Neues Modell in der Patientenversorgung in MV vorgestellt

Innovativer Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

Südstadt-Klinikum Rostock, Foto Joachim Kloock

25.1.2017 – Im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) ist am Dienstag ein innovatives Modell in der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam vorgestellt worden. Im Mittelpunkt der neuen Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. „Die Kooperation ist ein innovativer Ansatz. Die Akteure tragen gemeinsam zur Verbesserung der regionalen Versorgung vor Ort bei. Die Umsetzung erleichtert die Zusammenarbeit für Ärzte und Patienten gleichermaßen. Gerade die Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen ist ein Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland. Wir brauchen mehr solche kreativen und mutigen Denkweisen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Hochwertige Gesundheitsversorgung aufrechterhalten

Durchgeführt wird das Projekt vom Ärztenetzwerk HaffNet, der AOK Nordost, der Kassenärztliche Vereinigung M-V (KVMV) und die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern. Ziel ist es, für die Menschen in dieser Versorgungsregion die bedarfsgerechte wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Zudem sollen Versorgungsdefizite wie Doppel- oder Fehluntersuchungen und Probleme bei der Medikation etwa nach Krankenhausentlassungen vermieden werden. „Die Versorgung in dünn besiedelten ländlichen Räumen profitiert besonders von Netzwerken, da vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. Der Übergang von der ambulanten zur stationären Versorgung ist gerade auch im Hinblick auf die Medikation eine kritische Situation. Durch die Kooperation können Fehler vermieden und die Behandlung deutlich verbessert werden. Dies kommt gerade der wachsenden Gruppe der älteren Patientinnen und Patienten zugute“, betonte Glawe weiter. Gesundheitsminister Glawe machte deutlich, dass es wichtig ist, sich auf die Versorgung vor Ort zu verlassen. Gerade Hausärzte und Fachärzte in den Praxen und Kliniken sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Sie stellen die Grundversorgung sicher und lotsen die Patienten durch das Gesundheitssystem. Insofern ist es gut, dass HaffNet und die Partner sich hier stetig vernetzen und die Zusammenarbeit ausbauen“, betonte Glawe.

Gesundheitswirtschaft ist Wachstumsmotor in Mecklenburg-Vorpommern

Auch aus Sicht der Gesundheitswirtschaft und der Wirtschaft allgemein lässt die vereinbarte Zusammenarbeit positive Effekte erwarten. „Die Arbeit für medizinische und nicht medizinische Fachkräfte wird im Rahmen der Kooperation vielfältiger und attraktiver. Arbeitsplätze werden gesichert, Ausbildungsmöglichkeiten werden interessanter. Es ist unser Interesse, Mecklenburg-Vorpommern als ganzheitliche Gesundheitsregion zu etablieren“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend. In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ (2015) erstellt. Darin wurden erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. Mit 136.600 Beschäftigten arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaft. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes ist auf 14,6 Prozent gestiegen. „Die Gesundheitswirtschaft ist ein Wachstumsmotor bei uns im Land. Der Gesundheitsmarkt bietet angesichts der demografischen Veränderungen und des steigenden Bewusstseins um das eigene Wohlbefinden noch riesige Chancen für innovative Ideen“, so der Minister. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt.

Statements der Partner zur Kooperation 

Angelika Gerhardt, Hausärztin, Mitglied des Vorstandes der HaffNet Management GmbH:

Mit der Entlassung aus dem Krankenhaus entstehen für unsere Patienten und ihre Angehörigen viele Fragen. Wer behandelt mich weiter? Mein Hausarzt oder der Facharzt? Wie und mit welchen Medikamenten wird meine Behandlung fortgesetzt? Ist die Anschlussbehandlung oder Pflege in der Häuslichkeit organisiert oder woher bekomme ich meine Heil- und Hilfsmittel? Oftmals fühlen sich unsere Patienten in dieser Situation überfordert. In dem Versorgungsnetzwerk unterstützen wir sie sowohl vor, während als auch nach der stationären Behandlung, indem wir sie durch gezieltes Fallmanagement in die richtigen Versorgungspfade steuern.

Michael Dieckmann, Mitglied des Vorstandes der AMEOS Gruppe:

Dieser innovative Kooperationsvertrag beschreibt erstmals die Zusammenarbeit in einer Region Deutschlands, in der niedergelassene Ärzte, das zentrale Krankenhaus und die größte Krankenkasse sich gemeinsam für die Versorgung ihrer Patienten verantwortlich erklären, und zwar sektorenübergreifend. Wir sind stolz, das erreicht zu haben, weil so etwas nur funktioniert, wenn ein gegenseitiges hohes Vertrauen gegeben ist. Wir werden jetzt nach und nach dieses Bündnis zum Wohle der Patientinnen und Patienten mit Leben füllen.

Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung bei der AOK Nordost:

Eine gute und wohnortnahe medizinische Versorgung ist für uns ein hohes Gut. Deshalb engagieren wir uns als AOK Nordost für die Belange all unserer Versicherten, gerade auch im ländlichen Raum. In der Region Uecker-Randow haben wir uns bereits vor drei Jahren mit dem Ärztenetz HaffNet im Rahmen des Vertrages Mein AOK-Gesundheitsnetz zusammengeschlossen. Jetzt werden wir die erfolgreiche Zusammenarbeit gemeinsam mit den AMEOS-Kliniken Ueckermünde und Anklam sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern fortsetzen und ausweiten. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Versorgung der Versicherten dauerhaft, umfassend und dabei mit hoher Qualität über die tradierten Schranken zwischen ambulanter und stationärer Versorgung hinweg zu organisieren. Ein Ziel, das wir zusammen mit unseren engagierten Partnern sehr gern angehen.

Axel Rambow, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung M-V:

Durch diese Vereinbarung wird es möglich, dass ambulant und stationär tätige Ärzte enger und effizienter zusammenarbeiten können. Die abgestimmte Kommunikation ermöglicht ein besseres Verständnis für die Arbeit des jeweils anderen Versorgungsbereichs und zieht zweifelsohne eine bessere medizinische Versorgung der gemeinsamen Patienten nach sich. Mit dieser Vereinbarung reagieren wir auf die demografischen Veränderungen im Land, wie der zunehmenden Multimorbidität (Krankheitslast) der Bevölkerung und des drohenden Ärztemangels, als eine innovative Lösung, neben natürlich vielen anderen.

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