Archiv für 31. Januar 2017

Papilio ist Prävention und Gesundheitsförderung in Kitas – Future Kids und Nidulus als Einrichtungen zertifiziert

Programm wird immer mehr alltäglicher Bestandteil der Kindergartenarbeit

Kindergarten - Pause, Foto: Joachim Kloock

Kindergarten, Foto: Joachim Kloock

31.1.2017 – Mit dem „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“, „Paula und die Kistenkobolde“ oder dem „Meins-deins-unser-Spiel“ will das Programm Papilio schon früh Sucht- und Gewaltverhalten vorbeugen. Diese Elemente des Präventionsprogramms halten seit Jahren Einzug in die Kitas „Future Kids“ und „Nidulus“ der Kita gGmbH in Schwerin. „Moderne Suchtprävention heißt heute Lebenskompetenztraining. Es ist wichtig, dass dies frühzeitig beginnt, langfristig angelegt ist und kontinuierlich fortgeführt wird. Mit dem Programm Papilio findet eine aktive Umsetzung statt. Es ist hervorragend, dass das Programm immer mehr alltäglicher Bestandteil der Kindergartenarbeit wird“, sagt dazu Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe. Jana Micera, Papilio-Trainerin der LAKOST MV: „Kinder lernen spielerisch den Umgang mit ihren Gefühlen und den Gefühlen anderer, sie lernen soziale Regeln und das gewaltfreie Lösen von Konflikten. Insgesamt fördert das die sozial-emotionale Kompetenz und gibt den Kindern ein Rüstzeug mit auf den Lebensweg.“

11 Erzieherinnen in Schwerin zertifiziert

In Schwerin wurden jetzt 11 Erzieherinnen von Papilio zertifiziert, die sich in einem Basisseminar, zwei Supervisionen und zwei Vertiefungsseminartagen haben ausbilden lassen. Den pädagogischen Fachkräften wurden die Grundlagen der frühkindlichen Prävention sowie Bausteine des Programms vermittelt. Damit sind jetzt alle Erzieherinnen der Kitas „Future Kids“ und „Nidulus“ zertifiziert und erhalten als Einrichtung die begehrte Auszeichnung. Darüber freut sich auch Simone Borchardt, Regionalgeschäftsführerin der BARMER in Schwerin: „Seit 2016 sind wir Präventionspartner vom Programm Papilio. Mit Papilio legen die Erzieherinnen spielerisch den Grundstein für eine gesunde Entwicklung und wappnen ihre Schützlinge gegen Sucht und Gewalt.“ In den letzten Jahren wurden im Raum Schwerin 62 Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet und sieben Kitas zertifiziert. Dieser Erfolg wurde unter anderem durch die Unterstützung der Aktion „Deutschland rundet auf“ und des Landes möglich. Grit Brinkmann, Leiterin der Kita Nidulus, sieht die Vorteile in der praktischen Umsetzung des Programms: „Mit ´Paula und den Kistenkobolden´ lernen die Kinder zum Beispiel die grundlegenden Gefühle Trauer, Zorn, Angst und Freude kennen – personifiziert in Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold. Sie lernen, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen und auf die Gefühlslage anderer Kinder einzugehen. Das macht Kinder stark.“

Konsequente Ausrichtung der Ausbildung an der Praxis

Die konsequente Ausrichtung der Ausbildung an der Praxis ist für Papilio-Trainerin Jana Micera Grundlage des Erfolgs: „An Beispielen erörtern wir die Umsetzung von Papilio im Kindergartenalltag und im Zusammenspiel mit den Eltern. Das Präventionsprogramm unterstützt Erzieher und Eltern dabei, erste Verhaltensauffälligkeiten im Kindergartenalter zu reduzieren und die sozialemotionalen Kompetenzen zu stärken.“ Erzieherinnen und Erzieher, die sich für eine Ausbildung bei Papilio interessieren, können sich bei Jana Micera melden. Die BARMER unterstützt die Umsetzung in Kitas. Förderfähig sind z.B. Fortbildungen und Fortbildungsmaterialien.

Weitere Informationen 

Drei kindorientierte Maßnahmen

Im Rahmen von Papilio werden im Kindergarten drei Maßnahmen für die Kinder eingeführt: Erste kindorientierte Maßnahme ist der „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“. Die Kinder lernen dabei, sich mit sich selbst und den anderen Kindern zu beschäftigen sowie ohne vorgegebene Mittel kreativ zu spielen. Mit „Paula und die Kistenkobolde“ lernen die Kinder die grundlegenden Gefühle Trauer, Zorn, Angst und Freude kennen – personifiziert in Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold. Sie lernen, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen und auf die Gefühlslage anderer Kinder einzugehen. Die Geschichte wurde auch von der Augsburger Puppenkiste inszeniert und steht als Hörspiel zur Verfügung. In der dritten Maßnahme, dem „Meins-deins-unser-Spiel“, lernen Kinder in der Gruppe spielerisch den Umgang mit sozialen Regeln. Im Vordergrund steht dabei die gegenseitige Unterstützung beim Einhalten der mit den Kindern gemeinsam vereinbarten Regeln. Die erfolgreichste Gruppe darf sich am Ende etwas wünschen, was aber allen Kindern zugutekommt, zum Beispiel eine bestimmte Geschichte vorlesen oder gemeinsam Obstsalat zuzubereiten.

Informationen rund um Papilio unter www.papilio.de

Advertisements

Minister Dr. Till Backhaus: StUN bringt den Naturschutz in M-V weiter voran

Landschaft (6)

Landschaft in MV, Foto: Joachim Kloock

30.1.2017 – „Die Stiftung hat sich stabilisiert, deutlich weiterentwickelt und steht für neue Aufgaben bereit. Das sind gute Voraussetzungen dafür, den Naturschutz im Land Mecklenburg-Vorpommern weiter voranzubringen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Schwerin anlässlich der Kuratoriumssitzung der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern (StUN). „In den vergangenen fünf Jahren hat die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern eine Entwicklung genommen, die von stetigem Wachstum und einer Erweiterung des Aufgabenspektrums und Wirkungskreises gekennzeichnet ist“, so der Minister. Der Flächenbestand der Stiftung ist von 7.300 Hektar im Jahr 2011 auf 8.300 ha im Jahr 2016 in 126 unterschiedlichen Gebieten angewachsen. Das Haushaltsvolumen der Stiftung ist seit 2011 von 304.000 Euro auf 531.000 Euro 2016 angewachsen. Backhaus hob die langjährige und intensive Zusammenarbeit mit der Ostseestiftung vor, wodurch die StUN ihren Flächenbestand an hochwertige Naturschutzflächen insbesondere im Hotspot 29 „Schatz an der Küste“ (Region Boddenlandschaft und Rostocker Heide) erweitern konnte. Eine wichtige Rolle habe auch die 100 %ige Stiftungstochter, die Flächenagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH, eingenommen: „Durch die Flächenagentur konnten das Aufgabenspektrum und die Handlungsmöglichkeit der Stiftung seit 2012 deutlich erweitert werden.“ Zu den zwei vorrangigen Geschäftsfeldern gehört neben der Entwicklung, Vermarktung und Übernahme von Ökokonten und Kompensationsprojekten, die Umsetzung von EU-finanzierten Projekten, wie zum Beispiel die „Halboffene Weidelandschaft Randowtal“. Neben der Verabschiedung des alten sowie die Berufung des neuen Kuratoriums bedankte sich Minister Backhaus beim scheidenden langjährigen Vorstandsmitglied Hans Jürgen Zimmermann: „Unter seiner Initiative gelang die grundlegende Neuordnung der Stiftungsgeschäftsstelle durch die Einrichtung einer hauptamtlichen Geschäftsführerstelle. Zu seinen weiteren Verdiensten gehören die beständige, fachlich fundierte und stets umweltschutzorientierte Beratung, Begleitung und Repräsentation der Stiftung. Darüber hinaus hat er viele Stiftungsprojekte begleitet und gefördert, Haushaltsverhandlungen zur Sicherung der beständigen Finanzierung der StUN regelmäßig mit Erfolg durchgeführt und die Gründung der Flächenagentur MV GmbH politisch und verwaltungstechnisch durchgesetzt.“

Betreuung der Schülerinnen und Schüler bei Streiks in M-V

Schule, Foto: Pressestelle BM M-V30.1.2017 – An den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kann es im Falle von Streiks der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer zu Unterrichtsausfällen kommen. Bei Warnstreiks sollen Grund- und Förderschüler an ihren jeweiligen Schulen betreut werden.

Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Die Vereinbarung gilt für den Februar 2017. Hintergrund sind die angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen in der Entgelttarifrunde 2017. „An welchen Schulen genau gestreikt wird, können wir nicht sagen“, warb Bildungsministerin Birgit Hesse bei Eltern um Verständnis. „Eine Erfassung von Streikenden durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig. Sie würde dem individuellen Streikrecht widersprechen“, so Hesse. Die Durchführung der Notdienste erfolgt bei Bedarf in den komplett bestreikten Grund- und Förderschulen. Notdienste an weiterführenden Schulen sind – mit Ausnahme der Klassen der Orientierungsstufe – nicht erforderlich und können nicht angeordnet werden. An den Grund- und Förderschulen, an denen verbeamtete Lehrkräfte arbeiten, übernehmen diese eine Betreuung im Notfall. An denjenigen Schulen, an denen keine verbeamteten Lehrkräfte tätig sind, wird ein Notdienst eingerichtet, soweit dieser dort tatsächlich erforderlich ist. In Abstimmung mit der Schulleiterin bzw. dem Schulleiter sowie den streikenden Lehrerinnen und Lehrern werden an jeder Schule, für die ein Notdienst erforderlich ist, in Abhängigkeit von der Anzahl und dem Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler, die zu beaufsichtigen sind, mindestens zwei Mitglieder der GEW vom Streik ausgenommen und verrichten den Notdienst. Hierbei ist zunächst das Prinzip der Freiwilligkeit zu beachten. Die GEW Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet sich, das in ihren Kräften Stehende zu tun, um die erforderlichen Notdienste nach Maßgabe dieser Vereinbarung zu gewährleisten. Die GEW und das Bildungsministerium informieren sich gegenseitig bei auftretenden Problemen.

Grüne Woche beendet – knapp 380.000 Menschen entdeckten MV in Berlin

apfel, gif-element29.1.2017 – Heute ist die 82. Auflage der Internationalen Grünen Woche (IGW) zu Ende gegangen. Die Länderhalle Mecklenburg-Vorpommern wurde wie in den Vorjahren von den Besuchern wieder zu den beliebtesten Hallen gewählt.

„Wir haben in Berlin wieder einmal bewiesen, dass Mecklenburg-Vorpommern Herz hat, Traditionen pflegt und vor neuen Ideen sprüht. Unsere Aussteller haben ihr Bestes gegeben und die Besucher mit auf eine Reise durch unser Land genommen, vorbei an kulinarischen Köstlichkeiten, landschaftlichen Besonderheiten und musikalischen Leckerbissen. Dafür danke ich Ihnen sehr. Nun gilt es den Schwung aus Berlin mit nach Hause zunehmen. Für die Unternehmen wünsche ich mir, dass sie die geknüpften Kontakte und gesammelten Erfahrungen für eine erfolgreiche Saison der Land- und Ernährungswirtschaft sowie dem Tourismus und der Gastronomie nutzen können. Die Besucher der MV-Halle haben hoffentlich viel Neues kennengelernt und auch über die Grüne Woche hinaus Gefallen an den erstklassigen Produkten und Ideen aus Mecklenburg-Vorpommern gefunden“, bilanzierte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.  „Dass unser Konzept ankommt, spürte ich auch bei den Bundes- und Landespolitikern sowie den internationalen Delegationen, die ich hier begrüßen durfte“, ergänzte Backhaus. Gespräche über die Land- und Ernährungswirtschaft sowie über gemeinsame Interessen führte der Minister u.a. mit Österreich, Estland, China und Russland.   Knapp 60 Aussteller aus ganz Mecklenburg-Vorpommern haben sich in den zurückliegenden Tagen in der Länderhalle 5.2b auf ca. 1.800 m² präsentiert. MV ist bereits seit 26 Jahren auf der IGW und seit 18 Jahren in einer eigenen Länderhalle. In den vergangenen 10 Messetagen wurden mehr als 380 Fässer Bier, fast 8.000 Fischbrötchen und 6.000 Portionen anderer leckerer Spezialitäten sowie mehr als 5.000 Heringe verkauft. Aus mehr als 1.000 KG Mecklenburger BIO-Äpfeln konnten gut 4.000 Portionen frischer Apfelsaft gepresst werden und von den Messebesuchern kostenfrei probiert werden. Die 83. Internationale Grüne Woche findet im nächsten Jahr vom 19. bis 28. Januar 2018 wieder in den Messehallen unter dem Berliner Funkturm statt. 

Übrigens: Auf der Internetseite www.grune-woche-mv.de haben sich viele Aussteller erstmals auch per Video präsentieren können. Schauen Sie einfach vorbei!

Mehr Referendarinnen und Referendare als vor einem Jahr in M-V eingestellt

Wer den Vorbereitungsdienst an unseren Schulen absolviert, hat eine gute Entscheidung getroffen

Schule, Foto/Quelle: Pressestelle BM M-V

Schule, Foto: BM M-V

30.1.2017 – Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2016/2017 beginnen 221 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Am Montag, 30. Januar 2017, haben sie bei einer Festveranstaltung im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin ihre Urkunden als Beamtinnen und Beamte auf Widerruf erhalten. Das Referendariat dauert 18 Monate. „Wer den Vorbereitungsdienst an unseren Schulen absolviert, hat eine gute Entscheidung getroffen. Ich wünsche allen einen erfolgreichen Start“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Nach der praktischen Ausbildung haben die Referendarinnen und Referendare gute Chancen auf eine Einstellung, da Mecklenburg-Vorpommern auf gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer angewiesen ist. Seit Februar 2015 verzeichnen wir zum Einstellungstermin im Februar steigende Einstellungszahlen, wenngleich es sich um einen leichten Anstieg handelt. Das macht mir Hoffnung“, so Hesse. Mit 221 Referendarinnen und Referendaren treten 12 Personen mehr den Vorbereitungsdienst an den Schulen an als im Februar 2016. Damals waren es lediglich 209 Referendarinnen und Referendare. Von den 221 Referendarinnen und Referendaren beginnen 40 den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grundschulen bzw. Grund- und Hauptschulen, 17 das Referendariat für das Lehramt für Sonderpädagogik, 32 das Referendariat für das Lehramt für Regionale Schulen bzw. Haupt- und Realschulen, 121 das Referendariat an Gymnasien und 11 das Referendariat an beruflichen Schulen. „Für das Referendariat an Gymnasien gab es auch in dieser Ausschreibungsrunde deutlich mehr geeignete Bewerberinnen und Bewerber als ursprünglich ausgeschriebene Plätze“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Da in den anderen Lehrämtern noch Plätze frei waren, konnten wir allen Bewerberinnen und Bewerbern, die die nötigen Voraussetzungen erfüllt haben, ein Einstellungsangebot unterbreiten“, so Hesse. Mecklenburg-Vorpommern stellt zweimal im Jahr Referendarinnen und Referendare an den Schulen ein. Einstellungstermine sind der 1. Februar und der 1. August.

Wirtschaftsgespräche in Brasilien

Auslandsgeschäft unserer Unternehmen sichert Wohlstand für Familien und das Land gleichermaßen –  Potenzial werthaltiger Wirtschaftsbeziehungen zwischen Brasilien und Mecklenburg-Vorpommern bei weitem nicht ausgeschöpft

Portal de Pomerode, Santa Catarina, Foto: Marinelson Almeida

Portal de Pomerode, Santa Catarina, Foto: Marinelson Almeida

30.1.2017 – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph ist am Sonntag mit Unternehmern aus Vorpommern nach Brasilien gereist. „Ziel unserer Wirtschaftsgespräche vor Ort sind umfassendere Geschäftsbeziehungen zwischen brasilianischen und unseren Unternehmen auf den Gebieten umweltschützende Abfall- Kreislaufwirtschaft, wertschöpfende Energie-Kreislaufwirtschaft und Arbeitsschutz. Ziel der Reise sind der Export von Know-how unserer ökologischen Abfall-Kreislaufwirtschaft im Land, von Umweltschutz und mehr ökologiebasierter Wertschöpfung in Brasilien. Wir wollen und können mehr Auslandsgeschäft generieren. Das Potenzial werthaltiger Wirtschaftsbeziehungen zwischen Brasilien und Mecklenburg-Vorpommern ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Brasilien ist sehr interessiert an unseren Erfahrungen und unserem Know-how zu mehr Wertschöpfung durch modernste, ökologiebasierte Abfall-Kreislaufwirtschaft, durch eine nachhaltige Energie-Kreislaufwirtschaft und höheren Arbeitsschutz. Das sind in Brasilien wirtschaftlich noch junge Bereiche. Hier können wir mit unserem heimischen Know-how vor Ort punkten. Mehr Auslandsgeschäft unserer Unternehmen sichert Wohlstand für Familien und das Land gleichermaßen. Die erste Zusammenarbeit trägt bereits Früchte. Daran wollen wir anknüpfen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Montag in Brasilien. „Im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina ist 2014 eine Pilotanlage zur Biogas-Monofermentation von Schweinegülle als Gemeinschaftsprojekt von deutschen und brasilianischen Partnern, unterstützt vom Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, entstanden. Aus der Schweinegülle und pflanzlichen Abfällen wird heute Biogas gewonnen und nach weiterer Verarbeitung als Erdgas in Drucktanks an Industriekunden verkauft. „Ich bin überzeugt, hier entsteht etwas, was das hohe Vertrauen unserer brasilianischen Partner in uns als Europäer und Deutsche helfen kann zu rechtfertigen. Hierbei tragen Politik und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung“, so Rudolph vor Ort.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit intensivieren, Projekte gemeinsam angehen

Im Rahmen der Reise sind unter anderem Wirtschaftsgespräche mit Unternehmen, Treffen mit Umweltorganisationen sowie Kooperationsverhandlungen mit Vertretern der Regierungen der brasilianischen Bundesstaaten Minas Gerais und Santa Catarina geplant. „Unser Ziel in den Gesprächen ist, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren und zu verfestigen. Wir wollen den Austausch von erfolgreichen Projekten, Produkten und Innovationen vorantreiben, so dass letztlich beide Seiten partnerschaftlich gewinnen, gleichermaßen wirtschaftlich und ideell“, sagte Rudolph. Zu den an der Reise teilnehmenden Firmen gehören die ME-LE Unternehmensgruppe aus Torgelow (unter anderem in den Bereichen Energietechnik und Biogastechnologie tätig), die Gerüstbau SHD Müggenburg GmbH aus Torgelow, die BN Umwelt GmbH aus Rostock (Dienstleistungen in den Bereichen Abfall, Anlagenbau, Energie, Hochbau und Infrastruktur) und das Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum Brasilien-Deutschland e.V. aus Berlin.

Technik und Know-how aus Mecklenburg-Vorpommern bereits in Brasilien vertreten

Derzeit sind Unternehmen des Landes aus den Branchen Umwelttechnik, Gesundheitswirtschaft/Medizintechnik sowie dem Anlagen- und Maschinenbau wirtschaftlich in Brasilien aktiv. So gibt es beispielsweise in der Abfallwirtschaft ein gemeinsames Projekt zum Aufbau einer modernen Organisationsstruktur für die gemeindeübergreifende Abfallwirtschaft zwischen dem Umwelttechnologienetzwerk envi MV e.V., der BN Umwelt GmbH und der Deutschen Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) in Pomerode in Santa Catarina. Die ME-LE Energietechnik GmbH aus Torgelow hat gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg für brasilianische Partner Biogasanlagen entwickelt und gebaut. Zusätzlich wurde eine Verwertungsanlage für Schweinegülle entwickelt. Im Bereich Gesundheitswirtschaft hat die Universitätsmedizin Greifswalddie Bevölkerungsstudie „SHIP – study health in Pomerania“ in der Region um Pomerode durchgeführt. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein attraktiver Wertschöpfungsstandort, der viele Möglichkeiten für einen wirtschaftlichen Austausch bietet. Wir werden auf unsere Stärken aufmerksam machen und für unseren Wirtschaftsstandort und gute gemeinsame Projekte werben“, sagte Rudolph.

Informationen zum Außenhandel zwischen Brasilien und Mecklenburg-Vorpommern

Im Jahr 2015 betrug der Warenaustausch zwischen Brasilien und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 73 Millionen Euro. Damit lag der südamerikanische Staat auf Platz 33 der Außenhandelspartner. Im Jahr 2016 wurden aus Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von 29 Millionen Euro nach Brasilien exportiert. Die wichtigsten Exportgüter waren Maschinen (36 Prozent), Kraftmaschinen ohne Motoren für Ackerschlepper, Luft- und Straßenfahrzeuge (20 Prozent) und Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (11 Prozent). Im gleichen Zeitraum wurden von Brasilien nach Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von 21 Millionen Euro importiert. Die wichtigsten Importgüter waren Obst- und Gemüsesäfte (60 Prozent), Kleie, Abfallerzeugnisse zur Viehfütterung und Futtermittel (7 Prozent) und Ölkuchen (7 Prozent; dabei handelt es sich um feste Rückstände von Soja- oder Erdnussöl sowie von Kokos- oder Palmnüssen).

Das Außenhandelsvolumen Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt hat im Jahr 2015 mit 13,3 Milliarden Euro einen Höchstwert erreicht (2014: 12,5 Milliarden Euro, 2013: 11,7 Milliarden Euro). Die wichtigsten Außenhandelspartner waren 2015 Polen (1,3 Milliarden Euro), die Niederlande (1,2 Milliarden Euro), Dänemark (803 Millionen Euro) und Russland (717 Millionen Euro).