachim Kloock

Matthias Fromm, OB Roland Methling, Guido Zöllick, Foto: Joachim Kloock

6.3.2017 – Auch wenn die Sommermonate Juli, August und September weiterhin die beliebteste Reisezeit sind, erhöhte sich die Anzahl der Übernachtungen besonders in den ersten Monaten des vergangenen Jahres. Die Nebensaison boomt. Im Jahr 2017 steht daher der Ausbau weiterer Aktivitäten außerhalb der Hochsaison auf dem Programm der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde. Themen wie Gesundheitstourismus, Tagungen und Kongresse sowie Barrierefreiheit bieten hohes Wachstumspotenzial für eine ganzjährig steigende Auslastung. Veranstaltungen zu 500 Jahren Reformation oder die erste Wald-Kultur-Nacht in der Rostocker Heide setzen zusätzliche Buchungsanreize.

Nebensaison zieht überdurchschnittlich stark an

Mit insgesamt 1.966.750 Übernachtungen und einem Plus von 1,8 Prozent beendet die Rostocker Tourismusbranche das Jahr 2016. 137.712 Übernachtungen entfielen auf ausländische Gäste. Die Zahl der Gastankünfte stieg um 2,1 Prozent auf nunmehr 758.637. „Unsere Hansestadt wird immer beliebter“, freut sich Oberbürgermeister Roland Methling auf der Jahresbilanzpressekonferenz in Rostock im Vorfeld der Internationalen Tourismusmesse (ITB) in Berlin. „Vor allem das deutliche Übernachtungsplus in der Nebensaison zeigt, dass unsere Strategie aufgeht, die wir seit der Gründung von Rostock Marketing im Jahr 2010 gewählt haben. Mit dem stetigen Fokus auf die Ziele der Tourismuskonzeption 2022 ist es gelungen, gemeinsam mit der Privatwirtschaft an einem Strang zu ziehen und das Image unserer Hansestadt als Reiseziel weiter zu stärken. Dies ist ein beachtlicher Erfolg, den wir ausbauen werden.“ Die meisten Ankünfte im Jahr 2016 lassen sich im Juli (82.826) gefolgt von August und September verorten. Bei den Übernachtungen ist dagegen der August mit 264.663 Gästen Spitzenreiter gefolgt von Juli und September. Die größten Zuwächse bei den Übernachtungszahlen erzielen die Monate März (+23,7), Januar (+11,5), Februar (+8,0) und September (+7,9). Laut Statistischem Landesamt MV gibt es in der Hansestadt 109 Beherbergungsbetriebe einschließlich Campingplätze mit insgesamt 14.182 Betten. Die Branche gehört mit über 500 Millionen Euro Bruttoumsatz und rund 55 Millionen Euro Steueraufkommen aus dem Tourismus zu den wichtigsten Wirtschafts- und Entwicklungsfaktoren in Rostock.

Gesundheits- und Tagungstourismus werden ausgebaut

„In einem guten Sommer kurzfristig noch ein freies Hotelzimmer zu bekommen, ist manchmal schon Glückssache. In der Nebensaison verfügen wir hingegen noch über freie Kapazitäten. Der Gesundheits- und Tagungstourismus sind zwei wesentliche Säulen, die wir für eine ganzjährige Auslastung nutzen werden“, sagte Matthias Fromm, Tourismusdirektor von Rostock und Warnemünde. Im vergangenen Jahr wurde das Rostock Convention Bureau gegründet, um den Markt für Meetings, Incentives, Kongresse & Events (MICE) für die Hansestadt Rostock professionell zu erschließen. Die gemeinschaftliche Profilierung von Rostock als Tagungs- und Kongressstandort soll zu einer höheren Auslastung der Hotels und Tagungsstandorte in der Hansestadt sowie zum Wachstum angrenzender Dienstleistungen führen. Vor einer Woche fiel der Startschuss für die Internetplattform gesundes-mv.de, eine Initiative des Tourismusverband MV, die sich gezielt an gesundheitsbewusste Urlauber richtet. Die Tourismuszentrale ist gemeinsam mit lokalen Leistungsträgern Partner des Projekts. „Mit dem milden Reizklima der Ostsee und unseren sauerstoffreichen Wäldern in der Rostocker Heide haben wir ideale Voraussetzungen, um vermehrt Gäste aus dem Kur- und Rehabereich für uns zu gewinnen“, so Fromm. Zusammen mit Partnern präsentiert sich die Destination auf dem Portal als Gesundheitsstandort. Der Direktor vom Hotel NEPTUN und Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. (DEHOGA), Guido Zöllick, begrüßte auf dem Pressegespräch die Ausrichtung auf die Schwerpunkte Gesundheit und MICE. „Wir fokussieren uns auf bedeutende Wachstumsmärkte mit Zukunft und unsere natürlichen Stärken. Das ist genau der richtige Ansatz, um erfolgreich zu agieren und uns weiter zu profilieren. Damit wir die entsprechenden Zielgruppen erreichen, ist eine stringente Vermarktung notwendig, ebenso wie die Weiterentwicklung der vorhandenen Rahmenbedingungen in unserer Stadt. Mit Rostock Marketing haben wir gemeinsam ein schlagkräftiges Branchennetzwerk etabliert, das die Stärken der Destination bündelt und aus einer Hand professionell vermarktet.“

Urlaub für alle durch Barrierefreiheit 

Ein Hauptaugenmerk in diesem und in den kommenden Jahren liegt laut Fromm zudem auf der Förderung des barrierefreien Tourismus. Seit Anfang des Jahres ist Rostock Mitglied in der nationalen Arbeitsgruppe (AG) „/Barrierefreie Reiseziele in Deutschland/“. Die AG ist ein Verbund aus Städten und Tourismusregionen, die sich der Entwicklung des barrierefreien Tourismus in besonderem Maße verschrieben haben, diesen beständig weiterentwickeln und gemeinsam mit den Partnern der AG kommunizieren. „Mit gemeinsamen Marketingaktivitäten möchten wir die Wahrnehmung Rostocks auch in dieser Hinsicht weiter stärken. Auf der ITB, die an diesem Mittwoch startet, werben wir daher erstmals im Verbund mit den anderen barrierefreien Reisezielen der AG. Dass unsere Bemühungen bereits Früchte tragen, zeigt die Verleihung des neuen bundesweiten Qualitätssiegels ,/Reisen für Alle/‘, das die Rostocker Tourist-Information erst vor wenigen Tagen als einer der ersten Betriebe der Hansestadt erhalten hat.“

Highlights 2017: 500 Jahre Reformation, eine Wald-Kultur-Nacht und Champions-Leauge-Feeling

Zum „500-jährigen Jubiläum der Reformation“ in Deutschland hat die Tourismuszentrale neue thematische Angebote erstellt, die sich in eine Vielzahl von Aktivitäten der Hansestadt zu diesem Anlass einfügen. „Im Mittelpunkt steht dabei der Rostocker Reformator Joachim Slüter, sein Leben und Wirken in Rostock. In Kooperation mit dem Rostocker Stadtführerverein werden wir ab April öffentliche Führungen anbieten“, so Matthias Fromm. Für die beiden durch Rostock verlaufenden Pilgerwege wurde eigens ein Joachim-Slüter-Stempel für die Pilgerfreunde entworfen. Zu einer Premiere der besonderen Art kommt es am 13. Mai. Zusammen mit dem Stadtforstamt wird dann zum ersten Mal eine „Wald-Kultur-Nacht“ in der Rostocker Heide veranstaltet. „An drei Stationen gibt es einen Abend lang kulturelles Programm für die ganze Familie mitten in der Naturlandschaft unseres Küstenwaldes“, kündigte der Tourismusdirektor an. „Als Partner konnten wir hierfür unter anderem die Hochschule für Musik und Theater (HMT) gewinnen. Unser Anliegen ist es, stärker auf die Einzigartigkeit der Rostocker Heide aufmerksam zu machen.“ Im maritimen Bereich können sich die Fans der „Warnemünder Woche“ auf das 80. Jubiläum des Events vom 1. bis 9 Juli freuen. Neben den hochkarätigen Segelregatten bieten das Sommerfest mit dem 30. Jubiläum des Drachenboot- und Waschzuberrennens und die Sport & Beach Arena jede Menge Programm zum Mitmachen und Zuschauen. Vom 10. bis 13. August lädt dann die „27. Hanse Sail“ in diesem Jahr unter dem Motto „Seefahrt erleben!“ zum Treffen der Traditionsseglertreffen vom Stadthafen bis Warnemünde ein.

Auch sportlich werden neue Highlights gesetzt. Das Finale der „Deutschen Beachsoccer Meisterschaft“ des DFB wird bereits seit fünf Jahren in Warnemünde ausgetragen. „Als Strandfußball-Standort Nr. 1 ist die Hansestadt inzwischen fest etabliert, so dass wir nun auch international punkten möchten“, erklärte Fromm. „Nur eine Woche nach dem DFB-Finale der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft am 19. und 20 August wird erstmals die internationale Beachsoccer-Szene mit einem Turnier der European Champions League bei uns zu Gast sein. Den Rückenwind aus dieser Auftaktveranstaltung und das echte Champions-League-Feeling am Leuchtturm möchten wir nutzen, um zum großen Stadtjubiläum 2018 die europäische Qualifikation für die Weltmeisterschaft zu uns nach Rostock zu holen. Die Vorbereitungen und Gespräche dazu laufen bereits.“ Auch die Vorbereitungen für den „38. Internationalen Hansetag“, dem Besucherhöhepunkt im Jubiläumsjahr 2018, sind in vollem Gange. „Unter Leitung des Hanse Sail Büros planen wir viele Aktivitäten im Rahmen des 800. Stadtjubiläums. Einen besonderen Platz nimmt dabei der Hansetag vom 21. bis 24. Juni 2018 ein. Im Rostocker Stadtzentrum wird es sieben größere Veranstaltungsorte geben. Geplant sind unter anderem ein Festumzug, Märkte, Konzerte und verschiedene Workshops sowie der Anlauf von etlichen Traditionsschiffen als Gratulanten aus befreundeten Hansestädten. Gefeiert wird natürlich das ganze Jahr. Die Tourismusbranche freut sich auf den großen Stadtgeburtstag.“

Zwischen Bernsteinschleifern, Bootsbauern und Bierbrauer

Spurensuche im Urlaubsparadies: Wie Mecklenburg-Vorpommern zu dem wurde, was es ist

Handwerk, Foto: Joachim Kloock

Bootsbau, Foto: Joachim Kloock

Glitzernde Splitter, ein helles Surren und ganz viel Fingerspitzengefühl. Mit jedem Stück des goldbraunen Steines, das Henning Schröder an seine Schleifmaschine hält, lebt ein Stück mecklenburgische Tradition weiter. Der deutschlandweit letzte aktive Bernstein-Drechsler-Meister liebt sein Handwerk, das er lange Zeit in einer kleinen Werkstatt am Saaler Bodden in vollendeter Kunst interessierten Urlaubern und Einheimischen präsentierte. Inzwischen hat er seinen Arbeitsplatz in das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten verlegt. Hier zieht er mit einer europaweit einzigartigen Sammlung der Edelsteine Gäste aus nah und fern an. Die Bernsteinstadt ist heute noch einer der Orte in Mecklenburg-Vorpommern, der Kultur bewahrt und Identität vermittelt. Eine Identität, die sich aus dem speist, was über Jahrhunderte die Menschen hier prägte. Und die bis heute ein Teil des Geheimrezepts des Urlaubslandes Nummer Eins in Deutschland ist.

Wo Urlaub erfunden wurde

Voll ist es am Strand. Dicht an dicht reihen sich unterhalb der Kühlungsborner Flaniermeile Urlauber, jeder einzelne in einer kleinen privaten Sonnenoase aus Flechtwerk. Was für den gewöhnlichen Deutschen ein gewöhnlicher Anblick, ist eine Erfolgsgeschichte mit ungewöhnlicher Herkunft und Historie. Im Jahr 1882 war es der Hofkorbmachermeister Wilhelm Bartelmann in Rostock, der den ersten Strandkorb anfertigte. Weit entfernt von einer Massenproduktion entwickelte Bartelmann das Stück aus Weiden und Rohr ganz allein für die adelige Rostockerin Elfriede von Maltzahn. Die extravagante Sitzgelegenheit sorgte schnell für Aufsehen und Neider, so dass der fingerfertige Handwerker die Gelegenheit nutzte und kurze Zeit später in Warnemünde die erste Strandkorbvermietung eröffnete. Die Zeit des Strandkorbs ist auch die Zeit der Sommerfrische, die Zeit des Ausbruchs aus dem Alltag, die Zeit des Reisens zum Zwecke der Erholung. Im Jahr 1793 gründete Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin in Heiligendamm das erste deutsche Seebad und weckte damit eine Leidenschaft und ein Gefühl in der Gesellschaft, das sich in den Folgejahren weit über die Landesgrenzen hinaus etablierte. Erste Besuche des kleinen Seebads im Norden Mecklenburgs oblagen dem Adel, Hofstaat und gehobenen Bürgertum. Der zunehmende Andrang von Urlaubsgästen ließ in den folgenden Jahren zunächst in Heiligendamm, später auch entlang der gesamten Ostseeküste prachtvolle Gebäude im Stile der Bäderarchitektur entstehen. Mit klassizistischen Elementen, weiß und strahlend, imposant und zugleich harmonisch liiert mit der Umgebung prägt diese Architektur bis heute die Urlaubsorte Mecklenburg-Vorpommerns.

Hoch lebe das Handwerk

Was dem einstigen Adel sein Strandkorb, ist dem gemeinen Urlauber unserer Tage das Erlebnis. Mehr als irgendwo sonst in Deutschland ist das Urlaubserlebnis dabei so eng mit der Tradition der Region verbunden wie in Mecklenburg-Vorpommern. Bootsbauer Jens Lochmann ist so einer, der nicht nur Gäste in seinen hölzernen Fischerjollen über den Bodden vor Fischland-Darß-Zingst schippert, sondern den Bootsbau nach jahrhundertealter Praxis fortführt. In seinem kleinen Schuppen in Althagen hämmert, schleift und werkelt er an alten Zeesboten, die mit ihren viereckigen Segeln und breiten Rümpfen auch flachste Gewässer meistern. Mehr als 500 Jahre setzten Fischer an den Haff- und Boddenregionen auf die tiefbraun schimmernden Jollen als Fanggefährt der Wahl. Wer Jens Lochmann einen Besuch abstattet, wird schnell merken, dass an allen Ecken und Enden der Halbinsel Tradition und gelebte Kultur verschmelzen. Bereits beim Anblick der mit Schilfrohr bedeckten Fischerkaten und deren Türen fällt auf, dass die darauf abgebildeten Muster sich doch leicht von der Gestaltung heimischer Einlässe abheben. Die Formen und Symbole gehen auf die lange Tradition der Seefahrer zurück, die hunderte Jahre lang von Fischland-Darß-Zingst und Umgebung aus in die Welt fuhren. Unterwegs Erlebtes, (Un)glückliches und Unerwartetes findet sich graviert und geschnitzt hier wieder. Und auch wenn die Fahrzeiten der Seemänner kürzer geworden sind und die Rückkehr wahrscheinlicher, wird die Tradition weitergelebt. Bis heute fertigen Tischlereien auf dem Darß die reich und bunt verzierten Türen.

Tüffel auf’m Traktor und Küken in der Scheune

Mecklenburg-Vorpommern hat Platz, viel Platz. Viel Platz zum Erleben und zum Genießen, viel Platz zum Reisen und zum Sonnen. Viel Platz, um zu erfahren, was echte Freiheit ist. Das ist der Jahrtausende alten Landwirtschaft zu verdanken, die noch heute außerhalb der wenigen großen Städte die Landstriche prägt. Wer viel arbeitet, darf auch viel feiern. Da liegt es auf der Hand, dass allerorten mal kleinere, mal größere Dorffeste alte Gewohnheiten hochleben lassen und die harte Arbeit des Alltags würdigen. Und verwunderlich ist auch nicht, dass immer mehr Urlauber das Erlebnis auf dem Lande für sich entdecken. In der Lewitz, der größten zusammenhängenden Wiesenlandschaft weit und breit, dreht sich jedes Jahr im Oktober einen ganzen Monat alles um des Deutschen liebste Beilage, die Kartoffel. Bei den Tüffelwochen wird gefeiert und geschnackt, erlebt und probiert – alles vor standesgemäßer Kulisse des alten Pingelhofes in Alt Damerow, der mehr als 400 Jahre auf dem Buckel hat. Wer den langen Weg zur Lewitzer Tüffel dann doch scheut, muss sich seinen Braten nicht verderben lassen. Fast jeder Hof in Mecklenburg-Vorpommern verkauft in einem eigenen kleinen Lädchen alles nötige aus der Erde, vom Tier oder vom Baum. Schmalz und Speck, Eier von glücklichen Hühnern, Ziegenkäse oder naturtrüber Apfelsaft von den Streuobstwiesen der Region. Das Schöne: Wer hier seine Milch kauft, kann direkt fragen, welches Futter die dazu passende Kuh gefressen hat. Er sieht bei einer Hofbesichtigung, unter welchen Bedingungen produziert wird. Und er bekommt von der Bäuerin eine Erklärung, warum ihr Brot besonders lange haltbar ist – nämlich nicht, weil es voller Konservierungsstoffe steckt, sondern weil sie den Teig schon einen Tag vor dem Backen angesetzt und viel Zeit zum Ruhen gegeben hat.

Goldiges für den Gaumen

Ob auf dem platten Land wie in der Lewitz oder einige Kilometer weiter in der Stadt: Nahezu alles, was hier auf dem Tisch landet, kommt aus dem Meer und aus Seen, von Feldern, Wiesen und Weiden der Umgebung. Die besondere Lage am Wasser, der viele Wind und nahrhafte Boden haben schmackhafte Delikatessen hervorgebracht. Sanddorn zum Beispiel. Als leicht bittere, nicht minder leckere Früchtchen trotzten sie bisher jeglichem Umwelteinfluss und finden sich heute in Saftform, als Marmelade oder entspannende Heilmittel in vielen Restaurants und Wellness-Oasen wieder. Landläufig auch als Gold des Nordens bekannt, hat Sanddorn damit eine große Gemeinsamkeit mit einer weiteren traditionellen Spezialität der Landes: dem Bier. Um Bier für den Seehandel und die damit verbundenen langen Überfahrten haltbar zu machen, kamen die Braumeister in den Hansestädten früh auf die Idee Hopfen zu verwenden. Das wohlschmeckende Gebräu erfreute sich in Dänemark, Norwegen und sogar in England so großer Beliebtheit, dass stetig Nachschub organisiert werden musste. Kein Wunder also, dass im Jahr 1549 allein in Stralsund rund 170 Brauhäuser dem lukrativen Geschäft nachgingen. Zwar sind es heute mit landesweit 24 Brauereien nicht mehr ganz so viele – mit mehr als 100 Sorten Bier ist die Auswahl am flüssigen Brot in Mecklenburg-Vorpommern aber größer als je zuvor. Was passt besser zum Bier als frischer Fisch. Uwe Krüger widmet sich in Ahlbeck als einer der letzten Strandfischer der Insel Usedom dem Gold des Meeres. Dort, wo früher jeden Morgen Hunderte kleine Boote ins Wasser gezogen und nach dem Anlanden die Fänge gepult wurden, bietet Krüger heute in einer rustikalen Fischerhütte Schmackhaftes aus dem salzigen Nass an. Dabei bleibt es ganz dem Gast überlassen, ob der Fisch herzhaft geräuchert, klassisch am Stück oder fein filetiert auf den Teller kommt.

Dat sin de Mäkelbörger

„Joo, so ist dat bei uns in Mäkelbörg – wir schnacken Platt. Nur wisst ihr nicht, wat schnacken is, ne?“ So oder so ähnlich könnte er lauten, der Schnack mit Uwe Krüger oder anderen Originalen aus Mecklenburg-Vorpommern. Und von denen gibt es heute noch mehr als man denkt. In fast jedem Urlaubsort am Meer wird von alten Seebären, Fischern und Landwirten die plattdeutsche Sprache gelebt und damit ein Stück heimisches Kulturgut erhalten. Wer jemanden von diesem Schlag treffen will, hat gute Chancen bei einem der traditionellen Feste im Nordosten. Beim Tonnenabschlagen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst etwa. Der Sage nach begann alles mit dem Abzug der Schweden und damit, dass nun keine Fässer voller Heringe mehr als Tribut gezahlt werden mussten. Seitdem werden in Wustrow, Ahrenshoop oder Prerow jedes Jahr im Sommer Tonnen abgeschlagen und Könige gekürt. Nicht weniger sportlich, dafür ebenfalls in langer Tradition toben ab dem Spätsommer überall im Land historische Schleppjagden mit Pferden, Hunden und ganz viel Tara. Während es früher dabei eher blutig zuging und Fährten bis zum bitteren Ende verfolgt wurden, geht es heutzutage allein um das Abenteuer im mecklenburgischen und vorpommerschen Walde. Strecken werden vorgegeben und künstliche Spuren gelegt, die dann von der Mecklenburger Meute aufgespürt werden. Am Ende wartet auf Hund und Herrchen eine Belohnung. Denn man tau. Weitere Informationen zu Traditionen und Bräuchen in Mecklenburg-Vorpommern sowie passenden Urlaubsangeboten gibt es unter www.auf-nach-mv.de.

Bundesweite Gesundheitsstudie NAKO soll bald erste Ergebnisse liefern

Die Volksgesundheit auf dem Prüfstand – Halbzeit im Studienzentrum Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte

Senioren im IGA-Park, Foto: Joachim Kloock

Senioren, Foto: Joachim Kloock

6.3.2017 – Die Hälfte der Wegstrecke ist geschafft. Seit drei Jahren läuft die bislang größte bundesweite Gesundheitsstudie NAKO in Mecklenburg-Vorpommern. Die Untersuchungsteams haben im Hauptzentrum in Neubrandenburg sowie in den temporären Studienzentren in Waren (Müritz) und Neustrelitz inzwischen 10.000 Menschen auf Herz und Nieren geprüft, 3.000 davon haben eine Magnetresonanztomographie erhalten. Gesundheitsminister Harry Glawe informierte sich heute im Hauptuntersuchungszentrum in Mecklenburg-Vorpommern, im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, über die Halbzeitbilanz des nordöstlichen Studienzentrums. „Die größte Gesundheitsstudie Deutschlands wird maßgeblich auch mit dem Know-how aus unserem Bundesland organisiert und durchgeführt. Wir stehen bundesweit an der Speerspitze der Bewegung. Verlässliche Daten sind für eine nachhaltige Gesundheitsförderung und Krankenversorgung unabdingbar. Diese erhalten wir durch die Untersuchungen. Die langjährige erfolgreiche Bevölkerungsforschung am Institut für Community Medicine an der Universitätsmedizin Greifswald war ein entscheidender Grundstein für das Mammut-Projekt. Die Politik braucht diese wissenschaftlich fundierten Studien, um die notwendigen Programme für eine bessere Förderung und Versorgung der Bevölkerung umzusetzen“, betonte Minister Harry Glawe. „Jeder Bürger, der an der Studie teilnimmt, leistet damit auch einen persönlichen Beitrag für den medizinischen Fortschritt.“ In der NAKO-Gesundheitsstudie werden seit 2014 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Demenz genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Bisheute haben schon mehr als 100.000 Personen an der NAKO-Studie teilgenommen, 200.000 sollen es insgesamt werden.

35 Probanden werden täglich untersucht

„Die Erstuntersuchung der 20.000 Teilnehmer mit 6.000 MRT-Probanden in Mecklenburg-Vorpommern soll bis zum April 2018 abgeschlossen werden“, kündigte der NAKO-Studienleiter in Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Henry Völzke von der Universitätsmedizin Greifswald, an. „Das klingt ambitioniert, ist aber zu schaffen. Im Mai 2014 sind wir mit der Testreihe, Probephase und den ersten Untersuchungen gestartet. Seit gut einem halben Jahr laufen wir auf Vollbetrieb mit optimaler Auslastung“, so Völzke.Heute werden täglich bis zu 35 Teilnehmer in beiden Studienzentren und bis zu elf Teilnehmer im MRT-Zentrum untersucht. Parallel dazu werden bereits die ersten Folgetests ab Mai 2018 geplant. „Das bedeutet, nach vier bis fünf Jahren werden die Teilnehmer der Erstuntersuchung erneut eingeladen, um den Verlauf ihrer gesundheitlichen Entwicklung verfolgen zu können.“ Der NAKO-Studienleiter bedankte sich für die professionelle Unterstützung im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg sowie bei den örtlichen Verantwortlichen im Landkreis und in den Städten und allen Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für die Dauer der Untersuchung freistellen. „Nur mit dem öffentlichen Rückenwind konnten wir das anspruchsvolle Untersuchungsprogramm für die ersten 10.000 Teilnehmer in den drei Jahren schaffen.“ 

NAKO-Daten sind einzigartiger Fundus für die internationale Wissenschaft

Gegenwertig ist die Qualitätssicherung und Freigabe der Daten der ersten 100.000 Teilnehmer für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Auswertungen in Vorbereitung. „Damit ist ein weiterer Meilenstein der NAKO auf dem Weg der innovativen Gesundheitsforschung erreicht. Die internationale Wissenschaft wartet nicht nur mit großem Interesse auf die ersten konkreten Ergebnisse“, sagte der Stellvertretende Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Karlhans Endlich. „Die hochqualitative Datenbasis wird in Form von verschlüsselten Werten auch für die Wissenschaft zur Verfügung stehen. Dafür wird gegenwärtig eine Transferstelle vorbereitet.“ Die Transferstelle der NAKO ist eine Einrichtung, bei der Forscher Daten und Bioproben für ihre Vorhaben beantragen können. Für nationale und internationale Forschungsvorhaben werden die Bioproben aus dem zentralen Bioprobenlager in München herausgegeben. Für die Lagerung der Bioproben unter standardisierten und qualitätsgesicherten Bedingungen investiert die NAKO in den Bau eines Biorepository, einer modernen Lagerungsstätte für ca. 21 Millionen Bioproben. Das NAKO-Vorstandsmitglied Prof. Wolfgang Hoffmann vom Greifswalder Institut für Community Medicine ist für das zentrale Datenmanagement der NAKO und auch für die Entwicklung der entsprechenden IT-Infrastruktur der Transferstelle verantwortlich. „Die NAKO-Daten sind ein einzigartiger Fundus für die internationale Wissenschaft, der eine Vielzahl von innovativen Möglichkeiten zur Erforschung von neuen Behandlungsmethoden in der Medizin eröffnen wird“, erklärte Hoffmann. Die Gesundheitsstudie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. 210 Mio. Euro stehen für die ersten zehn Jahre zur Verfügung. Gut investiertes Geld, wenn berücksichtigt wird, dass allein die Ausgaben für die Behandlung von Volkskrankheiten jährlich ca. 80 Mrd. Euro betragen. www.nako.de/studienteilnehmer/informationen-zur-studienteilnahme/

Was passiert mit den ganzen Daten?

Das Institut für Community Medicine mit der Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health unter Leitung von Prof. Wolfgang Hoffmann ist an zentralen Einrichtungen wie am Datenintegrationszentrum oder der Transferstelle der NAKO beteiligt. Darüber hinaus betreibt die Unabhängige Treuhandstelle der Universitätsmedizin die Treuhandstelle der NAKO. Durch die langjährige Erfahrung im Datenmanagement ist in der Abteilung von Prof. Wolfgang Hoffmann einer der beiden Standorte des Datenintegrationszentrums angesiedelt; der zweite befindet sich am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Das Datenintegrationszentrum stellt den bundesweiten Studienzentren die Programme zur Datenerhebung bereit und speichert alle Studiendaten zentral. Die Studiendaten umfassen nicht nur die Befragungen, sondern auch Daten aus Medizingeräten und z.B. dem MRT. Eine standardisierte und zentralisierte Datenerhebung ist wichtig, um über alle Studienzentren vergleichbare Daten zu erhalten und Forschern diese für wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung stellen zu können. Danach sollen im Datenintegrationszentrum unter anderem auch die Analyseergebnisse der Bioproben durch die Forscher in der Studiendatenbank gespeichert werden, um eine erneute Analyse derselben Parameter zu vermeiden. Ein ganz wichtiger Aspekt der Datenverarbeitung ist der Datenschutz, für den die NAKO ein umfangreiches Konzept erstellt hat. www.nako.de/allgemeines/was-ist-die-nako-gesundheitsstudie/datenschutz-in-der-nako/

Hier schmeckt der Fisch

Die besten Adressen für Heringe, Zander und Co. an der Vorpommerschen Ostseeküste / Fischerfeste in der Region

Freester Hafen, Foto: Holger Martens

Freester Hafen, Foto: Holger Martens

Von Fischerdorf zu Fischerdorf: Wer Fisch liebt, kommt am besten im Frühjahr zur Heringssaison nach Vorpommern. Für eine kulinarische Stippvisite bietet sich Freest am Greifswalder Bodden als Ausgangspunkt an. Das kleine Fischerdorf beheimatet den größten Fischereihafen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Die Fischerei ist hier traditionell gewachsen. In den 26 Fischerhütten entlang der Hafenkante arbeiten insgesamt 30 Fischer. 75 Prozent des gesamtes Fangs der Fischereigenossenschaft Freest sind Heringe – er ist der Brotfisch für die Fischer der Region. Daneben werden vor allem Flundern und Dorsche gefangen. Aber auch Zander, Barsch, Hornhecht, Scholle oder Schnäpel zählen zu den heimischen Fischen, die den Fischern in Freest und Umgebung in die Netze gehen. Den Charme eines Fischerdorfes hat sich Freest über die Jahre hinweg erhalten: Frischen Fisch können Besucher hier jeden Morgen direkt am Hafen kaufen. Wer lieber lange schläft, wird in der Verkaufsstelle der Fischereigenossenschaft fündig. Und wer sich über die Geschichte des Dorfes informieren möchte, schaut sich das örtliche Heimatmuseum an, in dem auch über die Freester Fischerteppiche informiert wird, mit denen sich die Fischer in fangarmen Zeiten ein Zubrot verdienten.

Weitere Fischerdörfer, in denen Gäste Fischern bei der Arbeit über die Schulter schauen können, sind Greifswald-Wieck, Lassan, Mönkebude, Altwarp und Rieth. Dabei hat jeder Ort seinen besonderen Reiz. Wieck überzeugt mit einer traditionellen Holzklappbrücke, Räucherfischbuden, reetgedeckten Häusern und einer alten Dorfkirche. In Mönkebude gibt es neben dem Fischereihafen auch einen Sandstrand oder das Heimatmuseum Fischerstube. Einem Saxophon spielenden Fischer begegnen Gäste im Riether Winkel. Dort hat Peter Döring seinen Heimathafen. Er ist einer der letzten Fischer am Stettiner Haff und betreibt einen Fischerhof abseits des Dorfes Rieth am Neuwarper See, den er von seinem Vater übernommen hat. Er spielt leidenschaftlich Saxophon, übt sogar auf dem Kutter. In der Saison lädt er jeden Freitag Einheimische wie Touristen auf seinen Fischerhof ein. Es gibt Räucherfisch und Live-Musik – vom Fischer höchstpersönlich. Ein absolutes Muss für Fischliebhaber und Besucher der Fischerdörfer sind die Fischbrötchen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bistros und Restaurants, die sich für Genießer anbieten. Der Tourismusverband Vorpommern hat die Top 5 zusammengestellt:

Freister Fischhus in Freest,  Am Hafen 1, 17440 Freest, www.freester-fisch.de
Das Fisch-Bistro am Freester Fischereihafen bietet in der Saison eine große Auswahl an regionalem frisch geräuchertem Fisch aus eigener Produktion.

„Fisch13“ in Greifswald, Schuhhagen 13, 17489 Greifswald, www.fisch13.de
Spezialität des Hauses: „Pflaumenaugust“, Matjes in warmen Baguettebrötchen mit würzigen Zwiebeln, Äpfeln und Pflaumenmus.

Familien-Fischerei Zach in Altwarp, Sandweg 118, 17375 Altwarp, www.familienfischereizach.de
Vor der Kulisse der Altwarper Binnendünen sitzen Gäste auf der Terrasse des familienbetriebenen Bistros.

Restaurant  und  Hafenräucherei „WIE-05“, Yachtweg 1, 17493 Greifswald, www.wiecker-fisch.de Direkt am Wiecker Hafen genießen Gäste eine Vielzahl an regionalen Fischgerichten. Im Fischladen nebenan gibt es fangfrischen Fisch für die eigene Zubereitung.

Das ganze Jahr über lohnt sich ein Besuch in Vorpommern. Auf den Hering folgt der Hornhecht, der mit seinen grünen Gräten beeindruckt, im Sommer geht die Flunder ins Netz, im Herbst der Dorsch. In den Sommermonaten laden viele Orte zudem zu Fischer- und Hafenfesten ein.

„Sportfreunde Rügen“ gehen im März an den Start

Insulaner stellen ihre Lieblingssportarten vor

Lars Pohland vor der Kamera im Hafen von Glowe, Foto: pocha.de

Lars Pohland in Glowe, Foto: pocha.de

Zehn Sportarten, zehn Sportler: Im März startet die Insel Rügen eine medienübergreifende Kampagne mit dem Titel „Sportfreunde Rügen“. Ziel ist es, die Insel als Aktivregion zu präsentieren. Dabei werden zehn Sportarten vorgestellt und zwar mit Hilfe von regionalen Protagonisten, die auf Cinemagrammen – Standbilder, die eine oft kleine, sich wiederholende Bewegung enthalten und wie Videos erscheinen – dargestellt werden. Lesen können interessierte Gäste die Geheimtipps im Onlinemagazin auf wirsindinsel.de sowie in den verschiedenen Social-Media-Kanälen der Tourismuszentrale Rügen. Fokussiert wird auf die Sportarten Angeln, Rad- und Rennradfahren, Wandern, Reiten, Surfen/Kiten, Segeln/Kanu, Golfen, Laufen und Schwimmen. Mit einer Fläche von mehr als 900 Quadratkilometern, mit einzigartiger Kulturlandschaft und einer Küstenlänge von rund 600 Kilometern bietet die Insel Rügen ideale Voraussetzungen für einen erlebnisreichen und nachhaltigen Aktivurlaub. Die klare, salzhaltige Meeresluft, ein Netz von rund 800 Kilometern Rad- und Wanderwegen und die reizvolle Küste zwischen Bodden und Ostsee mit ihren Kreidefelsen und dem UNESCO-Weltnaturerbe im Nationalpark Jasmund laden regelrecht dazu ein, den Urlaub aktiv zu gestalten.
Weitere Informationen: www.ruegen.de, www.wirsindinsel.de