Archiv für 4. März 2017

Heute startet der Kartenvorverkauf für „Kultur trifft Genuss“ in der Hansestadt Rostock

Kultur im Hotel Sonne" in Rostock, Foto: Joachim Kloock

Kultur im Hotel Sonne“ in Rostock, Foto: Joachim Kloock

3.3.2017 – Zur dritten Auflage von „Kultur trifft Genuss“ in der Rostocker Innenstadt am Sonnabend, dem 29. April gibt es eine Überraschung. „Das künstlerische Programm für diesen erfolgreichen Event wird erstmalig durch junge Studierende und Absolventen der Hochschule für Musik und Theater Rostock inszeniert“, kündigte Tourismusdirektor Matthias Fromm an. „Wir freuen uns sehr über unseren neuen Partner und versprechen innovative Inspirationen und kreative Impulse für diesen neuen Auftritt.“ Am Samstag, dem 4. März, startet der Ticketvorverkauf für „Kultur trifft Genuss“ in zehn Restaurants. Ebenso gespannt wie der Tourismusdirektor ist Professor Susanne Winnacker, Rektorin der Hochschule für Musik und Theater Rostock, auf die Premiere: „Wir freuen uns natürlich, das dieses Veranstaltungsformat unsere Studierenden anlockt und sie sich damit ausprobieren wollen. Ich wünsche ihnen Experimentierfreude, diese eher ungewöhnliche Idee umzusetzen. Auf jeden Fall wird es sicher für die Gäste und für unsere Studierenden ein spannender Abend.“

Programm wird die vielfältigen Facetten der international angesehenen künstlerischen Hochschule widerspiegeln. So sind Auszüge aus „Oblivion“ und „Bordel 1900“ des argentinischen Komponisten und Tangomeisters Astor Piazzollas, aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet oder auch Bestseller aus dem Musical „My Fair Lady“ mit der Musik von Frederick Loewe geplant“, gab die Rektorin erste Einblicke. Mit von der Partie sind am 29. April das Steigenberger Hotel Sonne mit dem Apollosaal, der Hopfenkeller, das Steakhaus Leons, das TRIHOTEL mit der Bar-und Kleinkunstbühne SPOT66 sowie im Stadthafen das Besitos, der Lokschuppen und CarLo615 und die Forsthausbrauerei Trotzenburg und das Landhotel Rittmeister sowie die Fischbratküche im Rostocker Fischmarkt. Die jungen Künstler von der HMT ziehen mit ihrem Programm von einem Restaurant zum nächsten, während die Gäste in ihrer selbstgewählten Location das Programm und die eigens für diesen Abend kreierten kulinarischen Menü genießen.

„Die vergangenen Ausgaben, sechsmal in Warnemünde und zweimal in der Innenstadt, waren immer schnell ausverkauft. Der außergewöhnliche Kultur- und Genussgipfel ist sowohl bei den Rostockern als auch bei den Gästen der Stadt sehr beliebt. Wir sind sicher, dass die frischen Impulse aus der HMT dieses Format auf Erfolgskurs halten“, so Fromm. Die Eintrittskarten sind ab sofort in den Tourist-Informationen Rostock & Warnemünde, an den Abendkassen der Restaurants, dem NNN-Ticketcenter oder online auf /www.kultur-trifft-genuss.de> www.kultur-trifft-genuss.de erhältlich. Infos unter /www.kultur-trifft-genuss.de> www.kultur-trifft-genuss.de

Kultusministerkonferenz: Niederdeutsch ist anerkanntes Abiturprüfungsfach

Erlernen der plattdeutschen Sprache wird gleichberechtigt

Schule, Foto/Quelle: shutterstock

Schule, Foto: Shutterstock

3.3.2017 – Niederdeutsch ist als mündliches und schriftliches Prüfungsfach im Abitur jetzt offiziell anerkannt. Das hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz (KMK) mit 15 Ja-Stimmen und einer Enthaltung beschlossen. Mecklenburg-Vorpommern hatte sich in der KMK für die Aufnahme des Faches Niederdeutsch in die Liste der gegenseitig anerkannten unbefristet angebotenen länderspezifischen Prüfungsfächer in der Abiturprüfung stark gemacht. „Die Anerkennung des Faches Niederdeutsch als Wahlpflichtfach ist eine tolle Nachricht“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Zugleich ist sie eine große Wertschätzung für alle, die sich für die Pflege unserer niederdeutschen Sprache einsetzen. Das Erlernen der plattdeutschen Sprache wird somit anderen Fächern gleichberechtigt und ist kein Zusatzangebot mehr. Insbesondere Niedersachsen und Schleswig-Holstein, in denen das Niederdeutsche selbst eine wichtige Rolle spielt, haben sehr gelobt, dass sich Mecklenburg-Vorpommern für die Anerkennung eingesetzt hat. Dieser Rückhalt freut mich sehr“, betonte Hesse. Die Anerkennung des Faches Niederdeutsch als Abiturprüfungsfach ist ein wichtiger Schritt für die Einrichtung der Profilschulen mit dem Schwerpunkt Niederdeutsch zum Schuljahr 2017/2018. Ziel des Landes ist es, die Begabtenförderung an den Gymnasien und Gesamtschulen auszubauen. Sechs Gymnasien bzw. Gesamtschulen stärken ihr Profil im Bereich Niederdeutsch und werden Schwerpunktgymnasien bzw. Schwerpunktgesamtschulen, an denen Niederdeutsch als mündliches und schriftliches Prüfungsfach im Abitur belegt werden kann. Grundlage des Faches Niederdeutsch ab Klasse 7 bis in die Qualifikationsphase ist ein entsprechender Rahmenplan. Ihm liegen die Bildungsstandards der KMK zugrunde. Die Bildungsstandards legen fest, welche fachbezogenen Kompetenzen eine Schülerin oder ein Schüler bis zu einem bestimmten Abschnitt in der Schullaufbahn entwickelt haben soll.

Weiße Flotte darf Hiddensee bis 2027 ansteuern: Pegel überreicht Erlaubnis bei Rügenbesuch zum Thema E-Mobilität

foto1_schafer_kleinert_pegel3.3.2017 – Bei einem Besuch auf Rügen überraschte Energieminister Christian Pegel den Fährbetreiber Weiße Flotte mit der vorzeitigen Verlängerung der Genehmigungen für die Verbindungen nach und von Hiddensee. Eigentlicher Anlass des Besuchs war die Vorstellung von bereits vorhandenen Projekten sowie Plänen zur Förderung der Elektromobilität auf Deutschlands größter Insel. Die Reederei Hiddensee, Tochterunternehmen der Weißen Flotte, darf ihre Fähren zwischen Stralsund sowie Schaprode/Rügen und den Häfen Kloster, Vitte und Neuendorf auf Hiddensee bis zum 31. Dezember 2027 weiter betreiben. Christian Pegel übergab gestern die schriftliche Zusage an Knut Schäfer, Geschäftsführer der Weißen Flotte. Die aktuelle Genehmigung vom Dezember 2011 läuft Ende dieses Jahres ab. Im Juli hatte die Reederei die Verlängerung beantragt. Anlass des Besuchs von Christian Pegel auf Rügen war das Thema Elektro-Mobilität. Der Tourismusverband Rügen und die Unternehmen Weiße Flotte und Sightseeing Trains Rügen planen, mit der Fachhochschule Stralsund sowie dem Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar) die Region Vorpommern-Rügen zum Kompetenzzentrum E-Mobilität zu machen. Weiße Flotte und Sightseeing Trains stellten aus diesem Anlass vor, wie weit sie auf dem Weg hin zur Elektromobilität sind: Die Weiße Flotte betreibt bereits fünf Solarschiffe – vier im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe auf Gewässern der Hauptstadt, eines in der Autostadt Wolfsburg.  Alle Schiffe wurden bei der Stralsunder Firma „Formstaal“ als Solarkatamaran gebaut. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung können die Berliner Elektrofähren allein mit Solarenergie betrieben werden. Bei trübem Wetter werden die über Nacht mit Strom versorgten Batterien zur Energieeinspeisung genutzt. Ein Dieselmotor ist bei diesen emissionsfreien Schiffen nicht mehr nötig. Diese Schiffe seien aber nur auf Binnengewässern einsetzbar. Für die Strecken von und nach Hiddensee kommen sie aufgrund des stärkeren Winds und Wellengangs derzeit nicht in Frage, erläuterte Geschäftsführer Knut Schäfer.

Die Binzer „Wegebahnenmanufaktur“ Sightseeing Trains Rügen hat eine Elektrolok für die Touristenbahnen produziert, die auf Rädern durch die Urlaubsorte der Insel fahren. Mit einer Reichweite von 150 Kilometern befördert diese Lok die Fahrgäste emissionsfrei und nahezu lautlos. Geschäftsführer Roger Pieniak und Entwicklungsleiter Stefan Krüger stellten die Lok vor. „Als für Energie und Verkehr gleichermaßen zuständiger Minister freut es mich doppelt zu sehen, wie engagiert Sie sich auf Deutschlands größter Insel für die umweltfreundliche Elektromobilität einsetzen. Es wäre großartig, wenn Rügen sich als Vorreiter vor allem auch in Verbindung mit dem Tourismus einen Namen machen würde“, sagte Christian Pegel. Beeindruckt zeigt er sich von der elektrisch angetriebenen Touristenbahn. „Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz fahren rund 500 solcher Bahnen. In ganz Europa wird die Zahl auf 5.000 geschätzt. Bis auf einige Ausnahmen werden diese von Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben, die Lärm und Schmutz verursachen. Leise, abgasfreie Elektrobahnen dürften gerade in den Urlauberzentren eine gern gesehene Alternative sein.“

Bildunterschrift: Energieminister Christian Pegel (r.) übergab Knut Schäfer, Geschäftsführer Weiße Flotte und Prokuristin Christina Kleinert die schriftliche Genehmigung für den Fährbetrieb von und nach Hiddensee bis einschließlich 2027. Foto: Energieministerium M-V

Jetzt bewerben für das Qualitätssiegel „Familienurlaub MV“

Erlebnisreiche Freizeitangebote, Restaurants mit speziellen Gerichten für die Kleinen und Übernachtungsmöglichkeiten, die kindgerecht sind – Zertifizierung signalisiert sorgenfreien Urlaub

Qualitätssiegel mit dem Fisch Gustav, Foto: TMV

Qualitätssiegel mit dem Fisch Gustav, Foto: TMV

3.3.2017 – Noch bis zum 15. März Unterlagen einreichen: Touristische Anbieter – wie beispielsweise Tourismusgemeinden, Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie Betreiber von Freizeitattraktionen – haben die Möglichkeit, sich für die Zertifizierung Qualitätssiegel „Familienurlaub MV“ zu bewerben. „Die Wünsche und Bedürfnisse von Familien im Urlaub sind vielfältig. Gefragt sind unter anderem erlebnisreiche Freizeitangebote, Restaurants mit speziellen Gerichten für die Kleinen und Übernachtungsmöglichkeiten, die kindgerecht ausgestattet sind. Mit dem Qualitätssiegel `Familienurlaub MV´ signalisieren die touristischen Anbieter ihren Gästen, dass rundum für das Wohl der großen und kleinen Urlauber gesorgt wird“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

103 familienfreundliche touristische Anbieter im Land zertifiziert

Das Qualitätssiegel „Familienurlaub MV“ soll den Unternehmen und Kommunen Anreize geben, die Qualität der familienfreundlichen Angebote weiter zu verbessern. Urlaubsorte, Hotels und Pensionen, Campingplätze, Gaststätten und Freizeitattraktionen werden nach einem vorgegebenen Kriterienkatalog auf ihre Familienfreundlichkeit beurteilt. Insgesamt sind derzeit 103 familienfreundliche Anbieter und Orte mit 105 Angeboten in Mecklenburg-Vorpommern zertifiziert (alle prämierten Betriebe und Tourismusorte auf einen Blick: www.auf-nach-mv.de/qmf). „Unsere Gäste können auf einen Blick die zertifizierten Anbieter erkennen. Das Logo mit dem gekrönten Urlaubsfisch Gustav signalisiert – hier gibt es speziell für Familien attraktive Angebote“, sagte Glawe.

Spitzenposition: Mecklenburg-Vorpommern ist Familienreiseziel Nummer eins in Deutschland

Laut Gästebefragung des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern (2015/2016) machen Familien und Familienverbände 28 Prozent der Gäste aus, das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2010. „Mecklenburg-Vorpommern ist für den Nordosten ein stark nachgefragtes Familienreiseziel. Das haben wir durch die kreativen Leistungen der Anbieter erreicht. Diese Spitzenposition wollen wir halten. Mit der Zertifizierung wird den Gästen eine Orientierungshilfe zur Urlaubsbuchung gegeben. Gleichzeitig bietet sich den touristischen Dienstleistern die Möglichkeit, sich mit dem Qualitätssiegel im Wettbewerb nachhaltig zu positionieren“, sagte Glawe.

Informationen zur Bewerbung

Der Bewerbungszeitraum für die Zertifizierung Qualitätsmanagement „Familienurlaub MV“ läuft noch bis zum 15. März 2017. Die Laufzeit des Zertifikates beträgt für alle Kategorien 3 Jahre. Weitere Informationen und Antragsunterlagen auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums unter www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/Aktuelles–Blickpunkte/Familienurlaubund auf den Seiten des Landestourismusverbandes unter www.tmv.de/qmf.

Stadtführer für Blinde und sehbehinderte Menschen

img_16332.3.2017 – Um auch Blinden und sehbehinderten Menschen die Möglichkeit zu einem selbstständigen Stadtrundgang durch unsere historische Altstadt zu geben, stellt der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt Schwerin mehrere Exemplare eines Stadtführers in Braille-Schrift zur Verfügung. Der Stadtrundgang wurde in Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehinderten-Verein MV e.V. erarbeitet. Ab sofort können die Stadtführer für Blinde bei der Touristikinformation ausgeliehen werden. „Der Behindertenbeirat freut sich darüber, dass die Landeshauptstadt mit diesem touristischen Angebot einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit geht“, so Angelika Stoof, Vorsitzende des Behindertenbeirats bei der Übergabe der Exemplare an die Tourist-Information Schwerin. Martina Müller, Geschäftsführerin der Stadtmarketinggesellschaft Schwerin informierte bei dieser Gelegenheit über weitere Angebote für Menschen mit Handicap: „Immer mehr Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie beispielsweise das Schloss-Museum oder die Galerie Alte & Neue Meister, aber auch Hotels und Gastronomiebetriebe haben sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap eingestellt. Diese Unternehmen und Angebote sind in unseren Broschüren entsprechend hervorgehoben. In der Tourist-Information können wir körperlich beeinträchtige Menschen zudem an einem tiefergelegten Tresen individuell beraten.“

BU: Gemeinsam mit Anna Brill und Ines Westphal vom Blinden- und Sehbehindertenverband übergab die Vorsitzende des Behindertenbeitrats Angelika Stoof drei Exemplare des Stadtführers in Braille-Schrift für die Tourist-Information an Martina Müller. Foto: LHS/ Michaela Christen

Ausrichtung der regionalen Wirtschaftspolitik in der Diskussion

Gesamtdeutsches Fördersystem weiter nötig – regionaler Bedarf und nicht die Himmelsrichtung bei Frage der Förderung entscheidend

020317-runder-tisch-in-stralsund2.3.2017 – In der Hansestadt Stralsund haben unter Federführung von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe sowie der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, Vertreter von Bund und Land sowie Praktiker der regionalen Wirtschaftsförderung und Vertreter der Hochschulen die Weiterentwicklung eines Fördersystems für strukturschwache Regionen diskutiert. „Mit dem Auslaufen des Solidarpaktes II Ende 2019 steht die Regionalpolitik vor einer grundlegenden Neuorientierung. Wir setzen uns weiter für ein gesamtdeutsches Fördersystem in strukturschwachen Regionen ein, welches die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärkt und Lebensverhältnisse im Bundesgebiet angleicht. Der regionale Bedarf und nicht die Himmelsrichtung müssen bei der Frage der Förderung entscheidend sein. Es entstehen am Ende jeder Investition neue Arbeitsplätze, bestehende Jobs werden gesichert. Ein funktionierendes Fördersystem ist unerlässlich“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe am Donnerstag in Stralsund. In diesem Zusammenhang soll insbesondere geprüft werden, ob und wie ostspezifische Fördermaßnahmen in dieses gesamtdeutsche Fördersystem überführt werden können. Die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) soll hierbei als Ausgangspunkt dienen. „Der Bund steht zum Ziel der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Ziel ist und bleibt der Zusammenhalt in der Gesellschaft. Wir brauchen ein festes Bündnis aller strukturschwachen Regionen in Ost und West, damit die Menschen in allen Regionen gleiche Chancen haben. Deshalb muss der Bund auch über 2019 hinaus die strukturschwachen Regionen mit einem umfassenden und integrierten Fördersystem im Strukturwandel unterstützen. Das ist viel wichtiger als eine sinnfreie Debatte über die Abschaffung des Solidaritätszuschlags nach 2019“, sagt die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundewirtschaftsministerium und Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der neuen Bundesländer Iris Gleicke.

Mecklenburg-Vorpommern profitiert von Regionalförderung

Im Jahr 2016 wurde mit etwa 41 Milliarden Euro das historisch höchste Bruttoinlandsprodukt des Landes erzielt; 1991 lag es bei rund 14 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern ist damit in den vergangenen 25 Jahren preisbereinigt (real) um +75 Prozent gewachsen; das sind durchschnittlich +2,2 Prozent pro Jahr. „Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren enorm von der Regionalförderung profitiert. Ohne sie stünden wir in unseren wirtschaftlichen Kennzahlen nicht dort wo wir heute stehen. Wir haben dennoch viel zu tun, um unser Land wirtschaftlich voranzubringen“, betonte Wirtschaftsminister Harry Glawe weiter. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015 bei 67 Prozent des bundesdeutschen Durchschnittswertes. Mecklenburg-Vorpommern ist trotz des wirtschaftlichen Aufholprozesses seit 1990 immer noch eine strukturschwache Region im Sinne der Regionalpolitik. „Es liegt im gesamtstaatlichen Interesse, wenn die Wirtschaftskraft in diesen Regionen gezielt gestärkt und weiter an das Niveau der strukturstarken Regionen herangeführt wird. Nur so kann es letztlich gelingen, den Aufholprozess der strukturschwachen Regionen erfolgreich weiterzuführen und ihnen perspektivisch eine höhere eigene Einnahmebasis zu ermöglichen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

GRW ist zentrales Instrument der Regionalförderung – seit 1990 über 9.000 Investitionsvorhaben angeschoben

Die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) ist das zentrale und bewährte Instrument der deutschen Regionalförderung. „Dieses Instrument hat insbesondere durch die Schaffung von Arbeitsplätzen maßgeblich dazu beigetragen, dass sich Mecklenburg-Vorpommern als zukunftsweisender Wohn-, Arbeits- und Tourismusstandort etablieren konnte“, sagte Glawe.  Seit 1990 wurden im Rahmen der GRW in Mecklenburg-Vorpommern für die gewerbliche Wirtschaft über 9.000 Investitionsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 19,7 Milliarden Euro bewilligt. Das Wirtschaftsministerium hat Investitionszuschüsse in Höhe von über 4,3 Milliarden Euro ausgereicht. Dadurch konnten in Mecklenburg-Vorpommern knapp 97.500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Wir haben mit unserem Instrumentarium eine gute Basis geschaffen, durch die Förderung von Ansiedlungs- und Erweiterungsvorhaben die wirtschaftliche Entwicklung aktiv zu unterstützen“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe weiter.

Große Herausforderung ist Nachwuchswerbung

Die Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ist durch kleinbetriebliche Wirtschaftsstrukturen sowie noch zu geringen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten geprägt. „Große Herausforderungen stehen den Unternehmen darüber hinaus im Bereich der Nachwuchswerbung, insbesondere bei akademischen Arbeitskräften, bevor. Für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes müssen wir die Wirtschaftsbereiche, die traditionell in Mecklenburg-Vorpommern verankert sind, weiter stärken und die Wertschöpfungstiefe erhöhen. Darüber hinaus müssen wir verstärkt die Möglichkeiten zur Förderung von Investitionen, Innovationen, Infrastruktur und Fachkräftesicherung nutzen“, sagte Glawe. Die wirtschaftlichen Unterschiede werden in Zukunft durch die Globalisierung und den demografischen Wandel tendenziell eher steigen. „Mit Blick auf die demografische Lage und die schrumpfenden Binnenmärkte kommt dem überregionalen Geschäft für Mecklenburg-Vorpommern künftig eine noch größere Bedeutung zu. Hier gilt es vorausschauend zu planen und die Wirtschaft durch entsprechende Förderung für mehr Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze zu unterstützen“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Kennzahlen ausgewählter Wirtschaftsbereiche

Mit über 14.600 Mitarbeitern sowie einem erwirtschafteten Jahresumsatz von rund 4,4 Milliarden Euro ist die Ernährungswirtschaft innerhalb des verarbeitenden Gewerbes der größte Industriezweig des Bundeslandes. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent. Die hiesige Ernährungsindustrie profitiert auch von der landwirtschaftlichen Prägung des Landes. Mehr als die Hälfte der Landesfläche Mecklenburg-Vorpommerns wird landwirtschaftlich genutzt. Traditionell nimmt die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit ca. 280 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz (2013) von rund 1,5 Milliarden Euro eine besondere Stellung ein. Durch die Übernahme der Werftstandorte in Rostock, Stralsund und Wismar durch den asiatischen Genting-Konzern sind die Auftragsbücher an den Standorten gefüllt.  Eine weitere wichtige Branche in Mecklenburg-Vorpommern ist der Maschinenbau und die Metallindustrie. Hier sind derzeit in knapp 70 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten über 10.000 Mitarbeiter beschäftigt; der Branchenumsatz beträgt rd. 230 Millionen Euro im Monat. Darüber hinaus gehört bei uns im Land – insbesondere in der Hansestadt Wismar und der Region Nordwestmecklenburg – die Holz- und Möbelindustrie zu den traditionellen und strukturbestimmenden Wirtschaftszweigen. Derzeit sind in 25 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten rund 3.750 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete 2015 einen Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.

Bildunterschrift: Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe diskutierte mit Iris Gleicke, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, die künftige Ausrichtung der Wirtschaftsförderpolitik. Als regionaler Willkommensgruß überreichte Wirtschaftsminister Glawe ein Fass Bismark-Hering an die Ostbeauftragte des Bundes, Iris Gleicke.