Internationaler Weltkrebstag – Wissensdefizite zum Thema Krebs abbauen

Prävention ist neben Früherkennung ein wesentliches Element, um möglichst lange ein gesundes Leben zu führen – dichtes Selbsthilfenetz in Mecklenburg-Vorpommern

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

6.2.2017 – Am Samstag fand der alljährliche „Internationale Weltkrebstag“ statt. In den Jahren 2016 bis 2018 stand der Tag unter dem Motto „Wir können. Ich kann.“ Damit will die Weltkrebsorganisation UICC herausstellen, dass sich jeder engagieren kann – egal, ob als Einzelperson oder innerhalb einer Gruppe. Mit dem Weltkrebstag soll die Vorbeugung, die Erforschung und die Behandlung von Krebserkrankungen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Es ist wichtig, Wissensdefizite zum Thema Krebs auszuräumen. Jeder kann sich informieren, welche Möglichkeiten zur Früherkennung von Krebs es gibt oder wie man das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch eine gesunde Lebensweise verringern kann. Prävention ist neben der Krebsfrüherkennung ein wesentliches Element, um möglichst lange ein gesundes Leben zu führen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Internationalen Weltkrebstages.

6.225 Männer und 4.938 Frauen sind 2014 in Mecklenburg-Vorpommern an Krebs erkrankt

In Mecklenburg-Vorpommern erkrankten nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters im Jahr 2014 insgesamt 6.225 Männer und 4.938 Frauen neu an Krebs (ohne weißen Hautkrebs). Häufigste Krebsneuerkrankungen bei Männern waren Prostata (19,9 Prozent), Lunge (14,2 Prozent) und Darm (12,5 Prozent). Bei den Frauen waren es Brustdrüse (27,9 Prozent), Darm (10,9 Prozent) und Lunge (7,6 Prozent). Insgesamt lebten Ende 2014 in Mecklenburg-Vorpommern ungefähr 28.200 Männer und 25.000 Frauen, bei denen in den vergangenen zehn Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das entspricht ungefähr 3,6 Prozent der männlichen und 3,1 Prozent der weiblichen Bevölkerung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier Tumorzentren, die die Kooperation der Ärzte und Krankenhäuser zur Versorgung der Tumorpatienten koordinieren und organisieren. Die Zentren sind in Neubrandenburg, Rostock, Greifswald (Tumorzentrum Vorpommern) undSchwerin (Tumorzentrum Schwerin/Westmecklenburg). „Die Diagnose Krebs bereitet Angst und Betroffene haben oft viele Fragen, etwa nach Therapieformen oder psychosozialer Betreuung. Neben den Ärzten als Ansprechpartner gibt es in Mecklenburg-Vorpommern auch ein Selbsthilfenetz, in dem sich Erkrankte und ihre Angehörigen austauschen können. Die Treffen bieten den Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage und gegenseitige Hilfe“, sagte Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern

7. Offene Krebskonferenz am 18. November 2017 in Rostock

Die Deutsche Krebshilfe, die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. und die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. planen für den 18. November 2017 in Rostock die „7. Offene Krebskonferenz“ (OKK). Die Veranstaltung soll sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte richten. In Vorträgen und Workshops können sich die Teilnehmer umfassend über verschiedene Krebsarten und zu übergreifenden Themen wie Ernährung oder Sport bei Krebs informieren. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Informationen zum Gemeinsamen Krebsregister

Krebserkrankungen werden im Gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen erfasst. Die Daten werden in verschlüsselter Form gespeichert und ausgewertet, um wichtige Informationen über Ursachen, Entwicklung und Vorbereitung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind alle Ärzte zur Meldung verpflichtet. Weitere Informationen unter:www.krebsregister.berlin.de

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